DAV Chemnitz : Infoheft 2. Halbjahr 2001 (Heft 22)

Übersicht

Aus der Geschichte der Sektion - Vom Ende des 1. bis Ende des 2. Weltkrieges (1918-1945) : Die Neue Chemnitzer Hütte (10. Fortsetzung)
Ein besonderes Jubiläum
Wir gratulieren und trauern
Infos - Termine - Neuigkeiten :
Termin Fortbildungsvortrag "Lawinenkunde"
Termine und Sektionsaktivitäten 2002
Veranstaltungs- und Teilnahmebedingungen (Stand 2001)
Kurskonzept der DAV-Sektion Chemnitz
Stammtischabende mit Vorträgen von September 2001 bis Mai 2002
Kletterführer Erzgebirge : Nachträge und Änderungen
Einladung zur Jahreshauptversammlung 2002
Arbeitseinsatz 2002
Sommersonnenwendfeier 2002
Hier spricht die JDAV : Treffen der jungen Bergsteiger 2001
Tourenberichte :
Zum höchsten Punkt Afrikas
Eine Reise in den Süden von Kalaallit Nuaat
Eine Besteigung des Mont Blanc - Über das Dach Europas
Rund um die Annapurna und andere Touren in Nepal und Tibet
Klettern in Sachsen : Ein Wochenende in der Nähe von Leipzig
Ausbildungskurs am Dachstein
Unser neues Ausbildungsgebiet am Dachstein
Skiwochende im Vogtland
Die Ortsgruppe "Oberes Erzgebirge" berichtet
10 Jahre Himmelfahrtstouren der Wanderfreunde der Sektion Chemnitz
Gedanken nach einem Bergsommer
Von "aufgegebenen Kolonien" und neu abgesteckten Claims
DAV-Sektions-Newsletter: via Email Informationen von der DAV-Sektion Chemnitz erhalten
Neue Bücher für uns
Die Redaktion über sich
Impressum

Ein besonderes Jubiläum

Von Wolfgang Mann

"75-Jahr-Feier der Neuen Chemnitzer Hütte geprägt von Bergfreundschaft und Zusammengehörigkeitsgefühl". So könnte der Aufmacher für die Nachricht von den Feierlichkeiten zur Umbenennung der Hütte und der Einweihung der neuen Winterhütte lauten. Die Sektion Rüsselsheim hatte für das letzte Wochenende im Juni 2001 ins Pitztal eingeladen. Als offizielle Delegation der Sektion Chemnitz folgten der Einladung der 1. und 2. Vorsitzende und der Redakteur. Steffen Oehme hatte wohl von allen die weiteste Anreise von Poprad in der Slowakei über Chemnitz nach Plangeroß (ca. 1400 km). Beim Aufstieg zur Hütte bei prächtigstem Wetter schauten wir immer wieder hinunter zum Parkplatz, wo gegen 14 Uhr der Bus aus Rüsselsheim hätte eintreffen sollen und ein gemeinsamer Aufstieg geplant war. Gegen 16 Uhr ließen wir das Umschauen und strebten der Hütte zu. Nichts war hier mehr zu sehen von den Folgen des Lawinenunglücks im Februar 1999, als der Schnee sich durch die Erkerfenster ins Haus ergoss, den Gastraum ausfüllte und u. a. die Winterraumhütte völlig zerstörte. Die Hütte mit einem neuen Anbau am Eingang versehen, daran ein großes Willkommensschild, das Dach neu gedeckt, die Winterraumhütte, wo auch die Materialseilbahn endet, neu errichtet, so präsentierte sich uns die zu den urigsten Berglerbeherbungsstätten zu zählende Rüsselsheimer, vormals Neue Chemnitzer Hütte.

Als wir auf den Abfütterungsplatz hinter dem Haus kamen, waren schon alle Plätze besetzt und wir wurden mit Beifall und mehreren Obstlern begrüßt. Eigentlich hatten wir Hunger und Durst. Nach dem abendlichen Umzug ins gemütliche Innere des Hauses wurden auch diese Bedürfnisse ausgiebig befriedigt. Sechs Blasmusikanten, die zuvor die Jahreserste auf die Hohe Geige, 3395 m, gemacht hatten, sorgten zuerst für Stimmung, die sich im Laufe des Abends kontinuierlich steigerte. Wolfgang Gurk, der 1. Vorsitzende der Sektion Rüsselsheim, begrüßte uns Chemnitzer, als hätten wir das Verdienst, dass die Hütte 1926 errichtet wurde, und überreichte unserem Vorsitzenden ein in Holz gearbeitetes Stadtwappen von Rüsselsheim. Steffen Oehme revanchierte sich im Namen der Chemnitzer mit einem Bildband über die Sächsische Schweiz. In einer kurzen Ansprache des Redakteurs unserer "Mitteilungen" wurde die freundschaftliche Verbundenheit unserer beiden Sektionen hervorgehoben und der Sektion Rüsselsheim für die fünf Jahrzehnte währende Sorge um die Hütte.

Als uns Chemnitzern eine alte Hüttendecke mit dem Schriftzug "Sektion Chemnitz" und der Hüttenstempel übergeben wurden, erreichte die Stimmung einen weiteren Höhepunkt, denn ein Stempelabdruck wurde auf einer Pobacke von Steffen Oehme platziert. Im Laufe des Abends, in dem auch das Sächsische begeistert aufgenommen wurde, sah man die beiden 1. Vorsitzenden bis nach Mitternacht in angeregtem Erfahrungsaustausch.

Wer alles hier vertreten war, bekam man erst richtig am nächsten Tag mit, als die Begrüßung erfolgte, die Festansprache gehalten wurde und die vielen Grußbotschaften überbracht wurden. Der Oberbürgermeister von Rüsselsheim überreichte ein Gästebuch und versprach, bald einmal wiederzukommen. Der OB von Chemnitz Dr. Seifert war schon Anfang der 90er Jahre dort. Wir wurden am Abend gebeten, die erste Eintragung in das neue Gästebuch vorzunehmen:

Zum Fest anlässlich des 75-jährigen Bestehens der Berglerunterkunft, die ab heute den Namen Rüsselsheimer Hütte trägt, eingeladen zu sein, empfinden wir als ein schönes Zeichen der Bergfreundschaft. Und das haben wir auch so erlebt und uns im Kreise der Rüsselsheimer sehr wohl gefühlt. Dass die Hütte dem Bergsteiger und Wandersmann nicht nur Obdach, Essen und Trinken gewährt, sondern noch für sehr lange Zeit eine Stätte der Begegnung und Freundschaft ist, das wünschen wir von der Sektion Chemnitz des DAV von ganzem Herzen.

     Steffen Oehme       Dr. Frank Tröger     Wolfgang Mann
     1. Vorsitzender     2. Vorsitzender

Eine über 20 Mann starke Blaskapelle aus St. Leonhard schmetterte forsche Weisen und spielte auch auf zur Bergmesse, die von Dekan Paul Grünerbl zelebriert wurde. Leider hatte sich dieser nicht mit dem Hüttenwirt und den Veranstaltern ins richtige Einvernehmen gesetzt, so dass dieser Teil des Festes keinem Vergleich stand hielt mit der richtigen Messe zur 100-Jahr-Feier der Chemnitzer Hütte am Nevesjoch 1995.

In der Chemnitzer "Freien Presse" war am 3. Juli zu lesen, dass die Feier im PILZTAL mit Sekt und einem Festessen begangen wurde. Der Schreiber muss auf einer anderen Veranstaltung gewesen sein. Etwa 200 Personen vor der Hütte waren mit dem zufrieden, was die bescheidene Hüttenküche zu bieten hat. Steinbockgulasch und Bier waren am gefragtesten.

Nach Stunden waren so viele Gäste wieder ins Tal gegangen, dass alle, die geblieben waren, Platz in dem gemütlichen Gastraum hatten und ein selbst gestalteter Hüttenabend mit viel Gesang das Fest beschloss. Dabei stellte der Rüsselsheimer Hüttenwart den Antrag, als C-Mitglied in die Sektion dem gemütlichen Gastraum hatten und ein selbst gestalteter Hüttenabend mit viel Gesang das Fest beschloss. Dabei stellte der Rüsselsheimer Hüttenwart den Antrag, als C- Mitglied in die Sektion Chemnitz aufgenommen zu werden. Kann es ein besseres Zeichen von bergfreundschaftlicher Verbundenheit geben? Dieter Kopp versprach auch, nach Chemnitz zu kommen und das alte Hüttenschild mitzubringen. Eine Wandergruppe unter Führung eines Ex-Freibergers wird zum wiederholten Male die erzgebirgischen Reviere durchstreifen. Eine Möglichkeit, sich bei uns wieder zu sehen.

Ein Zusatz

Hatte es am Sonntag, dem 1. Juli, nur wenig Sonne, aber auch Blitz, Donner und Regen gegeben, zog der Montag mit prächtigstem Bergwetter herauf, das auch an den Folgetagen anhielt. Mein Tourenplan "Hohe Geige Westgrat" konnte verwirklicht werden, und zwar genau in den vier Stunden, die am Schild vor der Hütte, auf die man vom Grat aus immer wieder hinuntersehen konnte, angegeben waren. Weniger Spaß machte der Abstieg über den Normalweg. Aber am Abend, als ich einziger Hüttengast war, erlebte ich ein Schauspiel der besonderen Art. 30 Steinböcke zogen vom Gabintenhang herunter auf die Wiese unterhalb der Hütte, wobei manche schon dabei regelrechte Freudensprünge mit Salchow und Axel vollführten. Da krachten die Gehörne aufeinander, dass es zur Hütte herauf schallte. Auf einem Stein, groß wie eine Gartenlaube, gab es das Spiel "Wer ist zuletzt oben?" Nach etwas über einer Stunde trollten sich die wilden Ziegen mit ihren stattlichen Gehörnen wieder hangaufwärts zu ihren Nachtquartieren.

Der schmerzenden Knie wegen verbrachte ich den folgenden Tag geruhsam im Gelände oberhalb der Hütte und begann, meinen Bericht zu schreiben.

Am späten Nachmittag ging's hinunter nach Plangeroß zur Pension Santeler, wo ich gerade zum Grillabend eintraf und feststellen konnte, dass es stimmt, was in der Anzeige steht: Gemütliche Atmosphäre und Annelies Stärke sind ihre Küchenwerke.

Infos - Termine - Neuigkeiten

Termin Fortbildungsvortrag "Lawinenkunde"

Von Steffen Oehme

Am 11. Dezember 2001 findet eine Fortbildungsveranstaltung zum Thema "Lawinen - Erfahrungen, Strategien, Entscheidungen" für Fachübungsleiterund interessierte Bergfreunde statt. Referent ist Chris Semmel vom DAV-Bundeslehrteam.

Beginn ist 18:00 Uhr in der Geschäftsstelle der DAV-Sektion Chemnitz.

Für Fachübungsleiter ist es eine anerkannte und gewertete Fortbildung. Die Weiterbildungskosten für Fachübungsleiter trägt der Verein, alle anderen Interessenten zahlen einen Unkostenbeitrag von 5,-DM. Interessenten werdengebeten, sich in der Geschäftsstelle telefonisch für die Veranstaltung anzumelden.

Stammtischabende mit Dia-Vorträgen von September 2001 bis Mai 2002

Von Dr. Thomas Frank

Unsere Stammtischabende finden wie gewohnt am jeweils letzten Dienstag im Monat in den Räumen der Geschäftsstelle in der Zieschestraße statt. Die Räume sind ab 18:30 Uhr zugänglich, und der Vortrag des Abends beginnt wie üblich um 19:30 Uhr. Diese mittlerweile gut bekannte Regel hat in der kommenden Stammtisch-Saison eine Ausnahme : Der Stammtisch-Termin im April wird wegen dem Feiertag am 1. Mai auf den 23. April 2002 vorverlegt.

Unser alpiner Stammtisch wird wie gewohnt Gelegenheit zum Gedankenaustausch, zur Planung und Vorbereitung von Fahrten u. a. bieten. Für die Diavorträge liegen z.Zt. schon eine große Zahl von "Wortmeldungen" und Angeboten vor, aus denen ich die folgenden Themen ausgewählt habe. Wegen der festen Anzahl von Terminen und der somit begrenzten Vortragszeit bitte ich alle, die mit ihrem Vorschlag diesmal keine Berücksichtigung im Vortragsprogramm finden konnten, um Verständnis.

Es sind bisher (Änderungen natürlich immer vorbehalten) folgende Vorträge und Erlebnisberichte vorgesehen :

Stammtisch-Abende 2. Halbjahr 2001 und 1. Halbjahr 2002
25. September 2001 Emil Feigl :
Kanada von Süd nach Nord - eine Tour durch denBanff und Jasper Nationalpark
30. Oktober 2001 Mike Glänzel, Steffen Oehme :
Top of the South America 2001, Teil I - Die Besteigung des Aconcagua (6960m)
27. November 2001 Steffen Oehme, Ingo Röger :
Top of the South America 2001, Teil II - Erlebnisse am Pissis und Ojos del Salado
29. Januar 2002 Karl Cienskowski :
Trekking in Nepal (Annapurna-Runde) und ein Abstecher nach Lhasa/Tibet
26. Februar 2002 Jürgen Hedderich :
Schneeschuhwandern bei Toblach + Alpentouren 2001 (weitere Angebote ?)
26. März 2002 Uwe Heinrich :
Mt. McKinley/Denali (USA, Alaska) - Besteigung über die West Buttres Normalroute
23. April 2002 Terminverschiebung wegen 1. Mai !!
Emil Feigl :
Besteigung des Elbrus (Kaukasus) auf der Route der Erstbesteiger
28. Mai 2002 Holger Bitterlich :
Klettern in Meteora (Griechenland)

Wie immer kann sich die eine oder andere Programmänderung auch noch kurzfristig ergeben. In diesen Fällen werde ich sowohl an der Informationstafel in der Sektions-Geschäftsstelle als auch auf den Web-Seiten der Sektion im Internet darüber informieren. Mit Vorschlägen kann man sich jederzeit an mich wenden :

Vortragswart : Dr. Thomas Frank, Tel.: 0371/ 4 02 95 41, E-Mail: drth.frank@arcor.de.

Einladung zur Jahreshauptversammlung 2002

Termin :
Dienstag, 05. März 2002, 19 Uhr
Ort :
Geschäftsstelle Zieschestraße 37
Tagesordnung :
Eröffnung der Versammlung
Geschäftsberichte des Vorstandes für das Jahr 2001
Bericht des Schatzmeisters über das Geschäftsjahr 2001
Bericht der Revisionskommission
Anträge an die Jahreshauptversammlung 2002
Diskussion zu Berichten und Anträgen
Haushaltsvorschlag für das Jahr 2002
Beschlußfassung
Anträge zur Beschlussfassung sind bis 11. Februar 2002 schriftlich in der Geschäftsstelle einzureichen.

Mitmachen nutzt allen! : Arbeitseinsatz am 13. April 2002

Von Dr. Frank Tröger, 2. Vorsitzender

Die Arbeit für den Vorstand und seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wächst schnell an. Schauen wir nur mal auf das zurückliegende Jahr. Aus einem Öffnungstag der Geschäftsstelle wurden zwei, die Geschäftsstelle wurde größer und pflegebedürftiger, bei Stammtischen muß die Küche betreut werden, vor der Kletterwand muß der Rasen gemäht werden, unsere Fenster sollten wenigstens etwas Licht durchlassen, das ausleihbare Material braucht Pflege, ausreichend Karten, Tourenführer, ... sollten in der Bücherei griffbereit stehen und, und, und, ...

Nur eine Größe wächst sehr langsam: die Zahl der Helferinnen und Helfer. Wir rufen daher alle Mitglieder auf, am 13. April 2002 mit Hand anzulegen. An diesem Tage wollen wir um 09:00 Uhr an verschiedenen Stellen für unsere Sektion tätig sein:

Geschäftsstelle
Kletterwand
Klettergebiete im Erzgebirge
Naturschutz

Wir rufen alle Mitglieder auf, sich entsprechend der eigenen Leistungsfähigkeit zu beteiligen. Um eine gewisse Planung der Arbeiten vornehmen zu können, bitten wir alle, die mitmachen wollen, um eine Information an den Vorstand, wer wo was tun kann und möchte.

Meldeschluß ist der 04. April 2002.

Sommersonnenwendfeier 2002

Natürlich wird es auch in diesem Jahr wieder eine Sonnenwendfeier auf der Anton-Günther-Höhe bei Wolkenstein geben.

Am 22. Juni treffen sich wieder Wanderer, Kletterer und Familien, um am Feuer gemütlich beisammen zu sitzen. Genaueres kann in der Geschäftsstelle erfragt werden.

Hier spricht der JDAV : Treffen der jungen Bergsteiger 2001

Von Julia und Felix Maul

Zum 3. Mal war unsere Gruppe auf der Burg Hohenstein dabei. Zur Himmelfahrt, am 24.05.2001, trudelten unser neuer Jugendleiter Holger Bitterlich mit seinen Kletterassen Michi, Anne, Falk, Holger, Johannes, Felix und Julia im Burggarten ein. Für ca. 200 Kinder und Jugendliche wurden Übernachtungsmöglichkeiten in Türmen bzw. Burgverliesen geschaffen, die sie sofort beziehen konnten.

Am spätem Nachmittag begannen schon die ersten Wettkämpfe. Die Teilnehmer mussten, von den strengen Blicken der Kampfrichter geplagt, das Sturzhalten, das Dülfern (Abseilen nur im Seil) und das Prusiken bewältigen. Am nächsten Morgen standen schon früh zeitig Busse vor der Burg, die alle zur Zyklopenmauer am Kuhstall im Kirnitzschtal fuhren. Dort warteten schon die meisten Kinder gespannt, daß es los geht. Endlich waren alle Vorbereitungen getroffen und der Wettkampf konnte beginnen.

Beim Wahl- und Pflichtklettern, was auch als Aufgabe gefordert wurde, haben sich manche Teilnehmer sehr viel Zeit gelassen. Wer länger als zehn Minuten für einen Weg brauchte oder nicht flüssig kletterte, bekam Punktabzug. Bei den anderen Aufgaben, wie Kletterführer lesen und Standplatz bauen, ging es schon viel schneller. Am Ende des Tages, als alle ihre Punkte auf dem Laufzettel hatten, ging es wieder zurück zur Burg.

Abends dann trafen sich alle im Burggarten, um Dias über die Sächsische Schweiz zu bewundern. Danach ging es noch lustig weiter, bis auch die Letzten in ihr Bett fielen.

Der dritte Wettkampftag begann mit der Ersten Hilfe. Dabei musste man bei verschiedenen "Opfern" die Verletzung erkennen und behandeln oder erste Hilfemaßnahmen einleiten. Die letzte Disziplin war ein Orientierungslauf. Jede Mannschaft bekam eine ungenaue Karte und den Anlaufpunkt. Bei jedem erreichten Anlaufpunkt erfuhr man den weiteren Weg. Das Ziel war für alle wieder der Burggarten. Hiermit war der Wettkampf beendet.

Am Abend, als die Sieger feststanden und die besten fünf Mannschaften ihre Urkunden bekommen hatten, ging es erst richtig los. Vor allem bei Johannes und Felix gab es Grund zur Freude. Sie belegten den 4. Platz in der AK 3. Es wurde bis lang in die Nacht gefeiert und zu guter Lifemusik mit "Tomi Bums" getanzt.

Auf jeden Fall sind wir im nächsten Jahr wieder dabei. Auch ohne Platz auf dem Treppchen machte es allen Spaß.

Tourenberichte

Eine Reise in den Süden von Kalaallit Nuaa (Grönland)

Von Steffen Oehme

Unter uns sehen wir viele kleine Inseln im Meer. Erst als die Maschine tiefer geht werden aus den Inseln Eisberge. Die Maschine fliegt einen Bogen und der graue Himmel verschmilzt mit dem Horizont. Nun tauchen unter uns viele kleine und ein sehr langer See auf. Das rumpeln des Fahrwerkes sagt uns, wir sind in Grönland gelandet.

Der See entpuppt sich als Fjord mit vielen kleinen Eisbergen. Unsere Fähre manövriert uns geschickt um diese Berge. Manche ragen fast zehn Meter in die Höhe. Die erste Ansiedlung, die wir anlaufen, besteht aus einer Handvoll bunter Häuser zwischen grünen Wiesen. Unser Tagesziel Igaliku liegt noch zwei Bootsstunden entfernt. Wir, Konstanze, Ingo, Lars, Bert, Ingo und ich, wollen in Igaliku eine Durchquerung der Qaqortoq-Halbinsel starten. Die Wolken geben uns plötzlich den Blick auf einen steil aufragenden Berg frei, den Illerfissalik 1850 m.

Der wäre was! Unsere Rucksäcke, so um die 20 kg, holen uns auf dem Weg ins Dorf in die Realität zurück. Einige bunte Häuser, ein KNI (wichtigster Versorgungsstützpunkt), eine Kirche für die fünfzig Einwohner und eine Jugendherberge. Das Dorf liegt hinter einem kleinen Pass an einem anderen Fjord.

Der Illerfissalik ist auch von hier sehr schön zu sehen, nur ist die Luftlinie hin und zurück 40 km (und das ohne Wege). In Grönland gibt es keine Straßen von Ort zu Ort, auch keine markierten Wanderrouten, man sucht selbst den besten Weg. Es gibt in hier viele Fähren, das gängige Taxi für die Inuit, oder die etwas schnellere Alternative der Helikopter.

Am Morgen beschließen wir, auf den Berg zu gehen. Gemütlich gegen10 Uhr kommen wir endlich los. Gegen Nachmittag machen wir auf einer Anhöhe Rast. Vor uns erstreckt sich der Eriks-Fjord. An seinem Ende liegt Narsarsuaq mit dem Flughafen. Vor uns liegt der Reedekamm, ebenfalls 1200 m hoch. Wir steigen in einer Firnmulde weiter bis zu einem Sattel auf. Nun haben wir gleich zwei Gipfel vor uns. Es geht erst einmal auf den rechten über einen ausgesetzten Firngrat. Oben stellen wir leider fest, der linke ist der höhere. Aber trotzdem haben wir eine traumhafte Sicht. Vor uns liegt das Inlandeis, das sich vom Westen bis Osten zum Horizont erstreckt. Die Eisberge brechen vom Inlandeis direkt in den Fjord ab. Im Süden sehen wir eine Vielzahl von Fjorden, Inseln und Seen. In einer hochalpinen Überschreitung nehmen wir den Gipfelgrat und stehen 19 Uhr auf dem Illerfissalik in 1850 m Höhe. Eine phantastische Rundumsicht tut sich auf. Der Berg ist einer der Höchsten in Südgrönland. Am nächsten Tag so gegen 1 Uhr erreichen wir wieder unseren Ausgangspunkt. Es ist schon dämmrig geworden.

Heute wollen wir für unsere Sieben-Tage-Tour packen. Allein zehn Brote gilt es zu verstauen, Zelte, Schlafsäcke und alles, was man so zum Trekking braucht plus einer Angel. Mit ca.25 kg gehen wir los und laufen durch eine Wollgraswiese, über Weidengestrüpp und Moosbeerensträucher als typischer Bewuchs der Region. Leider sehen wir die Welt ab jetzt nur noch durchs Moskitonetz wegen der vielen kleinen lästigen Mücken und Fliegen. Nach drei Tagen erreichen wir die Ausläufer des Reedekammes. Steil fallen die Felsen zum Meer ab. Wir kämpfen uns durch Gestrüpp und über Felsen nach oben. Zu gut meint es heute auch die Sonne, knapp 20°C. Die Steilheit lässt nach und wir erreichen eine Wiese am Bach, ein ideales Zeltgelände. Nun heißt es schnell die Zelte aufstellen und am Bach einen Staudamm errichten. Heute ist Badetag, das Wasser hat so um die 4°C, richtig erfrischend. Nach dem Bade wollen wir noch schnell 800 m aufsteigen bis zu den Gipfeln in 1230 m Höhe. Der Reedekamm sieht aus wie ein Kamm mit viele steilen Felsnadeln. Schon am zweiten Zinken beginnt die verschärfte Kletterei.

Hier ist Schluss für uns Touristen ohne jegliche Ausrüstung. Wir sehen diesmal den Illerfissalik in der Ferne und vor uns die unzähligen Inseln und der südliche Teil des Polarmeeres. Unsere nächste Etappe können wir von hier oben gut einsehen. Erst einmal müssen wir 200 m ab-, dann wieder 300 m aufsteigen und über den Pass. Dann geht es runter bis zum Meer, um die halbe Bucht, wieder über einen Pass, und wieder runter. Und mehr sehen wir nicht. Hell wird es ab 4 Uhr, dämmrig ab 23 Uhr. Wir haben Zeit. Um 11 Uhr gehen wir los und gegen 2 Uhr sind wir am Meer. Hier sammeln wir einige Kilogramm Muscheln auf, die den Speiseplan ergänzen. In den letzten tagen hatten wir mehrfach erfolgreich Meerforellen geangelt, die wir uns im täglichen Lagerfeuer brieten.

So ein Lagerfeuer ist im hohen Norden eine schwierige Sache, da es keinen Wald gibt; das Sammeln von Brennbarem ist mühsam und zeitraubend. Wenn es dann qualmt, vertreibt es die lästigen Insekten. nachmittags erreichen wir den letzten Pass. Von hier sehen wir einen Eisberg, der wie ein Schiff aussieht. Hinter der Anhöhe wächst ein Birkenwald, da müssen wir durch. Nur ist dieser "Wald" einen Meter hoch und dicht wie eine Hecke. In einer Stunde legen wir 100 m zurück. Um 21 Uhr haben wir eine Zeltgelegenheit gefunden. Heute liefen wir 14 km und überwanden 500 Höhenmeter. Die Vegetation wird immer vielfältiger: Sumpfdotterblumen, Gänseblümchen, Trollblumen, Löwenzahn, Moosbeere und Wiesenstorchschnabel. Die kühlere Meeresluft vertreibt auch die Insekten und wir können wieder ohne Moskitonetz gehen. Unser "Eisbergschiff" parkt jetzt vor uns im Fjord. Es ist 200 m lang und gut 30 m hoch. Überschlägig berechne ich, dass dieser brocken bis zu 180 m unter den Wasserspiegel reichen muss. Wer hier strandet, braucht Jahre um abzutauen. Uns trennt noch eine Halbtagesetappe von der viertgrößten Stadt Grönlands Qaqortoq mit 3000 Einwohnern. Wir erreichen die Stadt über den Antennenberg. Diese Anlage ist für den Funkverkehr im südlichen Grönland von großer Bedeutung.

Von hier oben sehen wir einem Fußballspiel zu, welches gut zu hören ist. In den letzten sieben Tagen sind wir ca. 87 km gelaufen und haben außer einigen Schafen kein anderes größeres Lebewesen gesehen. Die ersten Kinder, die wir sehen, gehen in einem See baden oder tollen auf der Wiese herum. Für die Inuit ist heute ideales Badewetter: Wasser 7°C, Luft 15°C und dazu strahlender Sonnenschein. Der Sommer dauert in Südgrönland maximal zwei Monate, der Winter dagegen sechs. Das ist auch ein Grund dafür, dass die Grönländer ihre Häuser hauptsächlich bunt anstreichen. Die Stadt besitzt den einzigen Springbrunnen in Grönland. Unsere Unterkunft liegt in der Nähe des Sportplatzes. Diese Mal wohnen wir im Internat der Volkshochschule. In den Ferien wird es als Herberge genutzt. Wir verbringen einige Tage hier. Es gibt sogar täglich zwei Stunden Fernsehen in der Landessprache. In der restlichen Zeit werden Flugzeiten, Fährabfahrten und Schiffsankünfte laufend eingeblendet.

Eines Morgens steht ein Mann mit Rucksack sehr zeitig vor unserer Unterkunft. Wir wollen heute mit der Fähre nach Narsaq weiterreisen. In aller Ruhe backen wir Brötchen auf und decken den Tisch, der Mann ist weg, wir schalten 5 Uhr den Fernseher an. Was lesen wir da? Die Fähre nach Narsaq geht 5.15 Uhr! Der Rucksack wird auf dem gedeckten Tisch schnell gefüllt und im Laufschritt geht es Richtung Fähre. 5.10 Uhr sind wir da, der Mann auch. Geschafft! Schon werden die Leinen gelöst und es beginnt das nächste Abenteuer.

Eine Besteigung des Mont Blanc - Über das Dach Europas

Bericht und Bilder von Karsta Maul

Als die Sonne aufging, standen wir unterhalb der Biwakschachtel (4362m). Der Himmel färbte sich am östlichen Horizont orangerot. Schon das zu erleben, ist völlig ausreichend. Aber wir wollten doch hoch hinaus.

Die Nacht auf der italienischen Rif. Gonella in 3071 m Höhe hatte ich ziemlich schlecht geschlafen. Falls man überhaupt von Schlaf reden kann. Zum Einen gingen mir viele Gedanken über die morgige Tour durch den Kopf und zum Anderen war wieder mal das Fenster in unserem Lager geschlossen. Dann geriet plötzlich alles in Bewegung. Es war gerade mal 0:00 Uhr. Uns blieb nichts anderes übrig, als dem Trubel zu folgen. Unten im Gastraum stand schon unser bestelltes heiße Wasser bereit. Ich würgte mein Müsli in mich hinein und trank noch eine heiße Schokolade. Um mich herum waren alle hastig beim Packen. Wir nahmen uns Zeit, um als letzte Seilschaft die Hütte zu verlassen. Ich schnallte mir meinen Gurt sorgfältig um und zog meine schweren Bergschuhe sowie die Gamaschen an. Befestigte die Stirnlampe auf meinem Helm und legte den Pickel und die Handschuhe bereit. Im Rucksack wurde alles restliche verstaut und gut verschnürt.

Blick von der Biwakschachtel auf den Grat zum Mt. Blanc

Ich trat erwartungsvoll in voller Montur vor die Hütte und war völlig begeistert. Eine Sternen klare laue Nacht tat sich vor mir auf. Das hatte ich nicht erwartet. Eher eisiger beißender Wind.

Die anderen Seilschaften traten schon fleißig eine gute Spur und leuchteten mit ihren Stirnlampen, die aussahen wie Glühwürmchen, uns den Weg. Wir brauchten ihnen nur noch zu folgen. Um 1:00 Uhr liefen wir los. Nach zwei kleinen Schneefeldquerungen und einigen leichten Kletterstellen befanden wir uns auf dem Gletscher, der uns bis zum Sattel (Piton des Italiens 4002m) führen wird. Ich fühlte mich bei diesem langen Aufstieg noch frisch. Unser Tempo war gleichmäßig und gut. Die Kletterstellen kurz vor dem Sattel waren schnell überwunden, so daß wir in insgesamt 3 Stunden auf dem Sattel standen. Probleme bereiteten mir nur die großen Schritte, da die Männer, die spurten, mit ihren langen Beinen viel weiter ausschreiten konnten. Aber da mußte ich wohl durch.

Oben auf dem Grat erwartete uns ein eisiger und stürmischer Wind. Der Himmel war weiterhin klar und wolkenlos. Wir machten eine kleine Rast und zogen schnell unsere warmen Sachen an. Nicht nur der Sternenhimmel war phantastisch auch der Blick nach Frankreich ins Tal. Beleuchtete Orte funkelten in der dunklen Nacht.

Karsta Maul am Gipfel des Mt. Blanc

Die Spur war fast völlig zugeweht. Den Weiterweg konnte man aber nicht verfehlen. Er verlief immer am oder auf dem Grat. Etwas zu schaffen machte mich der richtungswechselnde Wind. Legte ich mich dem Wind entgegen, kam er plötzlich von der anderen Seite. Ich hatte Mühe stehenzubleiben. Durch die Schneeverwehungen konnte man nicht mehr so schnell in der Spur vorwärts kommen. Die Höhe tat ihr übriges. Ich blieb hin und wieder mal stehen, um tief Luft zu holen.

Als die Sonne aufging, standen wir unterhalb der Biwakschachtel (4362m). Der Himmel färbte sich am östlichen Horizont orangerot. Schon das zu erleben, ist völlig ausreichend. Aber wir wollten doch hoch hinaus.

Die letzten 450 Höhenmeter waren für mich sehr anstrengend. Mir war es als ob ich gerade einen Sprint absolviert hätte und völlig außer Puste wäre. Immer wenn man glaubt, dieser Buckel ist der Letzte, kommt noch einer. Aber irgendwann hatten diese Bergrücken auch ein Ende. Jens (Joyce) Schulze und ich standen am 22.08.2001 um 9:00 Uhr auf dem höchsten Berg Europas Mont Blanc. Es war fürchterlich kalt und sehr windig. Wir suchten uns eine ruhige windstille Ecke, um zu verschnaufen und die wunderschöne weite Aussicht zu genießen. Der Himmel war völlig blau und fast wolkenlos. Die gesamte Bergwelt und ihre Täler lagen uns zu Füßen. Es war einfach berauschend. Auch wenn ich gern noch eine Weile sitzengeblieben wäre, mußten wir doch weiter.

Bei einer Besteigung eines Berges plant man meist nur den Aufstieg bis ins Detail. Der Abstieg ist nur Nebensache. Es werden kurz die Möglichkeiten und Varianten durchgesprochen. Entscheidungen fallen erst auf dem Gipfel. Man weiß im Vorfeld auch nicht, wie man dann noch drauf ist. Wir entschieden uns für die Überschreitung, da es noch früh am Tage war und die Beschreibung laut Führer uns machbar schien. Der Abstieg wurde fast genauso anstrengend (hohe Konzentration) und lang. Wir schritten hinab zum Petit Rocher Rouge (4577m), über die Nordflanke zur Mur de la Cote (4400m sehr steil), entlang am Mt. Maudit (4342m) zum Col du Mount Maudit (4345m), wieder über die Nordflanke zum Bergschrund. Dort schauten wir in eine etwa 75 Grad steile Eiswand. Ein Bergführer hatte dort zum Glück ein Seil verankert, an dem wir abklettern konnten. Den Rest bis zum gehbaren Gelände seilten wir ab. Nun erstaunte uns noch ein fast senkrechter Schnee-Eiskamin hinunter zum Col Maudit (4035m), wo wir endlich wieder mal geraden Boden unter den Füßen hatten. Nun ging es weiter über den Rücken vom Mt. Blanc du Tacul hinab zum Col du Midi (3500m) über einen Gletscher bis auf 3200m und wieder hoch zum Col du Flambeau (3407m). Von da aus sahen wir unser ersehntes Ziel, die italienische Hütte Rif. Torino (3371 m).

Wir trafen um 18:15 Uhr ziemlich Bein- und Fußlahm dort ein. Nach dem Abendbrot ging ich sofort in mein Lager und schlief bis früh durch. Der Abstieg hat uns noch ganz schön zu schaffen gemacht. Wir sind glücklich, uns überwunden und durchgehalten zu haben um dies erleben zu dürfen.

Rund um die Annapurna und andere Touren in Nepal und Tibet

Bericht und Bilder von Karl und Brigitte Cienskowski
Der Durbar Square in Patan

Eine Nepaltour kann süchtig machen, und so zog es uns nach einem Everest-Trek von 1998 erneut in dieses interessante Land und zwar gleich für zwei Monate. Das kann sich allerdings aus Altersgründen nicht jeder leisten. In diesem Jahr war unser Hauptziel der Annapurna- Zirkel.

Am 11.03.01 ging es also los. Kathmandu mit seinem besonderen Flair nahm uns wieder gefangen, so dass wir die Stadt selbst, die religiösen Sehenswürdigkeiten und die anderen in der Nähe liegenden alten Königsstädte erst einmal wieder besuchten. Zwei Monate sind eine ausreichend lange Zeit. Wir gingen deshalb unsere Bergtour nicht sofort an, sondern fuhren erst einmal für drei Tage in den Royal Chitwan National Park.

Die Tharu, ein Volk der insgesamt 36 in Nepal lebenden, tragen noch ihre traditionelle Kleidung und leben und arbeiten auch noch althergebracht. Allerdings steht schon in mancher der sehr sauberen Lehmhütten ein Fernseher. Für uns ist es natürlich außerordentlich exotisch, wenn statt der Kühe und Pferde dort Wasserbüffel und Elefanten die Dorfstraße entlangtraben. Wir hatten in Kathmandu kein Tourenpaket gebucht, sondern sind einfach mit dem Touristenbus (nicht im geringsten mit unseren Reisebussen zu vergleichen ) nach dem Dorf Sauraha am Dschungelrand gefahren. Dort gibt es Camps zur Übernachtung, in denen man genau die Attraktionen buchen kann, die man wünscht. Diese Reiseform ist finanziell günstiger und außerdem sicherer, denn im Fall von Problemen ist die Agentur in Kathmandu weit weg. Wir entschieden uns u.a. für einen Elefantenritt und eine Jeepsafari in den Dschungel und waren voll begeistert, Rhinos, Krokodile, Affen und seltene Vögel in freier Wildbahn zu sehen. Dabei hatten wir sogar das seltene Glück der Begegnung mit einem Tiger. Aber auch der direkte Kontakt mit Elefanten beim Baden im Fluss ist etwas ganz Besonderes. Nachdem wir einen von ihnen mit Seife und Stein geschrubbt hatten, konnten wir noch auf ihm herumturnen, wobei es ihm Spaß machte, sich so fallen zu lassen, dass man abrutschte. Als Höhepunkt ritten wir beide ohne Sattel noch durch das ganze Dorf. Drei Tage reichen allerdings für den Park aus.

Annapurna I und Annapurna Süd

Anschließend ging es mit dem Bus zum Ausgangsort des Annapurna-Zirkels nach Besisahar. Die Eintrittspermits für dieses Gebiet erhält man entweder in der Hauptstadt selbst oder in Pokhara, dem Anfangsort, falls man die Tour in der anderen Richtung beginnt, für 2000 Rs. Am Eingang zu unserer Tour erhielten wir auch die Permits, allerdings zum doppelten Preis. (Man muß sich also besser informieren.) Damit war natürlich die gute Laune erst einmal mächtig verdorben. Aber die Landschaft rückte die Stimmung bald wieder ins rechte Lot. Das Annapurna- Massiv besteht aus fünf Hauptgipfeln. Man umrundet also in drei Wochen ein großes Gebiet, zu dem außerdem noch viele andere Riesen, wie z.B. die Gangapurna, die Nilgiris und der Machhapuchhare gehören. Alle stehen relativ nahe an der Route. Wir gingen bei 820m in Besisahar los immer das Marsyandi - Tal aufwärts, unter uns der brausende Fluss. Wer da hineinfällt, hat sicherlich keine großen Chancen. Aber die Wege sind kein Problem. Die Tour ist wahrscheinlich die am besten mit Lodges ausgebaute in Nepal und wird deshalb auch als Teehaus- oder Coca Cola-Trip bezeichnet. Abgesehen vom Passbeginn haben wir z.B. an jedem Tag geduscht, bei sonnigem Wetter sogar warm. Die Speisekarten der Gasthäuser sind seitenlang, Bier und Marsriegel gehören zum Angebot. Die nicht mit dem Tourismus befassten Menschen leben allerdings in für uns Europäer unfassbaren Umständen. Nach 6 Tagen kamen wir nach Pisang. Im unteren Ort befinden sich die Lodges, aber der obere Ortsteil hat sein Aussehen und seine Lebensgewohnheiten seit Jahrhunderten nicht verändert. Wir fühlten uns ins Mittelalter zurückversetzt. Man kommt noch an weiteren dieser uralten Orte vorbei wie z.B. in Braga, mit seinen Häusern, die wie Ruinen aussehen und über eingekerbte Baumstämme erreicht werden. Das dortige Kloster ist 500 Jahre alt, und auch wer den Buddhismus nicht als Lebensphilosophi hat, kommt aus dem ehrfürchtigen Staunen nicht heraus. Aber auch Aussichten auf Manaslu, Annapurna II; III und IV sowie Gangapurna reizen immer wieder zum Fotografieren.

Eine Puja unterhalb des Thorong La

Bei 3500m, in Manang , war erst einmal ein Akklimatisationstag fällig. Damit über den Thorong La, den man nach der ersten Tour-Hälfte überquert, alles gut geht, nutzten wir den Tag zum Besuch bei einem Rotmützen-Lama. Der 85-jährige lebt mit Frau und Tochter in einer Höhle 500m über dem Ort und segnet für 100 Rs Interessenten. Wir waren ergriffen von der Zeremonie, bekamen eine Schnur um den Hals (nicht zum Aufhängen, sondern als Glücksbringer) und hofften, dass es ‹was nützt, denn vor Tagen waren uns beängstigend viele Trekker mit der Nachricht entgegengekommen: "Der Pass ist wegen der Schneemassen zu, die Lodges mit Wartenden besetzt." Der 5416m hohe Übergang ist die einzige Problemstelle bei zu viel Schnee. Nun hatten wir allerdings seit Tagen Superwetter. Aber ausgerechnet auf der Tour nach Thorong Phedi (4400m) zum Passfuß setzte starkes Schneetreiben ein und Befürchtungen kamen auf. Bei der Ankunft sahen wir jedoch einen Nepalesen bei einer Puja: Gebete, Rauchopfer, Glockenklang und werfen von Reiskörnern. Und siehe da, das Wetter wurde schön. Den nächsten Tag wollten wir wieder zur Akklimatisation nutzen, denn am Vortag hatten wir 900 Höhenmeter gemacht und zum Pass sind es nochmals 1000m. Auch wenn es danach wieder 1600m abwärtsgeht, sollte man vorsichtig sein. Leuten mit Höhenproblemen waren wir schon einigen begegnet. Es wurde ein Bilderbuchtag, jedoch am Abend und in der Nacht schneite es erneut kräftig. Nun hatten wir uns zwar an die Höhe gewöhnt, aber die Stimmung schwankte wieder. Früh um fünf: Sternenhimmel. Da konnte man natürlich starten. Anfangs war schönes Wetter, aber je höher wir kamen, um so mehr zog es zu. Eine Stunde vor der Passhöhe wieder Schneetreiben. Das ist im Aufstieg kein größeres Problem, aber dann steht man oben und weiß nicht, in welches Tal man absteigen soll, denn die Spuren sind verblasen oder zugeweht. Die Möglichkeit zum Verlaufen bestand bei der schlechten Sicht ständig, und wir haben sie auch einmal kurz genutzt. Außerdem hatte es wahrscheinlich vor dem Schneien geregnet, denn unter der Schneedecke war Eis. So mußten wir den einen oder anderen Ausrutscher schon mit wegstecken. Aber, alles ging gut. Der Segen des Lamas hatte geholfen. Am Lodgeofen in Muktinath beim Bier war jedenfalls alles wieder in Ordnung.

Bei Muktinath befindet sich eine ganz besondere Tempelanlage, die von Hindus und Buddhisten gleichermaßen als Wallfahrtsort genutzt wird. Der große Meister Padmasambhava, der den Buddhismus nach Tibet gebracht hat, soll hier auf seinem Weg gerastet haben. Hier entspringt eine heilige Flamme (Erdgas). Der Pappelhain, in dem der Tempel liegt, soll aus den Wanderstäben seiner Anhänger, die diese in die Erde gerammt hatten, gewachsen sein. Aus 108 bronzenen Bullenköpfen fließt heiliges Wasser aus dem Himalaya. Ein darin Pilger bei Muktinath eingenommenes Bad bewirkt die Reinigung von Sünden und Erlösung nach dem Tod. Eine kalte Angelegenheit für den, der es braucht. Wir ließen uns nur ein Tika verpassen und stiegen weitere 1000m ab nach Kagbeni, vorbei am uralten Jharkot und einer nicht abreißenden Schlange von Pilgern. Ganz Alte und Gebrechliche lassen sich tragen, Bemitteltere kommen zu Pferd, aber die meisten gehen zu Fuß, und das nicht in Bergschuhen und Gore-Tex-Kleidung, sondern mit Sandalen und einfachen Stoffumhängen. Wir müssen am Abend an diese Menschen denken, denn es hat wieder zu regnen bzw. schneien begonnen.

Kagbeni liegt im oberen Kali Gandaki-Tal. Von hier aus kann man ins Königreich Mustang blicken, das jedoch nur in ziemlich teuren Reisegruppen betreten werden darf. Danach führt die Tour lange Zeit das Kali Gandaki-Tal im Flussbett, später an den Hängen entlang abwärts, vorbei an Dhaulagiri, Annapurna I und Süd sowie der interessanten Nilgirigruppe. In der tiefsten Schlucht der Welt (zwischen den Achttausendern Annapurna I und Dhaulagiri) liegt Tatopani mit seinen heißen Quellen in 1200m Höhe. Man glaubt zu träumen: Vor wenigen Tagen noch bei Schneetreiben über den Thorong La, und nun liegt man im heißen Wasser bei Bier, Popkorn und Musik von Bob Dylan aus der Imbissbude. Die nächsten Tage über den Ghorapani-Pass brachten noch einmal phantastische Blicke auf die Achttausender, aber als wir dann in die Nähe des Machhapuchhare kamen, ging bei trotz immer noch schönen Wetters die Fernsicht abhanden. So blieb uns zwar der Anblick auf diesen wunderschönen Berg versagt, aber die urwaldähnliche Landschaft mit ihren herrlich blühenden Rhododendron-Wäldern entschädigte uns. Auch den Abstecher ins Annapurna-Basecamp ließen wir sein. Der Weg dahin führt durch ein enges, sehr lawinengefährdetes Tal, und fünf Mann hatte es während unserer Tour schon erwischt. Also: Wir mussten nicht unbedingt den Helden spielen. In Pokhara, dem Endpunkt unserer Wanderung ließen wir es uns erst einmal gut gehen und dann ging es mit dem Bus wieder nach Kathmmandu zurück. Aber nicht für lange, denn die eingesparte Zeit konnte man ganz gut für einen Langtang-Trip nutzen.

Der Potala in Lhasa, Foto: B. u. K. Cienskowski

Busfahrten sind ein besonderes Abenteuer. Erstens würden die Fahrzeuge höchstwahrscheinlich kaum durch den TÜV kommen. Dazu sitzen bzw. stehen bedeutend mehr Leute im Bus und darauf als bei uns. Im Fahrerhaus lassen sich üblicherweise 12 Personen um den Fahrer nieder. Außerdem verlaufen die Straßen im Gebirge nur an Hängen, bestehen größtenteils aus Kurven, haben keine Begrenzung und sind nicht viel breiter als der Bus. Der Beifahrer hängt ständig zum offenen Einstieg hinaus und gibt an besonders kritischen Stellen Klopfzeichen für den Fahrer. Er kassiert auch während der Fahrt die Dachgäste ab , indem er außen hochklettert. Die Fahrt zum Trekkingstart nach Dhunche mit dem Localbus (110 km in 8 Stdn.) war so abenteuerlich, dass wir uns entschlossen, für die Rückfahrt einen Landrover zu chartern. Der ist zwar beträchtlich teurer, aber dafür etwas sicherer. Was nützt einem das Geld, wenn man es nicht mehr ausgeben kann. Noch während unseres Urlaubes stürzte auf dieser Strecke ein Bus in die Schlucht. Der Langtang - Himal ist zwar nicht so spektakulär wie der Everest- oder Annapurna-Trip, aber auch sehr schön und Leuten zu empfehlen, die nicht so viel Zeit haben.

Nomadenkind in Tibet, Foto: B. u. K. Cienskowski

Wir hatten immer noch welche und nutzten sie für eine Woche Tibet, diesmal allerdings organisiert. Rein privat ist das zu kompliziert. Allein der Grenzübertritt war ein Staatsakt. Wir wissen gar nicht mehr, wie vielen Grenzhütern wir trotz organisierter Gruppenreise unsere Pässe zeigen mussten. Außerdem haben wir auf der Fahrt nach Lhasa keine öffentlichen Verkehrsmittel gesehen. Und so wie Harrer und Aufschnaiter möchte man sich nun auch nicht durchschlagen. Trotzdem ist die 1000km lange Busfahrt anstrengend. Es geht fast nur über staubige Schotterstraßen in einer Höhe von ca. 4000m. Dabei werden einige 5000-er Pässe überquert. Die anderen im Bus hatten keine Eingehtouren hinter sich und waren ganz schön angeschlagen. Sisha Pangma, Everest und Cho Oyu grüßten aus der Ferne. Die Landschaft ist sehr karg, trocken und fast ohne Bewuchs aber in ihrer Art sehr beeindruckend, besonders durch die unterschiedlichen Farbschattierungen in braun, ocker, oliv und lila. Hin und wieder tauchen Ortschaften auf. Man fragt sich, wovon Menschen und Tiere hier leben. Und wir denken: Wie gut geht es uns in Europa. In 4500m Höhe geht es viele Kilometer am tükisfarbenen heiligen Salzsee Yamdok Yotso entlang. Die alten Klöster in Shigatse (Sitz des Panchen Lama), Gyantse und natürlich die Sehenswürdigkeiten in Lhasa wie z.B. der Potalapalast, das Kloster Drepung, der Sommerpalast Norbulingka und das Nationalheiligtum Jokhang, vor dem sich die Gläubigen auf die Erde werfen und der wie in einer Demonstration mit drehenden Gebetsmühlen umrundet wird, lassen die Reise zum besonderen Erlebnis werden. Die Plätze, die wir aus dem Film "7 Jahre in Tibet" kennen, im Original zu besuchen, das ist schon ‹was. Eines Eindruckes konnten wir uns allerdings nicht erwehren: Die Klöster Tibets wirken wie Museen - ganz anders als in Nepal. Der Eintritt ist gebührenpflichtig, und auch für die Fotoerlaubnis wird kräftig hingelangt (und das fast in jedem Raum erneut). Die paar Mönche, die sich in den Sälen aufhalten, wirken wie Aufpasser. Irgendwie spürt man den chinesischen Einfluss. Laut Aussage unseres Guides gehen die Einnahmen zum größten Teil an den Staat. Obwohl Lhasa anders als Kathmandu sehr sauber ist, hat es nicht das Flair und den Reiz desselben. Aber, Tibet ist auf jeden Fall eine Reise wert.

Zurück ging es mit dem Flugzeug über den Himalaja. Bei herrlichem Wetter konnten wir den Everest und seine Nachbarn von oben bestaunen. Nach ein paar gemütlichen Tagen in Kathmandu, in denen wir sogar die damals noch lebende Königin zu Gesicht bekamen, ging es zurück nach Hause. Aber unsere Gedanken sind noch oft in Nepal. Dieses Land mit seiner herrlichen Landschaft, der beeindruckenden Kultur und den freundlichen Menschen übt eine große Faszination auf uns aus.

Wer an Tipps interessiert ist, kann sich gern an uns wenden.
Tel.:(03 71) 2 80 10 91

Klettern in Sachsen : Ein Wochenende in der Nähe von Leipzig

Von Michael Meyer

Nach mehreren verregneten Wochenenden ist endlich wieder einmal ein Tag ohne Naß von oben angesagt worden. Durch die vielen Niederschläge der letzten Tage ist jedoch an einen Klettertag im Elbsandstein nicht zu denken. Auf der Suche nach Alternativen, mit schnell trocknendem Fels, stoße ich auf die ehemaligen Steinbrüche in der Nähe von Brandis und Wurzen. Ein Blick auf die Straßenkarte verrät, daß beide Gebiete nahe genug beieinander liegen, um sie an einem Tag aufzusuchen. Die Kletterwege weisen Schwierigkeiten nach UIAA-Einstufung von I bis IX auf. Es ist für also für fast jeden ein geeigneter Weg vorhanden. Wand- und Reibungskletterer kommen jedoch hier besonders auf ihre Kosten.

Die ersten beiden Klettergebiete finden wir am Kohlenberg bei Brandis. Es handelt sich wie bei fast allen anderen Sportklettergebieten in diesem nördlich von Leipzig gelegenen Revier um aufgelassene Quarzporphyr-Steinbrüche. Der Fels ist fast überall fest und sehr kompakt mit scharfen Kanten sowie teilweise feinen Längs- uns Querrissen. Diese Struktur ist ebenso, wie die oft noch sichtbaren Bohrlöcher dem Gesteinsabbau geschuldet. Der Ostbruch ist ein kleines Felsoval mit einer sehr guten Absicherung, wobei aber einige Routen sehr abgespeckt sind. Wir klettern hier u.a. die "Piazwand" vom Altmeister Felix Simon erstbegangen und noch einige andere kurze Wege zum Auftakt unserer Rundreise. Bei einer kleinen Pause beobachten wir, wie eine Maus sich die Kekse einiger anderer Bergsteiger schmecken läßt. Erst nachdem ein Kletterer energisch einschreitet, flüchtet die Maus aus der Kekspackung in das nahe gelegene Gebüsch. Wer hier seine Verpflegung so offen liegen läßt, muß also unter Umständen mit Verlusten rechnen. Den mit Wasser gefüllten Westbruch schauen wir uns nach einer kurzen Wanderung nur von oben an. Von der Bruchkante kann man die Aussicht auf die westliche Leipziger Umgebung genießen. Das Areal ist ein herrliches Plätzchen, wären da nicht die vielen Scherben von zerschlagenen Flaschen. Nach einer kleinen Wanderung zurück zum Fahrzeug, fahren wir in Richtung "Hohburger Berge" in der Nähe von Wurzen.

In unmittelbarer Nähe des Örtchens Böhlitz liegt hier unser nächstes Ziel, der "Holzberg". Die Dimension dieses Steinbruches ist überraschend. Keiner würde in diesem Flachland eine so große Felswand vermuten. Auch die relativ großen Abmessungen des Bruches sind beachtlich. Leider wird der untere Teil des Bruches zur Zeit verfüllt. Trotzdem empfängt uns ein regelrechtes Froschkonzert aus den vorhandenen Wasserrestlöchern. Ein großes Felsband führt auf der rechten Seite zu den meisten Einstiegen. Da hier oft loses Geröll herumliegt, ist hier ein Helm wegen des Steinschlages sehr zu empfehlen. Außerdem sollte aus dem gleichen Grund nicht unbedingt unter den Einstiegen gelagert werden. Die einzelnen Sektoren unterscheiden sich durch die Art der Kletterei. In der weithin sichtbaren glattgeschliffenen "Sonnenplatte" gibt es Reibungsklettereien.

An meist mehr oder minder winzigen Schüppchen oder Rißspuren oder nur mit Hilfe guter Reibungssohlen gewinnt ein Kletterer hier an Höhe oder erreicht wenigstens den nächsten Bohrhaken. Besonders gefallt uns hier die in halber Höhe beginnende Route "Es wird immer schlimmer" RP VI-/A0 oder ohne die Hilfe der Bohrhaken beim Klettern am Ausstieg RP 8, welche die große Platte durchzieht. Die sehr gute Absicherung in fast allen Sektoren läßt hier kaum Angst aufkommen. Wer gern Reibungen mag, kommt hier voll auf seine Kosten. Auch im anschließenden Sektor "Pfeiler" finden wir Genußklettereien. Der "Valentinstag" folgt links der markanten gelben Verschneidung einer Bohrhakenreihe um im oberen Teil an einer Kante den Ausstieg zu erreichen (RP VI+). Im Bereich der "Zentralwand" ist vor allem für die etwas zu finden, die Klettereien im mittleren Schwierigkeitsbereich suchen. Entlang der markanten Bohrlöcher verlaufen zwei sehr schöne Routen. Es handelt sich dabei links um den "Apollon" (RP IV) und rechts um den ständig belagerten Weg mit dem Namen "Alte Zeichen" (RP IV+). Noch weiter rechts fällt uns eine schöne Kante im oberen Teil auf. Über gestuften Fels erreicht man diese um an ihr entlang die Bruchkante zu erreichen ("Viva Espania" RP VI-). Unmittelbar links davon gibt es zwei weitere sehr lohnende Wege. "Die Krönung" (RP VI+) mit der schwersten Stelle am Ausstieg etwa 4 m links der Kante und noch einige Meter weiter "Es lebe die S-Bahn" (RP VI-).

Von hier oben bietet sich wieder ein hervorragender Blick auf das Leipziger Tiefland. Am Horizont sind die riesigen Kühltürme des Kraftwerks Lippendorf, das Völkerschlachtdenkmal und auch alle anderen herausragenden Gebäude von Leipzig und Umgebung zu sehen. Außerdem können wir von hier sehr gut in die gelbe Wand des letzten großen Sektors blicken. Die Wand sieht völlig glatt aus und nur die vielen Bohrhaken blinken in der Sonne. Erst beim genauen Hinsehen entdecke ich die kleinen Käntchen am Einstieg und folge anschließend der feinen Rißspur. Schon bald sind die Unterarme hart aber nach mehreren Versuchen gelingt mir trotzdem die Route "Schau nie zurück" (RP8). Der "Holzberg" ist das bedeutendste Klettergebiet in dieser Gegend und für fast jeden ist hier eine Kletterei zu finden. Als Belohnung winkt bei schönem Wetter ein herrlicher Rundblick von der Bruchkante.

In der Nähe gibt es noch weitere Steinbrüche zu Klettern, so z.B. den "Gaulitzberg" mit Wegen meist mittlerer Schwierigkeit. Die "Schwarze Wand" (nur an Wochenenden bzw. an Feiertagen aufsuchen!), ist eher für Sportkletterer der härteren Sorte geeignet. Beide Brüche sind aber auch für nicht kletternde Zeitgenossen gut zu erreichende Aussichtspunkte und somit einen Besuch wert.

Literatur : Topoführer "Sportklettergebiete in Sachsen - Teil 3"

Ausbildungskurs am Dachstein

Von Peter Auerswald

Es war das berühmte Wetter, bei dem man keinen Hund vor die Hütte jagt. Nebel, Wind, Nieselregen bis Dauerregen, um die 0 Grad Celsius. Auf deutsch gesagt: ein rechtes "Scheißwetter". Selbst die 12 Huskys des Hüttenwirts schienen diese Regel zu kennen.

Doch wir gingen voller Feuereifer ans Werk, d. h. an den Gletscher und übten Stürze am Steilhang. abfangen mit dem Pickelrettungsgriff, Aufbau eines Schweizer Flaschenzuges zur Spaltenbergung usw. Spätestens gegen Mittag waren alle Sachen pitschnass, Wind und Temperaturen um den Gefrierpunkt taten ihr übriges. Selbst Steffen, unser Fachübungsleiter, liebäugelte mit einem Aufenthalt in der Hütte zum Aufwärmen. N e e e i i i n, war unsere einhellige Antwort, wir wollten das Ausbildungsprogramm durchziehen bis zum Nachmittag. Durch die kraftraubende Übung mit dem Flaschenzug waren wir im Schultergürtelbereich wieder ganz gut durchgewärmt und wir schlugen vor, einen kleinen Marsch zu machen, damit sich auch das Wasser in den Schuhen ein wenig erwärmen könne. Also wurde das Ausbildungsgelände verlegt auf Blankeis-Gelände, um das Gehen mit Steigeisen verschiedenen Hangneigungen zu erlernen. Danach folgte das Gehen in Seilschaften und wir durchquerten die im Nebel schier endlos erscheinende Gletscherwelt im Gänsemarsch. Als wir nach Stunden am Gletschermund der nebligen Suppe wieder entstiegen, entspannen sich heftige Diskussionen, ob wir links oder rechts herum gegangen waren, ob wir unsere Aufstiegsspur im Abstieg gekreuzt hatten oder parallel zu ihr gegangen waren. Nur Steffen allein schien zu wissen, wie alles war. Unsere 2. Ausbildungsgruppe mit Walter Keiderling als Fachübungsleiter hatte es heute besser. Sie war mit Felsklettern dran und das kann man an der Simony-Hütte "in der Halle". Tony, der agile, aufmerksame und umtriebige Hüttenwirt hatte einfach 2 schöne Kletterfelsen eingehaust, so dass man auch bei Regen und Schnee am trockenen Fels klettern kann.

Am 2. Tag waren wir nun mit Felsklettern dran. Wir erwischten einen herrlichen Sonnentag und konnten mit Walter an den Fuß des Schöberls gehen, einem Fels wie ein Maulwurfhaufen, der sich ca. 120 m aus der Umgebung heraushebt. Bis Mittag wurden Grundbegriffe geübt: Knoten, Seilgeländer, Abseilen, Prusikbremse. Am nachmittags gab Walter tatsächlich "grünes Licht" fürs Schöberl. Drei Seilschaften in 3 verschiedenen Wegen. Für mich die erste wahre Kletterroute. Atemberaubend! 14:30 Uhr stand ich mit Ingo Röger am Einstieg. In Wechselführung erklommen wir den Gipfel in 1h15'. 4 x Standplatz bauen, und ich 2 mal im Vorstieg! Wo ich mir Anfang des Jahres noch ganz sicher war, dass ich neben meinen alpinen Ambitionen nicht auch noch mit Felsklettern anfangen würde. Spätestens am nächsten Tag wurde mir bewusst, dass man als Bergsteiger beides beherrschen muss: Gletschergehen und Felsklettern.

Für diesen 3. Tag hatte jede Ausbildungsgruppe von ihrem Fachübungsleiter die Aufgabe erhalten, ein selbst gestecktes Tagesziel zu erreichen, d. h. Steffen sollte als "Touri" von uns sechs "Bergführern" auf einen Gipfel geführt werden. Bis in den späten Abend des Vortages wurden auf der Karte nach geeigneten Zielen gesucht und wieder verworfen. Ausschlaggebend sollte das Wetter werden. Der Morgen dieses 3. Tages begann beim Frühstück um 5:30 Uhr folgerichtig mit Steffens provokanter Frage: Wo geht's 'n hin? Wann geht's 'n los?

Sechs fragende Augenpaare waren auf Steffen gerichtet. Wir waren noch immer unschlüssig, keiner traute sich autoritär die Führung zu übernehmen, draußen herrschte Nebel wie er dichter nicht sein kann. Um 6:30 Uhr ging's auf alle Fälle erst mal los - und mit uns erstaunlicherweise zahlreiche andere Seilschaften - alle Richtung Dachstein. Das hätten wir 6 Bergführer-Aspiranten nicht gewagt, unseren Touri Steffen bei dem Wetter auf den Dachstein zu führen. Für 13:00 waren außerdem Niederschläge gemeldet! Kurzzeitig wurde unser Touri wieder zum Ausbilder und sprach ein Machtwort: "Wir gehen auch auf den Dachstein!" Also wurde der steile Gletscheranstieg im Eiltempo genommen, dann die Randkluft und wir standen am Fuß des Dachstein-Massivs. Da wir bis dahin seilfrei gingen, konnten wir gut Tempo machen und die meisten Seilschaften wieder überholen. Zum Glück, denn am Einstieg herrschte Stau.

Nun hieß es Seile auspacken und in Seilschaften den Anstieg zum Gipfel zu bewältigen. Es lag noch allerhand Schnee im Anstieg. In 1h erreichten alle sieben das nebelumhüllte Gipfelkreuz. Im Abstieg waren wir schneller, obwohl schier endlose Kolonnen von Bergsteiger weiter nach oben drängten. Wir seilten ab und brauchten uns somit nicht im Gegenverkehr hinab zu quälen. Am Fuße angelangt standen an einer Wegabzweigung wir wieder im nebligen white-out. Also Kompass raus und Marschrichtungszahl "Hütte" bestimmen. Der Kompass sagte scharf nach links. "Nach rechts geht's !!", meldete sich unser Touri autoritär. War es Provokation der 6 "Bergführer" oder falsche Einschätzung? Ohne zu beachten, dass ein Kompass unbestechlich ist, folgten wir dem gut ausgetretenen Pfad und standen binnen ½ h im weißen nichts. Perfekt wurde das Chaos, dann als unsere 2. Ausbildungsgruppe mit Walter Keiderling, die heute eigentlich eine Tour zur Adamek-Hütte geplant hatte, aus dem Nebel auftauchte und aus unserer Sicht überhaupt nicht hierher gehörte. Wieder allein, überbrückten wir unsere Ahnungslosigkeit mit makabren Scherzen. Schließlich folgten wir weder dem Kompass noch Steffen sondern unserem Instinkt: talwärts. Ein Fels tauchte auf, das musste der Eisstein sein, doch wo und wie würden die Gletscherspalten beginnen? Wir stiegen tiefer und plötzlich Nebel weg und Sonnenschein! Schönster Wanderwetter und die Hütte zum greifen nah.

Es hätte ein so schönes zeitiges Ende sein können, wenn nicht noch unsere "trotteligen Touris" Steffen und Ingo gleichzeitig in eine riesige Gletscherspalte "gefallen" wären. Im Handumdrehen herrschte Hektik und unsere beiden Seilschaften hatten nochmals alle Hände voll zu tun mit Schweizer Flaschenzug und Eisschrauben.

Alles in allem drei vollgefüllte lehrreiche Tage!! Wir können Steffen Oehme und Walter Keiderling nur wünschen, dass noch möglichst viele Bergsportler - und solche die es werden wollen - durch ihre Schule gehen, es lohnt sich!!

Unser neues Ausbildungsgebiet am Dachstein

Von Steffen Oehme

In den letzten beiden Jahren haben wir einen Teil des Ausbildungsprogrammes hierher verlagert. Der Dachstein bietet auch dem Wanderer großartige Tiefblicke. Er liegt sehr zentral ca. 1½ Autostunden südöstlich von Salzburg. Drei markante Seiten prägen den Dachstein. Nordseitig erstreckt sich der größte Gletscher des Gebietes, der Hallstädter. Gleichermaßen interessant ist die Besichtigung der Rieseneis- und Mammuthöhle. Westlich liegen tief eingeschnitten die Gosauseen, geziert von dem dolomitähnlich gegliederten Gosaukamm. Südlich ragt die 800 m hohe Felswand des Hohen Dachsteines (2995 m) auf. Die Seilbahn auf den Hunnerkogel bringt uns in wenigen Minuten die phantastische Aussicht nahe. Für den Wanderfreund ergeben sich viele Kombinationsmöglichkeiten. Die Übergange zu den Hütten sind markiert, selbst der Zustieg zur Simonyhütte ist mit Stangen auf dem Gletscher gekennzeichnet.

Für sportliche Wandersleute ist der seilbahnfreie Aufstieg zu empfehlen, von der Talstation der Hunnerkogelbahn durch das Edelgrießkar. Sehr zu empfehlen ist die Umrundung des Gosaukammes mit einem Abstecher zur Adameckhütte. Der Übergang von dieser zur Simonyhütte kann über den Gletscher oder ein Hochplateau erfolgen, beides sehr schöne Wege. In der Hütte hängen wissenschaftliche Ergebnisse über den Gletscherrückgang in den letzten 150 Jahren aus. Die Simonyhütte bietet uns Ausbildern ideale Bedingungen: einen Klettergarten, der Gletscher liegt vor der Tür, Berge zum Greifen nah. Toni, der agile Hüttenwirt, hat im letzten Sommer mal einen Felsen eingehaust und so etwas für Regentage geschaffen.Uns gefällt hier die sehr gute Unterknuft, es gibt sogar 20 Betten und ein reichhaltiges Essen mit einer kleinen Brotzeit für den Tag. Hat einer mal was vergessen oder eben liegengelassen, beim Toni kann man borgen gehen. Vielleicht sehen wir uns mal auf dem Dachstein.

Skiwochenende im Vogtland

Von Christine Hauer

Das vierte Wochenende im Februar 2001 sollte ganz im Zeichen der Freunde des Langlaufsports stehen. Die Veranstaltung war schon im Vorjahr ein Renner. So war es nicht verwunderlich, dass auf Grund der begrenzten Kapazität der Vogtlandhütte der Sektion Plauen des DAV, die idyllisch mitten im Wald an der Bahnstrecke des Vogtlandsprinters liegt, leider nicht alle Brett'l-Fans mitfahren konnten.

Der Termin rückte näher. Frühlingshafte Temperaturen und Schneeglöckchen in den Gärten ließen jedoch unsere Hoffnungen auf ausreichend Schnee immer mehr schwinden. Jens Helbig hastete uns aber versichert, den fehlenden Schnee bei Frau Holle bestellt zu haben. Pünktlich am Freitag Morgen traf die weiße Pracht ein und erzeugte erste einmal ein Chaos auf Straßen und Autobahnen. Auf einigen Umwegen erreichten wir dennoch gegen 17 Uhr unser Ziel. Das Auto wurde auf einem kleinen Parkplatz zwischen den Orten Schöneck und Muldental abgestellt. Von da aus wurden die Rucksäcke mit Proviant und ausreichend Getränken aufgenommen und per Ski ging's ab zur Hütte. Einige Unentwegte machten sich sogar gleich noch im Licht von Stirnlampen auf eine erste Wanderung durch den nächtlichen Wald.

Am nächsten Morgen starteten wir zu unserer Skitour bei gutem Wetter und frischem Pulverschnee. Es ging vorbei an der Talsperre Muldenberg in Richtung Schneckenstein und dann nach Mühlleithen. An einer Imbissbude stärkten wir uns mit leckerer vogtländischer Bratwurst. Jetzt teilte sich die Gruppe. Während die Meisten den Rückweg antraten, machten sich vier noch auf den Weg zum 936 m hohen Aschberg. Für die Mühen des Aufstiegs wurden wir belohnt mit einer herrlichen Sicht. Wie ein Spielzeuglandschaft lagen die verschneiten kleinen Ortschaften unter uns. Mit etwas Phantasie waren sogar Fichtel- und Keilberg im Osten auszumachen. Als wir wieder gegen 17 Uhr an der Hütte eintrafen, ging eine wunderschöne Skitour zu Ende, nicht aber der Tag, denn es wurde noch ein fröhlicher Abend, ehe wir gegen Mitternacht die müden Knochen aus Lager betteten. Ein ganz harter Bursche zog es vor, sein Lager im Schuppen aufzuschlagen. Und das bei einer Temperatur von minus 17 Grad Celsius.

Am nächsten Morgen brachten wir die Hütte wieder auf Hochglanz, bevor es noch einmal in die Loipe ging. Eine gemütliche Rundtour um Kottenheide war angesagt. Natürlich wurde an der Köhlerhütte der Einkehrschwung geübt. Gegen 15 Uhr an diesem Sonntag erreichten wir den Parkplatz wieder und traten die Heimreise an. In Erinnerung bleibt uns ein schönes Wochenende und wir sagen an dieser Stelle dem bewährten Organisator Jörg Helbig ein herzliches Dankeschön.

Die Ortsgruppe "Oberes Erzgebirge" berichtet von ihrer Frühjahrswanderung 2001

Von Ekkehard Schiefer

Durch den nochmaligen Wintereinbruch begann unsere Wanderung ab Bärenstein mit etwas Verspätung. Vom Wanderparkplatz führte der Weg talwärts nach Königswalde und etwas das Pöhlatal entlang. Dann begann der erste Aufstieg zum Pöhlbergkamm. Nachdem wir ihn bewältigt hatten, ging es durch Annaberg-Buchholz hinunter ins Sehmatal und weiter zum Besucherbergwerk "Markus Röhling".

Hier betrieben wir Bergsteigen anders herum, nicht auf einen Gipfel, sondern in die Tiefe des Berges. Zuerst fuhren wir mit einem Grubenzug in den Stolln ein. Mittagessen gab es in der "Alten Schmiede", nachdem wir zum Göpelwerk des ehemaligen Bergwerks hinaufgestiegen waren.

Weiter ging es auf dem Firstenweg, dem Kammweg zwischen Sehma- und Zschopautal, nach Cranzahl. Nun führte uns der internationale Wanderweg Schloss Schlettau/Burg Hassenstein wieder nach oben auf 870 m Höhe am Bärenstein, wo unsere Wanderung endete.

Zum Jubiläum : 10 Jahre Himmelfahrtstouren der Wanderfreunde der Sektion Chemnitz

Eine kleine Rückschau in Versen von Hanna und Rainer Keller
Wer hätte das 1992 wohl gedacht, 2001 haben wir es schon auf zehn Touren gebracht.
Zuerst ging's nach Vordorf  im Fichtelgebirge, das sieht jeder ein.
Wir mussten doch endlich mal am Ochsenkopf sein.
Wir wussten ja nur, dass von diesem von diesem Berge aus
zu Erichs Zeiten das Westfernsehn erreichte unser Haus.

		93 Lam im Bayrischen Wald, wo unsere reifen Mädchen und Knaben
		ganze acht Tausender bestiegen haben.

94 Berghaus Loderhardt war wunderschön,
nur wollten nicht alle mit auf die Große Rachel gehn.

		95 man uns mit den Düsseldorfern im Harzgebirge fand, glücklich über ein ungeteiltes Land.
		Und weil das Gebirge der Wanderziele so viele hat, fand Tour 96 noch einmal dort statt.
		Zwar bot wieder keine Rundumsicht der Brocken, doch war's 96 zumindest mal trocken.

1997 sind wir ins Altmühltal gefahren,
wo wir auch am  Donaudurchbruch, im Kloster Weltenburg und in der Feiheitshalle waren.

		98 wurde von uns die Pfalz und der Dom zu Speyer entdeckt.
		Jeder weiß nun, wie zum guten Wein ein Saumagen schmeckt.

99 lud Jör g uns wieder ins Frankenland ein. Quartier gab's dabei in Pottenstein.
Mit Püttlach, dem Wisent und vielen Orten in der Fränkischen Schweiz
hatte die Fahrt auch wieder den besonderen Reiz.

		Im Jahr 2000 wurde was ganz Besonderes unternommen:
		Wir sind 14 Tage lang durch den Schwarzwald gekommen.
		Und wie es inzwischen wurde Brauch, die Düsseldorfer kamen auch.
		Im Tourenbuch kann man lesen, wo wir überall gewesen.
		Hexenlochmühle, Uhrenmuseuml, Feldberg und  Donauquelle.
		War's von oben zu nass, dann war bestimmt eine Kneipe zur Stelle.

"Flekl in Böhmen ist ein schönes Eckl",
meinte Jörg und hob vom Bierkrug den Deckel
und trank 2001 mit uns auf die 10. Fahrt und darauf, dass sie nicht die Letzte sei.
Und wir zwei waren bei jeder dabei
und möchten dir, Jörg, hier danke sagen
für all deine Mühen und etliche Plagen.
Doch auch an deine Brigitte sei gedacht, die manche Stunde alleine verbracht.
Wir sagen es hier wie aus einem Munde: "Es dankt dir die 2001er Himmelfahrtsrunde."

Gedanken nach einem Bergsommer

Von Steffen Oehme

Die Bergsaison neigt sich langsam dem Ende zu. Auf der Lauer liegt der Winter, was er uns bringen wird, wissen wir nicht. In Gedanken sind wir noch im letzten Sommer...

Ach, was waren das für aufregende Touren. Draußen war es stockfinster als wir die Hütte verließen, Schnee knirschte unter unseren Füßen, unser Ziel war der König der Alpen. Ein andermal saßen wir in den Tannheimer Bergen und um die Hütte heulte der Sturm. Oder wir denken an die schönen Tage im Rofan, die lange Wanderung im Allgäu mit dem Mindelheimer Klettersteig, die Hochtour im Monte-Rosa-Gebiet und der Klettertag in der Marmolada-Südwand. Es sind die schönen Seiten der Bergtouren, die man nicht so schnell vergisst. Die Fehler, die wir dabei begingen, haben wir bald vergessen, aber man sollte sie hier auch nennen. Da war der Morgen, als wir zu spät aufstanden und dann im Sulz versanken. Dort das abgetretene Schneebrett und da das Gewitter, was sich über uns zusammen zog, wir aber nicht beachteten. Oder der Rettungsflug aus der Wand mit dem Helikopter. Wir hatten ja ein Handy dabei.

Nun, am Ende der Saison sollte man sich fragen: wäre das Eine oder Andere vermeidbar gewesen?

Ja, haben wir immer das Richtige getan, waren wir immer Herr der Lage? Wie steht es eigentlich um das Wissen, also die ureigene Frage, ob jeder den technischen, konditionellen, mentalen Anforderungen der geplanten Tour wirklich gewachsen war. Eine falsche Einschätzung seiner selbst oder der Gefährten ist die häufigste Ursache von Bergunfällen. Ebenso spielen falscher Ehrgeiz, Zeitdruck, Gruppendynamik eine bedeutende Rolle.

Nun, man lernt ja aus Fehlern und im neuen Jahr machen wir wieder neue.

Wer auf lange Sicht hin plant, sollte die Angebote von Bergsteigerschulen nutzen. Unsere Sektion führt seit vielen Jahren verschiedene Ausbildungskurse und Touren durch, die den Anfängern den Einstieg erleichtern. Aber ein Grundkurs allein reicht meistens noch nicht aus, wie z. B. für den Jubiläumsgrat im Wettersteingebirge. Das erlernte 1x1 ist eine Grundlage, auf die jeder bauen sollte. Immer nach der Devise: vom Leichten zum Schweren, vom Bekannten zum Unbekannten. Denn durch viel Praxis wird man zum Meister, der sein Handwerk beherrscht, der nicht nur ausgetretenen Pfaden und blindlings dem Partner folgt. Derjenige, der selbständig plant, durchführt und immer darüber nachdenkt, warum diese oder jene kleine Planänderung sinnvoll wäre, wird Erfolg haben. Der Gipfel ist ein Ziel auf dem Weg nach oben, der erst beendet ist, wenn man wieder in der Hütte ist und von den Taten erzählen kann. Die Lust auf Herausforderung, die Bewährung und die tiefe Zufriedenheit nach dem Sieg, all das ist Bergsteigen, Alpinismus.

Von "aufgegebenen Kolonien" und neu abgesteckten Claims

Von Dr. Thomas Frank

Die unglückliche Formulierung eines Freie-Presse-Redakteurs hatte im Juli gewisse Wellen geschlagen. Aber auch wenn die Neue Chemnitzer Hütte nun nicht mehr den Namen unserer Sektion trägt, so hat die DAV-Sektion Chemnitz in den letzten Wochen an anderer Stelle neue Claims abgesteckt - und zwar im Internet. Seit Mitte Juli gehören der Sektion die sogenannte Internet-Domain zusammen mit der dazugehörige Email-Adresse :

WWW : http://www.dav-chemnitz.de
E-Mail : info@dav-chemnitz.de

Obwohl die DAV-Sektion Chemnitz schon seit 1993 als eine der ersten Sektionen des DAV im Internet vertreten ist und auch bisher schon über elektronische Post (Email) erreichbar war, ergeben sich daraus die folgenden Vorteile:

  1. Die DAV-Sektion Chemnitz ist unter einer "intuitiven" Adresse im Internet erreichbar - auch für Interessenten, die die genaue Internetadresse bis dahin noch nicht kennen (auch mit http://www.alpenverein-chemnitz.de gelangt man nun ans Ziel). Wir erhoffen uns dadurch, dass Interessenten an unserer DAV-Sektion schneller und einfacher mit uns in Kontakt treten können.
  2. Das Internet-Angebot unserer Sektion war bisher sehr eng mit meiner Person und mit meiner dienstlichen Anstellung an der TU Chemnitz verbunden. Auch wenn sich daran erst einmal wenig geändert hat, gestattet uns die reservierte Internet-Domain eine flexible und schnelle Reaktion innerhalb von wenigen Tagen, wenn sich hier in Zukunft einmal Veränderungen ergeben sollten oder die Betreuung der Internetseiten der Sektion einmal in andere Hände übergeht.
  3. Aus technischer Sicht ergibt sich der Vorteil, dass sich eingehende Email einfacher auf einen anderen bestehenden Email-Postkasten umlenken lässt, als das mit T-Online der Fall war. Das erleichtert es wesentlich, z.B. in der Urlaubszeit die Beantwortung von eintreffenden Emails durch Mitglieder des Sektionsvorstandes sicherzustellen und keine langen Antwortzeiten entstehen zu lassen. Mit einem Handgriff kann eine "Urlaubsvertretung" eingesetzt werden.

Vorschläge und Zuarbeiten zur weiteren Verbesserung der Internetpräsenz unserer DAV-Sektion können gerne an mich herangetragen werden.

Dr. Thomas Frank
Tel.: 0371/ 402 95 41
E-Mail: drth.frank@arcor.de

Die Redaktion über sich : Wie die 22 Hefte der "Mitteilungen" entstanden

Von Wolfgang Mann

Noch im ersten Jahr nach der Neugründung der Sektion war ich mit dem 1. Vorsitzenden Gottfried Eißner einig, dass die Sektion eine Publikation braucht, mit der die Mitglieder über alles Nötige informiert werden und erfahren sollen, was in der Bergwelt erlebt wurde. Die "Mitteilungen" sollten durch bestimmte Beiträge helfen, eine Beziehung zur Sektion, zu ihrer Geschichte und hervorragenden Persönlichkeiten herzustellen. Mit der Bibliografie im Heft 20 ist ein Überblick über rund 750 bedruckte Seiten gegeben.

Für das erste Heft 1991 schrieben die Verantwortlichen der verschiedenen Referate die Beiträge, so dass der Leser erfuhr, wer und was wir sind, woher wir kommen und was wir vorhaben. Ich erhielt die Manuskripte mit Maschine oder Hand geschrieben. Sie wurden redigiert, geordnet und nochmals mit Maschine geschrieben. Mit wenigen Fotos und Anzeigen wurde alles einer Druckerei übergeben, die das dann zum Heft verarbeitete. Das kostete für eine Auflage von 500 Stück mit nur 20 Innenseiten mehr als z. B. die 800er Auflage des Heftes 21 mit 40 Seiten, einem Farbteil und farbigem Titelbild.

Die nächsten Hefte entstanden preiswerter in einer anderen Druckerei. Hier schrieben wir, meine Frau und ich, die Manuskripte schon am PC der Druckerei ab. Ein Mitarbeiter formatierte dann die Seiten. Wie viele Male wir zur Druckerei fuhren und wie viele Stunden wir beschäftigt waren, ist heute nicht mehr zu sagen. Ein Freund in einer Repro-Firma fand bei gestiegener Auflage eine noch preiswertere Variante der Herstellung. Noch bekam ich die Manuskripte mit Hand und Maschine geschrieben oder als Ausdruck vom PC. Die Firma stellte mir einen tragbaren PC (Laptop) zur Verfügung, so dass ich wenigstens zu Hause arbeiten konnte. Aber das Kopierverfahren war für die Wiedergabe der Fotos nicht zufrieden stellend.

Inzwischen stand im Vereinsbüro und auch zu Hause so ein modernes elektronisches Gerät und einzelne Beiträge gingen auf Diskette ein. Eine Druckerei in München machte ein Angebot, das nicht nur bessere Qualität versprach, sondern wiederum preiswerter war. Eine Reihe von Werbekunden sorgten dafür, dass sich Druckkosten und Einnahmen deckten. Die Schwarz-Weiß-Bilder, von Farbfotos gerastert, wurden ansehbarer. Auf Montagepapier klebte ich die Textteile, Fotos, Zeichnungen und Anzeigen zur Druckvorlage zusammen. Arbeitszeitaufwand pro Heft etwa 90 Stunden. Um den Redakteur etwas zu entlasten, erklärte sich gegen Ende des vorigen Jahrtausends Ingrid Patzsch zur Mitarbeit bereit. Vom Vortragswart kamen Texte druckreif auf die Festplatte. Der 2. Vorsitzende Frank Tröger half mit bei der Zusammenarbeit mit Anzeigenkunden und brachte auch diesen und jenen Gedanken zu Papier. Das Heft 21 war das letzte, das in Klebetechnik zum Druck vorbereitet wurde.

2001 fanden mehrere Beratungen in größerem Kreis statt, um zu gewährleisten, dass im Zeitalter des Digitalen auch unsere Hefte, die dank des Einsatzes von Dr. Frank Thomas schon seit ein paar Jahren im Internet vertreten sind, auf modernem Wege entstehen, das heißt, die Druckerei bekommt sie auf Datenträger übermittelt. Wer aber hat die Software dafür? Der im Verein schon mit interessanten Vorträgen bekannt gewordene Emil Feigl zeichnet nun für die digitale Aufzeichnung verantwortlich. Wenn Uwe Erkelenz seine Bereitschaftserklärung in die Tat umsetzt, sind wir dann fünf Personen, die an der Entstehung der Hefte arbeiten.

Wolfgang Mann :
Verantwortlicher Redakteur für das Mitteilungsheft
Ingrid Patzsch :
Informationen, Kurse und Termine, Mitarbeit beim Redigieren eingesandter Beiträge
Emil Feigl :
Erstellung der Druckvorlage, Digitale Bearbeitung, Mitarbeit beim Redigieren von Beiträgen
Uwe Erkelenz :
Werbung, Anzeigenannahme, Digitale Aufbereitung
Thomas Frank :
Computertechnische Unterstützung, Redakteur der Internetfassung der Mitteilungshefte
Webmaster der Homepage der DAV-Sektion Chemnitz

Redaktionsschluss für die auf Diskette mit einem Ausdruck eingesandten Beiträge immer am 1. April für Heft 1 eines Jahres, am 1. Oktober für Heft 2 eines Jahres.

Impressum

Herausgeber:		Sektion Chemnitz im DAV e. V.
			09111 Chemnitz
			Zieschestr.37
			Tel. 0371/6762623
			Fax: 0371/6761132
Vorsitz.: 	Steffen Oehme,
		Dorfstraße 42b
		09437 Waldkirchen
		Tel.: priv. ab 20.00Uhr
		      (0179) 4506388
Bankverb.:	Volksbank Chemnitz	
		Kto 300 433 340
		BLZ 87 09 62 14
Schatzmeister:  Ingo Röger
		Albrechtstraße 29
		09130 Chemnitz
		Tel.: (0371) 2407511 (p)
		Handy : (0179) 6640340
		Email :	Ingo.Roeger@t-systems.de
Redaktion:	Wolfgang Mann
		Uferstraße 40
		09126 Chemnitz
		Tel.: (0371) 5614015

                Ingrid Patzsch (Infos / Termine)
                Oberfrohnaer Straße 117
                09117 Chemnitz
                Tel.: (0371) 5613542
Redaktion der Internet-Version :
		Thomas Frank
		Eislebener Straße 308
		09126 Chemnitz
                Tel. p.: (0371) 402 95 41
		Tel. d.: (0371) 531 46 43
		Email :	DrTh.Frank@arcor.de
Redaktionsschluß :               30. 09. 2001
Nächster Redaktionsschluß : 01. 04. 2002
Auflage:	1000 Exemplare
Herstellung:	infotex///offset KDS-Graphische Betriebe GmbH, Lilienthalallee 1, 80939 München
Internet (WWW): http://www.dav-chemnitz.de
Email :	        info@dav-chemnitz.de

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Th. Frank , 7. Oktober 2001