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Ein
Wirbelsturm fegt Mitte der Fünfziger Jahre der Rock´n Roll alte Hüte
in Sachen Musik und Mode vom Tisch. Mehr noch: Erstmals finden
eindeutige sexuelle Anspielungen Einzug in Bühnenshows und Songtexten.
Elvis the Pelvis (..das Becken”) avanciert zum Protagonisten eines
tiefgreifenden gesellschaftlichen Wandels. Darin spiegelt sich nicht
zuletzt der Protest der Jugend gegen ein verkrustetes Establishment.
James Dean symbolisiert den
zunehmenden Freiheitsdrang der Nachkriegsgeneration sehr glaubhaft in
Filmen wie “Rebel Without A Cause”. Trotzig, einsam. unverstanden.
Eine Haltung, Gefühle, die sich mit einer Art von Todessehnsucht
paaren. Mit vollem Kaliber rast Dean in Jenseits von Eden auf die
Meeresklippe zu und bremst in letzter Sekunde ab. Nicht nur im Film
zerbrechen Jugendliche an einer in Kriegszeiten gestählten Law and
Ordergesellschaft. Der Rock´n Roll fungiert als Betäubungsmittel gegen
eine kalte Realität. Heiße Rythmen und schnelle Autos ermöglichen
kleine Fluchten aus dem Alltag. Dem ungezügelten, vorn Rock´n Roll
verherrlichten, Geschwindigkeitsrausch, fallen denn auch Teenageridole
wie Dean, Eddie Cochran oder Jimmy Rogers in jungen Jahren zum Opfer.
Als schwärzester Tag geht jedoch der 3. Februar 1959 in die
Rockgeschichte ein. Eigentlich soll in diesen Wochen die schon abebbende
Rock´n Roll Welle noch einmal kräftig angeschoben werden So rockt im
Jahre 1959 die mit Rock & Roll Stars gespickte Winter Dance Party
Tour durch die winterlichen Staaten. Nächste Station auf der Tour ist
Green Lake. Mittwoch, den 2. Februar 1959, finden sich dort Buddy Holly,
Ritchie Valens und J.P. Richardson alias The Big Bopper im Witke’s
Restaurant ein. Der Manager des Surf Ballrooms, Carroll Anderson und
seine Frau sowie Bob Hale leisten ihnen Gesellschaft. Von einem
aufkommenden Schneesturm ist die Rede. Anderson hatte bei den
Organisatoren der Tour interveniert, den übernächsten Auftritt in
Moorhead wegen der Wetterverhältnisse abzusagen. Doch im Grunde hätte
er sich die Antwort schon im voraus denken können. Das knallharte
Showbusiness kann auch ein Schneesturm nicht erweichen. Buddy Holly
denkt schaudernd an die bevorstehende lange Fahrt in dem schlecht
geheizten Schulbus. Deshalb bittet er Anderson für ihn und zwei Musiker
ein Flugzeug zu chartern. Der Zeitgewinn (3, statt 10 Stunden Reise) würde
ihm eine Mütze voll Schlaf und eine gemachte Wäsche verschaffen.Anderson
wendet sich an den Dwyer’s Flying Services und nennt Holly den Preis:
108 Dollar. Zunächst ist der Pilot Roger Peterson von der Idee angetan,
den berühmten Rockstar zum Flughafen in Fargo fliegen zu dürfen und
bestätigt postwendend den Flug. Seine Euphorie schwindet jedoch in dem
Maße, als er sich seines körperlichen Zustandes bewußt wird. Im
Grunde ist er für einen siebenstündigen Rundflug bei schlechtem Wetter
viel zu müde. Er bittet deshalb seinen Kollegen Dwayne Mansfield, den
Flug zu übernehmen. Der lehnt jedoch dankend mit dem Hinweis ab: “Ich
bin ein Lawrence Welk Fan”. Doch zunächst nimmt das Konzert in Clear
Lake seinen Lauf. Um 19 Uhr 30 strömen 1.200 Teenager in den Surf
Ballroom und entrichten jeweils 1,25 Dollar Eintritt an der Kasse. Der
Manager zieht alle Werberegister. Erwachsene erhalten schon für 10 Cent
Zutritt. Von Holly’s aktueller Single “lt doesn’t matter anymore”
werden Gratisexemplare an die Jugendlichen verteilt. Fankie Sardo, eine
lokale Rock´n Roll-Größe aus dem Mittleren Westen eröffnet die Show
mit seinem Hit “Fake Out”. Es folgt ein gesundheitlich
angeschlagener Big Bopper. Bald muss er sein schweißgetränktes Jacket
wechseln. Gleichwohl kann er die Menge mit seinem Hit “Chantilly Lace”
begeistern. Auch der erst 17jährige Richie Valens kommt mit seinen Hits
“Donna”, “La Bamba” und “Come on lets go” gut an. Buddy HollChronologischer
Ablauf basiert u.a. auf einem Beitrag des Record Collector, Februar
1999, von Spencer Leigh
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