DAV Chemnitz : Infoheft 1. Halbjahr 2001 (Heft 21)

Übersicht

Aus der Geschichte der Sektion - Biografie von Prof. Dr. Paul Richard Domsch (8. Fortsetzung)
Jahreshauptversammlung der DAV Sektion Chemnitz, März 2001
Wir stellen vor : Dr. Frank Tröger
Info's und Termine, 2. Halbjahr 2001
Information zu Änderungen der Gebietsbetreuung
Stammtischabende mit Vorträgen von September 2001 bis Mai 2002
Millenniumsfahrt 2000/2001 ins schweizerische Wildhaus
Die Familiengruppe im alten und neuen Jahrtausend
Aus dem Tourenbuch'2000 der DAV-Sektion Chemnitz
Tourenberichte
Top of South America 2001 - Bildergallerie von der Aconcagua-Expedition des DAV Chemnitz
Top of South America 2001 - Expedition der DAV-Sektion Chemnitz zum Aconcagua, Bericht vom Expeditionsleiter Steffen Oehme
Der höchste Tag meines Lebens - Expeditionsbericht zur Andenexpedition "Top of South America 2001" von Mike Glänzel
Top of South America 2001, Teil II - Expeditionsbericht zur Andenexpedition von Ingo Röger
On the Top of Africa : Kilimanjaro, Uhuru Peak (5895 m)
Auf dem GR 20 durch Korsika
Wanderung durch das Rochlitzer Land von Göritzhain nach Wechselburg
Die Alten vom Berge erzählen
Impressum

Jahreshauptversammlung der Sektion 2001

Von Wolfgang Mann

Als Versammlungsleiter ist man gleichzeitig gehalten, den Versammlungsverlauf, die Stimmung der Teilnehmer und bestimmte Trends zu beobachten. Drei Dutzend Anwesende sind gerade einmal 3 % der Gesamtmitglieder im März 2001. Außer denen, die zum erweiterten Vorstand gehören und zwei Leitern von Ortsgruppen meldete sich niemand zu Wort. Die Beschlüsse wurden nahezu einstimmig angenommen. Man kann das so auslegen, dass man mit seinem Verein, dessen Vorstand und der gar nicht so großen Schar von Ehrenamtlichen und deren Arbeit voll zufrieden ist.

Die gegenwärtig laufende Wertediskussion im DAV mit dem Projekt DAV 2000plus strahlte auch auf unsere Hauptversammlung aus. Am Anfang des Rechenschaftsberichtes setzte sich der 2. Vorsitzende Dr. Frank Tröger damit auseinander. Seiner Meinung kann ich mich ohne weiteres anschließen: Zwar haben auch wir uns schon zu einem ganz ordentlichen Dienstleistungsunternehmen gemausert, aber die andere Seite, auf der sich Bergfreunde und Freunde der Berge zu gemeinsamem Tun zusammenfinden, sollte nicht außer Acht gelassen werden. Vereinsleben in örtlichen oder Interessengruppen, wo sich der Einzelne wohl fühlt und einbringen kann, darf nicht zu den Akten gelegt werden und ist für viele erst der Anreiz, Mitglied unserer Sektion zu sein.

Dr. Thomas Frank brachte es auf den Punkt, dass wir überfordert sind, wenn es Leute gibt, die glauben, sie könnten an den Vorstand Forderungen stellen wie an ein Reisebüro. Auch er erinnerte daran, dass alle Arbeit im Verein von Ehrenamtlichen gemacht wird. Denen dankte Dr. Tröger noch einmal und er bemerkte, dass aus Alters- und Gesundheitsgründen, beruflichen Veränderungen und Wohnortwechsel ganz schnell einmal eine Lücke entstehen kann. In den vergangenen Jahren gelang es uns immer wieder durch die freiwillige Entscheidung Einzelner solche Lücken zu schließen. Auch nach der Versammlung erklärten sich zwei Mitglieder bereit, bei der in Zukunft digital zu erstellenden Druckvorlage unserer "Mitteilungen" mitzuarbeiten.

Obwohl feststeht, dass sich unsere verhältnismäßig kleine Sektion mit weit größeren durchaus messen kann, beließ es der Berichterstatter nicht bei der Aufzählung positiver Dinge, wofür er am Ende seiner Ausführungen den Beifall der Anwesenden erhielt. Man lese Karsta Mauls Beitrag zur Familiengruppe in diesem Heft. Sie macht darin auf Schwachpunkte aufmerksam, die sich z. B. auch bei der Jahrtausendwendefahrt feststellen ließen.

Eindringlich wies auch der 1. Vorsitzende Steffen Oehme auf die teilweise schon angesprochenen Probleme, besonders der ehrenamtlichen Mitarbeit hin und die Notwendigkeit, dass sich weitere Sektionsmitglieder für zumindest kleinere Aufgaben zur Verfügung stellen. Man erfuhr z. B., dass es Mitglieder gibt, die sich auf Kosten des Vereins zum Übungsleiter ausbilden .lassen und das lediglich als persönliche Qualifikation betrachten ohne jede Verpflichtung der Sektion gegenüber.

Ein Verein, dessen Gesamtbudget eines Jahres über 90 000,- DM umfasst, wovon nahezu die Hälfte an den Hauptverein und diverse Sportbünde abgeführt werden, stellt schon etwas dar und hat etwas zu verwalten. Deswegen rauschen am Ohr des Versammlungsteilnehmers eine Menge Zahlen vorüber. Aber der Revisor konnte feststellen, dass verantwortungsbewusst und gewissenhaft mit den Geldern umgegangen und fachgerecht Buch geführt wurde. Die Vereinskasse wurde 2000 natürlich durch den plötzlich nötig gewordenen Umzug in neue Geschäftsräume in nicht vorhersehbarem Maße belastet. Da auch erst im Jahr 2002 neue Beitragssätze gültig werden können, werden 2001 unsere Rücklagen von über 20 000,- DM um ca. 10 000,-DM verringert. Einigkeit wurde auch über den Familienbeitrag erzielt, der aber in der Sektion nur etwa ein Dutzend Familien mit Kinder zwischen 14 und 18 Jahren betrifft.

In Gesprächen nach der Versammlung wurde von Teilnehmern Verwunderung ausgedrückt darüber, dass so viele Chemnitzer, die an anderen Veranstaltungen wie Lichtbildervorträgen, Wanderungen, Stiftungsfest gern sehr zahlreich teilnehmen, hier durch Abwesenheit glänzten. Es wurde im Scherz vorgeschlagen, einfach einen immer gut besuchten Stammtischabend zur Hauptversammlung umzufunktionieren.

Beitragssätze ab 2002

A-Mitglied : 50,- Euro
B-Mitglied : 35,- Euro
C-Mitglied : 15,- Euro
Junior : 30,- Euro
Jugend : 17,- Euro
Familienbeitrag : 95,- Euro

Aufnahmegebühr für A-Mitglieder, B-Mitglieder und Junioren : 20,- Euro
Aufnahmegebühr für Jugend : 10,- Euro

Wir stellen vor : Dr. Frank Tröger

Er ist einer derjenigen, der auf die Aufrufe des Vorstandes reagierte, sich freiwillig zur Mitarbeit bereit erklärte und seit 1999 gewählter 2. Vorsitzender unserer Sektion ist. In dieser Funktion nimmt er dem 1. Vorsitzenden einen ordentlichen Packen der Lasten ab, hat er die Geschäftsstelle des Vereins für sich zur zweiten Heimat gemacht, vertritt er nach innen und außen offen seine Meinung, auch zur gegenwärtig laufenden Wertediskussion im DAV.

1969 durch seinen damaligen Lehrer, unseren lebens- und bergerfahrenen Fritz Uhlig, für die Berge und den Bergsport begeistert, weitete er später als Student seine Aktivitäten über das Wandern und Abfahren mit Ski aus auf Langlaufen mit Teilnahme an bekannten Langstreckenläufen (Rennsteig, Isergebirge), Fahrten in uns zugägngliche Gebirge wie Tatra, Rila, Pirin. Zwischen 1970 und 1980 war er Übungsleiter für Wandern und Orientierungslauf.

Auch im familiären Bereich sorgte er für Sektionsnachwuchs. Mit Frau, Tochter und Sohn ist er seit 1993 in den Alpen unterwegs und die Liste der bestiegenen Berge über 3000 Meter hinaus ist inzwischen beträchtlich.

In diesem Jahr feierte er seinen 50. Geburtstag, wozu ihm nochmals an dieser Stelle unser aller herzlichsten Glückwünsche überbracht werden. Möge er uns mit all seiner Einsatzfreude noch lange zur Verfügung stehen und möge es ihm möglich sein, auf noch vielen Bergen seiner Träume zu stehen.

Info's und Termine, 2. Halbjahr 2001

23.-24. Juni 2001 : Sommersonnenwendfeier

Sommersonnenwendfeier wie immer auf der Anton-Günther-Höhe bei Wolkenstein.
Kletterfreunde: 9 Uhr Floßplatz an der B 101,
Fußvolk: 8.15 Uhr Busbahnhof Chemnitz , nach Annaberg-Buchholz (25 km-Tour)
Zelte, Wasser und Gepäck zum Transport in der Geschäftsstelle abgeben.
Wanderleiter: Jörg Helbig

30. Juni 2001 : Wanderung in der Sächsischen Schweiz

Wanderung in der Sächsischen Schweiz
Treff: 9 Uhr Beuthenfall, zum Hinteren Raubschloss (ca. 15 km)
Für 15 Teilnehmer besteht die Möglichkeit, ab Freitag (29.6.-1.7.) in der Selbstversorger-Wanderhütte Porschdorf für ca. 12 DM pro Tag/Pers. zu übernachten.
Eintragung in der Geschäftsstelle bis 21.06.01!
Wanderung am Sonntag ca. 15 km / Fahrgemeinschaften bilden !
Wanderleiter: Heiko Müller

22. September 2001 : "Über den Plattenberg von Böhmen nach Sachsen"

Wanderung (ca. 18 km), Mittagessen möglich,
Personalausweis/ Reisepass nicht vergessen! Wochenendticket,
Treffpunkt in der Geschäftsstelle erfragen,
Wanderleiter: Werner Hejl Tel.: 0371/ 72 47 20

3.-7. Oktober 2001 : Mehrtagesfahrt mit Düsseldorfer Wanderfreunden

Unterbringung im Meißner Haus im Naturpark "Meißner-Kaufunger Wald"
Kosten pro Tag/Person: 50 DM (Halbpension)
Anzahlung pro Person: 60 DM
Je Sektion: 15 Teilnehmer
Wanderleiter: Jörg Helbig

20. Oktober 2001 : 19. Herolder Herbstwanderung

Wanderung "Durch die Reviere des Carl Stülpner"
Wanderfreunde der Sektion wie immer 8 Uhr im Sportheim Herold zur Absprache
Auswahl an 6 Strecken von 12 bis 42 km, Geschenke für jüngsten und ältesten Teilnehmer

8. November 2001

Anmeldeschluss für Stiftungsfest und Zahlung des Selbstkostenanteiles von 15 DM

10. November 2001 : Wanderung Stegenwald - "Alte Ziegelei", Niederwürschnitz - Stollberg

Distanz : ca. 18 km
Treffpunkt: 8 Uhr Wasserschloss Klaffenbach , Parkplatz
Anfahrt: auch mit City-Bahn ab Chemnitz Hbf. 7.38 Uhr bis Neukirchen-Klaffenbach
Rückfahrt mit City-Bahn ab Stollberg, Mittagessen möglich
Wanderleiter: Jörg Helbig

1. Dezember 2001 : Stiftungsfest der Sektion in der Gaststätte "Am Pfarrhübel"

Beginn: 18 Uhr
Siehe auch 8. November !

29. Dezember 2001 : Jahresendwanderung

Treffpunkt: 9 Uhr Endstelle der Buslinie 49, Chemnitzer Straße/Parkplatz Kaufland
Rundwanderung ca. 15 km mit Einkehr zum Jahresabschluss
Wanderleiter: Jörg Helbig Tel: 0371/ 2 60 75 18

Information zu Änderungen der Gebietsbetreuung

Dietmar Heinicke informiert:

Königshainer Berge; Übungsfelsen in der Oberlausitz
Michael Urban (PSV Zittau),
Gutbergweg 3, 02730 Ebersbach/Sachs.
Tel.: (0 35 86) 36 47 93
Klettergärten Liebethaler Grund; Pirna-Cunnersdorf
Eckhard Irmscher (DAV, SBB OG Pirna),
Beierstr. 11, 01796 Pirna
Tel.: (0 35 01) 44 30 72
Kletterkonzeption Sachsen
Gerald Krug (DAV, Sektion Halle, IG Klettern Löbejün),
Wielandstraße 8, 06114 Halle
Tel.: 0170 / 3 21 75 59

Die Sächsischen Kletterregeln wurden auf den neusten Stand gebracht. Alle Kletterer sollten sich schnellstens darüber informieren: Mappe in der Geschäftsstelle.

Stammtischabende mit Vorträgen von September 2001 bis Mai 2002

Für unseren alpinen Stammtisch, der wie gewohnt an jedem letzten Dienstag des Monats in den Räumen unserer Geschäftsstelle stattfindet, wurden wieder eine ganze Reihe interessanter Diavorträge an mich herangetragen, aus denen sich der folgende Terminplan für die Stammtisch- Saison Herbst 2001/Frühjahr 2002 ergibt. Wegen dienstlicher Verpflichtungen der Vortragenden sind kurzfristige Änderungen dieses Terminplans jedoch jederzeit möglich. Die Geschäftsstelle ist an den Stammtischabenden jeweils ab 18:30 Uhr besetzt. Bis zum Beginn der Diavorträge um 19:30 Uhr besteht Gelegenheit zum Gedankenaustausch, zum Klönen, zur Planung und Vorbereitung von Fahrten und allem anderen, was zu einem Stammtisch gehört.

Wie man sieht, weist der Stammtisch-Kalender ab Januar 2002 noch größere Lücken auf. Ich würde mich daher über Angebote für interessante Diavorträge freuen. Es muß sich dabei nicht immer um abendfüllende und perfekt aufbereitete Diavorträge handeln. Vielmehr soll auch im kommenden Jahr wieder die Möglichkeit gegeben sein, Berichte unserer Mitglieder über ihre Sommererlebnisse in den Alpen zu sehen. Vortragsideen und -wünsche können wie immer an den Vortragswart Dr. Thomas Frank, Tel.: 0371/ 402 95 41 herangetragen werden.

Es sind bisher (Änderungen natürlich immer vorbehalten) folgende Vorträge und Erlebnisberichte vorgesehen :

Stammtisch-Abende 2. Halbjahr 2001 und 1. Halbjahr 2002
25. September 2001 Emil Feigl :
Kanada von Süd nach Nord - Touren in Banff und Jasper Nationalpark
30. Oktober 2001 Steffen Oehme, Mike Glänzel :
Top of the South America 2001, Teil I - Die Besteigung des Aconcagua
27. November 2001 Steffen Oehme, Mike Glänzel :
Top of the South America 2001, Teil II - Erlebnisse am Pissis und Ojos del Salado
29. Januar 2002 noch kein Vortragsthema bekannt
26. Februar 2002 Holger Bitterlich :
Klettern in Meteora, Griechenland
26. März 2002 Uwe Heinrich : (noch nicht endgültig bestätigt)
Mt. McKinley/Denali (USA, Alaska) - Besteigung über West Buttres Normalroute
23. April 2002 Terminverschiebung wegen 1. Mai !! - noch kein Vortragsthema bekannt
28. Mai 2002 noch kein Vortragsthema bekannt

Millenniumsfahrt 2000/2001 ins schweizerische Wildhaus

Von Jörg Helbig

Es sollte etwas Besonderes werden, der Jahresendausflug unserer Sektion, denn es stand ja schließlich ein Jahrtausendwechsel unserer Zeitrechnung bevor. Die Diskussion um den wahren Beginn eines neuen Jahrtausends sollte uns bei der Vorbereitung einen Vorteil bringen. Alle Sektionen wollten natürlich den Jahreswechsel von 1999 zu 2000 mit ihren Mitgliedern auch in ihrer Hütte feiern. Somit gestaltete sich die Suche nach einer geeigneten Unterkunft als sehr schwierig. Das Fazit der Bemühungen war die Planung für den Wechsel von 2000 zu 2001, dem wirklichen Millenniumsjahr.

Nach Sondierung der Angebote entschieden wir uns für einen Hüttenaufenthalt in der Skiregion Obertoggenburg im schweizerischen Wildhaus. Nun wurde ein Reiseunternehmen für den Bustransfer zur An- und Abreise gesucht. Als auch dieses unter Vertrag stand, füllte sich nach anfänglicher Euphorie die Teilnehmerliste nur zögerlich. Dann konnten schon fest gebuchte Teilnehmer aus den verschiedensten Gründen plötzlich nicht mehr mitfahren. Das hatte zur Folge, das ein Stornieren der Reise zur Diskussion stand, was für uns keinen geringen finanziellen Verlust zur Folge gehabt hätte. Hier halfen uns zehn Bergfreunde des SBB aus der Klemme. Durch ihre Teilnahme wurde die Reise gesichert, die durch den lobenswerten Einsatz unseres 1. Vorsitzenden Steffen Oehme zustande kam.

Nachdem Schneefall eingesetzt hatte, boten sich vor Ort, also in der Umgebung von Wildhaus, für Wanderer und Skiläufer genügend Möglichkeiten zur sportlichen Betätigung und einhellig war man der Meinung, unsere Millenniumsfahrt war ein Erfolg. Ob aber sobald wieder eine Veranstaltung dieser Art und Größenordnung organisiert wird, ist zunächst einmal fraglich.

Die Familiengruppe im alten und neuen Jahrtausend

Von Karsta Maul

Unsere Familiengruppe besteht nun seit 1994. Gottfried Eißner, damals unser Vorsitzender, sprach mich eines Tages an, ob ich nicht eine solche Gruppe gründen wolle. Ich fand, es sei einen Versuch wert. Doch der Anfang war ziemlich kläglich. Die meisten, die es betraf , konnten sich nicht vorstellen, mit kleineren Kindern zu wandern oder sogar zu klettern. Jeder kochte sein Süppchen für sich. Aber so ein unpersönlicher Verein wollten wir doch eigentlich nicht sein und waren es auch nicht.

Inzwischen haben wir einen festen Stamm von gerade mal vier Familien. Aber in einem Verein von über 1100 Mitgliedern müsste es doch mehr junge Familien geben. Für die, die es betrifft: Der Verein bezahlt bei unseren Unternehmungen für die Kinder die Übernachtungsgebühren. Die ausgewählten Hütten liegen immer in kinderfreundlicher Umgebung mit Wander- und Klettermöglichkeiten. Stets ist für jedermann etwas dabei.

In letzter Zeit musste ich leider feststellen, dass gar kein so großes Interesse an einer Familiengruppe besteht. Die Angebote für gemeinsame Unternehmungen mit Übernachtung in Hütten wurden nur dürftig angenommen. Anmeldungen gab es oft nur nach persönlicher Aufforderung. Oft gleichen sich die Antworten: "Natürlich fahren wir mit. Wir wollten uns schon anmelden, sind nur noch nicht dazu gekommen." Absagen kamen mitunter drei Tage vor dem Wochenende oder auch gar nicht, so dass es mir fast unmöglich war, die Hütten auszulasten. Zum Glück gibt es immer einzelne Kletterfreaks, die kurzfristig mitfahren können. So schwierig hatte ich es mir nicht vorgestellt.

Auch im Interesse unserer Sektion hoffe ich, dass sich diese Situation zum Guten wendet. Andernfalls sehen wir uns gezwungen, die Familiengruppe aufzulösen, was natürlich ein Rückschritt wäre. Es ist schade, dass viele nur an sich denken und nicht nachvollziehen können, was die Verantwortlichen für einen Aufwand betreiben, um immer möglichst viele neue Angebote ausschreiben zu können. Ich appelliere an alle, die es betrifft, beim Nutzen der Angebote in unseren Mitteilungsheften gewissenhafter zu verfahren und die ehrenamtlichen Verantwortlichen besser zu unterstützen.

Das heißt im Klartext :

  1. Rechtzeitig anmelden
  2. Nur im Notfall (Krankheit/Arbeit) zurücktreten. Schlechtes Wetter ist kein plausibler Grund.
  3. Rücktritt rechtzeitig erklären und ev. Ersatz suchen.

Unsere Fahrtentermine 2001 :

15. bis 17. Juni :
Ottendorfer Hütte im Kirnitzschtal von der Buschmühle in Richtung Sebnitz
Anfragen bei Kirstin Hofmann, Tel.: 03731/214574
02. bis 04. November :
Guts-Muths-Hütte in Rathen/Sächs. Schweiz auf der Basteiseite zwischen Rathen und Wehlen,
Selbstversorger mit Küche, Aufenthaltsraum, WC und Dusche,
2 Sechsbettzimmer, 1 x 8 Betten
Teilnehmerzahl: 20 Personen
Meldeschluss: 18. 10. 2001
Wochenendhüttenpreis: 320,- DM
Wanderer können sich als Reserve mit eintragen.

Aus dem Tourenbuch'2000 der DAV-Sektion Chemnitz

Nur vereinzelt haben sich unsere aktiven Bergsteiger daran erinnert, dass die Redaktion immer von Januar bis März Tourenberichte vom vergangenen Jahr erwartet, um im ersten Heft des Jahres einen Überblick geben zu können über das, was in und an den Bergen geschafft wurde. Etwas besser ging es da Prof. Kellerbauer bei der Abfassung des Jahresberichtes für das Jahr 1900, wenn auch er bemerken musste, dass noch mehr Vereinsmitglieder Berichte hätten abgeben können. Er schrieb:

Die touristische Tätigkeit ist eine sehr lebhafte gewesen. Die Raumverhältnisse dieses Berichts lassen ein näheres Eingehen darauf nicht zu, doch aber kann betont werden, dass sich dieselbe auf die ganzen Alpen erstreckte und ebensosehr den Schneerevieren der großen Gletscherketten wie den kühnen Felsriffen der Dolomiten galt. Auch sehr bedeutende, führerlose Touren fehlen nicht wie z. B. Turnerkamp über den S-Grat, Winklerturm, Kleine Zinne von S und N, Croda di Lago, Wetterhorn, Zinalrothorn, Matterhorn, Weißhorn u. v. a.

Nun wollen wir sehen, was Bergsteiger der Sektion 100 Jahre später unternahmen.

Aus dem Tourenbuch'2000 der DAV-Sektion Chemnitz
Erster Sellaturm / Nordwestkante "Steger" (5-)
Zweiter Sellaturm / Glück-Verschneidung (4)
Dolomiten, Sellagruppe Jens Schulze,
Reinhold Böttcher
Große Zinne / Westwand "Dülfer" (5+)
Spiz di Messo / Nordwestkante (5)
Cinque Torri Via Myriam / Südwand (5+)
Torre-Grande-Südgipfel Jens Schulze,
Georg Grätz
Gotzenalm (1685 m)
Schusterplatte (2957 m), Alpinisteig,
2x Obernbachernspitze (2675 m), Haunold (2966 m),
Monte Piano (2324 m)
Hintere Goinger Halt (2192 m), Stripsenkopf (1807 m),
Feldberg (1813 m), Scheffauer (2111 m)
Helm (2438 m)
Berchtesgadener Alpen
Sextener Dolomiten


Kaisergebirge

Karnischer Hauptkamm
Heike und Frank Thom
Hohe Angelusspitze (3536m) SW-Grat
Ortler (3905 m) Normalweg
Vertainspitze ( 3541 m) S-Flanke/SO-Grat
Ortlergruppe Heimo Jahn, H. Stemme, U. Schreiter
Vertainspitze ( 3541 m) S-Flanke/SO-Grat Ortlergruppe Heimo Jahn
Jebel Toubkal ( 4167 m) Hoher Atlas ( Marokko) Heimo Jahn, T. Voigt, J. Szilagy, H. Maskos
Wildspitze (3774 m), Kreuzspitze ( 3457 m) Ötztaler Alpen G. Möckel, J. Weigel, H. Röder
Similaun ( 3606 m) Ötztaler Alpen Günter Möckel, Helmut Röder
Hinterer Brochkogel (3635 m) Ötztaler Alpen Wolfgang Mann
Wildspitze (3768 m), Kreuzspitze (3457 m) und Similaun (3606 m) Ötztaler Alpen Roland Engelmann, Wolfgang Mann

Tourenberichte aus dem Jahr 2000

Auf dem GR 20 durch Korsika

Von Brigitte und Karl Cienskowski, Tel: (03 71)2 80 10 91

Nachdem wir uns unterwegs noch ein paar Stunden in Florenz "ein Auge geholt" haben, erreichen wir am 16.Juli 2000 nachmittags den Hafen von Livorno. Das Ticket für die Autofähre ist schnell besorgt (für PKW also trotz Hauptreisezeit kein Problem). Auf dem Hafenparkplatz kann man im Auto übernachten und die sanitären Anlagen des Gebäudes nutzen. Nach der morgendlichen Überfahrt nach Bastia bleibt noch genügend Zeit, um zum Einstiegsort Calenzana zu gelangen, das Zelt an der Gite d'étape aufzustellen und einen Bummel durch die Altstadt des nahegelegenen Calvi mit seiner Bastei zu unternehmen. Am nächsten Morgen parken wir das Auto an der Kirche, damit es gut beschützt wird, und steigen, begleitet von guten Wünschen einiger Dorfbewohner, in den GR 20 (Grande Route 20. Departement) ein.

Korsika besteht zu 90% aus Gebirge und wird deshalb auch als "Gebirge im Meer" bezeichnet. Viele der Berge sind über 2000 Meter hoch, der höchste ist der Monte Cinto mit 2706 m. Und über diese Ketten führt der Weg. Durch Macchia (dorniges, teilweise mannshohes Gestrüpp), über Schotter und Felsbrocken schleppen wir unser Gepäck, und das ist nicht zu knapp, denn außer der Zeltausrüstung braucht man noch Verpflegung für gut zwei Wochen und mindestens 2 Liter Wasser pro Tag und "Mann". Dazu sind die Wege nicht so "verkehrsgünstig" hergerichtet wie in den Alpen. Gleich am ersten Tag geht es 1300m hoch. Beim Aufstieg hat man, wie auch in den nächsten Tagen, einen herrlichen Blick aufs Meer. Zelten ist nur an den PNRC-Hütten gestattet. Diese sind in der Regel unbewirtschaftet, haben aber einen Gardien (zum Kassieren und zur Ordnung). Andere Trekker, die schon vor uns durchgekommen sind, haben freundlicherweise Standplätze gebaut, glatt und meist mit Steinmauer. Der "Sanitärtrakt" besteht aus einem Hockclo, einer Waschmöglichkeit, einer Dusche (kalt) und einer Propankocherstelle. Schlafen kann man auch im Gemeinschaftsraum der Hütte, aber wer sicherheitshalber die Zeltausrüstung mitschleppt, sucht sich natürlich einen der herrlichen Aussichtsplätze im Freien aus. Wir haben verdientermaßen jeden Tag Traumwetter, so dass es im leichten Lidl- Billigzelt kein Problem ist. Bei schlechtem Wetter bleibt allemal die Hütte. Das Auf und Ab geht dann jeden Tag so weiter. Da der Pfad aber so gelegt ist, dass er durch die schönsten Gebirgsgegenden führt, gibt es als Lohn für die Plackerei auf jeder Etappe viel Schönes zu bestaunen. Die Aussichten sind phantastisch.

Am dritten Tag rücken wir in Haut-Asco ein. Dort gibt es einen Laden. Die Preise sind zwar kräftig, aber nach den ständigen Beutelsuppen-Menüs fühlen wir uns wie im Paradies. Die vierte Etappe ist wieder relativ anstrengend. Zuerst steigt man zum Col Perdu auf 2183m und dann geht es in den "Kessel der Einsamkeit" 200m klettersteigmäßig abwärts und auf der Gegenseite das Gleiche wieder hinauf. Aber am Nachmittag erreichen wir die bewirtschaftete Bergerie de Ballone. Durch den Wanderführer angeregt, können wir es kaum erwarten, an das Menü zu kommen. Dieses ist so reichlich, dass wir trotz kräftigen Hungers Probleme haben, alles ´runter zu bekommen. Weil´s hier so schön ist, bleiben wir gleich einen Tag da und nutzen die herrlichen Gumpen zum Badeurlaub. Noch nie haben wir so klares Wasser auf unseren Touren gesehen. Es sind Bäche angegeben, aus denen man trinken kann (und das auch verträgt). Am nächsten Tag machen wir einen Ausflug ins höchstgelegene korsische Bergdorf Calasima (absolutes Dorfereignis: die Ankunft des Brotautos). Unterwegs begegnen wir den berühmt- berüchtigten korsischen Schweinen (wildlebende Kreuzung von Haus- und Wildschwein). Diese sehen schön aus und sind friedlich. Man muss aber an manchen Plätzen auf seine Esswaren aufpassen. Sie kommen nämlich ans Zelt und "mausen". Wir trafen einige Trekker, denen diese Tiere das Zelt zerrissen hatten, nur um ans Essen zu kommen.

Auch die nächsten Etappen bieten wieder herrliche Ausblicke auf wilde Felslandschaft, wunderbare Bergseen und teilweise auf´s Meer, z.B. von der Paglia Orba, dem "Matterhorn Korsikas" oder von der Breche de Capitello. Auf der achten Etappe wählen wir den Weg über die Bergerie de Tolla, um uns wieder einmal ein Menü zu gönnen. Von diesem idyllischen Ort kann man sich nur schwer losreißen .Das Ziel des Tages ist ein interessanter Platz. Da sind die Menschen mit ihren Zelten eingezäunt und als Zuschauer umkreisen Schweine, Kühe, Pferde und Hunde das Areal. Die Schweine natürlich wieder mit eindeutiger Absicht. Deshalb ist es besonders wichtig, das Tor im Zaun zu schließen. Wir hörten von einer Treibjagd, weil ein Schwein zwar hereinkam, aber absolut nicht wieder hinauswollte.

Die neunte Etappe führt u.a. wieder an herrlichen Badegumpen und kleinen Wasserfällen vorbei nach Vizzavona zum Ende des GR20-Nord. Durch diesen Ort führt außer einer Straße noch die Ost-West-Trasse des "feurigen Elias", einer Eisenbahn mit Vergnügungspark-charakter. Da der Platz zum Zelten neben dem Bahnhof nicht unseren "verwöhnten" Ansprüchen entspricht (keine Wasch- und Toilettenmöglichkeiten), fahren wir mit besagter Bahn nach Corte, der ehemaligen Hauptstadt Korsikas.Es geht an Berghängen entlang, über Brücken, durch Tunnel oder in den Fels gesprengte Breschen, die gerade so breit sind, dass der Zug durchpasst (Beim Fotografieren nicht aus dem Fenster lehnen !), also interessant. Der Zeltplatz "Restonica" in Corte ist dicht besiedelt, aber wir bleiben ja nur eine Nacht. Die Altstadt ist sehenswert, wobei ein Tag zur Besichtigung ausreicht. In der Pizzeria auf dem Platz essen wir die größte Pizza unseres Lebens. Am Nachbartisch versuchen sich vier Mann an einer solchen, und wir denken: diese ist für vier, man wird ja auch Normalgrößen haben. Irrtum. Und somit wird auf Vorrat gegessen bis zum Umfallen.

Nachdem wir am nächsten Vormittag beim Stadtbummel in einer ganz urigen Weinhöhle hängen geblieben sind, geht es am Nachmittag wieder zurück zur Strecke, denn am Morgen des 29.07. beginnt für uns der GR20-Süd. Die meisten Trekker brechen hier ab, weil sie es satt oder zu wenig Urlaub haben. Wir sagen uns: weil wir schon ´mal da sind, da bleiben wir auch hier, und auf geht es in die zweite Runde. Jetzt sind die Berge nicht mehr ganz so spektakulär felsig, aber die Landschaft ist auf andere Weise herrlich. Besonders beeindruckend sind die Wälder. Korsika hat keine Forstwirtschaft, und so wachsen die Bäume, bis sie absterben oder einem Feuer zum Opfer fallen. Deshalb werden die Schwarzkiefern auch riesig mit Durchmessern bis zu 2,5m. Was umfällt, muss umgangen oder überstiegen werden, bis es verfault. Das Bergauf-Bergab geht trotzdem weiter. Eine Neun-Stunden-Tour führt uns auf der 13.Etappe über den höchsten Berg Südkorsikas, den Incudine (2134m). Von hier aus haben wir eine herrliche Aussicht auf die Südspitze Korsikas, das Meer und die Bavella, die "Dolomiten Korsikas". Am nächsten Tag wählen wir die sogenannte alpine Variante durch ebendiese Bavella mit ihren imposanten Felstürmen. Danach folgt der Abstieg zum Col de Bavella. Über diesen führt eine Straße, so dass er als Ausgangspunkt für Touren genutzt wird. An einem solchen Punkt gibt es natürlich einen Laden und Gaststätten, in die es uns unwiderstehlich hineinzieht. Bier- und anderweitig gestärkt, ist der Rest der Etappe kein Problem mehr. Der Platz am Refugio Paliri ist ein Traum: Ansichtskartenmotive im Rundumblick. Wir genießen es. Die 15.Etappe am 03.08. ist unsere letzte auf dem GR 20. Es geht zwar noch durch interessantes Gebiet (z.B. ausgewaschene Felsformationen), aber nun ständig bergab bis auf 300m. Und jetzt verstehen wir auch, dass im Reiseführer von Hitze bis 40 °C geschrieben wird. Je tiefer wir kommen, umso unerträglicher wird es. So ist es nur allzu verständlich, dass unser erster Gang in Conca nicht dem Zeltplatz, sondern dem Getränkeladen gilt. Dadurch verpassen wir zwar den Buszubringer nach ganz unten, können uns aber in aller Ruhe am Abend ein Menü gönnen. Am nächsten Morgen bringt uns der Zubringer nach St. Lucie zum Bus, mit dem es an der Ostküste entlang bis nach Cassamozza, einem etwas unansehnlichen Ort geht.

Bis zur Weiterfahrt mit dem "feurigen Elias" quer durch das Land müssen wir leider einige Stunden herumtrödeln, so dass wir erst ca. 20.30Uhr in der Nähe unseres Ausgangsortes Calenzana sind. Ein Problem: zum Auto sind es 8km, und um diese Zeit fährt kein Bus mehr. Wir entscheiden uns für einen "Abendspaziergang". Um diese Zeit und auf der Landstraße wahrlich kein Vergnügen. Aber schon das zweite Auto stoppt und nimmt uns mit. Wir merken: wir sind nicht in Deutschland. Unser PKW steht noch friedlich an der Kirche. Geschlafen wird allerdings im Hotel "Sachsenruh´" in Calvi auf einem Platz für solche Vagabunden wie uns, denn wir sind nicht die einzigen. Der Urlaubsrest dient der passiven Erholung am schönen Strand von Porto. Die Küstenstraße dahin ist sehr interessant. Leider muss sich der Fahrer voll auf die Kurven und den Gegenverkehr konzentrieren. Auch die Rückfahrt auf der Scala Regina hat wieder viel zu bieten. In Bastia schlafen wir natürlich wieder auf dem Hafengelände. Die neuen Sanitäranlagen haben sogar Duschen. Wer will, kann am nächsten Tag Pisa einen Besuch abstatten. Wir wollen und schlafen mitten in der Stadt. Natürlich im Auto. Fazit: eine anstrengende Tour, aber eine der schönsten, die wir je gemacht haben. Für Informationen stehen wir gern zur Verfügung.

Die Alten vom Berge erzählen

Von Wolfgang Mann

Für jede junge Generation sind die Alten vom Berge die Bergsteiger, die im Rentenalter und eben einige Jahrzehnte älter sind. Als ich vor 50 Jahren in Dresden zum Klettern kam und "Alte" kennenlernte, da waren es solche Leute, deren Namen man in den ersten Fehrmann'schen Kletterführern findet. Wie steht es aber um die Alten aus dem Erzgebirge, aus der Region Chemnitz? Sind uns diese Namen auch so geläufig? Die Beiträge unter dem obigen Titel sollen auch Beiträge gegen das Vergessen sein. Schnell kann es doch passieren, dass wir bestimmte Personen nicht mehr selbst sprechen können. Als ich 1960 nach Karl-Marx-Stadt kam, lernte ich bei der BSG Lok z. B. Walter Pimper kennen, der allein in den Greifensteinen von den 30er Jahren bis in die 50er des 20. Jahrhunderts etwa zehn neue, nicht leichte Wege erschloss. Er gehörte zur Generation vor uns. Zu meiner Generation zählten Rudi Pimper, Walters Sohn, und seine Frau Gisela, Josef Bernard, Kurt Richter, Fritz Uhlig, Gottfried Eißner, Klaus Werner, Bernd Raschig und andere. Der Kletterführer Erzgebirge gibt über sie und ihre Freunde Auskunft. Auch die Träger von Namen, die anderen Sportgemeinschaften angehörten, wurden mir geläufig, so Bregula, Prager, Zaspel, Keiderling, Meyer, Zönnchen. Das sind bei weitem noch nicht alle, die man nennen müsste, die ihren Teil zur Erschließung unserer erzgebirgischen Kletterfelsen beitrugen, sich nur an ihnen tummelten oder sich um die Erhaltung der Klettergipfel und -wege und der klettertechnischen Einrichtungen sorgten (Bernard, Lemnitzer, Keiderling).

Immer mehr von ihnen kommen der 70 nahe oder haben sie schon erreicht. Sie sind es, die wir bitten wollen, unter unserer Rubrik von ihren Erlebnissen zu berichten. Hier wollen wir aber auch von ihnen erzählen, wenn sie selbst nicht mehr zu Wort kommen können, wie z. B. Kurt Richter, der vor 34 Jahren an der Eiger Nordwand den Bergtod fand, der sich mir als echter, hilfsbereiter Bergfreund erwies, obwohl er als Kletterer und Bergsteiger viele Klassen über mir stand.

In diesem Jahr nun wird Josef (Sepp) Bernard 75. Er gehört zu denen, die durch Krieg und Gefangenschaft um unbeschwerte, unwiederbringliche Jahre der Jugendzeit gebracht wurden. So konnte er erst seit 1950 mit Seil und Kletterschuh (oder barfuß) unterwegs sein, so dass er 2000 sein 50-jähriges Kletterjubiläum hatte. Seinen Spuren als Erstbegeher und Beteiligter an Erstbegehungen kann man an den Greifensteinen, im Auersberg- und Katzensteingebiet folgen und allein in den Greifensteinen an drei Dutzend von ihm gesetzten Ringen Sicherheit genießen.

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Bearbeitung für das Internet : Th. Frank 01. Mai 2001 + 15. Mai 2001