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Feedback von Lesern zum Buch: "Er war ein Mann Gottes"

 Liebe Cora,

zuerst vertrautest Du Dich Deiner besten Freundin an. Ihr wart Kinder, dann sehr junge Jugendliche. Alleinmit einem Geheimnis, das viel zu groß für euch war.

Deinen Eltern, Deiner Familie, wagtest Du nichts zu sagen. Er war ja ein Mann Gottes.

Dann vertrautest Du Dich einem anderen Kaplan an, der heute einer der mächtigsten Gottesmänner an der Seite des Papstes in Rom ist. Er versprach Hilfe. Gesprochen hat danach niemand mehr mit Dir über das, was Du ihm anvertraut hattest. Der Missbrauch hörte nicht auf.

Danach vertrautest Du Dich einem psychologischen Therapeuten an. Er gab Dir Tonbandaufnahmen mit, auf denen er jedes Deiner Organe, Deiner Gliedmaßen und Kopfhaare zum Wohlverhalten aufforderte.

Mit seiner Hilfe schriebst Du dem Täter. Du wolltest, dass er zu seiner Tat stünde, zu seinem Missbrauch an Deiner Seele, Deinem Körper, zu seinem Verrat an Dir. Er stand zu nichts. Deine Wahrheit, antwortete er, sei eine andere als seine.

Lange schwiegst Du.

Dann lerntest Du einen anderen geweihten Mann Gottes näher kennen, den Du als Jugendliche bereits als Kaplan erlebt hattest. Damals war er ein lustiger Bursche mit einem Faible für schnelle Autos gewesen. Nun war er zum mehrfachen Kinderschänder  geworden, der sich in das Vertrauen einer allein erziehenden Mutter geschlichen hatte.  Du last von seiner Inhaftierung in der Zeitung und dass er eine mehrjährige Haftstrafe antreten müsse.

Du begannst, ihm zu schreiben, weil Du hofftest, durch ihn zu verstehen, was in einem Mann Gottes vorgeht, der Kinder sexuell missbraucht. Du wolltest durch ihn eine Antwort auf die Fragen, die der Täter, der Dich missbraucht hat, Dir nicht geben wollte.

Diese Antwort erhieltest Du auch jetzt nicht.

Die Enttäuschung verschloss Dir abermals die Lippen.

Bis Du krank wurdest und zu Tage trat, dass Deine Erfahrungen als Missbrauchsopfer die tiefere Ursache Deiner Erkrankung war.

Jetzt war es  nur mehr ein letzter Akt der Selbstüberwindung zu erkennen, dass die Last auf Deiner Seele, die Dich niederdrückte, nicht mehr verschwiegen bleiben konnte. Von dieser Erkenntnis bis zu einem Anruf bei mir, einer Dir damals lediglich von meinen Büchern und vom Hörensagen bekannten Person, war es bloß ein kurzer Gedankensprung.

Welch‘ sonderbarer Zufall, dass ich just zu diesem Zeitpunkt damit beschäftigt war, meine Recherchen über sexuellen Kindesmissbrauch durch katholische Geistliche zu vervollständigen, weil ich ein biographisches Buch darüber schreiben wollte.

Zufall oder Bestimmung, - wir machten dieses Buch zusammen. 

Und mit jedem Wort legtest Du die Wunden Deiner Seele ein wenig mehr offen, kamst Du Dir selbst näher und konntest Dich am Ende zum ersten Mal, seit Du zum sexuellen Missbrauchsopfer wurdest, wieder annehmen und mögen.

Mit der Buch-Veröffentlichung Deiner Erfahrung bautest Du für Dich als Cora O. diese Internetpräsenz auf. Zu einer Geschichte, sagtest Du, gehört eine Person, mit der man direkt Kontakt aufnehmen kann.

Mit der ersten Fernsehreportage und dem ersten Zeitungsbericht wurde Deine Internetpräsenz noch etwas präsenter.

Der schönste und wichtigste Outing-Schritt erfolgte vor dem Hintergrund meiner SWR-Sendung „Leute heute“, in der ich auch über Deine Erfahrung als Missbrauchsopfer eines Gottesmannes und unser Buch sprach. Jetzt plötzlich wagtest Du nämlich erstmals, Dich Deinen Eltern anzuvertrauen und wurdest so liebevoll von ihnen angenommen, dass es Dich überglücklich machte und Du das Gefühl hattest, sie neu für Dich gewonnen zu haben.

Du fingst an, Dich mit anderen Missbrauchsopfern katholischer Geistlicher auszutauschen und Netzwerke zu bilden.

Du schicktest bestimmten Gottesmännern unser Buch und Briefe und fragtest sie um Rat und Hilfe.

Aber noch war Deine Angst zu groß, so dass Du nicht wagtest, aus der Anonymität  heraus zu treten.

Erst der aktuelle Kindesmissbrauchsskandal, der landauf, landab zu Tage tritt, gab Dir den nächsten Schub. In einem Zeitungsbericht auf der Regionalseite Deines Lebensmittepunktes und Missbrauchsortes Oberkirch in der badischen Ortenau gabst Du bekannt, dass Oberkirch Tatort und Wohnort zugleich ist.

Ich freue mich über Deinen wachsenden Mut, Deine Entschlossenheit und die Kraft, die Du inmitten der Angst aktivierst, um Dich endlich aus dem Bann zu befreien, den der Missbrauch über Dich gelegt hat.

Dein nächster Schritt ist bereits getan, nämlich die Benennung des Täters bei der Kirchen-Hotline.

Ich bin stolz auf Dich.

Deine Karin Jäckel

 

 

Meine liebe Cora, 

jetzt habe ich das Buch fertig gelesen und bin sehr beeindruckt. Es ist alles sehr deutlich rüber gekommen. Es hat mich unheimlich berührt auch wenn ich ja alles von dir wusste. Es berührt mich ganz schön und lässt mich aus der Ferne ganz nah bei dir sein. Es ist heftig noch mal alles so intensiv zu erleben, aber es lässt mich noch mehr verstehen was geschehen ist, als ich es bisher konnte. Bis bald meine Freundin wir müssen bald einen Abend zum Quatschen finden.

(Meine beste Freundin Franziska aus der Toskana)

 

 

Möge unsere gemeinsame Fernsehsendung etwas bewegen. Herzliche Grüße Norbert Denef

 

 

Liebe Cora,

vorletztes Wochenende habe ich Dein Buch in einem Zug gelesen. Es hat mich ziemlich mitgenommen, aber ich finde es sehr gut. Ich finde gut, dass nicht nur geschildert wird was passiert ist, sondern auch sehr deutlich Deine Gefühle und Gedanken und die Verwirrung, die es als Kind und Jugendliche in Dir ausgelöst hat. Besonders schlimm finde ich, dass Frederic Dir von Anfang an die Verantwortung für seine Handlungen zuschiebt, obwohl Du Dich gegen seine Übergriffe wehrst und eigentlich Verständnis und Freundschaft bei ihm suchst. Obwohl Du jetzt alles durchschaust, kann ich mir vorstellen wie schwer es ist, mit all den irritierenden Gefühlen umzugehen und sie zu ertragen. Es wird auch deutlich, dass alles nur möglich war durch Komplizenschaft (Pfarrer Punktum) und durch eine Atmosphäre des Verschweigens (das was man nicht ausspricht, existiert auch nicht).

Ich finde es bewundernswert wie Du es geschafft hast all diese schrecklichen Erinnerungen auszuhalten, Dich in Deinem Beruf einzusetzen und gleichzeitig noch so lange und intensiv an diesem Buch zu arbeiten.

U.

 

 

Liebe Cora,

Deine Mutter macht sich die größten Vorwürfe, dass keiner etwas bemerkt hat, weder sie noch dein Vater. Ich habe meine Rachegedanken von mir gegeben. Auch darüber, ob man den Mann noch belangen könnte haben Deine Eltern diskutiert. Jetzt fällt mir ein, dass wir auch über Deine Krankheit gesprochen haben und auch dies Folgen davon sind und Dein ganzes Leben dadurch in andere Richtungen gelaufen ist.

(Eine Freundin meiner Mutter)

 

 

Liebe Cora,
heute fanden Dreharbeiten zu einem Beitrag über unser Buch "Er war ein Mann Gottes" bei mir zu Hause mit dem Regie-Team des Fernsehsenders Norddeutscher Rundfunk statt. Das Ergebnis wird schon bald im "NDR Journal" zu sehen sein.
Die Dreharbeiten dauerten fast vier Stunden lang. Schade, dass am Ende nur wenige Minuten davon gesendet werden können. Gleichzeitig aber schön, dass unser Anliegen gegen sexuellen Kindesmissbrauch durch "Männer Gottes" durch diese Sendung und die Vorstellung unseres Buches aufgegriffen und unterstützt werden wird. Die Medien als Verbündete sind ein starker Partner, mit deren Hilfe Information und Aufklärung verbreitet werden können, um Kindern zu helfen, etwas sicherer aufzuwachsen und Opfern zu zeigen, dass sie nicht allein und hilflos sind.
Dieser Erfolg ist Deinem Mut zu verdanken, mit Deiner Geschichte an die Öffentlichkeit zu treten. Deine Karin Jäckel

(Autorin) 

 

 

 

Liebe Cora,

am vergangenen Mittwoch habe ich das Buch bestellt, am Donnerstag war es schon da und gestern war ich damit durch. Also ehrlich, ich bin derart erschüttert darüber, was Dir widerfahren ist. Ich kann mich derzeit nicht beruhigen und denke und grüble ständig darüber nach. Ich habe das Buch sehr schnell gelesen und werde es jetzt nochmals mit mehr Abstand lesen und mir einige Stellen markieren, über die ich vielleicht mit Dir telefonieren werde. Eine Stelle hat mich beruhigt, in der steht, dass Du Deinen Eltern verziehen hast. Der Schriftstellerin Karin Jäckel muss ich ein Kompliment machen. Sie hat Dich richtig verstanden und wunderbar geschrieben. Ich werde mir auch ihre anderen Bücher besorgen.

(Freundin meiner Mutter)  

 

Hallo Cora,

ich hoffe Dir geht es gut!
Ich habe Dein Buch letzte Woche im Urlaub gelesen. Finde gut, wie offen Du bzw. die Autorin über Dich berichten.
Da wir ja bekanntlich 3 Kinder haben, habe ich es vor allem aus der "Eltern-Perspektive" gelesen. Dabei hat es mir einige Denkanstöße gegeben, was man bei der Erziehung beachten sollte.
Manchmal hat es mich auch an meine eigene Jugend erinnert. Ich wurde zwar nicht sexuell missbraucht und auch sonst nicht geschädigt, aber mein großes Vertrauen in einen Pastoralreferenten wurde völlig zerstört, als sich später herausstelle, was für Betrügereien er die ganze Zeit nebenher betrieben hat. Viele Menschen wurden dabei (und werden wohl) finanziell stark geschädigt. Erst als vor ihm offiziell im Amtsblatt der Erzdiözese xxxx gewarnt wurde, habe ich das erkannt. Er saß dafür zwei Jahre im Gefängnis, aber wenn ich heute nach seinem Namen im Internet suche, und sehe was er alles treibt, glaube ich, er ist noch genau so wie früher.
Also noch mal: Ein gelungenes und wichtiges Buch!
Hast Du schon weiteres Feedback bekommen?

(Leserzuschrift R.)

 

 

Liebe Cora,

Es ist schon ein paar Wochen her, dass ich das Buch gelesen habe.
Ich finde es sehr gelungen. Mal vom Technischen: Es ist spannend zu
lesen, wirklich gut gemacht. Auch wenn ich mich am Anfang etwas
gewundert habe, dass so viel Biografie drin ist, bis es wirklich zum
eigentlichen Thema kommt. Aber das ist durchaus richtig so. Ich fand es
gut, dass ihr das so gemacht habt, damit klar wird, warum es zu solchen
ungeheuren Vorfällen kommen kann.

Ich persönlich hätte durchaus auch in so eine Geschichte hineingeraten
können, wenn ich die falschen Leute getroffen hätte. Es ist einfach
Glück, dass das nicht passiert ist. Ich hatte mal als Jugendliche eine
Begegnung mit einem Kaplan, da haben bei mir alle Alarmglocken
geschrillt. Es war im Rahmen eines Glaubensgespräches, dass ich fühlte,
dass mehr im Spiel war als pastorale Zuneigung. Im Prinzip war da auch
nichts Falsches dran, aber es hätte ein Problem werden können, wenn er
nicht kurz nach unserem Termin zum Weiterstudieren und Promovieren nach
Rom gegangen wäre. Für mich war das damals der letzte Anstoß, aus der
Kirche auszutreten, weil ich spürte, dass er wirklich litt, und dass ihm
"die Kirche" das antat aus unerfindlichen Gründen. Aber es hatte auch
andere Gründe, dass ich auf Distanz ging für lange Zeit.

Dass das Problem aktuell ist, zeigte sich kurz nach dem Lesen, als der
Kindesmissbrauchsfall aus dem Bistum Regensburg und die absolut
unverständliche Reaktion des Bischofs durch die Presse ging.
Ein Buch wie deines kann auch sensibilisieren für Vorgänge. Auch in dem
Fall war Alkohol im Spiel.
Ich kann es nicht ganz nachvollziehen, dass es offensichtlich die
Eltern hingenommen haben und nicht genauer hingeschaut haben, als Drogen
im Spiel waren.

Ich bewundere deinen Mut und die Zielstrebigkeit, das Projekt mit dem
Buch durchzuziehen. Es wird wichtige Arbeit geleistet. Ich hoffe, dass
auch Betroffene zum Buch finden und damit Hilfe finden. Es kann für die
Probleme und Vorgänge vor Ort sensibilisieren. Gerade bei dem aktuellen
Fall aus dem Bistum Regensburg dachte ich sofort an dein Buch, dass es
eventuell auf die verdächtigen Umstände in der dortigen Pfarrei eher
aufmerksam gemacht hätte. Gerade wenn Alkohol im Spiel ist, würde ich
als Mutter und Mitarbeiterin schon mal versuchen, genauer hinzusehen,
was abläuft.

Auf der anderen Seite zeigt sich auch, dass man Kindern Geborgenheit und
Liebe zu Hause schenken muss, damit sie nicht in solche Fallen geraten,
wo sie vermeintlich ihre Sehnsucht erfüllt bekommen. Zuerst habe ich
nicht verstanden, warum du so ausführlich auf deine frühkindliche
Biografie eingehst. Aber im Verlauf des Buches fand ich es dann logisch.

(Leserzuschrift M.)

 

 

Hallo Cora

Ich habe dein buch durch Zufall entdeckt als ich mit meiner Tochter am Bahnhof noch Zeit hatte und sie unbedingt in den Buchladen wollte ... ich habe es innerhalb 2 Tage durchgelesen.
Es tut mir sehr leid, was geschehen ist.... Ich wünsche dir auf alle Fälle alles Gute für die Zukunft und ich finde es sehr mutig dass du das Buch veröffentlicht hast!!
liebe Grüße und einen schönen Abend!

(Lesezuschrift - unbekannt)

 

 

Also, ich habe Dein Buch auch gelesen, Cora, schon im September im Urlaub. Erst einmal muss ich Dir sagen, dass ich das ganz schön mutig finde, mit seiner Missbrauchsgeschichte an die Öffentlichkeit zu gehen, Hut ab!

S.

 

 

Hallo Cora,

ich habe mir gestern die Radiosendung mit Karin Jäckel angehört. Ich finde gut, dass Du es nun Deinen Eltern gesagt hast! Wenn es stimmt, was sie gesagt hat, dann war es gar nicht so schlimm, oder?
Liebe Grüße

(Zuschrift R.)

 

 

Liebe Cora,  

ich habe Dein Buch nun zu Ende gelesen und es hat mich echt geschockt. Natürlich nicht das Buch, das ist sehr gut zu lesen und gut geschrieben. sondern das, was Dir angetan wurde. Gefreut hat mich, dass Du wohl anscheinend Deine Eltern informiert hast. Ich habe die Sendung im Radio gehört und darin erfahren, Du hast Deinen Eltern mittlerweile gesagt, was passiert ist. Ich wünsche Dir viel Kraft und Durchhaltevermögen.

(Danke)

 

 

Liebe Cora, 

Ich freue mich so, dass du mir trotz deiner Erkältung so schnell zurück geschrieben hast.
Es gibt so viel, dass ich dich noch fragen möchte ... und da du mir jetzt so schnell zurück geschrieben hast, hatte ich noch gar keine Zeit meine Fragen irgendwie zu sammeln. Ich lese dein Buch jetzt das 2. mal von vorne. Zwischenzeitlich hab ich immer nur Teile daraus gelesen, nur ein paar Seiten reichten und ich war wieder ganz real in der Geschichte mit dabei. Jetzt da ich wieder von vorne zu lesen begonnen habe, fasziniert mich vor allem auch, wie ausführlich du deine ganze Geschichte schon vor dem Missbrauch erzählen kannst. Ich könnte das nicht!
Ich habe dort auch gelesen, dass du mit deinen Eltern auch darüber gesprochen hast. Das war sicher nicht leicht für dich aber ich finde es trotzdem ganz, ganz toll. Durch das Buch warst du viell. selbst auch gestärkt, dass du leichter Worte dafür finden konntest. Ich will dir nicht absichtlich Löcher in den Bauch fragen, aber um so mehr ich mit dem Buch beschäftige, desto mehr Fragen werfen sich auf. Es tut so gut, einfach alles nieder zu schreiben, was so in meinem Kopf herumgeistert und zu wissen, dass es auch jemand lesen wird den es (hoffentlich) interessiert.

(Zuschrift einer Leserin: J.)