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Jane Austen's Werke
- Anne Elliot (Persuasion) -
mit Illustrationen von C. E. Brock |
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Würde
ausgezeichneten Familie aus Gloucester. Das
alles erfahren wir durch Sir Walter Elliots bevorzugte, ja, einzige Lektüre -
dem Adelsalmanach. Durch diesen Almanach lerne wir auch, dass Sir Walter Elliots
Frau bereits verstorben ist und er drei Töchter hat, Elisabeth, Anne und Mary,
von denen nur die Jüngste, Mary, bereits verheiratet ist. Sir Walter und seine
dem Haushalt vorstehende älteste Tochter Elisabeth führen ein sehr
verschwenderisches Leben und die Familie sieht sich eines Tages vor die Wahl
gestellt, entweder, wie von seiner Tochter Anne und Lady Russell, einer guten
Freundin der Familie und besonders Anne sehr zugetan, vorgeschlagen, sich
finanziell einzuschränken oder den schönen Besitz Kellynch Hall zu verlassen
und das Haus zu vermieten. So wird dann sehr zum
Leidwesen Annes beschlossen, nach Bath umzusiedeln und Kellynch Hall zu
vermieten. Anne liebt das Landleben und kann Bath nichts abgewinnen. Aber da
Anne in der Familie einen schweren Stand hat und ihre Meinung nicht gefragt ist,
wird der Umzugsplan alsbald in die Tat umgesetzt. Sir Walter, Elisabeth und deren Busenfreundin, Mrs. Clay, die alllem Anschein nach ein Auge auf Sir Walter geworfen hat, reisen nach Bath ab. Anne selber wird erst später mit Lady Russell nachkommen, denn ihre kränkliche Schwester Mary verlangt nach Anne und da Uppercross, der Besitz von Charles Musgrove und Mary, ganz in der Nähe von Kellynch Hall liegt und Anne auch mit der Familie Musgrove gut befreundet ist, ist sie zufrieden, noch eine Weile in der Nähe bleiben zu können. Außerdem, so Elisabeth, in Bath braucht sie niemand! Während Annes Zeit in Uppercross lernt sie schließlich auch die neuen Mieter von Kellynch Hall, die Crofts kennen, die sich als sehr nettes, intelligentes Paar herausstellen und sich schnell mit Anne anfreunden. Und auch die ein oder andere Begegnung mit Captain Wentworth läßt sich nicht vermeiden, denn er wird zum ständigen Gast auf Uppercross, ja, man spekuliert bereits, welche von Charles Schwestern, Louisa oder Henrietta, denn das Vergnügen hätte, seine Frau zu werden.
Captain Wentworth erzählt eines Tages davon, nach Lyme zu fahren, um einen guten Freund, Harville, und seine Captain Wentworth erzählt eines Tages davon, nach Lyme zu fahren, um einen guten Freund, Harville, und seine Familie zu besuchen und man beschließt, ihn zu begleiten.
Später stellt sich heraus, dass dies ihr vor kurzem verwitweter Vetter Mr. Elliot war, der Erbe von Kellynch Hall. Er hatte allerdings mit der Familie Elliot seit Jahren keinen Kontakt mehr, da einst eine Verbindung zwischen ihm und Elisabeth gewollt war, diese auch nicht abgeneigt war, Mr. Elliot es aber vorgezogen hatte, sich seine Unabhängigkeit durch eine Ehe mit einer reichen Frau zu erkaufen.
Captain Wentworth, der sich schwerste Vorwürfe bezüglich des Unfalls macht, bleibt vorerst in Lyme. Anne kehrt nach Uppercross zurück und fährt wenig später mit Lady Russell nach Bath. Durch
einen Brief Elisabeths hatte Anne bereits erfahren, dass ihr Vetter Mr. Elliot
den Kontakt zur Familie wieder aufgenommen hat und, da er so ein liebenswerter
und angenehmer Mensch war, auch herzlich aufgenommen wurde. Man
hatte ihm nicht nur verziehen, man war sogar entzückt über ihn. Anne nimmt die Gelegenheit wahr, in Bath ab und zu eine alte Schulfreundin, Mrs. Smith, zu besuchen. Mrs. Smith ist Witwe, sehr krank und unverschuldet verarmt, dennoch sind die Gespräche mit ihr für Anne so unterhaltsam, dass sie diese sogar einem Besuch bei ihrer Verwandten, der hochwohlgeborenen aber eingebildeten und dummen Lady Darymple, vorzieht. Sehr zum Unverständnis und Ärger ihres Vaters. Derweil verbreiten sich in Bath die Gerüchte, dass Anne und Mr. Elliot bald ein Paar werden. Dies wiederum ruft Captain Wentworth auf den Plan. Er trifft in Bath ein. Zwischenzeitlich hat Anne bereits erfahren, dass sich die kranke Louisa in Lyme mit einem Freund der Familie Harville, Captain Benwick, verlobt hat und auch Henrietta bald ihren Jugendfreund Charles Hayter heiraten wird. Captain Wentworth, der sich bereits Louisa verpflichtet gefühlt hatte, obwohl er sie nicht liebt, ist also frei. Anne ist überrascht und freudig erregt. Nein, es war sicherlich nicht Bedauern, was Annes Herz gegen ihren Willen so heftig schlagen ließ und ihr das Blut in die Wangen trieb bei dem Gedanken, Captain Wentworth sei jetzt wieder ungebunden und frei.
Bei ihrem nächsten Besuch bei Mrs. Smith klärt Anne ihre Freundin darüber auf, dass sie, entgegen der allgemeinen Erwartung, ganz bestimmt Mr. Elliot nicht heiraten würde. Sie könnte ihn nie erhören. Nicht nur, weil ihre Gefühle immer noch alle Männer außer einem ablehnten, sondern es sträubte sich bei reiflicher Überlegung alles in ihr gegen Mr. Elliot. Mrs. Smith ist darüber sehr erleichtert, denn endlich kann sie, die Mr. Elliot schon lange kennt, Anne über dessen unrühmliche Vergangenheit aufklären. Wie sich herausstellt ist nämlich Mr. Elliot Schuld an der Verarmung von Mrs. Smith und ihrem Mann und auch nach dessen Tode war Mr. Elliot nicht bereit, Mrs. Smith zu helfen, wenigsten einen Teil ihres Geldes wiederzubekommen. Auch, warum Mr. Elliot so plötzlich in Bath aufgetaucht und Kontakt zu seiner Verwandtschaft aufgenommen hat, klärt sich schnell auf. Durch seine reiche Heirat hat er mittlerweile Geld genug, was ihm jetzt noch zu seinem vollkommenen Glück fehlt ist die Baronnetwürde und Kellynch Hall. Diese Ziele sieht er jedoch durch eine eventuelle Heirat zwischen Sir Elliot und Mrs. Clay gefährdet und so reiste er nach Bath, um zu intervenieren, wann immer es nötig sein sollte und gleichzeitig die verwandschaftlichen Beziehungen wieder aufleben zu lassen. Allem Anschein nach hat er sich dann tatsächlich auch noch in Anne verliebt, was seinen Zielen natürlich in keinster Weise im Wege stand. Ganz im Gegenteil. Anne gefiel ihm so gut, dass von dem Augenblick der ersten Begegnung an zwei Gründe für seine Besuche bestanden ... Anne weiß nun ganz genau, woran sie ist. Sie hatte Mr. Elliot ja immer mißtraut und fühlt sich in der Einschätzung seines Charakters nun vollauf bestätigt. Nun brauchte sie nur noch eine Gelegenheit, dem eifersüchtigen Captain Wentworth ihre wahren Gefühle zu erklären ... Annes Chance kommt bei einem Besuch der Musgroves, die zwischenzeitlich ebenfalls in Bath eingetroffen sind, um die Hochzeitsvorbereitungen für ihre Töchter zu treffen. Mit dabei ist auch Captain Harville, der nach Bath gekommen war, um ein Miniaturbild von Captain Benwick für Louisa neu fassen zu lassen. Ursprünglich war dieses Bild für seine verstorbene Schwester Fanny gedacht gewesen und Harville sinniert beim Anblick des Bildes über die Vergänglichkeit der Liebe. Arme Fanny, sie hätte ihn nicht so schnell vergessen. Dankbar nimmt Anne das Thema auf, sich wohl bewußt, dass Captain Wentworth, einen Brief schreibend, in der Nähe sitzt und alles mitanhören mußte, was sie sagt. Vehement setzt sie sich mit Captain Harville darüber auseinander, wer wohl inniger und länger liebt, die Männer oder die Frauen und endet schließlich damit, dass sie sagt: Wir vergessen die Männer sicher nicht so schnell, wie sie uns vergessen. Und fügt später noch hinzu: Den einzigen Vorzug, den ich für mein Geschlecht beanspruche (...) ist der, am längsten zu lieben, selbst dann noch zu lieben, wenn das Leben oder alle Hoffnung dahin ist.
Die Arschkarte erhält Mr. Elliot, der schnell das Weite sucht und sich schmollend nach London (zusammen mit Mrs. Clay!) zurückzieht. So zieht dann auch Jane Austen selbst den Schluss: Wenn zwei junge Menschen einander zu heiraten beabsichtigen, dann werden sie ihren Plan ausdauernd verfechten (...). Das mag zwar eine schlechte Moral zum Abschluss sein, aber es trifft die Wahrheit. Und so haben wir am Ende dieses Romans in Anne Elliot eine wahre Heldin, die ihr Schicksal selbst in die Hand nimmt, die den aktiven Part übernimmt und sich (wenn auch indirekt) erklärt, während der gestandene Seeman seine verwirrten Gefühle nur auf ein Blatt Papier niederschreiben kann. Jane Austen beschreibt in ihrem letzten Roman nicht nur eine nach und nach immer selbständiger handelnde junge Frau, sondern auch das Ende einer Epoche. Die Gentry, hier am Beispiel von Sir Elliot, ist dem Untergang geweiht. Nicht Abstammung und Besitz machen den Wert eines Menschen aus, sondern seine beruflichen Verdienste und sein individuelles Handeln - das Zeitalter der Industrialisierung hat begonnen ...
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