Der Werdegang des Buggys

Jeder fängt mal klein an. So sollte im Jahr 2007 mein erster Kitebuggy auch ein kleiner Gekaufter sein. Meine Entscheidung fiel aufgrund meines gerade noch zweistelligen Körpergewichts auf den Peter Lynn XR+.

20mm Radbolzen und die dickeren Seitenrohre im Gegensatz zum Peter Lynn ST bzw. XR (ohne "+") sollten meinen Revuekörper entsprechend aushalten. Bei der Bereifung hatte ich mich für die Midis entschieden, da mir die Schubkarrenreifen doch etwas dünn wirkten.
Als wir dann 2008 unseren ersten Trip nach Holland an den Brouwersdamm machten musste ich schnell merken, dass mein XR+ ein echter Winzling im Gegensatz zu den anderen Buggys war.

Das Vorankommen im weichen Sand stellte sich wesentlich schwieriger dar als zu Hause auf der Wiese. Hinzu kam noch die Tatsache, dass wir gerade mal 1 Bft hatten und ich damals noch keinen wirklich großen Kite besaß.
Schnell war klar, da muss was "getuned" werden.
Also nix wie ab zu Udo, dem Schlosser meines Vertrauens. Nachdem ich ihm mein Problem geschildert hatte wurden folgende kostengünstige Tuningmaßnahmen vorgenommen:

1. Eine neue Hinterachse wurde zusammengebrutschelt. 35cm breiter und mit 25cm längeren Muffen für die Seitenrohre.
2. Hinzu kamen noch ein Paar neue Hinterschlappen in der Größe 18x9.50 (die Midis hatten 16x6.5). Diese wurden auf der asymmetrischen XL-Felge aufgezogen und das sah ja gleich ganz anders aus.
3. Zu guter Letzt habe ich noch einen Spritzschutz montiert, da der Sand nicht wirklich gut für den Zahnschmelz ist.
Als wir bei unserer Vereinstour 2009 wieder am Brouwersdamm landeten, konnte ich zum ersten Mal richtig Gas geben. Nach wie vor gestaltete sich aufgrund des dünnen Vorderrads der Weg von der Düne bis zum Meer durch den weichen Sand schwierig. Aber erst mal auf dem festen Sand direkt am Mehr angekommen lief der Buggy wie geschmiert. Der Fahrer eines ProTask kam nachmittags zu mir und teilte mir mit, dass ich nicht mehr alle Tassen im Schrank hätte mit dieser Klapperkiste so schnell zu fahren, womit er zweifelsohne recht hatte. Sein GPS zeigte rund 70km/h an als ich ihn überholte.

Es folgte der erste kostenintensive Umbau!
Längere Seitenrohre mussten her! Buggy-Bruder Sebastian half mir bei der Konstruktion einer Doppel-Deichsel, die sich stark am ProTask orientierte. Dazu tüftelten wir an einer robusten Gabel, in die natürlich auch ein größeres Rad musste. Hier entschied ich mich für eine BigFoot-Decke auf Sportfelge. Diese läuft etwas breiter als das standard BigFoot-light-Rad.
Udo durfte unsere Ideen zusammenbrutscheln und das Resultat sah dann so aus:
Der Buggy lag wie ein Brett! Auf der glatten Wiese erreichte ich bereits 49 km/h. 2010 am Brouwersdamm dann auch erstmals die 80km/h. Hier sollte sich dann im Mai 2011 mein erster echt übler Unfall ereignen.
Bei 7-8 Bft zogen es die meisten Buggyfahrer vor, zähneknirschend in ihren Wurfzelten zu hocken und den Kopf über die paar Chaoten zu schütteln die bei diesem Mistwetter ihre Bahnen zogen.
Der Wind blies Richtung Nord-Ost, sodass wir eigentlich nur zwischen den Dünen und dem Meer hin-und-her kreuzen konnten. Sobald man richtig Dampf drauf hatte musste man schon wieder mit einem Drift die Wende einleiten. Eine Fahrt von Düne zum Meer und wieder zurück dauerte nur wenige Sekunden.

Nun zum Stunt:
Bei einem schier unendlichen Side-Drift türmte sich zu viel Sand neben dem rechten Hinterrad auf. Da der Kenda-Multi-Rib sehr flach und eckig ist konnte er irgendwann nicht mehr über den Sand driften und grub sich ein. Das Resultat war ein mehrfacher Überschlag um die Längsachse. Da ich immer noch mit dem Gurt am Kite hing wurde ich zwischendurch aus dem Buggy gezogen, der dann noch ein wenig weiterpurzelte. Als ich mich aufgerappelt hatte und meine Orientierung wieder halbwegs funktionierte sah ich, dass mir die gesamte Zeltgesellschaft entgegengelaufen kam. Ich zeigte mit gehobenem Daumen dass alles in Ordnung sei, klatschte mir selbst Applaus und winkte noch mal, dass nix gebrochen ist.
Ich packte meinen Drachen ein, zog den Buggy zurück zu unserem Lager und so langsam stellte sich an diversen Körperregionen Schmerz ein. Abends begutachtete ich meinen Rücken, der ein Batikmuster aus roten und blauen Flecken darstellte. Mein linker Oberarm war ein einziger Bluterguss.
Was sagte mir das? Richtig! Tunen!
"Udoooo..."

Zwei Monate Planung und Bau brachten dann im November 2011 dieses Monster zum Vorschein:
Der Raptor: 2,60m lang, 2,03m breit
Das Tuning im Detail:
1. Neue 1,55er Hinterachse
2. neue Seitenrohre, hinter dem Sitz trapezförmig auseinander laufend
3. Stabilere 1cm dicke Laschen für die Fußrasten
4. Neues Schutzblech
5. Neuer Spritzschutz
6. Querstrebe zur Verwindungssteifigkeit direkt hinter dem Sitz
7. Hinterreifen Kenda Beachracer
8. Extrem-Verbinder "Der Klotz" zwischen Deichsel und Seitenrohren
9. Optisches Styling wie mattschwarze Folierung, Seitenschilder und diverse Raptor-Logos



BIG-PICTURE:
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... und bitte, ihr glaubt ja wohl nicht, dass das Tuning hiermit abgeschlossen ist, oder?