Harz kreuz und quer

von Ellen Claußnitzer

Wieder wanderten wir mit Freunden der Sektion Düsseldorf. Diesmal fanden 32 Wanderfreunde, überwiegend Chemnitzer, vom 15. bis 20. Mai 96 im Alpenvereinshaus Oberharz, gelegen im Ortsteil Torfhaus bei Braunlage, gemütliche Unterkunft. Die günstige Lage (820 m ü. NN) ließ uns auf ein nebelfreies Brockenerlebnis hoffen. Der Himmelfahrtsmorgen war kühl und neblig. Die Wassertropfen an den Bäumen waren zu Eis erstarrt. Schneereste kündeten vom letzten Frühjahrskälteinbruch. Motorisiert erreichten wir Ilsenburg. Im Ilsental, vorbei am gleichnamigen Stein und Wasserfällen, kamen wir dem Brocken näher. Tatsächlich fanden sich 15 Unentwegte, die wieder eine Nebelpartie zum Gipfel wagten. Die Aussicht blieb ihnen versagt, aber spärliche Sonnenstrahlen wärmten die vom Aufstieg feuchten Rücken. Die übrigen Wanderfreunde hatten eine Tour zum Eckerstausee bevorzugt. Pünktlich auf die Minute stand für uns jeden Abend eine wohlschmeckende Hausmannskost bereit. Dafür verlangte der Wirt auch von uns unnachgiebig absolute Pünktlichkeit.

Regen begleitete uns auf der nächsten Tour Richtung Bad Harzburg. Unterwegs probten wir den gemeinsamen Gesang zur Überraschung für unser Geburtstagskind Elka. Doch wie staunten wir, als an einer Schwefelquelle mitten im Wald ein vorzügliches Sektfrühstück für uns bereitstand. Nach dieser Rast war bei zunehmend warmer Sonne die Schwebeauffahrt zum Burgberg recht willkommen. Hier bot sich ein schöner Blick auf Bad Harzburg. Während der Rückwanderung lag der Brocken im Sonnenschein vor uns.

Unser nächstes Ziel war die Roßtrappe. Über die alpine Schurre stiegen wir ins wildromantische Bodetal hinunter. Einer wagte es zu baden. Mit dem reizvollen Treseburg erreichten wir das Ziel und unsere Autos. Kräftige Schauer begleiteten uns auf der Rückfahrt. Am Abend zeigten wir Dias von gemeinsamen Wanderungen, und mit lustigen Einlagen klang wieder ein schöner Tag aus. Auf unserer letzten Wanderung entlang der Okertalsperre lernten wir mit der Gaststätte "Romkerhall" das kleinste Königreich der Welt kennen. Hier wurde 1988 die Prinzessin Erina von Sachsen zur Königin von Romkerhall inthronisiert. Sie war mit dem Enkel des Sachsenkönigs, Prinz Thimo, verheiratet. Unsere Wanderung führte hinauf zu den Kästeklippen mit den von der Natur geschaffenen lustigen Figuren wie "Mausefalle" oder "Die Alten vom Berge". Mittags trennten sich 10 Wanderer von der Gruppe. Über die Jägerstiege ging es steil aus dem Tal. Unser Ziel lag 500 m höher und war nach 15 km Weg erreicht. Im strahlenden Sonnenschein der Brocken, so verlockend nah. Aber es blieb keine Zeit mehr für eine "Bezwingung".

Am nächsten Morgen hieß es, von guten Freunden Abschied nehmen. Unsere Wanderungen mit den Düsseldorfern sind schon mehr als eine Tradition geworden. Nicht zuletzt danken wir das den Organisatoren Willi Kallus aus Düsseldorf und Jörg Helbig aus Chemnitz.

redaktionell bearbeitet by Th. Frank 28. April 1997