Adlige Radau-Vorkommen in Schlesien

V O N   S A L L A W A   U N D   R A D A U 

Durch die Jahrhunderte hindurch ist das Dorf Radau im Kreis Rosenberg im Besitz der Familie Sallawa. Im Visitationsprotokoll von 1679 heisst es: „Die Filialkirche im Dorfe Radau, das dem Erben aus dem Geschlechte der adligen Salawa gehört, ist aus Holz zu Ehren des hl. Kreuzes, der hl. Barbara und der hl. Margareta errichtet...“ 1539 ist Jan Salawa und 1567 Kasper Salawa – verheiratet mit Magdalena Nawoj – Besitzer von Radau. 1650 erwirbt es Adam Salawa für 2200 Taler von seinem Vater Johan, dessen Frau eine geb. von Cornberg war.

Die bisher bekannte Stammreihe des Geschlechtes, das zur Wappengemeinschaft Abdank gehörte, beginnt mit Johann Adam von Sallawa und Radau und mit seiner Ehefrau Barbara Agnes von Chociemierski (*2.4.1714, +24.4.1788, Gottesberg in Schlesien). Hier ist der Ortsname Radau offenbar erst spät zum Bestandteil des adligen Familiennamens Sallawa geworden. Ob dies durch Anheirat oder Besitzerwerb geschehen ist, bleibt offen. Ebenfalls ist nicht geklärt wie alt diese Adelsfamilie ist.

Der letzte männliche Namensträger dieses schlesischen Adelsgeschlechtes polnischen Ursprungs - Albert von Sallawa und Radau - stirbt 1853 als Rittergutsbesitzer auf Maczejkowitz und Deputierter des Kreises Beuthen, Oberschlesien. Dessen Schwiegersohn Viktor Lorenz Meyer wurde von Wilhelm I., König von Preußen, in Berlin am 26. Februar 1876 unter dem Namen "Meyer genannt von Sallawa und Radau" in den Adelsstand erhoben (s.u.).


M E Y E R   G E N A N N T   V .   S A L L A W A   U .   R A D A U   ( 1 8 7 6 ) 

Diese evangelische Familie wurde unter dem Namen "Meyer genannt von Sallawa und Radau" in Berlin am 26. Februar 1876 in den preußischen Adelsstand erhoben.

Das Wappen von 1876 lässt sich folgendermaßen beschreiben: Ein in rot, frei schwebender, in Form des Buchstaben "W" dreimal gebrochener goldener Balken bzw. Doppelsparren. Auf dem gekrönten Helm befindet sich mit rot-goldenen Decken die Schildfigur.

Die Familie stammt ursprünglich aus Obernbreith bei Kitzingen am Main in Unterfranken. Im 17. Jahrhundert taucht dort als ihr ältester bekannter Ahn Georg Meyer auf.

Stammreihe:

I. Georg Meyer, Bürger zu Obernbreith in Franken, vor 1626 verheiratet mit Margarethe Götz.
II. Valentin (*18.6.1626, Obernbreith; +22.6.1699), um 1650 Schultheiss oder Gerichtsvorsteher in Obernbreith, heiratet am 26.6.1652 in Obernbreith Anna Flurer (*31.1.1623, +12.6.1699).
III. Peter (*1.3.1668, Obernbreith; +22.6.1699), heiratet 1691 Margarethe Zimmermann (*22.4.1671; wiederverheiratet mit Georg von Berg).
IV. Johann Lorenz (*11.10.1696, Obernbreith; +August 1770, Hamburg), heiratet 1743 in Hamburg Katharina Maria Kern (*11.11.1723, Hamburg; +20.2.1803, Hamburg).
V. Friedrich Johann Lorenz (*22.1.1760, Hamburg; +20.2.1803, Hamburg), Dr. jur., Domherr und Präses des Hamburger Domkapitels; heiratet am 12.4.1785 in Göttingen Sofie Friederike Amalie Böhmer (*16.7.1766, Göttingen; +31.1.1840, Hamburg).
VI. Hermann Theodor (*16.6.1803, Hamburg; +13.4.1879, Berlin), Königl. Bayer. und der Hansestädte Konsul zu Berlin; heiratet am 2.8.1813 in Berlin Mathilde Filippine Auguste Becker (*28.8.1833, Berlin; +18.11.1857, Berlin).
VII. Viktor Lorenz Meyer genannt von Sallawa und Radau (*14.6.1836, Hamburg), Hauptmann und Kompaniechef im 4. Brandenburgischen Infanterie-Regiment Nr. 24; zuletzt Oberstleutnant im Westfälischen Füsilier-Regiment Nr. 37; heiratet am 10.11.1874 in Gnadenfrei (Kreis Reichenbach, Schlesien) Hedwig von Sallawa und Radau (*17.2.1847, Maczejkowitz), Tochter des letzten männlichen Sprosses des schlesischen Adelsgeschlechtes polnischen Ursprungs "von Sallawa und Radau" Albert, der 1853 als Rittergutsbesitzer auf Maczejkowitz und Deputierter des Kreises Beuthen in Oberschlesien stirbt. Dessen Schwiegersohn Viktor Lorenz Meyer wurde dann von Wilhelm I., König von Preußen, in Berlin am 26. Februar 1876 unter dem Namen "Meyer genannt von Sallawa und Radau" in den Adelsstand erhoben.
Töchternachkommen:
1. Helene Gertrud Ina Viktoria (*10.10.1875, Havelberg)
2. Martina Hedwig Irmgard (*10.11.1876, Havelberg)
3. Metilta Lilly Emma (*26.6.1878, Havelberg)
4. Wera Erika Alice (*25.4.1889, Niederlößnitz bei Rößschenbroda)


M E Y E R   ( 1 8 5 2 ) 

Parmesischer Adelsstand durch Verleihung des Kommandeurkreuzes des St. Ludwigs Ordens 1852 für Georg Friedrich Meyer aus Hamburg, Kaufmann, Königlich neapol. Generalkonsul und Herzöglichen parmesischen Resdidenten in Bordeaux.

Das Kommandeurskreuz ist gewöhnlich die 2. Klasse ("Komtur") eines Ordens. Der mit der Verleihung eines Ordens verbundene Adelsstand ("Vorrang") ist im Allgemeinen ein persönlicher Adelsstand und nicht erblich.

Das Wappen von 1852 ist ein in Schwarz entwurzelter Lindenbaum. Auf dem Helm mit rot-grünen Decken ein wachs. rot gekleideter Mann, der eine Sense schultert.


 

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