| Wie ich auf den Ziegensittich kam | ||||
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Ich genieße mit den Wellis unser kleines Sommerdomizil im Garten. Da bekam ich eine Info, dass in Dresden ein Ziegensittich 5 Jahre alt, ganz alleine in einem viel zu kleinen Käfig sitzt und zudem schrecklich aussieht. Er soll sich ständig zerrupfen, aggressiv sein, und nicht fliegen können! Ich hatte bis dato keine Ahnung von Ziegensittichen, weder wie sie aussehen, was sie für Lebensbedingungen brauchen und ob sie sich mit meinen Wellis vertragen würden. Ich sagte also nur zu, mich in diversen Foren umzusehen, ob jemand einen Ziegensittich aufnehmen würde. Dann wurde das "Problem" akut, angeblich wollte man sich des Tieres entledigen. Da gerade Bekannte in der Stadt zu besuch weilten, wurde ganz fix organisiert. Und schon ein paar Tage später traf er ein. Oh mein Gott-was für ein erbärmlicher Anblick. . Sein alter Käfig, für Jahre sein Zuhause.
Im Vorfeld hatte ich schon einen Termin beim TA gemacht, das war auch bitter nötig. Milben, Indoparasiten, ellenlange Krallen mussten dringend behandelt werden. Sobald er fit genug war, sollte er in ein geeignetes Zuhause kommen, wo er mit anderen Ziegen sein Leben genießen kann. Anzeigen waren schon geschaltet. Als Sofortmaßnahmen habe ich erst mal Klettermöglichkeiten geschaffen. Es dauerte allerdings Tage bis sich der arme Kerl aus seinem Knast traute. Mit Geduld und Sonnenblumenkörnchen konnte ich ihn erst nur bis an die Tür locken. Aber dann..... plums war er auf dem Boden gelandet. Von da an traute er sich fast täglich ein Stückchen mehr. Ganz behutsam musste ich ihn an seine neue Freiheit gewöhnen.
Und mit der Zeit wuchs mir Siggi - so hatte ich ihn inzwischen getauft - so sehr ans Herz, dass ich ernsthaft mit dem Gedanken spielte ihn zu behalten. Aber da war immer noch die offene Frage - wie würden sich meine Wellis und er vertragen? Nach 4 Wochen war es soweit - TA gab grünes Licht und das Experiment Vergesellschaftung konnte starten.Hören und sehen konnte er die Wellis schon die ganze Zeit, aber aus sicherer Entfernung. Unglüklicher weise bemekten wir, dass er ein Problem mit einem Auge hat. Es stellte sich raus - er ist durch eine Linsentrübung auf dem linken Auge blind. Die "Exbesitzer" haben das jedoch nie bemerkt. Oh Siggi - wie wirst du das verkraften? Hast du doch noch nie in deinem Leben so viele Vögel um dich gehabt! Aber ich bin da-ganz nah bei dir. Alles wird gut.
Das klappte prima.... juhuuuuuuuuu, ich war überglücklich. Nun hatte auch mein Schatz keine Gegenargumente mehr und Siggi wurde offiziell in unseren Familienverband aufgenommen.
Und schon war ein nächstes Problem zu lösen - Siggi braucht ein Frau. Denn auch Ziegensittiche sind keine Einzelgänger sondern leben als Paare oder in lockeren Paargruppen. Es gestaltete sich recht schwierig, schnell eine geeignete Dame zu finden. Meine Bedingung war, dass ich sie selber abholen kann um zu sehen wie ihr Vorleben war. Aber auch das haben wir geschafft und so zog Cassy zu uns. Sie ist eine 2jährige wunderschöne Scheckendame.
Siggi war sofort schwer begeistert, aber seine Angst war vorerst stärker. Und auch Cassy musste erst mal schauen, war schließlich alles neu. Als der Sommer sich dem Ende zuneigte, packte ich meine gefiederte Truppe ein und wir zogen wieder nach hause in unsere schöne große warme Wohnung. Und schon wieder musste Siggi sich umgewöhnen. Anfangs hatte er Problem mit den längeren Strecken, fliegen war noch nicht seine Lieblingsdisziplin. Und auch wegen seinem blinden Auge hatte er mit der Neuorientierung so seine Schwierigkeiten.
Heute - rund 4 1/2 Monate später hat Familie Ziegensittich nur noch ein Problem...... was stellen wir als nächstes an?
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