III.

 

            Lieber Freund!

Die Äusserung in Ihrem letzten Schreiben, dass die Pastellmalerei doch nur für wenig ernsthafte Sachen, für halbe Spielereien ge­eignet sei, hat mich sehr verdrossen. Ich meinerseits halte die Pastelltechnik für die schönste und ausgiebigste von allen, die ich kenne. Es gibt in der Tat nur wenige Auf­gaben, die man mit Pastell nicht lösen könnte, und dabei gewährt es dem Künstler eine Frei­heit, wie keine einzige andere Technik. Ich meine, dass er bei keiner anderen Technik

 

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weniger vom Material abhängig ist, dass es keine gibt, die so weitgehende Änderungen eines halbfertigen Bildes gestattet, dass keine so wenig Rücksicht bei willkürlicher Unter­brechung der Arbeit beansprucht; dabei gehört sie, wie ich Ihnen schon entwickelt habe, zu den dauerhaftes­ten, die es gibt. Kurz, wenn nicht die Unmöglichkeit vorläge, eine durchsichtige Lasur in Pastell zu machen, würde ich nicht anstehen, es für das vollkommenste aller Ver­fahren zu erklären. Und selbst dieser Mangel ist nicht sehr empfindlich, seitdem die Maler auf die fast überall vorhan­dene Wirkung der Lufttrübung und des entsprechenden Luft - lichtes aufmerksam geworden sind, derzu­folge die mittels durchsichtiger Lasur allein zu erzielenden Wirkungen kaum jemals erfor­derlich sind. Trübe Lasur ist in Pastell sehr leicht zu erzielen.

Da Sie ausserdem hinzufügen, dass die Auswahl der vorhandenen Farben in den käuf­lichen Pastellstiften die Ausführung von Land­schaften fast unmöglich mache (was ich zuzu­geben bereit bin), so werden Sie sich schon eine ausführliche Darlegung meiner Pastell­erfahrungen gefallen lassen müssen.

Was zunächst die käuflichen Stifte betrifft, so leiden sie vor allen Dingen an der Unzu­verlässig­keit der benützten Farbstoffe. Hier scheinen die unbeständigen Anilinfarben in be­

 

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sonders umfangreichem Masse eingedrungen zu sein, und der Künstler, dem es auf die Dauer seiner Produkte ankommt, wird daher gut tun, sich seine Pastellstifte selbst zu machen, und zwar aus den rohen Farben, wie sie jeder Tüncher braucht. Dies ist eine leichte und vergnügli­che Arbeit; ich habe sie anfangs nur getan, um die blaugrauen und grüngrauen Mischtöne zu haben, die ich für meine Landschaften brauchte; später aber habe ich mir meinen ganzen Be­darf selbst gemacht. Das Verfahren ist sehr einfach.

Man braucht zunächst eine Reibschale von 12 bis 15 cm Durchmesser und einen Vorrat von gewöhnlicher weisser Schlemmkreide. Dann werden 10 g Tragantgummi mit einem halben Li­ter Wasser in die Wärme gestellt; über Nacht ist das Ganze zu einer gallertartigen Masse ge­worden, die als Bindemittel dient. Wir nennen diese Lösung A. Für die an Kreide reichen Stifte, d. h. die meisten, die man macht, ist dies Bindemittel A meist zu stark; man verdünnt je einen Teil davon mit einem und mit drei Teilen Wasser, die erste dieser Verdünnungen heisse B, die andere (mit 3 Teilen Wasser) C. Die unverdünnte Masse A ist für Metallfarben (Chromgelb, ro­ten und grünen Zinnober und dergleichen) gerade recht. Ockerfarben brauchen die Lö­sung C oder noch eine verdünntere; Frank-

 

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furter Schwarz desgleichen. Da aber die un­ter gleichem Namen verkauften Farben oft recht verschieden sind, so wird man einige Vorversuche mit den verschiedenen Lösungen ma­chen müssen, ehe man sein Material von erwünschter Härte oder Weichheit erhält.

Um die Sache kennen zu lernen, macht man sich zuerst einige weisse Stifte. Man bringt etwa 5o g Kreide (roh mit der Briefwage ge­wogen) in die Reibschale, giesst von der ver­dünnten Tragantlösung C etwa 13-15 ccm dazu und verarbeitet beides mit dem Pistill zu ei­nem Teig von der Weichheit des Glaserkitts. Ist die Masse zu dünn, so dass sie fliesst, so setzt man Kreide zu, im anderen Falle Was­ser; nach einigen Minuten hat man eine gleich­förmige Masse, die man hernach nur zu formen braucht. Dies kann durch Ausrollen mit der Hand auf einer Unterlage von Zeitungs- oder Löschpapier geschehen. Schönere Stangen aber erhält man, wenn man den Teig aus einer Art Spritze mit etwa bleistiftweiter Öffnung presst. Ich habe mir meine Spritze aus einer dienstfreien Radfahrluftpumpe gemacht - und damit Tausende von Stiften gepresst. Die er­haltenen Würste lässt man trocknen, und zwar ist es gut, wenn dies unter mässiger Erwärmung geschieht, und zerbricht sie dann in fin­gerlange Stücke.

Jetzt wollen wir uns eine Reihe abgestufter

 

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Farbstifte, z. B. Ultramarin, machen. Hierzu wird zunächst in der beschriebenen Weise eine grössere Menge des weissen Kreideteiges auf Vorrat gemacht. Dann nehmen wir 5o g Ultramarin und machen unter Zusatz des mittleren Bindemittels B die Masse für die dun­kelsten Stifte. Sind diese geformt, so stellen wir die gleiche Menge der Masse noch­mals her, neh­men sie aus der Reibschale und teilen sie nach dem Augenmass in zwei gleiche Teile. Die eine Hälfte kommt in die Reibschale zurück; hier­zu fügt man eine glei­che Menge der weissen Masse und verarbeitet nun beide so lange, bis alle Streifen und Flecken verschwunden sind, was auch nur wenige Minuten beansprucht. Die Masse wird in Stifte geformt und bildet den zweiten, helleren Ton.

Von dem Rest der reinen Ultramarinmasse nimmt man wieder die Hälfte und fügt so viel weisse Masse dazu, dass wieder die gleiche Gesamtmenge entsteht, d. h. Ultramarin bil­det ein Viertel, die Kreide drei Viertel der Menge. Dies gibt nach dem Vermischen den dritten Ton. So fährt man fort, indem man immer die Hälfte des noch übrigen Ultramarins nimmt und sie mit Weiss, auf 50 g ergänzt. Zwischen dem siebenten und zehnten Ton wird man die Färbung der Masse so gering finden, dass eine weitere Verdünnung den Farb­stoff nicht mehr erkennen lässt; dann ist die Arbeit beendet.

 

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Man kann natürlich auch die Farbe und die Kreide in den angegebenen Verhältnissen tro­cken abwägen und dann das Bindemittel zusetzen. Dann muss man aber dieses gleich­falls nach dem Verhältnis zwischen Kreide und Farbe mischen, also für die erste Ab­stu­fung Ultramarin 1/2 B und 1/2 C, für die zweite 1/4 B und 3/4 C; die übrigen Mischungen, die vorwiegend aus Kreide bestehen, kann man dann mit C allein ansetzen, da der kleine Fehler nicht viel ausmacht. Doch habe ich das erste Verfahren zweckmässiger gefunden.

Es ist wesentlich, dass man die Mengen des Farbstoffes wie angegeben abstuft, dass für jede folgende Mischung immer derselbe Bruchteil von dem in der vorigen enthal­tenen Farbmenge genommen wird. Es ist dies ein Ausdruck des allgemeinen Gesetzes, dass unser Auge wie die anderen Sinnesappa­rate nicht gleiche Differenzen, sondern gleiche Verhältnisse als übereinstimmende Abstufungen empfindet. Auch wird man finden, dass in den so erhaltenen Reihen wirklich die Stufen der Helligkeit oder Sättigung gleich weit voneinander entfernt erscheinen.

In gleicher Weise verfährt man mit allen Farben, die man anwenden will. So erhält man in kurzer Zeit eine grosse Reihe von Farbstiften. Auch wird man bei der Leich­tigkeit der Herstellung es bald bequem finden,

 

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allerlei Mischungen, vor allen Dingen solche von Ultramarin mit Schwarz, in gleicher Weise wie die reinen Farbstoffe zu behandeln. Hier gibt das persönliche Bedürfnis des Künstlers sehr bald die Richtung an, in welcher neue Versuche zu machen sind. Man merke sich die Regel, dass die Farbe auf dem fertigen Bilde so aussieht, wie das trockene Gemisch der Farbpulver. Beim Befeuchten mit dem Bindemittel tritt eine Verdunkelung der Farbe ein, die beim Trocknen wieder verschwindet und daher nicht in Betracht kommt.

Was nun das Malen mit diesen Stiften an­langt, so kommt sehr viel auf die Wahl des Papiers an. Während die bisherige Anwendung des Pastells zu leichten, skizzenartigen Bildern in dieser Beziehung keine besonderen Anfor­derungen stellt, muss man, wenn man Gemälde mit voller Bildwirkung herstellen will, ein Papier wählen, welches eine recht dicke Schicht des Farbpulvers festhält. Für diesen Zweck habe ich bisher nichts Besseres käuflich gefunden, als das Pyramidenkornpapier (und zwar nur Korn Nr. 3) von Schäuffelen in Heilbronn. Man kann sich auch selbst ebenso geeignete Gründe herstellen, doch will ich hierauf noch nicht eingehen.

Man trägt auf dieses Papier die Farben in breiten Flächen, ohne jede Rücksicht auf Aus­spa­ren reibend und zeichnend auf und zwar

 

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nimmt man für grosse Flächen die Breitseite des Stiftes. Übergänge entstehen sehr leicht durch grobes Übereinanderzeichnen der Farben und nachmaliges Verreiben mit dem Fin­ger, den man allenfalls durch eine Gummi­kappe schützen kann. Hat man die grossen Flä­chen angelegt, so kann man die Ein­zelheiten nach Bedarf derart hineinsetzen, dass man an den erforderlichen Stellen zu­nächst die vorhandene Farbe mit einem trocke­nen Borstpinsel (Ölpinsel) von entsprechender Grösse fortkehrt, was gar keine Schwierigkeit macht; auf dem Grunde stehen dann die hinein­gezeichneten Farben wie auf reinem Papier. Auf glei­che Weise kann man ganze missfällige Partien beseitigen. Um eine Anschauung von der Freiheit der Arbeit zu geben, will ich er­wähnen, dass ich neulich auf einem Papier, das ei­nigen besuchenden Damen als Grundlage für ihre ersten Pastellversuche gedient hatte und auf dem hernach noch mein kleiner Sohn sein Urteil über die erzielten Leistungen schrift­lich niedergelegt hatte, ein Bild ausgeführt habe, das, wie es auch sonst geraten sein mag, von der vorangegangenen Misshandlung jeden­falls nichts mehr erkennen lässt.

Der Haupteinwand, den man gegen diese schöne Technik erhebt, ist der des Fixierens. Man muss zugestehen, dass jedes Fixiermittel das Bild etwas verändert, indem dies ein wenig

 

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dunkler und wohl auch derber wird. Überlegt man aber, dass es keine Technik gibt, bei welcher nicht Verschiedenheiten zwischen dem Aussehen der Farbe unmittelbar beim Auf­tragen und nach dem Fertigstellen beständen, so liegt hierin zunächst kein ausschliesslicher Fehler der Pastelltechnik. Da ferner bei der Leichtigkeit, mit welcher sich Übergänge her­stellen lassen, das Pastell ohnedies die Gefahr weichlicher Arbeit mit sich bringt, so wird man in diesem na­türlichen Härterwerden gleich­falls keinen Nachteil erblicken. Ich habe man­cherlei Versuche mit Fixiermitteln angestellt und gedenke, sie noch fortzusetzen; vorläufig will ich das Verfahren mit­teilen, das ich bis­her als das beste bezeichnen muss.

Man übergiesst 15 g käufliches Casein mit dreiviertel Liter Wasser, in dem 10 g kohlen­saures Ammoniak aufgelöst worden sind, und stellt die Masse nach ordentlichem Um­schütteln in mässige Wärme. Das Casein zergeht bald zu einer trüben Flüssigkeit. Ist dies geschehen, so setzt man ein viertel Liter gewöhnlichen Weingeist dazu. Wenn man den Geruch nicht scheut, kann man denaturierten Brennspiritus nehmen; andernfalls nimmt man reinen Wein­geist. Man setzt den Spiritus einzelnen kleinen Mengen zu und schüttelt jedesmal ordentlich um, damit sich das Casein nicht in Klümpchen wieder ausscheidet. Damit ist das Fixiermittel

 

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fertig. Beim Aufbewahren entsteht meist ein weisser Niederschlag. Man giesst die darüber­stehende Flüssigkeit für den Gebrauch ab, ohne den Absatz aufzurühren. Für die Anwen­dung wird sie auf das fertige Bild mit dem Zerstäuber aufgetragen. Man hat gut acht zu ge­ben, dass sich nirgends Tropfen bilden, welche die Oberfläche entlang fliessen. Wo dazu Gefahr vorhanden ist, nimmt man die Flüssigkeit durch Aufdrücken von Löschpapier fort; ein gewöhnlicher Lösch­drücker leistet hierfür gute Dienste. Ist alles gleichförmig befeuchtet, was man an der dunk­len Farbe und beim seitlichen Daraufsehen an dem beginnenden Glanz erkennen kann, so lässt man das Bild, an einer Ecke aufgehängt, trocknen. Noch besser ist, sich das Papier von vornherein auf starke Pappe zu kleben, weil dadurch sowohl das Malen, wie das spätere Einrahmen bedeutend erleichtert wird.

Nach dem Trocknen wird man das Bild nur wenig verändert finden, um so weniger, je ver­dünnter des Fixierwasser war. Wo der Farbauftrag nachlässig und unvollstän­dig gewesen ist, tritt dies deutlicher her­vor; ausserdem wird der Kundige einiges von dem weichen Sammetglanz des unberührten Pastells vermissen. Nun besteht aber nicht die geringste Schwierigkeit, auf dem getrock­neten Bilde ohne Vorbereitung mit Pastell

 

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weiter zu arbeiten, und man kann mit kurzer Mühe wieder den Charakter des unberührten Pastells herstellen, indem man die gemalten Flächen mit den vorher angewendeten Stiften nochmals übergeht und die zu Tage getretenen Lücken ausfüllt. Ein zweites, nötigenfalls ein drittes Fixieren gibt den später aufgetragenen Farben Halt, und das fertige Bild ist nach wiederholtem Fixieren so fest, dass man es abwischen und sogar mit Brot abreiben kann, ohne dass es leidet. Es hat in diesem Zustande eine grössere Haltbarkeit als ein mit Leim­farbe gemaltes Bild, denn das Casein ist nach kurzer Zeit durch Verdunsten des kohlensau­ren Ammoniaks in Wasser unlöslich geworden und das Bild ist somit wasserfest.

Ist das Bild zur Einrahmung bestimmt, so wird man vielleicht besser tun, das letzte Fixieren zu unterlassen, zumal, wenn es sich um ein Kunstwerk von mehr zartem und wei­chem Cha­rakter handelt. Hinter Glas ist ein derartiges Bild von einer Dauerhaftigkeit und Unveränder­lichkeit, welche weit über die von Ölgemälden hinausgeht. Die Schönheit und Reinheit der Farben ist in der Öltechnik gleich­falls unerreichbar. Ein Bedenken ist noch zu erwähnen. Das erforderliche Papier ist bisher höchstens in Bogen von 62/96 cm zu erhalten, dies wäre also das grösste Format, das man für seine

 

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Bilder zur Verfügung hätte. Nun ist es aber nur eine Frage des Bedarfs, dass auch ent­spre­chend grössere Formate hergestellt werden; auch gedenke ich später Mittel anzugeben, durch welche man sich Gründe von beliebiger Grösse für Pastell machen kann.

Zieht man schliesslich die Summe, so hat das Pastell folgende Vorzüge. Man kann sich die Farben selbst herstellen, hat also die grösst­mögliche Sicherheit dafür, dass man wirklich geeignetes und dauerhaftes Material verwendet. Das fertige Bild ist weder dem Nachdun­keln, noch der Schollenbildung, dem Reissen, dem Blindwerden, und wie die unzähligen Krank­heiten der Ölbilder sonst heissen mögen, unter­worfen. Vielmehr sichert die Technik bei nachmaligem Fixieren dem fertigen Bilde die grösste Dauerhaftigkeit, die mit den zur Zeit bekannten Verfahren überhaupt erreichbar ist. In ihrer Aus­führung ist die Pastelltechnik freier als jede andere; sie gestattet die weitestgehenden Umänderungen am ausgeführten Bilde, ohne dass irgend welche Gefahren des Reissens, Durchschlagens usw. wie bei Öl­bildern ent­stehen. Auch am fertigen Bilde lassen sich nachträglich noch beliebige Umände­rungen vornehmen, ohne dass sich Unterschiede zwischen dem früheren und dem späteren Auftrage ausbilden. Man kann mit einem

 

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Wort jederzeit aufhören und jederzeit wieder anfangen.

Andererseits macht das Eindecken beliebig grosser Flächen mit einem gleichförmigen Tone gar keine Schwierigkeiten, da man eben nur einen und denselben Stift zu benützen hat; ebenso wenig technische Schwierigkeiten ent­stehen bei der Herstellung von verlaufenden Übergängen, wie beim Himmel in Landschaften. Da jede Farbe rein vom Stift auf das Bild ge­langt, so ist ein Verschmutzen, wie es durch Farbreste im Pinsel, durch Aufrühren des Grundes usw. bei ande­ren Verfahren entsteht, gar nicht möglich Da keine Bindemittel mit grösserer oder kleinerer Trockendauer vor­handen sind, so macht es -keinen Unterschied, ob man irgend eine Stelle in einem Zuge oder in verschiedenen Unterbrechungen herstellt; merkt man sich den benützten Stift, so kann man nach beliebiger Zeit den gleichen Farbton an, den vorhandenen ansetzen, ohne dass die kleinste Spur einer Fuge erscheint. Endlich kommt kein stark riechendes oder die Kleider befleckendes Malmittel zur Anwendung. . Der Staub, der beim Arbeiten mit Pastell gebildet wird, kann in seiner Wirkung dadurch un­schädlich gemacht werden, dass man wäh­rend der Arbeit unter dem Bilde eine Rinne aus Blech oder Pappe von einigen Zentimetern Breite anbringt, in welcher er sich sammelt.

 

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Damit er nicht bei der Arbeit auf der Bild­fläche haften bleibt, muss man das Malbrett ein we­nig nach vorn überneigen. Die Finger werden freilich schmutzig, da man bald auf alle Schutz­vorrichtungen dagegen wegen der Behinderung der flotten Arbeit verzichten wird; doch sind die Farben von der Be­schaffenheit, dass sie sich sehr leicht ab­waschen lassen. Damit die Hände vom häu­figen Waschen und dem Kreidestaub nicht rauh werden, reibt man sie von Zeit zu Zeit mit Borlanolin ein.

Aber ich muss aufhören, denn wenn ich anfange, das Lob des Pastells zu singen, so finde ich so bald kein Ende. Haben Sie sich nun überzeugt, dass man das Pastell auch ernst neh­men kann?

 

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