Es gibt unzählig viele Regelvarianten, hier ist
mein Vorschlag. Er orientiert sich sehr an den offiziellen Regeln
für 8 Ball aus der International
Pool Tour (IPT, link). Es wurden allerdings ein
paar Modifikationen vorgenommen. Die meisten, weil es für
Amateure -
wie mich - sonst nicht so viel Spaß macht.
Anstoß
Die Lage
der Kugeln im Dreieck ist mehr oder weniger randomisiert.
Wichtig ist, dass an einem Ende eine Halbe und am anderen eine Volle
liegt und die 8 in der Mitte liegt. Der Rest ist egal. (siehe Grafik
unten)
In den offiziellen Regeln ist ein Anstoß nur gültig,
wenn mind. eine Kugel versenkt wurde oder mind. 5 Kugeln eine Bande
berührt haben. Die Regel ist aber zu krass für
Freizeitspieler. Am besten man macht keine Vorgabe an ein
gültiges Break. Wenn das Break nicht gut war und alle
einverstanden sind legt man die Kugeln zurück und
stößt nochmal. Ansonsten fängt man einfach
an zu spielen.
Wird die 8
beim Break versenkt ohne ein Foul (die
Weiße fällt auch), so hat der Spieler, der das Break
gemacht hat gewonnen.
Angestoßen werden darf aus dem Bereich hinter der
C-Linie und zwischen den Markierungen am Rand vom Tisch. (siehe Grafik
unten)
Wird beim Anstoß
eine farbige (nicht weiße oder
schwarze) Kugel
versenkt, bleibt der Spieler am Tisch. Die Farben sind
aber noch nicht entschieden! Es kann nämlich sein, dass es
sinnvoller ist, die andere Farbe zu spielen, weil die Kugeln besser
liegen.
Die Farben
werden also erst mit der ersten farbigen versenkten Kugel
NACH dem Break entschieden.
Werden mehrere Kugeln auf einmal versenkt
entscheidet die erste gefallene. Ist keine Reihenfolge erkennbar darf
der Spieler frei entscheiden, muss die Farbe aber direkt nach
dem Stoß bekanntgeben.
Legale
Stöße
Es darf nur die Pommeranze (das Ding ganz vorne
am Queue (der Stock mit dem man stößt ;-))) die
weiße Kugel berühren. Berührt man
irgendeine Kugel mit etwas anderem als der Pommeranze, z.B. mit der
Hand oder dem Pullover, ist dies ein Foul. Allerdings sollte man hier
nicht zu pingelig sein, und dann, wenn sich eine Kugel nicht von ihrer
ursprünglichen Position bewegt hat oder leicht
zurücklegen läßt, ein Auge
zudrücken.
Wenn die Weiße keine andere Kugel
berührt nach dem Stoß: Foul.
Wenn die Farben entschieden sind und die
Weiße nicht die eigene Farbe zuerst berührt:
Foul. Beispiel: Man spielt halbe und spielt zuerst eine volle
an. Oder man berührt als erstes die schwarze. Wenn die Farben
noch nicht entschieden wurden darf man sogar Weiß auf Schwarz
spielen.
Hat man alle seine farbigen Kugeln versenkt muss
man die Schwarze spielen. Berührt man nicht die Schwarze als
erstes: Foul.
Wird die Weiße versenkt: Foul.
Wird die Schwarze versenkt, bevor der Spieler
alle farbigen versenkt hat, so hat dieser das Spiel direkt verloren. Es
darf auch nicht in einem Stoß die letzte farbige und
gleichzeitig die Schwarze versenkt werden.
Wird eine Kugel vom Tisch gestoßen:
Foul. Handelt es sich um die Schwarze: Spiel verloren. Bei einer
farbigen Kugel wird diese auch nicht zurückgelegt sondern gilt
als
versenkt. (siehe Anmerkung unten, ist auch in den IPT Regeln so)
Bei der IPT muss man für jeden
Stoß eine Kugel samt Tasche ansagen. Als Amateur
macht das aber wenig Spaß. Daher schenke ich mir gerne diese
Regel.
Weiterhin muss bei den IPT Regeln nach einem
Stoß
mind. eine Kugel eine Bande berühren oder gelocht werden. Die
Regel soll dazu dienen, dass das Spiel nicht stockt, sondern
zügig
weitergeht. Ich hab es allerdings noch nicht erlebt, dass es
notwändig war, nach dieser Regel zu spielen, damit es
vorwärts geht. Deshalb lasse ich sie auch weg.
Foul
Nach einem Foul gilt "ball in hand". Das heißt der
gefoulte Spieler darf die weiße Kugel irgendwo auf dem Tisch
plazieren und von dort aus weiterspielen.
Spielverlauf
Ein Spieler bleibt so lange am Tisch, bis er ein Foul begeht
oder keine seiner Kugeln (entweder halb oder voll) versenkt. Wenn ein
Spieler eine gegnerische Kugel versenkt, ist dies kein Foul. Es ist
schon Strafe genug, dass er für den Gegner eine Kugel versenkt
hat.
Versenkt
er gleichzeitig eine seiner Kugeln, so bleibt er am Tisch, ansonsten
ist der gegnerische Spieler dran, hat aber kein "ball in hand".
Das Ringen um
die
Schwarze
Hat ein Spieler alle seine farbigen Kugeln versenkt, so muss
er als letztes die Schwarze Kugel versenken. Vor jedem Stoß
muss der Spieler ansagen, in welches Loch er die Schwarze versenken
wird. Versenkt er die Schwarze in dieses Loch, so hat er das Spiel
gewonnen. Locht er sie in ein anderes Loch, so hat er das Spiel
verloren. Locht er die Schwarze zwar in das richtige Loch, begeht dabei
aber ein Foul (z.B. es fällt auch die Weiße), hat er
das Spiel verloren.
Einige
Worte zu den Unterschieden zu anderen Regelvarianten
Einige spielen so, dass es kein Foul ist, wenn
die Weiße drei
Banden berührt hat, aber keine andere
Kugel. Halte ich für vollkommenen Unsinn, da es viel
Spaß macht, absichtlich die Weiße "safe" abzulegen,
also so, dass es für den Gegner schwierig ist, eine seiner
Kugeln zu berühren.
Die Regel, dass die Schwarze
am Ende immer in
das gegenüberlegende Loch der letzten farbigen
versenkten
Kugel gestoßen werden muss, finde ich grausam.
Häufig führt dies zu einer Schlacht um die Schwarze,
wenn beide Teams nur noch diese versenken müssen. Das Spiel
wird dann dadurch entschieden, dass nach einer Stunde der erste ein
Foul macht, und eine Stunde lang die Schwarze durch die Gegend zu
schieben macht keinen Spaß. Also ich bin definitiv
für das Ansagen des Loches! :-D
Nach einem Foul
spiele ich immer "ball in hand".
Die Regel, dass die Weiße
im hinteren Drittel positioniert
werden darf, man aber nicht direkt eine Kugel in diesem Drittel
anspielen darf, finde ich seltsam. Oft ist es dadurch ein Nachteil,
wenn der Gegner ein Foul gemacht hat. Dabei sollte doch der foulende
Spieler bestraft werden und nicht der gefoulte!
Die Regel, dass eine vom
Tisch
gestoßene Kugel nicht zurückgelegt
wird, finde ich
deshalb sinnvoll, weil es sonst schwer ist zu entscheiden, wohin sie
zurückgelegt wird. Dahin, wo sie rausgepfeffert wurde? Auf die
C-Linie? Ins Anstoßdreieck? Es gibt für jede
Variante ein Beispiel, wo dies extremst unglücklich ist. Und
da es nicht so einfach ist, eine Kugel vom Tisch zu stoßen
(die Weiße geht ja noch, da man sie direkt anspielt, aber die
anderen müssen durch die Weiße "abheben", das ist
schon nicht so häufig zu sehen), ist es ok, wenn man die Kugel
als versenkt ansieht, also dem foulenden daruch was gutes tut, dem
gefoulten aber durch das Geben eines Fouls auch was Gutes tut.