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Die Theaterstücke auf dieser Seite habe ich schon alle besucht und dementsprechend ist die Bewertung (in Sternen) auch von mir! ;-)
Sein oder Nicht sein [1942]
Was ihr Wollt
Amadeus
West Side Story
Außer Kontrolle
Hänsel und Gretel
The Rocky Horror Show
Creeps
Der kleine Horrorladen
Das Herz eines Boxers
Die Räuber
Die Dreigroschenoper
Sein oder nicht Sein [1942]
Warschau 1939: "Hamlet" steht auf dem Programm des Stadttheaters - "Sein oder Nicht sein" ist der Beginn von Josef Turas großem Monolog und Stichwort für den jungen Fliegerleutnant Subinski, seinen platz in der zweiten Reihe zu verlassen und zu einem Rendevous in die Garderobe von Maria Tura zu kommen.
Das Theater beginnt brisant zu werden, zunächst ganz privat, als Ehekomödie - und bald schon hochpolitisch, als Spionageinstrument. Mit dem Einmarsch der Nazis beginnen die Schauspieler um Land und Leben zu spielen.
Marias Liebhaber aus dem Untergrund inszeniert eine Intrige, um den polnischen Widerstand zu retten. Die der Zensur zum Opfer gefallene Satire "Gestapo" wird wieder aufgenommen, die Schauspieler schlüpfen in ihre Nazi - Kostüme, um die SS zu täuschen und einen deutschen Spion auszuschalten. Josef Tura improvisiert den Gruppenführer. Der Spion muss den echten Heldentod sterben und Tura bahuptet sich als falsche Spion beim echten Gruppenführer. Dieses lässt sich nicht täuschen, erkennt am falschen Bart den echten Spion. Turbulente Verwechslungen nehmen ihren Lauf, die Maskerade setzt sich bis in die höchsten Kreise fort, bis ein falscher Hitler selbst die bühne betritt und mit Maria nach London fliegt.
Es hat sich ein virtuoses Verwirrspiel entspannt, in der keine Rolle ohne ihr Double bleibt. Die komödie entwirft eine bissige Satire auf Nazis ebenso wir auf Eitelkeiten der Theaterwelt. Ein Stück über Theater und Welt, über "Sein und Nichtsein".
In der Verfilmung von Ernst Lubitsch wurde der Stoff weltberühmt.
Was ihr wollt
[Komödie von William Shakespeare]

Mit dem weniger geläufigen Titel "twe fth Nigth" verweist Shakespeare auf den Höhepunkt und Abschluss karnevalesker Feierlichkeiten. Nach ausgelassenen Party Tagen herrscht Katerstimmung in Illyrien. Man trinkt, man tanzt und jeder scheint glücklich-unglücklich verliebt. "Abgemattet", wie Brasch übersetzt, sitzen sie da, in diesem Reich der Fantasie und Einbildung, wo alle schlafen-wachend träumen: Da ist die reiche Gräfin Olivia mit ihrem ebenso verbitterten wie penetranten Haushofmeister, das Kammermädchen Maria, der Onkel Toby mit seinem Saukumpan Andrew Bleichenwang, der narrenhafte Barkeeper, der Kapitän Antonio und wie sie alle heißen. Der melancholische Herzog Orsino zeigt sich in dieser Runde ernüchtert, denn seine Bemühungen um die Lieber der Gräfin olivia schlugen fehl. "Was ihr wollt" ist ein heiter - melancholischer Theaterabent mit Musik und vielen frechen, weisen Sprüchen von Robert Gernhardt, die die Regisseurin dem Narren vielsagend in den Mund gelegt hat.
Amadeus
Der Italiener Antonio Salieri (1750-1825) hat als komponist und Kapellmeister am Wiener Hof des Kaisers Joseph des II. den Gipfel seines Ruhms erreicht, als der junge Mozart auftaucht und durch sein großes Talnt und seine unmöglichen Umgangsformen alle Aufmerksamkeit auf sich zieht. - Von Eifersucht gequält beginnt Slieri, Mozart mit allen Mitteln der intrige zu vernichten. Nach Mozarts frühem Tod bezichtigt sich Salieri überrschand des Mordes an Mozart. Ist dieses Schuldbekenntnis Salieris letzter Versuch, der Nachwelt in Erinnerung zu bleiben? Peter Shaffer, 1926 geboren und einer der meistgespielten englischen Dramatiker ist vom Versdrama "mozart und Slieri" ausgegangen, das Alexander Puschkin, fünf Jahre nach Salieris Tod schrieb.
Shaffer studierte drei Jahre lang Mozarts Kompositionen und Breife, bevor er AMADEUS schreib. Er zeigt einen mittelmäßigen, aber gefeierten Slieri und setzt einen genialen, aber damals in Wien erfolglosen Mozart dagegen, der mit 35 Jahren im Massengrab endete. Slieri war der einzige seiner Zeit, der Mozarts Genie erkannte und fürchtete, und am Ende noch erleben musste, wie 30 Jahre nach Mozarts Tod alle Welt sich für Mozarts Musik begeisterte, währende er selbst längst vergessen war. AMADEUS wurde 1984 von Milos Forman verfilmt und mit acht Oscars ausgezeichnet.
West Side Story
[Musical von Leoanard Bernstein]
Das Romeo und Julia thema, verlegt in die NewYorker Westside, zeigt als tödlich verfeindete Gruppen die "Jets", eine bande eingesessener amerikanischer Halbstarker, und die "Sharks", eine Gang jugendlicher eingewanderter Puertoricaner. Tony will aus dem Bandenleben austeigen. Er verliebt sich in Maria, die Schwester von Bernando, dem Anführer der puertoricaner. Gibt es in dieser Welt einen Platz für diese Liebe?
Tony versucht, die rassistisch aufgeladene Konfrontation der beiden Parteien zu verhindern, und wird deswegen der Feigheit bezichtigt. Riff versucht, im Messerkampf die Ehre der "Jets" zu verteidigen. Er wird aber von Bernardo getötet. Tony, blind vor Zorn und Schuldgefühl, tötet im Gegenzug Bernardo. Maria verzeiht Tony und rettet ihn vor der Polizei. Vor der RFache der "Sharks" kann sie ihn nicht retten. Tony wird erschossen. Marias verzweifelte Trauer um den Geliebten und den Bruder, ihre Klage über das sinnlose Töten, lässt die beiden Gangs sich über Tonys Leiche versöhnen. Gibt es eine Hoffnung auf eine lebenswerte Zukunft ohne Hass, in einer gemeinsma verantworteten Welt? Selbst wenn die Liebe sich immer wieder als ohnmächtig erweist gegenüber der Gewalt, so hat Leonard Bernstein nicht aufgehört, für ein Leben in Frieden zu kämpfen.
Außer Kontrolle

Eigentlich hätte es ein ganz normaler Tag im Leben des leicht verklemmten und äußerst besonnenen George Pigden werden sollen. Er wäre zu Hause bei seiner kranken Mutter geblieben und hätte später die ebenfalls leicht verklemmte und besonnene Krankenschwester Gladys heimgeschickt. So leben brave Muttersöhnchen, wenn sie nicht ausgerechnte beim Staatsminister der britischen regierung sind, für den sie als Mädchen für alles agieren.
Und so kommt es, dass unser Sekretär Pigden in die Suite 648 in das Londoner Westminster Hotel gerufen wird. Vor der schönen Aussicht zum Big Ben offenbart sich hier eine Katastrophe im gar nicht so alltäglichen Ausmaße: Willey, ein Mann von nobler Statur, großen Worten und kleinen Schwächen, wurde gerade bei einem erotischen Scharmützel gestoppt, die Sekretärin der Opposition, Janes Worthington, hockt weinend im Schlafzimmer, und eine Leiche klemmt im fenster. Erschlagen von der zuweilen guillotineartig herabsausenden fensterlade. Gelegenheit macht Liebe, und die Geschichte der Seitensprünge ist lang. Das Entree zum politischen Aus des Gegners ist damit gesetzt, in der Komödie aber, insbesondere denen des Engländers Ray Cooney, beginnt damit erst alles. Auch am Kasseler Staatstheater, wo Helmut Palitsch das Komödienkarussell souverän dreht, gehört nicht viel dazu, um in besagter Suite die Akrobatik alltäglicher Lügen in Gang zu setzen. Im Sinne Konrad Adenauers, der einmal gestanden hat:"Was ich gesagt habe, habe ich nicht gesagt, und wenn ich es gesagt habe, dann hat das nichts zu sagen."
Auf los geht's los. Die Leiche muss entsorgt werden und hängt vorab an einem Haken im Kliderschrank. Nur, der ist auch defekt und öffnet sich zu jeder unpassenden Gelgenehti. Der erfindungreiche Room - Service - Kellner (Hans - Werner Zebunke schlitzohrig und allwissend) erfüllt ungewöhnlichste Wünsche, stets gegen ein paar Pfund, versteht sich. Doch als auch noch die Ehefrau des Staatsministers , sich ankündigt, der eifersüchtige Ehemann der Sekretärin durch das Hotel tobt und Krankenschwester Gladys George die Leviten lesen will, ist das Chaos perfekt. Die Aufschichtung des wackligen Lügengebäudes wird immer abenteuerlicher, und ein Tanz mit dem gar nicht mehr so Toten nach dem Song "What shall we do with the drunken sailor?" lässt das Publikum toben. "Sagen wir doch die Wahrheit, viele sagen die Wahrehit", meint schließlich erschöpft George Pigden, der Ausputzer der Situation. Doch wer sagt schon die Wahrheit?
Überhaupt George. Frank Wiegard ist an diesem Komödienabend, bei dem ja das Klischee immer nahe liegt, ein Mann mit Eigenschaften. Einer, der sich aus der Notlage heraus wandelt und häutet, vom Muttibubi zum Latin-Lover wird, und auch noch sein Herz findet. Wie er da mit komödiantischen Charme zwischen Fassungslosigkeit und Staunen in seine Rolle hineinwächst, ist ein Hingucker. Michael A. Grimm spielt den smarten Politiker mit der eiskalten Glätte des Macht-Bewahrers. Schließlichs ist der "Körper" von Andreas Haase Pantomime in Hochform. Und das Nede? Wird nicht verraten. Nur dies: das Premierenpublikum klatschte begeistert.
Hänsel und Gretel
Unzählbar sind die Interpretationen des vielleicht berühmtesten Märchens der Brüder Grimm bis hin zur inzwische schon sattsam ausgereizten Psychoanalyse. Engelbert Humperdinck und seine Schwester Adelheid Wette nannten ihre Version des Märchens "ein Kinderstuben-Bühnenweihfestspiel." (...) In dieser oper trifft die harte Wirklichkeit auf eine so heilende wie zerstörende Übernatürlichkeit, hier treffen Kinder auf Engelsgüte und Hexenböses und es gilt, sich zu bewähren (...) wem, wenn nicht dem theater ist es gegeben, gerade das Zauberische wieder in seine Rechte einzusetzen? Die magische, alles Kinderträumen und -albträumen offene Musik Humperdincks schafft dazu die ideale Atmosphäre.
The Rocky Horror Show
[Rock Musical von Richard O'Brien]

Welches Musical ist angemessener für ein Kuppeltheater als die verrückte Rocky-Horror Show, das Rockspektakel mit Kult-Charakter. Mit Reis, Wasserpistole, Wunderkerzen und einer Zeitung ist jede/jeder bestens ausgerüstet für einen Abend mit Janet und Brad im Horror-Schloss. Denn hierhin flüchtete das junge Liebespaar auf dem Heimweg nach der kirlichen Trauung (Achtung, Reis schmeißen!), in ein Unwetter geratend (jetzt die Wasserpistole bereithalten) und Schutz suchend (schnell die Zeitung ausgepackt!). Doch beim Hausherrn Frank N. Furter, dem Transvestiten aus dem transsexuellen Transsylvanien und seine Gehilfen sind die beiden Unschuldslämmer wenig willkommen, denn schließlich soll es in dieser Nacht um die Erfüllung aller Träume gehen: Die Erschafung eines blonden, muskulösen und gutaussehenden Mannes...
Aber was wäre diese Parodie auf die Science Fiction- und Grusefilme aus den 50er Jahren ohne die legendären Hits wie "The time wap", "Sweet Transvestite" oder "Science Fiction/Double Feature".
Creeps
[Jugendstück von Lutz Hübner]
"Wo immer Du gerade bist: Wir holen Dich da raus! And don't forget, the world is waiting for you!"
Petra, Maren und Lilly haben es geschafft. Im Warteraum zur Trendfashionmusicshow CREEPS scheint der Traumjob TV-Moderation zum Greifen nah. Aber worauf kommt es an? Was heißt hier "personality"? Die anderen, sind es Mitspieler oder Gegner, die es zu schlagen gilt, mit allen Mitteln?
Geführt, verführt, bejubelt und gedemütigt durch die Stimme des Studio-Allmächtigen kämpfen die drei Mädchen. Mit nicht vorhersehbarem Ergebnis ...
Der kleine Horrorladen

Mr. Mushniks Blumengeschäft hat auch schon mal bessere Zeiten gesehen. Der Angestellte Seymor und seine Kollegin Audrey haben nichts mehr zu tun, außer vielleicht sich ineinander zu verlieben, doch dadruch wird die Wirtschaft auch nicht wieder angekurbelt. Nur der Zahnarzt Orion spielt verrückt. Also, so geht's nicht weiter. Eine Lösung muss her, vielleicht ein neuer Verkaufsschlager? Wie wär's mit einer außerirdischen Pflanze? Doch muss es gerade eine Fleisch fressende sein? Und muss gerade Orion verfüttert werden? Skurril und turbulent geht es zu in dem rockigen Kultmusical von Alan Menken, das sich mit Richard O'Briens "Rocky Horror Show" um Platz eins auf der Beliebtheitsskala streitet.
Das Herz eines Boxers
Ein Stück vom K:O:- Gehen und Wieder- Aufstehen: Jojo ist ein Loser. Er hat für seinen Kumpel eine Strafe wegen Diebstahls übernommen und wird jetzt von allen als Idiot beschimpft. Auch sonst sieht es trübe für ihn aus: keine Lehrstelle, keine Freundin, keine Hoffnung. Und jetzt wird er ins Altersheim abkommandiert und muss Wände streichen. Dort trifft er auf Leo, einen alten Boxer mit abenteuerlichem Lebenslauf, der im Rollstuhl herumsitzt und "die Zähne nicht auseinanderkriegt". Als Leo aber doch zu erzählen beginnt, kommt Jojo aus dem Staunen nicht mehr heraus. Eine fast unmögliche Freundschaft entwickelt sich, die das Leben von zwei Randfiguren unserer Gesellschaft auf den Kopf stellt. Beide lernen, für ihre Ziele zu kämpfen- mutig, listig und im Wissen, dass es auch nach eine K.O. weiter geht.
Lutz Hübners Jugendstück (1996 uraufgeführt) war einer der größten deutschen Theatererfolge der letzten Jahre.
Die Räuber
Schillers "Die Räuber" sind wohl das bedeutendste Drama des Sturm und Drang. Es ist das geniale Frühwerk eines Dramatikers, der es verstand, die Themen seiner Zeit mit den eigenen biographischen Erlebnissen theaterwirksam zu gestalten. In seinem Drama "Die Räuber" steckt der junge Schiller nicht nur die Grenzen einer gesellschaftlichen Veränderung durch Revolte, sondern auch die individuellen Grenzen menschlicher Freiheit ab.
Der regierende Graf von Moor hat zwei Söhne: Karl, Student und Anführer einer anarchistischen Räuberbande, die sich den Armen und unschuldig Verfolgten verpflichtet fühlt, und Franz, der Zweitgeborene, der aussichtslos um das väterliche Erbe kämpft, zum Nihilisten wird und sich schließlich selbst umbringt. Aus unterschiedlichen Motiven des Aufbegehrens überschreiten sie die Grenzen der Legalität.Im Kampf gegen gesellschaftliche Willkür und Ungerechigkeit werden beide zu Mördern.
Die Dreigroschenoper

Mackie Messer, der gefürchtete Verbrecher, will heiraten, endlich ein bürgerliches Heim gründen. Doch seine Auserwählte kann er nur mittels Entführung, in einem Pferdestahl ehelichen. Denn Polly ist die Tochter eines erfolgreichen Geschäftsmannes, des Bettlerkönigs Peachum. Der lebt und profitiert vom Elend seiner Mitmenschen auf seine originelle Weise, indem er Arme zu Krüppeln verschiedener Kategorien aus staffiert, um Gewinn aus dem Mitleid der Wohlhabenden zu ziehen. Als Peachum von der heimlichen Heirat Pollys erfährt, beginnt er einen Krieg um Leben und Tod mit Mackie Messer. Doch seine Chancen stehen schlecht. Auch die Ordnungshüter sind korrupt in dieser "verkehrten" Welt. "Was ist ein Dietrich gegen eine Aktie, was ist ein Einbruch in eine Bank gegen die Gründung einer Bank!" - Wann, wenn nicht heute, in der Zeit der nachrufe auf die vielbesungene "new economy" wäre dieser Ausruf treffender. Wann, wenn nicht jetzt, muss man die grandiose poetische "Dreigroschenoper" mit ihren ebenso sarkastischen wir musikalisch hinreißenden Songs wieder spielen!