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Klettern in den Ampezzaner Dolomiten ![]()
Als ich vor drei Jahren an meinem fünfzigsten Geburtstag anfing mit dem Klettern, hätte ich im Traum nicht daran gedacht, einmal in den Dolomiten an einer Wand zu hängen, wo man 300 Meter Luft unter dem Hintern hat.
Nach den Stationen Teufelsstein, Greifensteine, Sächsische Schweiz und Finale Ligure nun das Kletterparadies Dolomiten. So geht es, wenn man sich von seinen Söhnen zum Klettern animieren läßt.
Gert, Bertram und ich fuhren Ende August nach Cotina d` Ampezzo, leider nur eine knappe Woche. Trotzdem kann sich das Ergebnis sehen lassen:
An den Gipfeln Cinque Torri stiegen wir die Via delle Guide (IV, 4 SL), Via Miriam (V, 6SL), Via Normale (IV, 2SL) Die Krönung war unbestritten die Lorikante (V, 15 SL) am Punta Fiames bei Cortina. Nach acht Stunden erreichten wir als Dreierseilschaft gegen 20 Uhr den Gipfel. Im Dunkeln stiegen und rutschten wir dann noch zwei Stunden über eine Geröllhalde ab. Müde, aber zufrieden saßen wir vor dem Zelt und ließen uns das Bier schmecken. Am Falzaregopaß stiegen wir am Kleinen Lagazuoi die Via M Speciale (V, 8 SL). Von der Wand hat man einen herrlichen Blick auf die umliegenden Berge und Täler, aber leider bedrücken auch alte Festungsbauten und in den Felsen gehauene Schützenlöcher aus den Weltkriegen. Der Abstieg wurde auf einem schwindelnden ungesicherten Kriegspfad bewerkstelligt. Den Abschluß sollte die Südwand am Pomagagnon (V+, 20 SL) bilden. Nachdem wir schließlich den Einstieg gefunden hatten, stellten wir nach der ersten Seillänge fest, daß die Route nur durch brüchigen Fels verlief und zudem völlig ungesichert war. Da auch das Wetter Regen verhieß, gaben wir, wenn auch schweren Herzens, auf und kletterten wieder ab.
Trotzdem war es rundum eine Woche mit herrlicher Genußkletterei und tiefen Eindrücken in der schönen Bergwelt. Ganz sicher waren wir nicht das letzte Mal in den Dolomiten.
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