Schule

Natürlich gehöre ich nicht zu denen, die Schule wirklich toll finden und ich lerne auch nicht soviel,
wie ich es tun sollte, was man an meinen Noten sieht, aber dennoch gehöre ich auch nicht zu denen,
die wollen, dass die Schule abgeschafft wird. Meistens macht sie mir doch Spaß, abgesehen vielleicht
vom lernen, da ich dort immer liebe Leute um mich herum hatte.
Na ja, eigentlich ist das gelogen, aber mein Schulleben wird nun hier aufgelistet.

1-4 Klasse ~ Grund & Hauptschule Sereetz

Informationen:
- Sereetz ist ein Dorf mit ca, 4500 Einwohnern
- Liegt in der nähe von Lübeck
- Hinako war dort Wohnhaft vom Lebensjahr: 3-16
- Schulweg: 500 Meter?
- Klasse: 1-4 a

Als ich eingeschult wurde, war ich schon ein Jahr älter wie meine Klassenkameraden, ich sollte erst
im vorigen Jahr schon eingeschult werden, aber dafür war ich 3 Tage zu jung.
Auf die Schule hab ich mich gefreut, denn der Kindergarten hatte doch nun langsam genervt.
Besonders auf das Lesen habe ich mich gefreut, denn Videospiele (Zelda, Super Mario), bräuchten meine
Eltern dann nicht immer vorlesen.
Doch so toll wurde Schule nicht, meine Leistungen waren perfekt, Einsen, zweien. Ich war die
beste im Lesen, rechnen konnte ich auch, eigentlich konnte ich alles.
Doch das war auch nur im ersten Jahr, unser Lehrer Herr C., war eigentlich so etwas wie ein Vater, der einen
total nett behandelt hatte, in diesem Jahr hatte ich auch nicht viele Probleme mit meinen Klassenkameraden.
Nachdem dieser aber ging, bekamen wir eine neue Klassenlehrerin, eine ganz neue, die sich nicht durch setzen
konnte.
Ab diesem Jahr fing dann auch schon das Kleinkinder Mobbing an, ich wurde ausgeschlossen, dafür wurde ich
laut, frech und habe mich des Öfteren geprügelt. Dafür habe ich dann natürlich auch immer Ärger bekommen,
doch störte mich das nicht.
Meine Leistungen waren zwar noch okay, aber nicht mehr so ganz gut, wie in der ersten.
Dafür hatte sich meine Sportnote verbessert, denn wer keine Freunde hatte, hatte halt Sport gemacht.
Als dieses Schuljahr beendet war, kam die nächste Klassenlehrerin. Dazu muss ich sagen, mit Frau H, die das zweite
Jahr gemacht hatte , mit der kam ich da gerade klar und dann wurde sie mir wieder weggenommen.
In der dritten Klasse wurde das Mobbing, was vorerst nicht ernst genommen wurde, nur noch erweitert und
langsam schaffte ich es auch nicht mehr es so zu ignorieren.
Je unfreundlicher und abweisender ich wurde, desto weniger Kontakt hatte ich mit meinen Klassenkameraden.
Eigentlich hatte ich nur einen Freund, die anderen wollten gar nichts mit mir zu tun haben.
So zog sich das Jahr hin, die Leistungen waren nun wie bei jedem normalen Schüler.
Viertes Jahr, es war das Entscheidungsjahr, auf welche Schule ich denn kommen würde.
Schon in diesem Jahr war ich mit meinen Gedanken erwachsener wie meine Klassenkameraden, stärker
als manche von denen zusammen. Ich musste mich ja auch irgendwie zusammen reisen und hoffen, dass
ich dieses Jahr meistern werde. Ich hatte ja Hoffnung, auf der anderen Schule einen besseren Anfang zu haben.
Wieder folgte eine neue Klassenlehrerin, mit der ich überhaupt nicht klar kam und im Endeffekt immer noch
nicht klar kommen würde, doch verdanke ich dieser Frau viel.
Klassenkameraden wollten wie folgt nicht von mir wissen, sie hatten Angst, hassten mich.
Klar, ich hatte irgendwo selbst Schuld, aber ich konnte zum Teil doch nichts dafür.
Wenn man von Freunden verarscht wurde, immer wieder in Stich gelassen wurde, aber ich will mich auch gar nicht
rausreden, Ich weiß wie viel ich damals falsch gemacht habe.
Aber auch die Menschen die mich nicht mochten wurden fieser, das wirkte sich auf meine Noten aus, anstatt
eine Empfehlung für das Gymnasium zu bekommen, bekam ich die einer Realschule, aber mich störte es nicht.

Wenn ich die Chance hätte, dort einige Dinge anders zu machen, ich hätte sie genutzt, das was ich alles falsch
gemacht habe, das wurde mir erst auf der nächsten Schule bewusst, aber auch dann war es fast schon zu spät.
Ich schäme mich regelrecht dafür, dass ich Menschen weh getan habe, die eigentlich sich mit mir anfreunden wollten,
es dann aber nicht mehr konnten, da ich es nicht zugelassen habe.
Ich habe für mein Alter viel zu viel geblockt, war viel zu abweisend.
Da das Mobbing auch in die Sportvereine überging, war ich auch aus diesen ausgetreten, machte eigentlich gar nichts mehr.
Doch dann kam die neue Schule.

5-9 Klasse - Realschule Ratekau

Informationen:
- Ratekau liegt neben Sereetz, ein Dorf mit ca. 4000 Einwohnern
- Liegt ebenfalls in der nähe von Lübeck
- Schulweg: Mit dem Bus um die 8 Minuten
- Klasse: 5-9 c, 9 a

Eigentlich wollte ich ja neu auf der Schule anfangen, doch sollte das nicht klappen. In meiner Klasse waren gleich
die beiden mit drin, die damals das Mobbing gegen über mich angefangen hatten.
Ihnen freundlich zu begegnen war schwer, denn eine von ihnen war mal meine beste Freundin gewesen.
Außerdem waren in der Klasse noch andere Leute aus meiner damaligen Klasse, die aber eher Angst vor mir hatten,
denn das waren Opfer von mir gewesen. Allein der Gedanke gerade daran tut weh, denn wieder wurde mir bewusst,
das war mit mir gemacht wurde, hatte ich auch an anderen ausgelassen.
Zwar benahm ich mich gegenüber den anderen Anfangs nett, aber das wurde zerstört, da die beiden aus der vorigen
Klasse denen lauter Dinge über mich erzählt haben und somit stand ich wieder alleine da, hatte niemanden.
Kaum jemand aus der Klasse kannte mich, aber keiner konnte mich leiden.
Eigentlich wollte man mich aus der Klasse holen, doch irgendetwas in mir hatte es mir verboten, vielleicht wollte ich mir
beweisen das ich stark war und das ich das, voran ich Schuld hatte, auch selbst wieder hinbiegen musste, ich musste
und wollte es schaffen.
Bis zur 7ten Klasse war es aber erfolglos, ich war alleine, in den Pausen stand ich alleine, oder bei anderen, die mich nur
bei sich hatten, weil sie Angst hatten. Ich hatte keine einzige Freundschaft, gar nichts.
Das einzige woran ich mich langsam festhalten konnte war das Internet, Freunde die ich im virtuellen hatte.
Leute die nicht wussten wie ich vorher war, bei diesen Menschen konnte ich neu anfangen, denn keiner von diesen
hätte erfahren können, wie ich vorher war. Animes hatte ich schon in der Grundschule gesehen, darüber hatte man sich
anfangs auch lustig gemacht, doch nach einer Weile war dort ein kleiner Anime-Boom und es wurde akzeptiert.
In der Realschule hatte ich anfangs mir darüber nichts anmerken lassen, konnte das nur im Internet.
Durch das Internet wurde ich in manchen Hinsichten ruhiger, ausgeglichener und fing an mich über das Mobbing lustig zu machen.
Ich wurde auf einer Seite stärker, denn über was worüber man sich lustig machte, lachte ich, überspielte das meiste mit Sprüchen.
So hatte ich langsam die Lacher auf meiner Seite, auch im Unterricht. Zwar war das Temperament, welches damals und jetzt
immer noch in meinen Charakter enthalten, aber ich zügelte es ein wenig.
Ich wurde nicht wirklich ruhiger, aber zumindest ein wenig freundlicher und das wurde erwidert, sogar von den beiden, die mich
doch so gehasst hatten.
So kam es dann, dass ich in der 8ten endlich so etwas wie Freunde hatte, zumindest Leute, mit denen ich mich gut verstand,
die mir zuhörten und denen ich vertrauen konnte. Es waren die beiden, die ich damals in der Grundschule so schlecht
behandelt habe, die beiden, die wegen mir leiden musste. Steffi und Franziska.
Es waren die beiden, die mich schon damals immer wieder unterstützt hatten, doch wollte ich es nicht, hätte ich vorher mal
die Augen aufgemacht, dann wäre soviel einfacher geworden, aber nein, ich wollte es wohl auf dem Schwierigen weg.
Endgültig in der 9ten gehörte ich zur Klasse, es war ein schönes Gefühl und mir wurden die Leute immer wichtiger,
bei manchem Entschuldige ich mich immer noch, für das, was ich denen angetan habe.
Ich frage mich wirklich, wieso ich das alles eigentlich getan habe.
Zwar ist Mobbing immer noch da, doch aus anderen Klassen und für jede Bemerkung von denen, habe ich einen Spruch auf den
Lippen, worauf sie nichts mehr erwidern konnten.
Endlich wurde ich akzeptiert in dieser Klasse, ich hatte mich geändert.
Anstatt nur zu meckern, andere zu verprügeln und alle abzuweisen, wurde ich lockerer, war fähig andere Menschen aufzubauen,
war immer wieder für lockere Stimmung vorhanden.
Ich verdanke meinen Freunden im Internet viel dafür, aber auch Steffi und Franziska eine Menge, denn ohne die beiden
wäre darauf wahrscheinlich auch nie etwas geworden.
Ich wollte mit dieser Klasse meinen Abschluss machen, war glücklich mit ihnen, hatte Spaß.
Zwar hatte dieser Weg mich viel gekostet, aber jetzt sollte eigentlich alles gut sein.
Doch es konnte nicht gut werden, denn ich musste diese Klasse verlassen, da meine Eltern sich trennten, wusste ich, dass
ich in Hamburg auf eine neue Schule gehen muss.
Meine Leistungen in Mathe waren nicht die besten, aus diesem Grunde verließ ich die Klasse, die mir half so zu werden, dass
man mich auf die Menschheit los lassen konnte.
Ich landete in der 9 a, konnte endlich mal wirklich testen, ob ich so angenommen werde wie ich bin. Natürlich konnte ich
kein festes Mitglied in dieser Klasse werden, doch akzeptierte man mich.
Auch das war ein schönes Gefühl, eine Bestätigung dafür, dass ich etwas in meinen Leben geändert hatte.
Doch diese Klasse musste ich auch wieder verlassen...
Es fiel mir schwer, denn ich liebte meine vorige Klasse, die meisten Lehrer auf der Schule wurden mir verdammt wichtig,
denn sie haben mich auch immer unterstützt.
Eigentlich wollte ich die Schule nicht verlassen, denn ich hatte Angst vor der neuen Schule, ich wusste nicht was mich erwartet und jetzt
wo ich diese Zeilen schreibe weiß ich es immer noch nicht, ich hoffe, dass man mich dort auch akzeptieren wird,
denn ich möchte nicht alleine irgendwo sein, ich hasse es alleine zu sein, denn das erinnert mich wieder an das, was vorher war
und ich möchte NIE wieder, dass es irgendwann so wird, jetzt wo ich weiß, wie es ist, wenn man gemocht wird.