Jane Austen's Romane

 

-  Mansfield Park -

 

mit Illustrationen von Hugh Thomson


 

 Im Februar 1811 begann Jane Austen mit 'Mansfield Park', ihrem dritten Roman, den sie im Sommer 1813 fertigstellte. 

 


Mansfield Park

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(
Original)

























 


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

 

 

 

 

 

 

 

 












 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Im Mai 1814 wurde der Roman veröffentlicht, natürlich, wie alle anderen Werke davor auch, nicht unter ihrem Namen.

Eines ist ziemlich sicher – Mansfield Park ist Jane Austens unbeliebtestes Werk – und das hat mehrere Gründe. Es fehlt ein bischen die Romantik, das typische 'Wer-kriegt-wen-Spielchen' flammt immer wieder auf, verpufft dann aber meist für den Leser ziemlich unbefriedigend. Die Heldin kriegt zwar am Ende schließlich den, den sie verdient, aber besonders romantisch wird dies nicht geschildert – es geschieht eigentlich ziemlich schnell und ohne viele Worte.

Der Roman an sich ist auch nicht so leicht zu charakterisieren wie andere Jane Austen Romane. In 'Pride & Prejudice' geht es zum Beispiel um den ersten (falschen) Eindruck, in 'Persuasion' darum, dass man sich im Leben immer zweimal begegnet – aber worum geht es eigentlich in Mansfield Park? Ist es ein Sinnbild für die untergehende Regency Periode? Geht es um die richtige Erziehung der  Kinder? Um den Unterschied zwischen Schein und Sein? Geht es gar um Sklaverei?  

Jane Austen - Mansfield Park

Ein weiteres Problem des Romans ist seine Heldin – Fanny Price. Scheu, zurückhaltend, ohne Selbstwertgefühlt und nicht gerade eine Schönheit. Und dann scheint sie auch noch mit ihren hohen Moralvorstellungen immer Recht zu behalten – wie langweilig! Fürwahr eine Heldin, die man in der modernen Literatur nur selten trifft! Und eine junge Frau, die Liebhabern von Mansfield Park (denn die gibt es auch!) immer mehr ans Herz wächst, je öfter sie den Roman lesen ...

 

Fanny Price ist ein Mädchen aus ärmlichen Verhältnisse und da es in ihrer Familie viele Mäuler zu stopfen gibt nimmt ihr Onkel und ihre Tante, Sir Thomas und Lady Bertram, sie in Mansfield Park auf. Das heißt, man duldet sie zwar, aber willkommen ist sie eigentlich nicht. Vor allem ihre Cousinen Maria und Julia, zwei oberflächliche Teenager, sowie Lady Bertrams Schwester, Mrs. Norris, die auf Mansfield Park den Haushalt führt, machen der armen und in ihren Augen ungebildeten Verwandten das Leben schwer. Auch der älteste Sohn Tom, ein Lebemann und Trunkenbold ist Fanny keine große Hilfe. Einzig Sir Thomas Sohn Edmund, ein angehender Pfarrer, bemüht sich um sie und bringt ihr wahre Zuneigung entgegen.

Fanny verrichtet unter den strengen Augen von Mrs. Norris ihre Arbeit.

So wächst Fanny auf Mansfield Park heran – schüchtern und zurückhaltend, ungeliebt und meist unbeachtet vom Rest der Familie Bertram.  

Toms exzessiver Lebenswandel führt schließlich dazu, dass er Schulden machen muss. Sir Thomas ist dadurch gezwungen, die Pfründe, die eigentlich Edward angedacht war, an einen Mr. Grant zu vermieten. Für Edward sieht es also ersteinmal in Bezug auf seinen 'Traumberuf' nicht sonderlich gut aus.

Sir Bertram reist nach Antigua, um sich um seine dortigen Besitzungen, auf der er Sklaven für sich arbeiten läßt, zu kümmern. Auf Besitzungen in der Karibik war die Sklaverei bis 1833 vom Britischen Empire erlaubt. Und wie so oft in ihren Romen geht Jane Austen auch hier nicht näher auf dieses umstrittene Thema ein sondern beschränkt sich auf Anspielungen ohne Wertigkeit.

Währenddessen erhält Mansfield Park neuen Besuch. Die Geschwister Henry und Mary Crawford besuchen ihre Halbschwester, die Frau des Pfarrers, und sind für die Unterhaltung auf Mansfield Park bald unverzichtbar.

Der charmante Henry flirtet ausgiebig mal mit Julia und mal mit Maria. Und gerade Maria scheint dies sehr zu gefallen, obwohl sie mit dem langweiligen aber reichen Mr. Rushworth verlobt ist. Mary Crawford findet Gefallen an Edmund, obwohl die Aussicht, als Pfarrersfrau zu enden, ihr nicht gerade zusagt. Aber sie weiß dennoch Edmund für sich einzunehmen, worauf dieser anfängt, Fanny vernachlässigt und sich immer mehr Mary zuwendet.

Henry flirtet sogar mit Fanny - was dieser 
sehr unangenehm ist

Tom bekommt Besuch von seinem Freund, Mr. Yates. Dieser schlägt vor, ein Theaterstück einzuüben und der Vorschlag wird von allen begeistert aufgenommen .... na ja, von fast allen. Edmund und Fanny versuchen sich mit allen Mitteln gegen diese Idee zu sträuben, aber ohne Erfolg. Maria und Henry sowie Mary und Edmund (den man letztendlich zum Mitspielen überredet hat) üben ein paar ziemlich gewagte Szenen ein, besonders die verlobte Maria und Henry kommen sich dabei sehr nahe, während ihr zukünftiger Ehemann Mr. Rushworth nur tatenlos zusehen kann. Aber dann wird dem Spuk durch die Rückkehr Sir Thomas' ein jähes Ende gesetzt und Mr. Yates reist ab.

Da Henry in Maria wohl doch nicht mehr als einen Flirt gesehen hat heiratet diese schließlich Mr. Rushworth und verläßt Mansfield Park zusammen mit ihrer Schwester Julia Richtung London. Das Verhältnis zwischen den Bertrams und den Crawfords wird immer enger, denn auch Edmund ist drauf und dran, Mary einen Heiratsantrag zu machen, aber immer wieder schreckt ihn doch ihr herablassender, unmoralischer Charakter ab. Und in diesem Dilemma vertraut er sich ausgerechnet Fanny an, die in Edmund längst ihre große Liebe entdeckt hat, dies aber weder sich selber, geschweige den Edmund gegenüber eingesteht.

 

Dann beschließt plötzlich Henry, Fanny zu umwerben. Und was am Anfang noch als Flirt und Zeitvertreib gedacht war wird plötzlich ernst - denn er merkt zu seiner eigenen Überraschung, dass er sich in sie verliebt hat! Anlässlich eines Besuches von Fannys Lieblingsbruder William läßt Henry seine Beziehungen spielen und hilft William zu einer guten Stellung in der Navy. Fanny ist ihm dafür sehr dankbar und dadurch ermutigt macht Henry ihr einen Heiratsantrag - aber Fanny lehnt beschämt ab. Sie liebt jemand anderen ....

William in fescher Uniform.
Fanny ist sprachlos.

Onkel und Tante Bertram sind über diese Ablehnung garnicht begeistert, schließlich ist Henry ein reicher Mann, eine gute Partie, und was kann einem scheuen, mittellosen Mädchen besseres passieren! Zur 'Strafe' wird Fanny nach Hause zu Ihrer ärmlichen Familie geschickt. Vorerst scheint es für Fanny keinen Ausweg aus der bedrückenden Atmosphäre ihres ungeliebten Elternhauses zu geben.

Zwischenzeitlich wird Edmund ordiniert. Er ist sich, zu Fannys großem Verdruss, immer noch nicht über seine Beziehung zu Mary im klaren. Henry besucht unterdessen Fanny und wirbt weiter um sie, während seine Schwester Mary Fanny in Briefen bedrängt, Henrys Antrag doch anzunehmen.

Dann überschlagen sich die Ereignisse: Tom Bertram zahlt seinem exzessiven Lebensstil Tribut und wird ernsthaft krank, ja liegt schließlich sogar im Sterben. Henry Crawford, der noch vor kurzem so vehemend um Fanny geworben hat, ist in London mit der verheirateten Maria durchgebrannt, und Julia verschwindet mit Toms Freund, Mr. Yates!

Fanny wird in aller Eile nach Mansfield Park zurückbeordert und bringt ihre kleine Schwester Susan mit.

Edmund erkennt nun endlich Marys wahren Charakter - wozu diese selbst auch einiges beiträgt. Sie gibt offen zu, dass sie es ganz gerne gesehen hätte, dass Tom, dem es zwischenzeitlich wieder besser geht, gestorben wäre, denn dann wäre Edmund der Erbe von Mansfield Park geworden. Außerdem duldet sie durchaus das Verhalten ihres Bruders Henry, mit einer verheirateten Frau durchzubrennen. Der gute Edmund mit seinen hohen Moralvorstellungen ist entsetzt und läßt sich von Fanny trösten.

Zu guter Letzt kommt natürlich alles so, wie es kommen muß. Die Bösen bekommen ihre gerechte Strafe und die Guten leben glücklich, bis dass der Tod sie scheidet. Maria und Henry trennen sich schließlich wieder. Die als Ehebrecherin gebranntmarkte Maria ist natürlich jetzt gesellschaftlich Tabu. Sie verbringt den Rest ihres Lebens zurückgezogen, zusammen mit ihrer treuen Tante, Mrs. Norris. Die durchgebrannten Julia und Yates heiraten und versöhnen sich wieder mit der Familie. Tom erholt sich wieder. Er ist durch seine schwere Krankheit (wie so oft in Jane Austens Werken) geläutert und fortan ein guter Erbe von Mansfield Park.

Edmund kommt endlich zur Besinnung und heiratet seine Fanny. Und auch Edmunds Vater, Sir Thomas hat keine Bedenken mehr gegen diese Verbindung, erkennt er doch endlich die moralische Stärke seiner immer unterschätzten Nichte. Lady Bertram hat zuerst Angst, ihre große Stütze Fanny zu verlieren. Aber Fannys Schwester Susan wird nun an Fannys Stelle in Mansfield Park bleiben und somit ist auch die Tante zufrieden. Die Pfründe von Mansfield Park werden passenderweise wieder frei, so dass Edmund und Fanny standesgerecht leben können.

 

Jane Austen's Romane - Emma