Deutscher Alpenverein e. V.
Sektion Chemnitz
M I T T E I L U N G E N 1 / 99
Heft 17
Aus dem Inhalt Seite
Jahreshauptversammlung 1999 - ein Erfolg 4
Neuer Vorstand, Beirat u. erweiterter Vorstand 5
Jubilare des ersten Halbjahres 1999 6
Wir stellen vor: Irmgard Steudel, Karsta Maul 7
Aus der Geschichte der Sektion: Gustav Adolf Barthel 9
Die besondere Tour: Auf Saumpfaden nach Machu Picchu 14
Aus dem Sektionsleben: Barthel-Gedenkfahrt, Düsseldorf/Chemnitz 17
Sommersonnenwende, Familiengruppe 18
Sing mit uns 19
Kletterverbote in Sachsen u. Thüringen 1999 21
Informationen: Stammtisch, Stiftungsfest, Preisaufgabe 23
Bericht Lehrgang Eisklettern 25
Terminplan 2. Halbjahr 1999 26
Kurse/Wochenendangebote/Tourenwochen/ Klettergr. C. Stülpner 27
Wandern: Vorhaben und Berichte 29
Wanderungen Juni bis Dezember 32
Bergsteigen/Klettern: DAV Jugendgruppe 35
Tourenberichte 36
Gemse-Gämse, Gedanken zur Rechtschreibg./ Beiträge 1999, 2000 39
Bücher für uns 40
Impressum
Herausgeber: Sektion Chemnitz im DAV e.V., 09111 Chemnitz, Rembrandtstr. 47
Tel.: 0371/6762623 Fax: neu 0371/6761132
Vorsitzender: Steffen Oehme, H.-Schütz-Str. 107, 09130 Chemnitz, Tel.: 0371/40 59 380
Bankverbdg.: Volksbank Chemnitz Kto 300 433 340 BLZ 87 09 62 14
Schatzmeister: Ingo Röger, Vetterstr. 22, 09126 Chemnitz Tel.:0371/5611469 (p)/5359126(d)
Redaktion: Wolfgang Mann, Uferstr. 40, 09126 Chemnitz Tel. 0371/5614015
Redaktionsschluß: 14. 04. 99 Nächster Redaktionschluß: 15.10. 99
Auflage: 750 Exemplare
Internet: http://www.tu-chemnitz.de/~fth/berge/alpin.html
Herstellung: infotex///offset KDS-Graphische Betriebe GmbH, Lilienthalallee 1, 80939 München
Namentlich gekennzeichnete Beiträge müssen nicht der Meinung der Redaktion entsprechen.
Jahreshauptversammlung 1999 - ein Erfolg
Vollständiger Vorstand gewählt
(W.M.) Im Vorfeld der Wahlveranstaltung gab es das große Problem, ob wir Sektionsmitglieder finden, die bereit sind, bisher nicht besetzte Ehrenämter zu übernehmen bzw. langjährig Tätige abzulösen. Es ging vor allem darum, dem Vorsitzenden jemanden zur Seite zu stellen, der ihm als 2. Vorsitzender einen Teil der Aufgaben abnimmt, und um einen neuen Schatzmeister, denn Rudolf Hannß wollte ja eigentlich schon bei der letzten Wahlversammlung vor vier Jahren in die zweite Reihe zurücktreten. Beide Schwerpunktaufgaben konnten gelöst werden, was die anwesenden ca. 6% der jetzt 880 Mitglieder zählenden Sektion mit 100%iger Zustimmung für die einzeln zu wählenden Vorstandsmitglieder quittierten.
Im Bericht über die vergangene Wahlperiode und das letzte Geschäftsjahr kamen sowohl die vereinstypischen Freizeitbeschäftigungen zur Sprache als auch all das Organisatorische, Geschäftliche, Kulturelle, Merkantile und Finanzielle. Gute Resonanz fanden die Ausbildungsveranstaltungen, geführten und gemeinsam organisierten Touren, die Stammtischabende mit wirklich guten Lichtbildervorträgen, bei denen leider die ganz hinten Sitzenden oft mehr in einer Stummfilmveranstaltung saßen, die Buch- und Materialausleihe, die Sommersonnenwende in der Wolkensteiner Schweiz, die Unternehmungen der Familiengruppe und die ersten Wochentagswanderungen der Oldies. Unsere Kletterwand wird fleißig genutzt und erfreut sich auch bei den Chemnitzer Schulen eines guten Rufes, sodaß nur rechtzeitige Anmeldung z. B. für den Sport- und Spieltag einen Platz an den Griffen und Tritten sichert. Erst kürzlich wurde der Geschäftsbereich mit neuen modernen, aber unbedingt nötigen Gegenständen (Schränke, Computer) ausgestattet. Trotzdem wurde so gut gewirtschaftet, daß ein Überschuß von rund 10 000,--DM vorhanden ist. Der Schatzmeister hatte im Geschäftsjahr eine Gesamteinnahmesumme von über 70 000,-- DM zu verwalten, von der natürlich die gute Hälfte als Beiträge an den Hauptverein, den Landessportbund, den Stadtsportbund, den Landesverband des DAV abzuführen war. Aufwendungen für Mieten (Geschäftszimmer, Turnhallen) und Porto erfordern ebenso einen Großteil unserer Gelder. Das ist aber nur zu verständlich, hat sich doch auch unsere Sektion deutlich zu einem Dienstleistungsbetrieb entwickelt, bei dem viel zu haben ist: Rat, Ausbildung, Material (sowohl in der Ausleihe als auch im Verkauf), geführte Urlaubstouren in den Bergen. Alles wird von einer Reihe von Leuten ehrenamtlich erledigt, die während der Versammlung mit einem Blumenstrauß geehrt wurden.
Erstmalig wurde von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, ein Ehrenmitglied zu ernennen. Im Heft 16 stellten wir ihn schon vor: Rudolf Hannß. Geld ist nicht alles, aber ohne Geld ist alles nichts. Wer fast ein Jahrzehnt mit Ruhe und Übersicht fachgerecht mit unseren Geldern umgegangen ist und mit half, Schaden von der Sektion abzuwenden, der hat es verdient, in Zukunft als Ehrenmitglied seine Jahresmarke kostenlos von der Sektion zu erhalten
D e r n e u e V o r s t a n d
|
1. Vorsitzender Steffen Oehme, Heinrich-Schütz-Str. 107 09130 Chemnitz Tel. 0371/4059380 |
2. Vorsitzender Dr. Frank Tröger, Walter-Ranft-Str. 12 09123 Chemnitz Tel. 0371/ 252395 |
|
Schatzmeister Ingo Röger, Vetterstr.22 09126 Chemnitz Tel. 0371/5359126 (d) 0371/5611469 (p) |
Schriftführerin Treua Schale, Auf der Kuppe 53 09123 Chemnitz Tel. 0371/2609151 |
|
Jugendleiter Frank Milde, Clausstr.112 09126 Chemnitz Tel. 0371/5613816
|
|
|
B e i r a t Axel Bischoff, Burgstädter Str.11 09113 Chemnitz Tel. 0371/9146335 Rainer Polster, Baumgartenhof 5 09117 Chemnitz 0371/8203352 |
Jörg Helbig, Alfred-Neubert-Str. 14 09123 Chemnitz Tel. 0371/2607518 Klaus Richter, Yorkstr. 40 a 09130 Chemnitz Tel. 0371/71822 |
E r w e i t e r t e r V o r s t a n d
Naturschutz Bibliothek und Familiengruppe
|
Michael Welsch, Horststr. 10 a 09119 Chemnitz 0371/2629850 Öffentlichkeitsarbeit Klaus Lahr, Goethering 6 09128 Chemnitz Tel. 0371/7714595 Wanderleiter Heiko Müller, Annaberger Str. 405 09125 Chemnitz 0371/ Mitgliederverwaltung Werner Klotz, Fichtestr. 36 09125 Chemnitz Tel. 0371/5612361 |
Karsta Maul, Yorkstr. 52 09130 Chemnitz Tel. 0371/7253324 Ausbildung Holger Bitterlich, Dorfstr.28 09437 Waldkirchen/Erzg. Tel. 037294/1625 (p) 0371/532-2845 (d) Gebietsbetreuung Andreas Lösch, Wittenberger Str. 2 09126 Chemnitz Tel. 0371/517961 Vortragswart Dr. Thomas Frank, Eislebener Str. 308 09126 Chemnitz Tel. 0371/40259541 |
|
Redaktion "Mitteilungen" Wolfgang Mann, Uferstr 40. 09126 Chemnitz Tel. 0371/5614015 oder 03721/33549 |
|
Wir gratulieren den Jubilaren des ersten Halbjahres 1999
Zum 75. Geburtstag beglückwünschen wir
Frau Ruth Creutziger in Altenhain und Herrn Herbert Stickel in Chemnitz
und zum 70. Geburtstag
Herrn Dr. Horst Wintzer und Herrn Rudolf Butters in Chemnitz,
Herrn Manfred Arnold in Herold.
Den 65. Geburtstag begingen
Herr Dieter Wintrich, Chemnitz, Herr Manfred Klemm, Chemnitz Herr Dr. Günter Ducke, Chemnitz-Grüna, Herr Eberhard Fleischhauer, Chemnitz
Den 60. Geburtstag feierten
Frau Brigitte Cienskowski, Chemnitz,
Frau Therese und Herr Reinhard Kreher, Chemnitz
Frau Roswitha Gläser, Chemnitz, Frau Christine Delling, Einsiedel Herr Dr. Dieter Glöckner, Chemnitz, Herr Walter Keiderling, Zwönitz
Herr Manfred Nestler, Zschopau, Herr Wolfgang Schale, Chemnitz Herr Götz Horschig, Schlettau, Herr Horst Haugk, Chemnitz Herr Emil Feigl, Chemnitz
Ein halbes Jahrhundert, den 50. Geburtstag, erlebten
Frau Dr. Regine Queck, Frankenberg, Frau Veronika Thieme, Oschatz
Herr Dietmar Groß, Chemnitz, Herr Karl-Heinz Deutsch, Lichtenstein
Leider verstarb im Februar dieses Jahres unser ältestes Vereinsmitglied
Herr Herbert Pitzinger, Mühlhausen,
der vor 1945 in Olmütz (Olomouc CS) der dortigen Sektion des DAV vorstand,
nachdem wir ihm im vorigen Heft noch zu seinem 90. Geburtstag gratulieren konnten,
wofür er sich im Dezember 1998 in einem Schreiben bedankte, allen Sektionsmit- gliedern ein erfolgreiches Jahr 1999 mit begeisternden Erlebnissen in der näheren und ferneren Bergwelt wünschte und mitteilte, daß er der Sektion eine Geldspende zukommen lassen wird. Er grüßte uns mit dem Bergsteigergruß Bergheil.
Und so wollen auch wir ihm ein letztes Bergheil zurufen.
Wir stellen vor
Was wäre die Sektion, wenn es nicht die unermüdlich ehrenamtlich Tätigen gäbe? Ohne sie hätten wir zum Beispiel im wahrsten Sinne des Wortes zumachen können, nämlich die Geschäftsstelle, in der es mittwochs meist zugeht wie in einem Bienenstock. Da wünschen Mitglieder, solche, die es werden wollen, und andere telefonisch Auskunft, wollen Besucher Eintrittsformulare ausfüllen, Mitgliedbeiträge bezahlen, Bücher und Bergsteigerausrüstung ausleihen, sich für Kurse und Veranstaltungen anmelden und ebenfalls tausenderlei Auskünfte erhalten. Da muß Post für die unterschiedlichsten Empfänger erledigt werden. Aller halben Jahre ist Hochbetrieb, wenn die "Mitteilungen" zur Verteilung bereitliegen.
Wir stellen diesmal wieder zwei Frauen vor, die ganz entscheidend zur Entwicklung unserer Sektion seit der Wiedergründung 1990 beigetragen haben, die ganz unterschiedlichen Jahrgängen angehören und denen wir mit dieser Vorstellung ein großes Dankeschön der gesamten Sektion zum Ausdruck bringen möchten.
Irmgard Steudel
Wer seit den ersten Tagen der wiedergegründeten Sektion in das Räumchen kam, das auch schon Geschäftszimmer genannt wurde und das mit fünf Personen hoffnungslos überfüllt war, etwas haben oder wissen wollte, der wurde von ihr mit Namen begrüßt und immer zur Zufriedenheit bedient. Es gab fast keine Auskunft, die sie nicht erteilen konnte. Im Verein mit Treua Schale war sie der gute Geist der Sektion. Gemeinsam bauten sie die büromäßige Geschäftstätigkeit auf, und das über mehrere Jahre hinweg ohne Computer.
Im Mai 1989 trat die zweiundsechzigjährige Diplomingenieurin in den Ruhestand und arbeitete acht Jahre ehrenamtlich für unsere Sektion, bis der Gesundheitszustand Einhalt gebot.
Schon immer galt ihre Liebe der Bergwelt. So waren Wanderungen und Hochgebirgstouren gemeinsam mit ihrem Mann ihre bevorzugte Freizeit- und Urlaubsbeschäftigung. 1992 und 93 organisierte sie für die Sektion Tourenwochen in den Stubaier Alpen. 1991 waren Steudels schon mit einer Gruppe im Pitztal in der Neuen Chemnitzer Hütte und als Höhepunkt auf der Hohen Geige, 1992 im Gebiet um den Großglockner und um die Alte Chemnitzer Hütte. Dabei wurde der Große Möseler bestiegen. Sicher empfindet sie das als ein großes Glück, daß es ihr nach der Wende noch vergönnt war, auf zwei Dreitausendern zu stehen, auf die man nur als Bergsteiger kommt.
Karsta Maul
Die vierunddreißigjährige gelernte Gärtnerin und Bürokauffrau, Ehefrau und Mutter zweier klettersportbegeisterter Kinder trat 1991 mit ihrem Mann in unsere Sektion ein und arbeitet seit 1994 auf verschiedenen Ebenen ehrenamtlich mit. Sie ist als unsere Bibliothekarin Woche für Woche während der Geschäftszeit für alle da, leitet die Familiengruppe, organisiert deren jährlich zweimal stattfindende Unternehmungen und ist auch regelmäßig beim Montagstraining dabei.
Ihre bergsportliche Laufbahn begann 1984. Eine Sieben im sächsischen Fels bereitet ihr keine Probleme. Vor der Wende ging sie über den Fagaras-Hauptkamm (Rumänien) und auf Berge der Hohen Tatra (Slowakei). 1991 waren Karsta und Tino Maul die ersten Chemnitzer auf der Neuen Chemnitzer Hütte. Sie begingen den Mainzer Höhenweg und bestiegen die Wildspitze. In den folgenden Jahren standen sie u. a. auf dem Ortler und durchstiegen die Watzmann-Ostwand. Wir wünschen Karsta weiterhin Freude an der ehrenamtlichen Tätigkeit und viele erfolgreiche Bergfahrten. woma
Spenden 1998 bis März 1999
Ganz herzlich möchten wir uns bei allen Spendern bedanken, die der Sektion zum Teil beträchtliche Beträge zukommen ließen. Insgesamt gingen im oben genannten Zeitraum
DM 1103,75 ein.
Herr Arthur Hertel, Mönchengladbach, 50,--DM
(Insgesamt spendete er seit 1991 schon 315,-DM)
Herr Herbert Pitzinger, Mühlhausen, (Siehe Nachruf!) 100,--DM
Herr Joachim Küttner, Chemnitz, (für das Stiftungsfest 1998) 150,--DM
Frau Ruth Hannich, Chemnitz 50,--DM
Herr Herbert Stickel, Chemnitz, 50,--DM
Herr Steffen Oehme, Chemnitz, 50,--DM
Herr Axel Hunger, Gelenau, ( für Herolder Herbstwanderung 98) 250,--DM
Fa. Prescher & Kaltenecker, Chemnitz, (für Herolder Herbst-
wanderung "Durch die Reviere des Carl Stülpner") 250,--DM
Herr Freund, Gelenau, 120,-- DM
Herr Andreas Gutmann, Chemnitz, 6,--DM
Frau Heike Karnath, Chemnitz 5,--DM
Herr Roland Engelmann, Burkhardtsdorf, 5,--DM
Hinweis
Spender erhalten (auch für steuerliche Zwecke) von der Sektion eine Spendenbescheinigung
K l e t t e r v e r b o t e 1 9 9 9 i n S a c h s e n
Im Folgenden werden nur die Kletterverbote angeführt, die nach Erscheinen dieses Heftes noch relevant sind. Die vollständige Liste kann in der Redaktion eingesehen werden.
Gipfelnamen und Wege beziehen sich auf die zwei Standardwerke
Den Kletterverboten liegen Vereinbarungen mit bzw. Festlegungen von den Naturschutzorganen
zu Grunde.
Zittauer Gebirge
Alle Massive: ganzjährig, mit A u s n a h m e von Gratzer Steine, Hauptrosenstein, Onkel und Tante (neben dem Ernst-Schulze-Stein) sowie der Ostseite des Berges Oybin (Rabennest, Zuckerhut, Drei Ritter, Falkennest. Achtung! Abseilen ist Pflicht. Ausstieg zum Ringweg verboten!)
Weißbachtal
Mehlsack, Weißbachspitze, Straßbergturm, Weißbachturm, Thielknopf, Nördlicher und Südlicher Uhustein: ständig 01. 01. bis 31. 08.
Gebiet von Oybin
Abt, Nadel, Enzianer Turm, Satanskopf, Morsche Zinne, Bewachsener Turm, Totenturm, Oybintalwächter, Ameisenjungfer, Vergessener Turm: ständig 01. 01. bis 31. 08.
Kelchstein: Keine RP-Begehungen u. keine Erstbegehungen zulässig!
Sächsische Schweiz
Alle Massive: wie bisher sind die Massive ganzjährig tabu außer Königstein-Abratzkykamin (Abseilen!), Lilienstein-Westecke, Großer Zschirnstein Südwand
Rathener Gebiet
Wehltürme , Taufstein, Basteiwächter: während des Spielbetriebs und 1 h davor der Felsenbühne Rathen
Brandgebiet
Schinderkopf: ständig 01. 01. bis 15. 08. Tiefblickspitze (Nr. 46) bis 30.06.99
Schrammsteine
Pinguin, Hundsnase (neu ab 01. 07. 99), Zufallswand: ganzjährig
Obrigenwand, Wandwächter, Mittelturm: alle Bergwege ganzjährig
Schrammsteinnadel: Aus Sicherheitsgründen Gipfelnadel n i c h t mehr besteigen!
Gipfelbuch auf dem Vorgipfel.
Neptun: ständig 15. 01. bis 15. 08.
Schmilkaer Gebiet
Hohe Wand, Rauschenkopf, Abendturm, Totensteiner Nadel, Lange Wand, Wand am Kipphorn: alle Bergwege ganzjährig (neu ab 01. 07. 99)
Wurzelwarte, Hennefels, Coschrylenturm, Sommerturm, Winterturm: n e u ständig 15.02-15.07.
Gerbingspitze, Bonbon, Fluchtwand, Flüchtling (Nr. 52-55) bis 30.06.99
Affensteine
Rollenturm: alle Bergwege (mit Zugang von der Oberen Affenstreinpromenade) ganazjährig
Großer Zschand
Wobstspitze,Spätes Horn (Nr.17): ständig 01. 01. bis 30. 06.
Hinterhermsdorfer Gebiet
Raubschütznadel, Raubschützenturm, Gamskopf. ständig 01. 10. bis 30. 06.
In der Sächsischen Schweiz gelten bis 30. 06. 99 noch folgende zeitweilige Sperrungen:
Tiefblickspitze im Brand (Nr. 46), Gerbingspitze, Bonbon, Fluchtwand u. Flüchtling im Schmilkaer Gebiet, Heini am Lilienstsein, Klamotte und Pfaffenhütchen am Pfaffenstein.
Weitere Gipfelsperrungen sind nicht ausgeschlossen.
E r z g e b i r g e
Müglitztal
Rollefelsen (Mädelrolle, Lausbubenfels, Ofen, Heizer, Versteckter Stein, Lok, Männerrolle einschließlich Greenhorn): ständig 01. 01. bis 31. 07.
Greifensteine
Seekofel, Kleiner Brocken, Stülpnerwand, Turnerfelsen: 1 h vor Beginn und während des Spielbetriebs der Naturbühne Greifensteine
Erzgebirgsvorland
Biwakwand: Zwar ist die Artenschutzzeit inzwischen vorüber, aber sicher wird auch im kommenden Winterhalbjahr die Biwakwand vom 22. Oktober bis 15. März nächsten Jahres wieder gesperrt werden.
Alle Bergfreunde werden gebeten, das vom Landratsamt Freiberg festgelegte Verbot unbedingt einzuhalten.
Muldewand: ständig vom 01. 03. bis 31. 08.
Steinicht
Faunwand (nördl. d. Nymphenwand, Vogtlandriff, Hohe Wand, Elsterberger Wand, Dornbusch (ab Müschnerkamin flußabwärts), Elsterwand, Kleine Zacke, Klappergrundwächter:
ständig 01. 01. bis 31. 07.; außerdem besteht Erstbegehungsverbot.
An allen anderen Klettergipfeln und Massiven dürfen Erstbegehungen nur mit Genehmigung der Unteren Naturschutzbehörde durchgeführt werden. (An Gebietsbetreuer Lutz Schneider, DAV Sektion Plauen/Vogtl. wenden!)
Thüringer Teil des Steinicht
Unter Beachtung der nachstehenden Ausnahmebestimmungen gemäß der Thüringer Verordnung des NSG "Steinicht" vom 4. 2. 98 kann weiter geklettert werden.
Die rechtmäßige Ausübung des Klettersports erfolgt auf den von der Oberen Naturschutzbehörde für bestimmte Zeit zugelassenen und entsprechend markierten Zugangs- und Kletterwegen (Kletterführer Steinicht 1993) an Nelkenstein, Plattenwand u. Orbisfelsen jeweils unter Beachtung folgender Gebote:
1. Keine Verwendung von Hilfsmitteln, ausgenommen der erforderlichen Sicherungsmittel
2. Keine klettersportlichen Veranstaltungen mit mehr als 8 Personen, keine Kletterwettkämpfe und Kletterschulen!
3. Das Erneuern bestehender Haken, Anbringen von Zeichen und Schildern nur mit Zusimmung
der Naturschutzbehörden.
Kletterfelssperrungen in Thüringen 1999
Wer im Nachbarfreistaat klettern möchte, sollte sich vorher gut informieren. Eine Liste der gesperrten Felsen veröffentlichte der TBB in seinen Mitteilungen "Das Murmeltier" 1/99.
BE I U N S I S T W A S L O S ! W A S I S T L O S ?
A U S D E M S E K T I O N S L E B E N
Information über die "Gustav-Adolf-Barthel-Gedenkfahrt"
Teilnehmer treffen sich am 19. Juli mittags an der Brenteihütte. Gemeinsam auf dem Sentiero Barthel zur Gedenktafel. Gedenkstunde. Weiter zur Pedrottihütte. An den nächsten 2 Tagen Klettern (Guglia di Brenta) und Wandern nach eigenen Zielstellungen. Danach zur Alten Chemnitzer Hütte: Klettern und Wandern auf den Spuren der alten Chemnitzer (Turnerkamp Südgrat, Möseler, Kellerbauerweg).
Wer sich noch anschließen möchte, findet sich einfach zum oben genannten Termin am genannten Ort ein. Die Gedenkfahrt ist eine Sektionsunternehmung, aber keine geführte Tour.
Düsseldorf/Chemnitzer Bergwanderwoche
(J. Helbig) Die schon zur Tradition gewordenen Unternehmungen der Wanderfreunde aus beiden Sektionen werden auch 1999 fortgesetzt. Nach schönen Mittelgebirgs-wanderungen soll es erstmals in die Alpenregion gehen. Ausgewählt wurde das "Barmer Haus" in St. Jakob im Defreggental. Hier gibt es viele Möglichkeiten für leichte und anspruchsvolle Bergtouren je nach Interesse und Voraussetzungen der Teilnehmer. Vorbereitungstreffen zum Stammtisch im Juni, 18 Uhr
Termin: 28. 08. bis 05. 09. 1999 Teilnehmer je Sektion: 15
Meldeschluß: 30. 06. 1999 Anzahlung: 100,-- DM je Person
Sommersonnenwende 1999
Unter dem Motto "Ein Wochenende in der Wolkensteiner Schweiz" findet
unsere Sektionssonnenwende am nun zur Tradition werdenden Platz auf der
Anton-Günther-Höhe statt. Termin: Sa./So. , 19./20. Juni 1999. Die Kletterer treffen sich am Sonnabend wieder 9.00 Uhr am Floßplatz in Wolkenstein (an der B101) zu ge-
meinsamen Wegen von "leicht" bis "sehr schwer".
Die Wandersleute beginnen ihr Tour am 19. Juni, 7.45Uhr am Hbf Chemn. oder 9.25 Uhr am Bf Dorfchemnitz. Nach einem 25-km-Spaziergang treffen sich alle gegen 17 Uhr am Festplatz der Sektion zur Holzsammelaktion.
Wer einem Instrument Töne zu entlocken versteht und es auch mitbringt, fördert natürlich die Stimmung am nächtlichen Lagerfeuer. Kleine flüssige Stimmungshilfen bringt jeder selbst mit. Die Wanderer, die Zelte, Bierkästen, Wasserkanister nicht mit auf die 25 km nehmen möchten, melden sich zwecks Transportorganisation in der Geschäftsstelle.
Auf so schönes Wetter wie zur Sommersonnenwende 1998 hofft wie alle
Jörg Helbig,
Die Familiengruppe lädt ein
zu einer Urlaubswoche in den Herbstferien 1999
(K.M.) Wie schon im Heft 16 mitgeteilt,werden wir die Herbstferien im Altmühltal bzw. im Urdonautal verbringen. In Aicha gibt es das Kletterheim, eine schöne Hütte der DAV-Sektion Ansbach, eine Selbstversorgerhütte mit allem Drum und Dran. Einkaufsmöglichkeiten in den nahen Orten. Die Gegend bietet für jeden etwas: Wanderungen, Klettersteig, Kletterfelsen, Übungswände mit Routen in allen Schwierigkeitsgraden, herrliche Radwanderwege, Paddeln auf der Altmühl, ehemalige Steinbrüche für junge Archäologen u. a.
Falls noch freie Plätze vorhanden sind, können auch andere Vereinsmitglieder an den Familienfahrten teilnehmen.
Termin: 16. bis 24. Oktober 1999 Maximale Teilnehmerzahl: 29
Quartier: Kletterheim in Aicha Meldeschluß: 29. 09. 1999
Stammtischabende mit Vorträgen von Juni bis Dezember 1999
Damit Zeit für das zur Verfügung steht, was man unter einem alpinen Stammtisch versteht, werden die Abende wie immer jeden letzten Dienstag im Monat nun schon 18.00 Uhr begonnen. Bis 19.30 Uhr haben Interessengruppen Gelegenheit zum Gedankenaustausch, zur Planung und Vorbereitung von Fahrten u. a.
In letzter Zeit hat sich die Zahl derer, die mit Bildvorträgen auftraten, erhöht. Das wird sicher noch andere ermuntern, ebenfalls als Vortragende aufzutreten. Meldungen wie immer an Vortragswart Dr. Thomas Frank, Tel.: 0371/ 402 95 41.
Termine Vortragende Themen
29. Juni 18.00 Abschlußbesprechung der
Teilnehmer an der "Barthel-Gedenkfahrt"
28. September u. Düsseldorf/Chemnitzer Bergwoche
26. Oktober
30. November Rita Türpe "Gustav-Adolf-Barthel-Gedenkfahrt 1999"
Da bei Redaktionsschluß noch kein genauer Plan für die Vorträge im Herbst 1999 vorlag, bittet der Vortragswart Bergfreundinnen und Bergfreunde um Meldungen. Es muß sich nicht zwingend um Erlebnisse aus dem Jahre 1999 handeln, von denen mit Bildern berichtet wird.
E i n l a d u n g
zum Stiftungsfest anläßlich des 117. Jahrestages der Sektion
Wann und wo: Sonnabend, 27. November 1999, 18.00 Uhr
wie in den letzten zwei Jahren in der
"Gaststätte am Pfarrhübel"
Anmeldung: Bis Mittwoch, den 27. Oktober 1999
Selbstkostenbeitrag von 15,-- DM
pro Person bei der Anmeldung in der Geschäftsstelle.
Preisaufgabe 1999
In Verbindung mit der Einladung zum Stiftungsfest soll noch einmal daran erinnert werden, daß Dichter und Musiker gefragt sind, die zum neuen Sektionslied eine 2. Strophe schreiben und eine Melodie komponieren. Einsendeschluß ist der 1. Oktober 1999. Zum Stiftungsfest soll unser Lied gesungen werden. Und hier noch einmal der Text der 1. Strophe (schon wegen des Versmaßes):
Wo die Chemnitz fließt im Tale,da sind wir so gern zu Haus,
und wir ziehen viele Male
jedes Jahr zur Stadt hinaus.
Wir durchstreifen kühle Wälder,
klettern hoch am Felsgestein,
schauen über Wald und Felder
weit ins schöne Land hinein
Rückblick auf das Stiftungsfest 1998
Allen, die dabei waren, hat das Fest nicht nur wegen der guten Küche sehr gut gefallen. Es trafen danach sogar Dankschreiben ein. Das Programm wurde diesmal ausschließlich von Sektionsmitgliedern getragen, die sich als gekonnte "Durchs-Programm-Führer", Models, Jongleure und Vortragskünstler entpuppten. Unsere Fotos zeigen links Irmgard Steudel und Treua Schale im Gespräch mit dem 87jährigen Heinz Günther, dem man auf Wanderungen gar nicht so leicht hinterherkommt u. rechts den Mann, der vergeblich versuchte, das Licht auszublasen.
Zum "Fotorätsel für die Redaktion" aus Heft 16
Das Rätsel ist gelöst. Die Urheber haben sich gemeldet. Es sind Claudia Graichen und Alexander Madl, die im Heft 15 über die Besteigung des Pico de Aneto berichteten. Das Foto wurde während des Anstieges zu dem Berg, nach dem oft in Kreuzworträtseln gefragt wird, gemacht. Die Autoren fragen an, ob es Bergfreunde gibt, die den Gipfel auf dem Foto erkannt haben. Sie würden sich freuen, diese Bergfreunde zu ihrem Lichtbildervortrag über Peru begrüßen zu dürfen.
B Ü C H E R F Ü R U N S
N e u e s a u s d e m BERGVERLAG RUDOLF ROTHER GMBH
Annette Köhler/Norbert Memmel
KLETTERFÜHRER DOLOMITEN
ROTHER Selection
3. vollständig überarb. u. erweiterte Auflage
216 Seiten mit 102 Schwarzweißabbildungen,
99 Anstiegsskizzen und 11 Übersichtskärtchen sowie
einer Alpenkarte mit eingetragenen Kletterzielen
Format 16,3 x 23 cm, kartoniert mit Umschlagklappe
ISBN 3-7633-3015-1 Preis: DM 52,--
Felsparadies Dolomiten, das jeden Kletter anzieht. Wie
begehrt der nun unter neuem Titel (bisher "Dolomiten -
Genußklettereien III - VI) begehrte Band ist, beweist
die Tatsache, daß er nun schon in dritter, um 30 Touren
erweiterter Auflage vorliegt.
Der nach allen Maßstäben eines modernen Topoführers
gestaltete Band beschreibt 102 der schönsten Touren in
den Schwierigkeitsbereichen III bis VII. Eindrucksvolle
Klassiker stehen neben modernen Genußklettereien, die
sich auch für den alpinen Kletterneuling eignen.
Alle vorgestellten Routen werden mit genauen Angaben zu Erstbegehern, Ausgangspunkt, Zu- und Abstieg, Schwierigkeit, Länge der Route und Begehungszeit vorgestellt. Der genaue Routenverlauf ist in einem hervorragend übersichtlichen, meist ganzseitigen Topo festgehalten. Die erste Orientierung erleichtern Schwarzweißfotos mit eingezeichnetem Routenverlauf.
Franz Hauleitner
DOLOMITEN 6
Rund um Cortina d’Ampezzo
ROTHER WANDERFÜHRER
1. Auflage 1998
136 Seiten mit 57 Farbfotos, 50 Freytag & Berndt-Wanderkärtchen im Maßstab 1 : 50 000 und
1 : 75 000 mit eingezeichnetem Routenverlauf sowie einem Übersichtskärtchen 1 : 250 000
Format 11,5 x 16,5 cm, kartoniert mit Polytex-Laminierung
ISBN 3-7633-4063-7 Preis: DM 19,80
Die Dolomiten, nicht nur für Kletterer und Klettersteiggeher ein Eldorado, auch der Bergwanderer findet hier ein reiches Betätigungsfeld. Der ausgezeichnete Dolomitenkenner Dr. Franz Hauleitner beschreibt 50 ausgewählte Wanderungen und Spaziergänge in den Ampezzaner Dolomiten mit Croda da Lago, Roccetta, Cernera, Nuvolau, Fanis, Tofanen, Fanes-Sennes-Gebiet, Hoher Gaisl, Dürrenstein, Cristallo, Pomagagnon, Cadini di Misurina, Sorapis, Marmarole, Antelao, Monte Pelmo und Monte Rito. Im Mittelpunkt stehen die Bergebiete rings um das Talbecken von Cortina.
Mit den derzeit lieferbaren Bänden Dolomiten 1 bis Dolomiten 6 ist nun das ganze Gebiet zwischen Bruneck, Brixen, Cortina d’Ampezzo und Sexten abgedeckt.
Herbert Mayr
K
AUNERTAL - OBERINNTALSerfaus -Pfunds -Nauders
ROTHER WANDERFÜHRER
1. Auflage 1997
128 Seiten mit 60 Farbfotos und 50 Freytag&Berndt-Wanderkärtchen im Maßstab 1 . 50 000 und 1 . 75 000 sowie einer Tourenübersichtskarte.
Format 11,5 x 16,5 cm, kartoniert mit Polytex-Laminierung
ISBN 3-7633-4027-0 Preis: 19,80 DM
Eingerahmt von den Samnaunbergen und den Ötztaler Alpen, in unmittelbarer Nachbarschaft zu den Lechtalern im Norden und dem Unterengadin sowie dem Vinschgau im Süden, lockt das Gebiet zu beiden Seiten des jungen Inns mit vielfältigen Reizen.
Ein vorbildliches Wanderwegenetz, ein abwechslungsreiches Tourenangebot und die Tatsache, daß diese Gegend eine der niederschlagärmsten Österreichs ist, prädestinieren das Oberinntal und das Kaunertal geradezu als Wanderparadies.
Jeder der 50 Touren ist ein übersichtlicher Tourensteckbrief mit allen wichtigen Angaben inklusive der Telefonnummmern des jeweiligen Tourismusverbandes vorangestellt. Die Wegbeschreibungen sind kurz gefaßt, aber genau. Der Autor führt zu beliebten Ausflugszielen, zu einladenden Hütten und Almen und auf leicht erreichbare Gipfel, wie auch auf schwierigere gletschernahe Berge.
Wer aus der edition Berge schon den Band ZILLERTALER ALPEN kennt, wird gespannt sein auf das nächste Buch aus dieser Reihe.
H e i n z Z a k
WETTERSTEIN
WETTERSTEINGEBIRGE UND MIEMINGER KETTE
1. Auflage 1998
144 Seiten mit 151 Abbildungen, Format 30 x 40 cm, gebunden mit Schutzumschlag
ISBN 3-7633-7501-5 Preis: 78,-- DM
Steile Wände, schmale Grate, smaragdgrüne und türkisblaue Seen, wildromantische Täler und das Spiel zwischen Licht, Wasser und Fels in den Klammen - Wetterstein und Mieminger Gebirge sind ein Paradies für Wanderer, Kletterer und Bergsteiger!
Der Extremkletterer und Spitzenfotograf Heinz Zak führt den Betrachter mit einfühlsamen und überwältigenden Bildern in seine Bergheimat, die er zu allen Jahreszeiten und so intensiv wie kaum ein anderer erlebt hat. Es kommen aber auch andere anerkannte Autoren zu Wort: Schriftsteller Walter Klier, Alpinsatiriker Franz Xaver Wagner, Spitzenkletterer Stefan Glowacz und Charly Wehrle. Vom Berg- und Talwanderer bis zum Extremkletterer kommen alle Leser auf ihre Kosten. Wer sich für diese Gebirge der Alpen interessiert, kommt an Heinz Zaks neuem Bildband sicher nicht vorbei.
S i n g m i t u n s !
Wie in Heft 16 angekündigt, veröffentlichen wir heute Liedtexte von Anton Günther, dem erzgebirgischen Heimatdichter und Liedermacher, der von 1876 bis 1937 in Gottesgab lebte.
Feierobnd
De Sonn steigt hintern Wald drübn nei,
besaamt de Wolken rut,
e jeder legt sei Weerkzeig hi
on schwenkt zen Gruß senn Hut.
‘s is Feierobnd, ‘s is Feierobnd.
Es Togwerk is vollbracht.
‘s gieht alles seiner Haamit zu,
ganz sachte schleicht de Nacht.
On übern Wald e Vögele
fliegt noch senn Nastel zu,
ven Därfel drübn e Glöckel klingt,
dos maant: Legt eich ze Ruh!
‘s Feierobnd, ...
Do zieht’s wie Frieden dorch de Brust,
es klingt als wie e Lied,
aus längst vergangine Zeiten rauscht’s
gar haamlich dorch’s Gemüt.
‘s is Feierobnd, ...
Gar manichs Herz hat ausgeschlogn,
vorbei is Sorg on Müh’,
on übern Wald ganz sachte zieht
e Rauschen drüber hi.
‘s Feierobnd,...
Schneeschuhfahrer-Marsch
Wenn’s draußen wieder schneit, do hobn mer onner Freid.
‘s fängt überol ze wabeln a, is draußen gute Schneeschuhbah.
On liegt of onner Höh es erschte Fünkel Schnee,
da schnall’n mer onnre Schneeschuh na on fahrn derva!
Denn su frisch on frei, wie mir Arzgebirger sei,
mir halten aus in Stormgebraus, öb’s wattert, störmt on schneit.
Of onnrer Höh do liegt der erschte Schnee,
do liegt’r aah an längsten dort, drüm gieh mer gar net fort!
Frisch auf alle Zeit!
Mir halten trei ze onnrer Haamit
on singe lustig onner Lied.
On müß mer fort, nort kehrn mer wieder,
su wie der Vugel hamwärts zieht.
Ach is des ene Lust,wie hebt sich doch de Brust,
ve Berg ze Tol dorch Wald on Gründ ze sausen übern Schnee geschwind.
Is nirgnst kaa Stappen Bah, do liegt ons gar nischt dra,
mir fahrn ja när der Noos enooch, do gibt’s kaa Froch.
Wie krabelt’s Blut, wie waarn de Backen rut,
wie glänzt es Aag of freier Höh, liegt alls in tiefen Schnee,
on dorch’s Gemüt e Haamitklinge zieht
ve Haamitlieb on deitscher Trei, wie schlögt es Herz su frei.
Frisch auf alle Zeit!
...
Wie schmeckt e Wacken Brot, mer kriegt ja gar net soot,
gieht’s ham ve langer Schneeschuhfahrt, hängt voller Eis on Schnee der Bart.
Der Knödeltopp in der Rähr, daar is of aans zwaa leer,
On was rümstieht an Asserei, dos muß aabn nei.
Waarsch noch net ka, fang’s Schneeschuhlaafen a,
dos hält gesond z’samm Leib on Seel, mer kömmt gut ve der Stell;
on haat’s ann hi, ‘s is aah e Mol ganz schie,
mer fällt när waach, stieht auf geschwind, on fort gieht’s wie der Wind.
Frisch auf alle Zeit!
...
Drüm raus on ageschnallt, när net lang rümgedallt,
der Winter is e alter Ma, den muß mer ehrn, su lang mer ka.
Daar maant’s ons immer gut, drüm raus mit frischem Mut,
waar will sei Haamit racht verstieh, daar muß naußgieh.
Of freier Höh, su übern tiefen Schnee
ze sausen uhne Sorg on Müh, ach Kinner is dos schie!
On is vorbei de Schneeschuhfahrerei,
is stark es Herz on frei ‘s Gemüt, nort sing mer onner Lied.
Frisch auf alle Zeit!
Mir halten trei ze onnrer Haamit
on singe lustig onner Lied.
On müß mer fort,
nort kehrn mer wieder,
su wie der Vugel hamwärts zieht.
Wolfgang Mann
Aus der Geschichte der Sektion Chemnitz des DAV
1. Teil
Die ersten 3 ½ Jahrzehnte - die Ära Kellerbauer
(6. Fortsetzung)
Gustav Adolf Barthel,
der beste Chemnitzer Bergsteiger um die Jahrhundertwende
Kellerbauer schreibt in der Jubiläumsschrift zum 25jährigen Bestehen der Sektion Chemnitz, daß die Sektion Anfang des 20. Jahrhunderts über eine Gruppe von mehr als einem Dutzend tüchtiger Bergsteiger verfügte, die er als Elitetruppe bezeichnete und an deren Spitze sowohl in technischer als auch in geistiger Beziehung Gustav Adolf Barthel stand.
1999 ist es 100 Jahre her, daß der berühmte Campanile Basso in den Brenta-Dolomiten - in nördlicheren Breiten besser bekannt als Guglia di Brenta - bezwungen wurde, und es ist 90 Jahre her, daß an diesem Turm der erste tödliche Absturz passierte, nachdem 1908 Fehrmann und Smith ihre klassische Route im 5. Grad eröffneten und insgesamt schon 55 Besteigungen zu verzeichnen waren. Es war der Chemnitzer Oberlehrer, aktive Turner und Turnfunktionär und Bergsteiger G. A. Barthel, der am 20. Juli 1909 dort den Bergtod fand.
Er wurde am 5. Mai 1861 in Wehlen (Sächsische Schweiz) geboren. Außer über seine Aktivitäten
als Turner und Bergsteiger und seinen Beruf als
Lehrer am Realgymnasium in Chemnitz konnte
ich fast nichts zu seinem Leben in Erfahrung bringen. Am Fuße des Gedenksteins auf dem Urnenfriedhof in Chemnitz befindet sich eine
Tafel mit der Inschrift:
HERM. BARTHEL
30. XII. 1868 - 7. VIII. 1937.
Es müßte sich um seine Frau (Hermine) handeln, die hier auch ihre letzte Ruhestätte fand.
Sein Freund und Seilgefährte H. Günthel berichtete, daß Barthel 1884 in Chemnitz seine Bergsteigerlaufbahn begann, nachdem er seine
schulische Ausbildung und das Lehrerstudium
abgeschlossen und in Chemnitz eine Anstellung
gefunden hatte. Sicher war er von Jugend an
Turner, der dann sein Hobby zum Teil zum Beruf machte.
Im Jahr seines Todes war er im Verband der
Deutschen Turnerschaft Turnwart des XIV.
Turnkreises, der das sächsische Gebiet umfaßte.
1893 wurde er Mitglied unserer Sektion, in der
er ab 1902 dem Hüttenausschuß angehörte, jährlich einen Vortrag hielt, Beiträge für Veröffentlichungen der Sektion verfaßte und aktiv war bei der Gestaltung der Stiftungsfeste. In der Jubiläumsschrift von 1907 ist er mit zwei Beiträgen vertreten, in denen er die Ersteigungsgeschichte des Südgrates am Turnerkamp und den Übergang zur Hütte über das Tratterjoch schildert, wobei er sich zu aktuellen Problemen des Führerwesens in den Zillertaler Alpen äußert.
Zu seinen bergsteigerischen Leistungen erfahren wir mehr aus dem "Jahrbuch der Turnkunst 1910" der Deutschen Turnerschaft. Max Burger aus Leipzig befaßt sich in seinem Nachruf auf Barthel mit der Verbindung von Turnen und Klettern und beginnt seine Ausführungen damit, daß sich so mancher hervorragende Felskletterer in der Schule der Turnkunst die Fähigkeiten zu seinen alpinen Leistungen erworben hat, und er endet damit: Keine aller Sportübungen kann so treffend angewandtes Turnen genannt werden wie das Felsklettern. G. A. Barthel war dafür der beste Beweis.
1884 begann seine Bergsteigerlaufbahn zunächst mit einer ganzen Reihe von Alpenwanderungen über Joche und Pässe, auf vielbegangene leichtere Berge, ab und zu einmal mit Führer auf kühne Gipfel. Max Burger schreibt weiter, was er von H. Günthel erfahren hat:
Hierbei gewinnt er Einblick in die Schönheiten der Berge, lernt sie lieben mit seltener Treue. Eine reiche Erfahrung über Schwierigkeiten und Gefahren, Eis- und Felstechnik, Gebrauch der alpinen Ausrüstung eignet er sich durch Beobachtung und eigene Übung an, bis er in der 2. Hälfte der 90er Jahre größere und schwerere Touren selbständig unternimmt und schließlich nur noch führerlos geht.
Alle Gebiete der Ost- und Westalpen, der meisten deutschen Mittelgebirge, die Hohe Tatra und Norwegen lockten ihn zu ihren Höhen. So hat er im Laufe der Jahre in den Alpen mehr als 250 Gipfel erstiegen, in der Tatra alle namhaften Spitzen, im norwegischen Jotunheimen die hervorragendsten und eine sehr reiche Auswahl der schwierigsten Sandsteinfelsen der Sächsischen Schweiz unter seinen Fuß gezwungen.
In der folgenden Aufstellung ist von zahllosen Hochpässen und vielen kleineren Spitzen abgesehen worden; nur die durch ihre Namen oder durch besondere Anforderungen an den Besteiger ausgezeichneten Gipfel fanden Berücksichtigung. Es beginnt im Osten.
Ostalpen und Tauern: Triglav, Dachstein, Großglockner,Hochtenn, Wiesbachhorn,
Dreiherrnspitz, Röthspitze
Rieserferner: Hochgall, Grattour über Fensterl- und Rauchkofel
Zillertaler Alpen: Großer Mörchner, Feldkopf, Grattour über Talgenköpfe zum Großen
Greiner, Turnerkamp Ostgrat und 1. Beg. des Südgrates, Olperer, Schrammacher Grattour
Südliche Kalkalpen: Elfer, Zwölfer, Kleine Zinne (Überschreitung von N), Gr. u. Westl. Zinne,
Schwabenalpenköpfe, Piz Popena Überschr., Cristallo Croda da Lago, Cimone della Pala, Vezzana, Cima di Ball, Cima di Pravitale, Cima di Canali, Campanile di Pävitale, Rosengarten- spitze, Winklerturm Überschreitg., Grasleitenspitzen- und -türme, Langkofel Überschrtg., Fünf- fingerspitze Überschrtg., Zahnkofel, Großer Fermedaturm Überschrtg., Villnöserturm, Gran Odla, Villnöser Odla, Furchetta, Böèspitze
Stubai u. Ötztal: Waldrastspitze, Habicht, Glättespitze, Feuersteine, Aglspitze, Weißwand- spitze, Sonnklarspitze, Zuckerhütl, Pfaffenschneide, Freiger, Schaufelspitze, Ruderhofspitze, Schrankogel, Villerspitze, Schlicker Türme, Hochwilde, Hochweiße, Schafkogel, Kreuzspitze
Brenta: Cima di Groste, Berlinerturm, Rocca di Vallesinella, Cima di Brenta, Dente di Sella, Campanile alto
Rhätische Alpen: Scesaplana, Fluchthorn, Gatschkopf, Rotbleißkopf
Nördliche Kalkalpen: Ifen, Widderstein, Trettach Südwand, Krottenspitze und -kopf, Wolf-Ebener-Kamin, Höfats Überschreitung, Grünstein, Zugspitze, Watzmann Überschreitung
Schweizer Alpen: Dossen- und Renfenhorn, Wetterhorn, Jungfrau Überschreitung, Finster- aarhorn, Matterhorn Überschreitung, Zinalrothorn, Monte Rosa, Dom, Mont Blanc Über- schreitung, Deant du Geant
Französische Berge: Grande Casse, Grande Motte, Tsanteleina, Gran Paradiso, Levanna, Aiguille d’Arves mèridionale, Meije Überschreitung, Barre des Ecrins, Monte Biso
Mit seinen Freunden weilte er offensichtlich öfter in der Sächsischen Schweiz und in den Greifensteinen im Erzgebirge. Sicher betrachteten sie das Klettern in der heimatlichen Felsenwelt als Training für ihre Unternehmungen in den Alpen und könnten bestimmt zu denen gehören, die Erstbegehungen in den Greifensteinen durchgeführt haben, ohne sie zu dokumentieren, weshalb in den aktuellen Kletterführern "Näheres unbekannt" steht. Recherchen im Gipfelbuchfundus des SBB würden uns sicher noch manchen Aufschluß über Barthels Aktivitäten im Elbsandstein geben. In der Ausstellung "Sportstadt Chemnitz" lag das erste Gipfelbuch vom Großen Spitzen Horn (Gr. Zschand) aus. Darin die folgende Eintragung:
24.10.1903 24. Begehung
G. A. Barthel, H. Günthel, P. Zschraage, DÖAV Chemnitz
Der Aufstieg, jetzt Alter Weg, wird im
Kletterführer von heute mit V (VI) ange-
geben. Barthel war zu seiner Zeit
durchaus ein Mann, der sich auch an
Neuland versuchen konnte. Daß er das
im Alpenraum im Dunstkreis der Chem-
nitzer Hütte in den Zillertaler Alpen tun
würde, ist nur zu verständlich. Im
"Hochtourist" war damals zu lesen, daß
der Thurnerkamp, 3422 m, ein kühnes
Felsgerüst, der formenschönste Gipfel
der ganzen Zillertalergruppe sei. Er
wurde 1872 erstbestiegen. 1886 fand die
Nordwand ihre Bezwinger und 1891 der
Ostgrat, 1892 der NW-Grat. Bis 1900
hatte sich außer den Gebrüdern Zsigmon-
dy 1881 noch niemand wieder am Südgrat
versucht. Barthel war mit seinen Freunden
Graichen und Köhler am 28. Juli morgens
gegen 7.30 Uhr schon am Turnerkampjoch
und kam mit kleineren Unterbrechungen
recht gut voran, bis ein Gewitter aufzog
und die Freunde zwang, den Grat zu verlas-
sen und weiter unten weiterzugehen. Nach-
dem sich das Gewitter verzogen hatte,
kletterte man zum Grat zurück, überwand
einige anspruchsvolle Passagen und stand
nach 4 ½ Stunden Kletterei am Gipfel.
Zwei Jahre später war Barthel mit Günthel
und Landrock am 4. August zur selben
Zeit wieder in der Scharte. Diesmal gab es leichten Neuschnee. Über die großen Blöcke, die man zwei Jahre zuvor wegen des Gewitters rechts unten umgangen hatte, rieselte Wasser, es gab vereiste Stellen, so die Schlüsselstelle, eine glatte steile Platte. Wieder war eine nicht einfache Umgehung nötig. Man kam von links auf den Block hinauf. Bis auf umgangene 10 Meter wurde der ganze Südgrat im Schwierigkeitsgrad IV überklettert. Erst 1905 haben andere Seilschaften auch die Platte sowohl in der Mitte, als auch an ihrer rechten Kante ersteigen können, weshalb Barthel nicht als Erstersteiger geführt wird, obwohl er im Hochtourist von 1903 als solcher verzeichnet ist.
Über die Tatrafahrt 1893 berichtete Barthel in einer Sektionsversammlung. Es ist mehr als erstaunlich, wo
er auf einer einzigen Reise überall war und wieviele Berge er bestieg, wieviele Wanderkilometer und Höhenmeter er dabei vom Krivan im Westen bis zu den Fünf Polnischen Seen bewältigte (Und das alles ohne Auto und Tatrabahn).
Im Juli 1909 kam Barthel mit seinen Freunden Günthel, Landrock und Neubert in die Brenta. Natürlich begeisterte ihn als Kletterer ganz besonders die imposante Felsgestalt des Campanile Basso. Kletterführer wie heute gab es nicht. Sie hatten Notizzettel mit Routenbeschreibungen dabei. Ihr Quartier war die Tosahütte, wo sie am 18. Juli ins Hüttenbuch eintrugen: Campanile Brenta (Kamin voller Eis). Am 19. waren Landrock und Neubert an der Guglia di Brenta und gingen danach ins Tal. Barthel und Günthel waren am folgenden Tag am Turm. Darüber berichtete Günthel später: Bis zur letzten Wand, die über der Garbari-Terrasse aufragt, war alles bestens gegangen - und es hätte auch so enden können, wenn uns eine Lücke in unseren Aufzeichnungen und ein verfluchter, in der Höhe eingeschlagener Haken nicht dazu verführt hätten, durch die Südwand aufzusteigen! So gelangte mein unglückseliger Freund zu dem überhängenden Felsblock, der für ihn, einen erstrangigen Kletterer, fatal werden sollte. Er erkannte, daß es unmöglich war, weiter zu klettern, und während er zurückkam, verlor er den Halt, und das Seil konnte seinen Sturz nicht bremsen. Das Seil riß. Günthel mußte machtlos zusehen, wie sein Freund die 350 Meter hohe Wand hinunterstürzte. Er stieg ab und eilte nach Pinzolo zu den Bergfreunden, um Hilfe zu holen. Die Rettungsmannschaft mit Bergsteigern der Societa degli Alpinisti Tridenti fand den Leichnam noch umhüllt vom zerfetzten Seil am Fuße der Guglia.
Noch einmal sei hier Kellerbauer zitiert, der im Sektionsbericht über die Jahre 1907 bis 1912 schrieb: Tief erschüttert aber wurde die ganze Sektion durch den Tod des Herrn Gustav Adolf Barthel, welcher bei kühner Bergfahrt durch Absturz an der Guglia di Brenta ein plötzliches Ende fand, tiefbetrauert von seinen Freunden, die der Lauterkeit seines Charakters, seiner beruflichen Tüchtigkei, seiner energischen und doch maßvollen Persönlichkeit die höchste Achtung und Liebe zollten, nicht minder aber auch von der ganzen Sektion, welcher er durch seine großartigen alpinen Leistungen, mit liebenswürdiger Bescheidenheit gepaart, als das Ideal eines Bergsteigers erscheinen mußte. Sein Beispiel wirkte begeisternd auf den jungen Nachwuchs der Sektion. Hierfür wie für die vielen großen Dienste, welche er der Sektion ... geleistet hat, bleibt sie ihm zu hohem Danke verpflichtet. Die Sektion hat deshalb beschlosssen, im Verein mit mehreren Turnvereinen ihm ein einfaches Denkmal auf dem Urnenfriedhof des hiesigen Krematoriums zu errichten, sowie im Val Brenta angesichts der Guglia di Brenta eine Gedenktafel zu Ehren des Dahingeschiedenen anzubringen. Kellerbauer würdigt weiter das echt alpine kameradschaftliche Verhalten der Societa degli Alpinisti Tridenti, deren Präsident, Dr. Vittorio Stenico, der Sektion ein von ihm aufgenommenes großes Bild der Guglia di Brenta schenkte, das in der Chemnitzer Hütte aufgehängt wurde.
Am 18. September 1910 fand die Einweihung des Denkmals auf dem Friedhof statt, nachdem am 3. August die Enthüllung der Gedenktafel im Val Brenta vollzogen worden war.
Acht Jahrzehnte später gab es eine Fortsetzung der freundschaftlichen Kontakte zu Bergsteigern im Rendenatal am Fuße der Brenta ( Siehe Heft 1/95 unserer "Mitteilungen"), und in diesem Jubiläumsjahr 1999 wird es ein Wiedersehen mit den Freunden in Pinzolo geben, werden Bergsteiger unserer Sektion an der Gedenktafel und am Denkmal auf dem Friedhof Gustav Adolf Barthels in Ehren gedenken und ihm zu Ehren auf den Campanile Basso steigen.
Sentiero Barthel - Barthelweg
Giuseppe Leonardi aus Pinzolo übermittelte uns die Jubiläumsschrift "Rendena quattro" , die anläßlich des Guglia-Jubiläums erschien. Daraus erfahren wir, daß der Weg von der Brenteihütte über die kleine Gedenkkapelle zum Stein mit der Gedenktafel für Barthel nun Sentiero Barthel genannt wird. Wir Chemnitzer bedanken uns herzlich für diese Ehrung. Damit tragen nun zwei Wege in den italienischen Alpen die Namen bedeutender Chemnitzer, die sich nicht nur auf dem Gebiet des Alpinismus um Chemnitz verdient gemacht haben.
Fotos: Die Gedenktafel im Val Brenta mit dem Campanile Basso. Fotos: Giuseppe Leonardi
Die besondere Tour
Steffen Oehme
Südamerika, ein andere Welt?
Seitdem ich das erste Mal dort war, habe ich diesen Kontinent regelrecht ins Herz geschlossen. Nach nun vier fahrten wäre es an der Zeit, einmal länger zu bleiben, um die Bergwelt, die Yungas in Peru, die Atacama, das Seengebiet in Chile noch intensiver kennenzulernen. Hier möchte ich nun von einer Wanderung in Peru berichten.
I. Teil
Auf Saumpfaden nach Machu Picchu
In den ersten Morgenstunden des neuen Tages kommen wir nach einer langen Fahrt vom Titicacasee in Cuzco an. Cuzco liegt im Hochland westlich der Ausläufer der Cordillera Vilcanota in 3399 m Höhe. In der Umgebung gibt es die verschiedensten archäologischen Naturdenkmäler. Die bedeutendste Kulturstätte ist das im Regenwald 100 Kilometer nördlich gelegene Machu Picchu, das zum Weltkulturerbe erklärt wurde.
Die Ruinenstadt wurde erst im Jahre ... entdeckt. Die einzige Verbindung stellt eine Eisenbahnlinie her, an welcher 25 Jahre lang gebaut wurde. Wir setzen uns zu den Indios, die in Decken gehüllt vor dem Bahnhof warten. Mit der Zeit kriecht auch die empfindliche Kälte in uns hoch. In der Ferne sehen wir im Morgenlicht die schneebedeckten Gipfel der Cordillera Vilcabamba. Mit der Sonne kommt die ersehnte Wärme zurück und die Zeit bis zur Abfahrt des Zuges vergeht schneller. Langsam setzt sich der Zug in Bewegung. Doch nach kurzer Strecke kommt es erneut zum Stop. Rückwärts und vorwärts überwindet der Zug in Steilrampen das Gelände bis zum Scheitelpunkt, den er am Kilometer 12 auf 4100 m erreicht hat. Anschließend durchfährt er eine Hochebene, ehe er, vorbei an Kakteen, Agaven und Bambusbüschen, sich wieder steil in Kehren in die Tiefe windet. Unterwegs steigen auf den Haltepunkten Händlerinnen zu und bieten geröstete Maiskolben an.
Am Kilometer 88 hält der Zug für kurze Zeit. Wir steigen hier aus. Der Inkatrail nimmt hier auf 2400 m seinen Anfang. An der kleinen Station Qoriwayrachina, wo der Nationalpark beginnt, müssen wir die Eintrittsgebühren entrichten. Dafür erhalten wir eine Wegbeschreibung. Unser Ziel ist das 28 km entfernt liegende Machu Picchu. Wir müssen leider feststellen, dass der Weg weiter ist als die im Reiseführer angegebenen zwei Tagesetappen. Also eine Dreitagetour und auch noch ein Stück Nebelwald. Und dies alles ohne Zelt. Die Schwüle ist fast unerträglich, die einzige Kühlung erfahren wir auf einer Hängebrücke über den Fluß. Wir genießen den Weg, der einige Kilometer durch Eukalyptuswälder führt, welche einen aromatischen Duft ausstrahlen. In Aqomopo gehen wir an einer Ruine vorbei, die sich in vielen Terrassen den Hang hinaufzieht. Das Tal wird enger. Am Rand stehen noch vereinzelt Hütten, wo man eine Erfrischung gereicht bekommt. Die Vegetation geht zurück, der Eukalyptus weicht Bäumen mit großen roten Blüten. Je höher wir kommen, desto spärlicher werden Flora und Fauna, bis bloß noch Punagras übrig bleibt. Unsere Schritte werden schwerer, 10 km haben wir bis hierher auf 4100 m schon zurückgelegt. In einer Mulde, windgeschützt, kurz unterhalb des Passes beziehen wir unser Biwak. Wenig später haben uns der Nebel und die Dunkelheit eingeholt. Nur langsam kommen wir am Morgen aus unseren Schlafsäcken, und nach einem kleinen Frühstück stehen wir auf dem Paß in 4250 m Höhe. Unser Blick gleitet über die vielen Bergkämme bis hin zu den Schneeriesen am Horizont. Steil geht es nun hinab auf 3600 m zu einem Zeltplatz, von wo uns eine Karawane schwer bepackter Indios entgegenkommt. Sie tragen das Gepäck einer amerikanischen Trekkinggruppe. Auf einer kleinen Anhöhe befindet sich die Ruine Runkurakay, von wo man tief in das Tal blicken kann. Die Inkas errichteten ihre Anlagen meist am Grat unter Ausnutzung des Terrassenbaus. Sie führten die Saumpfade oft über die Berge. An ausgesetzten Stellen errichteten sie Stützmauern Teilweise sind auch schon Wege gepflastert worden.. Von oben kann man die Anlagen gut erkennen aber von unten sieht man nur Felsen. So erging es auch den spanischen Eroberern, denn ein Großteil der Ruinen wurde erst nach 1960 entdeckt. Steil geht es einen Hang empor. Oben auf 4000 m erreichen wir die Klimascheide des Gebirgszuges. Die Wolken des tropischen Regenwaldes kommen nicht über diesen Paß.
Ein kurzes Wegstück weiter wird die Vegetation schnell üppiger. In 3800 m Höhe entschwindet uns die Sicht. Wir haben den Nebelwald erreicht und alles überzieht ein Wasserschleier. Abseits des Weges ist kein Durchkommen mehr. Ein Blätterdach breitet sich über viele Horizonte aus. Während es so vorsichhin tröpfelt, beginnt es in der Ferne zu donnern. Langsam kommt es näher und schon gießt es. Zwei, drei Stunden vergehen. Selbst das dichteste Blätterdach hält dem Regen nicht stand. Nachdem unser Gore Tex diese Dichtheitsprüfung gut überstanden hat, beginnt der Nebel sich aufzuziehen. Von dem Paß in 3750 m Höhe haben wir Sicht auf eine sich unter uns ausbreitende Wolkenschicht. Durch Wolkenlücken können wir den 1500 m tiefer dahinfließenden gelbbraunen Urubamba erkennen. Gegenüber erkenne ich die 5600 m hohen Berge der gleichnamigen Kette. Am späten Nachmittag passieren wir die sich am Hang duckende Festung Phuyupatamarka. Ihre mit Moosen überwucherten Steinwälle heben sich nur schwer von der Umgebung ab. Steile in den Fels gehauene Treppen mit weit über 1000 Stufen bringen uns dem Fluß näher.
Die Sonne wirft schon lange Schatten, da erreichen wir eine Herberge und einen überfüllten Zeltplatz.. Die Trekker, die hier ihr Zelte aufgeschlagen haben, kommen fast alle von der nahen Station Chachabamba herauf. Von der Ruinenstadt trennen uns nur noch wenige Stunden. Wie jeden Abend ziehen sich mit der einsetzenden Kühle die Wolken zurück und wir sitzen noch eine Weile in der sternenklaren Nacht. Früh um fünf wird der Zugang geöffnet, denn die Anlagen sind streng geschützt. Nach einigen sehr ausgesetzten Wegstücken - ein, zwei Bretter liegen über einer 200 m tiefen Schlucht - erreichen wir nach einer steilen Treppe in Intipunku am Sonnentor die Hauptstadt der Inkas Machu Picchu.
|
|
Anders als erwartet, liegt auf einem Felsrücken die erst spät entdeckte Inkastadt. Durch viele Terrassen wurde Platz für Tempelanlagen geschaffen. Von den Aymera - so ist es überliefert - stammt der größte Teil der Bauten. Die Inkas herrschten nur wenige Jahrhunderte im Vergleich zu ihren Vorgängern. Sie brachten aber andere Völker hierher wie die Indios vom Titicacasee, die bekannt sind für ihre fugenlosen Bauten. Sie errichteten Häuser aus Steinen so groß wie ein PKW und so paßgenau, dass selbst ein Messer nicht in die Fuge dringt. Den Abschluß des Felsgrates bildet der Berg Waynaicchu. Mit seinen 2900 m überragt er die gsamte Anlage um mehr als 400 m. Der Tempel auf dem Berg war für den Sonnengott gedacht. Um die Mittagszeit beginnt das gleiche Spiel: Wolken ziehen auf und Donner mit Regen macht sich breit. Wir steigen hinunter in die Schlucht zu der kleinen Ansiedelung Aques Calients. Hier befindet sich die Bahnstation, um wieder nach Cuzco zu gelangen. Im Bahnhof herrscht dichtes Treiben. Überall stehen Stände bis an die Gleise heran. Es werden Mineralien, bunte Tücher, Schnitzereien und vieles mehr angeboten. Unzählige Touristen aus aller Welt säumen die Stände. Auf den Gleisen sitzen Frauen, die Maisbier aus großen Plastekanistern verkaufen. Nebenan werden Fleischspieße mit einer Kartoffel feilgeboten. Die Spieße sahen einmal appetitlicher aus und schmeckten
auch sehr gut. Aus dem winzigen Bahnhofsgebäude kommt der Bahnhofsvorsteher heraus. Stolz zeigt er sich in seiner Uniform und hebt sich nun deutlich von den anderen Indios ab. Dass er das weiß, merkt man ihm deutlich an. Lautes Pfeifen kündigt die Einfahrt des Touristenzuges an. Die Fahrt ist für die Einheimischen unerschwinglich. Gegen vier zieht dann eine dunkle Rauchwolke das Tal herauf. Die Musikanten in den bunten Ponchos erheben sich vom Gleis und ihre Panflötenmusik wird vom Brummen der schweren Motoren übertönt. Der Nativo, der Zug der Einheimischen, ist da. Der Sturm auf den Zug beginnt. Unvermittelt fährt der Zug an und das Gedrängele nimmt noch zu. Am Ende des Ortes stehen etliche auf den Trittbrettern. Nun dauert es auch nicht mehr lange und schon kreisen Cocablätter in der Runde. Vorbei geht die Fahrt an den Eisriesen der Cordillera Urubamba, deren steile Eisflanken die Sonne rot erglühen läßt. Gegen Mitternacht erreicht der Zug wieder seinen Scheitelpunkt und senkt sich dem Orte zu. Cuzco wird von einem gelben Lichtermeer erhellt. Die Lampen strahlen ein warmes weiches Licht aus. Man fühlt sich in der Ferne daheim.
(Fortsetzung folgt mit Teil II:Sand, Sturm, Sonne in Altiplano)
Der nächste Winter kommt bestimmt
oderÜber 4000 m ist immer Winter
Am 13. Februar dieses Jahres hat der Traktorist mit dem Schneepflug seinen Augen nicht getraut. Damit er zu Hause was Tolles zu erzählen hat, fuhr er gleich mehrmals an den eingeschneiten Gestalten vorüber, die am Floßplatz an der Zschopau an recht beträchtlichen Eiszapfen herumkletterten. Ursache dafür war, dass ein Ausbildungskurs Eisklettern ausgeschrieben war, an dem acht Eiskletterlaien teilnahmen und unter der Anleitung von Steffen Oehme erstmalig an den ausreichend dick vereisten Abbrüchen herumhantierten.
Wir bekamen eine Ahnung davon, was mit Steigeisen, Pickel und Eisschrauben im Steileis auch für uns machbar ist.
Und es war schon toll: Auf zwei Steigeisen stehend und sich am ins Eis geschlagenen Pickel festhaltend, gewann man mehr und mehr das Gefühl, sicheren Stand zu haben.
So der Winter es zuläßt, sollten solche Übungen in jeder kalten Jahreszeit stattfinden. Dann wird es auch für uns möglich sein, sich in den hohen Bergen dorthin zu begeben, wo man über einen Gletscher nicht nur wie in einer Ebene dahinlaufen kann.
Steffen Oehme, mit dessen Apparat die Aufnahme gemacht wurde, würde hier zwar keine Höchstnoten für die Haltung bekommen, aber das Foto zeigt allemal, wieviel Spaß man bei diesen Übungen haben kann. Frank Tröger
Terminplan Klettergruppe "Carl Stülpner"
19.-20.06. Klettern im Frankenjura, Zelten in Möschlareuth (Jackisch)
21.-22.08. Kletterfahrt Sächsische Schweiz/ Bielatal (Hunger)
19.09. Klettern an der Muldenwand bei Rochsburg (Zaspel)
16.10. 17. Herolder Herbstwanderung "Durch die Reviere
des Carl Stülpner" (Mauersberger/Zaspel)
17.11. Wanderung "Im Annaberger Revier" (Richter)
21.11. Zur Totenehrung Hohe Liebe/Gr. Dom (Bitterlich)
Weitere Fahrten nach Absprache zwischen den Teilnehmern. Meldung
bei den Verantwortlichen (Besonders bei den Mehrtagesfahrten).
Holger Bitterlich, Dorfstr. 28, 0 9437 Waldkirchen, Tel.: 037294/1625
Axel Hunge/Bianka Mauersberger, Str. d. Einheit 150, 09423 Gelenau, Tel.: 037209/4237
Thomas Jackisch, Pfarrhübel 31, 09125 Chemnitz, Tel.: 0371/512599
Olaf Jörk, Siedlung 43, 09378 Jahnsdorf, Tel.: 03721/21550
Thomas Richter, Pfarrgasse 11, 09439 Annaberg, Tel.: 03733/24739
Dietmar Schwope, Dittersdorfer Str. 60, 09439 Amtsberg, Tel.: 037209/2958
Werner Zaspel, Am Kraftberg 54, 09419 Herold, Tel.:037297/89318
Der nächste Winter kommt bestimmt
oderÜber 4000 m ist immer Winter
Am 13. Februar dieses Jahres hat der Traktorist mit dem Schneepflug seinen Augen nicht getraut. Damit er zu Hause was Tolles zu erzählen hat, fuhr er gleich mehrmals an den eingeschneiten Gestalten vorüber, die am Floßplatz an der Zschopau an recht beträchtlichen Eiszapfen herumkletterten. Ursache dafür war, dass ein Ausbildungskurs Eisklettern ausgeschrieben war, an dem acht Eiskletterlaien teilnahmen und unter der Anleitung von Steffen Oehme erstmalig an den ausreichend dick vereisten Abbrüchen herumhantierten.
Wir bekamen eine Ahnung davon, was mit Steigeisen, Pickel und Eisschrauben im Steileis auch für uns machbar ist.
Und es war schon toll: Auf zwei Steigeisen stehend und sich am ins Eis geschlagenen Pickel festhaltend, gewann man mehr und mehr das Gefühl, sicheren Stand zu haben.
So der Winter es zuläßt, sollten solche Übungen in jeder kalten Jahreszeit stattfinden. Dann wird es auch für uns möglich sein, sich in den hohen Bergen dorthin zu begeben, wo man über einen Gletscher nicht nur wie in einer Ebene dahinlaufen kann.
Steffen Oehme, mit dessen Apparat die Aufnahme gemacht wurde, würde hier zwar keine Höchstnoten für die Haltung bekommen, aber das Foto zeigt allemal, wieviel Spaß man bei diesen Übungen haben kann. Frank Tröger
Terminplan Klettergruppe "Carl Stülpner"
19.-20.06. Klettern im Frankenjura, Zelten in Möschlareuth (Jackisch)
21.-22.08. Kletterfahrt Sächsische Schweiz/ Bielatal (Hunger)
19.09. Klettern an der Muldenwand bei Rochsburg (Zaspel)
16.10. 17. Herolder Herbstwanderung "Durch die Reviere
des Carl Stülpner" (Mauersberger/Zaspel)
17.11. Wanderung "Im Annaberger Revier" (Richter)
21.11. Zur Totenehrung Hohe Liebe/Gr. Dom (Bitterlich)
Weitere Fahrten nach Absprache zwischen den Teilnehmern. Meldung
bei den Verantwortlichen (Besonders bei den Mehrtagesfahrten).
Holger Bitterlich, Dorfstr. 28, 0 9437 Waldkirchen, Tel.: 037294/1625
Axel Hunge/Bianka Mauersberger, Str. d. Einheit 150, 09423 Gelenau, Tel.: 037209/4237
Thomas Jackisch, Pfarrhübel 31, 09125 Chemnitz, Tel.: 0371/512599
Olaf Jörk, Siedlung 43, 09378 Jahnsdorf, Tel.: 03721/21550
Thomas Richter, Pfarrgasse 11, 09439 Annaberg, Tel.: 03733/24739
Dietmar Schwope, Dittersdorfer Str. 60, 09439 Amtsberg, Tel.: 037209/2958
Werner Zaspel, Am Kraftberg 54, 09419 Herold, Tel.:037297/89318