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Northanger Abbey
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(Original)
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Heldin geboren
sei.
Catherine Morland,
eine siebzehnjährige Pfarrerstochter, ist leidlich hübsch und unbedarft. Ihre
Freundin Isabella Thorpe weckt ein glühendes Interesse an den alten Schlössern
und romantischen Heldinnen der Schauerromane.
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In Bath verliebt sich Henry
Tilney,
ein junger Geistlicher, in Catherine. Als sein Vater, General Tilney, sie auf
den alten Familiensitz Northanger
Abbey, ein ehemaliges Kloster, einlädt, wird ihr gesunder
Menschenverstand durch das Rätsel um den Tod der Hausherrin und durch die
Avancen des großspurigen John, Isabellas Bruder, auf eine harte Probe
gestellt… Jane Austen schreibt gefühlvoll, aber nicht sentimental, und nimmt
durch ihre einnehmend ungekünstelte Heldin die Gesellschaft aufs Korn.
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Dem 17jährigen
Backfisch Catherine Morland bietet sich die einzigartige Gelegenheit, das ihren
Eltern befreundete kinderlose Ehepaar Allen zum Kuraufenthalt nach Bath zu
begleiten. Dort angekommen, beginnt die kurzweilige Initiation Catherines in die
bessere Gesellschaft. Diese Initiation ist nicht minder von der unfassbaren
Naivität der jungen Dame geprägt denn von ihrer fast ebenso großen
Gutherzigkeit.
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Auf einer der ersten Soiréen lernt sie nicht nur ihre vorübergehend beste
Freundin Isabella, eine Karikatur klischeehafter Koketterie, sondern auch den
spitzzüngigen Henry Tilney kennen, zu dem sie sich recht augenblicklich sehr
hingezogen fühlt. |
Doch bis sich entscheidet, ob das Schicksal den beiden wohlgesonnen ist, müssen
noch einige Klippen umschifft, die Annäherungsversuche des ebenso plumpen wie
aufschneiderischen John Thorpe abgewehrt und schlussendlich das größte aller
Abenteuer bestanden werden: Catherine wird vom Vater Henry Tilneys als
Gesellschafterin seiner Tochter auf das ehrwürdige Anwesen Northanger
Abbey eingeladen - ein Ort, der in der Phantasie Catherines mit den von
ihr verschlungenen Schauerromanen Ann Radcliffes zu einem harmonischen Ganzen
verschmilzt. Doch, wie gewöhnlich, lauern die Fährnisse an ganz anderer Stelle
als man sie erwartet.
Northanger
Abbey ist Jane Austens mit einem Augenzwinkern versehener Beitrag zum
Genre des Schauerromans und eine - leider nicht immer wirklich bissige - Parodie
auf das Vorbild Ann Radcliffe.
Die Ereignisse in Bath sind zwar wirklich mit sehr viel Gespür für Pointen
beschrieben und die häufigen Metakommentare der Erzählerin machen auf jeder
Seite mehr Lust auf den Fortgang der Geschichte.
Leider schwächt sich der satirische Wind in der zweiten Hälfte des Romans aber
etwas ab, die Vorkommnisse in und um Northanger
Abbey sind zwar auch nicht das, was ich langweilig nennen möchte.
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Doch
die Romanze zwischen Catherine und Henry Tilney nimmt schnell zu viel Raum ein
und kann sich letzendlich auch nicht ganz konsequent vom karikierten Muster lösen.
Die Parodie wirkt so immer lauer und rettet sich am Ende in eine etwas enttäuschende
Auflösung.
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Vielleicht ist es im frühen 19. Jahrhundert zuviel verlangt, nicht nur ein paar
Spitzen gegen die öffenlichen Formen des Umgangs, sondern auch gegen die süßliche
Verklärung der romantischen Liebe zu erwarten. Für Leser/innen, die sich von
solch anachronistischen Erwartungen ganz freimachen können, ist Northanger
Abbey mit allergrößter Sicherheit ein einziger, großer Spaß.
Diese Rezension wurde entnommen : www.literaturschock.de
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