Charakterisierung der Mutter Courage
 

 von Anne Hoedt, Gesa Horsink , Sandra Kösters, Melanie Böhm und Anika Zöge



Anna Fierling, auch Mutter Courage genannt, ist geschäftstüchtige Marketenderin und zugleich Mutter von drei Kindern, die sie alle im Laufe der Zeit im Krieg verliert. Mutter Courage sagt immer ihre Meinung ganz klar heraus und ist dabei etwas respektlos. Sie lehrt z.B. Einem Feldwebel, was sich gehört und wie er mit ihr zu reden hat (vgl. Bild 1). Sie hat einen sehr ausgeprägten Geschäftssinn, was man auch daran erkennen kann, dass sie einen ihrer Söhne, Schweizerkas, hätte vor dem Tod bewahren können, hätte sie nicht so lange um sein Leben gefeilscht.

Manchmal kann sie sehr unmenschlich sein, wie z.B. in Bild 5, als sie sich zuerst weigert, ihre Offiziershemden herauszugeben, um damit verletzte Bauersleute zu verbinden und somit ihr Leben zu retten. Zitat:“Ich geb nix. Die zahlen nicht...“.

Im Gegensatz dazu ist sie allerdings um ihre eigenen Kinder sehr besorgt. Sie schlägt das Angebot des Kochs einer halbwegs gesicherten Zukunft aus Sorge und Liebe um ihre Tochter Kattrin, die sie nicht hätte mit sich nehmen können, aus: „Ich brauch nix zu überlegen. Ich lass sie nicht hier.“ Um Kattrin ihre Schuldgefühle, sie würde ihrer Mutter eine glückliche Zukunft verbauen, zu nehmen, sagt sie, sie wolle noch nicht sesshaft werden, sondern weiterhin Profite mit dem Krieg zu machen.

Trotzdem versucht sie sich und ihre Kinder aus diesem herauszuhalten.

Der Feldprediger bezeichnet Mutter Courage als „Hyäne der Schlachtfeldes“, weil sie vom Krieg, der anderen Schaden bringt, lebt. Sie sieht ein, dass sie ein Teil des Kriegsgeschehens ist, aber sie will keine Konsequenzen aus dieser Erkenntnis zu ziehen. Ein paar der größten Charaktereigenschaften der Mutter Courage sind z.B. Ihre Unbelehrbarkeit und Uneinsichtigkeit. Denn obwohl sie in Bild 6 erkennt, dass der Krieg nur Unheil bringt, („Der Krieg soll verflucht sein.“), macht sie so weiter wie vorher und lobt den Krieg ausschließlich in einem Lied.

Zu dieser Erkenntnis kommt sie dadurch, dass ihre Kinder entweder tot oder zu Schaden gekommen sind, obwohl sie sie aus dem Krieg heraushalten wollte: Schweizerkas wurde als Zahlmeister von den Gegnern erschossen, Eilif ist irgendwo als Soldat tätig und Kattrin wurde von ein paar Soldaten überfallen. Mutter Courage, die immer um Kattrin besonders besorgt war, macht sich Vorwürfe, dass sie Kattrin alleine zum Waren-Holen geschickt hat. So wird ihr klar, dass ihr Geschäft ihren Kindern nur schadet.

Aber trotzdem zieht sie keine Konsequenzen aus ihrer Erkenntnis, sondern verdrängt sie, redet sich ein, dass der Krieg ihr Vorteile bringe (vgl. Bild 7) und verliert schließlich auch noch Kattrin.

Durch Mutter Courages Uneinsichtigkeit und ihren Geschäftsinn verliert sie alles, was ihr wichtig war; schließlich bleibt ihr nur noch der Handel, so dass sie im letzten Bild allein weiterziehen muss.