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Im Deutsch-Luxemburgischen Nationalpark ![]()
Vom 28. 9. bis 6. 10. 96 fanden bis zu 27 Wanderfreunde in der Jugendherberge im Luftkurort Bollendorf eine angenehme Unterkunft. Bereits den Ankunftstag nutzten die ersten Ankömmlinge zum Erkunden der interessanten Gegend, die mit ihren Sandsteingebilden zum Wandern und Kraxeln einlädt. Bei unserem Abendbummel wurden wir von der Bevölkerung mit Kirmeskuchen und Selbstgebranntem willkommen geheißen. Welch eine freundliche Geste! Am Sonntag führte uns der ehemalige Bürgermeister von Bollendorf, Herr Carlo Richard, durch die nähere Umgebung. Er informierte uns über Einzelheiten, die wir in keiner Reisebeschreibung gefunden hätten. Seinen außergewöhnlichen Wanderstock hatte er für seine Verdienste erhalten, die er sich um die gute Nachbarschaft mit Luxemburg erworben hatte.
Am nächsten Tag wanderten wir auf der luxemburgischen Seite. Unsere Tour verlief sehr abwechslungsreich durch die Siewenschlucht, auf den Adlerhorst, in die Totenkammer, durch enge, finstere Kamine, wo es galt, die Bäuche einzuziehen und über lange Leitern, die wieder in die befreiende Helligkeit führten. Mittags rasteten wir auf luftiger Höhe mit schöner Aussicht auf die bewaldeten Höhenzüge. Nach einer spätherbstlichen Wetterperiode war das zunehmend mildere Wetter recht angenehm und zeigte sich auch im Pilzangebot von verlockender Vielfalt.
Leider goß es am nächsten Tag unaufhörlich, so daß der Besuch der Hofburg im landschaftlich reizvollen Vianden eine gute Lösung war. Die Burg wurde bereits im 9. Jahrh. erbaut und wird nach eingem Besitzerwechsel seit 170 Jahren ununterbrochen restauriert. Unser Musikant Achim erprobte mit uns die hervorragende Akustik der Kapelle. An der nahegelegenen 8 km langen Ourtalsperre empfing uns noch Nebel, so daß wir uns entschlossern, den Rest des Tages in gemütlicher Runde zu verbringen. Nach dem überraschenden Geburtagsumtrunk von Brigitte feierten wir weiter bei Kaltem Buffet, Gesang und humoristischen Einlagen in der rustikal ausgestalteten Tränke auf dem Campingplatz.
Sehr empfehlenswert ist der Besuch der schönen Stadt Luxemburg, die wir bei herbstlichem Sonnenschein erlebten. Sie beeindruckt durch ihren alten Stadtteil, das Bankenviertel, die Kathedrale Notre Dame und durch ihre aussichtsreichen Brücken, von denen eine als der schönste Balkon Europas bezeichnet wird. Sehenswert sind auch die Festungsüberreste mit den Kasematten.
Am Abend erinnerten wir uns durch Dias an gemeinsame Fahrten in der letzten Zeit.
Nach einer erlebnisreichen Wanderung an unserem Nationalfeiertag, an dem der Morgennebel zunehmend warmer Sonne wich, besuchten wir die älteste Stadt Deutschlands, Trier. Bereits 15 v. Chr. siedelten hier die Römer. Ende des 3. Jahrh. wurde sie eine römische Kaiserresidenz und Hauptstadt des weströmischen Teilreiches. Willi und Jörg führten uns zu den markantesten Bauwerken. Die Porta Nigra war einst das nördliche römische Stadttor und entstand Ende des 2. Jahrhunderts. Seinen Namen „Schwarze Pforte“ erhielt es später, als der Sandstein durch Verwitterungsrückstände schwarz wurde. Die Basilika ließ Kaiser Konstantin der Große im Jahre 310 als Palastaula bauen. Das 30 m hohe Bauwerk dient heute als Kirche. Der Dom ist Deutschlands älteste Bischofskirche, wovon ein Teil des Schiffes bereits Ende des 4. Jahrh. erbaut wurde. Die Kirche birgt viele Kostbarkeiten, unter denen sich auch der „Heilige Rock“befindet. Es soll der Leibrock Christi sein. Im 1. Jahrhundert wurde das Amphitheater mit 20 000 Zuschauerplätzen gebaut. Hier fanden Gladiatoren- und Tierkämpfe statt. In den Kaiserthermen auf einer Grundfläche von 280 mal 145 Metern dehnten sich die Badehäuser der alten Römer aus. Den interessanten, leider regnerischen Tag ließ ein Teil der Gruppe mit dem Besuch der Komödie „Die deutschen Kleinstädter“, gespielt von der Theatergruppe Bollendorf, ausklingen. Andere bevorzugten Gesellschaftsspiele.
Unsere letzte gemeinsame Wanderung, wieder von Regenschauern begleitet, führte durch das schöne Hallbachtal zu Burgruine Beaufort auf luxemburgischer Seite. Die Burg wurde 1150 erbaut und gibt heute noch durch teilweise erhaltene Räumlichkeiten wie Kerker und Folterkammer sowie durch ein informatives Video Einblick in das ritterliche Leben. In gemütlicher Runde beschlossen wir am Abend unsere gemeinsamen Wandertage.
Und wieder müssen wir unseren Organisatoren Willi Kallus aus Düsseldorf und Jörg Helbig aus Chemnitz von Herzen danken. Sie haben sich erfolgreich darum bemüht, daß uns diese Wandererlebnisse in der Südeifel unvergeßlich bleiben werden.
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