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Pride & Prejudice
- Die Verfilmung 2005 -
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Langsam
geht sie durch den Vorgarten ihres Heimes Longbourne. Ein fast 'normaler'
Landsitz, eher ein großer Bauernhof, als ein Großgrundbesitz und auch schon
ein wenig heruntergekommen. Die weiße Wäsche flattert vor dem Eingang, eine
Schar Gänse muss erst vertrieben werden, bevor man ins Haus gelangt und ab und
zu spaziert auch schon mal ein gut gemästetes Schwein durch den Hausflur. Wir
sind bei den Bennets angekommen. Die Neuigkeiten über Mr. Bingley, den neuen Besitzer von Netherfield Park und Junggeselle noch dazu, spricht sich auch hier schnell herum, besonders aufgeregt sind natürlich die fünf Mädels aus dem Bennet Haus, allen voran aber Mutter Bennet (Brenda Blethyn), die endlich eine ihrer Töchter unter der Haube sieht. Den Vater (Donald Sutherland) scheint das ganze allerdings weniger zu tangieren. Dafür albern und giggeln die Mädchen umso lauter, vor allem, wo gerade der nächste Dorfball vor der Tür steht. Nicht ausgenommen die beiden ältesten, Lizzy und Jane (Rosamunde Pike).
Der Dorfball ist tatsächlich sehr imposant und überaus gut besucht. Ein großes Orchester spielt, laute Musik schwingt durch den Saal und die Tänzer springen und hüpfen, als wollten sie dem 'Lord of the Dance' Ensemble Konkurrenz machen. Dann
plötzlich wird alles ganz still, denn Charles Bingley (Simon Woods), der neue
Besitzer von Netherfield, betritt den Raum. An seiner Seite seine Schwester
Caroline und sein bester Freund, Mr. Darcy (Matthew MacFadyn) . Bingley sieht
zwar auf den ersten Blick nicht älter aus als Sechzehn und könnte auch mal
einen neuen Haarschnitt vertragen, ist aber aufgeräumt und fröhlich und
gewinnt unsere Herzen sofort. So
läßt es sich Lizzy, mutig wie sie nun einmal ist, auch nicht nehmen, ihn quasi
von sich aus zum Tanzen aufzufordern. Und auch seinem Freund Bingley macht Darcy wenig später klar, dass er Lizzy nicht gerade für einen flotten Feger hält, was Lizzy wiederum zwar hört aber scheinbar nicht so tragisch nimmt. Aber
immerhin finden die schöne Jane und Bingley aneinander Gefallen , was
sich nach einem längeren Aufenthalt Janes und Lizzys auf Netherfield
zu bestätigen scheint. Abschied
von Netherfield - ein Bild sagt Unterdessen kündigt sich neuer Besuch in Longbourne an. Mr. Collins (Tom Hollander), Cousin der Bennet-Mädchen, sucht - mit einer Pfarrei unter der Protektion der hochwohlgeborenen Lady Catherine de Burgh und als zukünftiger Erbe von Longbourne - eine Frau. Er hat einen Blick auf Jane geworfen, aber Mrs. Bennet treibt ihm diese Flausen schnell aus dem Kopf, worauf er sich an Lizzy heranmacht. Nun ja, wo das endet, wissen wir ja .... Und
dann trifft auch noch die Garnison in Meryton ein. Ihr Einzug wird in der Tat
sehr imposant von der Kamera eingefangen. Ein großes Heer voller
zerstreuungswilliger Rotröcke - merkwürdig nur, dass wenig später kaum mehr
etwas von ihnen übrig bleibt. Im Gegensatz zu dem drögen Darcy kontert Wickham geschickt, was Lizzy durchaus gefällt. Und nach nicht einmal einer halben Minute hat Wickham ihr auch schon seine ganze leidige Lebensgeschichte erzählt. Man kommt im bequemen Kinosessel fast außer Atem, bei dem Tempo, das hier vorgelegt wird.
Es
folgt der große Netherfield Ball. Einer der Höhepunkte des Films! In - wieder
einmal - wunderbaren Bildern eingefangen schwebt die Kamera von Raum zu Raum,
folgt Lizzys suchenden Augen nach Wickham, der nicht erscheint. Und dann kurz
hintereinander zwei herrliche Tanzszenen, ganz unterschiedlich interpretiert -
einmal überaus witzig, einmal seeeehr romantisch. Anschließend der große Moment: Der Tanz zwischen Lizzy und Mr. Darcy.
Eine wunderschöne Idee, die beiden erst als zwei Tänzer in der Menge zu zeigen, um sie dann am Ende scheinbar allen entrückt, ganz alleine durch den Saal schweben zu lassen.
Aber
die Wege aller trennen sich schon bald. Hast-du-nicht-gesehen
ist es Frühling geworden! Auch
Mr. Darcy und sein Vetter Col. Fitzwilliam sind bei ihrer Tante zu Gast und kurz
darauf kommt es zu dem von uns allen so geliebten unglücklichen Heiratsantrag.
Also
fällt Lizzys Antwort auf Darcys so gegen seinen eigenen Willen
hervorgebrachten Antrag wie wir es kennen entsprechend negativ aus. Eine
traumhafte Kulisse mit einem Tempel auf einer Anhöhe und prasselndem
Regen, der sehr schön die Tränen zweier Unglücklicher symolisiert,
runden diese wunderbar gelungene Szene ab. So
sieht FRAU nach einem Heiratsantrag aus ... Und auch die folgende Szene, in der Lizzy scheinbar stundenlang in den Spiegel schaut und Darcy schließlich in der Nacht erscheint, um ihr seinen Brief vorzulegen, ist wunderschön, symbolisch-stimmig erzählt. Man sollte sich bei dieser Szene wirklich nicht mit dem Gedanken daran aufhalten, wie es Mr. Darcy denn wohl nachts in Lizzys Zimmer geschafft hat ... dafür ist der Augenblick einfach zu perfekt! Die
Dinge nehmen ihren Lauf. Auf Pemberley gibt es schließlich ein
Wiedersehen zwischen Darcy und Lizzy, wobei vor allem die 'Guckloch-Szene'
sehr gut gelungen ist. Leise Gefühle scheinen sich anzubahnen, als der Brief von Jane mit der Mitteilung, dass Wickham mit Lydia durchgebrannt ist, dazwischenfunkt.
Wir sitzen im Publikum und zucken die Schultern ob des großen Dramas, das sich da vor uns abspielt. George Wickham sehen wir im ganzen Film tatsächlich nur zweimal, die Entführung Georgianas hat im Grunde niemals stattgefunden und die (wie wir später erfahren) durch Mr. Darcy arrangierte Hochzeit zwischen Wickham und Lydia dauert weniger als eine Minute. Die ganze Sache läßt uns ziemlich kalt ... Aber
uns bleiben ja noch die vier Hauptprotagonisten, die uns nicht enttäuschen.
Charles Bingley kehrt nach Netherfield zurück, an seiner Seite Mr. Darcy. Und
nachdem er Jane nocheinmal besucht hat (wunderbare Szene, wie die Bennet-Damen
von den Herren überrascht werden!) ist er sich sicher, dass er sie heiraten möchte
und probt mit Mr. Darcy - der den Mr. Bennet gibt - den Heiratsantrag. Köstlich! Lady Catherine hat anschließend ihren großen Auftrag - umsonst, wie wir wissen. Der vielleicht schönste Moment des Films gehört Lizzy und Darcy. Leichte Nebel wallen im Morgengrauen, als der schlaflosen Lizzy über die Wiese ihr Traummann entgegenkommt. Ein wunderschöner Augenblick, auch wenn böse Zungen meinen könnten, dass Darcy hier den Heathcliff probte ... Kleiner Wermutstropfen nur die anschließend etwas lahmen Worte der beiden. 'Ich konnte nicht schlafen.' 'Ich auch nicht.' Nun ja, aber die Bilder sprechen für sich.
Mr. Bennet kam während der ganzen Geschichte etwas kurz, aber ihm gehört die letzte, durchaus gelungene und witzige Szene des Films. Und dann ist Stolz & Vorurteil auch schon zu Ende.
Papa hat das letzte Wort Wir
hätten gerne noch weiter zugeschaut ... Einen Jane Austen Roman in einen zweistündigen Spielfilm zu pressen ist gewiss nicht leicht, aber hier durchaus gelungen. Natürlich muss einem klar sein, dass man Abstriche machen muss, an Figuren, Szenen und Dialogen. Alles ist kürzer, straffer und manches Mal vielleicht ein wenig zu rasant. Grundsätzlich ist dies aber alles kein Problem. Das größte Problem ist bei dieser Verfilmung das fast komplette Fehlen von George Wickham. Er ist doch eigentlich eine sehr zentrale Figur, der immer irgendwo die Fäden zieht, aber das alles spielt hier kaum eine Rolle. Darum zuckt man auch nur kurz die Schultern über sein Verhalten und widmet sich lieber wieder den Hauptpersonen. Keira
Knightley ist wunderbar als Lizzy, sie trägt im Grunde den Film. Sie ist mit
ihrem hellen Lächeln und den großen Kulleraugen auf dem besten Wege, die neue
Wynona Ryder zu werden und versteht es famos, ihre sich wandelnden Gefühle
auf die Leinwand zu übertragen. Alle
Protagonisten spielen wunderbar und mit viel Spass an der Sache, allen voran
Mrs. Bennet, Lady Cathrine und Mr. Collins. Besonders
Ein (kleiner) Vergleich Irgendwie
hatte man an vielen Stellen des Films den Eindruck, dass man sich in diesem Film
- mit Erfolg - alle Mühe gemacht hat, bloß keinen Gedanken an einen Vergleich
mit der 1995-Verfilmung aufkommen zu lassen. Ganz
besonders auffallend ist dies in Pemberly. Hier bewundert Lizzy ja eigentlich
das schönes Bildnis von Mr. Darcy (und verliebt sich auch ein bischen darin).
In diesem Film wandert sie durch einen seltsam seelenlosen Raum mit weißen
Statuen und ihr Blick versinkt letztendlich in einer kreideweißen Büste
des Hausherren, der dazu noch nicht einmal Augen hat! Spooky .... Anscheinend wollte man die Geschichte auch für ein junges Publikum zugänglicher machen, konnte sich aber letztendlich doch nicht so ganz dafür entscheiden. So entstand eine manchmal etwas verwirrende Mixtur aus Jane Austens Worten und 'moderner' Sprache. Dass ein knapp zweistündiger Film bei der literarischen Umsetzung nicht mit einer über fünfstündigen Miniserie mithalten kann, versteht sich von selbst und soll hier auch nicht weiter vertieft werden. Es bleibt festzuhalten, dass dies auf alle Fälle ein schöner, stimmiger und bildgewaltiger Film ist (hier wirklich nochmals ein großes Lob der Kamera). Und wenn es manchmal an der Sprache hapert dann machen die gut aufgelegten Schauspielern von Lizzy Bennet bis Lady Cathrine de Bourgh dies alles sehr schnell wieder wett - am Ende bleibt absolut sehenswerte, kurzweilige Unterhaltung. Ehm
.... vielleicht doch noch ein allerletztes Wort zu Mr. Darcy und Mr. Darcy ...
Darcy oder Darcy?
Ihr hattet das letzte Wort und Ihr habt über ein halbes Jahr lang abgestimmt! Vielen Dank für Eure rege Beteiligung - hier das Ergebnis!
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