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Stichwort-Lexikon der Jungen Liberalen Brandenburg:

>> Abwanderung
>> Arbeitslosigkeit
>> Atomkraft
>> Ausländerpolitik
>> Bananen
>> Blauhelme
>> Bundeswehr
>> Bürgergeld
>> Doppelte Staatsbürgerschaft
>> Eigentum
>> Einwanderung
>> Entwicklungshilfe
>> Europa, Europäische Union
>> Europäische Währungsunion
>> Landwirtschaft
>> Marktwirtschaft
>> Mobilität
>> NATO
>> Ökologische Marktwirtschaft
>> OSZE
>> Privatisierung
>> Sicherheitspolitik
>> Umweltschutz
>> UNO

 

Abwanderung

Direkte Folge aus der prekären wirtschaftlichen Lage Brandenburgs ist ein kontinuierliches Abwandern qualifizierter Arbeitskräfte und vor allem junger Menschen aus weiten Teilen Brandenburgs und eine Konzentration im Raum um Berlin. Brandenburg muss besonders für junge Menschen wieder interessant werden. Gezielte Regionalpolitik und Investitionen, kulturelle Vielfalt, sinnvolle Unterstützung von Unternehmensgründern und eine Beseitigung des Lehrstellenengpasses sind nötig um Brandenburg wieder attraktiv als Unternehmensstandort und Lebensmittelpunkt für junge und alte Menschen zu machen.

Arbeitslosigkeit 

Arbeitslosigkeit ist zu einem der größten sozialen und wirtschaftlichen Probleme innerhalb Brandenburgs geworden. Aber auch für den einzelnen ist die eigene Arbeitslosigkeit in der Regel mit großen wirtschaftlichen und psychischen Problemen verbunden. Die Linderung der Not der Arbeitslosen und die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit ist daher eine der wichtigsten Aufgaben jungliberaler Politik. Dabei spielen eine Verbesserung der unternehmerischen Rahmenbedingungen in Brandenburg ebenso ein entscheidende Rolle wie eine auf die Bedürfnisse einzelner Landesteile abgestimmte Regionalpolitik. Liberale Politik heißt dabei vor allem Eigenverantwortung und Chancengleichheit mit sozialer Sicherheit für bedürftige Menschen, besonders in Krisenzeiten, zu verknüpfen.

Atomkraft

Die Atomkraft ist derzeit die einzige Energieform, die in größeren Mengen zu vernünftigen Preisen zur Verfügung steht und die CO2-Problematik nicht verschärft. Da aber eine risikoloser Betrieb und die Lagerung des radioaktiven Abfalls, der das größte Problem bei der friedlichen Nutzung der Kernenergie ist, nicht in Sicht ist, fordern wir den langfristigen Ausstieg aus der Kernenergie. Bis zu diesem Ausstieg muss aber eine geeignete Endlagerstätte in Betrieb genommen werden. Da aber alternative und regenerative Energieformen (Sonnenenergie), deren Erforschung stärker als bisher zu fördern ist, auch in absehbarer Zukunft nur in begrenztem Umfang zur Verfügung stehen, sind wir der Ansicht, dass mittelfristig nicht auf den Betrieb von Atomkraftwerken verzichtet werden kann. Dies bedeutet auch, dass alte Kraftwerke durch neue und modernere Anlagen ersetzt werden müssen.

Ausländerpolitik

Beim Umgang mit den hier lebenden Ausländern ist Toleranz oberstes  Gebot. Wir stellen andere Kulturen nicht über unsere eigene, es muss  jedem Menschen in Deutschland freistehen, seinen eigenen Lebensstil zu  verwirklichen. Für alle muss dabei die Achtung deutscher Gesetze  verbindlich sein. Einen Zwang zur kulturellen Assimilierung darf es nicht geben. Wir sind für kulturelle Vielfalt statt nationaler Einfalt. Wir wenden uns gegen jede Form von rechtem Populismus, der die Ausländer als Sündenböcke missbraucht, und treten stattdessen dafür ein, den hier lebenden Ausländern Perspektiven zu bieten, beispielsweise durch die Aufhebung von Arbeitsverboten. Ausländer sind Mitbürger, die sich aktiv an unserer Gesellschaft beteiligen. Wir JuLis sehen die teilweise bereits eingeführten Ausländerbeiräte als positiven Beginn auf dem Weg zu einem kommunalen Ausländerwahlrecht. Auch begrüßen wir das kommunale Wahlrecht  für EU-Ausländer, sprechen uns aber darüber hinaus für das kommunale Wahlrecht für alle Ausländer aus. Auch möchten wir Ausländer stärker zu verbandlichem und politischem Engagement ermutigen und die Förderung des Deutschunterrichts für ausländische Schüler an allen Schulen ausbauen.

Bananen

Die Jungen Liberalen fordern die Aufhebung der umstrittenen Einfuhrbeschränkungen der EU für Bananen aus dem Dollarraum. Das typische Beispiel für die Regelungswut und der dem Subsidiaritätsprinzip widersprechenden Praxis, der die EU trotz aller Kritik teilweise weiterhin verfällt, ist das Einfuhrverbot der in Deutschland heißgeliebten Bananen aus dem Dollarraum. Denn damit verstößt die EU gegen den WTO-Vertrag (ehemals GATT). Außerdem wurden damit die bananenproduzierenden Schwellenländer an den Rand des wirtschaftlichen Ruins gebracht, was allen entwicklungspolitischen Prinzipien widerspricht.

Blauhelme

Blauhelmaktionen der Vereinten Nationen haben seit dem Zweiten Weltkrieg in vielen Krisenherden geholfen, kriegerische Auseinandersetzungen abzumildern oder den Frieden zu sichern. Zu Recht haben die Friedenstruppen der Vereinten Nationen 1988 den Friedensnobelpreis erhalten. Wir Jungen Liberalen sind der Meinung, dass sich Bundeswehrsoldaten auf freiwilliger Basis an Blauhelmeinsätzen der UNO beteiligen können sollten. Dies gilt umso mehr, da Deutschland, noch mehr als in der Vergangenheit, Verantwortung für den Frieden in der Welt übernehmen sollte.
 
Bundeswehr 

Wir JuLis halten eine Verteidigungsarmee auch in Zukunft für notwendig. Außerdem werden sich mit der höheren Verantwortung, die Deutschland nach der Wiedervereinigung tragen muss, die Aufgabengebiete der Bundeswehr erweitern (Blauhelme, humanitäre Hilfseinsätze). 
Bedingt durch internationale Abkommen und die brisante haushaltspolitische Lage, hat die Bundeswehr deutlich mehr Soldaten im Einsatz als noch zu Zeiten des kalten Krieges, dafür steigen die Anforderungen an die Soldaten beträchtlich. Die Soldaten brauchen Routine, kontinuierliches Training, Professionalität und jahrelange Erfahrung, was bei 10 Monaten Dienstpflicht nicht mehr gegeben sein kann. Deshalb fordern die JuLis eine Berufsarmee. Die Wehrpflichtigen sollen nur noch im Verteidigungsfalle eingezogen werden.
Die Bundeswehr muss weiterhin mit ihren Bündnispartnern, vor allem aber auf europäischer Ebene, international zusammenarbeiten. Fernziel sollte im Hinblick auf die gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik der EU eine Verschmelzung mit einer EU-Armee sein.

Bürgergeld

Das Bürgergeld, auch als Negativsteuer bezeichnet, ist ein System, mit dem unser Sozialsystem sowohl gerechter, als auch wesentlich unbürokratischer gestaltet werden soll. Derzeit gibt es rund 152 Sozialleistungen, die an etwa 37 Stellen abgerufen werden können. das führt dazu, dass Sozialleistungsempfänger an vielen verschiedenen Stellen auf vielen verschiedenen Formularen ihre Forderungen einreichen müssen. Die Folge ist, dass viele Bedürftige den Durchblick verlieren und auf Leistungen verzichten, während einige "Sozialprofis" abkassieren. Das Bürgergeldsystem hingegen billigt jedem Bürger einen bestimmten Geldbetrag zu, auf den er zum Bestreiten seines Lebensunterhalts Anspruch hat und der sich nach seinen individuellen Lebensumständen (wie beispielsweise Kinder in der Ausbildung) richtet. Ein berufstätiger Arbeitnehmer, der mit seinem Einkommen oberhalb dieses Betrags liegt, wird, wie bisher besteuert. Wer darunter liegt bekommt staatliche Zuschüsse. Damit sich für Leistungsempfänger die Annahme einer weniger gut besuchten Arbeit lohnt, werden hieraus bezogene Einkünfte nur zu einem bestimmten Teil gegen die Leistungen aufgerechnet, so dass ein arbeitender Empfänger besser gestellt ist, als ein Nichttätiger. Durch ein solches System lässt sich nicht nur viel Verwaltungsaufwand (und damit Geld) sparen, sondern es wird auch mehr Gerechtigkeit bei niedrigen Steuersätzen erreicht. Die Idee des Bürgergelds wurde von den Jungen Liberalen aufgegriffen und durchgesetzt, so dass sie inzwischen in weiten Teilen Bestandteil des Programms der FDP ist.

Doppelte Staatsbürgerschaft

Wir Jungen Liberalen bedauern, dass es für in Deutschland lebende Ausländer nicht möglich ist, die deutsche Staatsbürgerschaft zu erlangen, ohne ihre bisherige Staatsangehörigkeit aufzugeben. Dies erschwert für viele integrationswillige Ausländer die Teilhabe an den Rechten, wie beispielsweise das Recht zu wählen, und Pflichten deutscher Staatsbürger, auch wenn dies von ihnen angestrebt wird. Viele Ausländer wollen gleichberechtigte Deutsche werden, können oder wollen aber aus familiären Gründen ihre eigene Herkunft nicht verleugnen. Die Jungen Liberalen sprechen sich für die Möglichkeit einer doppelten Staatsbürgerschaft aus. Der von SPD, Grünen und FDP gefundene Optionsmodell-Kompromiss sieht vor, dass jeder junge in Deutschland geborene Bürger, dessen Eltern nicht deutsche Staatsangehörige sind, neben seiner ausländischen auch die deutsche Staatsangehörigkeit erhält. Allerdings muss er sich spätestens mit 25 Jahren für eine Staatsangehörigkeit entscheiden. Dieser gefundene Kompromiss ist zwar ein Schritt in die richtige Richtung, wirft aber große Probleme auf. Wenn die Doppelstaatsbürger sich entscheiden müssen, stehen sie oft vor einem Gewissenskonflikt, der eine Härte darstellt, die durch nichts gerechtfertigt ist. Schon jetzt leben in Deutschland viele Doppelstaatsbürger über 25 Jahren, bei  denen eine erzwungene Entscheidung als unzumutbar angesehen wird (z.B. Spätaussiedler). Von "Rosinenpicken" kann nicht die Rede sein, da bei doppelter Staatsangehörigkeit völkerrechtlich das Prinzip einer aktiven und einer ruhenden Staatsangehörigkeit gilt. Dieses Prinzip kann durch bi- und multilaterale Übereinkommen noch zusätzlich rechtlich gestärkt werden. In Zeiten einer zusammenwachsenden Welt ist das deutsche Staatsangehörigkeitsrecht ein durch nichts zu rechtfertigender Anachronismus, auf den die meisten anderen Staaten verzichten. Es muss Aufgabe aller gesellschaftlichen Gruppen und politischen Parteien sein, die sich für Weltoffenheit und Toleranz aussprechen, für die grundsätzliche Möglichkeit einer doppelten Staatsbürgerschaft zu werben.

Eigentum

Die Eigentumsgarantie unseres Grundgesetzes sichert die persönliche Freiheit im vermögensrechtlichen Bereich und ermöglicht eine eigen- und selbstverantwortliche Lebensgestaltung für jeden Einzelnen. Staatliche Eingriffe in das Privateigentum müssen durch ihren im Verhältnis zum Privatinteresse überwiegenden Nutzen für die Allgemeinheit gerechtfertigt sein.

Einwanderung

Kennzeichen einer liberalen und toleranten Gesellschaft ist es, Gastfreundschaft zu zeigen und allen denen, die hierher kommen eine Chance auf die Verwirklichung der Ziele zu geben, die sie anderswo nicht sehen. Deutschland ist ein Einwanderungsland ohne sich dieser Aufgabe auch zu stellen. Die Liberalen haben deshalb schon sehr früh ein Zuwanderungsgesetz gefordert, das klare Rahmenbedingungen für die Zuwanderung setzt. Das bedeutet für uns klare "Bewerbungskriterien" und die Bestimmung einer Zuwanderungszahl. Deutschland ist auf Dauer darauf angewiesen, die Konkurrenz ausländischer Bürger und ihren Einsatz in unserem Land zuzulassen. Vor allem auf dem Bildungssektor und in der Wirtschaft. Tolerierung im Sinne eines Hinnehmens allerdings reicht nicht. Ohne den Willen zur Offenheit und zu Integration wird Einwanderung scheitern.

Entwicklungshilfe

Entwicklungshilfe ist ein Gebot sowohl der Menschlichkeit als auch der Vernunft. Wohlstand ist kein Vorrecht der Menschen in Industrieländern, sondern muss für alle Wirklichkeit werden können. Bildung und Ausbildung muss der Mittelpunkt liberaler Entwicklungshilfe sein. Die meisten Problembereiche in Entwicklungsländern, beispielsweise Analphabetentum, Arbeitslosigkeit, fehlende Sexualaufklärung und der daraus resultierende Bevölkerungszuwachs und die Verbreitung von AIDS, sind zumindest indirekt auf mangelnde Bildung zurückzuführen. 
Entwicklungshilfe heißt in erster Linie Hilfe zur Selbsthilfe. Wir können nur möglichst günstige, weltweite Rahmenbedingungen schaffen und besonders durch projektbezogene ideelle und finanzielle Unterstützung den Stein ins Rollen bringen. Die Aufbauarbeit muss vor Ort und mit den Menschen im Einklang geschehen. Der Gedanke des bloßen Überstülpens westlichen Gedankengutes ist daher veraltet. Länder müssen sich im Rahmen ihrer eigenen Geschichte und Kultur weiterentwickeln können.

Europa, Europäische Union (EU)

Die europäische Einigung ist nicht nur wirtschaftlich ein Riesengewinn für die Mitgliedsländer, sie hat vielmehr die Verständigung zwischen den Menschen gefördert und dadurch Frieden und Freiheit in Europa gesichert. Unsere Zeit ist geprägt vom Übergang von Nationalstaaten zur EU, die bisher erst auf dem Papier besteht. Das 21. Jahrhundert verlangt größere Ordnungseinheiten und Identitätsträger, um den wachsenden Problemen des Umweltschutzes, der Friedenssicherung und des wiirtschaftlichen Wettbewerbs gerecht werden zu können. Deshalb bleibt unser Ziel ein föderatives, bürgernahes, subsidiär aufgebautes Europa. Einheit in Vielfalt ist unserer europäische Vision. Demokratie und Liberalismus bilden dabei die Basis einer europäischen Gemeinschaft. Ziel ist die Schaffung einer europäischen Staatsbürgerschaft. Deshalb wünschen wir uns auch eine gemeinsame europäische Außen- und Sicherheitspolitik, in deren Rahmen ein gemeinsamer ständiger Sitz im UN-Sicherheitsrat durch die Europäische Union eingenommen werden soll. Gesamteuropäische Probleme sind gesamteuropäisch zu lösen. Deshalb fordern wir eine europäische Umweltpolitik ebenso wie eine einheitliche Asyl- und Einwanderungspolitik auf der Grundlage der Genfer Flüchtlingskonvention für Europa. Denn diese Probleme betreffen länderübergreifend alle Mitgliedsstaaten. Darüber hinaus dürfen gemäß dem Prinzip der Subsidiarität Entscheidungsbefugnisse nur dann auf die europäische Ebene übertragen werden, wenn die Regionen oder Mitgliedstaaten diese nicht ebenso gut oder schlechter wahrnehmen können. So können auch z.B. auch Befugnisse von Brüssel auf die Nationalstaaten oder die Regionen zurückverlagert werden. Europa lebt von seiner kulturellen und sprachlichen Vielfalt, unsere Vision ist deshalb kein zentralistischer, vom Bürger entrückter Superstaat, sondern ein Europa der Regionen und ein Europa der Bürger. Nach unseren Vorstellungen geht eine Vertiefung der EU Hand in Hand mit einer fortschreitenden Demokratisierung ihrer Institutionen und einer Erweiterung um die Länder Osteuropas. Diese Länder brauchen die Perspektive, die ihnen einen konkreten Aufnahmetermin versichert, um den dortigen demokratischen und wirtschaftlichen Stabilisierungsprozess nicht zu gefährden. Deutschland hat für die Aufnahme der osteuropäischen Staaten eine besondere historische Verantwortung. Denn schließlich ermöglichten es erst die Völker in diesen Ländern, dass Deutschland seine Einheit wiedererlangen konnte. Vor allem auch Russland muss mit in die politische Arbeit eingebunden werden.

Europäische Währungsunion

Die Wirtschafts- und Währungsunion ist die strategische Antwort der EU auf die Globalisierung der Märkte und die Entstehung neuer dynamischer Wachstumszentren. Europa bracht einen attraktiven gemeinsamen Markt mit einer starken gemeinsamen Währung, um im globalen Wettbewerb mit den großen asiatischen und amerikanischen Freihandelszonen zu bestehen. Die Währungsunion vollendet dabei den Binnenmarkt und setzt Wachstumskräfte für neue Investitionen und Arbeitsplätze in Deutschland frei. Langfristig bleibt es unser Ziel, alle europäischen Staaten in die Währungsunion zu integrieren. Um den Anschluss derjenigen Staaten, die bisher nicht beitreten konnten, zu ermöglichen, sind sie aus den bestehenden Fonds zu unterstützen, sofern sie eine stabilitätsorientierte Wirtschaftspolitik betreiben. Die Erfüllung der Stabilitätskriterien sind auch Voraussetzung für einen Beitritt zur Währungsunion.

Landwirtschaft

Die Landwirtschaft hat in unserem Raum eine große Tradition. Neben der Herstellung von Lebensmitteln ist die Landschaftspflege eine wichtige Tätigkeit der Landwirte. Die Agrarpolitik der Europäischen Union ist jedoch vor allem im Hinblick auf die bevorstehende EU-Osterweiterung dringend Reform bedürftig. Wir setzen uns für eine wettbewerbsfähige Landwirtschaft ein, die schrittweise an den Weltmarkt herangeführt werden muss. Ein Kulturlandschaftspflegehonorar muss an die Stelle der europäischen Preissubventionen treten und soll die Leistungen der Landwirte bei der Landschaftspflege gerecht entlohnen. Weiter muss den Landwirten die Schaffung von weiteren wirtschaftlichen Standbeinen ermöglicht werden; hierbei ist vor allem an Tourismus, Handwerk, Dienstleistungen, alternative Anbauformen oder die nachwachsenden Rohstoffe gedacht. Eine angemessene Honorierung ist auch dann angebracht, wenn ein Landwirt sich als Naturschützer betätigt. Wir fordern eine Neuaufteilung der Kompetenzen im Agrarbereich gemäß dem Prinzip der Subsidiarität. All das, was die Regionen oder Staaten Europas in diesem Bereich ebenso gut oder besser regeln können, muss ihnen auch wieder zugesprochen werden. 

Marktwirtschaft

Die Marktwirtschaft ist das freiheitlichste Wirtschaftssystem, sie zu verwirklichen bleibt liberales Ziel. Angebot und Nachfrage sorgen für einen Ausgleich der Interessen der Einzelnen und dafür, dass die vorhandenen Mittel so effektiv wie möglich eingesetzt werden, was letztendlich der gesamten Gesellschaft zugute kommt. Um der Verantwortung gegenüber den schwächeren Bürgern gerecht zu werden, sind Sozialleistungen heute ein grundlegender Bestandteil der sozialen Marktwirtschaft. Hierbei setzen sich die Jungen Liberalen aber für grundlegende Reformen der Organisation der Sozialleistungen ein. Darüber hinaus fordern wir den Einsatz von mehr marktwirtschaftlichen Instrumenten im Umweltschutz. Die ökologische Marktwirtschaft ist die konsequente und sinnvolle Verbindung von Ökonomie und Ökologie.

Mobilität

Eine offene Gesellschaft, wie wir sie fordern, lebt davon, dass jeder mit Verantwortung seine Freiheit nutzen kann. Unflexibilität und fehlende Infrastruktur stehen denn Chancen des einzelnen im Weg. Das Fehlen einer entsprechenden Infrastruktur macht Arbeitnehmer, Schüler, Studenten und Familien immobil. Unternehmen weichen schon lange auf private Beförderungsunternehmen aus, aber auch sie stoßen an unüberwindbare Grenzen der Belastbarkeit unserer Strassen, Schienensysteme, Wasserstrassen und Flugplätze. Durch weiter steigende Mobilität und weiter zunehmenden Tourismus stehen wir vor einer Zukunftsaufgabe, die Liberale meistern müssen. Denn sie stehen für Mobilität auf allen Ebenen und halten nicht an überkommenen Gesellschafts-, Arbeits- und Verkehrsstrukturen fest.

NATO

Das nordatlantische Bündnis hat über vierzig Jahre den Frieden in Mitteleuropa gesichert. Dieser Erfolg legitimiert die Existenz des Bündnisses auch in der Zukunft. Ein kollektives Verteidigungsbündnis hat nach wie vor seine Berechtigung, wie der Dauerkrisenherd Balkan zeigt. Einsätze der NATO außerhalb der Bündnisverteidigung, z.B. humanitäre Interventionen, dürfen nicht eigenmächtig und ohne UN-Mandat vorgenommen werden.

Ökologische Marktwirtschaft

Die Ökologische Marktwirtschaft ist die Weiterentwicklung der Sozialen Marktwirtschaft hin zu einem System, in dem Ökonomie und Ökologie vereinigt sind. Umweltschutz soll in Zukunft nicht mehr über Ge- und Verbote, sondern über den Einsatz der marktwirtschaftlichen Steuerungswerkzeuge von Angebot, Nachfrage und Preis. Die Natur wird als ein knappes Gut angesehen, deren Beschädigung Kosten nach sich zieht, die der Verursacher zu tragen hat. Wer also die Umwelt im Laufe seines Produktionsprozesses schädigt, muss dafür einen entsprechenden Schadensausgleich zahlen. Dadurch wird der Einsatz umweltfreundlicher Technologien gefördert, denn weniger schonende Produktionsverfahren sind weniger rentabel. Dieses Ziel, Umwelt als Gut preislich zu bewerten, lässt sich auf verschiedene Art und Weise erreichen. Handelbare Umweltnutzungslizenzen, die je nach dem Zustand der Natur von der regional höchsten Umweltbehörde in begrenzter Zahl angeboten und dann von Unternehmen gekauft werden können und diesen die Emission nur einer bestimmten Menge von Schadstoffen erlauben, sind ein Weg. Ein anderer ist die Einführung aufkommensneutraler Kohlendioxid- und Energiesteuern. Durch den Einsatz solcher marktwirtschaftlicher Mittel werden Anreize zum schonenden Umgang mit unserer Umwelt geliefert. Die Idee der Ökologischen Marktwirtschaft wurde frühzeitig von den Jungen Liberalen propagiert und ist inzwischen in weiten Teilen Bestandteil des Programms der FDP.

OSZE

Die OSZE ist die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa, die Nachfolgerin der KSZE. Die KSZE wurde 1975 ins Leben gerufen, um vertrauensbildende Maßnahmen zwischen dem Ostblock und Westeuropa zu schaffen und in Ost und West gemeinsam Menschenrechten zur Durchsetzung zu verhelfen. Nach dem Wegfall der West-Ost-Konfrontation in Europa wird eine neue Friedensordnung benötigt, die das entstandene Vakuum schließt. Um eine gesamteuropäische Sicherheitsarchitektur zu verwirklichen, in die insbesondere auch Russland eingebunden ist, fordern die Jungen Liberalen:

- Die OSZE muss als wichtigstes, ständiges Kooperationsforum für Gesamteuropa ausgebaut werden. 

- Etablieren der OSZE als vertragliche, sanktionsbewehrte internationale Organisation und regionalen Untergliederung der UN.

- Parallele Weiterentwicklung von Mechanismen und Institutionen der OSZE. Der integrative Charakter der OSZE wird dabei beibehalten und erlaubt die ständige Anpassung an neue Anforderungen, wobei die Aspekte eines erweiterten Sicherheitsbegriffes z.B. im Bereich Sicherheitsprävention, Wirtschaft und Umweltschutz mit aufgegriffen werden.

Privatisierung

Staatliche Unternehmertätigkeit widerspricht dem Grundgedanken des schlanken Staates, der sich auf seine Kernaufgaben beschränkt. Abgesehen davon sind Staatsunternehmen in der Regel deutlich weniger effektiv als privat geführte. Aus diesen Gründen setzen wir uns für eine konsequente Privatisierung von Staatsbeteiligungen ein.

Sicherheitspolitik

Nach dem Ende des Kalten Krieges und des Warschauer Paktes ist die äußere Sicherheit der Bundesrepublik und ihrer NATO-Bündnispartner zwar nicht mehr akut bedroht, eine Armee ist jedoch auch weiterhin unerlässlich, um die äußere Sicherheit zu gewährleisten. 
Allerdings habe sich die Aufgaben der Armee gewandelt, eine moderne Armee muss auch für Einsätze im Rahmen eines UN-Mandates gerüstet sein. Da viele sicherheitspolitische Aufgaben heute nur noch gesamteuropäisch gelöst werden können, ist die Schaffung einer gemeinsamen europäischen Freiwilligen- bzw. Berufsarmee langfristiges Ziel der Jungen Liberalen.

Umweltschutz

Freiheit bedeutet für uns auch, dass die Umwelt nicht auf Kosten der nächsten Generation ausgebeutet wird. Die Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlage ist daher die zentrale Aufgabe der Politik. Im Gegensatz zum bisher praktizierten Umweltschutz, der sich auf Ver- und Gebote stützt, setzen wir uns für einen Umweltschutz ein, der auf die Eigenverantwortung des einzelnen setzt. Die Bewahrung unserer natürlichen Lebensgrundlage ist dabei ein zentrales Thema für uns JuLis. Wer kommenden Generationen ein menschenwürdiges Dasein ermöglichen will, muss dafür sorgen, dass unserer Natur intakt bleibt. Dabei dürfen aber nicht nur Ge- und Verbote im Mittelpunkt stehen. Vielmehr müssen marktwirtschaftliche Instrumente verstärkt Anwendung finden. Darüber hinaus müssen Recycling- und Energiesparprogramme (beispielsweise Wärmedämmung, private Solarenergie) verstärkt gefördert werden.

UNO

Für die Jungen Liberalen ist und bleibt die UNO das zentrale Organ zur Garantie und Durchsetzung von Frieden, Freiheit und Menschenrechten in der Welt. Zur UNO gibt es keine Alternative, regionsübergreifende bzw. weltweite Konflikte, Probleme und Spannungssituationen zu entschärfen und einzuschreiten, wenn regionale Organisationen bei der Konfliktlösung versagen. Auch bei der Lösung ökologischer und sozialer Probleme mit dem Ziel der Konfliktprävention in vielen Regionen auf der Welt spielt die UNO eine entscheidende Rolle. Die Jungen Liberalen fordern, die Aufgaben der UNO auf jene Probleme zu begrenzen, die nicht durch regionale Abmachungen gelöst werden können. Das Subsidiaritätsprinzip muss deshalb als oberstes Prinzip der UNO gelten. Weltweit sollten darum regionale Abmachungen im Sinne der UN-Charta eingerichtet werden, die zugleich als Foren und institutionalisierte Organisationen die regionale Garantie und Überwachung der Sicherheit, des Friedens und der Menschen- und Minderheitenrechte übernehmen. Die regionalen Abmachungen müssen über das notwendige Instrumentarium verfügen, so können sie auf völkerrechtlich verbindlichen Regimen und Verträgen basieren, die nach den Prinzipien der UN Regeln und Normen für die friedliche Konfliktbeilegung und die Einhaltung der Menschen- und Minderheitenrechte festsetzen. Die regionalen Abmachungen müssen z.B. in Sicherheitsräten Spielraum für die politische Ausgestaltung dieser Regime und den Einsatz von wirksamen Sanktionen erhalten. Die regionalen Abmachungen haben sich an dem Votum des UN-Sicherheitsrates zu orientieren. Ferner muss die UNO langfristig ein weltweites Interventionsmonopol erhalten. Die Entscheidung über ein militärisches Eingreifen wird ausschließlich im UN-Sicherheitsrat gefällt und von regionalen Untergliederungen der UNO ausgeführt. Um seine Handlungsfähigkeit zu bewahren, muss der Sicherheitsrat allerdings neu strukturiert werden.