33. Reisetag 03.08.2000
gefahrene Kilometer: 327,1 km
Total: 10964,8 km
Strecke: Selcuk-Birgi-Sardis-Manisa-Bergama
Besichtigungen:
 - Mausoleum von Belevi
 - Birgi
 - Sardis
 - Manisa
Tagesbewertung
 
Nach drei Übernachtungen im leicht frankophilen Selcuk bin ich froh, dass wir heute nach Bergama weiterfahren. Zunächst wollen wir jedoch zur Ruinenstätte von Sardis, und auf dem Weg dorthin liegt das in meinem Reiseführer stehende Mausoleum von Belevi, ein Gebäude der von Griechen beeinflussten Ur(?)einwohner dieser Region. Es ist kompliziert zu finden, man muss auf dem Weg nach Tire irgendwie unter einer Autobahnbrücke nach rechts abbiegen. Dann gelangt man zu einem größeren Steinhaufen, der dieses Mausoleum verkörpern soll. Das Teil ist eingezäunt, irgendwo finde ich ein Loch im Zaun und gehe zum Haufen, in dem auf der Rückseite ein komischer Schacht klafft. Alles in allem sehr enttäuschend, mein Kumpel zieht es angesichts dieses Nichts sogar vor, im Auto zu warten und aufm Handy das überflüssige da langweilige Snake-Spiel zu spielen.
Konak in Birgi - Foto CGGebirgspass bei Birgi - Foto CGHamam (=Bad) in Birgi - Foto CGLuftlöcher in der Decke des Hamams - Foto CG Unser nächster Besichtigungs-Stopp in Birgi ist auch nicht sonderlich berauschend, wieso der Reiseführer es erwähnt, bleibt mir schleierhaft. Vielleicht leiden wir aber auch nur unter einer Overdose von 1a-Sehenswürdigkeiten, in deren Vergleich Belevi und Birgi nicht ins Gewicht fallen.
Bei Birgi handelt es sich um ein größeres Dorf mit einer alten Moschee, einem ruinösen Hamam (Bad) und einem hübschen Konak (großes traditionell verziertes Haus). Wie gesagt ebenfalls enttäuschend.
Dann fahren wir über einen 1200m hohen aber im Gegensatz zu Ostanatolien nicht sehr spektakulären Gebirgspass rüber nach Norden zur Ruinenstätte Sardis, ehemals Lydische Hauptstadt, dann persisch, dann römisch. Erhalten sind ein wiederaufgebautes Gymnasion (Sportstätte) mit Schwimmbassin, eine alte Synagoge mit Hakenkreuzornamenten (Ironie der Geschichte !!??), einem absurd großen Tempel, der noch weniger vollendet wurde als der von Didyma, und ein paar kleine byzantinische Kirchenruinen. Da es hier kaum Touristen gibt, sind wir fast die einzigen auf dem Gelände, aber nichtsdestotrotz gelint es uns, uns unbemerkt am Kassiererhäuschen vorbeizuschleichen. Oder aber, es handelt sich dabei gar nicht um eine Kasse.

Gymnasion von Sardes - Foto CGHakenkreuzornamente in der Synagoge von Sardes (!!!) - Foto CG

 
Tempel von Sardes - Foto CGKapitell des Tempels - Foto CGSäulenbasen im Tempel - Foto CG
 
Größenvergleich: Jean-Louis im Tempel - Foto CGMuradiye-Moschee in Manisa - Foto CGMuradiye-Moschee in Manisa - Foto CG Danach fahren wir wieder zurück zur Küste, nach einem Bremskühlungsstopp in Turgutlu (die Bremsbacken zischen immer noch laut, wenn man Wasser draufkippt) kommen wir in Manisa an, wo wir vier interessante aber nicht superinteressante Moscheen sehen, die wohl als "königliche Moscheen" gelten, weil der Sultan hier seine Sprößlinge ins Internat oder so geschickt haben soll.
Dann fahren wir weiter nach Bergama. Unterwegs erzählen wird uns peinlicherweise so langweilig, dass wir uns regelrecht ins Blöde-Witze-Erzählen reinsteigern und besonders bei irgendwelchen verbotenen Nazi-Witzen schelmisch grinsen. Hierbei sind die immer noch vorhandenen Verständigungsprobleme besonders nervig, vor allem, wenn man hinterher eine Pointe noch dreimal erklären muss. Zum Glück nähert sich die Reise ihrem Ende, bloß noch neun Tage!

Muradiye-Moschee in Manisa - Foto CGKapitell der Muradiye-Moschee - Foto CGSultan-Moschee in Manisa - Foto CGSultan-Moschee in Manisa, Detail - Foto CG Irgendwann nachts kommen wir an und finden eine gute billige Absteige, die aber leider kein Bier und kein Essen hat, so dass wir uns noch mal draußen rumtreiben müssen.