Der Planet Merkur
Klein, heiß und kraterübersät
Wegen seiner großen Sonnennähe ist Merkur von der Erde aus sehr schwer zu beobachten; bis zur Mariner-10-Mission der NASA war daher auch von Merkur wenig bekannt. Das linke Bild stammt von dieser Mission. Es zeigt einen Planeten, der unserem Mond sehr ähnlich zu sein scheint: Merkur ist nur etwas größer als der Erdmond und ebenso kraterübersät.
Planetendaten
Planetenmasse:
3,302 * 1023 kg (5,53 %)
Planetendurchmesser:
4880 km (38,3 %)
Dichte:
5,427 g cm-3 (98,3 %)
Fallbeschleunigung:
3.70 m s-2 (37,8 %)
Entweichgeschwindigkeit:
4.3 km s-1 (38,4 %)
Rotationsperiode
(Dauer des Merkurtages:
1407,6 Std
= 58,65 Erdtage
Oberflächentemperatur (stark schwankend):
~ 440 K
(in Klammern: Prozent des entsprechenden Erdtwertes)
Bis Anfang des 20. Jahrhunderts gab die Merkurbahn den Astronomen einige Rätsel auf: Die beobachtete Bahn verlief anders, als es die Gesetze der klassischen Physik voraussagten. Teilweise wurde deshalb vermutet, daß sich zwischen Merkur und Sonne noch ein weiterer Planet befinden müsse, der die Merkurbahn stört. Diesem Planeten hatte man auch schon einen Namen gegeben, der uns auch heute noch geläufig ist: Vulkan (Live long and prosper). Tatsächlich befindet sich zwischen Merkur und Sonne kein weiterer Planet. Die Abweichung der tatsächlichen Merkurbahn von der nach den Gesetzen der Newtonschen Physik vorhergesagten Bahn hat die Relativitätstheorie geklärt.
Die Umlaufbahn von Merkur
Große Halbachse:
69,8 Mio km
Kleine Halbachse:
46,0 Mio km
Bahnexzentrizität:
0,2056
Siderisches Merkurjahr:
87,969 Erdtage
Tropisches Merkurjahr:
87,968 Erdtage
Der Planetenkörper von Merkur hat mit 5,43 cm-3 in etwa die gleiche Dichte wie der Erdkörper. Auch wenn Merkur äußerlich unserem Mond ähnelt, müßte er von seinem inneren Aufbau her eher den anderen inneren Planeten Venus, Erde und Mars ähneln als dem Mond.
Merkur besitzt nur einen Bruchteil der Erdmasse und hat daher im Vergleich zur Erde nur eine sehr geringe Anziehungskraft - zu gering um eine nennenswerte Atmosphäre zu halten. Hinzu kommt, daß sich Gase bei Temperaturen von über 400°C, wie sie auf der Sonnenseite herrschen, sehr stark ausdehnen - auch deshalb würde sich eine Merkuratmosphäre schnell in den Weltraum verflüchtigen. man findet auf Merkur nur Spuren von Sauerstoff, Wasserstoff und Natrium sowie möglicherweise von anderen Gasen, aus denen die Atmosphäre der Ur-Erde bestand.
Das Fehlen einer erwähnenswerten Atmosphäre erklärt auch die große Anzahl von Kratern: Wo es keine Atmosphäre gibt, da gibt es auch keine Erosion. Während es auf der dreimal so großen Erde in den vergangenen vier Milliarden Jahren sicherlich mehr Einschläge gegeben hat als auf Merkur oder auf dem Mond, sind die meisten Krater auf der Erde durch Wind und Wetter im Lauf der Jahrmillionen und Jahrmilliarden eingeebnet worden.
Zusammensetzung der Atmosphäre
42% Sauerstoff (O2), 29% Natrium (Na), 22% Wasserstoff (H2), 6% Helium (He), 0.5% Kalium (K).
Möglicherweise Spuren von Argon (Ar), Kohlendioxyd (CO2), Wasser (H2O), Stickstoff (N2), Xenon (Xe), Krypton (Kr), Neon (Ne)
Zuletzt aktualisiert am 06.07.2000 von Jens Selk - © Jens Selk 2000