Topografische Vorkommen in Niedersachsen

Das Wappen von Niedersachsen

Die ältesten topografischen Nachweise des Namens Radau beziehen sich in diesem Raum auf verschiedene gleichnamige Wasserläufe.

Der Familienname Radau in Niedersachsen ist erst spät (Ende des 16. Jahrhunderts) nachweisbar.

Bekannt sind zum einen der Bach Radau im Braunschweigischen, der durch Bad Harzburg (Kreis Wolfenbüttel) fließt, der früher die Grenze zwischen dem Halberstädter Diakonaten Westerode (wüst bei Hornberg) und Osterwieck bildete. Ausserdem die Rodowe, die ein Zufluss der Jeetze ist. Der Name könnte ein schnell fließendes Wasser kennzeichnen. Er kann aus dem mitteldeutschen "rat" (althochdeutsch hrat = schnell) und "owa" (althochdeutsch ouwa = Wasser) entstanden sein. Beide Wasserläufe sind schon seit dem Anfang des 14. Jahrhunderts urkundlich belegt. Denn im Jahre 1308 gestattet der Probst Johann von Wöltingerode dreien seiner Bauern die Annahme von Land "Juxta aquam qua Rodowe dicitur" zu Erbzins von den Rittern des Deutschen Ordens zu Goslar. 1325 tauschen die Deutschordensritter zu Langeln "ere holt uppe der Radowe" an die Grafen von Werningerode gegen das "Ludolfingeholt" am Saßberge bei Beckenstadt. Ausserdem gibt es noch die Radau, die aus dem Radbruch in der Lüneburger Heide entspringt. Hier scheint die Ableitung von rot = Sumpf, Moor sinnvoller zu sein.


Eisenbahnüberführung über die Radau

Zudem gibt es in der Nähe von Bad Harzburg eine Anzahl von Ansiedlungen, deren Namen wohl allesamt auf den erstgenannten Bach zurückgehen. Es gehört dazu als wohl älteste Niederlassung die Radaumühle bei Bettingerode, die im 16. Jahrhundert Amtsmühle war. Es wäre interessant, genauere Angaben über das Alter dieser Mühle zu erfahren. Da die Familiennamen wohl selten von Wasserläufen entlehnt wurden, Siedlungen des Namens Radau in diesem Raum erst verhältnismäßig spät nachweisbar sind, ist es wenig wahrscheinlich, dass der Familienname hier entstanden ist. Erst im 19. Jahrhundert entstanden die Siedlungen Gut Radau, Radauanger und Radauwasserfall.

Etymologisch interessant sind die älteren Schreibweisen des Radauberges. Im Jahre 1578 wird er Radawenbergk genannt. 1666: "Der Radauer Bergk hebt an von dem Tiefenbeck bis an die Beerste", unter Westerode - 1578 und ebenso 1666: "Über der Radaune am Berge, der Radaune Bergk genannt" von der vorbeifließenden Radau.


V O R K O M M E N   A U S   H E U T I G E R   Z E I T ? 

Ob noch Namensträger aus diesem Raum leben, ist unbekannt. Wenn Sie Hinweise haben, dann melden Sie sich bitte.


D E R   L E T Z T E   M Ü L L E R   D E R   R A D A U - M Ü H L E 

Diese sehr aufschlusseiche E-Mail erreichte uns über unser Gästebuch am 8. April 2005:

Sehr geehrter Herr Radau,

ich habe Ihre interessante Seite über Ihre Ahnenforschung gelesen. Ich bin
auf der "Radaumühle" bei Bettingerode aufgewachsen. Mein Vater war der
letzte Müllermeister dieser Mühle (bis 1966). Leider habe ich nur einige
wenige Informationen über die Mühle. Mein Vater hat die Mühle nach dem
2. Weltkrieg (er stammte ursprünglich aus Königsberg/Preußen) wieder
instandgesetzt und ca. 1948 wieder in Betrieb genommen und 1966 aufgegeben.

Ich kann mich an folgendes erinnern: die Mühle soll schon während des
30-jährigen Krieges erwähnt worden sein. Sie ist im 19. Jahrhundert
(vermutlich aufgrund eines Brandes) neu aufgebaut worden. In der Mühle hing
im Erdgeschoss eine Gusstafel mit Informationen darüber. Möglicherweise
existiert die Tafel noch.

Die Mühle wird heute als Wohnhaus genutzt. Weitere Informationen sind
möglicherweise über den Heimatforscher der Stadt Bad Harzburg oder das Niedersächsische Landesarchiv in Wolfenbüttel zu bekommen.

Viele Grüße
Uwe S.

(Name und E-Mail-Adresse sind uns bekannt)


W E B L I N K S 

Waldgaststätte am Radau Wasserfall


 

Gästebuch    Impressum    Haftungsausschluss & Quellen