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Sender mit Röhre RS291
Dieser Aufbau entstand nach einer Vorlage aus der DASD-Clubzeitschrift CQ von 1935. <1> Wie damals üblich, erfolgte der gesamte Aufbau auf einem Holzbrett in offener Bauweise. Das Brett hat die Maße 60 x 30 x 1,5 cm. Es wurden Bauteile benutzt, die man noch heute auf diversen Amateurfunkflohmärkten bekommt.
Aufbau Seitenansicht Aufbau Draufsicht
Schaltbild Datenblatt RS291

Lediglich die Röhrenfassung habe ich selbst anfertigen müssen. Dieser Typ Röhre hat  keine Stifte, sondern  4mm Buchsen (Bananenbuchsen). Dessen Anfertigung sollte kein Problem darstellen. Mittels Ständerbohrmaschine, HSS-Bohren, 4mm-Messingschrauben, Mutten, U-Scheiben und einem Stück Petrinax oder einem anderem Isoliermaterial kann sie jeder selbst herstellen. Statt der Messingschrauben können auch entsprechend ausgesuchte Bananenstecker eingepasst werden. Auf genaue Maßhaltigkeit der Abstände und Durchmesser ist selbstverständlich zu achten, damit sich beim Einsetzen der Röhre nichts verkantet. Der Metallkragen der Röhre ist durch einen entsprechenden Steckanschluß an Masse (Minus) zu legen.
 
Anschlüsse RS291
Fassung RS291 (Selbstanfertigung)

Der Sender arbeitet mit Quarzsteuerung. Es ist zwar eine Ausgangsleistung von 10Watt bei einer Anodenspannung von etwa 400Volt an 50 OHM zu erreichen. Aber dann erziehlt  man kein reinen Ton mehr. Die Frequenz wird instabil. Mit 250 - 300 Volt arbeitet diese Schaltung bei mir ganz optimal mit etwa 4 Watt Output. Ein "optisches" Dummy-Load läßt sich selbst sehr leicht herstellen. Es wird ein PL-Stecker, zwei Lampenfasungen E10 und zwei Glühlampen 12Volt / 0,1A in Parellelschaltung verwendet. Wenn sie leuchten, haben sie einen Widerstand von etwa 50 Ohm. Dieses Dummy-Load kann so kurzzeitig bis etwa 3 Watt verwenden werden.
 

Dummy-Load
Anodendrossel Anodenschwingkreis
Die Anodenspannung wird über eine 1...2mH - HF-Drossel zugeführt, desbleichen die  Schirmgitterspannung über einen Widerstand 27kOhm / 2Watt. Die Abblockkondensatoren dürfen einen Wert zwischen 2 und 47nF / 1000Volt haben.
Der Anodenschwingkreis besitzt eine Abgreifklemme, um die optimale Windungszahl der insgesamt 30 Windungen  zu ermitteln. Der Wickelkörper hat einen Ddurchmesser von etwa 45mm. Die Auskoppelwicklung besteht aus 7 Windungen isolierter flexibler Litze von 1,2mm Außendurchmesser. Sie ist auf einem Papprohr aufgebracht, das sich innen durch den Anodenwickelkörper schieben lässt. Außerdem ist so eine niederohmige Auskopplung gegeben.

Zum Abgleich wird folgendermaßen vorgegangen:
Der Quarz wird eingesetzt, der Trimmer beim Quarz auf etwa 1/3 seiner Endkapazität einstellen. Die Spannungen werden angelegt. UND.........

Vorsicht !!! Offener Aufbau !!!
Freiliegende, Spannungsführene Teile !!!

Den Sender tasten. (Kurzschlußbügel in die Tastenbuchsen stecken.) Über die Tastenkontakte fließt der gesamte Strom (Kathodenstrom). Dieser kann bis zu 60mA betragen. Elektronische Tasten verbieten sich schon deshalb, weil dessen  Schalttransistor nur für niedrige Spannung und Ströme ausgelegt sind, und natürlich aus Nostalgie-und Altersgründen.  Am besten Handtasten mit Isoliergehäuse verwerden. (Wehrmachttaste, RFT-Standardtaste o.ä.) Junkersstasten mit Metallgehäuse so anschließen, dass sich der Tasthebel auf Nullpotential befindet.

Das Signal mit einem Kontrollempfänger abhören. Am RX den Abschwächer einschalten (Antenne abklemmen) und evt. die RF-Gain zudrehen, damit er nicht übersteuert wird. Nun wird der Anodendrehko durchgedreht und evt. die Position der Abgreifklemme solange verändert, bis der Sender zu schwingen beginnt. Nun die Koppelspule verschieben und dabei den Anodendrehko paralell dazu betätigen, bis die Lampen am Dummy-Load  hell leuchten.  Morsetaste anschließen und Punkte geben. Schwingt der Sender nicht sauber ein (wimmern, blubbern),
die Abstimmung leicht verändern, bis ein saubers Signal zu hören ist. Nun das Dummy-Load wegnehmen und eine Antenne über einen Antennetuner anschließen. Diesen Tuner nun  Abgleichen. Dabei den Anodendrehko nur noch ganz leicht verstimmen um auf Maximum zu kommen. Der  Antennetuner ist auch notwendig, um Oberwellen zu unterdrücken. Mit dem einfachen Anodenschwingkreis reicht es  nicht aus. Beim Abgleich wird die Quarzfrequenz noch unter Umständen um bis zu 1500Hz verstimmt. Dies kann durch den Quarztrimmer teilweise kompensiert werden.

Mit diesem Aufbau geleangen mit tagsüber an einer 15 Meter langen Drahtantenne Verbindungen mit DL und G. Dabei hatten alle Stationen Leistungen unter 20 Watt. Zum Empfang benutzte ich einen Collins R392/URR (Baujahr 1954) mit 2KHz breiten ZF-Filter.
 
RS291AnodenanschlußGitteranschluß

 

Literaturverzeichniss:

<1> CQ, Mitteilungen des Deutschen Amateur Sende-und Empfangs-Dienstes, 1935, Heft 3, Seite 35 ff.
 
 

C  DL9EBA 240403

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