![]()
DAV Chemnitz : Infoheft 2. Halbjahr 1998 ![]()
![]()
Wenn dieses 15. Heft unserer "Mitteilungen" in die Hand des Lesers kommt, ist das 8. Jahr seit der Wiedergründung schon Vergangenheit, und bis zur Neuwahl der Sektionsleitung muß kein ganzes Jahr mehr vergehen. Wie es aussieht, werden dann alle Aufgabenbereiche zur Verfügung stehen. Das wurde zur Jahreshauptversammlung am 24. März 98, an der diesmal nur 5 % der Mitglieder teilnahmen, deutlich. Die geringe Teilnahme kann man auch so deuten, daß die Mehrheit unserer Mitglieder mit der Arbeit der Sektion und ihres Vorstandes durchaus zufrieden und der Meinung ist, daß der Chemnitzer Alpenverein seine Aufgaben als Dienstleistungsbetrieb schon in recht annehmbarem Maße erfüllt. Es ist aber an der Zeit, daß sich männliche und weibliche Sektionsmitglieder entscheiden, sich 1999 zur Wahl zu stellen und bereit sind, im Vorstand oder dem neu zu schaffenden Beirat mitzuarbeiten. Ende 1997 gehörten der Sektion 822 Mitglieder an, davon mehr als ein Drittel weibliche. In den verschiedenen Kategorien waren es
448 A-Mitglieder,
198 B-Mitglieder,
51 Junioren,
72 Jugendliche,
53 Kinder.
Bis zur Neuwahl sind im Vorstand in folgenden Aufgabenbereichen:
Vorsitzender Steffen Oehme, Beethovenstr. 6, 09669 Frankenberg Tel. 037206/82323 Schatzmeister Rudolf Hannß, Neefestr. 19, 09119 Chemnitz Tel. 0371/909473 Schriftführerin Treua Schale, Auf der Kuppe 53, 09123 Chemnitz Tel. 0371/2609151 Öffentlichkeitsarbeit Klaus Lahr, Goethering 6, 09128 Chemnitz Tel. 0371/7714595 Reakteur "Mitteilungen" Wolfgang Mann, Uferstr. 40, 09126 Chemn., Tel. 0371/5614015 oder bei Peine, Burkhardtsdorf , Tel. 03721/33549 Jugendarbeit Frank Milde, Clausstr. , 09126 Chemnitz Tel. Bibliothek und Karsta Maul, Yorkstr. 52, 09130 Chemnitz Familliengruppe Tel. 0371/ 72 53 324 Naturschutzreferent Ludwig Heinrich, Corinthstr. 14, 09114 C, Tel. 0371/413248
Für die Sektion arbeiten aber noch eine Vielzahl Ehrenamtlicher als Ausbilder, Vortragende, Wanderleiter, Übungsleiter, Kassenrevisoren, Verantwortliche für Klettergebiete, Klettergruppen und Stammtischabende. Sie gehören zum Kreis des erweiterten Vorstandes.
Steffen Oehme gab in seinem Jahresbericht einen Überblick über die wichtigsten Ereignisse des Jahres 97 und erinnerte z. B. an die geführten Touren in den Alpen, an die Sommersonnenwende auf der Anthon- Günther-Höhe bei Wolkenstein, an das Jahresabschlußfest, sprich Stiftungsfest. Wenn ein Alpenverein auf Vergangenes zurückblickt, dann gehören natürlich die Aktivitäten im Gebirge an erster Stelle dazu. Alles, was unternommen wurde, hier aufzuführen, würde den Rahmen sprengen. Von den bekanntgewordenen Bergtouren auf vier Kontinenten findet sich eine Auswahl im Mitteilungsheft der Sektion.
Seit Rudolf Hannß wieder verantwortlicher Schatzmeister ist, gibt es im ca 63 000,-DM umfas- senden Jahreshaushalt, wo sich wie geplant Einnahmen und Ausgaben ausglichen, keine Beanstandungen mehr. Einstimmig wurde auch der neue Haushaltplan bestätigt. Kein Beschluß kam zustande zur Errichtung einer Kletteranlage in einer Halle. Dazu müssen weiter Vorarbeiten geleistet werden. Allen war aber klar, daß die Anlage an der Außenwand einer Sporthalle im Sportforum nicht das ewige Leben haben wird, obwohl sie wirklich auch über die Kreise unserer Sektion angenommen wurde und fleißig genutzt wird. Wenn es also um die Errichtung einer neuen Kletteranlage geht, dann wäre natürlich zum Zwecke der ganzjährigen Nutzung eine solche in einer Halle, im Neudeutschen Indoorkletterwand genannt, zu bevorzugen. Da wir im Chemnitzer Raum der größte bergsportliche Verein sind, müßten wir schon federführend sein, aber eben auch mit allen anderen, wie dem Chemnitzer Wander- und Bergsportverein, zusammmenarbeiten. Bei einem Projekt dieser Größenordnung können nicht die wenigen Mitglieder entscheiden, die an der Jahreshauptversammlung teilnahmen, darum wenden wir uns in diesem Heft (unter Informationen) an alle Sektionsmitglieder mit der Bitte, sich schriftlich zu äußern.
Angesprochen wurden auch Unternehmungen größeren Stils in den kommenden Jahren, die mit der Jahrtausendwende oder Jubiläen der Sektion in Zusammenhang stehen. Während der Veranstaltung gründete sich die Gruppe der "Edelweiß-Gruftis". Näheres auch dazu unter "Informationen".
![]()
Mit diesem Jahr hat der DAV Chemnitz ein System eingeführt, daß den Veranstaltungsplan thematisch nach Interessengruppen gliedert. Gleichzeitig wurde ein Anmeldebogen eingeführt, um die Arbeit für die Verantwortlichen zu erleichtern. Leider wird dadurch meine (Th. Frank´s) Arbeit als Web-Designer dieser Seiten nicht erleichtert. Jedenfalls habe ich den Versuch gescheut, diese ausführliche Darstellung der Veranstaltungstermine in Tabellenform 1:1 ins Web zu übernehmen. Wer sich also für das eine oder andere der nachfolgend aufgelisteten Veranstaltungsangebote näher interessiert, möge sich bitte in der Geschäftsstelle der DAV-Sektion Chemnitz die vollständigen Informationen besorgen (siehe hierzu die Tel./Fax/Adress-Informationen zur Geschäftsstelle).
| Datum | Ziel | Treffpunkt/Sonstiges | Verantw. |
|---|---|---|---|
| Juni 1998 | |||
| 13. 6. 1998 | Wanderung in der Sächsischen Schweiz | ca. 20 km rund um Hinterhermsdorf | Heiko Müller |
| 13.-14. 6. 1998 | Aufbaukurs, Begehung von Felsgraten bis UIAA III | am Boren, CSFR : Klettern in Kaminen, Grate, Reibung | Fachübungsleiter |
| 19.-21. 6. 1998 | Sommersonnenwende des Kletterklubs "Katzensteiner" | ESV-Hütte Krippen, Kletterklub "Katzensteiner" | W. Neuber |
| 20.-21. 6. 1998 | Sommersonnenwende der Sektion | Anton-Günther-Höhe bei Wolkenstein | Sektionsvorstand |
| 20.-21. 6. 1998 | Sommersonnenwende an der Nonne bei Pobershau | Klettergruppe "Carl Stülpner" | Zaspel |
| 26.-28. 6. 1998 | Fahrt der Familiengruppe nach Porschdorf, Sächsische Schweiz | Wandern und Klettern mit Kindern | Karsta Maul |
| Juli 1998 | |||
| 4. 7. 1998 | Wanderung durchs Schwarzwassertal, Pobershau, Erzgebirge | ca. 20 km | W. Hejl |
| 4./5. 7. 1998 | Kletterkurs : Klettersteig, Fixseil, Schrofengelände | 9:00 Uhr am Schatzenstein | Fachübungsleiter Oehme |
| 25./26. 7. 1998 | 1. Etappe der Erzgebirgs-Kammwanderung | Schöneck-Johanngeorgenstadt und Johanngeorgenstadt-Kurort Oberwiesenthal |
Jörg Helbig |
| 30. 7. - 7.8. 1998 | Hochgebirgswanderung Geisler-Puez-Sella-Langkofel | Leichte Hochtour, Klettersteige leicht-mittelschwer Sass Rigais, 3025m Puezkofel, 2723m Sassonger, 2665m Piz Boe, 3150m |
Claus Eger |
| August 1998 | |||
| 31. 8. - 6. 9. 1998 | Hochtour ins Wallis, Schweiz | alpine Hochtour Fluchthorn, 3790 m Allalinhorn, 4027 m Strahlhorn, 4190 m Alphubel, 4206 m |
Steffen Oehme |
| September 1998 | |||
| 7.-13. 9. 1998 | Hochtour ins Stubai, Österreich | leichte Hochtour Zuckerhütl, 3505 m Wilder Pfaff, 3458 m Wilder Freiger, 3418 m |
Steffen Oehme |
| 12. 9. 1998 | Wanderung rund um Cunnersdorf/Sächsische Schweiz | ca. 20 km, Treff : 10:00 Uhr Waldbad | |
| 25.-27. 9. 1998 | Fahrt der Familiengruppe ins Bielatal, Sächsische Schweiz | Wandern und Klettern mit Kindern | Karsta Maul |
| Oktober 1998 | |||
| 3. 10. 1998 | Wanderung vom Kunnerstein zum Harrasfelsen | Clausnitzer | |
| 17. 10. 1998 | Wanderung vovon Lößnitz durch den Hartensteiner Wald | ca, 20km, Treff : 8:00 Uhr Bus Richtung Aue | W. Hejl |
| 18. 10. 1998 | Durch die Reviere des Carl St&uum;lpner | 16. Herolder Herbstwanderung, Startzeit : 7:00-10:00 Uhr, Herold Strecken von 12, 16, 22, 26, 34 und 40km Länge bei den Langstrecken zwischen 820m und 1100m Höhendifferenz |
Klettergruppe "Carl Stülpner" |
| November 1998 | |||
| 28. 11. 1998 | Stiftungsfest zum 116. Jahr seit der Gründung der Sektion Chemnitz | 18:00 Uhr im Siedlerheim am Pfarrhübel in Altchemnitz Selbstkostenbeitrag von 15,-DM pro Person, Meldung in der Geschäftsstelle |
Vorstand |
Wegen des guten Erfolges im Vorjahr und der günstigen äußeren Bedingungen wollen wir auch in diesem Jahr die Sommersonnenwende vom 20. zum 21. Juni in der Gemeinschaft von Wanderern und Kletterern auf der Anton-Günther-Höhe über der Zschopau unweit von Wolkenstein am Sonnwendfeuer feiern. Hoffen wir auf besseres Wetter als 1997, damit diesmal auch die Kletterer auf ihre Kosten kommen. Geschlafen wird in eigenen Leinwandvillen.
Mitzubringen sind neben Verpflegung u. mehr oder weniger geistigen Getränken vor allem gute Laune, Musikinstrumente, Liederbücher, vielleicht auch die in den Mitteilungen abgedruckten Texte und andere Beiträge, die der Unterhaltung dienen.
Die Kletterer treffen sich am Sonnabend, dem 20. Juni, 9.00 Uhr, am Floßplatz in Wolkenstein an der B 101.
Wer den Tag mit einer schönen Wanderung über etwa 25 km füllen möchte, der ist 8.12 Uhr am Hauptbahnhof. Von dort geht es nach Reifland-Wünschendorf. Von hier wird durch den Heinzewald, über die Dreibrüderhöhe, durch Warmbad zum "Festplatz" gelaufen, wo in Gemeinschaft mit den Kletterern das Brennmaterial für das Sonnwendfeuer gesammelt wird.
Zelte, Wasser und andere Ausrüstungsgegenstände wollen wir extra nach Wolkenstein transportieren. Darum ist es nötig, daß sich Interessenten vorher in der Geschäftsstelle melden. Wer aber erst gegen Abend zur Holzsammelaktion am Festplatz eintrifft, ist natürlich auch gern gesehen.
Die Jugendgruppe trainiert jeden Mittwoch von 16 - 18 Uhr unter Leitung von Frank Milde während der Sommerferien im Sportforum an der Kletterwand (bei schönem Wetter) und danach wieder in der Turnhalle der Pestalozzischule, Ludwig-Kirsch-Straße. Zum Mitmachen sind alle im Alter von 11 bis 18 Jahren eingeladen.
Wie schon eingangs zu lesen war, wenden wir uns an dieser Stelle an alle interessierten Mitglieder unserer Sektion mit der Bitte, uns ihre Gedanken und Meinungen zur Errichtung einer solchen Anlage mitzuteilen. Die Vorteile liegen natürlich auf der Hand: ganzjähriger Trainigsbetrieb für Einzelne oder Gruppen jeglichen Alters unabhängig von Witterungseinflüssen. Wenn wir an das Projekt herangehen, so müssen eine Reihe von Forderungen erfüllt werden, die es schon in der Planungsphase zu berücksichtigen gilt:
Hinter diesen Vorgabepunkten steht noch nichts. Teilen Sie uns bitte weitere Gedanken zu diesem Forderungskatalog mit!
Da unser Projekt natürlich eine Menge Geld kostet, das wir allein nicht aufbrignen können, muß schon im Vorfeld klar sein, daß es nach seiner Verwirklichung auch entsprechend genutzt wird. Bitte beanworten Sie die folgenden Fragen (Auch nur teilweise möglich)! Name, Alter, Mitgliedsnummer, Adresse (Kletterfreunde, die nicht unserer Sektion angehören, geben bitte an, wo sie Mitglied sind oder ob sie "unabhängig" sind.)
Welche hauptsächliche Nutzung künstlicher Klettern an Felsen Betätigung? Kletteranlagen im Gebiet um Chemnitz Wandern O nie O O Klettern O unregelmäßig O O Sportklettern O monatl. 1 x O O Bergsteigen O monatl. 2-4 x O O Welche andere wöchentl. 1 x O O Sportart? wöchentl. 2-3 x O O allein O O mit anderen (Anzahl)OO OO Brauchen Sie Betreuer? ja O nein O Ihre Mithilfe, wie, wo, wann beim Bau der Anlage O Welche Fachkenntnisse? ............................... bei der Erhaltung O Weitere Hilfsangebote: ............................. Betreuung von Gruppen O Kinder O Jugendliche O Erwachsene O Ihre weiteren Gedanken: .............................................
Was Karsta Maul in den letzten Jahren organisierte, das hat Hand und Fuß und den Beifall der Teilnehmer gefunden. Deshalb soll es 1998 so weitergehen. Wieder sind zwei Fahrten in die Sächsische Schweiz geplant, denn die Verbindung von Wandern und Klettern mit der für die Kinder erlebnisreichen Nacht in einer Hütte bietet allen das, was sie von einer solchen Fahrt erwarten.
Eine Woche nach der Sommersonnenwende vom 26. bis 28. Juni 98 in die Bergsteigerhütte der Hüttengemeinschaft, der auch eine Anzahl von Mitgliedern unserer Sektion angehört. Diese Hütte steht im Polenztal nahe des Bahnhofs Porschdorf.
Bis zu 20 Personen können teilnehmen. Darum rechtzeitig anmelden. Meldeschluß ist der 10. Juni 98. Eventuelle Terminveränderung nicht mehr nach dem 10. Juni.
vom 25. bis 27. September 98 in die Alpenvereinshütte des Sächsischen Bergsteigerbundes im Bielatal. An dieser Fahrt können 30 Personen teilnehmen.
Meldeschluß: 16.09.98
Natürlich sind in erster Linie Familien mit großen und kleinen Kindern zur Teilnahme aufgerufen. Wenn noch Plätze frei sind, können sich gern auch andere Interessierte anschließen. Verantwortlich und Ansprechpartnerin wie immer: Karsta Maul.
Die Wanderleiter unserer Sektion planen - ähnlich dem Rennsteiglauf im Thüringer Wald -, beginnend 1998, eine Wanderung durchzuführen, die in Etappen von Schöneck im Vogtland bis zur Elbe in der Sächsisch-Böhmischen Schweiz führt, wobei die Route auf sächsischer und böhmischer Seite des Erzgebirgskamms entlangführt.
Es soll jeweils ein Wochenende mit Übernachtung genutzt werden. Die Ausgangs- und Endpunkte der Wanderwochenenden sollen mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar sein. Pro Tag werden 25 bis 35 km gewandert. Die Teilnehmerzahl hängt von den Quartieren ab und liegt bei etwa 8 bis 12 Personen. Wer sich zur Teilnahme in der Geschäftsstelle meldet, muß eine Anzahlung auf die Quartierkosten und fixen Ausgaben leisten. Voraussetzung zur Teilnahme ist natürlich gute Kondition, aber auch gruppentaugliches Gehen.
Der erste Termin :
25./26. Juli 1998 mit den Etappen Schöneck - Johanngeorgenstadt und
Johanngeorgenstadt - Kurort Oberwiesenthal
Die folgenden Vorhaben werden immer in unseren "Mitteilungen" bekanntgemacht.
Nachdem die ersten Fahrten größeren Stils in kleiner Gruppe nach Südamerika führten, soll anläßlich der Jahrtausendwende und des "Zehnjährigen" der Sektion seit der Wiedergründung eine Expedition gestartet werden, die auf Sechstausender Südamerikas oder einen Siebentausender auf dem asiatischen Kontinent gehen soll. Der Sektion und an der Teilnahme Interessierten liegen mehrere Vorschläge zur Auswahl vor. Wer sich der Gruppe, die etwa ein Dutzend Teilnehmer umfassen soll, anschließen möchte, meldet sich bis 1. Okt. 1998 beim Vorstand.
Folgende Voraussetzungen sollte er erfüllen:
Daten zur Expedition:
Hier die neuen Termine und voraussichtlichen Themen für die Sektionsabende vom September 98 bis März 99. Wir treffen uns wie gewohnt jeweils am letzten Dienstag des Monats 19 Uhr in den Räumen der Arbeiterwohlfahrt (Sektionsgeschäftsstelle). Wer die kulinarische Versorgung der AWO in Anspruch nehmen möchte, wird gebeten, etwas eher dazusein, um seine Bestellung aufgeben zu können.
Die meisten Beiträge für die kommenden Monate stehen schon fest. Auf Grund der langfristigen Planung kann es hin und wieder zu Themenänderungen kommen. Wir werden darum weiterhin zu den Geschäftszeiten im Vereinsbüro die jeweils kommenden Themen bekanntmachen. Selbstverständlich werde ich mich auch bemühen, die untenstehende Liste ebenfalls ständig auf dem aktuellen Stand zu halten. Wie auch in 1998 werden die Themen und Termine von Thomas Frank koordiniert. Neue Beiträge können gleich hier per E-Mail angemeldet werden !
Es sind (Änderungen vorbehalten) folgende Vorträge und Erlebnisberichte vorgesehen:
| Stammtisch-Abende 2. Halbjahr 1998 | |
|---|---|
| 29. September | Jens Schulze : Französische Alpen (Ecrins Natiionalpark, Mt. Blanc-Gebiet) |
| 27. Oktober | Ingo Roeger : Wanderungen im Toten Gebirge, Dachstein, Schladminger Tauern |
| 24. November | Steffen Oehme : DAV-Sektionstour in den Schweizer Alpen vom August 1998 |
| 26. Januar 1999 | Mike Glänzel : Wandern auf Hawaii |
| 23. Februar 1999 | Ingo Roeger : Wandern, Klettern und Radfahren auf Gomera, Teneriffa u. anderen Inseln |
| 30. März 1999 | Thomas Frank : Gletscherrunde in den Stubaier Alpen, DAV-Tour September 98 |
Eine ungebundene Gruppe nicht mehr berufstätiger Männlein und Weiblein, die an Donnerstagen ein- bis zweimal pro Monat auf Schusters Rappen in der engeren Heimat unterwegs ist.
In der Zwischenzeit seit der Jahreshauptversammlung im März war diese Gruppe schon gemeinsam unterwegs. Wer sich anschließen möchte, braucht sich nur in der Geschäftsstelle oder beim Redakteur zu melden. Er erhält dann eine Liste aller Wanderfreunde. Unternehmungen können kurzfristig geplant werden. Der Organisator ruft den Nächsten auf der Liste an, der wiederum den Nächsten, der Letzte den Ersten, bis zum Schluß auch der Organisator einen Anruf erhält. Und schon kann es losgehen . Wer die Zeit dazu hat, muß doch nicht auf das Wochenende warten.
![]()
Es ist der 5. August 1997, kurz nach 22 Uhr. Wir sitzen im Zelt am Lago de Llosas ca. 900 m unter dem Pico de Aneto, dem mit 3404 Metern höchsten Berg der Pyrenäen. Seit dem Nachmittag gewittert es mit ungebrochener Heftigkeit. Unser Zelt ächzt im Sturm, die Zeltstangen biegen sich fast bis auf den Boden. Wir fragen uns, ob dieses Gewitter jemals wieder aufhören wird. Dabei sind wir erst gestern bei schönstem Wetter die 1100 Meter vom Tal bis zum See aufgestiegen. Der Aneto sollte Alex’ erster Dreitausender werden. In den letzten Jahren waren wir in Norwegen und in den Julischen Alpen , wo wir neben anderen schönen Bergtouren mit dem Goldhoppigen und dem Triglav die jeweils höchsten Gipfel der Region bestiegen hatten. Der höchste Gipfel reizt eben immer am meisten, und wenn man mit der Dreitausendermarke gleich wieder mal den höchsten der Region in Angriff nimmt, so reizt das um so mehr.
Für den Anstieg wählten wir nicht die im Führer beschriebene Normalroute von der La Renclusa-Hütte über den Anetogletscher, da wir einerseits vom spanischen Hüttenrummel abgeschreckt wurden und andererseits den langen Anstieg über den Gletscher scheuten. Wir hatten geplant, die alte Forststraße ins Vallhiverna-Tal bis zum Ref. Pescadores zu fahren und dort in zwei Etappen über die Südseite aufzusteigen. Wir waren stolze Besitzer eines Gebietsführers mit ausführlicher Tourenbeschreibung und guter Karte; leider in Spanisch. Die Forststraße entpuppte sich als Schotterweg mit Schranke. Also ließen wir das Auto unten stehen und stiefelten mit je knapp 20 kg Gepäck beladen die ersten acht Kilometer zum Refugio Pescadores hinauf. Ab und zu überholten uns einige Spanier mit dem Auto, die sich offensichtlich weder von der Schranke noch von der schlechten Straße abschrecken ließen. Vom Ref. führt der Weg über Wiesen und Grashänge zur Capana de Llosas. Das erste Etappenziel war erreicht. Wir waren ganz schön erschöpft vom Rucksacktragen und den nicht eingeplanten Höhenmetern. Am nächsten Tag wollten wir das Zelt hier stehen lassen u. zum Gipfel aufsteigen.
Der neue Tag begrüßt uns mit tintenblauem Himmel und Sonnenschein. Vom Westufer des Sees steigen wir den Steinmännern folgend über Geröll und kleine Schneefelder zur Brecha Superior de Llosas auf. Von der Südseite harmlos aussehend, bringt der folgende Abstieg zum Coronasgletscher einige Probleme. Der Gletscher ist weit abgetaut, die Scharte ausgewaschen und vereist. Zusammen mit einigen Spaniern seilen wir ab auf den Schnee. Wir haben kaum Platz und treten uns beim Anlegen der Steigeisen fast auf die Füße. Die Querung vom Fuß der Scharte zum eigentlichen Weg geht über sehr steilen Firn und ist etwas heikel. Zum Glück ist der weitere Aufstieg zur Scharte Colado de Coronas unproblematisch. Spalten gibt es keine mehr. Nach dem Mittagessen steigen wir in weitem Bogen aus der Scharte zum Gipfel. Von einer gemütlichen Gipfelrast kann keine Rede sein, ebenso wenig von Sicht. Die Zeit reicht gerade für zwei Fotos, die letzten auf dem Film. Zum Einlegen eines neuen Films ist keine Zeit, denn das Gewitter kommt schnell näher, schneller als wir dachten und hofften.
In Windeseile steigen wir hinunter bis zum Coll. de Coronas. Es ist abzusehen, daß wir nicht mehr trocken ins Zelt kommen, also legen wir die Regenkleidung an und schützen die Rucksäcke mit Plastikfolien. Kurz danach fallen auch schon die ersten Tropfen. Bald stehen wir wie die begossenen Pudel im Gewitterregen, der zu allem Überfluß nach 10 Minuten in Graupel übergeht. Das erste Gewitter ist kaum vorbei, da zieht schon das nächste heran. Eine kurze Aufhellung nutzen wir, um zur Brecha Superior zu queren. Jetzt stehen wir vor dem eigentlichen Problem. Wie übers Eis hinaufkommen? Claudia, die erfahrenere von uns beiden, quält sich auf Steigeisen hinauf. Alex soll folgen. Aber beim Umklettern des Einstiegs bricht eine große Felszacke ab. Alex rutscht ein Stück in die Randspalte des Schneefeldes, die abgebrochene Felszacke landet auf dem rechten Knie. Zum Glück geht nur die Regenhose kaputt. Das ist bei dem Wetter trotzdem ärgerlich genug. Mit Seil von oben kommt Alex schließlich auch in die Scharte. Kaum haben wir sie gemeistert, beginnt das nächste Gewitter. Geduldig ertragenwir es und steigen zum Zelt hinunter. Sorgen macht uns nur der Bach neben dem Zelt. Er wird sicher angeschwollen sein. Er hat sich tatsächlich auch schon neue Läufe gesucht, aber das Zelt in Ruhe gelassen. In einer Regenpause gelangen wir halbwegs trocken ins Zelt. Ein Teil der Ausrüstung bleibt draußen wegen Platzmangel. Ab 20 Uhr ist das Gewitter direkt über uns. So etwas haben wir noch nicht erlebt. Wir können nicht schlafen und sitzen im Zelt. Unaufhörlich folgen Blitz und Donner. Wir befürchten, doch noch fortgeschwemmt zu werden. Gegen Mitternacht verzieht sich das Gewitter endlich. Zurück bleibt der Dauerregen. Da es nicht mehr so laut ist, können wir endlich schlafen.
Am nächsten Morgen sind die Berge ringsum in Wolken, und es regnet und regnet. Zum Glück ist das Zelt immer noch dicht. Wir wollen nun nicht mehr hier oben auf besseres Wetter warten und packen unsere mehr oder weniger nassen Sachen. Ab geht es ins Tal. Vorher wird die Überquerung des vom Rinnsal zum reißenden Wildbach gewordenen Seeabflusses zum Problem. Mit den Stöcken das Gleichgewicht haltend, die Beine bis zu den Waden im Wasser, gelingt das Vorhaben. Alles weitere ist unschwierig. Endlich regnet es auch langsamer. Nach dem Ref. Pescadores zeigt sich sogar die Sonne, sodaß wir das Zelt über unsere Schultern zum Trocknen aufhängen können. Am frühen Nachmittag sind wir am Auto, und das Wetter ist warm und sonnig; wie eigentlich jeden Tag in Spanien.
Für uns, Vater und Sohn, war im Oktober 97 diese Tour ein besonderes Erlebnis. Wir ließen uns unser Vorhaben durch dunkle Wolken und indifferente Wetterberichte nicht ausreden und fuhren am "Einheitsfeiertag" los zum Zeltplatz Mühlleiten in Schönau.
Von der Wimbachbrücke zum Ingolstädter Haus
Der Bus fuhr 8.32 Uhr ab Parkplatz Königssee. Von der Wimbach- brücke bis zur Wimbachgrieshütte (ca 700 Höhenmeter) waren wir fast allein. Auf dem Weg hat man links den Watzmann und rechts den Hochkalter im Blick. 11.15 Uhr trafen wir an der Hütte ein. Auf unserer Route erreichten wir bald das Talende. Nun ging es erstmals etwas steiler aufwärts. Nach ca 400 Höhenmetern ist man auf dem Sattel Trischübel etwa 1750 m hoch an der Baumgrenze.
Nach einer Mittagsrast gab es nun deshalb Schwierigkeiten, weil der Weg nicht mehr deutlich auszumachen war. Durch eine Rinne ging es bergauf. Teilweise mußte man dabei die Hände zu Hilfe nehmen. Streckenweise gab es schon Schnee. In einer Senke liegt ein kleiner Tümpel, Hundstodgrube genannt. Hier dominiert bereits der Große Hundstod das Pano- rama. Der kräftezehrendste Teil des Tages war der Aufstieg durch das Hundstodgatterl und der nach- folgende Abstieg. Das waren wieder 370 m hoch und 185 m runter. Das Auf und ab war im Wander- führer n icht erwähnt und in der Profilzeichnung nicht berücksichtigt worden. Wir empfanden es schon als Schinderei, an derem Ende ein Abzweig kommt, wo ein Weg vom Kärlingerhaus herauf- führt. Kurz vorher ssieht man das Tagesziel in ca 1,5 km Entfernung. Gegen 17.30 erreichten wir das Ingolstädter Haus, wo wir schon 19 Uhr im mit 20 Mann belegten Raum in den Kahn krochen.
Vom Ingolstädter Haus über das Riemann- zum Kärlingerhaus
Aufbruch 8.15 Uhr. Bis zum Riemannhaus auf dem Eichstädter Weg kaum Steigungen. Hier war für uns der Mittelpunkt des Steinernen Meeres, denn ringsherum nichts als Steine, eine Hochfläche in ca 2000 m Höhe. An den "Ufern" Berggipfel bis zu 2500 m Höhe mit der höchsten Erhebung, der Schönfeldspitze in der Nähe des Riemannhauses. Wir erreichten es gegen 12.30 Uhr. Es liegt in der Ramsauer Scharte. Man hat einen schönen Tiefblick auf das Saalfeldener Tal, das etwa 1500 m tiefer liegt, und einen Fernblick auf die Hohen Tauern mit dem Großglockner. Nach einem Bier ging es weiter auf dem Pilgerweg, der einmal im Jahr von den Saalfeldenern zur Prozession nach St. Bartholomä gegangen wird. Nach einer halben Stunde legten wir in der Nähe des Salzburger Kreuzes eine ausgiebige Mittagsrast ein. Dann ging es fast nur noch bergab. Man gelangt nun in das Baumgartl, eine Talverengung mit den ersten Bäumen - fast nur Lärchen. Kurz danach überquerten wir wieder die Grenze nach Deutschland, die wir am Tag zuvor vor dem Ingolstädter Haus beim Wechsel nach Österreich gar nicht bemerkt hatten. Dann sieht man bald den Funtensee und das Kärlingerhaus in einem idyllischen Hochtal. Gegen 16 Uhr bekamen wir sogar noch eine Zweibettkammer.
Vom Funtensee nach Bartholomä
Über den Königssee und nach Haus Der Abstieg geht über 1050 Höhenmeter. Das geht in die Knie. Der interessanteste Abschnitt ist der durch die Saugasse. Dort geht es auf einer Länge von einem halben Kilometer 317 m nach unten. Rechts und links ragen die steilen Felswände des Simetsberges auf. Der Königssee war nopch in Nebel gehüllt, als wir ihn etwa 200 Meter über der Wasseroberfläche ausmachen konnten. Mit dem Schiffchen in Königssee angekommen, erlebten wir dort das tollste Touristen- treiben mit langen Schlangen an der Bootskasse. Gegen 12.45 Uhr wurde zur Heimfahrt gestartet, und gegen 20 Uhr waren wir wieder in Chemnitz.
Fünf gereifte Herren im Alter von 50 bis 74 Jahren empfehlen die folgende Wanderung.
Anreise zum Parkplatz Königssee, Schiffchenfahrt zur Salletalm (Milch und Käsebrot), dann 1000 Höhenmeter über die Sagereckwand, am Grünsee vorbei zum Kärlingerhaus (Funtenseehaus); schweißtreibend, mancher sollte auch Milch und Käsebrot lieber weglassen. Das Kärlingerhaus ist meist übervoll.
Besteigung des Funtenseetauern, 2578 m. Auf über 900 Höhenmetern gibt es herrliche Ausblicke nach allen Seiten, so auf den Königssee hinunter und zum Watzmann oder in entgegengesetzter Richtung auf das ganze Steinerne Meer, hinter dem die Hohen Tauern hervorschauen.
Schöner Aufstieg zum Ingol- städter Haus unter dem Gr. Hundstod. Besteigung je nach Ambition. Kletterer haben an der SW-Ecke Mög- lichkeiten am Grat (II) oder an der Kante (III -IV), für die ich mich entschied.
Auf dem Weg zum Riemann- haus ist man mitten drin im Steinernen Meer und sieht, daß es keinen besseren Namen für dieses Gebirge geben kann. Am Nachmittag ist noch genügend Zeit für eine Besteigung des Sommersteins, 2308 m,aber auch Schönfeldspitze oder Breithorn sind möglich.
Wanderung vorbei an der Schönfeldspitze in Rich- tung Hochkönig.Wegen meh- rerer Regengüsse wurden wir aufgehalten und bezogen recht- zeitig vor den Gewittern in der Biwakhütte am Wildalmkirchl, 2587 m, Quartier. Direkt über den Ostgrat stieg ich hinauf.
Wieder zurück zum Riemannhaus mit Überschreitung der markanten Schönfeldspitze, 2653m, von der Schönfeldgrube aus. Auch hier haben Kletterer schöne Möglichkeiten. Den Berg sollte man nicht nur wegen des hervorragenden Rundblickes nicht auslassen, sondern auch wegen des einmaligen Gipfelkreuzes, einer von Bildhauer Toni Thuswalder geschaffenen großen Holzplastik, Maria Jesus mit der Dornenkrone tragend darstellend.
Besteigung des Breithorns, 2504 m, dann auf dem wundervollen Weg der Wallfahrer wieder zum Kärlingerhaus, Übernachtung, Abstieg durch die Saugasse, Überfahrt über den See, Heimfahrt.
Es geht nicht darum, daß Spalten geborgen werden, sondern wie man jemanden aus Spalten bergen kann. Wenn es den Bergsteiger ins vergletscherte Hochgebirge zieht, kommen neue Gefahren auf ihn zu, Gletscherspalten. Schon das Wort hat etwas beängstigendes an sich, und es ist gut, wenn man lernt, mit diesen Gefahren umzugehen. Unserem Sektionsvorsitzenden Steffen Oehme, seines Zeichens Fachübungsleiter, verdanken wir Teilnehmer an diesem Ausbildungskurs es, als Neulinge in diesem Metier an seiner Hand die erstesn Schritte gegangen zu sein.
Die Meteorologen hatten für den 4. April mehr oder weniger durchwachsenes Wetter angekündigt. Bei unserem kurzen Anstieg zu den Zigeunerfelsen wärmte uns aber die Sonne. Auf einem hübschen Fleckchen in der Nähe der Felsen zeigte erst einmal jeder, war er an Ausrüstung mitgebracht hatte. Nicht jedes Stück fand die Zustimmung unseres Übungsleiters. Wie man die Haltbarkeit von Seil- oder Bandschlingen berechnet, war für mich ganz neu. Wer weiß schon, daß man dazu den Durchmesser einer Schlinge mit 20 multiplizieren muß oder daß ein Knoten die Festigkeit der Schlinge um 50% verringert. Mit Knoten begann der erste Teil der Ausbildung. Sackstich, Ankerstich, Prusikknoten, Bandschlingenknoten, Einbindeknoten wurden gezeigt und geübt. Gar nicht so einfach, wenn man bedenkt, daß viele der Knoten auch noch gesteckt werden können. Selbst beim Einbinden in das Gurtzeug konnte uns unser Übungsleiter noch wichtige Hinweise eben.
Nun wurde es ernst. Ein Sturz war zu simulieren. Dazu reicht es bereits, wenn einer eine Böschung hinunterspringt und sich ins Seil fallen läßt. Auch so können die Kameraden am Seil umgerissen werden. In einer solchen Situation muß man einen Anker bauen, an dem das Seil fixiert wird. Daß der Kamerad nun wieder nach oben gelangen kann, gibt es verschiedene Verfahrensweisen: die lose Rolle, den Alpenvereinsflaschenzug oder den Schweizer Flaschenzug. In mehreren Seilschaften übten wir die einzelnen Techniken. Da es in der Zwischenzeit ganz schön kalt geworden war, kam uns das schweißtreibende Hochziehen eigentlich ganz gelegen. Der Nachmittag war herangekommen, und wir verabredeten uns für den nächsten Tag.
Am Sonntag wurde erst einmal das am Vortag Gelernte wiederholt. Schon hatten wir einige Sicherheit bei der Handhabung unserer Flaschenzüge. Währenddessen hatte Steffen Oehme eine Seilbahn zur Bergung Verletzter konstruiert, wozu nur Seile, Schlingen, Karabiner, ein Tragetuch und Seilrollen verwendet wurden. Alle Achtung, was so ein Übungsleiter doch drauf hat. Beim anschließenden Ausprobieren wurde viel gelacht. Am Nachmittag noch eine neue Übung: Prusiken. Über Felswände hingen Fixseile, an denen wir uns zum Zwecke der Selbstrettung mit Hilfe von Schlingen und dem berühmten Prusikknoten hocharbeiten mußten. Unsere Jüngste, ein Mitglied der Sportklettergruppe, hatte dabei die wenigsten Schwierigkeiten.
Nun folgte der Abschlußtest. Neue Seilschaften wurden gebildet. Jede erhielt eine Bergungsaufgabe. Das Seil wurde von oben über eine Felskante geführt, und unten am Wandfuß hängte sich ein Lehrgangsteilnehmer ins Seil. Er mußte hochgeholt werden. Das war schon ganz schön echt. Von oben konnte man den Hängenden nicht sehen. Die Wand war allemal sechs bis acht Meter hoch. Steffen hatte uns eingeimpft, daß man bei der Bergung nach dem Verunglückten sehen muß. Um das zu überprüfen, hatte er den im Seil Hängenden an einem Baum festgemacht. Es konnte also passieren, daß einer erst mal am Baum zu ziehen hatte. Das war etwas für die Schadenfreude der anderen. Aber schließlich ging alles gut. Wir lösten unsere Aufgaben, und ich hoffe, unser Übungsleiter war mit uns zufrieden. Ihm gilt auch an dieser Stelle noch einmal unser Dank. Der Lehrgang hat ganz sicher wieder neuen Bergfreunden die Möglichkeit eröffnet, sich Wünsche in den hohen Bergen mit Gletschern zu erfüllen.
Lange hatten wir uns mit der Möglichkeit einer Radtour durch Nordamerika beschäftigt. Die riesigen Entfernungen zwischen den einzelnen Nationalparks erschienen uns zu eintönig und zeitaufwendig. Schließlich entschieden wir uns für den Pacific Coast Highway 101, der als Traumstraße Amerikas bezeichnet und als eine der faszinierendsten Radrouten überhaupt beschrieben wird. Um aber nicht nur an der Küste entlangzuradeln, wählten wir als Ausgangspunkt Calgary am Fuße der Canadischen Rocky Mountains. Calgary empfing uns Mitte Juli 1997 mit strahlendem Sonnenschein. Die Stadt wurde erst vor reichlich 100 Jahren mitten in der Prärie erbaut und durch die Olympischen Winterspiele 1988 weltweit bekannt. Vom 190 Meter hohen Hohen Tower haben wir einen wundervollen Blick über die Stadt und bekommen auch den ersten Eindruck von den unendlichen Weiten Canadas.
Der erste Teil unserer Tour führt uns mitten durch die Rocky Mountains, die "leuchtenden Berge", wie sie von den Indianern genannt werden. Der Gebirgszug hob sich erst vor 30 Mio Jahren aus den Sedimentschichten der Urmeere empor und erhielt im Eiszeitalter vor 12 000 Jahren seine jetzige Form. Es ist eine grandiose Bergwelt, die zumeist unbesiedelt ist, so daß der ursprüngliche Charakter erhalten blieb.
Bis Lake Loise konnten wir überwiegend auf dem alten Highway fahren, aber selbst auf dem Transcanada Highway war durch den breiten Seitenstreifen das Radeln kein Problem. Zwischen Lake Loise und Jasper zieht sich mit dem Isefield Parkway eine der schönsten Straßen Canadas entlang dem Grat der Berge und erreicht mit dem Sunwapta Paß (2035 m) den höchsten Punkt. Wunderbare, großzügig angelegte Campingplätze sind auch für Radfahrer täglich zu erreichen. Jede einzelne Parzelle ist mit Tisch, Bank und einer Feuerstelle ausgestattet. Holz kann man von einem zentralen Platz holen.
Oft bleiben wir ein bis zwei Tage auf einem Camp und fahren mit unseren Rädern zu günstigen Ausgangspunkten für Wanderungen zu Aussichtsgipfeln und verschiedenen Pässen. Neben der herrlichen Bergwelt mit zahlreichen vergletscherten Gipfeln beeindrucken uns auch riesige Wälder, die Täler und Berghänge bedecken. Trotz ständiger Warnung vor Bären läßt sich keiner blicken, so daß wir glauben, daß alles leicht übertrieben ist. Um so mehr erschrecken wir, als urplötzlich ein Schwarzbär fünf Meter neben uns steht. Wir sind sehr froh, daß er uns keines Blickes würdigt. Nach mehreren Touren in der Umgebung von Jasper fahren wir mit dem Zug nach Vancouver, wo der Hauptabschnitt unserer Radroute "one o one" beginnt.
Vancouver, eine der schönsten Städte der Welt, liegt meerumschlungen vor der Kulisse hoher Berge des Küstengebirges im Flußdelta des Fraser River. Beeindruckend der Canada Place mit den Gebäuden der Expo 86, die restaurierte Altstadt und der Stanley Park mit den letzten Urtwalddouglasien in Stadtnähe.
Über Vancouver Island erreichen wir Victoria, die Hauptstadt von British Columbia. Stattliche Gebäude im viktorianischen Stil, gepflegte Parks und englische Pubs sind dominierend für das Stadtbild. Von hier setzen wir mit der Fähre nach Port Angeles/USA über. Der Hafen liegt auf der Olympic Peninsola (Halbinsel) im Staat Washington. Der Olympic Nationalpark ist eine Perle unter den Nationalparks der USA, zumal er abseits der großen Touristenrouten liegt. Hier wächst seit Jahrtausenden ein noch immer nahezu unberührter Regenwald. Auf 29 km Länge strampeln wir die Hurricane-Ridge von 0 auf 1600 m hinauf und werden mit einem wundervollen Blick auf den 2428 m hohen Mount Olympus belohnt. Am nächsten Tag erreichen wir die Sol Duc Hot Springs, wo wir im 38 C heißen Wasser unsere Muskeln lockern können. Von der Brandung gepeitschte Strände mit riesigen Treibholzbergen, die bei Flut "Mikado" spielen, prägen die Westküste der Halbinsel, die so zu einem Paradies für Naturliebhaber geworden ist.
Ein Erlebnis besonderer Art ist die Überquerung des Clumbia-River über die 6,6 km lange Astoria Bridge, über die man in den Staat Oregon gelangt. Nach wochenlangem schönen Wetter regnet es in Strömen, und der Seitenwind wird so stark, daß es nicht möglich ist, über die Brücke zu fahren. So können wir, die Räder schiebend, die Brücke nahezu 1 ½ Stunden lang so richtig "genießen".
Nun folgt Küste vom Feinsten, denn in Oregon gehört sie zu den schönsten der Welt. Immer wieder tauchen die Küstenberge in steilen, von der Brandung umtosten Felsklippen in den Pazifik. Das Meer gräbt seit Jahrtausenden den westlichen Saum des Kontinents ab. Bäume stürzen ins Meer, und bizarre Felsinseln entstehen. Zwischendurch begeistern uns breite dünenumrahmte Strände und verschwiegene Buchten, über denen malerische Leuchttürme stehen. Ein Dünengürtel gewaltigen Ausmaßes folgt. Auf 80 km Länge und 5 km Breite türmt sich der Sand bis auf 150 m Höhe empor. Nur wenige Küstenabschnitte der Erde weisen so gigantische Sandmengen auf. Seehunde, Pelikane, Kormorane und Seeadler sind unsere strändigen Begleiter.
Gut, daß wir uns in den Bergen Canadas genügend Kondition geholt haben, denn auf der Küstenstraße folgen Anstiege und Abfahrten in steter Folge. Selbst Plateaus machen keine Ausnahme, da sie immer wieder durch Flüsse und Bäche unterbrochen werden und uns ständig auf Meeresspiegelhöhe hinabschicken.
Am 7. September erreichen wir Californien und stellen beruhigt fest, daß wir gut im Zeitplan liegen. Nordcalifornien ist streckenweise dünn besiedelt und einsam. Die zerklüftete Küste ist aber genauso reizvoll wie in Oregon, wobei sich die kleinen Küstenorte malerisch in die Landschaft einfügen. Die breiten Seitenstreifen, die uns fast 3000 km so gut Dienste erwiesen hatten, werden immer spärlicher und verschwinden schließlich ganz. Wir müssen uns auf diesen Umstand einstellen, und teilweise ist höchste Vorsicht geboten, denn auf der kurvenreichen schmalen Straße wird es manchmal ziemlich eng, vor allem, wenn uns Holztrucks oder Touristen mit überdimensionalen Wohnmobilen überholen.
Noch im hohen Norden Californiens radeln wir in das Reich der "Redwoods", der Riesenbäume. Ehrfurchtsvoll stehen wir vor den gewaltigen Gewächsen, die teilweise einen Durchmesser von 5 bis 6, eine Höhe von bis zu 100 Metern und ein Alter von 1500 bis 2000 Jahren haben. Besonders beeindruckend sind deshalb die Wanderungen in diesem Gebiet und die Zeltnächte am Fuße dieser Baumriesen, wo wir uns wie Zwerge vorkommen. Einst bedeckten die Redwoods große Teile der Erde. Heute ist nur noch ein bescheidener Teil übrig geblieben. Weiter südlich kommen wir in ein zweites gewaltiges Redwoodgebiet. Dort führt die "Avenue of the Giant" auf 50 km Länge mitten hindurch. Wie Theaterscheinwerfer dringen Sonnenstrahlen in das Halbdunkel und setzen einzelne Stämme so richtig in Szene.
Weitere Stationen sind das Freilichtmuseum "Fort Ross", 1812 von Gefolgsleuten des russischen Zaren als Handelsplatz für Pelzjäger in Alaska gegründet, und der Küstenort "Mendocino" mit den schmucken viktorianischen Häusern. Und langsam nähern wir uns dem Ziel San Francisco. Als wir nach 3500 Radkilometern die Golden Gate Bridge mit der Skyline von San Francisco erblicken, ergreift uns gleiche Glückseligkeit wie auf den letzten Metern einer Gipfelbesteigung. Lange genießen wir diesen Augenblick, radeln erst kurz vor Sonnenuntergang über die Brücke und erleben dabei einen Höhepunkt unserer Pazifikküstentour.
Nun haben wir noch vier Tasge Zeit, die vielen Sehenswürdigkleiten und die wundervolle Lage der Stadt auf uns einwirken zu lassen.
Rückblickend können wir feststellen, daß ein großes Erlebnis hinter uns liegt, wir ausgezeichnetes Wetter hatten, viele freundliche und hilfsbereite Menschen kennenlernen konnten, die neuen Trekkingräder von Diamant sich bestens bewährten und wir ohne Probleme unser Ziel erreichten.
![]()
Herausgeber: Sektion Chemnitz im DAV e. V., 09111 Chemnitz, Rembrandtstr.47 Tel. 0371/6762623 Fax wie Tel. Vorsitz.: Steffen Oehme, Beethovenstr. 6 09669 Frankenberg Tel.: priv. ab 20.00Uhr 037206 / 82323 Bankverb.: Volksbank Chemnitz Kto 300 433 340 BLZ 87 09 62 14 Redaktion: Wolfgang Mann Uferstraße 40 09126 Chemnitz, Tel.: 0371/ 56 14 01 5 Redaktion der Internet-Version : Thomas Frank 09130 Chemnitz Zietenstraße 37 Tel. d.: (0371) 531 46 43 Email : DrTh.Frank@arcor.de Redaktionsschluß : 15. 04. 98 Nächster Redaktionsschluß : 15. 10. 98 Auflage: 750 Exemplare Herstellung: infotex///offset KDS-Graphische Betriebe GmbH, Lilienthalallee 1, 80939 München Internet (WWW): http://www.dav-chemnitz.de Email : info@dav-chemnitz.de
Namentlich gekennzeichnete Beiträge müssen nicht der Meinung der Redaktion entsprechen.
![]()