Ahnenforschung Familie Radau

U N S E R E   F A M I L I E N F O R S C H U N G 

Diese genealogische Internetseite soll allen Familienforschern den Informationsaustausch über Herkunft und Geschichte der verschiedenen Familien Radau erleichtern. Außerdem bietet sie jedem Interessierten viele Informationen rund um diesen relativ seltenen Familiennamen.

Ziel ist die Bereitstellung des uns bekannten genealogischen Materials, um eine genealogische Topografie dieses Familiennamens anzubahnen. So sollen die vermutbare Urheimat und die spätere Verbreitung, die ältesten urkundlich belegten Namenformen, ihre etymologische Deutung, die verschiedenen durch Landschaft und Mundart bedingten Veränderungen der ursprünglichen Namenform ersichtlich werden.

Sie können einen Blick auf die Ergebnisse unserer Ahnenforschung werfen. Alle Radau-Namensträger und Ahnenforscher sind herzlich eingeladen zur weiteren Forschung beizutragen! Wir würden uns freuen, wenn Sie uns neue, weiterführende Hinweise und Informationen sowie Einzelfunde oder sogar ganze Stammreihen von Radau-Familien zukommen lassen könnten, die wir dann archivieren. Vielleicht ist es dann sogar möglich, Ihre Daten mit einigen aus unserem umfangreichen Archiv zu verknüpfen.

Daten zu noch lebenden Personen werden aus Datenschutzgründen natürlich nicht veröffentlicht. Ausserdem möchten wir noch darauf aufmerksam machen, dass wir alle von uns gesammelten Informationen in unserer Freizeit zusammentragen und daher keinerlei kommerziellen Ziele mit unserer Familienforschung verfolgen.

Auch über neue Einträge in unserem Gästebuch würden wir uns sehr freuen. Es bietet noch reichlich Platz! Ausserdem stellt es eine sehr einfache und schnelle Möglichkeit dar, mit uns Kontakt aufzunehmen.

Boris und Christoph Radau

www.Familie-Radau.de


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U N S E R E   E R G E B N I S S E   I M   E I N Z E L N E N 

Sammlung evangelischer Radau
Sammlung katholischer Radau
"Die ältere Familie Radau aus Riga"
"Die jüngere Familie Radau aus Riga"
alle bisher von uns erfassten Radau finden sie in unserem Gesamtindex


R A D A U   -   H E R K U N F T   U N D   V E R B R E I T U N G 

Der Familienname Radau ist ein Herkunftsname, d.h. Zugezogene wurden nach ihrem Herkunftsort benannt.

In Anbetracht der Tatsache, dass gleichlautende Wasserläufe und Ortsnamen in verschiedenen geografischen Räumen Mitteleuropas auftreten, wird die Entstehung dieses Familiennamens - sicher auch sprachlich - an verschiedenen Orten und zu verschiedenen Zeiten unabhängig von einander gewesen sein. Es mag daher überraschen, dass die Namensträger Radau anscheinend nicht sehr verbreitet waren und sind. Noch mehr, dass sie wahrscheinlich größenteils einem gemeinsamen Lebensraum entstammen.

Bei den weiteren Untersuchungen wird von den topografischen Gegebenheiten ausgegangen. Es wird versucht, das erste geschichtliche Auftreten des jeweiligen topografischen Namens festzustellen und seine etymologische Deutung zu geben. Dabei ist bemerkenswert, dass die Radau-Ortsnamen - soweit nachweisbar - seit dem Frühmittelalter urkundlich belegt sind und wahrscheinlich auch unabhängig von einander entstanden sind. Auch die etymologische Wurzel der Radau-Ortsnamen dürfte von Fall zu Fall verschieden sein: in Niedersachsen aus dem Mittelniederdeutschen, in Ostpreußen aus dem Prußischen, im weiteren Osten aus den slawischen Grundformen (polnisch und tschechisch).

Ein flüchtiger Blick in irgendein größeres Ortslexikon zeigt, dass der Name Radau und ähnliche als topografische Namen in ganz verschiedenen Gegenden Deutschlands, aber auch im östlichen Mitteleuropa auftreten. Es lassen sich folgende Landschaften feststellen:

+ Ostpreußen Das bei Braunsberg gelegene Dorf Radau, gilt als Ursprungsort der meisten heute lebenden Familien Radau.

+ Westpreußen Radau bei Rheda, Kreis Neustadt, Regierungsbezirk Danzig; der westpreußische Ort Rohdau im Kreis Rosenberg; der Ort Radau's Höhe in Deutsch-Eylau;

Von dem westpreußischen Fluss Radaune - einem 98 km langen Nebenfluss des Weichselarms Mottlau im Süden von Danzig - leitet sich der Familienname Radauner ab. Er hat mit dem hier behandelten Namen Radau aber wohl nichts zu tun. Der Name Radauner ist im übrigen sehr vielschichtig:

a) Radaune, Berg in Braunschweig
b) die Radaune, Fluss in Westpreußen
c) der Ort Radaun bzw. Radoun in Böhmen

+ Baltikum Zwei voneinander unabhängige Radau-Familien aus Ostpreußen lebten zeitweise in Kurland und Riga. Die Genealogie dieser beiden Familien wurde bereits vollständig erforscht!

+ Schlesien mit dem angrenzenden Galizien und Böhmen: das Dorf Radau in Oberschlesien, Kreis Rosenberg; die Ortsgemeinde Radawa bei Jaroslau in Galizien; das Dorf Radawa bei Mühlhausen im Regierungsbezirk Budweis in Böhmen

+ Bayern In der Nähe von Augsburg stand im Mittelalter ein Schloss Radau mit zugehörigem Gut. Von hier stammen die Radauer.

+ Niedersachsen In Mitteldeutschland ist der Name Radau erst mit Ende des 16. Jahrhunderts ermittelt. (der Bach Radau fließt durch Bad Harzburg; die Rodowe ist ein Zufluss der Jeetze; einige Ansiedlungen in der Nähe von Bad Harzburg, deren Name auf den Bach Radau zurückgehen, z.B. die Radaumühle)

+ Österreich Ein Ortsteil der Gemeinde Sankt Wolfgang im Salzkammergut heisst Radau.

Bezüglich der Radau-Familiennamen dürfte sicher sein, dass diese zumindest aus dem bayerisch-schwäbischen Raum (Radauer) und aus Ostpreußen (Radau) stammen.

Wie alt die ausgestorbenen Adelsfamilien Radau in Ostpreußen und Schlesien gewesen sind, ist nicht geklärt; ebenso das Alter der entsprechenden Ortsnamen in Schlesien und Böhmen.

Im Anschluss an die näheren Untersuchungen zu den Ortsnamen im jeweiligen Raum, werden die aus der Literatur und den Kirchenbüchern ermittelten Namensträger mitgeteilt. Im Zusammenhang mit den Nachforschungen zu dem Namen Radau sind auch Namenabwandlungen wie Radauer (bayerisch), Raudonat (litauisch), Radow u.a. zu berücksichtigen.


V E R B R E I T U N G   D E R   N A M E N S T R Ä G E R   I N   D E N   1 9 5 0 E R   J A H R E N 

Die adligen Träger des Namens Radau im Augsburger Gebiet, in Ostpreußen und in Oberschlesien sind wohl ausgestorben. Von den bürgerlichen Namensträgern dürften noch verschiedene, von einander unabhängige Familien existieren.

Sehen wir von den süddeutschen Radauer ab, so ist Königsberg in Ostpreußen vor dem zweiten Weltkrieg zweifelslos mit 47 Namensträgern der bedeutendste Sammelpunkt der ostpreußischen Radau in ihrem Ursprungsgebiet. In den Jahren 1826-50 wurden hier allein 25 Namensträger getraut, und zwar 11 Männer, 13 Frauen und eine Witwe.

Anhand von Adressbüchern aus den Jahren 1926 bis 1930 lassen sich über die Verbreitung und die Wanderungstendenzen der Namensträger Radau - ohne jetzt schon in die Einzelforschung eindringen zu wollen - interessante Feststellungen machen.

Mit großer Wahrscheinlichkeit haben sich demnach die Radau aus dem Ermländer Ursprungsgebiet längs der Ostseeküste, teilweise bis an die Nordsee, ausgebreitet, wo in den folgenden Hafenstädten der Name nachweisbar war: Stettin (11 mal), Elbing (9 mal), Danzig (6 mal); weiterhin vereinzelt in Stralsund, Kiel, Flensburg, Hamburg und Bremen.

Ein bedeutendes Zentrum wurde mit wachsender Industrialisierung und besonders nach der Reichsgründung im Jahre 1871 Berlin (33 mal), das schon früh eine starke Anziehungskraft auf die östlichen Gebiete Preußens ausübte. Es ist naheliegend, dass von hier Ausstrahlungen, die durch vereinzelte Namenvorkommen in Magdeburg, Leipzig, Dresden belegt sind, gegeben waren und sogar bis nach Breslau gingen.

Im 18. und 19. Jahrhundert bestand andererseits ein beachtliches Wanderungsgefälle aus Ostpreußen über die litauische Landbrücke nach dem zu den damaligen russischen Ostseeprovinzen gehörenden benachbarten Kurland, sowie der Hafen- und Großstadt Riga, der Hauptstadt des Baltikums. Hier gab es im 19. Jahrhundert zwei von einander unabhängige Familien Radau.

Ein weiteres beachtliches Verbreitungsgebiet in Deutschland war das rheinisch-westfälische Industriegebiet mit 10 Namensträgern in Dortmund, weiteren Namenvorkommen in Bochum, Herne, Essen, Münster i. W., Düsseldorf und Köln, sowie den periferen Nachweisen in Hannover, Frankfurt, Mainz und Ludwigshafen.

Da der Bevölkerungssog des Ruhrgebietes auf den deutschen Osten seit dem Aufschwung der Schwerindustrie und des Bergwerkwesens eine bekannte Tatsache ist, wird man mit Recht vermuten dürfen, dass auch die Mehrzahl der hier nachgewiesenen Namensträger aus dem Osten, also letzten Endes aus dem ostpreußischen Ursprungsgebiet stammt.


V E R B R E I T U N G S K A R T E   2 0 0 5 

561 Radau-Vorkommen: Gelb: Einzelvork., Orange: 4 - 5, Rot: 5+ (Stand: 27.5.2005)


V E R B R E I T U N G   1 9 4 2 


V E R B R E I T U N G   I N   F R A N K R E I C H 

Der Nachname Radau kam zwischen 1966 und 1990 in Frankreich insgesamt fünf Mal in drei Départements vor: Allier (1x), Ain (2x), Isère (2x)

Quelle


R A D ( D ) A U 

Aus dem Etymologischen Wörterbuch des Deutschen, dtv, 6. Auflage 2003:
Radau m. (Betonung auf der 2. Silbe!), 'Lärm, Getöse, Krach' (Mitte 19. Jahrhundert), eine von Berlin aus in die Umgangssprache eindringende (in der Studentsprache durch Endbetonung an fremdsprachige Wörter angeglichene) lautnachahmende Bildung. - Radaubruder m. 'Krakeler, Randalierer' (um 1880).

Historisches Schlagwörterbuch, 1906
Radau, ein seit den siebziger Jahren des 19. Jahrhunderts aus der Berliner Straßensprache in die Zeitungen eingegangenes und rasch weiter verbreitetes Scheltwort öffentlichen Lärms. Zu den von Sanders, Ergb. S. 402 ausgeführten Zusammensetzungen und Ableitungen (radauen, Radauer) vergl. namentlich Kluge, Rotwelsch 1, 428, der aus einem in den achtziger Jahren erschienenen Buch als Ausdrücke der Kundensprache verzeichnet: "Radau = Lärm, Geschrei; Radau blasen = Lärm machen; Radaubruder = ein gewohnheitsmäßig Lärmender." Als Schlagwortausdrücke erscheinen außer dem zuletzt genannten vor allem noch ›Radaublättchen‹ in den Grenzboten 1891, 1. Viertelj. S. 281 und ›Radau-Antisemiten‹ bei Bierbaum, Stilpe S. 305, während das Simplex, allmählich eine ziemlich farblose Bezeichnung auch ganz harmloser Unruhe geworden ist.

Ein schönes Beispiel findet sich in dem Berliner Satiremagazin Kladderadatsch.


A N M E R K U N G   Z U R   B E T O N U N G 

Radau (Fluss, Familienname): auf erster Silbe
Radau (Lärm): auf letzter Silbe


L I E B - L I N K S 

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