Chronik Musikring Hauchenberg
www.musikkapelle-wengen.de/ring.htm
Die Musikkapellen Hellengerst-Rechtis, Sibratshofen und Weitnau veranstalteten
auf Initiative von Martin Haggenmüller, Dirigent der Musikkapelle
Hellengerst-Rechtis, an einem Sonntagnachmittag im Jahre 1949 in Weitnau ein
Gemeinschaftskonzert. Die Resonanz war sowohl bei den Musikanten, als auch bei
der Bevölkerung sehr groß, so dass man im darauffolgenden Jahr ein Kameradschaftstreffen
in größerem Umfang anberaumte.
Zu
dieser Veranstaltung sind die Musikanten von Buchenberg, Diepolz,
Hellengerst-Rechtis, Missen-Wilhams, Sibratshofen und Wengen nach Weitnau
gekommen. Als in den Jahren 1951 und 1952 kein Musikfest in unserer Gegend
stattfand, wurde von Haggenmüller erneut die Idee aufgegriffen, einen
sogenannten Musikring zu gründen, mit dem Ziel, das musikalische Niveau zu
heben und die Kameradschaft unter den Nachbarskapellen zu pflegen. Er wurde
dabei unterstützt von Gottlieb Rasch, Dirigent der Harmonie-Musik Weitnau und
Oberlehrer Heinrich Herz, Dirigent der Musikkapelle Wengen.
So
fand im Juli 1953 auf dem Sportplatz in Wengen das erste Kameradschaftstreffen
des neu kreierten Musikringes mit den Kapellen Buchenberg, Diepolz,
Hellengerst-Rechtis, Missen-Wilhams, Sibratshofen, Weitnau und Wengen statt.
Sogar
Bundesmusikdirektor Paul Kuen aus Sulzberg fungierte als Wertungsrichter bei
den Ehrenvorträgen. Aber nur fünf Kapellen beteiligten sich am Wettspiel, die
alle mit "sehr gut" beurteilt wurden. Der Preisrichter spricht den
Dirigenten und Musikern seine vollste Anerkennung aus. "Es war bei allen
Musikkameraden eine Musizierfreudigkeit zu spüren, kein bloßes Musikantentum,
das eben herunterspielt, was gerade dasteht, sondern ein freudiges Geben aus
einer fröhlichen Seele heraus."
Am
Vorabend dieses Festtages verstarb jedoch unverhofft Martin Haggenmüller. Noch
kurz zuvor richtete Haggenmüller an seinen jüngeren Dirigentenkollegen Gottlieb
Rasch die Bitte, seine Idee auch nach seinem Tode weiterzuführen. So wurde
Gottlieb Rasch zum künftigen Ringleiter ernannt.
Zu
den oben genannten Kapellen kamen 1956 Kleinweiler-Hofen, 1960 Niedersonthofen
und 1966 Ebratshofen hinzu.
Seit
1955 wurde in jedem Jahr ein Kameradschaftstreffen durchgeführt. Ab 1956 hat
Sepp Hug, Dirigent der Musikkapelle Sibratshofen, über die jährlich
stattfindenden Ringversammlungen Protokoll geführt.
Während
die ersten vier Ringtreffen noch unter freiem Himmel gefeiert wurden, war es
die Kapelle Kleinweiler-Hofen, die 1958 erstmals das Musikertreffen in einem
Zelt durchführte. Nach längerem "Tauziehen" wurde bei der Ringversammlung am 10.09.1960
in Rechtis eine Einigung über die Bezeichnung des Zusammenschlusses erzielt und
ihm der Name "MUSIKRING HAUCHENBERG" verliehen. Zwei Jahre später, im Oktober
1962, wurde auch verbindlich festgelegt, dass der Ring nicht mehr als 10
Kapellen umfassen soll.
Der
mehrmalige Vorschlag, die Kameradschaftstreffen mit einem Wertungsspiel zu
verbinden, scheiterte am Widerstand der Mehrheit, es sollte dies weiterhin den
"übergeordneten" Bezirksmusikfesten vorbehalten bleiben. Bei der Ringversammlung am 21.08.1966 in Buchenberg äußerte Ringleiter Gottlieb
Rasch den Wunsch, infolge seines angegriffenen Gesundheitszustandes einen
Stellvertreter zu benennen. Die Versammlung wählte Dirigent Max Weh aus Diepolz
in dieses Amt. Schon ein halbes Jahr später starb dann Gottlieb Rasch.
Am
13.05.1967 wurde eine außerordentliche Ringversammlung nach Weitnau einberufen,
um einen neuen Ringleiter zu ermitteln. Nachdem die Versammlung zwar den Wunsch
äußerte, der bisherige Stellvertreter Max Weh möge dieses Amt übernehmen,
lehnte dieser das Ansinnen ab mit der Begründung, er sei bereits mit Ämtern
überhäuft. Von den beiden vor-geschlagenen Dirigenten Sepp Hug, Sibratshofen
und Anton Röhle, Rechtis wurde Sepp Hug, bisher Schriftführer, zum neuen
Ringleiter gewählt. Als Stellvertreter wurde Max Weh wieder gewählt, zum
Schriftführer und Kassier Josef Finkel, Vorstand der Kapelle Buchenberg.
Dieses
Vorstandstrio stand dann 15 Jahre lang an der Spitze des Musikringes
Hauchenberg. 1982 wählte man dann auf Wunsch der verdienten Führungsmannschaft
eine komplett neue Vorstandschaft. Neuer Ringleiter wurde Fritz Klein, Dirigent
der Musikkapelle Hellengerst-Rechtis, sein Stellvertreter Michael Filser,
Vorstand der Dorfmusik Diepolz. Die Geschäftsführung übernahm Andreas Mahler,
Vorstand der Musikkapelle Missen-Wilhams. Sepp Hug ernannte man einstimmig zum
Ehrenringleiter.
1997
lehnten Fritz Klein und sein Stellvertreter Michael Filser aus Altersgründen
eine Wiederwahl ab. Fritz Klein wurde zum Ehrenringleiter ernannt und beim
Musikfest im darauffolgenden Jahr in Diepolz öffentlich geehrt. Die Versammlung
wählte Josef Rist, Vorstand der Musikkapelle Hellengerst-Rechtis zum neuen
Ringleiter und Bernhard Klepf, Vorstand der Dorfmusik Diepolz, zum
Stellvertreter. Da Klepf bereits nach zwei Jahren zurückgetreten ist, wurde
1999 Hans-Jürgen Seger, Dirigent der Musikkapelle Wengen, zum
Ringleiter-Stellvertreter gewählt.
Nach
20-jähriger Tätigkeit als Geschäftsführer legte Andreas Mahler 2002 sein Amt
nieder. Dank und Anerkennung für seine vorbildliche Amtsführung wurde ihm vom
Ringleiter beim Weihnachtskonzert 2002 in Missen ausgesprochen. Die Geschäftsführung liegt nun in den Händen von Klaus Barth von der Kapelle
Buchenberg. Obwohl der "Hauchenberg Musikring" kein eingetragener
Verein ist, auch niemals eine richtige Gründungsversammlung stattgefunden hat
und auch keine Vereinssatzung vorliegt, funktioniert dieser Zusammenschluss von
10 Musikkapellen schon seit 50 Jahren problemlos.
Rückblickend
kann mit Stolz festgestellt werden, dass der von musikalischen Idealen und
Kameradschaftsgeist geprägte Gedanke von Martin Haggenmüller reiche Frucht
getragen und den "Hauchenberg Musikring" mit seinen alljährlichen
Musikfesten für die Beteiligten, aber auch für die gesamte Bevölkerung zu einer
nicht mehr wegzudenkenden Einrichtung gemacht hat. Äußerst erfreulich ist auch,
dass der "Hauchenberg Musikring", anfangs noch als Staat im Staate
betrachtet, längst auch seitens des Allgäu-Schwäbischen Musikbundes seine
Anerkennung erfahren hat und voll akzeptiert wird.
Durchgeführte
Kameradschaftstreffen des Musikringes Hauchenberg
1949 Auf Vorschlag von Martin Haggenmüller treffen sich die Kapellen Weitnau,
Sibratshofen und Hellengerst-Rechtis an einem Sonntagnachmittag in Weitnau zu
einem Gemeinschaftskonzert. 1950 In Weitnau findet ein Kameradschaftstreffen mit 7 Kapellen statt
Buchenberg, Diepolz, Hellengerst-Rechtis, Missen-Wilhams, Sibratshofen, Weitnau
und Wengen. 1953 In Wengen findet das Kameradschaftstreffen mit den gleichen Kapellen wie
1950 statt, nur ohne die Kapelle Hellengerst-Rechtis, da am Festtagvorabend
deren Dirigent Haggenmüller plötzlich verstorben ist.
1955
Sibratshofen 1956 Missen-Wilhams 1957 Buchenberg 1958 Kleinweilerhofen 1959 Diepolz 1960 Hellengerst-Rechtis 1961 Weitnau 1962 Sibratshofen 1963 Wengen 1964 Missen-Wilhams 1965 Niedersonthofen 1966 Buchenberg 1967 Kleinweilerhofen 1968 Hellengerst-Rechtis 1969 Diepolz 1970 Ebratshofen 1971 Weitnau 1972 Sibratshofen 1973 Wengen 1974 Buchenberg 1975 Niedersonthofen 1976 Missen-Wilhams 1977 Kleinweilerhofen 1978 Diepolz 1979 Hellengerst 1980 Ebratshofen 1981 Weitnau 1982 Sibratshofen 1983 Wengen 1984 Buchenberg 1985 Niedersonthofen 1986 Missen-Wilhams 1987 Kleinweilerhofen 1988 Diepolz 1989 Hellengerst-Rechtis 1990 Ebratshofen 1991 Weitnau 1992 Sibratshofen 1993 Wengen 1994 Buchenberg 1995 Niedersonthofen 1996 Missen-Wilhams 1997 Kleinweilerhofen 1998 Diepolz 1999 Hellengerst-Rechtis 2000 Ebratshofen 2001 Weitnau 2002 Sibratshofen 2003 Wengen 2004 Buchenberg 2005 Niedersonthofen 2006 Missen-Wilhams 2007 Diepolz 2008 Kleinweiler-Hofen 2009 Hellengerst-Rechtis 2010 Ebratshofen 2011 Weitnau 2012 Sibratshofen
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