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Philipps
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Im Herbst 2002 bekam ich von einem Nachbarn einige H0e Fahrzeuge geschenkt.
Ziemlich schnell war der Entschluß gefasst, eine kleine Anlage daraus zu bauen.
Ich machte einige Gleispläne, bis ich eine wirklich gute Idee bekam. Nicht das übliche,
einfallslose Gleisoval oder eine Anlage wo man bloß Rangieren kann, sondern eine Strecke,
die sich selbst überbrückt, wie eine Acht mit nach innen geschlungenem zweitem Kreis.
Damit das noch interessanter wurde, kam nicht nur ein zweigleisiger Bahnhof mit einem
Abstellgleis auf die Anlage, sondern auch noch ein Anschlussgleis für ein Bergwerk und
ein zweigleisiger Schattenbahnhof. Nachdem alles geplant war, baute ich mit meinem Vater los.
Zuerst wurde der Gleisplan in Originalmaßen gezeichnet. Danach wurde er mit einem Rädel
auf die Grundplatte übertragen. Nach diesen Maßen wurde auch später gesägt. Die Grundplatte
mit den Maßen 1,20 x 0,90m wurde auf einen Holzrahmen geschraubt. Dann wurde die Trasse
sowie ein Teil, wo später ein Tal entstehen sollte ausgesägt. Die Trasse wurde mit Hilfe
von Holzstücken so festgeschraubt, dass die gewünschten Steigungen entstanden.
Als die Trasse fertig war, wurden die Gleise verlegt und einige Probefahrten gemacht,
ob es auch gut fährt, denn was nützt die schönste Modellbahn, wenn sie nicht funktioniert.
Für den Berg unter dem später der Schattenbahnhof verschwinden sollte, wurde aus Latten ein
Grundgerüst gebaut. Die Landschaft wurde, wo Erhebungen auf der Grundplatte entstehen sollten,
mit Styroporblöcken vorgeformt. An den Stellen, wo die Landschaft nicht direkt auf der
Grundplatte errichtet werden konnte, wurde sie mit Fliegengitter geformt. Auf die vorgeformte
Landschaft wurde nun die endgültige Landschaft gegipst. Für die Felsen wurden Gußformen verwendet.
Es ist jedoch kein Stück so wie es aus der Form kam eingebaut worden, sondern damit
die Felsen nicht so wirken als passen sie garnicht dort hin wo sie eingebaut wurden,
wurde jedes Stück Felsen zerbrochen. In einen Felsen arbeitete ich mit dem Stechbeitel
sogar noch ein Loch rein, dass mit schwarzer Pappe hinterklebt eine Höhle darstellt.
In dem vorderem Teil der Anlage, wo später ein kleines Dorf hin sollte wurde nicht etwa
alles ganz Flach gelassen, denn ich wollte auf keinen Fall ein komplett flaches Dorf
wie es auf den meisten Modellbahnanlagen zu sehen ist, sondern ein richtig unebenes Dorf,
wie es auch in Echt ist. Das einzige was Flach geblieben ist, ist der zweigleisige Bahnhof
und das Gelände des Bergwerk. Ein größeres Problem ergab sich mit der Straße, die in das Dorf
und zum Bergwerk führen muss. Das Problem wurde mit zwei Bahnübergängen gelöst. Ein Bahnübergang
ist am Rand der Anlage, wo die Straße herkommt, und der andere der nur als Zufahrt zum Bergwerk
dient ist ca.20cm weiter innen am innerem Teil der Strecke. Beiden Bahnübergänge sind auf
unterschiedlichen Höhen, da der innere Teil der Strecke als Gleiswendel dienen muss um genügend
Höhe zum überbrücken der Strecke zu bekommen.
Sobald der Gips durchgetrocknet war,
wurde die Anlage grundiert. Die Farbe wurde so gewählt, dass sie als Felsenfarbe sichtbar
bleiben konnte. Die Felsen wurden danach noch Lasiert. Dazu wurde eine etwas dunklere auch zu den
Felsen passende genommen und über die Felsen gemalt. Dann wurde die Farbe mit einem
Schwamm wieder abgewischt, so das nur in den Spalten die dunklere Farbe übrigblieb. Die Tunnelportale
und der Bachdurchlass wurden aus Polystyrolplatten von Hecki gebaut, alle Stützmauern entstanden aus
dem selben Material. Für den Straßenbelag fand eine Kopfsteinpflasterimitation von Vero verwendung.
Als die Straßen fertig waren, wurden die Gebäude aufgeklebt. Dem Bahnhofsgebäude, dass aus
einem alten Vero Bausatz umgebaut wurde, fehlte noch ein Güterschuppen. Ich fand als Lösung einen alten,
gedeckten Güterwagen der Bauart G10 in der Bastelkiste. Sein Fahrwerk wurde durch einen Steinsockel ersetzt.
Nun wurde überall, wo Wiesen hinkommen sollten ein Gemisch aus Kleister und grüner Abtönfarbe a
ufgetragen und mit Hilfe einer Plastikflasche,in deren Deckel zuvor ein ca 8mm großes Loch gebort wurde,
das Beflockungsmaterial aufgetragen.
An dem Bach pflanzte ich ein wenig Schilf. Dafür wurden
mit der Kleinbohrmaschine einige Löscher in das Bachbett gebohrt. Das Bachbett wurde schon beim
Gipsen geformt. Ein alter Borstenpinsel mit hellen Borsten musste für das Schilf einige
Borsten lassen. Es wurde immer ein kleines Büschel von den Borsten gepackt, abgeschnitten und
in eines der Löcher geklebt. Die Stellen, an denen Kies ins Bachbett sollte, wurden mit Kleber
bestrichen und der Kies eingestreut. Das Wasser selbst ist ein Granulat von Woodland. Es wurde
in eine alte Blechdose gegeben und erhitzt. Damit es nicht braun wurde, durfte es nicht zu heiß werden.
Wenn das Granulat flüssig war, wurde es in das Bachbett gegossen. Beim ersten mal misslang
das Wasser und wurde gelb. Erst beim zweitem Versuch konnte das Wasser überzeugen.
Die Gleise habe ich mit Steinschotter eingeschottert, der Schotter wurde mit dem Pinsel
verteilt und anschließend mit einer Blumenspritze angefeuchtet. Das Kleben des Schotter
erfolgte mit verdünntem Weißleim. Das Material, das nicht haftete wurde einfach abgesaugt.
Die Räume zwischen den Straßen und Häuser wurden mit Kleber bestrichen und mit Basaltstaub bestreut.
Der Lagerplatz am Bergwerk, der Feldweg und der Zwischenraum zwischen den Bahnhofsgleisen wurden
mit brauner Farbe gestrichen und mit braunem Quarzsand bestreut. Als letztes wurden noch Bäume
und Sträucher gepflanzt, ein Acker aufgeklept, selbstbemalte Preiserlein plaziert und der
Lagerplatz am Bergwerk eingerichtet. Dazu wurde Grubenholz gelagert und ein kleiner Kohleberg gemacht.
Er entstand aus Styropor und wurde mit echter Kohle bestreut. Die Gleise sind von Tillig,
die Weichenantriebe von Hoffman/Halle. Gesteuert wird die Anlage mit einem selbstgebautem
Gleisbildstellpult und einem Fleischmanntrafo.
Die Anlage spielt irgendwo im Mittelgebirge.
Der Dorfname Philippsdorf ist reine Phantasie. Das ganze kann man zwar auch ohne den Schattenbahnhof bauen,
doch ohne ihn wäre es viel langweiliger mit der Anlage zu fahren. Wenn man will, ist der Gleisplan
auch in Spur N anstatt in H0e zu machen.
Philipp Maus