MORA C im Bereich Neckar-Alb
Übernahme Güterverkehr durch Hzl
Am 2. Jauar 2002 übernahm die Hzl in der Region Neckar-Alb und Oberschwaben den regionalen Güterverkehr mit 17 Gleisanschlüssen bzw. Ladestellen in den Relationen (Ladestellen):
• (Plochingen - Nürtingen -) Reutlingen - Tübingen (Nürtingen [Übergabe der Wagen an WEG], Reutlingen, Tübingen)
• Metzingen - Dettingen (- Bad Urach) (Dettingen/Erms [Anst. Arjo Wiggens])
• Tübingen - Hechingen - Balingen - Sigmaringen (Dußlingen [Anst Steim],
Balingen, Frommern [Anst. Scheutzow], Storzingen, Sigmaringen [Anst. Class])
• Balingen - Schömberg (Dotternhausen, Dormettingen, Schömberg)
• Sigmaringen - Mengen - Riedlingen (- Ulm) (Mengen, Herbertingen)
• Mengen - Bad Saulgau (Bad Saulgau)
• Mengen - Schwackenreute (- Stockach) (Krauchenwies, Sauldorf,
Schwackenreute)
Gleichzeitig pachtete die Hohenzollerische Landesbahn die 13 Kilometer lange Güterverkehrsstrecke Balingen - Schömberg. Die Städte und Gemeinden, der Landkreis sowie die Anliegerfirmen gewähren dazu einen pauschalen, jählichen Kostenzuschuss. Durch die Übernahme dieser Strecke konnte eine von der DB Netz AG angekündigte Stillegung verhindert werden. Auch hier ist das Ziel der Bemühungen, den regionalen Güterverkehr wiederzubeleben.
Pressemitteilung Hzl online:
Hohenzollerische Landesbahn und DB Cargo kooperieren:
Vertragsunterzeichnung über die Bedienung von 17 Güterverkehrsstellen im Auftrag von DB Cargo durch die HzL
DB Cargo, der Güterverkehr der DB AG, und die Hohenzollerische Landesbahn AG (HzL) haben heute in Tübingen einen Kooperationsvertrag unterschrieben. Ab Januar 2002 wird die HzL im Auftrag von DB Cargo 17 Güterverkehrsstellen im Raum Oberschwaben und Neckar-Alb mit rund 8.500 Güterwagen pro Jahr bedienen. Mit Kooperationen wie dieser führt DB Cargo die Umsetzung des Sanierungsprogramms MORA C fort, mit dem der Einzelwagenverkehr bis 2004 aus der Verlustzone herausgeführt wird.
"Das Sanierungsprogramm MORA C schafft interessante Chancen für kleinere Bahnen. Dadurch entsteht Wettbewerb auf der Schiene. Für die HzL haben wir ein Paket geschnürt, das die bessere Kostenstruktur der Partnerbahn berücksichtigt und so für beide Seiten vorteilhaft ist", so Dr. Klaus Kremper, Projektleiter MORA C bei DB Cargo. Dadurch lässt sich für die HzL insgesamt ein wirtschaftlicher Betrieb erreichen. "Diese Kooperation ist auch ein Beweis dafür, dass wir eng mit anderen Bahnen zusammen arbeiten wollen. Wir kooperieren dort, wo es sich für beide Seiten lohnt. Die HzL ist nur der Anfang von weiteren Kooperationen in Deutschland", so Dr. Jörg Hilker, Leiter Marketing und Vertriebsunterstützung von DB Cargo.
Seit Anfang der 90er Jahre fährt die Hohenzollerische Landesbahn mit eigenen Lokomotiven Ganzzüge nicht nur im eigenen Netz, sondern auch im Auftrag der DB Cargo über das Donautal bis in das 90 Kilometer entfernte Ulm. "Für die HzL als leistungsfähiges Verkehrsunternehmen, das u.a. im Schienenpersonen- und im Schienengüterverkehr seit über 100 Jahren tätig ist, sind effektive Kooperationen nichts Neues. Die DB Cargo kann sich auf den gebündelten Verkehr in der Region Neckar-Alb konzentrieren, während die HzL vor Ort tätig ist", so Bernd Strobel, Vorstandsmitglied der Hohenzollerischen Landesbahn AG.
Dadurch bleiben die Güter nicht nur auf der Schiene, die nicht bundeseigenen Eisenbahnen können aufgrund ihrer Präsenz vor Ort zusätzlich neue Kunden gewinnen und auch maßgeschneiderte Bedienkonzepte erbringen. So auch im vorliegenden Fall, in welchem die HzL den Güterverkehr des eigenen Netzes mit der Flächenbedienung der Relation Plochingen - Reutlingen usw. verzahnt hat. Dadurch ist nicht nur ein rationelles Bedienkonzept entstanden, sondern auch eine gesicherte Zukunft für den Schienen-verkehr in der Region Zollernalb/Oberschwaben. "Die HzL als Verkehrsunternehmen dieser Region sieht sich der regionalen Wirtschaft verpflichtet und hofft natürlich auf Ausweitungen im Rahmen dieser Kooperation", so Hans Joachim Disch, Vorstandsvorsitzender der HzL.
Bundesweit wurden etwa 650 Güterverkehrsstellen über 100 anderen Bahnen zur Übernahme angeboten. Mit rund 50 Bahnen laufen zur Zeit konkrete Verhandlungen für etwa 220 Güterverkehrsstellen. Die Zahlen ver-deutlichen, dass beide Seiten geschäftliche Chancen in der Kooperation sehen, dass aber auch nicht jede Güterverkehrsstelle weiter auf der Schiene bedient werden kann.
Das bisher komplexe System im Einzelwagenverkehr wird durch MORA C einfacher und schlanker. Die Folge sind mehr Direktverbindungen, weniger Umstellungen und unproduktive Standzeiten sowie eine höhere Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit der Transporte. Verkehre, die an die Straße verloren wurden, können wieder für die Schiene gewonnen werden.
Zahlreiche der bundesweit 2.100 Güterverkehrsstellen und der dazu gehörigen Gleisanschlüsse werden ungenügend genutzt - der Betrieb deckt in vielen Fällen nicht einmal die Kosten für Lokomotiven und Lokführer. Unregelmäßiges Aufkommen und der oft lange Weg der Waggons vom Versender zum Rangierbahnhof, verbunden mit häufigem Rangieren, verursachen Kosten, die nicht annähernd durch die Einnahmen gedeckt werden. Dies führt jährlich zu Verlusten in dreistelliger Millionenhöhe. Jede einzelne Güterverkehrsstelle wurde deshalb seit April 2000 auf ihre Wirtschaftlichkeit und ihr Potenzial untersucht. Mit allen Kunden wurde über Alternativen gesprochen.
Der "Bahn-Report" bringt dazu in seinem Heft 5/2001 auf Seite 64 einen Bericht des Redakteurs Norman Kampmann. Darin heißt es unter anderem:
Durch ein rationelleres Bedienungskonzept gelingt es der HzL, mit nur zwei Lokomotiven Leistungen zu erbringen, für die DB Cargo bislang mindestens vier Maschinen benötigte. Die Bedienung sieht vor, dass jeweils eine Lok in Plochingen und Ulm startet, um dann am Abend in Hechingen aufeinander zu treffen, um dort Wagenladungen auszutauschen. Ebenfalls mit in das Konzept einbezogen wird der bekannte Salzzug aus Stetten, der auch im "Güterknoten" Hechingen als weitere Verknüpfungsmöglichkeit halten wird. [...] Erfolgreich war die Hohenzollerische Landesbahn auch bei der Übernahme der Strecke Balingen - Schömberg, bei Redaktionsschluss standen die Verhandlungen kurz vor dem Abschluss.
Noch nicht ganz so weit gediehen sind Gespräche über eine Verpachtung der Linie Mengen - Schwackenreute an die HzL. An dieser Strecke hängt noch vieles von der geplanten Aufnahme der Kiestransporte zwischen Krauchenwies und Schömberg ab, die aber aller Voraussicht nach realisiert werden können.
Nicht durch die HzL bedient werden die Gvst. Fridingen, Unlingen und Riedlingen, hier wäre eine Übernahme unrentabel gewesen. Mit den beiden Lokomotiven werden demnach ab Januar folgende Gvst. durch die HzL bedient: Nürtingen (Übergabe der Wagen an WEG), Dettingen/Erms (Anst. Arjo Wiggens), Reutlingen, Tübingen, Dußlingen (Anst. Steim), Balingen, Frommern (Anst. Scheutzow), Storzingen, Sigmaringen (+ Anst. Class), Mengen, Herbertingen, Bad Saulgau, Dotternhausen, Dormettingen, Schömberg, Krauchenwies, Sauldorf und Schwackenreute.
Pressemeldung Bündnis 90/Die Grünen, 15. 2. 02:
MORA C: Weitere Streichungen in Baden-Württemberg
Die Güterverkehrssparte der Deutschen Bahn AG, DB Cargo, plant einen weiteren Rückzug aus der Fläche Baden-Württembergs. Rund 30 Güterbahnhöfe stehen bis zum Jahresende 2002 auf der Streichliste: Bad Wurzach, Baienfurt, Biberach (Riss), Blaubeuren, Donaueschingen, Einsingen, Friedrichshafen, Friedrichshafen-Trautenmühle, Friedrichshafen-Fischbach, Gottmadingen, Herbrechtingen, Horb-Altheim (Heiligenfeld), Hüfingen, Immendingen, Jestetten, Kehl, Kirnbach, Kornwestheim TSC, Laupheim West, Marstetten-Aitrach, Müllheim (Baden), Neuenburg (Baden), Neustadt (Schwarzwald), Oberheutal, Oberkirch, Pfullendorf, Pfullendorf Ubf, Ravensburg, Ummendorf, Waghäusel, Züttlingen.
Bereits zum Jahreswechsel hat DB-Cargo rund 70 Güterbahnhöfe in Baden-Württemberg stillgelegt. Boris Palmer, verkehrspolitischer Sprecher der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, forderte die Landesregierung auf, andere Eisenbahngesellschaften dabei zu unterstützen, die von DB Cargo aufgegebenen Regionen weiterhin zu bedienen. Im Fall der Schwäbischen Alb hat bereits die Hohenzollerische Landesbahn Transporte übernommen. Um die Bedingungen für die Schienenfeinverteilung in der Fläche zu verbessern, schlagen die Grünen vor, für derartige Güterzüge zumindest die Schienenmaut (Gleisbenutzungsgebühr) zu erlassen. Die Landesregierung lehnt das in ihrer Antwort auf einen entsprechenden Antrag der Grünen allerdings ab.
Pressemeldung DB 22.11.2004 (gefunden beim Lok-Report):
Deutsche Bahn: Braunkohlenstaub für die Brennöfen der HeidelbergCement
Die Brennöfen der HeidelbergCement im schwäbischen Werk Schelklingen werden
über eine neugebaute Anlage seit Oktober mit Braunkohlenstaub statt mit Steinkohle
betrieben. Die Versorgung mit dem aus dem rheinischen Braunkohlerevier gewonnenen
Brennstoff stellt der Transport- und Logistikanbieter Stinnes Freight Logistics
sicher. Für 2005 werden 70.000 Tonnen mit Railion, der Güterbahn der Stinnes
AG, in Ganzzügen angeliefert. Geplant ist, das Verkehrsvolumen in den folgenden
Jahren auf 100.000 Tonnen zu erhöhen. Die Versorgung des Schelklinger Zementwerks
per Bahn ist Folge einer seit Jahren bestehenden Partnerschaft zwischen der
HeidelbergCement und Stinnes Freight Logistics: Die bisher verwendetete Steinkohle,
die aus Südafrika stammte, wurde bereits mit Stinnes über die Schiene angeliefert.
Neben den Brennstoffen wird auch der zur Zementherstellung mit verwendete Hüttensand
aus Mannheim Rheinau per Bahn nach Schelklingen gebracht. Im Zuge der Umstellung
auf Braunkohlestaub wurde der vorhandene Gleisanschluss erweitert und eine Entladeanlage
mit den notwendigen Silos für den neuen Energiestoff gebaut. Insgesamt investierte
die HeidelbergerCement rund vier Millionen Euro in die Werksinfrastruktur. Pro
Woche werden bis zu drei Ganzzüge jeweils am Montag, Mittwoch und Freitag nach
Schelklingen gefahren. Für den Transport auf der Straße würden dazu täglich
33 Lastwagen benötigt werden. Die Anlieferungsfrequenz im Drei-Tage-Rhythmus
entspricht somit der Vorratskapazität der werkseigenen Siloanlage. „Stinnes
stellt eine zuverlässige und kontinuierliche Versorgung des Zementwerkes Schelklingen
sicher. Unser Transportkonzept sieht daher festgetaktete, optimierte Zugumläufe
vor, die sich in den Anlieferungszeiten den Bedürfnissen unseres Kunden anpassen“,
so Karsten Sachsenröder, Marktbereichsleiter bei Stinnes Freight Logistics.
Railion fährt den Zug, beladen mit rund 900 Tonnen Braunkohlenstaub, aus Rommerskirchen
bei Köln gegen Mittag ab. In Ulm übernimmt die Hohenzollerische Landesbahn (HZL)
den Ganzzug bis Schelklingen, der dort in den frühen Morgenstunden rangiert
und zur Entladeanlage gebracht wird. Die Wagen werden pneumatisch entladen,
jeweils sechs auf einmal mit einer Leistung von je 50 Tonnen in der Stunde.
Anschließend werden die leeren Wagen nach Ulm zurückgeführt. Der Leerzug wird
dort abends von Railion zur Wiederbeladung nach Rommerskirchen gebracht. Alles
in allem dauert ein Zugumlauf rund 24 Stunden (Pressemeldung Deutsche Bahn,
22.11.04).