Willkommen in Fuerteventura
Dieses Skelett aus Erde, felsige Eingeweide
die aus der Tiefe des Meeres emporstiegen,
Vulkanruinen;
Dieses rötliche, vom Durst gepeinigte Gerippe!
Und doch, welche Schönheit! Ja, Schönheit!
Sichtbar für den, der das innere Geheimnis
der Form zu suchen versteht ...."
Miguel de Unamuno

Die Insel des ewigen Sommers

Ein „starkes Stück Abenteuer“ – Fuerte Ventura – war die Eroberung der Insel für die erste europäischen Siedler, die im 15. Jh. aus der Normandie kamen und sich gegen die streitbaren Ureinwohner durchzusetzen wussten. Dies ist zumindest eine Erklärung für den Namen der Insel. Andere meinen Fuerteventura hätte etwas mit starkem Wind (lat.: ventus) zu tun. Und der span. Dichter und Philosoph Miguel de Unamuno, der 1924 einige Monate unfreiwillig im Exil auf der Insel verbrachte, leitete den Namen der Insel von venturoso, d.h., vom Schicksal begünstigt ab. Welcher Erklärungsversuch auch der richtige ist, für jeden sprechen einige Tatsachen: „Starke Abenteuer“ sind z.B. eine Jeeptour auf der Halbinsel Jandia zu erleben oder beim Wellenreiten an der Westküste (La Pared) oder beim Windsurfen an der Playa Barca (Ostküste im Süden). Hier wird jedes Jahr im Sommer der World Cup im Speedsurfen ausgetragen. Der „starke Wind“ lockt die Weltelite der Surfer auf die Insel. „Vom „Schicksal begünstigt“ ist das wüstenhafte Eiland mit Sicherheit erst in jüngster Zeit. Für eine Insel der Glückseligen, wie die Kanaren im Altertum genannt wurden, ist es hier ziemlich trocken. Steinwüsten, karge Vulkane und scheinbar endlose, glühende Sanddünen präsentieren sich dem Besucher. Nur im Februar und März, nach den winterlichen Regenfällen, verwandelt sich die Halbwüste in einen Blütenteppich. In den Bergen blühen die Pflanzen sogar bis in den Mai. Danach ziehen sie sich wieder zurück und überleben im Boden durch ihre Samen oder Wurzelstöcke. Große Küstenstriche sind mit Sand bedeckt, die Sonne scheint unerbittlich und Regen fällt nur selten. Aus der Not entstand in jüngerer Zeit eine Tugend. Denn das wüstenhafte Fuerteventura bietet ganzjährig sicheres Badewetter. Weite Strände erlauben ausgedehnte Spaziergänge und jeder findet dort seinen Lieblingsplatz. Der Tourismus brachte der Insel einen nie zuvor gekannten Wohlstand. So hat „venturoso“ – vom Schicksal begünstigt – eben doch seine Berechtigung.