Eine
Wanderung durch den
Rabenauer Grund
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Hier ist der Eingang zum Rabenauer Grund zu sehn (links der alte und rechts der neue Eingang) |
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Wer die Schönheit des Rabenauer Grundes recht genießen will, durchwandert ihn am besten flussaufwärts, also von Hainsberg aus.
Nach einer kurzen Strecke mündet von rechts die tief eingeschnittene, vom „Buchbach“ durchflossene, schattige „Somsdorfer Klamm“ herein. Sie ist einer der schönsten Winkel des Gebietes. Ein Fußpfad führt durch sie aufwärts. Bald steigen rechts Steinstufen zur „Teufelskuppe“ empor, einem düsteren Felsenturme, dessen Besuch sich lohnt.
Gehen wir im Talgrund weiter, so erblicken wir rechts einen engen Felstunnel, das „Nadelöhr“. Hier führte seit 1834 der Pfad hindurch. Als man ihn aber nach dem Hochwasser von 1897 verbreiterte, sprengte man ein Stück des Felsens ab und zog den Weg außen vorbei. – Der Maler Ludwig Richter, der oft und gern den Rabenauer Grund besuchte, hielt 1840 das „Nadelöhr“ in einem kleinen Ölbild fest und schuf danach eines seiner berühmtesten Gemälde, die „Genoveva“.
Bald weitet sich das Tal und zeigt uns den freundlichen Bau des 1911 vollendeten Kraftwerkes, einer Nebenanlage des Hauptwerkes in Freital-Deuben. Es nutzt die Kraft der Weißeritz aus, deren Wasser weiter oben im Grund abgezapft und durch einen 400 m langen Stollen hergeleitet wird. Mit 40 m hohem Gefälle stürzt es in einer Rohrleitung auf die Turbinen des Werkes. Das überschüssige Wasser fällt vom Wasserschloss in schönen Kaskaden zum Flussbett hernieder, ein Schauspiel, das die Vorübergehenden stets zum Verweilen lockt.
Oberhalb des Kraftwerkes wird das Tal wieder enger; einer der romantischsten Teile des Rabenauer Grundes beginnt. Eine tiefe Stelle in der Weißeritz bezeichnet der Volksmund als „Pferdetump“, da hier die Hainsberger Mühlenpferde in die Schwemme geritten wurden.
Ein Stück aufwärts weist uns die 1939 erbaute und 1952 erneuerte „Arthur-Lohse-Brücke“, die den Namen des verdienten Hainsberger Heimatfreundes trägt, zum jenseitigen Weißeritzufer hinüber.
Ein lohnender Anstieg, ein Werk des tüchtigen Rabenauer Heimatfreundes Paul Laue, führt drüben zu den sagenumwobenen Felsengebilden des „Predigtstuhles“ und des „Brautbettes“.
Von dort läuft ein reizvoller Pfad, der 1884 angelegte „Friedensweg“, durch Laubwald am Hang entlang. Er berührt zunächst die „Vogelstellige“, einen Felsen, auf dem einstmals ein Vogelfänger mit Leimruten und Netzen den gefiederten Bewohner des Waldes nachstellte.
Die „Weiße Bank“, die wir bald antreffen, gewährte uns einen schönen Blick über die Schlucht hinweg nach Rabenau.
Der „Friedensweg“ schneidet später den „Semmelsteg“, geht weiter durch die „Hainleiten“, am „Großvaterstuhl“ – einem Aussichtspunkt – vorbei und endet auf dem 1890 angelegten „Friedensplatz“ über dem Bahnhof Rabenau.
Hinter der nächsten Eisenbahnbrücke zweigt rechts ein schmaler, steiler, etwas beschwerlicher Aufstieg ab, die „Himmelsleiter“. Sie wurde 1893 von Franz Dietel, einem verdienten Coßmannsdorfer Heimatfreund, angelegt.
Auf mehr als 200 Steinstufen und einer eisernen Leiter erklimmt man die „Bastei“.
Unser Pfad geht südlich weiter und trifft den vom Grund heraufkommenden „Jägersteig“, dem man aufwärts ins Freie folgen kann, um dann rechts nach Somsdorf oder links nach Lübau zu wandern. Für Freunde stiller Natureinsamkeit empfiehlt es sich aber, den „Jägersteig“ ein Stückchen hinabzuklettern und dann rechts in einen schmalen Hangweg, die „Hochleiten“, einzubiegen.
Dem Grundweg folgend, erblicken wir bald einen Höhleneingang. Er ist einer der drei im Rabenauer Grund erhaltenen Versuchsstollen, deren Entstehung auf den Ritter Konrad von Theler auf Höckendorf zurückgehen soll. Dieser Adlige besaß die Silbergruben von Edle Krone und soll nach dem Rat seines Wünschelrutengängers auch im Tal der Roten Weißeritz nach Edelerz gesucht haben, wobei er die Stollen eintreiben ließ.
Bald sind wir an der „Rabenauer Mühle“ angelangt. Sie wird bereit 1488 erstmalig erwähnt und war eine Mahl-, Schneide- und Ölmühle, nebenbei auch Bäckerei und Gastwirtschaft, die von nah und fern ihre Besucher scharenweise herbeilockte. Nach dem Brande von 1868 wurde die „Große Mühle“, wie sie in der Ortsgeschichte bezeichnet wird, nur als Gastwirtschaft im damals beliebten „Schweizer Stil“ aufgebaut. Die Wasserkraft des Mühlgrabens dient jetzt zur Stromerzeugung.
Im oberen Teil des Rabenauer Grundes, der auch „Spechtritzgrund“ genannt wird, führt der Weg zunächst am linksseitigen Flussufer weiter.
Jenseits der Weißeritz zieht sich ein größeres Waldstück, der „Buchwald“ hin. Vor ihm ragt ein mächtiges Felsengebilde, der „Schanzenfelsen“, empor.
In der Nähe läuft durch den Wald ein von der Natur geschaffener Erdwall, die „Schwedenschanze“. Sie diente wahrscheinlich am Schwarzen Palmsonntag 1639 den Rabenauern als Schutz bei der verzweifelten Abwehr der anrückenden Schwedenhorden.
Unser Grundweg muss bald einen Felsen überklettern. Hier befindet sich das „Große Wehr“. Das aufgestaute Wasser fließt durch einen Tunnel in den Mühlgraben. Die Anlage wurde 1827 vom Müller Richter geschaffen.
Der Weg über das Brückchen und an dem Wässerlein aufwärts ist ein liebliches Idyll. Er führt durch das „Lübauer Gründel“ – Wald- und Wiesengrund – in 20 Minuten nach Lübau.
An der Weißeritz bemerken wir einen durch die Eisenbahn abgetrennten Felsen. Er heißt die „Goldstampfe“.
Während wir weiter flussaufwärts schreiten, weitet sich das Tal, und die Hänge werden niedriger. Mit dem Bahnhof Spechtritz und der auf der anderen Seite des Flusses gelegenen Spechtritzmühle erreicht der Rabenauer Grund sein Ende.
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Dies ist der Ausgang des Rabenauer Grundes |
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