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DAV Chemnitz : Infoheft 1. Halbjahr 1998 ![]()
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Es gelten die auf der Jahreshauptversammlung 1997 beschlossenen Sätze, die satzungsgemäß bis 31. Januar 1998 fällig sind. Sollte bis zum 31. August 1998 die Zahlung nicht geleistet sein, wird die Mitgliedschaft gemäß Paragraph 9, Absatz 2 der Satzung gestrichen. Wir bitten wiederum, sich dem Einzugsverfahren anzuschließen. Bedenken Sie, daß alle nötigen Arbeiten von den Verantwortlichen unserer Sektion in freiwilliger unbezahlter Tätigkeit verrichtet werden. Ein Formularvordruck befindet sich am Ende unseres Informationsheftes.
Für 1998 gelten nun folgende Sätze :
Aufnahmegebühr DM 20,-- für A- u. B-Mitglieder A-Mitglieder DM 75,-- B-Mitglieder DM 50,-- Junioren (18 - 25 Jahre) DM 45,-- (unverändert) Jugend (10 - 18 Jahre) DM 24,-- (unverändert) Kinder bis 10 Jahre sind beitragsfrei
Wenn die Hauptversammlung im März 1998 zustimmt, wird mit Wirkung 1998 in unserer Sektion der Familienbeitrag eingeführt. Er gilt für Ehepaare mit mindestens einem Kind im Alter von 10 bis 18 Jahren und hat die Höhe des Beitrages eines A- plus eines B-Mitgliedes. Die Kinder bis 18 Jahre sind also dann auch beitragsfrei.
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Mit diesem Jahr hat der DAV Chemnitz ein System eingeführt, daß den Veranstaltungsplan thematisch nach Interessengruppen gliedert. Gleichzeitig wurde ein Anmeldebogen eingeführt, um die Arbeit für die Verantwortlichen zu erleichtern. Leider wird dadurch meine (Th. Frank´s) Arbeit als Web-Designer dieser Seiten nicht erleichtert. Jedenfalls habe ich den Versuch gescheut, diese ausführliche Darstellung der Veranstaltungstermine in Tabellenform 1:1 ins Web zu übernehmen. Wer sich also für das eine oder andere der nachfolgend aufgelisteten Veranstaltungsangebote näher interessiert, möge sich bitte in der Geschäftsstelle der DAV-Sektion Chemnitz die vollständigen Informationen besorgen (siehe hierzu die Tel./Fax/Adress-Informationen zur Geschäftsstelle).
| Datum | Ziel | Treffpunkt/Sonstiges | Verantw. |
|---|---|---|---|
| Dezember 1997 | |||
| 28. 12. 1997 | Jahresabschlußwanderung | Treffpunkt um 9.00 Uhr, Ausstellungshallen am Schloßteich, Wanderung ins Blaue, Ziel weiß der Wanderleiter | Jörg Helbig, Chemnitz |
| Januar 1998 | |||
| 10. 1. 1998 | Biwakieren im Winter im Erzgebirge | Greifensteine : Training Iglubau, Notbiwak-Möglichkeiten | Steffen Oehme |
| 11. 1. 1998 | Skikurs in Oberwiesenthal | Anfänger, Kursziel : Pflugbogen | Skilehrer |
| 16.-18. 1. 1998 | Großer Zschand, Sächsische Schweiz | Jahresauftakt, Kletterklub "Katzensteiner" | W. Neuber |
| 17. 1. 1998 | Skiwanderung | Treff 9.00 Uhr Parkplatz Jahnsbacher Höhe, Klettergruppe "Carl Stülpner" | Zaspel |
| 17.-18. 1. 1998 | Langlauftour Erzgebirge | von Olbernhau nach Veipert mit Übernachtung im Zelt | Oehme |
| 22.-23. 1. 1998 | Anklettern an den Greifensteinen | Klettergruppe "Carl Stülpner" | Zaspel |
| 24. 1. 1998 | Skikurs in Oberwiesenthal | Fortgeschrittene, Kursziel : Paralleles Grundschwingen | Skilehrer |
| 24. 1. 1998 | Rundwanderung um Mittweida | über Zschopautal, Ringetal, Lauenhain, ca. 15 km | G. Beyer |
| 25. 1. 1998 | Skikurs in Oberwiesenthal | Geübte, Kursziel : Paralleles Grundschwingen + Carven | Skilehrer |
| 27. 1. 1998 | Stammtisch | Dia-Vortrag über die Großvenediger-, Großglockner- und Adamello-Presanella-Touren, von Steffen Oehme | Thomas Frank, Chemnitz |
| Februar 1998 | |||
| 6.-8. 2. 1998 | Hochwald/Hvozd | Wanderfahrt, Hütte Krippen, Kletterklub "Katzensteiner" | W. Neuber |
| 7.-8. 2. 1998 | Winterklettern in der Sächsischen Schweiz | Kleiner Zschand | Schulze |
| 14. 2. 1998 | Skiwanderung im Mittleren Erzgebirge | rund um Holzhau, ca. 20 km | Fam. Claußnitzer |
| 20.-22. 2. 1998 | Lausitzer Berge, Haida, Novy Bor | XXXI. Kammüberquerung, Kletterklub "Katzensteiner" | W. Neuber |
| 26. 2. 1998 | Stammtisch | Dia-Vortrag über eine Fahrt in die USA-Nationalparks Mt. Rainer, Grand Teton und Yellowstone | Thomas Frank |
| März 1998 | |||
| 16.-22. 3. 1998 | Skifahren im Zillertal, Lanersbach, Österreich | Skifahren für Fortgeschrittene und Geübte | |
| 24. 3. 1998 | Jahreshauptversammlung der Sektion | Steffen Oehme | |
| 27.-29. 3. 1998 | Rosenkamm/Herrnskretschen | ESV-Hütte Krippen, Kletterklub "Katzensteiner" | W. Neuber |
| 31. 3. 1998 | Stammtisch | Dia-Vortrag über Besteigungen der Nordwände von Eiger und Matterhorn von Thomas Thürpe | Thomas Frank |
| April 1998 | |||
| 4. 4. 1998 | Wanderung durch das kleine Striegistal | von Böhringen nach Hainichen, ca. 14 km | G. Beyer |
| 4.-5. 4. 1998 | Kurs Sicherungstechnik, Spaltenbergung | Schatzenstein, Leihausrüstung wird gestellt | Oehme, Pöllnitz |
| 8.-13. 4. 1998 | Skibergsteigen im Wallis | alpine Skitour Felikhorn 4093m, Signalkuppe 4554m, Nordend 4609m |
Oehme |
| 9.-19. 4. 1998 | Osterfahrt in die Böhmische Schweiz, Ostrov oder Strebske Kamenice | Klettergruppe "Carl Stülpner" | Zaspel |
| 9.-13. 4. 1998 | Osterfahrt Sächs.-Böhm. Schweiz | ESV-Hütte Krippen, Kletterklub "Katzensteiner" | W. Neuber |
| 18.-19. 4. 1998 | Kurs Sicherungstechnik, Spaltenbergung | Schatzenstein, Leihausrüstung wird gestellt | Oehme, Pöllnitz |
| 24.-26. 4. 1998 | ESV-Wanderung in den Frühling | ca. 15/20/30 km, Hütte Krippen, Kletterklub "Katzensteiner" | W. Neuber |
| 25. 4. 1998 | Muldentalwanderung | ca. 22 km | J. Helbig |
| 28. 4. 1998 | Stammtisch | Dia-Vortrag über eine Septembertour entlang des Geigenkamms mit abschließender Besteigung der Wildspitze | Thomas Frank |
| Mai 1998 | |||
| 1. 5. - 2. 6. 1998 | Sektionsfahrt nach Peru | Schwere Hochtour, Eingehtour 5 Tage mit Paß 4800m, 2 Wochen Bergsteigen, 1 Woche Urwald, Inkastadt Macchu Picchu und Titicacasee Nev. Pisco, 5752 m Huandoy, 6012 m Huascaran, 6768 m |
Steffen Oehme |
| 1.-3. 5. 1998 | Kletterfahrt zum Boren/CSFR | Klettergruppe "Carl Stülpner" | Zaspel |
| 6. 5. 1998 | Erste Hilfe Ausbildung in der Geschäftsstelle | Erste Hilfe bei Unfall | Bergwacht |
| 7. 5. 1998 | Erste Hilfe Ausbildung | Schatzenstein : Bergung von Verletzten | Arzt |
| 8.-10. 5. 1998 | Schrammsteine, Sächsische Schweiz | Wander- und Kletterfahrt, ESV-Hütte Krippen, Kletterklub "Katzensteiner" | w. Neuber |
| 16.-24. 5. 1998 | Wanderwoche in der Pfalz | im Naturfreundehaus Edenkoben | J. Helbig |
| 16.-17. 5. 1998 | Grundkurs Begehung von Felsengraten | Schatzenstein : Klettersteig, Fixseil, Schrofengelände | Keiderling, Neukirchner |
| 21.-24. 5. 1998 | Sächsische Schweiz, Herrenpartie mit Damen | Klettergruppe "Carl Stülpner" | Zaspel |
| 23.-24. 5. 1998 | Grundkurs Begehung von Felsengraten | Schatzenstein : Klettersteig, Fixseil, Schrofengelände | Keiderling, Neukirchner |
| 28.5. - 3.6. 1998 | Pfingstfahrt in die Prager Klettergebiete, Divoka Sara | Klettergruppe "Carl Stülpner" | Zaspel |
| Juni 1998 | |||
| 13. 6. 1998 | Wanderung in der Sächsischen Schweiz | ca. 20 km rund um Hinterhermsdorf | Heiko Müller |
| 13.-14. 6. 1998 | Aufbaukurs, Begehung von Felsgraten bis UIAA III | am Boren, CSFR : Klettern in Kaminen, Grate, Reibung | Fachübungsleiter |
| 19.-21. 6. 1998 | Sommersonnenwende des Kletterklubs "Katzensteiner" | ESV-Hütte Krippen, Kletterklub "Katzensteiner" | W. Neuber |
| 20.-21. 6. 1998 | Sommersonnenwende der Sektion | Anton-Günther-Höhe bei Wolkenstein | Sektionsvorstand |
| 20.-21. 6. 1998 | Sommersonnenwende an der Nonne bei Pobershau | Klettergruppe "Carl Stülpner" | Zaspel |
| 26.-28. 6. 1998 | Fahrt der Familiengruppe nach Porschdorf, Sächsische Schweiz | Wandern und Klettern mit Kindern | Karsta Maul |
| Juli 1998 | |||
| 4. 7. 1998 | Wanderung durchs Schwarzwassertal, Pobershau, Erzgebirge | ca. 20 km | W. Hejl |
| August 1998 | |||
| 31. 8. - 6. 9. 1998 | Hochtour ins Wallis, Schweiz | alpine Hochtour Fluchthorn, 3790 m Allalinhorn, 4027 m Strahlhorn, 4190 m Alphubel, 4206 m |
Steffen Oehme |
| September 1998 | |||
| 7.-13. 9. 1998 | Hochtour ins Stubai, Österreich | leichte Hochtour Zuckerhütl, 3505 m Wilder Pfaff, 3458 m Wilder Freiger, 3418 m |
Steffen Oehme |
| 25.-27. 9. 1998 | Fahrt der Familiengruppe ins Bielatal, Sächsische Schweiz | Wandern und Klettern mit Kindern | Karsta Maul |
| Oktober 1998 | |||
| 12 Tage | Hochgebirgswanderung in den Dolomiten | gemeinsam mit DAV-Sektion Biberach/Riß, Baden-Würtemberg | Termin noch offen, Claus Eger |
Was Karsta Maul in den letzten Jahren organisierte, das hat Hand und Fuß und den Beifall der Teilnehmer gefunden. Deshalb soll es 1998 so weitergehen. Wieder sind zwei Fahrten in die Sächsische Schweiz geplant, denn die Verbindung von Wandern und Klettern mit der für die Kinder erlebnisreichen Nacht in einer Hütte bietet allen das, was sie von einer solchen Fahrt erwarten.
Eine Woche nach der Sommersonnenwende vom 26. bis 28. Juni 98 in die Bergsteigerhütte der Hüttengemeinschaft, der auch eine Anzahl von Mitgliedern unserer Sektion angehört. Diese Hütte steht im Polenztal nahe des Bahnhofs Porschdorf.
Bis zu 20 Personen können teilnehmen. Darum rechtzeitig anmelden. Meldeschluß ist der 10. Juni 98. Eventuelle Terminveränderung nicht mehr nach dem 10. Juni.
vom 25. bis 27. September 98 in die Alpenvereinshütte des Sächsischen Bergsteigerbundes im Bielatal. An dieser Fahrt können 30 Personen teilnehmen.
Meldeschluß: 16.09.98
Natürlich sind in erster Linie Familien mit großen und kleinen Kindern zur Teilnahme aufgerufen. Wenn noch Plätze frei sind, können sich gern auch andere Interessierte anschließen. Verantwortlich und Ansprechpartnerin wie immer: Karsta Maul.
Nicht nur ich bin der Meinung, daß alle, die nicht da waren, etwas verpaßt haben, und daß zu vermuten ist, daß die, die in Zukunft nicht kommen, etwas verpassen werden. Was uns z. B. Jens Edelmann erleben ließ, das war schon edel. Er war in Familie, also auch mit dem noch nicht schulpflichtigen Töchterchen ohne Reisebüro auf Sumatra. Er kann sich nicht nur mit den Einheimischen in ihrer Landessprache unterhalten, er hat beim Fotografieren auch das richtige Auge für ein gutes Motiv und schaute den Menschen ins Gesicht, den Busfahrern unter das Armaturenbrett und den Vulkanen in den Schlund. Mittels Überblendtechnik und Tonuntermalung und einer dem intimen Charakter des Stammtischs entsprechenden Erzählform gestaltete er nicht zum ersten Mal den Abend für die Anwesenden zu einem schönen Erlebnis.
Wie bisher werden auch 1998 die Stammtischabende am letzten Dienstag im Monat um 19.00 Uhr in der Geschäftstelle bzw. den Räumen der Arbeiterwohlfahrt auf der Rembrandtstraße stattfinden. Einzige Ausnahme bildet in diesem Halbjahr die Veranstaltung im Februar, die wir wegen der Faschingszeit auf Donnerstag verschoben haben. Wie auch in 1997 werden die Themen und Termine von Thomas Frank koordiniert. Neue Beiträge können gleich hier per E-Mail angemeldet werden !
Es sind (Änderungen vorbehalten) folgende Vorträge und Erlebnisberichte vorgesehen:
| Stammtisch-Abende 1. Halbjahr 1998 | |
|---|---|
| 27. Januar | Steffen Oehme : Venedigertour, Großglockner, Adamello-Presanellagruppe, DAV-Tour August 1997 |
| 26. Februar Achtung : ein Donnerstag ! |
Thomas Frank : USA-Nationalparks Mount Rainier, Grand Teton, Yellowstone |
| 31. März | Thomas Thürpe : Besteigung der Nordwände von Eiger und Matterhorn |
| 28. April | Thomas Frank : Geigenkamm-Tour und Wildspitze, DAV-Tour September 1997 |
| 26. Mai | Familie Rohleder : Mit dem Fahrrad entlang der USA-Westküste |
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Eine dringende Erneuerung der Alpinen Skiausrüstung führte zum Kauf von Tourenski und damit zur doppelten Nutzung. Am 20. April 97 begann unsere Skitourenwoche. In Ischgl konnten wir das Auto nur in der Tiefgarage für den stolzen Preis von 700 Schilling parken. Mit der Schnupperkarte ging es mit schweren Rucksack über mehrere Lifts zur Bodenalm. Schwer fiel uns der erste Aufstieg zur Heidelberger Hütte (2264m), zumal uns zwei Radtracks mit Gästen überholten. Die Hütte war stark belegt, trotzdem gab es für jeden von uns ein Bett.
Früh drückte die Sonne die Wolken ins Tal, und vor uns lag die großartige Bergwelt im Neuschnee. Gewaltig die Fluchthörner. Mehrere Gruppen waren vor uns am Aufstieg, so daß wir den Spuren folgen konnten. Den Gipfel Breite Krone (3079m) erreichten wir mit Ski, der Rundblick großartig, genußvoll die Abfahrt zur Hütte.
Am nächsten Tag wechselten wir mit schwerem Rucksack über das Zahnjoch (2945m) zur Jamtalhütte (2163m). Eiskalt blies uns der Wind im Zahnjoch entgegen und trieb die Wolken aus dem Tal hoch. Bei der Abfahrt tasteten wir uns langsam tiefer, da im Nebel der Überblick über das Gelände fehlte. Über eine steile Seitenmoräne ging es hinab ins Jamtal, wo die Sicht besser wurde.
Am Mittwoch lachte die Sonne vom Himmel, ideales Tourenwetter. So wurden die nächsten drei Tage für uns zur Perle des Skifahrens. Über den Chalausgletscher stiegen wir in die Scharte(3003m), wobei wir die Ski ein kurzes Stück trugen.Hinter dem Bergrücken zogen wir die Spur hinauf zum Augstenberg.Wir stiegen auf die Nördliche Augstenspitze (3228m) und genossen den Rundblick bis zum Ortler mit einer anderen Gruppe von Tourengehern.
Vor der Tour meinte der Hüttenwirt, zur Skitour hier benötige man keine Kletterausrüstung, unser Rucksack könnte viel leichter sein. Schweißgebadet erreichten wir nach vier Stunden die Ochsenscharte. Vor uns erhob sich die Dreiländerspitze. Dietmar wollte nicht mit aufsteigen. Im guten Glauben, bis zum Gipfel mit Ski steigen zu können, gehe ich den Berg ohne Gepäck an. Weit unterhalb des Gipfels endet die Schneeflanke, und der Grataufstieg beginnt. Ski und Stöcke stellte ich hier ab. Ich schaute um den Felsen, da kam mir ein Ehepaar (Bekannte vom Vortag) angeseilt, mit Pickel und Steigeisen entgegen. Unentschlossen stand ich da. Der Mann wollte mir Steigeisen und Pickel leihen, aber ich fuhr lieber mit ihnen zur Wiesbadener Hütte ab. Die Sonne lud zu einer Pause ein. Seit 4 Tagen trug ich meine Ausrüstung durchs Gebirge und mußte mir nun im entscheidenden Augenblick welche leihen. Ich bedanke mich herzlichst dafür bei dem Ehepaar und stieg mit einem sicheren Gefühl auf den Gipfel der Dreiländerspitze (3197m). Vom Vorgipfel zum Gipfelkreuz war es eine schöne Kletterei am Fels. Abstieg und Abfahrt gingen zügig vonstatten. Ich gab die Ausrüstung an die Wartenden zurück, die in der Sonne nicht gefroren hatten. Zu einem Schwatz hatten wir allemal noch Zeit.
Wir saßen noch lange vor der Wiesbadener Hütte in der Sonne und schauten hinauf zum Ochsentaler Gletscherabbruch mit dem Großen Piz Buin, unserem lockenden Ziel für den nächsten Tag. Es wurde der Höhepunkt unserer Tourenwoche. An der Buinlücke schnallten wir die Ski an und stiegen gleich in den Klettergurt. Im Rucksack gingen Steigeisen, Seil und Anorak mit. Wie konnte es anders sein, das Seil benötigten wir nicht. Den Ausblick über die Silvretta genossen wir auf 3312 Meter ausgiebig. Schade, daß wir noch zu wenige der vielen Gipfel mit Namen kennen.
Der Abschied am Sonnabend fiel uns deshalb nicht schwer, weil es neblig war und schneite. Über die Bielerhöhe zog sich der Weg mit vielen Gegenanstiegen hin, bis wir Galtür erreichten und am Ende einer erlebnisreichen Skitourenwoche waren.
Ein Teil des prachtvollen Skitourengebietes um die Heidelberger Hütte, von links nach rechts: Piz Mottana, Piz Davo Lais, 3026 m, Piz Tasna, 3179 m, Breite Krone, 3079 m, Krone 3186 m
Anmerkung : in der Internet-Version ist das Bild leider abhanden gekommen.
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Felix und Julia sind neun und zehn Jahre alt. Man muß sie nicht in die Berge treiben. Frühzeitig ging es an einem Sonntag im Juli dieses Jahres mit dem Auto zum Parkplatz an der Kaiserwacht in Kufstein. Trotz des nicht gerade freundlichen Wetters marschierten wir los mit dem Ziel Anton-Karg-Haus. Am Pfandelhof verließen wir den Fahrweg und gingen auf dem Wanderweg E 4 weiter, vorbei an der Antoniuskapelle. 15 Minuten vor dem Tagesziel erwischte uns der Regen doch, aber am warmen Kachelofen der Hütte, wo wir die einzigen Gäste waren, konnten unsere Sachen wieder trocknen.
Am folgenden Tag wollten wir zum Stripsenjoch, aber nicht auf dem üblichen Weg. Wir wählten den Hochweg über den Feldalmsattel. Nach dem steilen Anstieg sahen wir vor uns den Zahmen Kaiser in voller Schönheit. Auch die Kinder waren begeistert, entdeckten sie auf unserem Pfad doch immer wieder Neues. Zum Schauen hatten wir genügend Zeit. Viele Ameisenhaufen und die prachtvolle Alpenflora gab es zu bewundern. Aufregend war auch das Erlebnis mit einer Kuhherde, weil unser Weg mittendurch führte. Auf dem Sattel angelangt, bestaunten wir das Kletterparadies Wilder Kaiser mit seinen berühmten Felsen wie dem Totenkirchl. Aber nun erwischten uns auch wieder ein paar Tropfen, doch noch vor dem richtigen Regen erreichten wir die Stripsenjochhütte, wo wir uns ein Lager nahmen und zu Mittag aßen. Danach schien die Sonne wieder. So konnten wir am Nachmittag auf den 1807 Meter hohen Stripsenkopf steigen.
Für die Rundtour am nächsten Tag brauchten wir die vollen Rucksäcke nicht, nur einen kleinen Proviantsack Acht Uhr brachen wir auf und hatten zunächst einen weiten Abstieg das Kaisertal hinunter zum unteren Parkplatz. Von der Latschenölbrennerei führte ein Pfad wieder aufwärts zur Ranggenalm und weiter auf den Grat, auf dem sich der Weg entlangschlängelte. Und wieder hatten wir den Blick auf den Wilden Kaiser mit dem Griesnerkar und der Steinernen Rinne, die von berühmten Kletterbergen umrahmt wird. Unser höchster Punkt war mit 1813 Metern der Feldberg. Am Nachmittag waren wir wieder am Stripsenjoch.
Am folgenden Tag sollte ein Berg bestiegen werden, die Ackerlspitze. Noch vor sieben Uhr ging es los. Wir mußten zuerst zur Fritz-Pflaum-Hütte hinauf, wo wir eine kleine Mahlzeit einnahmen und schon 9.30 Uhr weiterwanderten. Auf dem Geröllfeld legten wir die Gurte an.
Der Anstieg war gut markiert, jedoch nicht bis zum Gipfel mit Drahtseilen gesichert. Deshalb war unser kurzes Seil an mancher Stelle von Nutzen. Für die Kinder, die schon einige Jahre klettern, waren die Blöcke und Felsstufen keine Hürde. Ich befürchtete nur, daß wir es wieder mit Regen und Nebel zu tun bekämen und keine anderen Bergsteiger oder Wanderer treffen würden. Als wir gegen 13 Uhr auf der 2329 m hohen Ackerlspitze standen, fielen tatsächlich die ersten Regentropfen. Schnell ein Gipfelfoto, dann suchten wir den Abstiegsweg zur Ackerlhütte. Die Rucksäcke wurden durch den Regen schwerer und die Felsen gefährlich glatt. An senkrechten Wandstellen gab es durch Ringe gute Sicherung. Einer von zwei Wanderern war uns bei der Kletterei behilflich. Er kannte sich gut aus und führte uns bei Nebel über das Schneefeld zum Normalweg. Gegen 17.30 Uhr kamen wir zur Ackerlhütte, für die ich einen AV-Schlüssel hatte, aber Ofen und Gaskocher wollten nicht funktionieren. So mußten wir wohl oder übel noch zur Gaudeamushütte laufen, wo wir 20.15 Uhr eintrafen und nach einer warmen Mahlzeit erschöpft ins Lager krochen.
Die Kinder waren am nächsten Morgen gut ausgeschlafen und bereit für neue abenteuerliche Klettertouren. Wir holten die Klettergurte heraus und kamen auf dem Jubiläumssteig zur Gruttenhütte.
Den Tag darauf gab es wieder nur Regen. Da kam nur der Panoramaweg zur Kaindlhütte in Frage. Ein Umweg über den Scheffauer wäre unvernünftig und gefährlich gewesen. Der Wirt der Kaindlhütte heizte sofort ein, damit wir samt Sachen trocknen konnten.
Auch der letzte Tag war verregnet. Wir wanderten über den abwechslungsreichen Bettlersteig, der teilweise durch Stahlseile, Holzleitern und Treppen sicher gemacht wurde, zum Anton-Karg-Haus, wo unsere Rundwanderung endete und wir uns auf Wunsch der Kinder einen großen Kaiserschmarrn schmecken ließen. Bei schönem Wetter wäre der Weg heute ein Paradies für Kinder gewesen, denn an den zahlreichen Bächen, über die reizvolle Brücken führen, hätten sie wunderschön spielen können.
Diese Urlaubstour hat mir gezeigt, wie ausdauernd unsere Kinder sind. Eine Voraussetzung ist neben dem Spaß an der Freud natürlich auch die richtige Ausrüstung, wozu gutes Schuhwerk, Rucksack mit Hüftgurt, Klettergurt mit Klettersteigset gehören. Ein kurzes Seil und Schutzhelm sind auch zu empfehlen. Durch das Klettern in heimischen Gefilden waren beide Kinder allen Anforderungen gewachsen. Trotz der teilweise verregneten Tour würden beide sofort wieder zu solch einem Unternehmen aufbrechen.
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Spät abends erreichte ich das erste Ziel, das Rifugio Bedole, 1840 m, am Ende eines großen Trogtales. In aller Frühe beginne ich den Aufstieg zum Rifugio Mandrone, 2400 m. Der Weg führt durch einen etwa 200 Jahre alten Wald. Riesige urige Kiefern wachsen am Berghang bis in 2200 Meter Höhe. In den Südalpen liegt die Baumgrenze um ca. 200 Meter höher als in den Nordalpen. Von oberhalb der Baumgrenze kann man den Blick auf das genannte Trogtal genießen. Vor 80 Jahren erreichten die Gletscher Mandrone und Lobbia in riesigen Brüchen den Talschluß auf 1900 Metern Höhe. Heute enden die Zungen der beiden Gletscher oberhalb des Rifugio Mandrone. Die Hütte steht oberhalb eines großen Sees. Hier erwarten mich schon die anderen Teilnehmer an unserer Tourenwoche.
Gemeinsam steigen wir zum Rifugio Lobbia in 3040 m Höhe auf. Die Hütte klebt wie ein Schwalbennest am Fuße des Lobbia Alto, 3195m. Beim Überqueren des Mandronegletschers fällt uns viel Schrott auf, der auf dem Eis herumliegt. Es sind stumme Zeitzeugen aus dem I. Weltkrieg. Hier fand eines der ausgedehntesten Gefechte in der Geschichte des Gebirgskrieges statt. Die Kampfhandlungen reichten bis in eine Höhe von 3500 Metern.
Morgen früh wollen wir auf den Adamello , 3554 m, steigen. Uns bietet sich da im Licht der aufgehenden Sonne ein phantastischer Blick über die riesige Eiswelt. Der Weg führt in die Firnmulde Pian de Neve, an deren Rand der Adamello aufragt. Nach einer kurzen Kletterei stehen wir auf dem Gipfel. Nach Westen sehen wir die höchste Ostalpengruppe, die 4023 m hohe Bernina, nach Osten die Brentagruppe, nach Norden die Presanella, hinter der die Ortlergruppe liegt. Die Südabstürze des Adamello sehen wir sehr gut vom 3434 m hohen Corno Bianco aus. Das ganze Gebiet um die Adamellogruppe zeichnet sich durch offene weite Hänge aus, die alle in große Trogtäler münden. Das Presanellamassiv uns gegenüber steht in krassem Gegensatz zu dieser Landschaft. Viele wilde Gipfelgrate, einsame Kare und schroffe Felswände prägen das Gebiet. Am folgenden Tag steigen wir wieder zum Rifugio Mandrone ab und nutzen das schöne Wetter zu einem Bad in einem der vielen klaren Gebirgsseen.
Wir verlassen am nächsten Tag die Hütte und steigen in das Tal de Genova ab. Hier ereignete sich im April 1995 nach tagelangem Regen ein Felssturz. Ein großer Felsbrocken schlug in die Straße ein, dessen Gewicht auf 3500 Tonnen geschätzt wird.
Eine Sehenswürdigkeit sind die Kaskadenwasserfälle im Tal Naris. In der letzten Kaskade stürzt das Wasser in das Tal Genova ca. 120 m in die Tiefe. Auf der anderen Seite des Gebirges, wo sich die Straße zum Tonalepaß emporschlängelt, sind viele Schluchten zu sehen. Wir verlassen in Stavel die Straße und steigen fast weglos durch einen dichten Tannenwald. Am Rande des Weges stehen viele Heidelbeeren, Wald- erdbeeren und Himbeeren, was das Voran- kommen zum Rifugio Denza in 2300 Metern Höhe etwas zeitraubend gestaltet. Die Hütte steht auf einer Anhöhe inmitten von Krüp- pelkiefern. Oberhalb der Hütte gibt es vie- le kleine Kare, die mit Schneegefüllt sind. Am Abend wird die Sicht besser, und die Nordwand der Presanella glüht in roten Farbtönen.
Am Morgen ist alles in Wolken, und es weht ein warmes Südsüdwestwind. Es wird fraglich, ob wir heute unser Gipfelziel er- reichen können. Alle Anzeichen deuten auf einen Wetterwechsel. Wir steigen noch bis zum Paß in 3030 m Höhe und können kurzzeitig den Gipfelaufbau sehen. Dann ist alles wieder in Wolken. Wir kehren um und laufen zur Hütte zurück. Nachdem alle Sachen gepackt und wir zum Abmarsch bereit sind, reißt es wie zum Hohn wieder auf Die Presanella, 3556 m, zeigt sich in ihrer ganzen Schönheit. Grund genug, um noch einmal hieherzukommen. Während des Abstiegs nutze ich die gewonnene Zeit zum Heidelbeerensammeln. Nach zwei Stunden sind meine Behältnisse randvoll, die Presanella wieder in Wolken. Die Hütte ist jetzt auch von Wolken verhüllt, und es beginnt zu regnen.
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Mit großer Erwartung stieg ich an jenem Sonntag von Hinterbichl auf das Defreggerhaus, 2915m, auf. Ob das Wetter hält ? Zweimal habe ich hier schon abbrechen müssen. Ob alle gut angekommen sind ? Das waren einige meiner Gedanken. Das Wetter zeigte sich nicht von seiner besten Seite. Unterhalb der Hütte begann es zu regnen. Dafür war es dann drinnen um so gemütlicher.
Die kommenden 2 Tage nutzten wir zum Üben der Spaltenbergung und des Verhaltens bei Stürzen. Unsere erste gemeinsame Tour führte uns auf den hohen Zaun, 3464m. Im Abstieg stürzte dann ein Teilnehmer in eine Spalte, wobei das Gelernte gleich angewendet werden konnte.
Am Morgen darauf bescherte uns ein wolkenloser Himmel traumhaftes Wetter. Bei der Besteigung des Großvenedigers sah ich in der Ferne die Drei Zinnen, die Zillertaler Alpen und den Großglockner. Nach dem Gipfel stiegen wir über die Venedigerscharte und eine sich dahinter befindende große Randkluft Richtung Kürsinger Hütte, 2562m, ab. Eine Hütte die zum Verweilen einlädt. Das gute Essen verschaffte uns so 2 Tage Aufenthalt. Am Morgen stieg eine kleine Gruppe auf den Großen Geiger, 3360m, eine andere hatte sich den Keeskogel, 3291m, zum Ziel gesetzt. Ganz Verwegene gingen sogar in einem Bergsee unterhalb des Großen Geigers baden.
Die nächste Tour bescherte uns einen kurzen Klettersteig. Ein vergessenes Seil und eine gute Sicht vom Krimmler Törl, 2789m, auf die Simonyspitzen, den letzten Teil unserer Rundtour, waren weitere Höhepunkte dieses Tages. Auf dem Weg zur Rostocker-Essener Hütte, 2208m, durchquerten wir eine üppig blühende Wiese. An der Hütte angelangt, stieg mir der Duft von frischem Apfelstrudel in die Nase - eine wohlschmeckende Abwechslung. Für die Besteigung der Simonyspitzen, 3488m, am nächsten Tag fand sich nur eine kleine Truppe. Die übrigen Bergfreunde, die auf dem Weg zum Rostocker Eck, 2749m, waren, sahen sie am Firngrat gehen. Vom Gipfelgrat war ein schöner Rundblick auf die Tauerngipfel möglich.
Gegen Mittag stiegen die Wolken aus dem Tal auf, es wurde Zeit für den Abstieg. Langsam wateten wir durch Sulzschnee der Hütte entgegen. Eine Woche verging wie im Flug. Für einige unserer Gruppe war es die erste große Gletschertour und für andere Ansporn, so etwas im nächsten Jahr zu wiederholen.
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Die Nacht bricht am südlichen Wendekreis sehr schnell herein. Man spürt die kühle Luft von den Bergen. Wir sind vom Dampf der Geysire umgeben, der sich jetzt erst richtig entfaltet. Die Kälte läßt uns schnell in die Schlafsäcke kriechen. Morgen früh wollen wir in Chuquicamata (2500m) den größten Kupfertagebau der Erde besichtigen. Wir sehen in der Ferne die riesigen Abraumhalden. Von den Bergen vor der Mine grüßt eine auf Stein gemalte Staatsfahne von Chile. Das Gelände ist weiträumig abgesperrt. Wir müssen uns anmelden, denn der Zutritt ist nur einer eng begrenzten Anzahl von Besuchern gestattet. Zum Glück haben wir uns diese Genehmigung schon ein paar Tage vorher besorgt. Vor uns sehen wir ein gigantisches Erdloch von 750 m Tiefe. Das Gestein hat einen Reinheitsgehalt von 0,13%. Hier wird die Hälfte der chilenischen Kupferproduktion erwirtschaftet, und das bei über 15 Kupferminen im Land. Allein in den letzten zwei Jahren ist die Mine 60 m tiefer geworden. Riesige Muldenkipper fahren über 32 Etagen in die Tiefe und werden dort mit 100 bis 150 Tonnen beladen. Alle Pkw müssen in der Mine mit an langen Stangen befestigten Fähnchen herumfahren, um von den Giganten auf Rädern nicht übersehen zu werden. Das Gestein wird zerkleinert, elektrisch und chemisch getrennt und anschließend verhüttet. Die Kupferbarren werden mit der Eisenbahn nach Antofagasta gebracht und dort weiter verschifft. Auf unserer Fahrt nach Antofagasta überholen wir einen mit Erz beladenen Zug. Für die Strecke von Chuquicamata nach Antofagasta (ca. 200 km) braucht der Zug einen ganzen Tag.
Antofagasta, eine Stadt mit über 250 000 Einwohnern, schmiegt sich an die Hänge der Küstenkordillere. Die Kordillere schützt die Stadt vor der sengenden Hitze der Wüste. Morgens steigen Nebelschwaden vom Pazific auf, breiten sich über der Stadt aus und kühlen die Luft etwas ab. Die Stadt hat einen kilometerlangen Strand, dessen Abschluß im Norden das Felsentor von Antofagasta bildet. Wir steigen in die kalten Fluten des Humboldtstroms. Trotz der Lufttemperatur von über 35 Grad Celsius wird das Wasser nie über 20 Grad Celsius warm. Gut erfrischt setzen wir die Fahrt durch die Wüste nach Süden fort. Bei La Serena sehen wir die auf einem Bergkamm stehende europäische Südsternwarte und unweit davon die amerikanische Forschungseinrichtung.
Mitte Februar erreichen wir wieder Santiago. Hier ergänzen wir unsere Vorräte für die Besteigung des Tupungato. Wir fahren dann das Tal des Rio Colorado flußaufwärts. Nach etwa 60 km östlich von Santiago müssen wir unsere Genehmigung für die Weiterfahrt vorweisen. Wir erfahren, daß wir noch 20 km auf einer Piste fahren können. Wo die Straße zu Ende ist, soll ein Mulitreiber, bei dem man Pferde für den Gepäcktransport leihen kann, seine Hütte haben. Bauarbeiter, die wir im Tal treffen, beschreiben uns noch einmal den Weg zu den begehrten Pferden. Bei den zwei Bretterbuden der Treiber sehen wir aber keine Pferde. Sie sind unterwegs und etwa in vier Tagen zurück. So teilen wir inzwischen unsere Ausrüstung nach Lagern und Teams auf. Gegen Abend kommt ein Teil der Teiber zurück. Wir handeln mit ihnen den Transport zum Peniteteslager in 4100 m aus. Am nächsten Morgen fahren wir zum vereinbarten Platz, aber niemand kommt. Wir warten mehrere Stunden und kehren wieder um. Da es mit unserem Spanisch nicht weit her ist, gestalten sich die folgenden Verhandlungen kompliziert. Wir hatten verstanden, daß nach der Leistung bezahlt wird, aber die Treiber wollten Vorauskasse.
Gegen Mittag setzt sich nun endlich die Karawane in Bewegung. Nach kurzer Wegstrecke fühlt sich Fritz plötzlich unwohl und möchte im Tal bleiben. Also wird ein Teil der Ausrüstung wieder abgeladen, worüber sich das Muli sichtlich freut. Gegen Abend erreichen wir einen Schlafplatz mit Quelle am Rande eines verdorrten Buschlandes. Die Nacht vergeht schnell, und in der klaren Morgenluft sehen wir den ersten Gletscher. Mittags erreichen wir eine Wiese und schlagen unser zweites Lager in 3100 m Höhe auf. Die Pferde finden hier letztes spärliches Grün. Die Berge ringsum sind zwischen 5000 und 5900 m hoch. In der Mitte der Wiese ist ein kleiner See, eine gute Waschgelegenheit. Das Gras erweist sich aber als tückisch. Spitze Halme verhindern jedes Barfußgehen. Selbst die Pferde und Mulis schlagen einen Bogen darum. Also fällt auch das Baden ins Wasser. Am Abend läßt der starke Wind nach, und man riecht das Wasser, das stark mineralisiert ist. In der Nacht rebelliert auch noch der Magen, sodaß man sich am Morgen wie erschlagen fühlt. Für unsere heutige Etappe ist dieser Zustand nicht ideal. Frühstück samt Tee fallen für mich aus. Der Weg ist miserabel. Mit einer Dose Ananas als Wegzehrung komme ich am Abend am Penitenteslagerplatz in 4100 m Höhe an. Endlich haben die 50 km nach drei Tagen ein Ende gefunden. Am Abend geht die Temperatur auf 0 Grad Celsius zurück. Das Wasser hört auf zu rauschen. In den Bergen kehrt Stille ein. Mit uns sind noch Gruppen Amerikaner und Kolumbianer am Berg. Beide Teams haben schon ihre Hochlager errichtet. Das steht uns morgen bevor.
Der Aufstiegspfad windet sich in Serpentinen den Hang empor. Oben am Grat empfängt uns starker Wind. Auf 4800 m haben wir das Camp der Amerikaner erreicht. Geschafft setze ich mich auf einen großen Stein, und mein Blick gleitet nach Argentinien hinüber. Die Talhänge sind mit viel Geröll vulkanischen Ursprungs bedeckt. Die Farben reichen von Rot bis Schwarz. Wir errichten eine Steinmauer um unser Lager, um uns vor dem ständigen Wind zu schützen. Die Amerikaner meinen, wir hätten eine Burg. Vier weitere Tage benötigen wir, um unsere Lagereinrichtung auf 5400 m zu bringen. Dort bringt dann der Nachmittag ein bißchen Neuschnee und der Abend Kälte von -8 Grad Celsius. Wir wollen morgen auf den Gipfel steigen und haben uns für einen Weg, der zum Grat hinaufzieht und oben in ein Schneefeld mündet, entschieden. Der Morgen grüßt uns mit einem phantastischen Blick zur Südwand des Aconcagua (6912m). Langsam setzen wir uns in Bewegung. In der Nacht war die Temperatur auf -18 Grad Celsius gefallen, sodaß sich der Körper auf die wärmende Sonne freut. Wir kommen nur sehr langsam voran. Im steilen Eisfeld steigt es sich schwer. Der Büßerschnee macht uns zu schaffen. Vom Gipfel ist noch nichts zu sehen, nur eine winzige Anhöhe. Dort endlich angelangt, sehen wir in der Ferne die nächste Anhöhe. Die letzten Meter werden zur Tortur. Meinem operierten Knie gefällt das Gelände gar nicht, und vor dem Rückweg graut es mir schon jetzt. Auf einmal geht es nach allen Seiten abwärts. Oben! "Berg Heil" auf dem Tupungato, 6570 Meter. Die große Sicht auf die Andenberge ist uns leider nicht vergönnt. Lediglich in den Krater des Vulkans Tupungattito (5400m) können wir schauen und in der Ferne unser einsames Zelt im Penitenteslager ausmachen.
Gegen Abend kriechen wir nach langem Abstieg müde in unsere Biwaksäcke, und der Berg zeigt uns in der Nacht, wer hier der Herr ist. Im Abstieg grübelt man nach über den sogenannten Erfolg. Vier Biwaknächte für einen schnellen Gipfel- sieg und -19 Grad Celsius in der letzten Nacht; waren sie es wert? Wäre der Erfolg auch noch nach dem starken Schneefall, der sich zu unserem Glück nur auf die argentinischen Anden erstreckte, möglich gewesen? Aus der Ferne vernimmt man endlich ein anderes Geräusch als den des Windes, der uns ständig begleitete. Wasser stürzt über eine Steilstufe hinab, und wir sind wieder bei unserem Zelt angelangt. Unser Berg erglüht unter den Strahlen der Sonne in einem warmen roten Licht. Noch etwa drei Tage wer- den wir für den Abstieg bis zu Fritz im Tal brauchen. Wie wird er die vergangenen zwei Wochen verbracht haben? Mein Blick schweift hinüber zu den Eisriesen, die das Tal umrah- men. Sie sind alle eine Besteigung wert, vielleicht mehr noch als der Tupungato.
Langsam gewinnt die Nacht mit ihren vielen Sternen die Oberhand, und meine Gedanken gehen weit in die Ferne zu den Eisriesen der Königskordillere, dem Anfang eines weiten Weges durch die Anden.
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