Im Gleichschritt
Wohin führt die Diskussion über den Bombenkrieg?

von Markus Bernhardt

Neben der NPD mobilisiert auch die National-Zeitung von Frey (DVU) zu »Trauermarsch« nach Dresden, um der »Opfer des Bomben-Holocaust« zu gedenken

Während aktuell quer durch alle politischen Parteien über den Umgang mit der neofaschistischen NPD diskutiert wird, finden die Aktivitäten der nicht minder rassistisch und antisemitisch argumentierenden Deutschen Volksunion (DVU) kaum Beachtung. Dabei titelte die vom DVU-Vorsitzenden und mehrfachen Millionär Dr. Gerhard Frey wöchentlich herausgegebene National-Zeitung in ihrer Ausgabe vom 4. Februar mit eben der geschichtsverfälschenden Phrase der sächsischen NPD-Landtagsabgeordneten: »Der Bomben-Holocaust von Dresden – War das wirklich Befreiung?« prangte in großen roten Lettern auf der Titelseite.

Auch einem inhaltlichen Vergleich mit den Presse-Erzeugnissen der NPD hält die National-Zeitung ohne Probleme stand. So findet sich in dem DVU-Parteiblatt Stehsatz über »alliierte Terrorangriffe« und »antideutsche Geschichtslügen«. Ein Artikel über die letzten Tage des Hitlerfaschismus wird gar mit der Überschrift »Dresdens ungesühnte Vernichtung« versehen. Dazu paßt die explizite Unterstützung für einen »gewaltigen und würdigen Trauermarsch«, der am 13. Februar »zum Gedenken der Opfer des alliierten Bombenterrors 1945 in Dresden« stattfinden soll und von »anständigen Deutschen« organisiert werde.

Fast nebenbei schießen sich die Mitarbeiter der National-Zeitung auch auf das in Berlin geplante neue Denkmal für Rosa Luxemburg vor der Volksbühne ein. Sie befürchten, daß der Berliner Senat erst dann Ruhe geben werde, »wenn die Hauptstadt Deutschlands die Umtaufe in Rosa-Luxemburg-Stadt erleidet«.

Daß sich das Bündnis aus NPD, DVU und Neonazis der »freien Kameradschaften«, der sogenannte Deutschlandpakt, stabilisiert, zeigt sich auch an einer Ankündigung für den »3. Freiheitlichen Kongreß«, der für den 18. bis 20. März in »zentraler Lage Mitteldeutschlands« angekündigt ist. Zu dem Treffen, das unter dem Motto »Deutschland wird leben – Nationaler Aufbruch im 21. Jahrhundert« steht, werden Franz Schönhuber, ehemaliger Vorsitzender der rechtsextremen Republikaner, Harald Neubauer, Herausgeber von Nation und Europa, Holger Apfel, NPD-Fraktionsvorsitzender in Sachsen, Nick Griffin, Vorsitzender der British National Party (BNP) und die Neonaziliedermacher Frank Rennicke und Jörg Hähnel erwartet.

Auf die Debatte um einen neuen Verbotsantrag gegen die NPD geht der DVU-Vorsitzende Gerhard Frey in seinem Blatt persönlich ein. Loyal zu seinen Gesinnungsgenossen stellt er fest, daß nicht die NPD eine »Gefahr für Rechtsstaat und Demokratie« sei, sondern die »Etablierten« seien es, die zur Bekämpfung der NPD »alle Grundsätze über den Haufen werfen wollen«. Für ihn sei »nicht erkennbar«, daß die NPD die Menschenrechte nicht achte und die Gesetzmäßigkeit der Gerichte nicht anerkenne.

Quelle: http://www.jungewelt.de/2005/02-09/015.php

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