elektrische Merkmale

 

 

 

Dachausrüstung:

Zwei Scherenstromabnehmer Typ VM 28-31 mit Doppelschleifstücken in senkrecht gefederten  Leichtbaupaletten. Hochspannungsdachleitung. Handbetätigte Dachtrennschalter. Oberspannungswandler für Speisung der Fahrdrahtspannungsmesser und des Messwertumformers für elektronische Überwachung der Fahrleitungsspannung. Druckluftleistungsschalter. Oberstrommess- und -schutzwandler als Durchführungswandler.

 

Haupttransformator:

Luftgekühlter Kerntransformator mit drei SchenkeIn, ausgelegt für Hochspannungssteuerung; Stufentransformator mit gleichmäßiger Stufung von je 500 V zwischen 500 V und 15 000 V bei 31 Anzapfungen, letzte drei Stufen als Reservestufen bei niedriger Fahrleitungsspannung. Leistungstransformator mit in zwei Gruppen geteilten Ober- und Unterspannungswicklungen bei galvanischer Trennung; besondere Wicklungen für Hilfsbetriebe- und Bremserregeranlage und für Zugsammelschiene.

 

Steuerung:

Leistungssteuerung ausgeführt als Hochspannungssteuerung mit Stufenwähler und mit Thyristorsteller. Gesamtes  Hochspannungsschaltwerk einschließlich Antrieb am Haupttransformator angebaut. Übentragungssteuerung ausgeführt als Nachlaufsteuerung mit unterlagerter Zugkraftregelung (Stromregelung). Weitgehende Anwendung elektronischer Bauelemente. Schaltung ermöglicht auch Auf/Ab - Steuerung als Notsteuerung.

 

Fahrmotor:

Sechs 12polige Einphasen- Reihenschlußmotoren ausgeführt in Hohlwellen - Tatzlagerbauart; Wendepol- und Kompensationswicklungen. Die drei Fahrmotoren eines Drehgestells jeweils mit einer der Unterspannungswicklungen erdfrei als ein Stromkreis geschaltet.

 

Elektrische  Bremse:

Fahrdrahtspannungsabhängige elektrische Widerstandsbremse; in Reihe geschaltete Erregerwicklungen der Fahrmotoren, fremderregt über Thyristorsteller von Hilfsbetriebewicklung des Haupttransformators. Je Anker ein Bremswiderstand; alle sechs Bremswiderstände im Widerstandsturm zusammengefasst. Dauerleistung der elektrischen Bremse 2500 kW und maximale Dauerbremskraft 159 kN. Elektrische Bremse ergänzt durch pneumatische  Ergänzungsbremse für Geschwindigkeiten unter 35 km/h und durch Gleitschutzeinrichtung.

 

Hilfseinrichtungen:

Spannungsversorgung der Hilfsbetriebe durch 50 Hz Drehstrom - Konstantspannungsgenerator, angetrieben durch Einphasen - Asynchronmotor mit Kondensator - Hilfsphase für 16 2/3 Hz und 400 V. Antrieb der Hilfsbetriebe durch 50 Hz Drehstrom - Asynchronmotoren für 380 V, zeitliche Anlaufstaffelung. Wegen Spannungsschwankungen in Fahrleitung automatische Spannungsumschaltung für stabilen Betrieb des Umformers; Drehfeld für Anlauf durch Kondensatorbatterie.

 

Hilfsaggregate des Drehstromsystems:

 

1 Umformer 125 kW, 1000 min-1

1 Hauptluftverdichter 12 kW, 1000 min-1

1 Bremswiderstandslüfter, 14 kW, 1400 min-1

6 Fahrmotorlüfter 6*6 kW, 2800 min-1

1 Ölpumpe 3,5 kW, 1400 min-1

2 Trafolüfter 2*2,2kW, 1400 min-1

1 Thyristorlüfter 0,5 kW, 2800 min-1

   

Weitere Aggregate: Hilfsluftverdichter angetrieben durch Gleichstrommotor; Freigabe der Hilfebetriebe des Drehstrom-Bordnetzes  mittels elektronischen Frequenzindikators, gespeist von einem am oberen freien Wellenende montierten Tachogenerator.

 

 

(Quelle: Deutsches Lok-Archiv, transpress-Verlag, 1992)