DLRG Landesmeisterschaften
im Rettungsschwimmen 2002
und Landesjugendtreffen in Ludwigshafen



Zeitungsartikel




 
"Das Wasser im Hallenbad Süd wird kochen"

Landesmeisterschaften und Landesjugendtreffen der Deutschen Lebensrettungs-Gesellschaft vom 24. bis 26. Mai

Wettkampfschwimmer      Unter dem Motto "Bei uns stimmt die Chemie" sind vom 24. bis 26. Mai die besten Rettungsschwimmer der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) auf Rheinland-Pfalz zu Gast in Ludwigshafen. Sie werden im Hallenbad Süd ihre Landesmeister ermitteln. Außerdem kommen Kinder und Jugendliche zum Landesjugendtreffen zusammen.

      Die Schirmherrschaft für die Veranstaltung, zu der rund 800 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene erwartet werden, hat Oberbürgermeisterin Eva Lohse übernommen. Ziel all dieser Rettungssportler ist es, sich für die Deutschen Meisterschaften Anfang Oktober im niedersächsischen Uelzen zu qualifizieren.
      Am 25. Mai fällt um 8.30 Uhr im Hallenbad Süd der Startschuss. Während zunächst die schnellsten Mannschaften ermittelt werden, treten am Sonntag dann von 8 Uhr an die besten Einzelschwimmer an. "Die Disziplinen bei DLRG-Meisterschaften orientieren sich immer am Ernstfall", erläutert Andreas Back, stellvertretender Vorsitzender der DLRG-Landesjugend und Veranstaltungsleiter im Hallenbad. Und weil es im Ernstfall um Leben und Tod geht, müssen die Rettungssportler in Mehrkämpfen ihre Vielseitigkeit unter Beweis stellen.
      Flossen zählen bereits bei den jüngsten Teilnehmern ab acht Jahren zur Ausrüstung, die älteren können mit der orangefarbenen Kunststoffpuppe, die mit Wasser gefüllt einen guten Zentner wiegt, umgehen. "Königsdisziplin" für die Einzelschwimmer der offenen Altersklasse (19 Jahre und älter) ist die "kombinierte Rettungsübung", bei der Schwimmer nach 50 Metern Sprint 20 Meter abtauchen, die Puppe vom Beckenboden holen und dann 30 Meter abschleppen müssen. Die Mannschaften demonstrieren Teamwork und Einsatzfähigkeit bei mehreren Staffeln.
      Alle Sportler müssen auch außerhalb des Beckens fit sein: Die Herz-Lungen-Wiederbelebung, die an Computerphantomen simuliert wird, ist Bestandteil des Wettkampfes. Dass sie als Anhänger einer Randsportart zuweilen belächelt werden, macht den Rettungssportlern nichts aus - sind sie doch gefragte Menschen, wenn jetzt überall in Bädern und an Seen wieder das sommerliche Badetreiben beginnt.
      Die Schwimmer aus dem Bezirk Vorderpfalz zählen einmal mehr zu den Favoriten: 2001 nahmen sie aus Montabaur ein Viertel der zu vergebenden Titel mit nach Hause - und das bei sieben Bezirken. "Das Wasser im Hallenbad wird kochen" prophezeit Back spannende Titelkämpfe. Die Rheinland-Pfalz-Meisterschaften sind jedoch nur ein Programmpunkt. "Uns ist es wichtig, dass es nicht nur um Wettkämpfe und schnelle Zeiten geht", erklärt Heike Walter von der DLRG-Landesjugend, die das Turnier mit der Bezirksjugend Vorderpfalz und den beiden Ortsgruppen Ludwigshafen und Oggersheim organisiert hat.
      Für die Teilnehmer des Landesjugendtreffens, die im Schulzentrum übernachten und vom Deutschen Roten Kreuz verpflegt werden, wird auf dem Gelände des Schulzentrums Mundenheim ein buntes Rahmenprogramm organisiert: Sie können spielen, basteln, in einer Hüpfburg herumtoben oder an einem der Ausflüge zur Feuerwehr, zu den Technikanlagen der Telekom oder zur RHEINPFALZ teilnehmen. Am Samstagabend ist Party angesagt.
      Besondere Attraktion soll einmal mehr die vom SWR bei der Aktion "Unsere Kinder" ausgezeichnete "Admotion World" sein. Das Kunstwort aus den englischen Begriffen "Adventure" (Abenteuer) und "Emotion" steht für einen Erlebnis- und Sinnesparcours, der blind durchlaufen werden muss. Dabei müssen die Teilnehmer einem (sehenden) Begleiter vertrauen. Außerdem können sie sich bei einem eigens geschulten Team zu den Themen Drogen, Sucht, Sexualität und Aids informieren. "Aufklärung und Sensibilisierung" bringt Heike Walter das Konzept dieser Großveranstaltung auf den Punkt. (siw)

(aus "Die Rheinpfalz - Ludwigshafener Rundschau" 17.5.2002; Foto: Bolte)



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DLRG-Landesmeisterschaften im Rettungsschwimmen in Ludwigshafen

Zur Belohnung eine Portion Gulasch

Wettkampfschwimmerin beim "Abschleppen" der PuppeLudwigshafen. Katharina Isselhard und Silke Acker von der DLRG Oggersheim sind froh, wenn endlich ihr letzter Mannschafts-Wettkampf bei den Landesmeisterschaften der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft über die Bühne gegangen ist. Der Tag beginnt für die Oggersheimerinnen früh. Schon um sechs Uhr klingelt der Wecker. Und vor lauter Aufregung bekommen die meisten Wettkämpfer keinen Bissen hinunter. Einige Löffel Müsli und eine halbe Brotscheibe - mehr nimmt der gestresste Magen nicht auf.
      Um halb acht treffen sich die Oggersheimer vor dem Hallenbad Süd, um sich zu sammeln und zu einer letzten Besprechung. Am liebsten, bekennt Gina Santamaria, hätte sie wie ein Großteil der rund 800 Teilnehmer in einer der Sporthallen übernachtet. "Das macht einfach mehr Spaß", sagt Gina, auf deren Rücken sich sämtliche Vereinsfreunde mit Filzstift und Kugelschreiber verewigt haben. "Viel Glück" und "viel Erfolg" prangt dort. "Hoffentlich krieg' ich das wieder runter", sagt sie lachend. Ein gutes Duschgel habe sie ja ...
      Rückenschwimmen ohne Einsatz der Arme steht für Katharina, Silke, Gina & Co. kurz vor zwölf Uhr gestern auf dem Programm des Mannschaftswettbewerbs. "Danach gibt's Mittagessen", freuen sich die Drei, sind vor dem Start aber mal wieder nervös, ziemlich nervös sogar. Dabei sieht es gut aus für die elf- und zwölfjährigen Oggersheimerinnen. "Bisher haben wir dreimal den ersten Platz gemacht", erzählen sie. Wenn sie auch noch das letzte Staffelrennen sicher heimbringen, ist der Landestitel unter Dach und Fach. Zur Belohnung gibt es dann eine riesige Portion Gulasch vom Deutschen Roten Kreuz und anschließend dürfen sie zum Landesjugendtreffen der DLRG, für etliche der Höhepunkt des Wochenendes. Andreas Back, stellvertretender Vorsitzender der DLRG-Landesjugend und Veranstaltungsleiter, sowie Simone Wittke, Bezirksjugend-Vorsitzende im DLRG-Bezirk Vorderpfalz, haben ein Programm zusammengestellt, das von Bastelaktionen über Besuche bei der Feuerwehr bis hin zur Party reicht.
      Manuela Pawletta, Trainerin bei der DLRG-Oggersheim, gibt letzte Anweisungen. Katharina und Silke hören gebannt zu. Pawlettas jüngste Schützlinge (9/10 Jahre) stehen zu diesem Zeitpunkt schon unter der Dusche. Im abschließenden Staffelrennen haben sie den dritten Platz belegt, damit ist die Übungsleiterin ziemlich zufrieden: "Der Dennis hat zum Schluss ja nochmal ziemlich angezogen und aufgeholt", lobt sie den Hahn im Korb. Gegen die Altenkirchener Staffel, die auf einem Plakat stolz von sich behauptet: "Wir sind die Krone der Schöpfung", haben die Oggersheimer dieses Mal keine Chance. Trotz Dennis' Endspurt. Der Youngster weiß nicht so recht, ob er sich inmitten der ganzen Mädchen wohlfühlt oder nicht. "Naja", lautet sein Kommentar auf diese Frage.
      "Ich bin seit zwei Jahren bei der DLRG", berichtet er stolz. Zweimal pro Woche steigt der Neunjährige ins Schwimmbecken, trainiert für die Meisterschaften mit und ohne Flossen, taucht unter Hindernissen hindurch, schleppt Puppen ab. Dafür lockt langfristig auch der Job eines Wachgängers - das Ziel eines jeden DLRG'lers. Etwa vier Jahre muss Dennis dafür noch warten, dann darf auch er an der Melm und anderswo Wache schieben.
      Gegen halb eins haben die Oggersheimerinnen Manuela Pawletta, Evmarie Zeiner und Annica Jacob ihren Job als Trainerinnen erfüllt. Einige, wie die Bezirksjugendvorsitzende Simone Wittke, sind am Nachmittag selbst gefordert. Sie wird sich der Konkurrenz in der Altersklasse 19 Jahre und älter stellen. Gegenüber den Youngsters steigt der Schwierigkeitsgrad enorm an. Eine orangefarbene Kunststoffpuppe, die mit Wasser gefüllt gut einen Zentner wiegt, verfolgt die Sportler manchmal sogar in ihren Albträumen. Sie gilt es im Wasser "abzuschleppen". Jeder Fehler wird mit Strafpunkten geahndet.
      Ein Knochenjob - auch für die weit über 100 Kampfrichter, die an den beiden Wettkampftagen im Einsatz sind, bei mehr als 30 Grad schwitzen. Der Warmbadetag am Freitag im Hallenbad Süd hat seine Spuren hinterlassen. "Das Wasser konnte mit Frischwasserzufuhr heruntergekühlt werden, die Raumtemperatur aber ist geblieben", nimmt es Wittke mit Galgenhumor.
      Auch außerhalb des Beckens ist die Fitness der Lebensretter gefragt: die Herz-Lungen-Wiederbelebung, unter den DLRG'lern nur HLW genannt, gehört ebenfalls zum Wettkampf und wird im Schulzentrum Mundenheim durchgeführt. Am späten Nachmittag ist auch für Simone Wittke Schluss. Vielleicht hat sie Glück und erwischt noch ein bisschen Gulasch ...
Saskia Jeck

(aus "Sonntag Aktuell" 26.5.2002; Foto: Kunz)


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Mamut-Sport-Event mit maximalem Erfolg

DLRG-Landesmeisterschaften ohne Probleme - Viel Lob für Zusammenarbeit mit Stadt - Vielfältiges Rahmenprogramm

Startschuss zum Flossenschwimmen
Von unserer Mitarbeiterin Saskia Jeck

      Lebensretter sind in allen Lagen leidgeprüft. Auch die der DLRG, die am Wochenende bei rund 30 Grad Raumtemperatur im Hallenbad Süd bei den Landesmeisterschaften und dem Landesjugendtreffen der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft kräftig schwitzten (wir berichteten in "Sonntag aktuell").

      Während das Wasser im Becken durch Frischwasserzufuhr nach dem Warmbadetag am Freitag heruntergekühlt werden konnte, litten die Kampfrichter und Zuschauer am Rande doch ziemlich. "Trotzdem, die Zusammenarbeit mit der Stadt war ausgezeichnet", lobte Simone Wittke, Bezirksjugendvorsitzende im DLRG-Bezirk Vorderpfalz. Auch wenn Schirmherrin OB Eva Lohse kurzfristig absagen musste, freuten sich die Organisatoren über das Erscheinen von Wolfgang Köllner von der Sparte Sport und Bäder. Ein fachkundiger Mann, schließlich kommt er von den Schwimmern. "Von ihm haben wir ein großes Lob für die Veranstaltung bekommen", freute sich Wittke. Zu Recht ... "Zumal wir das ja alles ehrenamtlich machen", ergänzte sie.
      Nach den Deutschen Meisterschaften 1989 im damals noch bestehenden Hallenbad Nord war das die zweite Großveranstaltung der DLRG in der Industriestadt. Andreas Back, stellvertretender Vorsitzender der DLRG-Landesjugend und Veranstaltungsleiter, sowie sage und schreibe fast 200 Helfer, darunter allein rund 100 Kampfrichter, hatten das Mammutevent glänzend organisiert. "Das ist ja ein Aufwand wie beim Turnfest", zog deshalb auch ein Betreuer aus dem nördlichen Teil von Rheinland-Pfalz Vergleiche zu der Sport-Großveranstaltung, die in der vorigen Woche in Leipzig über die Bühne ging.
      Zwar lieben die DLRG'ler das Wasser von unten, nicht aber von oben. Aufgrund des Regens musste ein Teil des umfangreichen Rahmenprogramms am Samstag in die Sporthalle des Schulzentrums Mundenheim verlegt werden. Der Stimmung aber tat das keinen Abbruch. Die Freude der vornehmlich jugendlichen Teilnehmer über Ausflüge beispielsweise zur Berufsfeuerwehr und zum RHEINPFALZ-Druckzentrum war groß. Gestern schien dann ja auch wieder die Sonne.
      Konzentriert bis in die Haarspitzen hatten sich nicht nur die Organisatoren, sondern auch die Sportler der Region auf die Titelkämpfe vorbereitet. Sogar Sonderschichten wurden eingelegt. Nicht ohne Grund, gehörten doch einige Teilnehmer der DLRG Oggersheim zum engsten Favoritenkreis.
      In Maxdorf und Oggersheim trainierten die DLRG'ler im Vorfeld. Andere Möglichkeiten gab es nicht. "Für eine Stadt wie Ludwigshafen ist die Anzahl der Bäder schon schwach", meinte Back, spielte damit auch auf die Schließung des Hallenbades Nord an. Dass die Lebensretter aus den neuen Bundesländern den Rheinland-Pfälzern weit voraus sind, kommt nicht von ungefähr. "Die haben viel bessere Trainingsbedingungen, ein anderes Fördersystem, mehr Sponsoren", unterstrich Wittke.
      Trotz allem, die rheinland-pfälzischen Schwimmer holen das Beste heraus, sind national gesehen im vorderen Drittel platziert. Und letztlich steht für die DLRG nicht nur der Rettungssport im Mittelpunkt, sondern vor allem die Rettung von Menschen im Notfall. Dementsprechend nah sind die Wettbewerbe auch an der Realität orientiert. So gehört das Flossenschwimmen ebenso zum Wettkampf-Programm wie der Transport einer Ein-Zentner-schweren Puppe und die Herz-Lungen-Wiederbelebung. Im Notfall sind die Lebensretter also topfit.

Ergebnisse:
  • Mannschaften:
    • AK männlich offen: 1. DLRG Oggersheim (Michael Hahn, Bastian Kennel, Steffen Schott, Fabian Schwalb, Christian Lang)
    • AK bis 10 Jahre männlich: 2. DLRG Oggersheim (Dennis Keck, Nadine Weber, Luisa Klein, Julia Isselhard, Linda Bleyl)
    • AK 11/12 weiblich: 2. DLRG Oggersheim (Sonja Bleyl, Katrin Keck, Katharina Isselhard, Gina Santamaria, Silke Acker)
    • AK 15/16 weiblich: 4. DLRG Oggersheim (Silvia Backhaus, Simone Backhaus, Daniela Baltes, Karoline Stapf, Michaela Becht)
    • AK 17/18 männlich: 1. DLRG Eisenberg mit Björn Weickenmeier (DLRG Oggersheim)
    • offene Altersklasse weiblich: 1. DLRG Eisenberg mit Simone Wittke (DLRG Oggersheim).
  • Einzel:
    • AK bis 10 Jahre weiblich: 1. Nadine Weber (DLRG Oggersheim)
    • AK offen männlich: 1. Fabian Schwalb (DLRG Oggersheim)
    • AK 17/18 männlich: 3. Alexander Scherer (DLRG Ludwigshafen).

(aus "Die Rheinpfalz - Ludwigshafener Rundschau" 27.5.2002; Foto: Kunz)



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EINWURF
DIE CHEMIE STIMMT

      Was die DLRG anpackt, hat Hand und Fuß. So auch die Landesmeisterschaften und das Landesjugendtreffen, die am Wochenende in Ludwigshafen über die Bühne gingen. Eine wahre Mammutveranstaltung, die an die Atmosphäre der großen Turnfeste nahe herankam. Doch Lebensretter sind nicht nur Sportler, sondern eben auch soziale Dienstleister. Getreu dem Motto der zweitägigen Titelkämpfe "Bei uns stimmt die Chemie" arbeiteten die DLRG, das Deutsche Rote Kreuz und die Stadt Ludwigshafen Hand in Hand. 200 Helfer kümmerten sich um Wohl und Weh der Teilnehmer, sorgten sich um Verpflegung, Unterkunft, Rahmenprogramm. Ehrenamtlich, versteht sich. Hier stimmt die Chemie ...
      Dass das Hallenbad Süd bei solch einem "Event" an seine Kapazitätsgrenze stoßen würde, war zu erwarten. Zuschauer, Teilnehmer, Kampfrichter - alle am Beckenrand; hier war es schwierig, den Überblick zu behalten, die packenden Wettkämpfe zu beobachten. Erinnerungen an die "Deutschen" der DLRG 1989 im Hallenbad Nord wurden wach. Zuschauertribüne, 50-Meter-Bahn, optimale Bedingungen für Wettkämpfer. Vergangenheit. (kia)

(aus "Die Rheinpfalz - Ludwigshafener Rundschau" 27.5.2002)



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