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Beiträge zu Definitionen und Konzepten einer Kognitiven Logik « | ||
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Gedächtnisprinzipien, Logos-Relationen, Denkprodukte
Lernende Tiere und Menschen können nutzbares Wissen individuell erwerben, überprüfen, korrigieren und verbessern. In der menschlichen Großhirnrinde (Neocortex) nachweisbar ist deklaratives Wissen für sprachliche Darstellungsformen, die als Aussagen geäußert werden können, wobei teilbare Datenmengen kommunikativ übertragbar und zwecks Verständigung mitteilbar sind. Der nach Erkenntnis strebende Mensch versucht Wesentliches seiner Umwelt zu erkennen und zu verstehen. Deshalb untersucht und erforscht er die ihm zugänglichen Ausschnitte der wirklichen Welt (vgl. Mikro- und Makrokosmos) hinsichtlich der kognitiv erfassbaren (begreifbaren) Beziehungen von Zusammenhängen objektiver Sachverhalte.
Erkennbar durch naturwissenschaftliche Forschung (mit Hilfe von rationalen Thesen und praktischen Experimenten) sind aus der Natur verallgemeinert angenommene Regeln zur Definition von Naturgesetzen.
Ein Mensch mit Verstand kann sein Wissen über die Welt (auch über sich selbst) kognitiv erweitern und praktisch anwenden, wobei das Gelernte (erworbene Kenntnisse oder Fertigkeiten) empirisch überprüft werden muss, ob es sich bewährt, wodurch es konsolidiert, falsifiziert oder korrigiert werden kann (Umlernen zwecks Anpassung).
Verstehen unterscheidet sich vom kausalen Erklären und wird bestimmt als begriffsanalytisches Erkennen des jeweiligen Sinns von wahrgenommenen Ausdrücken oder Handlungen, denen mindestens ein zielorientierter Sinngehalt bzw. eine begründende Bedeutung interpretativ (durch Erkennung und Deutung) zugeordnet werden kann.
Das 'intelligente' Lernen durch Einsicht in bisher unbekannte (Sinn-)Zusammenhänge führt zu neuen Erkenntnissen für begründbare Urteile über elementare Faktoren, Sachverhalte oder Prozesse, die als Bedingungen für das kognitive Auffinden von Problemlösungen nützlich sind oder aber einschränkende Bedeutungen haben können. Zu »geistigen« Reflexionen der 'nachdenklichen' Menschen meinte der Apostel Paulus: "In einem jeden offenbart sich der Geist zum Nutzen aller; dem einen wird durch den Geist gegeben, von der Weisheit zu reden; dem anderen wird gegeben, von der Erkenntnis zu reden, nach demselben Geist"... [aus: 1. Paulus-Brief an die Korinther, 12, 7/8, Neues Testament].
Gedanken, Vorstellungen und Erinnerungen lassen sich neurowissenschaftlich bestimmen als 'geistige' (mentale) Charakteristika für selektive Gehirnfunktionen bei Prozessen des Denkens, Fühlens und Handelns, die sich mit technischen Mitteln (z. B. sog. bildgebenden Verfahren) nachweisen lassen.
Im Gehirn lokalisierbare Aktivitäten von funktionsspezifisch verknüpften Nervenzellen (vgl. neuronale Muster) sind zuordenbar zu situationsspezifischen Vorstellungen oder Gedanken, die mit entsprechend vereinbarten Begriffssymbolen formalisierbar sind, damit sie objektiviert und informativ mitgeteilt werden können (vgl. explizite Erkennungsergebnisse, Bewertungen, Urteile oder Entscheidungen). [6]
In konstruktive Denkvorgänge assoziativ einbezogen werden (mehr oder weniger bewusst) erinnerte Vorstellungsinhalte, die erfahrungsgemäßen oder fiktiven Begriffen entsprechen. Diese fungieren als 'assoziierte Informationen' (vgl. empirische Voraussagen oder theoretische Aussagen), die mit sog. Schlüsselinformationen situationsbedingt assoziiert werden können, unter der Voraussetzung von dafür nutzbaren relationalen Kenntnissen des Erfahrungswissens lernfähiger Gedächtnisstrukturen (vgl. 1.3.).
Zur postnatalen Ausbildung von Erfahrungswissen schrieb der Hirnforscher Wolf Singer: "Zwar sind die Grundstrukturen des menschlichen Gehirns zum Zeitpunkt der Geburt vorhanden, ein Großteil der Verbindungen zwischen Nervenzellen, insbesondere der Großhirnrinde, werden jedoch erst nach der Geburt angelegt. ... Das im menschlichen Gehirn gespeicherte Wissen über die Welt residiert also in der spezifischen Verschaltung von Nervenzellen, und diese Verschaltung wird sowohl durch genetische Instruktionen als auch durch Erfahrung, beziehungsweise Erziehung determiniert." [aus: Für und wider die Natur, 1999] [7]
Einsicht fördernde interdisziplinäre Untersuchungen natürlicher Zusammenhänge, vor allem zu kognitions- und neurowissenschaftlichen Fragen, werden unterstützt von wissenschaftlich zu vereinbarenden Begriffsbestimmungen entsprechend den gewonnenen Grunderkenntnissen für objektivierbare Denkmodelle, deren jeweiliger Wissensstand auf seine empirische Bewährung systematisch geprüft und verbessert werden muss.
Für psychologische und philosophische Begriffe fehlen in der Literatur, besonders in Lexika, Enzyklopädien oder Wörterbüchern, explizit vereinheitlichte Definitionen, insbesondere allgemeingültige Begriffsdeutungen und deklarative Aussagen zur Erklärung von erforschten Auffassungen über menschliches Denken. Unterschiedliche Auslegungen (auch inkonsistente oder unscharfe Deutungen) gibt es beispielsweise für die Wörter: Geist, Begriff, Begriffsbildung, Kognition, Wahrnehmung, Vorstellung, Erinnerung, Erfahrung, Erkenntnis, Einsicht, Kenntnis, Wissen und Information, - sowie Intelligenz, Verstand, Vernunft, Bewusstsein, Intuition, Intention, Emotion, Motivation, Lernen und Gedächtnis. Als konstruktive Beiträge zur Verbesserung des prinzipiellen Verstehens kognitiver (d. h. auf Erkenntnis gegründeter) Gedächtnisleistungen dienen die in den folgenden Abschnitten zusammengestellten deklarativen Aussagen und Hinweise zu neuen Begriffsdefinitionen entsprechend meinen Grunderkenntnissen und innovativen Aspekten einer definierten Kognitiven Logik (publiziert und bewährt seit 1978). Diese aufgezeigte 'nicht klassische' Logik bedeutet einen kenntnistheoretisch begründeten Paradigmenwechsel für objektivierbare 'kognitiv-logische' Modelle zur Beschreibung von lernfähigen Gedächtnissystemen, insbesondere mit dynamischen Wissensdarstellungen. Orientiert wird auf die technische Entwicklung lernender Inferenzsysteme mit 'Gedächtnis' (vgl. lernfähige Zuordnungskomplexe für Intelligente Automaten). [1] - [6] | ||
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Ein erklärbares "Lernen durch Erfahrung" wird bestimmt von situationsbedingt erworbenen Kenntnissen, die kennzeichnend sind für individuell ausgebildetes Erfahrungswissen, - wobei funktionelles Basis- oder Vorwissen als systemimmanent vorausgesetzt wird (d. h. Abkehr vom "tabula rasa"-Postulat des Empirismus).
Adaptive Verhaltensänderungen eines lernenden Systems werden ermöglicht durch 'kognitiv verbessertes' Wissen (Erfahrungswissen), das vorteilhaft nutzbar ist zur Selbsterhaltung durch funktionelle Anpassung.
Der umstrittene Begriff »Intelligenz« wird pauschal definiert als die Fähigkeit eines kognitiven Systems zum Problemlösen, meist zwecks Selbsterhaltung durch lerntypische Anpassung an veränderliche Umweltbedingungen (vgl. 'Intellekt' und 'Denken' unter 4.2.). Der spezifizierte Begriff "kreative" Intelligenz betont eine systemimmanente Kreativität zum Entwurf konstruktiver Konzepte, - insbesondere hinsichtlich innovativer Ansätze für erfinderische Problemlösungen (vgl. 'kreative Denkprodukte' unter 3.). Lebende 'kognitive' Systeme haben Intelligenz, wenn sie befähigt sind zum 'autonomen' Problemlösen zwecks Selbsterhaltung (vgl. Energiehaushalt, Homöostase und Sicherung vor Gefahren) verbunden mit artspezifischer Fortpflanzung (Reproduktion durch Replikation des Genoms). Ihr zweckdienliches Selbstlernen führt zu 'intelligenter' Anpassung an veränderliche Umweltbedingungen durch lerntypische Verhaltensänderungen aufgrund von erworbenen (Er-)Kenntnissen, die nutzbar sind für kognitive Leistungen ihrer lernfähigen Gedächtnisstrukturen. Natürliche kognitive Systeme (Menschen, Primaten, Rabenvögel, Wale, Haie u . a.) können situationsangepasst und erfolgreich handeln, in dem sie zweckorientiert erlernte Aktionen wie 'sequentiell geplant' ausführen, - entsprechend ihrer kognitiv gewonnenen Einsicht in prinzipielle Zusammenhänge umweltbedingter Sachverhalte. Beispiele hierfür sind erworbene Kenntnisse von erfassten Mittel-Zweck-Relationen für "intelligente" Problemlösungen (vgl. Werkzeuggebrauch) durch antizipatorische Erwägung optimaler Entscheidungen (vgl. 1.). Eine notwendige Voraussetzung für das Lernen eines kognitiven Systems ist seine Befähigung zu situationsbedingtem Kenntniserwerb, insbesondere zur Gewinnung von empirischen oder theoretischen Erkenntnissen, die notwendig sind für 'erfahrungsbedingte' Urteile bzw. 'einsichtige' Entscheidungen.
Einen evolutionären Selektionsvorteil bedeutet die Lernfähigkeit kognitiver Systeme durch kognitives Erfassen von Beziehungen (Begreifen) bei der Gewinnung von Erfahrungswissen (Kenntniserwerb), das erforderlich ist zur optimalen Entscheidungsfindung für intelligentes Verhalten. Dabei sind erworbene Kenntnisse als bedingte Relationen "strukturell" erlernbar durch situationsabhängige Ausbildung lernfähiger Gedächtnisstrukturen (gemäß strukturellen Lerndispositionen). [1] [6] Individuell erlernbar ist in Gehirnen ausgebildetes Erfahrungswissen, das gemäß eigenen Aspekten (vgl. Interessen und Intentionen) selbstbezüglich genutzt wird, - insbesondere für "aus Erfahrung" assoziierte Voraussagen, die einbezogen werden in subjektive Bewertungen und empirische Urteile sowie Entscheidungen für situationsangepasste Aktionen. [6]
Gewonnene Erkenntnisse für modellhafte Theorien können formal dargestellt werden mit verknüpften Begriffssymbolen für explizite Aussagen über deklaratives Wissen, dessen kenntnisspezifische Relationen prägnant ausdrückbar und auch mit mathematischen Formeln beschreibbar sind (vgl. 2.3.).
Situationsbedingt erworbene Kenntnisse von erfassten Beziehungen werden als bedingte Relationen im Gedächtnis für theoretische Modelle oder empirische Urteile verallgemeinert genutzt (vgl. induktive Annahmen von Gesetzmäßigkeiten). Damit begründet werden neue Denkmodelle oder innovative Theorien. Wenn diese sich praktisch bewähren, sind sie nutzbar als allgemeine Richtlinien oder systematische Rahmenwerke zur wissenschaftlichen Erklärung von untersuchten Zusammenhängen. Sie können eine 'bahnbrechende' Bedeutung erlangen, wenn sie zur Entwicklung von neuen wissenschaftlich-technischen Produkten maßgeblich beitragen. Eine erworbene Kenntnis des Erfahrungswissens wird aufgefasst als 'bisher bewährte' Erkenntnis und entspricht einer gewonnenen Einsicht in einen Sinn-Zusammenhang durch kognitive Erfassung (Begreifen) einer begrifflichen Beziehung, die als 'bedingte Relation' formal objektivierbar ist (vgl. Zusammenhangserfassung durch Konnexanalyse, siehe 1.2.). Grunderkenntnisse als 'bisher bewährte' prinzipielle Kenntnisse von kognitiv erfassten (begriffenen) Zusammenhängen oder Wirkverbindungen unterstützen durch ihre 'grundsätzliche' Nutzung ein besseres Verstehen natürlicher Beziehungen in semantischer Zuordnung zu lerntypisch ausgebildeten Begriffsstrukturen des situationsbedingt modifizierbaren Erfahrungswissens. Beim interpretativen Verstehen eines untersuchten Sachverhalts (d. h. im Verstehensprozess) erfolgt eine Mustererkennung und semantische Deutung der wahrgenommenen Beobachtung oder eines vorgestellten Phänomens, wozu nutzbare Kenntnisse vergleichbarer kognitiver Schemata erforderlich sind (vgl. schematische Denkroutinen und heuristischer Denkstil). Ein (Wieder-)Erkennen des Typischen einer Begriffsklasse gelingt durch die spezifizierende Einbeziehung von wahrgenommenen Objektmerkmalen in eine konjunktive Verknüpfung (logische Merkmalskonjunktion) entsprechend der analytischen Abstraktion des Besonderen, das synthetisch verallgemeinert gilt für das zugeordnete Allgemeine (vgl. 3.2.). Der symbolisch-abstrakt denkende Mensch kann seine Wahrnehmungen und Gedanken erfahrungsgemäß deuten und beurteilen. Seine semantischen Deutungen sind explizit äußerbar in symbolischen Darstellungsformen für deklarative (Vor-)Aussagen entsprechend seinen objektivierbaren Begriffsstrukturen. Damit ermöglicht werden (mehr oder weniger ausführlich) mitteilbare Darstellungen von explizitem Wissen aufgrund von lerntypischen Kognitions- und Gedächtnisleistungen des hoch entwickelten menschlichen Gehirns (siehe 2.). Durch symbolische Abstraktion im Gehirn ausbildbar sind Begriffe und ihre Beziehungen entsprechend 'konzeptionellen' Modellvorstellungen von natürlichen Zusammenhängen und Fakten. Wenn solche Begriffsstrukturen mit realen Sachverhalten 'im Wesentlichen' übereinstimmen (vgl. Adäquatheit, Analogie), können damit 'relativ wahre' Wissensformen deklarativ ausgedrückt werden. Formal objektivierbare Operationen des 'bewussten' Denkens betreffen abstrakte Größen (Begriffe) und ihre Zusammenhänge (Beziehungen, Assoziationen), die wissentlich (bewusst geworden) 'vorstellbar' und sprachlich 'ausdrückbar' sind mit formalen Begriffssymbolen und Relationen in logischer Verknüpfung (siehe 2. und 3.).
Kognitiv-logische Denkoperationen sind analytisch erklärbar mit 'strukturell erlernten' begrifflichen Beziehungen, die 'erworbenen Kenntnissen' (def. als bedingte Relationen) des Erfahrungswissens entsprechen und assoziativ bestimmend sind für symbolisch-abstrakte Modellvorstellungen (Erinnerungen) und Voraussagen (Erwartungen), womit empirische Urteile für situationsangepasste Schlüsse (vgl. erlernte Inferenzen) und optimale Entscheidungen für "intelligentes" Verhalten beinflusst werden können. [1] Explizite Gedanken über 'subjektive' Vorstellungen sind ausdrückbar als sprachliche Aussagen und Urteile, die begründbar sind mit logischen Argumenten für theoretische Behauptungen. Formal objektivierte Aussagen sind dann kommunikativ mitteilbar, wenn sie verständlich ausgedrückt sind in übertragbaren Darstellungsformen (vgl. Bilder, Schemata, Sätze, Formeln oder Worte). Diese werden codiert definiert als 'informative Formationen', die jeweils so zu deuten sind, dass ihnen mindestens eine Information im Sinne einer (subjektiven) Nachricht entnommen werden kann. Dabei wird der umstrittene Begriff Information definiert als "eingeformter" semantischer Inhalt einer übertragbaren Formation. [8] Systematisierbare 'konstruktive' Denkprodukte sind erklärbar mit elementaren Begriffen (Abstrakta, Kategorien) und ihren Beziehungen (Relationen, Assoziationen). Diese entsprechen ausgebildeten Begriffsstrukturen und sind formal darstellbar mit kognitiv-logisch verknüpften Relationen für begriffliche Symbolverknüpfungen (vgl. 2. und 3.). Die postnatale Entwicklung von Sprache und höherem Bewusstsein (vgl. Selbstreflexion, Modellgebrauch und Selbstmodell) beruht auf genetisch bestimmten Lernveranlagungen im Gehirn für Sprachenlernen und kognitiv-logische Modellbildung aufgrund von gewonnener Einsicht in prinzipielle Zusammenhänge. [6] [7]
Kognitive Systeme verfügen über lerntypische Gedächtnisleistungen aufgrund von selbst erworbenen Kenntnissen, die elementar bestimmt werden als bedingte Relationen gemäß kognitiv-logischen Begriffsstrukturen des situationsbedingt ausgebildeten und explizit darstellbaren Erfahrungswissens. [1] Individuelle Lernprozesse führen zu funktionell veränderten Neuronen-Verknüpfungen (Verschaltungen) in assoziativen Funktionskomplexen des Gehirns. Ergebnisse der Lern- und Hirnforschung belegen, dass neurale Gedächtnisstrukturen situationsbedingt 'konditioniert' und kenntnisspezifisch 'ausgebildet' werden können. Durch Kenntniserwerb bestimmte Struktur- und Funktionsänderungen entsprechen dem Erlernen von bedingten Relationen als modellhaft erfassten Beziehungen. Diese (im Rahmen einer strukturellen Lerndisposition) erworbenen Kenntnisse repräsentieren nutzbares Erfahrungswissen zusätzlich zum veranlagten Basis-Wissen (siehe 1.).
Im Gehirn mit seinen 'lernfähigen' Gedächtnisstrukturen sind kognitive Leistungen ausbildbar, die auf funktionell aktivierten,
synaptischen Verbindungen beruhen. Diese sind repräsentativ für "neu erfasste" begriffliche Beziehungen, die erworbenen Kenntnissen entsprechen. [4]
Die neurowissenschaftliche Suche nach einer 'Gedächtniszentrale' im Sinne eines zentralen Informationsspeichers im Gehirn blieb erfolglos. Gefunden und untersucht wurden lernfähige Gedächtnisstrukturen in vielen Teilkomplexen des Gehirns, die gekennzeichnet sind durch situationsbedingte Funktions- und Strukturänderungen. In 'assoziativen' Bereichen unterschiedlicher Hirnabschnitte lokalisierbar sind wechselwirkend vernetzte, "selbstlernende" Funktionskomplexe, die zuständig sind für ausgebildete Gedächtnisleistungen. [6] Der Begriff "Gedächtnis" für das Nervensystem wird mit der physio-psychologisch immer noch vertretenen Speicher-Metapher nur teilweise und unzureichend erklärt als lernabhängige Informationsspeicherung eines mehrteiligen 'Arbeits-, Kurzzeit- und Langzeitgedächtnisses', wobei "eingespeicherte" Informationen als empirische Erinnerungen assoziativ "abgerufen" werden können. - Meine treffendere Begriffsdeutung wird bezeichnet als "denkendes Gedächtnis" und deklariert die funktionelle Einheit von Speicher- und Verarbeitungseigenschaft mindestens eines dynamischen 'offenen' Systems mit kognitiven Gedächtnisleistungen, d. h. eines kognitiven Systems, das definiert wird als 'lernfähiges Gedächtnissystem' mit strukturveränderlichen, nicht linear fungierenden Systemkomponenten in Form von plastisch verknüpften (variabel vernetzten) Funktionskomplexen, die in multihierarchischer Organisation relativ autonom interagieren können (vgl. mein schematisches Gehirnmodell für gekapselt klassifizierte, hierarchische Lernformen [1] [3]). [6] Ein »lernfähiges Gedächtnissystem« ist konzeptuell gekennzeichnet durch 'individuell ausbildbare' Speicher- und Verarbeitungsfunktionen in dialektischer Einheit (denkendes Gedächtnis). Das verhaltensändernde Selbstlernen dieses »kognitiven Systems« erfolgt durch 'strukturelles Speichern' von situationsbedingt erworbenen Kenntnissen (seines individuellen Erfahrungswissens) und damit ermöglichter Kenntnisnutzung für situationsabhängig abrufbare Erinnerungen (assoziierbare Voraussagen, Erwartungen) als erfahrungsgemäße Vorstellungen.
Typisch für strukturelles Lernen eines kognitiven Systems ist seine (verhaltensändernde) Funktionsänderung aufgrund seiner situationsbedingt veränderten Gedächtnisstruktur. Dafür erforderlich ist eine strukturelle Lerndispostion des Gedächtnissystems, d. h. sein genetisch veranlagtes Lernvermögen für ausbildbare Funktions- und Verhaltensänderungen bei der Individualentwicklung durch situationsbedingte Lernprozesse. [6]
Der Kenntniserwerb, aufgefasst als kognitiver Grundprozess des »strukturellen Lernens«, wird unterstützt von konstruktivem Vorwissen gemäß bisherigen Erfahrungen (Kenntnissen, Modellen, Metawissen) und veranlagtem Basis-Wissen für Grundfunktionen (Anlagen a priori). [1] - [4]
Mein Modellansatz einer »Kognitiven Logik« geht aus von kenntnistheoretischen Prinzipien, Definitionen und Thesen zu lernfähigen Gedächtnisstrukturen gemäß meinem schematischen Gehirnmodell zur Erklärung hierarchischer Lernformen (def. für Intelligente Automaten [3]). Systemtheoretisch definiert wurde ein kognitiver Grundprozess des "strukturellen Lernens" zur Ausbildung bedingter Relationen als situationsbedingt erworbene Kenntnisse, die in selbstlernenden Gedächtnissystemen als 'relativ wahr' oder 'bisher bewährt' genutzt und temporär gespeichert werden können. [1]
Durch individuelle Ausbildung und Präzisierung von nutzbarem (Erfahrungs-)Wissen erklärbar sind Veränderungen des umweltangepassten Verhaltens kognitiver Systeme (Organismen und lernende Automaten). Ihre wissenschaftliche Erforschung auf Basis einer innovativen (Er-)Kenntnistheorie ist orientiert auf prinzipielle Simulationen des natürlichen Kenntniserwerbs lernender Gedächtnissysteme, wobei technische Lösungen mit großen gesellschaftlichen Auswirkungen erwartet werden (vgl. 1. - 3.). In folgenden Abschnitten zusammengestellte Kurzfassungen von Grunderkenntnissen (def. als Logos-Relationen, siehe 2.3) beziehen sich auf kognitionswissenschaftliche Aspekte und wenig erforschte Gedächtnisprinzipien. Analysiert wird das Simulationsproblem einer formalen Objektivierung 'ausbildbarer' Begriffsstrukturen für dynamische Wissensdarstellungen in lernfähigen Gedächtnissystemen.
Zur Simulation des situationsbedingten Kenntniserwerbs durch strukturelles Lernen wird eine Konnexanalyse bestimmt mit mindestens einem induktiven Lernmechanismus für bedingte Relationen (def. erworbene Kenntnisse), die in Form konditionierter Assoziationen ausbildbar sind (siehe 1.). -
Grundsätzliche Bedeutung hat das definierte Unschärfeprinzip der relativen Wahrheit für empirische Aussagen (Voraussagen, Urteile) und Theorien (Vermutungen), die auf erfahrungsgemäßen Implikationen basieren. Deshalb kann für 'kognitiv verallgemeinerte' (induktiv angenommene) Regeln nur eine 'bisherige Bewährung' erreicht werden, weil unvorhersehbare Ausnahmen möglich sind (philosophisches Induktionsproblem, siehe 2.). -
Es folgen kognitiv-logische Darstellungen für objektivierbare Denkprodukte und definitiv aufgezeigte Begriffsdeutungen zur Charakterisierung von lernfähigen Gedächtnissystemen (siehe 3.).
Dabei wird verwiesen auf innovative Konzepte für selbstlernende Intelligente Automaten mit möglicher Selbstkontrolle. Diese verfügen über ausbildbares Erfahrungswissen und können damit die situationsabhängigen Resultate ihrer 'kognitiv-logischen' Erkennung und Deutung selbstbezüglich beurteilen und bewerten, wobei erinnerte Vorstellungen als assoziierte Voraussagen (Erwartungen, Vorurteile) maßgeblichen Einfluss haben. Dadurch bestimmt werden ihre empirischen Urteile und situationsangepassten Entscheidungen für "intelligente" Aktionen als erwogene Problemlösungen, vor allem zwecks Selbsterhaltuung.
- Zusätzlich angefügt ist eine geordnete Sammlung vieler Logos-Relationen als aphoristische Denkanstöße zu verallgemeinerten Seinserfahrungen (meine Reflexionen, siehe 4.). | ||
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In der veränderlichen Gedächtnisstruktur eines kognitiven Systems, dessen bisheriges Wissen durch erworbene Kenntnisse erweitert oder verfeinert werden kann, führt ein individueller Erkenntnisprozess zur lerntypischen Ausbildung von Erfahrungswissen, - unter der Voraussetzung von funktionell nutzbarem Basis- oder Vorwissen. Ein situationsbedingter Kenntniserwerb ist erklärbar durch die systeminterne Konditionierung einer funktionellen Assoziation (gemäß einer 'strukturellen Lerndisposition') für eine definierte 'bedingte Relation', die aufgefasst wird als erworbene Kenntnis von einer kognitiv erfassten (begriffenen) Beziehung, die kennzeichnend ist für einen "kennen gelernten" Zusammenhang oder Sachverhalt.
Hierarchisch klassifizierbare Lernformen (ausgehend von 'bedingter Reaktion' bis zu 'Lernen durch Einsicht in prinzipielle Sinnzusammenhänge') betreffen kognitive Leistungen, die jeweils erklärbar sind durch situationsbedingten Kenntniserwerb eines lernfähigen Gedächtnissystems. Dementsprechend basiert die lerntypische Ausbildung (strukturelle Erweiterung oder Modifikation) von individuellem Erfahrungswissen auf dem kognitiven Grundprozess des 'strukturellen Lernens'. Dadurch erworbene Kenntnisse sind funktionell darstellbar als bedingte Relationen in Form von konditionierten Assoziationen für bedingte Logik-Funktionen, die kognitiv-logischen Begriffsstrukturen gemäß dynamischen Wissensdarstellungen entsprechen (vgl. 2. und 3.). [1] - [5] 1.1.1. Selbstlernen und Problemlösen - Rationale Erkennung und Deutung Die natürlich bewegte Materie, ihr ständiges Werden (nach Aristoteles: Entstehung/Vergehen und Veränderung) im Mikro- und Makrokosmos, bedeutet eine prinzipielle Ausgangsbasis der sehr spezifischen Bedingungen für das vielfältige Leben auf der Erde, dessen existenzielle Besonderheit im Kosmos mit Erstaunen beobachtbar ist und als bisher unerklärlich beurteilt wird. Carl Friedrich von Weizsäcker schrieb in "Die Geschichte der Natur" (IX. Das Leben, 1954): Evolutionär lernende Lebensformen passen sich an Situationen an, die Hindernisse für die Evolution darstellen, - und bilden dadurch komplexere Formen oder spezialisiertere Arten.
Der selbstlernende Mensch kann individuell denken, fühlen und handeln aufgrund von kognitiven Gedächtnisleistungen seines Gehirns, das als Zentralnervensystem mit impliziten und expliziten Funktionen wissenschaftlich untersucht werden kann (vgl. Unbewusstes bzw. Bewusstsein). Das menschliche Gehirn ermöglicht hoch entwickelte Lernformen und ist beschreibbar als ein 'kognitives System' mit lernfähiger Gedächtnisstruktur. Dieses 'lernfähige Gedächtnissystem' (er-)kennt die analytisch bestimmbaren Eigenschaften und Beziehungen von wahrgenommenen Gegenständen und Erscheinungen, die begrifflich unterschieden werden aufgrund von veranlagten und erworbenen Kenntnissen (vgl. Basis- und Erfahrungswissen). Das Gehirn interpretiert Situationen hinsichtlich ausgewählter Objekte oder Phänomene, die es abstrahiert vergleicht mit bekannten Merkmalen und Begriffsrelationen (vgl. kognitive Schemata). Dadurch kann es selektierte Einzelheiten erfahrungsgemäß identifizieren/klassifizieren, (wieder-)erkennen, beurteilen und bewerten, - insbesondere mit empirischen Urteilen unter dem Einfluss eigener Vorstellungen, Antriebe, Emotionen und Motivationen. [1] - [6]
Der "einsichtig" denkende Mensch besitzt rationales Erkenntnisvermögen (Verstand und Vernunft), das seinem Intellekt entspricht und ihn befähigt zu selbstbezüglicher Erkennung und Deutung von ausschnittsweise wahrnehmbaren Außenwelterscheinungen (seiner Anschauungswelt). Aufgrund eigener Untersuchungen verbunden mit Kenntniserwerb (vgl. Forschungsresultate) erlangt und verbessert er die wissenschaftlich-technische Kompetenz zum Lösen seiner Probleme. Er ist in der Lage, mit seinen vervielfältigbaren Werkzeugen künstliche Produkte herzustellen, die als Menschenwerk seine Kultur kennzeichnen und zur Verbesserung der sozialen Verhältnisse beitragen können. "Dem Menschen ist die Fähigkeit eigen, sich bewusste Ziele zu setzen, Absichten zu verfolgen, in die Vergangenheit und in die Zukunft zu blicken. Kraft seines Selbstbewusstseins kann sich jeder einzelne Mensch von seiner Umgebung, seinen Artgenossen und anderen Lebewesen deutlich »abheben«. Er kann seine Ziele bewusst gegen die Interessen anderer Lebewesen verfolgen und durchzusetzen versuchen. Daher kann er auch enorme Katastrophen anrichten." (Franz M. Wuketits, 'Die Selbstzerstörung der Natur', dtv 2002, S. 126) Die "blutige" Kulturgeschichte der Menschheit wurde bestimmt von massenwirksamen Religionen und Ideologien zur demagogischen Begründung der vielen vorteilsorientierten Machtkämpfe und Eroberungskriege, - bisher zwei Weltkriege mit nachfolgendem Rüstungswettlauf (seit 1945 weitere 150 Kriege mit ca. 30 Millionen Toten in 50 Jahren - laut UNO-Bericht).
Das akute Dilemma des Homo sapiens wird biologisch eingeschätzt als eine natürliche Fehlentwicklung der anspruchsvollen Tierart "Mensch", die entsprechend einer Naturkatastrophe umweltzerstörend wirkt. Der sich "gottähnlich" glaubende Mensch kämpft wie jedes Tier um seinen Selbsterhalt in einer nur teilweise erkennbaren Umwelt. Darüber hinaus erstrebt er die vorteilhafte Befriedigung seiner subjektiven Bedürfnisse. Durch sein aggressives Handeln kann er nicht nur sich selbst sondern auch seine Welt zerstören; er hat die Natur schon so weit geschädigt, dass seine weitere Existenz durch Katastrophen bedroht ist. - Das evolutionäre Dilemma des Homo sapiens ist aber Teil der kosmischen und natürlichen Lebensvorgänge und somit "weltimmanent". Ob die Fähigkeit des Menschen zum rationalen Denken und intelligenten Entscheiden ihm künftig ermöglicht, dass er verantwortliches Handeln für die Allgemeinheit aufbringt, ist fraglich. "Der Mensch ist ein vorausschauendes Wesen. Der Mensch hat außer der Fähigkeit, der Natur alles auf die rücksichtsloseste Weise abzutrotzen, auch noch die Fähigkeit, seine Verantwortung dabei zu überdenken. Er muss und kann den Wert dessen empfinden, was er im Begriffe ist zu zerstören." (Hans Jonas im Gespräch, DER SPIEGEL 20/1992, S. 101) Der postulierte freie Wille als ethische Voraussetzung für Eigenverantwortung im Rahmen der Handlungsfreiheit des Individuums ist neurowissenschaftlich umstritten. Bestimmend beim Urteilen und Entscheiden sind jeweils aktuelle Situationsbedingungen und subjektive Bewertungen als unbewusste Einflüsse (vgl. Antrieb, Motivation und Emotion). [18]
Die lebensnotwendigen Lösungen globaler Probleme mit hoher Komplexität sind zu ermöglichen durch kollektives Verantwortungsbewusstsein, wissenschaftlichen Erfindungsreichtum und sparsamen Umgang mit Ressourcen. - Bisher fehlen auch wirksame Kontrollmaßnahmen zur Verringerung von Gefahren durch zunehmende Technikabhängigkeit der Menschen, besonders hinsichtlich der interaktiven Informations- und Computertechnik, die gegenüber Fehlern und Missbrauch abgesichert werden muss. Globale Verbesserungen der Lebensbedingungen können nur mittels notwendiger Sparmaßnahmen und staatlicher Übereinkommen erreicht werden (beispielsweise Vereinbarungen gegen Umweltzerstörung, gefährliche Weiterrüstung, Staatsverschuldung, Inflation, Dauerarbeitslosigkeit und zunehmende Kriminalität).
Optimisten hoffen auf die Problemlösefähigkeit der intelligenten Menschen, die mit ihrer Vernunft und Einsicht auch scheinbar unüberwindlichen Herausforderungen widerstehen können. - Weil Not erfinderisch macht, besteht eine gewisse Hoffnung auf "intelligente" Problemlösungen und global abgestimmte staatliche Maßnahmen des erforderlichen Krisenmanagements. Von der problemlösenden Gesellschaft gefordert wird ein individuelles Weiterlernen durch rationale Einsicht in wirkliche Zusammenhänge, - verbunden mit möglicher Selbsterkenntnis. Verfügbares und verbesserbares Wissen ermöglicht zweckdienliche Aktionen durch die "einsichtige" Kenntnisnutzung, insbesondere vorsorgliche Handlungen als effektive Anwendungen von erlernten Kompetenzen gemäß assoziierten Voraussagen (vgl. 1.3.). Ein selbstbezüglich denkender Mensch nutzt sein 'bisher bewährtes' Wissen für empirische Urteile und situationsangepasste Entscheidungen, die erforderlich sind für "problemlösendes" intelligentes Handeln zwecks Selbsterhaltung und Bedürfnisbefriedigung. Um erfolgreich handeln zu können, benötigt er profunde Kenntnisse, die ihm die Einsicht in wirkliche Zusammenhänge gewähren.
Um optimale Entscheidungen zu treffen und das eigene Vorgehen adaptiv zu planen, ist nutzbares Erfahrungswissen erforderlich (Modellgebrauch). Das symbolisch-abstrakte Denken beim intelligenten Problemlösen geschieht mit lerntypisch ausgebildeten Begriffsstrukturen zur antizipatorischen Bewertung von erwarteten Konsequenzen möglicher Lösungen (vgl. Risikoabschätzung).
Ein 'kluger' Mensch vermeidet Fehlurteile beim analytischen Denken durch die selbstkritische Verbesserung seiner Modellvorstellungen (Ansichten, Theorien) gemäß seiner empirisch gewonnenen 'praktischen' Einsicht in wirkliche Zusammenhänge. Ein 'aufmerksamer' Mensch kann wahrgenommene Beobachtungen, ermittelte Daten und theoretische Meinungen (vgl. Informationsflut im Internet) unter Zuhilfenahme seiner Kenntnisse selektiv verstehen und kritisch auswerten. Seine individuelle Auswahl relevanter Nachrichten entspricht den für ihn 'wichtigen' Aussagen (d. h. Informationsreduktion gemäß eigenen Interessen). Diese werden von ihm 'interpretativ' beurteilt und 'subjektiv' bewertet. Der "kennen lernende" Mensch entdeckt und untersucht (erforscht) das für ihn Neue, erfasst neue Beziehungen und bildet Begriffe für konstruktive Modelle gemäß seinem ausbildbaren Wissen (vgl. 1.2. und 3.1.). Der "forschende" Mensch strebt nach Erkenntnis, vor allem zum Lösen von erkannten Problemen seines (Über-)Lebens. Er erwirbt Kenntnisse von seiner Umwelt und versucht, entdeckte Zusammenhänge mit erfassten Beziehungen zu erklären. Seine theoretischen Erkenntnisse beim Lernen durch Einsicht in prinzipielle Sinn-Zusammenhänge sind hypothetisch und ungewiss. Erst nach ihrer empirischen Bewährung (Erprobung an der Realität) kann mit diesen Erkenntnissen das Erfahrungswissen erweitert oder vervollkommnet werden (vgl. 1.1.2.). Beim zweckdienlichen (intentionalen) Lernen durch systematische Erforschung von erfassbaren Zusammenhängen realer Sachverhalte helfen heuristische Methoden, konstruktive Kritik und Fragen hinsichtlich der Bestimmung (Erkennung, Deutung), Bewertung (Beurteilung) und Erklärung (Begründung) von untersuchten Objekten oder Relationen. Die zielorientierte Wissenschaft führt zu verbesserten Technologien für lösbare Probleme, insbesondere mit nützlichen Werkzeugen und Hilfsmitteln für vielfältige Aufgaben (vgl. Technik, Medizin und Kommunikation). Bei der wissenschaftlichen Erforschung von Teilkomplexen der natürlichen Welt wird davon ausgegangen, dass eine bewusstseinsunabhängige Außenwelt real existiert (vgl. "objektive Realität" des philosophischen Außenweltrealismus).
Subjektive Interpretationen von Beobachtungen und Wahrnehmungen in 'aufmerksamen' Gehirnen werden funktionell bestimmt von komplexen 'plastischen' Neuronenverknüpfungen, die abstrakt beschreibbar sind mit ausbildbaren (kognitiv-logischen) Begriffsstrukturen für individuelle Vorstellungen und empirische Urteile (vgl. 3.2.).
Aufgrund von bestimmten Merkmalen wahrnehmbarer Objekte oder Ereignisse lassen sich in Beziehung stehende Gegenstände begrifflich unterscheiden, (wieder-)erkennen und modellhaft beschreiben.
Wir deuten beobachtete Objektformen und Vorgänge der natürlichen Umwelt nach unseren Kenntnissen entsprechend eigenen Erfahrungen, die subjektive Vorstellungen und Vermutungen bestimmen, wodurch erstaunliche Eindrücke oder auch Freude ausgelöst werden können. Wir erkennen und deuten sogar Unerklärliches, - mit modellhaften Vorstellungen als Annahmen (vgl. 2.1.). Der "rational (nach-)denkende" Mensch denkt reflexiv und urteilt subjektiv. Seine Fähigkeit zu logischem Denken wird begrenzt durch seine individuellen Vorstellungen, Erinnerungen und Gefühle, - unter dem schwer kontrollierbaren Einfluss seiner unbewussten 'subjektiven Bewertungen' (Emotionen, Motivationen). [6] Die verbundenen Denkformen der 'analytischen Erkennung' und 'synthetischen Deutung' werden deklarativ bestimmt durch gedankliche Selektion bzw. Integration. Bei einer 'kognitiven' Analyse erkennbarer Problemsituationen können neue Erkenntnisse (def. begriffliche Beziehungen) gewonnen werden. Ihre "integrative" Nutzung ermöglicht eine 'kombinierende' Synthese von Gedanken entsprechend konstruktiven Konzepten, die nutzbar sind für Problemlösungen und neue Denkprodukte (siehe 1.3. und 3.1.). Erfinderisch erdacht werden 'konstruktive Konzepte' als neue Entwürfe (vgl. Konzeptionen) aufgrund gewonnener Erkenntnisse, die explizit beschreibbar sind mit "innovativen" Symbolverknüpfungen für Aussagen entsprechend den 'konzeptuellen' Darstellungen von neu gebildeten Begriffsstrukturen (siehe 2.3. und 3.). Eine rationale Erkennung und Deutung natürlicher Sachverhalte ist möglich durch begriffliche Bestimmung von 'kognitiven Schemata', die als symbolisch-abstrakte Modellvorstellungen für empirisch prüfbare (Vor-)Aussagen fungieren und erst nach praktischer Bewährung als "relativ wahr" gelten können.
Interpretative Deutungsergebnisse (vgl. Information oder Bedeutung) werden erfahrungsgemäß beurteilt (empirische Urteile) und subjektiv bewertet (vgl. Affekte, Emotionen und Motivationen). Das geschieht zunächst unbewusst (unwissentlich) und kann nach einem Bewusstwerden zu deklarativen Aussagen führen (siehe 3.). Äußerbare Resultate der individuellen Erkennung und Deutung von Situationen können als informative Aussagen formal ausgedrückt werden, um sie kommunikativ mitzuteilen (vgl. 2.3.). Das Beschreiben und Erklären eines Sachverhalts in verständlicher Darstellungsform mit passenden Worten oder bekannten Symbolen für Begriffe gelingt nur demjenigen, der die untersuchten Zusammenhänge selbst verstanden hat. Das Verstehen natürlicher Zusammenhänge wird ermöglicht durch die "richtige" Erkennung (Identifikation, Klassifikation) und "adäquate" Deutung (Interpretation) von wirklichen Wahrnehmungen (vgl. 3.1.). Eine kognitive Verbesserung des Verstehens gelingt mit der lerntypischen Ausbildung eines besser zutreffenden Erfahrungswissens durch situationsbedingten Kenntniserwerb. Dabei vorausgesetzt wird ein zur situationsspezifischen Erkennung nützliches 'einschlägiges' Wissen, das bezeichnet wird als 'erkenntnisförderndes Vorwissen' (siehe 1.2.). Eine wahrgenommen Darstellung wird subjektiv interpretiert und kann mehr oder weniger richtig verstanden und beurteilt werden. -
Fehldeutungen entsprechen Missverständnissen aufgrund 'unzureichender' Vorstellungen und 'unpassendem' Kontextwissen.
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Kognitive Leistungen des Gehirns kann der 'selbstreflexiv' denkende Mensch erforschen und darüber explizite Aussagen formulieren, beispielsweise als Thesen von prinzipiellen Erkenntnissen zur möglichen Deutung seiner mentalen Reflexionen.
Die Komplexität der zu analysierenden Gehirnfunktionen, insbesondere hinsichtlich Begriffs- und Urteilsbildung zur Bestimmung von intelligentem Verhalten, erschwert die wissenschaftliche Beschreibung und Erklärung von lernfähigen Gedächtnisstrukturen, wobei eine hinreichende Selbsterkenntnis des Menschen notwendig ist.
Einsicht ist eine Begriffsform für das Verstehen eines Sachverhalts aufgrund der Erkenntnis von erfassten Zusammenhängen, beispielsweise einer kausalen Relation zur Bestimmung von Ursache und Wirkung eines Geschehens oder einer Handlung.
Das evolutionär vorbestimmte Erkenntnisvermögen des Menschen basiert auf seiner lernfähigen Gehirnstruktur, die befähigt ist zu kognitiven Leistungen für intelligentes Verhalten aufgrund von situationsbedingtem Kenntniserwerb, - insbesondere zur Gewinnung von Einsicht (durch Erkenntnis) als Ergebnis eines analytisch-synthetischen Erkenntnisprozesses.
Erkennbare Merkmalsbeziehungen der untersuchten Gegenstände sind kennzeichnend für strukturelle Analogien mit kognitiven Schemata, die zur "erkennenden" Wahrnehmung (vgl. Identifikation/Klassifizierung) geeignet sind und ausgedrückt werden können mit objektorientierten Thesen über mögliche oder wahrscheinliche Beziehungen, - entsprechend den jeweils erworbenen Kenntnissen von "erfahrenen" Zusammenhängen (vgl. Erkennung und Deutung, siehe 1.1.1.). Der "wissentlich forschende" Mensch strebt nach logisch begründbarer Erkenntnis und wissenschaftlicher Wahrheitsfindung (Wissensdrang), in dem er kritisch nachdenkt über erfahrene Wirkbeziehungen und kausale Sinn-Zusammenhänge, wobei er sich "Warum?"- und "Was wäre wenn?"-Fragen stellen kann. Sein selbstreflexives Denken (Nachdenken), funktionell getrennt von aktuellen Wahrnehmungen, betrifft nicht nur pragmatische Gedankengänge, sondern auch theoretische Überlegungen aufgrund von begrifflichen Modellvorstellungen (vgl. Theorien oder Fiktionen).
Mit wissenschaftlichem Denken und kritischen Fragen versucht der Mensch die untersuchbaren Zusammenhänge der Erlebniswelt zu begreifen und aufzuklären, um sie mit Darstellungen für begriffliche Beziehungen als formale Relationen zu beschreiben und mit möglichst systematisierten Aussagen zu erklären (vgl. Formeln, Lehrsätze oder Logos-Relationen, siehe 2.3.).
Eine teilweise Erforschung der Welt gelingt dem wissbegierigen Menschen während seiner kurzzeitigen Existenz mit modellhaften Beschreibungen und theoretischen Erklärungen von deutbaren Phänomenen gemäß seinem bescheidenen Wissensstand. Dabei hat er physikalische Größen definiert, die messbar sind durch Vergleich mit festgelegten Maßstäben. Ihre Berechnung wird ermöglicht mit Algorithmen und mathematisch formulierbaren Regeln, die als gesetzmäßig unter bestimmten Rahmenbedingungen angenommen werden. Auf Forschungsresultaten der Physik (vor allem Erkenntnissen zu Materie und Licht) basieren systematisch bestimmte Erklärungsmodelle und Theorien für grundlegende Naturgesetze, die nach "nicht reduktionistischer" Auffassung nur teilweise Gültigkeit haben und sich "evolutionär" ändern können. Es gibt in der evolutionsbestimmten Biosphäre auch 'partiell gesetzlose' (quasi zufällige) und 'ursprungsbedingte Abläufe für Veränderungen des Tatsächlichen gemäß neuer Möglichkeiten für innovative Variationen oder Neubildungen (vgl. 'zufällige' Mutationen). Die Evolution der Biosphäre im (hinsichtlich seiner Komplexität) 'offenen' Universum ist gekennzeichnet durch ein kreatives Werden und zeitliches Vergehen mit speziellen Auswirkungen aufgrund von gegenseitigen Abhängigkeiten und Wechselbeziehungen. Deshalb werden für erforschbare Abläufe des Universums keine vollständigen Beschreibungen mit wissenschaftlch definierten Naturgesetzen und Naturkonstanten möglich sein, - entsprechend dem definierten Unschärfeprinzip der relativen Wahrheit (vgl. 2.1, - Ungewissheit der wissenschaftlichen Wahrheitsfindung). Für fundamentalistische Ideologien oder reduktionistische Theorien gelten postulierte Axiome (vgl. Offenbarungen oder Thesen) bzw. konzeptionelle Grundsätze (vgl. Begriffsdefinitionen, Formeln und Lehrsätze). Damit versucht der "vereinfachend deutende" Mensch, die erfassbaren Zusammenhänge komplex-vernetzter Komponenten von natürlichen (Teil-)Systemen auf möglichst wenige allgemeine Prinzipien und Grundgesetze zurückzuführen (vgl. definierte Grundprinzipien für Glaubenssätze bzw. Naturgesetze). Forschungen der Wissenschaft betreffen wahrscheinliche Aussagen besonderer Hypothesen oder Theorien, die auf Erfahrung gegründet sind und verallgemeinert nutzbar sind als Prämissen weiterer Schlussfolgerungen und Experimente (vgl. Induktion und Deduktion). Mit 'bisher bewährten' Theorien können empirische Voraussagen regelgestützt berechnet oder logisch geschlussfolgert werden. Diese sind praktisch überprüfbar und vorteilhaft nutzbar. Dabei fehlt aber die Gewissheit für eine zukünftige Bewährung der angewendeten Theorie(siehe 2.1.). [7] Angestrebt wird ein möglichst realistisches Weltbild durch naturwissenschaftliche Erforschung von untersuchbaren Sachverhalten zwecks Erklärung der vielfältigen Seinserfahrungen des Menschen und der Beantwortung von Fragen zu seiner Stellung im Kosmos.
Wissbegierige Menschen streben nach Einsicht durch Erkenntnis und stellen sich grundsätzliche Fragen gemäß ihrer modellhaften Weltbilder. Zu beantworten sind philosophische Fragen bei der Warheitssuche. Eine wissenschaftliche Wahrheitsfindung gelingt durch systematische Erforschung wirklicher Sachverhalte hinsichtlich erkennbarer Grundprinzipien (Ursprünge, Regeln).
Die Wissenschaft ermöglicht im Unterschied zur Religion eine relative Wahrheitsfindung durch systematische Prüfung theoretischer Argumente zur Begründung von Behauptungen (d. h. Urteilsäußerungen mit Wahrheitsanspruch) aufgrund gewonnener Erkenntnisse von natürlichen Zusammenhängen (d. h. kognitiv erfasster Beziehungen).
Als "relativ wahre" Grunderkenntnisse nutzbar sind nur die wissenschaftlich (systematisch) erworbenen prinzipiellen Kenntnisse von grundsätzlich "begriffenen" (abstrahierten) Zusammenhängen der untersuchten Sachverhalte, die als 'bisher bewährt' gelten und empirisch überprüfbar sind (siehe 2.3.). Die zunehmende Gewinnung von Fachwissen spezialisierter Forschungsdisziplinen erfordert auch verstärkte interdisziplinäre Forschungen zwecks wissenschaftlicher Integration spezieller Erkenntnisse auf vielen Wissensgebieten (vgl. Ziel der einheitlichen Ordnung von Wissen). Albert Einstein schrieb: "Wissenschaft ist der Versuch, der chaotischen Mannigfaltigkeit der Sinneserlebnisse ein logisch einheitliches gedankliches System zuzuordnen. In diesem System sollen die einzelnen Erlebnisse derart ihr gedanklich-theoretisches Korrelat finden, dass die Zuordnung eindeutig und überzeugend erscheint. Begriffe entsprechen abstrakten Vorstellungen von verallgemeinerten Besonderheiten bei der Bildung von Urteilen des 'symbolisch-abstrakten' Denkens. Ein Begriff wird aufgefasst als 'Abstraktes im Allgemeinen' einer Klasse (Kategorie) von besonderen Beobachtungen oder Phänomenen aufgrund erfasster Zusammenhänge. Ein 'objektivierbarer' Begriff kann in Form sprachlicher Ausdrücke verständlich mitgeteilt werden durch explizit vereinbarte Zuordnung mindestens eines 'bezeichnenden' Begriffssymbols (z. B. Zeichen, Wort oder Muster, definiert als Invariante bzw. Formation, vgl. 3.). Für beobachtete Regelmäßigkeiten von Umweltbedingungen können prinzipielle Zusammenhänge mit 'kognitiv erfassten' begrifflichen Beziehungen symbolisch-abstrakt beschrieben und verständlich mitgeteilt werden, wozu möglichst anschauliche Darstellungsformen mit Begriffssymbolen dienen (z. B. Zeichen, Wörter oder Sätze, auch Bilder als Metaphern für Analogien, - außerdem Muster und Formeln der mathematischen Objektivierung). Objektivierbare begriffliche Beziehungen des deklarativen Wissens sind formal ausdrückbare Kenntnisse, die mit verständlichen Aussagen dargestellt und interaktiv mitgeteilt werden können (vgl. 2.).
Das Gewinnen einer Erkenntnis entspricht dem "mentalen" Begreifen, d. h. der kognitiven Erfassung mindestens einer begrifflichen Beziehung, die als erworbene Kenntnis gemäß ihrer praktischen Bewährung genutzt werden kann (siehe 1.2. und 2.1.).
Aufgrund von gewonnenen Erkenntnissen können neue Denkmodelle mit systematisch definierten Konzeptformen (def. Begriffsstrukturen) zur Bestimmung funktioneller Symbolzuordnungen gemäß induktiv angenommenen Regelmäßigkeiten (def. Regeln) logisch nutzbar gemacht werden (siehe 3.). Dazu erforderlich ist die Berücksichtigung von grundsätzlichen Bedingungen (z. B. Wirkprinzipien) der Realität und außerdem von abschätzbaren Wahrscheinlichkeiten möglicher Änderungen von Prämissen oder Ausnahmen von Regeln (vgl. ungewisse Randbedingungen für definierte Naturgesetze). Induktiv erlerntes Wissen beruht auf verallgemeinerten Erfahrungen, bestimmt durch situationsbedingt erfasste Beziehungen, d. h. bedingte Relationen als erworbene Kenntnisse, die sich praktisch bewähren müssen, damit sie nach dem Bestätigungsprinzip konsolidiert werden können (sonst: Vergessen oder Umlernen zwecks Anpassung an Umweltänderungen). [1] [2] Ohne Wahrnehmung keine Erfahrung, keine Erkenntnis; - ohne Erkenntnis keine Einsicht, kein Verständnis. Praktische oder theoretische Einsicht (vgl. Klugheit bzw. Weisheit) basiert auf situationsbedingt erworbenen Kenntnissen (Erkenntnissen für Wissen), die modellhaft erfassten 'begrifflichen' Beziehungen entsprechen. Individuell gewonnene empirische oder theoretische Erkenntnisse werden bestimmt als 'bisher bewährte' erworbene Kenntnisse, die für kognitive Leistungen erfahrungsgemäß genutzt werden können (vgl. Voraussagen für empirische Urteile), trotz der Ungewissheit ihrer angenommenen Adäquatheit gegenüber natürlichen Beziehungen (der objektiven Realität). Ihr Wahrheitsanspruch (vermutete Validität) muss ständig bezweifelt und empirisch überprüft werden, beispielsweise durch logische Kritik und wissenschaftliche Experimente mit beobachtbaren Fakten (vgl. praktische Bewährung von Theorien oder Modellen ohne Gewissheit, siehe 2.1.). [7] Objektivierbare (Er-)Kenntnisse können als Wissen vermittelt werden, womit rationale Einsicht in prinzipielle Zusammenhänge subjektiv gewinnbar ist. Beim Lernen durch Einsicht in Sinnzusammenhänge unterstützt eine gewonnene Erkenntnis die zielorientierte Lösungsfindung oder Aktionsnachahmung aufgrund von (Modell-)Vorstellungen oder Erwartungen (Erinnerungen). Erzielbare Problemlösungen sind beispielsweise: das "einsichtige" Auffinden einer innovativen Mittel-Zweck-Relation (als Erfindung) oder einer prinzipiellen Antwort auf eine "Warum?"-Frage zur Erklärung von wirklichen Geschehnissen (vgl. 3.1.).
Beim "Begreifen" wird eine kognitiv erfasste Beziehung als (induktiv) erworbene Kenntnis im Gedächtnissystem "strukturell erlernt", d. h. als bedingte Relation in Form einer konditionierten Assoziation ausgebildet (siehe 1.2.). [1]
Ein strukturveränderliches Gedächtnissystem "erlernt" und "behält" (d. h. speichert lang- oder kurzzeitig) kognitiv erfasste Beziehungen als seine situationsbedingt erworbenen Kenntnisse (def. als bedingte Relationen) von "erfahrenen" Zusammenhängen der sinnlich wahrnehmbaren Sachverhalte (Beobachtungen der objektiven Realität) oder von "erdachten" begrifflichen Beziehungen für theoretische oder fiktive Vorstellungen (symbolisch-abstrakte Reflexionen über Erinnerungen, Antizipationen). Das erfahrungsgemäße Kennenlernen einer objektiven Beziehung des erfassbaren Zusammenhangs eines untersuchten Sachverhalts gelingt durch situationsbedingten Kenntniserwerb. Dabei wird eine erworbene Kenntnis aufgefasst als begriffliche Beziehung und strukturell gespeichert als eine bedingte Relation in Form einer konditionierten Assoziation der lernfähigen Gedächtnisstruktur.
Beim induktiven Lernen durch Kenntniserwerb (einer lernfähigen Gedächtnisstruktur) werden 'modifizierte' oder 'neu definierte' Begriffsstrukturen situationsbedingt ausgebildet durch 'synthetische Verallgemeinerung' (generalisierende Integration) und/oder 'analytische Abstraktion' (begriffliche Selektion) von bedingt verknüpften Begriffssymbolen, die mit relationalen Ausdrücken formal darstellbar sind (vgl. 3.2 und Logos-Relationen unter 2.3). [1] [4] Beim Lernen ausgebildete Begriffsstrukturen entsprechen 'individuellem Erfahrungswissen' als konstruktive Voraussetzung für "aus Erfahrung" assoziierbare Voraussagen (Erwartungen) und empirische Urteile, besonders zur "optimierenden" Bestimmung von Entscheidungen für "intelligente" (problemlösende) Aktionen.
Dabei sind hypothetisch nutzbare (Er-)Kenntnisse empirisch zu überprüfen, ob sie praktisch bestätigt werden oder ob sie falsifiziert werden müssen (vgl. Korrektur beim Umlernen [2]). [3]
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Ein kognitives System ist befähigt zum Selbstlernen gemäß seinem Basis- und Erfahrungswissen für eigene Deutungen von Situationen (vgl. Urteile und Bewertungen), - zwecks Selbsterhaltung und Überleben durch Anpassung an seine veränderliche Umwelt. Es verfügt über kenntnisspezifisch ausgebildete Gedächtnisstrukturen seiner "plastischen" Funktionskomplexe zur lerntypischen (kognitiv-logischen) Informationsverarbeitung. Seine Urteile und Entscheidungen werden beeinflusst von "erinnerten" Vorstellungen und Erwartungen (assoziierte Voraussagen). Diese beruhen auf dem kognitiven Grundprozess des situationsbedingten Kenntniserwerbs (vgl. Erfahrung, Erkenntnis), dessen technische Simulation als ein Schlüsselproblem der KI-Forschung und kognitiven Robotik perspektivisch zu lösen ist. Ein "intelligenter" Organismus (mit rationaler Autonomie) kann beobachtete Regelmäßigkeiten seiner Umwelt als gesetzmäßig annehmen und damit hypothetische, mehr oder weniger adäquate Modelle bilden, mit deren Hilfe er Außenweltbedingungen analytisch erkennen und empirisch voraussagen kann (vgl. wissenschaftliche Theorien). Die dadurch gegebene Möglichkeit, sich an Umweltverhältnisse "selbsterhaltend" anzupassen (vgl. 'Homöostase' als dynamische Stabilität), ist ein Selektionsvorteil bei der Evolution.
Wer Einsicht in reale Zusammenhänge gewinnen will, muss jede erkannte neue Hypothese ohne Voreingenommenheit auf ihre sachliche Bewährung kritisch prüfen, demzufolge sie begründet anerkannt werden kann oder andernfalls ohne Korrektur abgelehnt werden muss. Erich Fromm (1900 - 1980) schrieb: "Wenn ein wesentlicher Teil der Intelligenz in der Fähigkeit besteht, Zusammenhänge zwischen Faktoren festzustellen, bei denen man bisher nicht bemerkt hatte, dass sie miteinander in Beziehung stehen, dann wird jemand, der sich an Klischees und Konventionen klammert, es nicht wagen, solche Zusammenhänge zu erkennen. Wer Angst davor hat, sich von den anderen zu unterscheiden, wird nicht wagen, Fiktionen als das zu erkennen, was sie sind, und wird daher auf starke Hindernisse stoßen, wenn es gilt, die Realität aufzudecken." [aus 'Jenseits der Illusionen', 11 Verwandte Ideen, 1962] Nicht verstandenes Neues wird meist emotional abgelehnt aufgrund von subjektiven Vorurteilen und unzureichendem Wissen. - Denkgewohnheiten und Vorurteile basieren auf pragmatischem Teilwissen, das durch neue Erfahrungen und Erkenntnisse erweitert und korrigiert werden kann. Bei der Wahrnehmung von Unbekanntem wird versucht, dieses mit ähnlichem Bekannten zu vergleichen, d. h. Analogien zu finden, um das unbekannte Neue mit eigenen Kenntnissen "aus Erfahrung" zu beurteilen. Wenn zum Verstehen neuer Situationen keine passenden Begriffe oder Vorstellungen nutzbar sind, fällt es Menschen sehr schwer, über den sinnlich erfahrbaren Tat-Folge-Zusammenhang hinaus zu denken. Die Erforschung von Neuem (Untersuchung von Unbekanntem) gelingt als ein "vertiefendes" Kennenlernen durch sukzessiven Kenntniserwerb einer lernfähigen Gedächtnisstruktur mit vorausgesetztem Wissen (Vorwissen), dessen kognitive Erweiterung (Ausbildung) ein "einsichtiges" Verstehen im passenden Begriffszusammenhang (Kontext) ermöglicht. Wer neue Kenntnis erwirbt, der kann damit mehr wissen; aber wer Einsicht durch Erkenntnis gewinnt, der kann damit sein Wissen verbessern (vgl. 1.1.2.).
Für kluges Handeln nutzbares Wissen ist erfahrungsgemäß erlernbar nach der Methode 'Versuch und Irrtum', d. h. Lernen aus Fehlern oder am Erfolg. -
Immer wieder Neues versuchen und sich dabei irren dürfen ist der Weg zum Lernen - auch aus schlechten Erfahrungen (vgl. 3.1.).
Eine explizit äußerbare Erkenntnis des 'deklarativen' Wissens wird bestimmt als eine erworbene Kenntnis, die als 'bisher bewährt' gilt und empirisch überprüft und logisch begründet werden kann (siehe 2.3.). »Von etwas Kenntnis haben« (es kennen) bedeutet darüber informiert sein und heißt: davon 'wissen' oder es 'erfahren' haben. Eine »Kenntnis« wird definiert als ein 'relationales Wissenselement' und entspricht beziehungsgemäßem (relationalem) »Wissen«, - aufgefasst als ein Modus des Führwahrhaltens (bei Kant), wobei ein Wahrheitsanspruch mehr oder weniger begründbar ist (vgl. Wissen, Meinung oder Glaube). Sprachlich äußerbare Kenntnisse des "bewusst" zugänglichen deklarativen Wissens können formal ausgedrückt werden als Aussagen zur Beschreibung von bekannten Zusammenhängen, beispielsweise mit vereinbarten Begriffssymbolen und Relationen in logischen Verknüpfungen (für Darstellungsformen, vgl. 2. und 3.). Durch Nutzung bewährter Kenntnisse von kognitiv erfassten Beziehungen ist kluges Handeln möglich, wenn erwartete Konsequenzen bewertet und voraussehbare Risiken verantwortungsvoll berücksichtigt werden (vgl. 1.3.). Nutzbare Kenntnisse des Erfahrungswissens entsprechen Beziehungen abstrakter Begriffsstrukturen für erinnerbare Vorstellungen oder empirische Voraussagen, mit denen handlungsorientierte Interpretationen ermöglicht werden. Beim Erkennen und Deuten (Identifikation und Interpretation) von Objekten oder Situationen resultieren Sinneswahrnehmungen (für subjektive Deutungen) aus der begrifflichen Klassifizierung (Kategorisierung) durch Vergleiche mit kognitiven Schemata, die darstellbar sind mit disjunkten 'Merkmalskonjunktionen' für einzelne Begriffe als analytisch abstrahierte Vorstellungen (vgl. zwei Deutungsvarianten der optischen Illusion 'Necker-Würfel', siehe Bild). | ||
»Kenntniserwerb« eines lernfähigen Gedächtnissystems ist ein kognitiver (Grund-)Prozess mit dem Resultat der 'erworbenen Kenntnis', - gleichbedeutend mit Erkenntnis, - die als erfasste begriffliche Beziehung des 'kognitiv' erweiterten Wissens für (Vor-)Aussagen nutzbar ist. Eine erworbene Kenntnis kann als angenommenes Wissenselement "im Gedächtnis" behalten (temporär gespeichert), gefestigt (empirisch bestätigt, konsolidiert) oder entfernt (vergessen, verlernt) werden.
Ein 'situationsbedingter' Kenntniserwerb entspricht der Ausbildung von Erfahrungswissen, d. h. einer "kognitiven" Erweiterung oder Modifikation der Wissensstruktur durch funktionelle Einbeziehung von mindestens einer "erworbenen" empirischen oder theoretischen (Er-)Kenntnis.
Der 'funktionsverändernde' Kenntniserwerb im lernenden Gedächtnissystem wird bestimmt als kognitver Grundprozess des »strukturellen Lernens«, d. h. der funktionellen Veränderung seiner 'lernfähigen' Gedächtnisstruktur aufgrund einer (erfahrungs-)bedingten Strukturänderung (vgl. Wissensausbildung mit bedingten Relationen). [1] Strukturelles Lernen in neuronalen Funktionskomplexen basiert auf 'plastischen' synaptischen Verbindungen zwischen Nervenzellen. Damit können beim Lernen 'konditionierte Assoziationen' vernetzter Neuronen situationsbedingt aufgebaut (erlernt), bekräftigt (konsolidiert) oder abgebaut (vergessen) werden. [1] Das Lernvermögen eines kognitives Systems, d. h. seine funktionelle (und strukturelle) Modifizierbarkeit durch eigenen situationsbedingten Kenntniserwerb, entspricht seiner »strukturellen Lerndisposition«.
Die veranlagte Lerndisposition bestimmt Art und Umfang des individuellen Ausbildungsvermögens für erlernbares Erfahrungswissen durch (ontogenetische oder epigenetische) Erweiterung oder Umbildung von (philogenetisch oder genetisch) vorbestimmtem Basis-Wissen bzw. Vorwissen des lernenden Gedächtnissystems.
[1]
Die lerntypische 'Plastizität' von Neuronen-Netzwerken, insbesondere für ontogenetische Kenntnis-Konsolidierungen durch "verstärkte" synaptische Verbindungen, konnte in vielen Lernexperimenten an Tieren neurowissenschaftlich untersucht und funktionell nachgewiesen werden. Dabei war für jede Synapsen-Bahnung eine prä- und postsynaptische Signal-Koinzidenz situationsbedingt erforderlich (vgl. Postulat von Donald Hebb u. a.) [19]
Zur Erklärung eines 'induktiven Lernmechanismus' für die Konditionierung von kenntnisspezifischen Assoziationen (für bedingte Begriffrelationen) definierte ich eine Konnexanalyse nach dem 'Prinzip der Vereinbarkeit' für die induktiv angenommene oder verstärkte Verbindung zweier zusammentreffender Signalereignisse (d. h. für Besonderes und Allgemeines) entsprechend der Verallgemeinerung eines Begriffs durch situationsbedingte Einbeziehung des Besonderen ins Allgemeine. [1]
Induktiv erfasste 'begriffliche' Beziehungen entsprechen situationsbedingt erworbenen Kenntnissen von (durch Verallgemeinerung) angenommenen Regelmäßigkeiten und können dann zu gewonnenen Erkenntnissen werden, wenn sie hinreichend begründbar sind.
»Lernende Gedächtnisstrukturen« repräsentieren "kognitiv erfasste" Beziehungen zwischen (singulären oder generellen) Begriffen eines "denkenden" Gehirns. Die situationsbedingt ausgebildeten begrifflichen Beziehungen entsprechen erworbenen Kenntnissen von verallgemeinert angenommenen Zusammenhängen untersuchter Sachverhalte.
Systematisch erfasste prinzipielle Beziehungen entsprechen fundamentalen Erkenntnissen (Grunderkenntnissen) von 'kennengelernten' Zusammenhängen untersuchter (natürlicher, mathematischer oder fiktiver) Sachverhalte. Diese sind theoretisch beschreibbar (objektiviert mitteilbar) gemäß einer symbolisch-konstruktiven Modellbildung. Ihre aspektorientierte 'konzeptionelle' Nutzung ermöglicht den "kreativen" Entwurf von neuen Konzepten begrifflicher Strukturen, die besonders notwendig sind zur Gestaltung und Herstellung künstlicher Produkte (Artefakte, Kulturgüter) von Wissenschaft, Technik und Kunst. Gewonnene Grunderkenntnisse können als erworbene Kenntnisse objektiviert und formal dargestellt werden, besonders vorteilhaft zur interaktiven Nutzung in Form von sprachlichen Beschreibungen und Erklärungen von Sachverhalten (vgl. Logos-Relationen unter 2.3.). Eine kognitiv erfasste Beziehung zwischen abstrakten Begriffen führt möglicherweise zu einem Fehlurteil, wenn der verallgemeinert angenommene Sinn-Zusammenhang zwar empirischen Einzelbeobachtungen entspricht, aber nicht adäquat zur veränderlichen Realität ist (vgl. menschliche Einfalt versus natürliche Vielfalt). Kognitionsleistungen für Lernen werden begründet mit situationsbedingt (induktiv) erworbenen Kenntnissen, d. h. mit durch Verallgemeinerung von Erfahrungen (z. B. festgestellten Koinzidenz-Ereignissen) erfassten Beziehungen, die als bedingte Relationen einer lernfähigen Gedächtnisstruktur kurz- oder langzeitig 'behalten' werden können. Erworbene Kenntnisse sind (mit-)bestimmend für empirische Urteile, Vorurteile, Erwartungen, Voraussagen oder Vorstellungen. »Erworbene Kenntnisse«, aufgefasst als relationale Wissenselemente (def. bedingte Relationen), des ausgebildeten Erfahrungswissens im lernfähigen Gedächtnissystem entsprechen "kognitiv erfassten" begrifflichen Beziehungen für "erfahrbare" Zusammenhänge untersuchter Sachverhalte. [1]
Verknüpfte bedingte Relationen zwischen Begriffen entsprechen situationsbedingt erworbenen Kenntnissen des ausgebildeten Erfahrungswissens, wobei 'kognitiv-logische' Begriffsstrukturen mit (erfahrungs-)bedingt verknüpften Funktionsvariablen modellierbar sind (siehe 2.). [1] - [5] Objektivierbare erworbene Kenntnisse werden dargestellt als 'bedingte Relationen' in Form ausgebildeter konditionierter Assoziationen, die einbezogen sind in 'kognitiv-logische' Verknüpfungen der lernfähigen Gedächtnisstruktur für (erfahrungs-)bedingte Funktionen eines selbstlernenden Informationsverarbeitungssystems. Eine »bedingte Relation« wird als situationsbedingt erworbene Kenntnis in Form einer aufgebauten »konditionierten Assoziation« der lernfähigen Gedächtnisstruktur 'strukturell gespeichert' (behalten). Erworbene Kenntnisse müssen sich bei ihrer Nutzung bewähren (Konsolidierung), damit sie "im Gedächtnis behalten" bleiben. Anderenfalls werden sie durch erfahrungsgemäße Kritik korrigiert oder vergessen (Falsifizierung). Beim Umlernen durch Kennenlernen eines neuen Zusammenhangs (antivalente Relationen) wird mit der neu erworbenen Kenntnis (als neue Alternative) eine bisher genutzte Kenntnis falsifiziert und durch die neue Kenntnis ersetzt (d. h. antivalente Nutzung der 'neu erlernten' bedingten Relation) [2] Umgangssprachlich bedeutet »Assoziation« eine formalisierbare Verbindung oder Verknüpfung, besonders eine Vorstellungsverknüpfung beim mentalen Assoziieren (Erinnerung, Erwartung, Imagination). Das Wort 'Assoziation' bezeichnet im Besonderen eine 'verbindende' Entsprechung, Zuordnung, Gegenüberstellung, In-Beziehung-Setzung oder Vereinigung (Sozietät) von begrifflichen Objekten, Gegenständen bzw. Institutionen von gleicher, ähnlicher oder gegensätzlicher Art.
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Die kognitive Erfassung (Begreifen) eines beobachtbaren Zusammenhangs als eine abstrahierte begriffliche Beziehung (erworbene Kenntnis), die als bedingte Relation darstellbar ist mit assoziierten (verknüpften oder zugeordneten) Begriffssymbolen, wird prinzipiell ermöglicht durch mindestens eine 'konditionierbare Assoziation' eines Gedächtnissystems, das gekennzeichnet ist durch seine 'strukturelle Lerndisposition' für ausbildbares Erfahrungswissen. Eine »konditionierbare Assoziation« wird bestimmt als ein 'potenzielles' Gedächtniselement für mindestens eine erlernbare 'bedingte Relation' gemäß der veranlagten »strukturellen Lerndisposition« eines (kognitiv-logischen) Gedächtnissystems. Ihre Konditionierung für eine situationsbedingt erwerbbare Kenntnis geschieht durch verallgemeinernde kognitive Zusammenhangserfassung nach dem »Prinzip der Vereinbarkeit«, - gemäß einem induktiven Lernmechanismus. [1]
Jede »konditionierte Assoziation« einer lernfähigen Gedächtnisstruktur entspricht einer 'vereinbarungsgemäß aufgebauten' (Wirk-)Verbindung mittels eines funktionell aktivierten 'relationalen Gedächtniselements' (vgl. » Synapse) zur Repräsentation einer semantischen bedingten Relation, die aufgefasst wird als situationsbedingt erworbene Kenntnis (Erkenntnis) im Sinne eines 'angenommenen' Wissenselements (für gewonnene Einsicht). [1] - [4] Das menschliche Gedächtnissystem für ausbildbares Wissen entspricht einem 'lernfähigen' komplexen Netzwerk kausal wechselwirkender Funktionseinheiten, bestehend aus elementaren, plastisch verknüpften Neuronen (Nervenzellen). Ihre situationsabhängigen Aktivitäten bewirken chemoelektrische Beeinflussungen für funktionale Zuordnungen (Assoziationen) von systeminternen Darstellungsformen (neuralen Mustern) analog aktualisierten Begriffssymbolen, die selektiv definierbar sind als 'verifizierte Invarianten' gemäß kognitiv-logischen Verknüpfungen für "einsichtig" modifizierte Begriffsstrukturen (siehe 3.) Im 'strukturell lernenden' Gehirn mit plastischen Neuronenverknüpfungen wird deklaratives (Erfahrungs-)Wissen im assoziativen Cortex ausgebildet, das für sprachliche Aussagen 'wissentlich' (bewusst) ausdrückbar ist.
Nutzbare empirische Kenntnisse ermöglichen als »erworbene Vorkenntnisse« eine assoziative Unterstützung von neuem Kenntniserwerb (vgl. assoziative Konditionierung) beim Lernen eines kognitiven Systems durch 'vorwissentlich geförderte' situationsbedingte Ausbildung seiner modifizierbaren Gedächtnisstruktur mit resultierendem Erfahrungsgewinn entsprechend der funktionellen Erweiterung oder Änderung des bisherigen Erfahrungswissens (vgl. ausgebildete Begriffsstrukturen für empirische Einsicht). Für situationsbedingten Kenntniserwerb möglich sind zwei Konditionierungsarten, definiert als 'reale' bzw. 'assoziative' Konditionierung, gemäß einer externen ('kognitiv' wahrgenommenen) bzw. systeminternen ('intuitiv' assoziierten) Situationsbedingung für mindestens eine detektierte Signal-Koinzidenz pro konditionierbarer Assoziation der strukturellen Lerndisposition (gemäß definierter Koinzidenzbedingung der Konnexanalyse eines induktiven Lernmechanismus, vgl. auch Bild unter 3.2.). [1] Prinzipiell unterschieden werden empirische und theoretische Erkenntnisse eines lernfähigen Gedächtnissystems hinsichtlich ihrer situationsspezifischen Entstehungsart (Verursachung oder Begründung), die gekennzeichnet ist durch eine externe (reale) bzw. interne (assoziative) Ursache oder Bedingung.
Erlernbar sind alternative Kenntnisse für empirische Urteile und Entscheidungen. Beim Umlernen durch situationsbedingten Kenntniserwerb (vgl. Kenntnissubstitution) erzwingt der Aufbau einer 'neuen' Beziehung (in Form einer konditionierten Assoziation) den Abbau einer 'bekannten' Beziehung (bedingten Relation), wenn für ihre Bezugsvariable (Attribut- oder Funktionsvariable) ein anderer (antivalenter) Wert von der kennen gelernten 'neuen' Beziehung bestimmt wird. [2] Im Prozess des Vergessens oder Umlernens wird der Kenntnisverlust aufgrund von zeitlichen Bedingungen der Vorgeschichte oder durch steuernde bzw. rückkoppelnde Einflüsse auf die erworbene "vergessbare" Kenntnis bewirkt. Der zeitabhängige Kenntnisverlust ist mit einer Zeitkonstante für die Aufrechterhaltung der konditionierten Assoziation steuerbar. Dabei gilt die Bedingung, dass die konsolidierende Wiederkonditionierung (z. B. durch Training) nicht rechtzeitig erfolgte oder ausgeblieben ist. Der nutzensabhängige Kenntnisverlust kann durch einen 'bewertenden' Kontroll- und Regelmechanismus nach dem 'Effektgesetz des Lernens' gesteuert werden.
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Prinzipiell erklärbar und modellierbar sind lernfähige Gedächtnissysteme, die erkannte Situationen selbstbezüglich (subjektiv) bewerten und mit assoziierten Voraussagen "aus Erfahrung" beurteilen können. Ihre empirischen Urteile und assoziativen Erinnerungen (Voraussagen, Vorstellungen) beeinflussen logische Entschlüsse, die als 'bedingte Inferenzen' zweckdienlich sein können, besonders zur adaptiven Handlungssteuerung mit 'rationaler' Autonomie (vgl. 3.3). [2] [3] Ein lernfähiges Gedächtnissystem, das befähigt ist zur optimalen Entscheidungsfindung für "intelligentes" Handeln, ist erklärbar mit einer (technisch modellierbaren) 'kognitiv-logischen' Gedächtnisstruktur, die eine dynamische Wissensdarstellung ermöglicht. Seine strukturelle Lerndisposition (konditionierbare Assoziationen) und veranlagtes Wissen für Grundfunktionen (Basis-Wissen) dienen zur situationsabhängigen Ausbildung von Erfahrungswissen (modifizierte Verknüpfungen) für bedingte Logik-Funktionen, die bestimmt werden mit "erlernten" bedingten Relationen zwischen Systemvariablen für formale Darstellungen. [1] - [5] Ein kognitiv-logisches Gedächtnissystem nutzt sein veränderliches Erfahrungswissen zur kognitiven Interpretation von symbolischen Mustern und kann situationsangepasstes Verhalten erlernen, um sich auf einem bestmöglichen Niveau gemäß seiner 'rationalen' Autonomie zu behaupten (Adaption, Intelligenz). Es funktioniert nach eigenen Organisationsprinzipien (u. a. für Erkennung, Bewertung, Beurteilung und Entscheidung) und nutzt erworbene Kenntnisse für empirische Urteile. Sein ausbildbares Wissen entspricht veranlagten, erprobten und auch vermuteten Regeln hinsichtlich seiner Umwelt oder möglicherweise auf sich selbst bezogen (Umweltmodell bzw. Selbstmodell).
Durch induktives Lernen (empirische Verallgemeinerung) situationsbedingt erworbene Kenntnisse werden als "bisher bewährtes" Teilwissen mit angenommener Allgemeingültigkeit (ungewisse Regelmäßigkeit) genutzt und solange empirisch erprobt, bis sie falsifiziert werden, z. B. aufgrund veränderter Umweltbedingungen (vgl. Variabilität komplexer Systeme). Mögliche Wissenskorrekturen durch Umlernen und Weiterlernen führen zur schrittweisen Verbesserung des ausbildbaren Erfahrungswissens (relative Wahrheit ohne Gewissheit, vgl. 2.). Erworbene Kenntnisse werden als 'bedingte Relationen' im Gedächtnis behalten (strukturell gespeichert) und sind nutzbar als erinnerbare Erfahrungen bei der 'kognitiven' Informationsverarbeitung, besonders für situationsbedingte Erwartungen (Prädiktionen). Die empirische Kenntnisnutzung ermöglicht assoziierte Voraussagen "aus Erfahrung" bei Wahrnehmungen und für "intelligente" Entscheidungen durch 'bedingtes Erwägen', d. h. bewertendes Abschätzen der erwarteten Konsequenzen von wählbaren Alternativen für Aktionen oder Problemlösungen. Empirische Assoziationen einer 'assoziativen' Gedächtnisstruktur ermöglichen situationsabhängige (unbewusste oder bewusste) Erinnerungen für erfahrungsgemäß 'assoziierte Informationen', d. h. Erwartungen oder Vorstellungen, die auf "subjektive" Interpretationen funktionellen Einfluss haben. "Aus Erfahrung" assoziierte Informationen entsprechen empirischen Aussagen oder Voraussagen, die mit erfahrungsgemäß 'angenommenen' Regelmäßigkeiten (Gesetzen) begründet werden können. Ihre verhaltensbestimmende Bedeutung erwächst aus ihrem Einfluss auf empirische Urteile, die für 'intelligente' Entscheidungen beim Lernen mitbestimmend sind. [1]
Mit aktuellen Situationsmerkmalen assoziierte Voraussagen entsprechen "erinnerten" Erwartungen (Prädiktionen) als 'objektbezogene' oder 'effektorientierte' Voraussagen (def. erste bzw. zweite Art). Diese (meist unbewusst assoziierten) Voraussagen beeinflussen "kognitive" Erkennungsergebnisse (antizipatorische Afferenzsynthese) und empirische Urteile (Vorurteile) bzw. bestimmen Erinnerungen von erwarteten Konsequenzen (Tat-Folgen), die nützlich sind zum Erwägen optimaler Entscheidungen "aus Erfahrung" (vgl. Reafferenzprinzip [3]).
Die Fähigkeit zum Kenntniserwerb und zur Kenntnisnutzung durch strukturelles Lernen bzw. Assoziieren aus Erfahrung ist eine Grundvoraussetzung für das 'lerntypische' Adaptionsvermögen eines kognitiven Systems mittels seines ausbildbaren Erfahrungswissens, bestimmt als Seinserfahrungen für ein veränderliches Modell der Außenwelt. Situationsabhängige "subjektive" Bewertungsergebnisse, z. B. emotionale Motivationen, haben steuernden Einfluss auf diese Lernfähigkeit. Lernen und Erinnern, aufgefasst als aktive (konstruktiv verfahrende) Prozesse im Gehirn, ermöglichen ein adaptives 'Verstehen' von semantischen Grundstrukturen objektivierbarer Darstellungsformen durch "erlernte" bedingte Zuordnungsfunktionen (empirische Deutungen), die für angepasste Interpretationen und intelligentes Verhalten charakteristisch sind (vgl. 3). [1] Intelligente Verhaltensänderungen (def. als höhere Lernformen [1]) beruhen auf vorteilhaften Entscheidungen beim Problemlösen durch antizipatorische Kenntnisnutzung, d. h. gedankliche Vorwegnahme und Bewertung von 'vorgestellten' Erwartungen. Solche situationsbedingten 'Vermutungen' entsprechen besonderen Erinnerungen (durch 'Assoziieren aus Erfahrung') als kognitiven Gedächtnisleistungen für empirische Voraussagen (Prädiktionen). [1] - [3]
Absichtliches Erwägen einer riskanten Entscheidung als zweckorientierter Entschluss gelingt mit spezifischen Kenntnissen zu alternativen Handlungsmöglichkeiten und den jeweils assoziierten Erwartungen möglicher Tatfolgen als zu bewertende Konsequenzen.
Schnellfertiges Urteilen bestimmt das reflexartige Reagieren (eines Reiz-Reaktionssystems), - nur zeitaufwändige Überlegungen (Reflexion) zwecks mentaler Erfassung (Begreifen) wesentlicher Zusammenhänge liefern die konzeptionellen Vorbedingungen für eine tiefgründig erwogene Entscheidung, die durch logische Argumente begründet werden kann. Kreativ denken bedeutet, innovative Problemlösungen mit neuer Einsicht in Wesentliches finden (vgl. 3.1.). Ein 'innovatives' Konzept (neuer Entwurf) ist begründbar durch "konzeptionelle" Einsicht, d. h. ein neuartiges Verstehen begrifflicher Zusammenhänge von abstrakt gedeuteten Darstellungsformen. Einsichtiges Nachdenken als 'analytische Reflexion' ist wissentlich (bewusst) möglich, wobei kognitiv erfasste begriffliche Beziehungen (z. B. kausale oder "Wenn-dann"-Relationen) kenntnisspezifischen Grundbedingungen entsprechen, die für höhere Lernformen vorausgesetzt werden. [1] [4] [6] Die hoch entwickelte Lernform 'Lernen durch Einsicht in prinzipielle Sinn-Zusammenhänge' basiert auf mindestens einer situationsbedingt erworbenen Kenntnis (d. h. einer bedingten Relation als neu erfassten begrifflichen Beziehung) eines konstruktiven Konzepts, das 'begrifflich in Beziehung gesetzten' abstrahierten Fakten entspricht. Eine durch situationsbedingten Kenntniserwerb "erlernte" Begriffsstruktur ist verallgemeinert beschreibbar als 'konstruktives Konzept' mit neuartig verknüpften symbolischen Daten (neue Konzeptform). [4] Bei der Bildung konstruktiver Konzepte werden begriffliche Beziehungen miteinander logisch verknüpft, so dass assoziative Darstellungsformen für in Beziehung gebrachte Begriffe entstehen (vgl. empirische oder theoretische Erkenntnisse, siehe 1.2. und 3.2.). Formal ausdrückbare konstruktive Konzepte sind "kognitiv gebildete" (mentale) Konstrukte entsprechend begrifflichen Abstraktionen und können erfahrungsgemäß nützlich sein im Sinne von konstruktiven Denkmodellen (vgl. prädiktive Modelle oder Theorien), die auf angenommenen Regelmäßigkeiten beruhen. Weil sie als hypothetisch gelten, müssen sich praktisch bewähren, damit sie weiterhin genutzt werden können (sonst Falsifizierung oder Umlernen). [2] Ein 'innovatives' Konzept gemäß einer "theoretischen" Begriffsstruktur entspricht einer systematisch darstellbaren Theorie mit ungewisser Gültigkeit (oder hypothetischer Wahrscheinlichkeit) und höchstens "relativer Wahrheit" aufgrund der Möglichkeit ihrer Widerlegung (Falsifizierung). Ein 'unbewährtes' Konzept ist versuchsweise nutzbar wie eine hypothetische Modellvorstellung im Kontext von deklarativem Erfahrungswissen (siehe 2.1. und 3.1.). Auf angenommenen Gesetzmäßígkeiten basierende Theorien entsprechen hypothetischen Modellvorstellungen aufgrund der 'kognitiv erfassten' (begriffenen) Zusammenhänge von untersuchten Sachverhalten der Wirklichkeit, die nur modellhaft abstrahiert (meist mathematisch) beschrieben werden können (vgl. Problem der wissenschaftlichen Wahrheitsfindung, s. 2.1.). [7] Mit definierten Regeln strukturell beschreibbar sind "kennen gelernte" natürliche Zusammenhänge in Form von prädiktiven Modellen (objektivierbares Wissen) oder Theorien, die logisch zu begründen sind und empirisch überprüft werden müssen (Bewährungsprobe).
Konstruktive (Denk-)Modelle eines kognitiven Systems entsprechen seinen individuellen Vorstellungen als 'systeminternen Repräsentationen' von verknüpften begrifflichen Beziehungen gemäß vorgegebenen und ausgebildeten Begriffsstrukturen seines Erfahrungswissens. Die begrifflichen Darstellungen für erinnerte Modellvorstellungen (Ansichten, Voraussagen oder Theorien) haben situationsabhängigen Einfluss auf äußerbare Urteile (Aussagen, Schlüsse) und auf die erfahrungsgemäße Steuerung des Verhaltens mittels hypothetischen Voraussagen (Erwartungen) für entscheidbare Aktionen (vgl. Lernmethode: 'Versuch und Irrtum'). [2] [3] Der Hirnforscher Wolf Singer (geb. 1943) schrieb: "Unleugbar sind Tiere mit sensomotorischen Hirnarealen in der Lage, Muster auch dann wieder zu erkennen, wenn diese in einer Weise verändert worden sind, die zwar den Gesamtaspekt des Musters, wie etwa die Größe oder den Betrachtungswinkel stark verändert, jedoch die für das Muster charakteristischen inneren Bindungen konstant lässt. Die Tiere sind in der Lage, aus Mustern Relationen zu extrahieren und diese abzuspeichern anstelle skalarer Größen. Dies ist ein abstrakter Kodierungsvorgang. Für den Schritt von hier zur symbolischen Kodierung von Relationen, und nichts anderes ist die begriffliche Durchdringung unserer Welt mit Hilfe der Sprache, bedarf es keiner neuen Verarbeitungsqualität.
Es ist lediglich notwendig, die abstrahierten Speicherinhalte, wie sie bereits in sensomotorischen Rindenarealen vorhanden sein müssen, erneut voneinander abzugrenzen, die bei diesem Abgrenzungsvorgang identifizierten Einheiten zueinander in Relation zu setzen und für diese Relation wiederum eine abstrakte Repräsentation niederzulegen usw. Im Laufe der Hirnentwicklung hat sich ferner die Möglichkeit angeboten - Möglichkeit hier realisiert durch das Entstehen entsprechender
neuronaler Verbindungen -, auch die Inhalte dieser hierarchisch höher stehenden assoziativen Speicher über die bereits vorhandenen Effektorsysteme zu externalisieren und damit Lebewesen mit ähnlich strukturierten Nervensystemen auf Zustandsänderungen im eigenen System hinzuweisen.
Praktisch erprobte Modelle oder Theorien (z. B. technisch implementiert) gelten für bisher festgestellte Gesetzmäßigkeiten nur solange wie diese Bestand haben, d. h. solange nicht neue Erkenntnisse (bedingte Relationen für neu erfasste Zusammenhänge) aufgrund entdeckter neuer oder geänderter Bedingungen ein 'intelligentes Umlernen' erforderlich machen.
Das "rationale" Einsichtsvermögen kann wirksam unterstützt werden mit heuristischen Untersuchungsmethoden (Metawissen) hinsichtlich der "kreativen" Auffindung (Erfindung) von möglichen Problemlösungen, beispielsweise durch erworbene Kenntnisse von "innovativ erfassten" Mittel-Zweck-Relationen oder Wirkbeziehungen. Systematisch "erforschte" Beziehungen (bedingte Relationen) werden hypothetisch verallgemeinert als 'induktiv angenommene' Gesetzmäßigkeiten von untersuchten Sachverhalten. Methodisches Metawissen ist zweckdienliches (Vernunft-)Wissen, das systematisch übergeordnet ist dem dispositionalen (Verstand-)Wissen. Es basiert auf praktikablen Kenntnissen von Regelmäßigkeiten oder Prinzipien der Seinserfahrung. Beispiele für bewährtes methodisches Metawissen sind heuristische Methoden oder Suchstrategien, die nutzbar sind bei analytischen Untersuchungen zwecks kritischer Einschätzung von Problemsituationen. Selbstreflexives Metawissen ist individuelles 'selbstbezügliches' Erfahrungswissen über den eigenen Status, d. h. 'Wissen vom Sein' (aufgefasst als 'Bewusstsein'), das besonders durch Kommunikation bei der Individualentwicklung (ontogenetisch) ausgebildet werden kann. Darauf gründen sich "selbstbestimmte" Richtwerte und Absichten (Intentionen) für eigene Handlungen, d. h. auch eigene Ziele, Pläne oder Aufgaben (siehe 3.3.).
Das "sprachliche Bewusstsein" basiert auf deklarativem Erfahrungswissen in "selbstreflexiver" Verbindung mit einem 'symbolisch-abstrakten' Selbstmodell, das aufgefasst wird als eigenes 'Wissen vom Sein des Selbst' (analog 'Selbstbewusstsein'). Dabei fungiert ein "Ich-Begriff" als Selbstkonzept der Seinserfahrung eines 'selbstbezüglich lernfähigen' Gedächtnissystems. [1] [3] Ein persönliches Selbstmodell im menschlichen Gehirn (vorrangig Frontalhirn) entsteht während der Individualentwicklung bedingt durch Umwelteinflüsse und ist beschreibbar als 'selbstreflexives Metawissen' (vgl. superponierter Meta-Automat unter 3.3., def. in [3]).
Individuell erlernte Sprachkenntnisse sind verankert in lokalisierbaren Funktionskomplexen der Großhirnrinde (Neocortex), die für 'wissentliche' Gedanken (bewusste Funktionen) und Sprachäußerungen zuständig ist. [6]
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Der sprachbegabte Mensch kann über seine wahrgenommenen Eindrücke und Erlebnisse gemäß seinen erinnerten Vorstellungen wissentlich nachdenken (bewusste Reflexion). Seine Gedanken(-gänge), Urteile und Schlüsse basieren auf deklarativem Wissen, das funktionell nutzbar ist und durch verständliche Beschreibungen kommunikativ mitgeteilt werden kann. Abstrakte Begriffsstrukturen sind ausdrückbar mit konkreten Darstellungsformen (def. Formationen als symbolische Invarianten), beispielsweise mit sprachlichen Verknüpfungen von Begriffssymbolen (Zeichen oder Wörtern) als Sätze oder Texte für Aussagen (vgl. 3.).
2.1. Aussagen über deklaratives Wissen - Theoriekritik und Wahrheitsfindung Markante Eigenschaften von 'lernfähigen Gedächtnissystemen' mit Intellekt (Verstand) sind: ausbildbares Erfahrungswissen für assoziative Vorstellungen (insbesondere Erinnerungen oder Erwartungen aufgrund von situationsbedingtem Kenntniserwerb) und ein analytisches Abstraktionsvermögen für eigene Urteile und logische Schlüsse, ausgehend von synthetisch verallgemeinerten Begriffen (vgl. 3.2). Solche kognitiven Gedächtnissysteme sind möglicherweise befähigt zu individuellen Aussagen (mindestens einer erlernbaren Sprache) als Ausdrucksmittel für Gedanken, die formulierbar sind als explizite Aussagen von begrifflichen Beziehungen darstellbarer kognitiv-logischer Modelle entsprechend dem deklarativen Wissen (vgl. Logos-Relationen, siehe 2.3). Ein (philogenetisch und ontogenetisch) entwickeltes Sprachvermögen ist die individuelle Voraussetzung für interaktiv mitteilbare und überprüfbare Ausdrucksformen, insbesondere zur expliziten Beschreibung und Erklärung von deklarativem Wissen, - gegründet auf modellhaften (symbolisch-konstruktiven) Darstellungen von 'kognitiv-logischen' Begriffsstrukturen (als kognitiv-logischen Modellen, vgl. 1.3 und 3.). Sprachliche Ausdrücke (erlernbarer Sprachen) sind interpretierbare Darstellungsformen für unterschiedliche Aussagen, z. B. als verständliche Mitteilungen, Beschreibungen oder Instruktionen zur interaktiven Kommunikation. Vielfältige Ausdrucksformen für explizite Aussagen fungieren beispielsweise als geäußerte Urteile, Thesen, Behauptungen, Entschlüsse oder Lehrsätze (vgl. 2.2). Erlernbare Sprachausdrücke für symbolische Informationsdarstellungen ermöglichen dem Menschen explizite Aussagen über erworbene Kenntnisse (Erkenntnisse) von kognitiv erfassten Beziehungen der situationsbedingt 'kennen gelernten' Zusammenhänge begrifflicher (interner) Vorstellungen oder wahrgenommener (externer) Sachverhalte, wobei induktiv erlernte Kenntnisse definierbar sind als bedingte Relationen in Form von 'assoziativ' bzw. 'real' konditionierten Assoziationen einer lernfähigen Gedächtnisstruktur (vgl. 1.) [1] Objektivierbare Kenntnisse als Beziehungen von darstellbaren Begriffsstrukturen des deklarativen Wissens können in Form von Aussagesätzen sprachlich formalisiert, geäußert und interaktiv vermittelt werden. Relationale Aussagen über Kenntnisse werden dargestellt mit verständlich formulierten Aussagesätzen, denen 'informative' semantische Inhalte interpretativ entnehmbar sind (vgl. Bedeutungen). [8] Zur 'verständlichen' Beschreibung von Strukturen des objektivierbaren Wissens (formalisierbare Begriffsstrukturen) dienen Sprachausdrücke mit 'deutbaren' Zeichen, die interaktiv mitteilbar und zu verstehen sind. Dabei werden Zeichen als Symbole vereinbart in Zuordnung zu abstrakten Begriffen (bes. für 'erkannte' Phänomene und 'erfasste' Beziehungen). [8] [14] Zur Problematik der Objektivität und Symbolik theoretischer Modell-Darstellungen aufgrund naturwissenschaftlichen Denkens in abstrakten Begriffen hielt Max Born (1882 - 1970) den Vortrag
»Symbol und Wirklichkeit« im Jahr 1963 (Nobelpreisträgertreffen in Lindau), - daraus einige Zitate:
Konstruktive Denkprodukte, aufgefasst als funktionelle Gedächtnisleistungen, können mit formal-sprachlichen Ausdrücken für modellierbare semantische Begriffsstrukturen dargestellt und mehr oder weniger anschaulich beschrieben werden (siehe 3.). Wissenschaftliche Theorien, meistens ausgehend von einem allgemeinen Begriff, nutzen begrifflich systematisierte (Er-)Kenntnisse für deklarative Aussagen zu erforschbaren Beziehungen.
Prägnante Ausdrucksformen für axiomatisch darstellbare Grunderkenntnisse als 'wesentliche Beziehungen' in Form von begrifflichen Assoziationen (vgl. Logos-Relationen, siehe 2.3) entsprechen prinzipiellen Vorstellungen des symbolisch-abstrakten Denkens eines sprachbegabten Gehirns. Eine konzeptuelle Vorstellung von einem "begriffenen" Gegenstand entspricht mindestens einem abstrakten Begriff (Abstraktes im Allgemeinen) in Beziehung zu anderen Begriffen. Dabei ist eine 'kognitiv ausgebildete' (verallgemeinerte) Begriffsstruktur gekennzeichnet durch verknüpfte 'begriffliche Beziehungen', die als (bedingte) Relationen für Aussagen formal ausdrückbar sind (siehe 3.). [1] [4] Mitteilbare Darstellungsformen für einzelne oder verknüpfte (Er-)Kenntnisse sind beispielsweise Aussagesätze (Relationen, Axiome) oder Funktionsausdrücke (Regeln, Formeln), auch analytische Beschreibungen und erklärende Texte (theoretische Modelle), die symbolischen Konstruktionen entsprechen. [4] Mathematisch systematisierte (formallogische) Darstellungsformen relationaler Kenntnisse (begrifflicher Beziehungen) werden definiert als prädikative Relationen, d. h. explizite Aussagesätze für logische Urteile, die zwecks Kommunikation übertragen und interpretiert werden können. Für Aussagen speziell vereinbarte Darstellungsformen (codierte Formationen) sind systematisch definierte Sätze (Zeichenfolgen als Symbolverknüpfungen), zu deren richtiger Interpretation erforderliche Codes gelten, d. h. vorbestimmte Regeln für relationale Zuordnungen. [8] Verständlich formulierte Aussagen dienen zur Kommunikation und im Besonderen auch zur modellhaften Beschreibung (und Erklärung) von objektivierten Zusammenhängen untersuchter Sachverhalte. [7]
Der Wahrheitsgehalt einer Aussage wird entscheidend dadurch bestimmt, ob sie logisch widerspruchsfrei (konsistent) im Vergleich mit Erfahrungswissen ist. Eine "wahre" Aussage muss mit Fakten übereinstimmen oder als wirklich zutreffend bestätigt werden (praktische Bewährung). Karl Raimund Popper (1902 - 1994) schrieb hinsichtlich der Wahrheitsfindung (aus [7] und [9]):
Nach Karl R. Popper ist unser Wissen nur "Vermutungswissen" und bestimmt 'ungewisse' Theorien, die hinsichtlich einer gesicherten Richtigkeit (Gültigkeit, Wahrheit) nicht verifizierbar sind.
Für eine (zunächst hypothetische) Theorie von einer 'induktiv' (durch empirische Verallgemeinerung) angenommenen Gesetzmäßigkeit ist keine Gewissheit beweisbar, weil mögliche Gegenbeweise für die Zukunft nicht ausgeschlossen werden können (vgl. Induktionsproblem, s. u.). Die Unterscheidung von Fakten und Fiktionen ist nur mit wissenschaftlicher Skepsis durch kritisches Denken möglich, das schwerer fällt als blinder Glaube. An Unwahres können wir glauben, aber Wahres können wir wissen. Unser begrenztes Wissen ist unvollständig und nur relativ wahr ohne Gewissheit. Die relative Wahrheit über Prinzipien der Wirklichkeit ist kognitiv bestimmbar entsprechend theoretischer und praktischer Einsicht in wesentliche Zusammenhänge der wahren Wirklichkeit. Gemäß dem 'Unschärfeprinzip der relativen Wahrheit' gelten logische (Vor-)Urteile, die in Form von Aussagesätzen mitteilbar und kritisch überprüfbar sind, als 'relativ wahr' aufgrund von bisher bewährten Regeln und bestimmten Ausnahmen für Sonderfälle, aber nur so lange diese Regeln nicht verändert werden (durch Lernen oder Umlernen). Die Wahrheit einer (Vor-)Aussage wird sich nur dann praktisch erweisen, wenn ihre Behauptung mit beobachtbaren (messbaren) Tatsachen begründet werden kann.
Für Popper ist Wahrheit zwar prinzipiell erreichbar, aber niemals beweisbar. Eine wahre Theorie ist möglich, aber hinsichtlich ihrer Gewissheit (d. h. Gültigkeit für die Zukunft) unbewiesen, - besonders aufgrund von unsicherem Wissen über veränderliche Umweltbedingungen. "Wir können zwar eine Theorie - oder genauer, unseren Glauben an ihre Wahrheit - nicht rational rechtfertigen; aber wir können es gelegentlich rechtfertigen, dass wir die eine Theorie einer anderen vorziehen; zum Beispiel, wenn ihr Grad der Bewährung größer ist.
Tradierte Ansichten oder Aussagen von bisher bewährten Theorien werden so lange für wahr gehalten, bis ihre faktische Widerlegung (Falsifizierung) bzw. eine neue, scheinbar bessere Theorie kognitiv in Erfahrung gebracht worden ist, so dass ein Umlernen aufgrund neuer Erkenntnis erfolgt. Eine Theorie ist genau dann "wissenschaftlich", wenn sie so formuliert ist, dass sie an der Erfahrung scheitern kann (d. h. dass sie falsifizierbar ist). Solange eine wissenschaftliche Theorie nicht empirisch widerlegt ist, gilt sie als vorläufig bestätigt und 'bisher bewährt', d. h. als 'relativ wahr'. Die modellhaften Theorien aufgrund von begrifflichen Abstraktionen müssen auf ihren Wahrheitsgehalt wissenschaftlich und empirisch überprüfbar sein, was für Glaubenssätze von Religionen nicht gewährleistet werden kann. Eine "dogmatische" (nicht-wissenschaftliche) Theorie ist wegen ihrer postulierten Axiome nicht empirisch falsifizierbar, d. h. sie kann nicht durch Überprüfung an der Wirklichkeit (Bewährungsprobe) mit realistischen Erfahrungen widerlegt werden, obwohl sie prinzipiell falsch sein kann (vgl. Abgrenzungsproblem). Eine dogmatische Theorie ist ungewiss (vage) und entspricht einer "unerwiesenen" Behauptung (These) mit zweifelhafter Glaubwürdigkeit. Sie kann aber von 'überzeugten' Menschen geglaubt und für wahr gehalten werden. Denkgewohnheiten und Vorurteile basieren auf pragmatischem Teilwissen, das als 'bisher bewährt' solange gilt, bis es durch neue Erfahrungen und Erkenntnisse korrigiert oder verbessert werden kann.
Durch induktives Lernen (empirische Verallgemeinerung) situationsbedingt erworbene Kenntnisse werden als "bisher bewährtes" Teilwissen mit angenommener Allgemeingültigkeit (ungewisse Regelmäßigkeit) genutzt und solange empirisch erprobt, bis sie falsifiziert werden, z. B. aufgrund veränderter Umweltbedingungen (vgl. Variabilität komplexer Systeme). Durch kognitiv-logische Modellbildung für wissenschaftliche Theorien können hypothetische Voraussagen logisch gefolgert oder "berechnet" werden. Referenz-Modelle zur zielorientierten Antizipation sind besondere Darstellungsformen für problemspezifisches Erfahrungswissen, nutzbar als 'prädiktive Modelle' (Umweltmodell, auch Selbstmodell). Probeweise Untersuchungen mit Hilfe von empirischen Vorhersagen am Modell (Simulationen) ermöglichen das selektive Auffinden von optimalen Problemlösungen für kritische Situationen.
Die wissenschaftliche Erforschung natürlicher Gesetzmäßigkeiten wird ermöglicht durch realitätsnah erworbene Kenntnisse (als prinzipielle Erkenntnisse) von kognitiv erfassten Beziehungen wesentlicher Zusammenhänge, insbesondere durch kenntnisspezifisch ausgebildete Begriffsstrukturen für adäquate Modellvorstellungen des situationsbedingt modifizierbaren Erfahrungswissens (vgl. bedingte Implikationen des deklarativen Wissens). Ein 'Erkenntnisfortschritt' bei der Lernentwicklung (durch kritische Überprüfung hypothetischer Regeln oder Theorien) erfolgt dann, wenn mit Hilfe von neuen erworbenen Kenntnissen, d. h. neuen bedingten Relationen, vorhandene bedingte Verknüpfungen der lernfähigen Gedächtnisstruktur erfahrungsgemäß korrigiert oder ersetzt (d. h. induktiv verbessert bzw. umgelernt) werden. [2] Die situationsbedingte "kognitive" Erfassung von wirklichen Zusammenhängen, - durch Koinzidenzdetektion und Konnexanalyse nach dem Prinzip der Vereinbarkeit, - führt zu erworbenen Kenntnissen (z. B. empirischen oder theoretischen Erkenntnissen), - aufgefasst als bedingte Relationen, die einbezogen sind in "kognitiv-logische" Funktionen des ausbildbaren Erfahrungswissens (siehe 1.2). [1]
Der forschende Mensch formuliert seine Theorien gemäß der erklärbaren relativen Wahrheit(en), wobei erkenntnistheoretisch keine absolute Wahrheit erreichbar ist.
Eine wissenschaftlich Erkenntnis wird erzielt durch systematisches Streben nach einsichtiger Klarheit, die aber nur eingeschränkt und schrittweise erreichbar ist, - gemäß dem definierten Unschärfeprinzip der relativen Wahrheit. Die wissenschaftliche Wahrheitsfindung erfordert eine kritische Analyse der begrifflich-abstrakten Modellvorstellungen des deklarativen Wissens aufgrund von "kennen gelernten" Zusammenhängen untersuchter Sachverhalte.
Ein Ziel der Wahrheitssuche ist der wissenschaftliche Nachweis der praktischen Bewährung (d. h. der faktengemäßen Bestätigung des tatsächlichen Zutreffens) von theoretischen Vorstellungen oder konstruktiven Konzepten der zu prüfenden Theorien und Modelle, die von erworbenen Kenntnissen (zunächst) hypothetisch bestimmt werden.
Eine induktiv erlernte Regel, die nach empirischer Überprüfung nicht bestätigt wurde, muss nicht immer völlig falsifiziert werden, insbesondere dann nicht, wenn sie aufgrund neuer Erkenntnis relativiert oder verbessert werden kann (vgl. Ausnahmebedingung bzw. Fehlerkorrektur). Außerdem kann sie ersetzt werden durch eine neu bstimmte Regel (vgl. Umlernen gemäß neuer Theorie). Wer beim induktiven Lernen aus beobachteten Einzelfällen angenommene Regelmäßigkeiten verallgemeinert und mit situationsbedingt erworbenen Kenntnissen (bedingten Relationen) von erfassten Beziehungen begründet, kann erlernte (Verhaltens-)Regeln versuchsweise nutzen, auch wenn er keine Gewissheit für seine theoretischen oder praktischen Kenntnisse hat. Die Kenntnis bisheriger Regelmäßigkeiten komplexer Systeme genügt nicht zur Voraussage neuer Eigenschaften ihrer variablen Strukturen.
Situationsbedingt erworbene Kenntnisse von erfassten Beziehungen, die als bedingte Relationen einer lernfähigen Gedächtnisstruktur kurz- oder langzeitig 'behalten' werden können, entsprechen 'unsicherem Wissen' mit relativem Wahrheitsgehalt (keine Gewissheit). Das philosophische Induktionsproblem (nach David Hume) betrifft Zweifel an der Allgemeingültigkeit von induktiv erlernten (d. h. erfahrungsgemäß verallgemeinerten) (Er-)Kenntnissen für wissenschaftlich definierte 'Naturgesetze', die mit formal-logischen Regeln (zunächst ohne Ausnahmebedingungen) sprachlich ausgedrückt werden können.
Für theoretische Erkenntnisse mit postulierter Gewissheit gibt es rationalistische Erklärungsversuche, die eine absolute Vernunft metaphysisch voraussetzen, womit 'rationale Einsicht' zur Wahrheitsfindung durch logische Deduktion möglich sein soll. Aber ohne empirische Rechtfertigung gibt es keine 'bewährte' synthetische Aussage, die logisch abgeleitet werden kann durch deduktives Schließen ausgehend von gültigen Prämissen (Axiomen oder Definitionen von 'analytischen Vernunftwahrheiten'). Geglaubt werden kann eine postulierte Gewissheit für 'bisher bewährte' Kenntnisse von erfassten Beziehungen der untersuchten Wirklichkeit, - aber nur solange diese empirisch konsolidiert werden und dadurch trotz Kritik bestehen bleiben.
Wer sich vor mühsamer Wahrheitssuche scheut, dem fällt Glauben leichter als Denken. Glauben ist kein Wissen und betrifft mental Angenommenes als unbewiesene Behauptung (Postulat, Axiom), die unwiderlegt auch Hoffnung vermitteln kann. Albert Einsteins Credo: "Wir glauben, dass die Wissenschaft der Menschheit am besten dient, wenn sie sich von aller Beeinflussung durch irgendwelche Dogmen freihält und sich das Recht vorbehält, alle Thesen einschließlich ihrer eigenen anzuzweifeln." [Deklaration der 3. Pugwash-Konferenz, Kitzbühel 1958] [10] Dogmatische Theorien basieren auf unwissenschaftlich (traditionell oder autoritär) definierten Grundsätzen, die nicht rational begründbar sind und nicht intersubjektiv überprüft werden können. Ideologien sind falsche Theorien über die Wirklichkeit (fiktive Weltanschauungen), die von partikulären Interessen ausgehend als dogmatische (unwissenschaftliche) Theorien propagiert werden und machtpolitisch (demagogisch) missbrauchbar sind. Humanistische Lebenserfahrung und aufklärende Wissenschaft sind realitätsnäher als jeder dogmatische Glaube an fiktive Behauptungen, die unüberprüft als wahr akzeptiert werden sollen gemäß tradierten Religionen oder politischen Ideologien. Blinder Glaube an religiöse Axiome und Heilsversprechungen mit Drohungen (vgl. vom 'lieben Gott' gewollte Bestrafungen, besonders nach dem Tod) widerspricht dem menschlichen Erkenntnisstreben (vgl. biblische 'Erbsünde'), der wissenschaftlichen Wahrheitssuche und einer humanistischen Ethik. Albert Einstein meinte: "Wer von der kausalen Gesetzmäßigkeit allen Geschehens durchdrungen ist, für den ist die Idee eines Wesens, welches in den Gang des Weltgeschehens eingreift, ganz unmöglich - vorausgesetzt allerdings, dass er es mit der Hypothese der Kausalität wirklich ernst meint. Die Furcht-Religion hat bei ihm keinen Platz, aber ebenso wenig die soziale bzw. moralische Religion. Ein Gott, der belohnt und bestraft, ist für ihn schon darum undenkbar, weil der Mensch nach äußerer und innerer gesetzlicher Notwendigkeit handelt, vom Standpunkt Gottes aus also nicht verantwortlich wäre, sowenig wie ein lebloser Gegenstand für die von ihm ausgeführten Bewegungen. Man hat deshalb schon der Wissenschaft vorgeworfen, dass sie die Moral untergrabe, jedoch gewiss mit Unrecht. Das ethische Verhalten des Menschen ist wirksam auf Mitgefühl, Erziehung und soziale Bindung zu gründen und bedarf keiner religiösen Grundlage. Es stünde traurig um die Menschen, wenn sie durch Furcht vor Strafe und Hoffnung auf Belohnung nach dem Tode gebändigt werden müssten." [aus: 'Religion und Wissenschaft', Nov. 1930] [10] Heute wird ein "humaner" wissenschaftlich-technischer Fortschritt allgemein gefordert, wobei bestimmbare Grenzen des Wissens über die Natur zu akzeptieren sind. Als problematisch gilt die Eingeschränktheit jedes weiterführenden Wissens, das zur Beurteilung von neu verfügbaren Entscheidungsmöglichkeiten erforderlich ist. Bisher Unerforschtes ist zu respektieren als Unerklärliches, - aber nicht als theologisch mystifiziertes 'Gotteswerk'. Die bewusste Einsicht, etwas (noch) nicht zu wissen, wird meistens emotional (unbewusst) ignoriert und kompensiert mit Mutmaßungen (Behauptungen, Glaubenssätzen oder Hypothesen), insbesondere mit fiktiven Vermutungen in Problemsituationen für versuchte Lösungen durch "riskante" Maßnahmen oder "blinden" Aktionismus. Die Erforschung von Operationsprinzipien des Lebendigen (vgl. kognitive Systeme) in der natürlichen Welt des Werdens und Vergehens gelingt dem Menschen nur mit modellhafter Annäherung an die Wirklichkeit gemäß seinen begrifflich entwickelbaren Vorstellungen, die eingeschränkt ermöglicht werden durch die evolutionär prädisponierte Lernfähigkeit seiner individuell ausbildbaren Gehirnstruktur (d. h. im Rahmen der strukturellen Lerndisposition des Gehirns). Unser nutzbares Weltbild und aktuelles Menschenbild entsprechen dem jeweiligen Wissensstand aufgrund unserer kognitiv-logischen Modellbildung. Durch neue Erkenntnisse können Denkmodelle geändert und verbessert werden gemäß dem näherungsweise erreichbaren Ziel einer wissenschaftlichen Wahrheitsfindung. [7]
Die Anschaulichkeit einer Theorie unterstützt das theoretische Verständnis, gilt aber nicht als Wahrheitskriterium für die Theorie.
"Nicht nach der Qualität, sondern nur nach dem Grade der Feinheit und Vollständigkeit unterscheidet sich das wissenschaftliche von dem gewohnheitsmäßigen Denken, etwa ebenso, wie sich die Leistungen eines Mikroskops von den Leistungen des bloßen Auges unterscheiden. Dass das gar nicht anders sein kann, erhellt schon einfach daraus, dass es nur eine einzige Art von Logik gibt, dass also aus gegebenen Voraussetzungen die wissenschaftliche Logik nichts anderes ableiten kann als die des ungeschulten praktischen Verstandes." [Max Planck, aus "Sinn und Grenzen der exakten Wissenschaft", Vortrag an der Universität Bonn am 28. März 1947] Verstand wird bestimmt als Erkenntnisvermögen für Deutungen und Urteile durch praktische Einsicht in erfasste Zusammenhänge von Sachverhalten.
Dabei bezeichnet Sachverhalt den allgemeinen Begriff für einen Tatbestand oder ein Verhältnis verschiedener Dinge.
Kennen gelernte Sachverhalte können wie begrifflich bekannte Gegenstände (z. B. Objekte, Phänomene oder Situationen) gemäß dem individuellen Erfahrungswissen (wieder-)erkannt werden, um sie bezüglich der subjektiven Lage zu bewerten und damit empirisch zu beurteilen.
Die systematische Formalisierung relationaler Aussagen (vgl. formale Logik) gelingt mit elementaren Darstellungsformen (z. B. Implikationen s. u.) für kenntnisspezifische Schlussfolgerungen als 'logische Inferenzen', die situationsbedingten Urteilen entsprechen und vorteilhaft nutzbar sind für "logisch begründete" Entschlüsse, Bewertungen oder kommunikative Mitteilungen (siehe 3.2). [1] Das griechische Wort »Logos« bezeichnet ein zentrales Konzept der antiken Philosophie und gilt für die Assoziation: Begriff, Wort, Gedanke, Rede, Lehre und Vernunft im Sinne von 'vernünftiger Rede' und andererseits von 'Weltvernunft' oder 'Wesen der Welt' (vgl. antike Logosmetaphysik). Bei Platon und Aristoteles galt 'Logos' auch als Methode der Wahrheitssuche im Sinne einer richtigen, begründeten und überzeugenden Rede (vgl. Syllogismen, formale Logik).
Als »Logik« wurde oft eine Theorie der (logisch definierbaren) Gesetze des Denkens bezeichnet. Die Logik, aufgefasst als mathematische Theorie des Argumentierens, ist eine normative Theorie gültiger Schlüsse (Inferenzen) und hat die Aufgabe, die Wahrheit von Aussageformen und die Gültigkeit von Schlussformen zu bestimmen. [12] Der Logizismus nach Gottlob Frege, Edmund Husserl u. a. vertritt die Annahme, dass die Logik nicht aus Erfahrung abgeleitet werden kann und einen eigenen Geltungsbereich hat (logische Gedankenwelt), wobei die 'logisch abgeleitete' Mathematik als eine Weiterentwicklung der Logik aufgefasst wird (schon bei Gottfried Wilhelm Leibniz). Dagegen vertritt der Psychologismus die psychologieorientierte These, dass die Logik mit faktischen Gesetzen des menschlichen Denkens identifizierbar ist. Danach wäre 'Wahrheit' bestimmbar als Einklang mit logischen Gesetzen, aber ohne Vergleich mit Prinzipien der erfahrbaren Wirklichkeit. [11] Der Naturalismus (vgl. Philip Kitcher u. a.) widerspricht dieser logisch und apriorisch orientierten Tradition der Rechtfertigung von mathematischen Axiomen gemäß konstruktivistischer oder platonistischer Anschauungen und behauptet, dass die mathematischen Aussagen ebenso wie naturwissenschaftliche Aussagen empirisch gerechtfertig werden müssen, und dass ihre Rechtfertigung nicht durch logische Deduktion aus Axiomen und Definitionen erfolgen kann, sondern nur mit Bezug auf kausale Relationen entsprechend den historisch (aufeinander aufbauend) entwickelten Überzeugungen für mathematische Aussagen. Mein konzeptioneller Ansatz zur naturalistischen Begründung von empirischen und theoretischen Erkenntnissen geht aus von mindestens einer lernfähigen Gedächtnisstruktur für ausbildbarers Erfahrungswissen, die gekennzeichnet ist durch ihre strukturelle Lerndisposition (d. h. real und/oder assoziativ konditionierbare Assoziationen) als potenzielle Anlage zum situationsbedingten Kenntniserwerb aufgrund von Basis-Wissen (a priori). Eine lerntypische Modifikation des (Vor- oder Erfahrungs-)Wissens wird bestimmt mit 'strukturell erlernten' bedingten Relationen entsprechend begrifflichen Beziehungen (aufgefasst als erworbene Kenntnisse), die in kognitiv-logischen Verknüpfungen fungierend nutzbar sind (siehe 1.). [1] - [5] Der logische Rationalismus (bei Christian Wolff), der all unser Wissen auf "rationale" Vernunftwahrheiten unabhängig von Erfahrungen zurückführt, kann aussagenlogisch dadurch widerlegt werden, dass synthetische Sätze für empirische Erkenntnisse nicht aus analytischen Vernunftwahrheiten logisch abgeleitet werden können (d. h. nicht durch Deduktion nach "starren" Regeln). [12, S. 109] Albert Einstein schrieb: "Logisches Denken ist notwendig deduktiv, auf hypothetische Begriffe und Axiome gegründet. Wie dürfen wir hoffen, letztere so wählen zu können, dass wir auf ihre Bewährung ihrer Konsequenzen an den Erscheinungen hoffen dürfen? Der günstigste Fall liegt offenbar dann vor, wenn die neuen Grundhypothesen durch die Erlebniswelt selbst oder durch Bewährung von theoretischen Bemühungen an der Erlebniswelt nahe gelegt werden." [AEA 122-858, S. 18, Physik und Realität, 1935] [10]
»Logisches Denken« ist ein funktionelles Operieren mit elementaren Begriffen für ausdrückbare Urteile und (logische) Schlüsse, wobei kenntnisspezifische Zuordnungen durch in Beziehung gesetzte Begriffe gebildet werden, - möglichst unbeeinflusst von emotionalen Bewertungen. Jede begriffliche Zuordnung entspricht einer (logischen) Verknüpfung von mindestes zwei Begriffen, die in ihrem Kontext bestimmt werden mit relationalen Kenntnissen unter der Voraussetzung von bekannten Grundbegriffen. Mit expliziten Aussagen definierbar sind formale Logik-Funktionen und logische Strukturen für Wissensdarstellungen (siehe 2.3.). [1] Bedingt definierte Ausdrucksformen für semantische Begriffsrelationen beim logischen Urteilen und Schließen sind sprachlich formulierte 'Implikationen' (def. Wenn-dann-Sätze) entsprechend kausalen Beziehungen zwischen verknüpften oder zugeordneten Begriffssymbolen als formale Darstellungselemente. Mit solchen 'kausalen' Symbolzuordnungen definiert werden Logikfunktionen für objektivierbare Inferenzen (logische Schlüsse). Diese sind auch computertechnisch implementierbar, insbesondere für programmierte Berechnungen oder Steuerungen (vgl. Logik-Hardware und Software für Computer).
Sinnvolle Begriffe sind semantische Abstrakta von realen oder fiktiven Gegenständen (Dingen, Phänomenen, Eigenschaften), Sachverhalten (Zusammenhängen, Beziehungen) oder Geschehnissen (Vorkommnissen, Ereignissen).
In Beziehung gesetzte Begriffe entsprechen funktionellen Verknüpfungen, die operativ genutzt werden für 'analytische' oder 'synthetische' Urteile und logische Schlüsse (Konklusionen, Schlussfolgerungen oder Inferenzen).
Erfahrungswissen für Vorstellungen und Voraussagen wird bestimmt mit situatitionsbedingt erworbenen Kenntnissen von erfassten Zusammenhängen untersuchter Sachverhalte, die als 'bedingte Relationen' kognitiv-logischer Begriffsstrukturen formal darstellbar sind und als 'bisher bewährte' Erkenntnisse objektiviert mitgeteilt werden können (vgl. 3.). Empirische Urteile und Schlüsse ermöglichen theoretische Voraussagen aufgrund kenntnisspezifischer Vorstellungen von angenommenen Regelmäßigkeiten der Wirklichkeit. Hypothetische Voraussagen (Vermutungen, Erwartungen) lassen sich praktisch überprüfen und führen gegebenenfalls zur Bewährung von wissenschaftlichen Theorien für realistisch definierte Naturgesetze und prädiktive Modelle. Logische Verknüpfungen von Begriffen und ihren Beziehungen sind formal-sprachlich darstellbar mit Relationen (Assoziationen) und verknüpften Aussagevariablen für Urteile, Schlüsse oder Logik-Funktionen zur Wissensdarstellung (vgl. semantische 'kausale' Begriffsnetze analog neuralen Netzen, siehe 1.3. und 3.). [1] Kritisch überprüfbare Ausdrucksformen für Aussagen (als Urteile, Behauptungen oder Thesen) können logisch begründet werden mit Argumenten als geschlussfolgerten Beweisen (vgl. logische Ableitungen, Deduktionen) entsprechend dem bisher bewährten Wissen basierend auf (Grund-)Erkenntnissen für prinzipielle Prämissen. Die Logik als Theorie des Argumentierens untersucht Formen oder Schemata von Schlüssen hinsichtlich guter und zwingender Argumente für 'gültige Schlüsse', wobei konkrete sprachliche Ausdrücke mit formalen Variablen symbolisch-abstrakt dargestellt werden können (vgl. prädikative Aussagevariablen). Die formale Logik oder mathematische Logik ist orientiert auf theoretische Normen des korrekten Folgerns oder (erkenntnistheoretisch aufgefasst) auf definierte Gesetze für deduktive Ableitungen, d. h. aus Vorwissen gefolgerte Schlüsse (Inferenzen).
Die Aussagenlogik ist die elementarste Form der Logik, die nur mit Aussagevariablen und Junktoren arbeitet. Aussagenlogisch wird bestimmt, welche Aussagen "wahr" und welche Schlüsse "gültig" sind. Mit zwei Wahrheitswerten für "wahr" oder "falsch" werden elementare Aussagen binärer Variablen definiert.
»Logische Funktionen« für deduktive und induktive Schlüsse (Inferenzen) können außerhalb von Gehirnen in "denkenden" Maschinen technisch implementiert werden. Alle logisch funktionierenden Computer vollziehen ihre Berechnungen und Problemlösungen gemäß programmierten Algorithmen nach vereinbarten Regeln für funktionelle Zuordnungen von Symbolen (vgl. Instruktionen von Programmiersprachen). Fallspezifisch objektivierte Logik-Funktionen, meist logische Verknüpfungen binärer Variablen (vgl. Boole´sche Algebra), werden in der Informatik und Robotertechnik vielfältig genutzt, z. B. für Computer-Schaltkreise, Logische Programmierung und Programmierte Steuerungen. [2] Die Prädikatenlogik (besser: 'Prädikatorenlogik' mit Quantoren nach Frege) untersucht strukturierte Aussagen, die in quantifizierte Teilsätze zergliedert werden, wobei definierte Quantoren (All- und Existenzquantoren) für Variablen von Prädikatorenschemata neben Junktoren gelten. Die Prädikatenlogik untersucht die Wahrheit von Sätzen und die Gültigkeit von Schlüssen, die durch Ersetzung der Variablen in Prädikatorenschemata durch Nominatoren und Prädikatoren entstehen. Nominatoren (Namen, Indikatoren, Kennzeichen) für singuläre Begriffe bezeichnen jeweils den Gegenstand einer Aussage. Prädikatoren (Eigenschaftswörter oder Verben) für generelle Begriffe bezeichnen Eigenschaften von Gegenständen oder Beziehungen zwischen Gegenständen. Mit einstelligen oder mehrstelligen Prädikatoren werden Eigenschaften bzw. Beziehungen (Relationen) ausgedrückt, die sich formallogisch überprüfen lassen. Die klassische Logik basiert auf dem Satz vom ausgeschlossenen Dritten, der nur zwei Wahrheitswerte ('wahr' oder 'falsch') für Aussagen zulässt und damit im Widerspruch steht zu möglichen Ausnahmen (von Regeln) oder unsicheren Annahmen aufgrund von erworbenen Kenntnissen (erlernten Relationen des Erfahrungswissens). Nichtklassische Logiken berücksichtigen mehr als zwei Wahrheitswerte (mehrwertige Logik). Die »Modallogik« bestimmt Aussagebeziehungen nach ihrer Modalität (möglich, wirklich, notwendig). Neuere Logiken befassen sich auch mit logischen Verknüpfungen von Unbestimmtheiten für selektierbare Variablenwerte (vgl. CAND- und COR-Knoten, [1]) oder von unscharfen Mengen in Zuordnung zu 'unscharfen Merkmalen' (vgl. Wahrscheinlichkeitslogik bzw. Fuzzy-Logik). Ein "vermutliche" Aussage (z. B. empirisches Urteil oder Abschätzung) kann nicht nur "wahr oder falsch" sein (mehr als zwei Wahrheitswerte), weil sie als "nicht erwiesen" (ungewiss) gedeutet werden muss, d. h. zu bewerten ist als "möglich" (wahrscheinlich, hypothetisch) oder als "relativ wahr" (unscharf bestimmt). Empirische Aussagen und Voraussagen sind mit Vorstellungen "aus Erfahrung" assoziiert und entsprechen erinnerten Erwartungen oder Vorurteilen aufgrund von erworbenen Kenntnissen (gewonnenen Erkenntnissen), die kognitiv-logisch definiert werden als (erfahrungs-)bedingte Relationen und darstellbar sind in Form konditionierter Assoziationen (als bedingte Symbolverknüpfungen). [1] [4] Eine kybernetische Aufgabe ist die Simulation kognitiver Gedächtnisleistungen für höhere Lernformen, die gekennzeichnet sind durch erfahrungsgemäß assoziierte Voraussagen, empirische Urteile und subjektive Bewertungen, die erforderlich sind für bedingte Aktionen oder Erwägungen optimaler Entscheidungen. [1] - [3]
Die Simulation kognitiver Leistungen durch situationsbedingte Ausbildung von 'kognitiv-logischen' Begriffsstrukturen wird erreicht mit (seit 1978 aufgezeigten) Konzepten der von mir definierten »Kognitiven Logik« - als eine theoretische Ausgangsbasis zur innovativen Modellierung von lernfähigen Gedächtnissystemen mit 'bedingten Logik-Funktionen', die auch für höhere Lernformen konzipierbar sind. [5]
Entwickelbare "dynamische Wissensdarstellungen" entsprechen konzeptionell definierten 'kognitiv-logischen' Gedächtnisstrukturen mit induktivem Lernvermögen (strukturelles Lernen), insbesondere zur 'selbstorganisierenden' Ausbildung oder Modifikation bedingter Logik-Funktionen - im Rahmen der jeweiligen strukturellen Lerndisposition für ausbildbare Begriffsstrukturen. Technische 'kognitive Systeme' sind konzipierbar (als KI-Modelle oder Artefakte) mit situationsbedingt modifizierbaren Funktionsausdrücken (aufgrund von Basis-Wissen) zur 'kognitiv-logischen' Bestimmung von erfahrungsbedingten Urteilen oder Voraussagen zwecks optimalen Entschlüssen für "intelligente" Aktionen oder Interaktionen. [1] - [5]
Formale dynamische Wissensdarstellungen werden analog ausbildbaren Begriffsstrukturen bestimmt durch 'strukturelles Lernen' eines kognitiv-logischen Gedächtnissystems mit Erfahrungswissen, das im Rahmen der Lerndisposition modifizierbar ist. Ein situationsbedingter Kenntniserwerb, aufgefasst als kognitiver Grundprozess, ist simulierbar mit mindestens einem induktiven Lernmechanismus auf der Basis von konzeptionellem Vorwissen für Grundfunktionen (veranlagtes Basis-Wissen, z. B. für Implikationen a priori), - im Unterschied zum Tabula-rasa-Ansatz des Empirismus/Behaviorismus für konnektionistische Neuronale Netze. [1] [2] [4] Aufgezeigte Beschreibungsformen für kognitiv-logische Modelle sind symbolische Konstruktionen, d. h. funktionell verknüpfte Begriffssymbole, zur Darstellung modifizierbarer Relationsverknüpfungen für bedingte Logik-Funktionen. Diese modellhafte Objektivierung basiert auf elementaren Darstellungsformen für kognitiv-logische Implikationen, übereinstimmend mit hypothetisch angenommenen oder gewohnheitsmäßigen Regeln. Die erfahrungsgemäß modifizierten Funktionsregeln dienen zur Bestimmung von empirischen Urteilen oder Schlussfolgerungen (induktiven Inferenzen) unter dem Einfluss von assoziierten Voraussagen "aus Erfahrung", deren Zutreffen ungewiss ist. [1] [2] Kognitiv-logische Gedächtnissysteme erlernen ihre induktiven Inferenzen (Schlüsse) durch erfahrungsgemäße Einbeziehung (empirische Implikation) von kenntnisspezifischen 'bedingten Relationen' in ihre bedingten Logik-Funktionen. Ihre empirischen Urteile entsprechen 'bisher bewährten' Regeln, die als 'induktiv angenommen' nur solange gelten, bis sie geändert oder korrigiert werden (vgl. Umlernen). [1]
Eine dynamische Wissensdarstellung entsprechend »kognitiv-logischen Begriffsstrukturen« für empirische Urteile oder Schlüsse wird bestimmt mit 'bedingt verknüpften' Begriffssymbolen (aufgrund bedingter Relationen) als formale Aussagen auf hierarchischen Zuordnungsniveaus. [1] [2]
Die Definition eines allgemeinen Begriffs (als Abstraktes im Allgemeinen) wird ermöglicht durch funktionelle Zuordnung seines Begriffssymbols zu disjunkten Konjunktionen spezifischer Merkmale (Merkmalskonjunktionen) von (wieder-)erkennbaren Objekten oder Situationen. [1]
Aufgezeigte Konzepte der definierten Kognitiven Logik für technische Implementationen erzielen eine lerntypische Ausbildung von bedingten Logik-Funktionen eines 'kognitiv-logischen Gedächtnissystems', das charakterisiert wird durch seine strukturelle Lerndisposition, sein veranlagtes Basis-Wissen und situationsabhängig ausbildbares Erfahrungswissen. [1] - [5]
Relationale Modelle für kognitiv-logische Begriffsstrukturen können formal beschrieben werden als 'lerntypisch ausbildbare' kognitiv-logische Gedächtnisstrukturen mit bedingt verknüpften Relationen für empirische Aussagen. Ihre symbolisch-abstrakten Darstellungen sind implementierbar mit 'situationsbedingt modifizierbaren' Funktionsausdrücken für 'erlernbare' empirische Implikationen (induktiver Lernmechanismus). [1] - [4] Induktiv (verallgemeinernd) angenommene Regelmäßigkeiten als erlernte Regeln für empirische Implikationen einer kognitiv-logischen Gedächtnisstruktur gelten nur hypothetisch und müssen sich praktisch bewähren (Bestätigung, Konsolidierung), um nicht verworfen oder geändert zu werden (Falsifizierung bzw. Korrektur oder Umlernen, vgl. philosophisches Induktionsproblem). Objektivierbare 'kognitiv-logische' Begriffsstrukturen sind formal darstellbar mit (kognitiv-logischen) Verknüpfungen von Begriffssymbolen (Invarianten, z. B. Zeichen, Wörter oder Muster) als explizite Aussagen, die kommunikativ genutzt werden können (siehe 3.2.). | ||
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Bewusst erinnerbare Modellvorstellungen aufgrund von (Er-)Kenntnissen können "symbolisch-abstrakt" beschrieben werden in Form von expliziten Aussagen (sprachlich gemäß Grammatik und Vokabular), womit besondere Urteile, Deutungen und Voraussagen ausdrückbar sind (vgl. Theorien und prädiktive Modelle der Wissenschaft).
Sprachlich ausdrückbar sind begriffliche Beziehungen des deklarativen Wissens mit formalen Aussagen von (Er-)Kenntnissen, die verständlich dargestellt und dadurch interaktiv mitgeteilt werden können (vgl. Objektivierung).
Explizite Aussagen über objektivierbare Beziehungen von modellierbaren Begriffsstrukturen betreffen konzeptionelle Deutungen aufgrund logischer Urteile. Solche möglichst prägnant zu formulierenden Aussagen sind erforderlich für kurz gefasste Beschreibungen, Erklärungen oder informative Mitteilungen (vgl. kurze Aussagesätze, Grundsätze oder Lehrsätze). Wer Wesentliches erkennt, versucht sein Wissen verständlich darzustellen. - Ein gelehrter Denker kann Wesentliches erkennen und seine Deutung prägnant formuliert mitteilen. Eine prägnant formulierte Aussage ist der Ausdruck einer (möglichst wahren) Behauptung über einen Sachverhalt, der als kenntnisspezifische Relation verständlich dargestellt wird mit in Beziehung gebrachten Symbolen für vereinbarte Begriffsdefinitionen, d. h. mit verknüpften 'Begriffssymbolen' (z. B. Variablenwerte, Zeichen oder Wörter) eines deutbaren Aussagesatzes (siehe 3.1). Kurz gefasste Aussagen von Relationen sind reduziert auf wenige in Beziehung gesetzte Worte als vereinbarte Begriffssymbole für als wesentlich Erkanntes.
"Logos" ist ein antikes Konzept für: Begriff, Wort, Gedanke, Rede, Lehre und Vernunft, - besonders auch im Sinne von vernünftiger Rede, deren Aussagen richtig, begründet und überzeugend sein sollen (vgl. 2.2.). Definierte »Logos-Relationen« sind prägnante Darstellungsformen als explizite Aussagen von "prinzipiellen" Erkenntnissen, d. h. erworbenen 'Kenntnissen von Wesentlichem', die aufgefasst werden als Grunderkenntnisse entsprechend kognitiv erfassten Begriffsrelationen.
Als Grunderkenntnisse können prinzipielle Erkenntnisse gewonnen werden durch empirische Überprüfung und Beobachtung der Bewährung der situationsbedingt erworbenen Kenntnisse von begrifflichen Beziehungen, die erfasst wurden entsprechend den grundsätzlich "begriffenen" (abstrahierten) Zusammenhängen der untersuchten Sachverhalte (vgl. bestimmbare Regeln für Gesetzmäßigkeiten).
Eine Logos-Relation wird definiert als 'kurz gefasste' Darstellung einer objektivierbaren Grunderkenntnis entsprechend einer begrifflichen Beziehung, die prägnant ausgedrückt wird in Form einer expliziten Aussage (als Satz, Relation, Assoziation oder Zuordnung) mit möglichst wenigen Begriffssymbolen (def. als Zeichen, Wörter oder Muster, siehe 3.). Logos-Relationen sind prägnant formulierte Aussagesätze, die beispielsweise nutzbar sind als aspektorientierte Urteile für Interpretationen (Deutungen), Definitionen (Bestimmungen), Thesen (Behauptungen), Axiome (Prinzipien, Postulate), Instruktionen (Anweisungen), Implikationen (Wenn-dann-Regeln) oder Lebensweisheiten (Aphorismen) zu Prinzipien der Seinserfahrung (siehe 4.). Eine mitteilbare Lebensweisheit ist der prägnante Ausspruch von erkanntem Wesentlichen (d. h. erfassbarem Beständigen) der Seinserfahrung unter einem Aspekt. Bewährte Grunderkenntnisse von Seinserfahrungen, aufgefasst als 'Zeitlose Weisheiten', lassen sich mit aphoristischen Sentenzen (Sinnsprüchen oder Aphorismen als Logos-Relationen) ausdrücken, damit sie vor dem Vergessen bewahrt und einsichtsfördernd weitergegeben werden können. [9] Ein richtiges Verstehen von Logos-Relationen gelingt nur solchen Interessenten, die über passendes Kontextwissen für vorausgesetzte Modellvorstellungen verfügen. Jede formal-sprachliche Logos-Relation ist eine explizite Aussage für mindestens eine (entnehmbare) Information in konzentrierter Darstellungsform, d. h. eine relevanter Ausdruck mit geringer Redundanz. Einer Darstellungsform (def. Formation) ist nur dann Information (aufgefasst als 'Eingeformtes') entnehmbar, wenn mindestens ein "verstehendes" kognitives System (Organismus, Subjekt) existiert, das diese objektive Formation erkennen und individuell interpretieren kann, wobei sein "informelles" Deutungsergebnis als subjektive Nachricht (für sich und andere) aspektorientiert nutzbar ist. [8]
Aufgrund von Kenntnissen des Erfahrungswissens entstehen in individuellen Wahrnehmungs- oder Erkennungsprozessen erinnerte funktionelle Vorstellungen. Ihre Objektivierung ist möglich mit symbolisch-abstrakten Beschreibungen als sprachlichen Darstellungsformen, beispielsweise mit analytischen Logos-Relationen als kurz gefassten Ausdrücken für Urteile oder Implikationen gemäß kognitiv-logischen Darstellungen. Objektivierte Grunderkenntnisse in Form von Logos-Relationen entsprechen expliziten Aussagen von fundamentalen Vorstellungen prinzipieller Zusammenhänge (vgl. Basissätze analog ursächlichen Relationen), - insbesondere vereinbart als prinzipielle Aussagen (vgl. 3.1.). Mit Logos-Relationen als prägnanten Darstellungsformen für prinzipielle Erkenntnisse sind fundamentale Modellvorstellungen explizit beschreibbar (vgl. Theorien, Lehrsätze oder Superzeichen), die für konzeptionelle Deutungen nützlich sind (vgl. konstruktive Konzepte, siehe 3.1.).
Beim Lernen erreichbar ist 'tiefere' Einsicht durch neu gewonnene Erkenntnisse, die ein kognitives Umlernen erforderlich machen. Eine Voraussetzung dafür ist die empirische Überprüfung von verfügbaren Kenntnissen, die mit Logos-Relationen ausdrückbar sind. Dabei muss kritisch eingeschätzt werden, ob bestehende durch besser begründete Aussagen ersetzt werden können (d. h. jeweils durch eine neue oder präziser formulierte Logos-Relation). Ein kognitives Umlernen im Sinne einer Korrektur oder Verbesserung der 'dynamischen' Wissensdarstellung mit modifizierbaren Logos-Relationen erfolgt durch erfahrungsgemäße Korrektur oder Ersatz von 'unbewährten' Aussagen zu 'unbestätigten' Kenntnissen einer lernfähigen Gedächtnisstruktur. [2] Konsistent formulierte Logos-Relationen müssen gegenüber Zweifeln und Gegenargumenten empirisch konsolidiert werden, damit sie als 'bisher bewährte' Aussagen weiterhin gelten können und mit einer relativen Gewissheit nutzbar sind. Im Gegensatz zu Logos-Relationen für 'prinzipielle' Grunderkenntnisse (vgl. Grundsätze, Axiome oder Regeln) gibt es sprachliche Ausdrucksformen für 'irreal ausgedachte' Fiktionen (vgl. Einbildungen, Mythen oder Legenden) oder für 'modellhaft entworfene' Konstrukte (vgl. Ansichten, Hypothesen oder Theorien). Diese sind "irrationale" Behauptungen bzw. "theoretische" Annahmen, die entweder als 'unwahr' falsifizierbar sind oder als 'ungewiss' geltend genutz werden können (vgl. Arbeitshypothesen oder Thesen), solange für sie kein logischer Wahrheitsbeweis erbracht werden kann (siehe 2.1.). Eine These ist eine Behauptung mit Wahrheitsanspruch und kann nur dann als unwahre Aussage (vgl. Fehlurteil oder Trugschluss) falsifiziert werden, wenn sie praktisch überprüfbar ist oder logisch widerlegt werden kann. Es gibt so genannte Rechthaber oder Besserwisser, die als uneinsichtig, anmaßend oder arrogant eingeschätzt werden, weil sie von der Richtigkeit ihrer thesenhaften Aussagen aufgrund von gewonnenen Erkenntnissen fest überzeugt sind, obwohl für diese (noch) keine logischen Beweise und keine hinreichende Bestätigung (praktische Bewährung, Konsolidierung) vorliegen.
Basierend auf wissenschaftlichen Grunderkenntnissen für naturalistische Aussagen, die experimentell überprüfbar sind und irrationalen Überzeugungen widersprechen, gibt es logisch begründete Zweifel an 'unbeweisbaren' ideologischen und religiösen Behauptungen (vgl. Axiome oder Glaubenssätze als 'göttliche Offenbarungen').
Monistische Kritiken und aufklärende Argumentationen zwecks Wahrheitsfindung verunsichern die theologischen Vertreter von Religionen und werden deshalb von diesen entweder ignoriert oder aber als atheistische Angriffe auf tradierte Glaubenssätze bekämpft (vgl. Glaubenskriege, Hexenprozesse, Ketzerverfolgungen und Missionierungen). | ||
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Beim Lernen ausgebildete Begriffsstrukturen für theoretische Denkmodelle, die durch analytisch objektivierbare Denkprodukte, z. B. Urteile und Schlüsse, logisch begründbar sind, können mit bedingt verknüpften Begriffssymbolen in Form kognitiv-logischer Darstellungen systematisch beschrieben werden.
Die folgenden drei Abschnitte enthalten explizite Aussagen (Logos-Relationen) gemäß meinen Erkenntnissen zu prinzipiellen Begriffsbestimmungen für konstruktive Denkprodukte und innovative Konzepte der Kognitiven Logik (vgl. meine Publikationen seit dem Jahr 1978 [5]). Hingewiesen wird auf soziale Probleme der technischen Entwicklung von kognitiv-logischen Simulationsmodellen mit gehirnähnlichen Funktionen und auch von 'autonom agierenden' Artefakten der kognitiven Robotik, die als lernfähige Gedächtnisssysteme mit empirischen Urteilen aufgrund subjektiver Bewertungen ihre individuellen Entscheidungen selbst bestimmen können. Zur Abwendung von möglichen Gefahren (für Mensch und Roboter) erforderlich ist die konfliktvermeidende Einschränkung ihrer Handlungsfreiheit, d. h. die 'ethische' Begrenzung ihrer 'rationalen' Autonomie, durch ihre jeweils konzeptionell vorbestimmte 'Selbstkontrolle' (vgl. Meta-Automat meines Systemkonzepts "Intelligenter Automat"). [3]
Formal ausdrückbare Denkprodukte entsprechen wissentlich äußerbaren Gedanken von Beziehungen zwischen Begriffen und damit assoziierten Vorstellungen (vgl. explizite Aussagen von begrifflichen Grundverknüpfungen für Thesen oder Konzepte).
Sprachlich ausdrückbare 'konstruktive Denkprodukte' resultieren aus konstruktivem Nach-Denken (d. h. mentaler Reflexion). Solche deklarativen (bewusst erinnerbaren) Resultate selbstreflexiver Denkprozesse werden angeregt durch eigene Intentionen (Absichten) für kritische Beobachtungen oder Fragestellungen.
Konstruktive Resultate des Denkens werden aufgefasst als konstruktive Denkprodukte, die wissentlich aktivierbar sind durch gedankliches (mentales) Operieren mit möglichst sinnvollen (symbolisch-abstrakten) Begriffsformen, wobei deren funktionell modifizierbaren (kognitiv-logischen) Verknüpfungen oder Zordnungen gemäß 'ausgebildeten Begriffsstrukturen' bestimmt werden durch situationsbedingt erworbene Kenntnisse von kognitiv erfassten Beziehungen (def. als bedingte Relationen) entsprechend 'empirisch' wahrgenommenen oder 'assoziativ' vorgestellten Zusammenhängen von untersuchten Sachverhalten (siehe 3.2.).
Folgende systematisch geordnete Zusammenstellung prägnanter Relationen (analog begrifflichen Assoziationen) repräsentiert konstruktive Denkprodukte in Zuordnung zu ihren möglichen Äußerungen, die als informative Ausdrücke nützlich sind für kommunikative Mitteilungen (z. B. explizite Aussagen) oder für zweckdienliche Orientierungen, - auch zur Bestimmung möglicher Aktionen (z. B. Handlungen oder Konzept-Verwirklichungen).
Begriffe werden modellhaft gebildet und dienen als kombinierbare Bausteine für (analytische und synthetische) Denkoperationen. Beim Denken werden Begriffe zu Gedanken(gängen) verknüpft, insbesondere zu Schlussfolgerungen (Schlüssen, Inferenzen) als logisch verknüpfte Urteile.
Deutbare Worte dienen (wie Symbole, Zeichen oder Namen) zur sprachlichen Benennung (Bezeichnung) von objektivierbaren Begriffen und zur kennzeichnenden Formulierung (Beschreibung) von begrifflichen Beziehungen. Formal-sprachliche Ausdrücke (als Darstellungsformen gemäß einer Grammatik) sind mitteilbare deklarative Aussagen, die beispielsweise interpretierbar sind als Begriffsdefinitionen für relationale Modelle (definierte Begriffsstrukturen). Die gedankliche Vorstellung eines Begriffs wird bestimmt als abstraktes Denkprodukt, dessen 'deutbare Konzeptform' mit unterschiedlichen Begriffssymbolen bezeichnet und verständlich dargestellt werden kann (s. u. und vgl. Tabelle).
Zumindest ein Begriff ist mit einer symbolischen Darstellungsform (z. B. Zeichen, Wort, Bild oder Grafik) repäsentierbar Durch spezielle Vereinbarungen für ihre Interpretation (vgl. Deutung gemäß Codierung) sind auch unterschiedliche Begriffe darstellbar, - aber nur dann, wenn die für einen dargestellten Begriff charakteristische Merkmalskonjunktion in der Darstellung wahrgenommen, erkannt und gedeutet werden kann.
Ein allgemeiner (genereller) Begriff ist ein gedankliches Konstrukt (mentales Konzept) von analytischen Abstraktionen (speziellen Begriffen) in alternativer Zuordnung zum synthetisch Verallgemeinerten, d. h. dem allgemeinen Begriff, dem eine formal beschreibbare kognitiv-logische Begriffsstruktur entspricht. Typisch für einen allgemeinen Begriff sind alternative Abstrakta für Besonderes/Einzelnes (spezielle oder Unterbegriffe) in disjunktiver Verknüpfung für das Allgemeine als genereller (Ober-)Begriff.
Unterstützt von veranlagten Begriffen des Basis-Wissens (vgl. Kategorien a-priori nach Immanuel Kant) werden zusätzliche neue Begriffe situationsbedingt (intuitiv oder induktiv) gebildet und mit bestehenden Begriffen in Beziehung gesetzt.
Gebildete allgemeine Begriffe als Abstrakta (Kategorien, Objektklassen) gelten jeweils für Besonderes, das kognitiv erfasst und in Allgemeines des (Ober-)Begriffs einbezogen worden ist, d. h. das durch Verallgemeinerung (induktiv) 'begriffen' wurde.[4]
Albert Einstein schrieb: "Die Verknüpfung der elementaren Begriffe des Alltagsdenkens mit Komplexen von Sinnen-Erlebnissen ist nur intuitiv erfassbar und wissenschaftlicher (logischer) Fixierung unzugänglich." [AEA, 122-858, S. 3, Physik und Realität, 1935] [10]
Kognitive Begriffsbestimmungen sind erkenntnisgemäße Definitionen und werden aufgefasst als 'innovative Begriffsdeutungen' oder Begriffsbildungen mit neu erfassten Begriffsrelationen für ausgebildete 'kognitiv-logische' Begriffsstrukturen (siehe 3.2.). Mit diesen erklärbar sind neu entworfene konstruktive Konzepte, die vorteilhaft genutzt werden können, um alte Probleme besser zu lösen oder um neue Probleme zu erkennen und analytisch lösbar zu machen (s. u.).
Eine neue Begriffsdefinition ist sprachlich ausdrückbar und sollte möglichst verständlich beschrieben und widerspruchsfrei begründet werden.
Die expliziten Aussagen von begrifflichen Beziehungen sind dann verständlich formuliert, wenn ihre in Beziehung gebrachten Begriffssymbole (vgl. Worte oder Zeichen) in Übereinstimmung mit grammatikalischen Organisationsprinzipien sinnentsprechend zuordenbar sind zu vereinbarten Symbolen für bekannte Begriffsbestimmungen (vgl. syntaktischer Code zur semantischen Verständigung).
Die prinzipiellen Aussagen sind vereinbarte Basissätze (Axiome, Grundsätze), d. h. formale Ausdrücke von relationalen Grunderkenntnissen entsprechend fundamentalen Beziehungen zwischen begrifflich festgesetzten Größen, beispielsweise prägnant formulierte Relationen für Begriffsbestimmungen (vgl. Definitionen, mathematische Formeln), - insbesondere vereinbart als systematisierte Ausdrucksformen für 'bisher bewährte' Theorien und 'erkannte' Gesetze in Naturwissenschaft und Gesellschaft (vgl. Logos-Relationen, siehe 2.3.). Die interaktive Verständigung über symbolische Darstellungsformen (Zeichen, Bilder, Texte, Kunstwerke) ist nur mit 'passenden' Begriffsstrukturen für richtig zugeordnete Vorstellungen möglich, d. h. mit kommunikativ geeignetem Wissen (z. B. vereinbarten Codes oder Regeln) für adäquate Deutungen im entsprechenden Kontext. Individuelles Verstehen geschieht mit "deutenden" Erkennungsergebnissen infolge von analytischen Unterscheidungen zwischen begrifflichen Wertekategorien (kognitive Klassifizierung) des nutzbaren Wissens, besonders entsprechend situationsbedingt erworbenen Kenntnissen (Erfahrungswissen) zur Bestimmung von empirischen Urteilen für "eigene" Aussagen und Entscheidungen.
Ein »Verstehen lernen« heißt 'kognitive' Gewinnung von individueller Einsicht in prinzipielle Zusammenhänge von untersuchbaren Sachverhalten der 'wirklichen' Erfahrungswelt (vgl. Erkenntnisprozess).
Konzeptionelle Deutungen als handlungsorientierte Interpretationen von erkannten und beurteilten Situationen (wahrgenommen oder vorgestellt) sind funktionell abhängig von aktuellen "subjektiven" Einstellungen, Bewertungen und Zielstellungen (vgl. Antrieb, Emotion bzw. Motivation). [2][3]
Der "deutende" Mensch interpretiert seine empirischen Wahrnehmungen aufgrund von eigenen (subjektiven) Vorstellungen seines modellhaften Wissens, verbunden mit erinnerten Erwartungen (Voraussagen) oder Vermutungen (Hypothesen) als unbewiesenen Annahmen von Fakten oder Gesetzmäßigkeiten festgestellter (beobachteter) Zusammenhänge.
Urteile und Schlüsse des logischen Denkens in Gehirnen sind neurowissenschaftlich nachweisbar als funktionelle Aktivitäten von hierarchisch verknüpften Neuronen, wobei funktionsspezifisch 'synchronisierte' Neuronen-Ensembles lokalisiert werden können. [6]
Elementare Urteile, die aus mentalen Interpretationen von externen und internen Situationen resultieren, entsprechen neuronalen Verknüpfungsergebnissen (vgl. axonale Aktionssignale). Diese können formal dargestellt werden als kognitiv-logische Verknüpfungen von Relationen mit begrifflichen Invarianten, die explizit objektivierbar sind als formale Begriffssymbole für spezifische Signalmuster (vgl. Merkmalskonjunktionen kognitiver Schemata einer kognitiv-logischen Gedächtnisstruktur). [1] [4] "Verstandesmäßige" Interpretationsprozesse zur Erkennung und Deutung von aktuellen Situationen sind prinzipiell erklärbar durch 'kognitiv-logische' Informationsverarbeitung zwecks individueller Beurteilung von situationsspezifisch wahrgenommenen Objekten (Inputs) unter erfahrungsgemäßer Berücksichtigung von erinnerten Vorstellungen und assoziierten Voraussagen entsprechend erworbenen Kenntnissen (als begrifflichen Beziehungen) von bisher erfassten Zusammenhängen untersuchter Sachverhalte. [2] [3] Die Intelligenz eines kognitiven Systems entspricht seiner Befähigung zum Problemlösen ausgehend von der Erkennung einer Problemsituation, insbesondere ihrer für das Handeln wesentlichen Eigenschaften im jeweiligen Zusammenhang, wodurch gemäß dieser Einsicht eine zielgerichtete oder zweckorientierte Problemlösung zu finden ist, z. B. als optimale Entscheidung im Handlungsspielraum für 'intelligentes' Verhalten (siehe 1.1.1.). Eine Problemsituation wird hinsichtlich der möglichen Erreichung mindestens eines (allgemeinen oder speziellen) Ziels bestimmt, wobei davon ausgegangen wird, dass die vorkommenden Systemvariablen begrifflich (mittels Merkmalen) bekannt sind und ihre hierarchischen Beziehungen sinngemäß verstanden werden.
Das 'bedingte Erwägen' einer optimalen Entscheidung (aufgefasst als höhere Lernform) geschieht durch antizipatorische Bewertung von "aus Erfahrung" assoziierten Voraussagen, insbesondere von erwarteten Konsequenzen der einschätzbaren Entscheidungsalternativen. Das voraussichtliche Abwägen von vermuteten Tatfolgen gelingt nur bei richtiger Einschätzung möglicher Alternativen der erkannten Problemsituation, wozu zweckdienliches Erfahrungswissen in ausreichendem Maße verfügbar sein muss. Die Fehleinschätzung einer Problemsituation aufgrund von fehlenden oder mangelhaften Kenntnissen, die falsche Vorstellungen für Fehlurteile bestimmen, führt dann zur Verunsicherung, wenn sich eine praktizierte Fehlentscheidung als Irrtum oder Torheit erweist.
Pragmatische empirische Urteile werden durch "intelligentes" Lernen am Effekt von Aktionsversuchen (Experimenten, Tests) bestimmt und entsprechen kognitiv-logischen Implikationen (vgl. erlernte 'Wenn-dann'-Regeln) zur Erinnerung von individuellen Vorstellungen (vgl. assoziierte Voraussagen), die geeignet sind zum erfahrungsgemäßen Erwägen von optimalen Entscheidungen für bedingte Aktionen. [1] [2] In Fällen neuartiger Situationen, für die bewährte Entscheidungsregeln zur Handlungssteuerung fehlen, sind zur effektorientierten Bestimmung von Versuchen gute Ideen als möglicherweise irrtümliche Hypothesen (Vermutungen) erforderlich.
Kreativ denken bedeutet, mit neuer Einsicht in Wesentliches innovative Problemlösungen finden.
Auf Vermutungen beruhende Denkansätze und Entwürfe sind formal beschreibbar als »konstruktive Konzepte«, die versuchsweise nutzbar sind für theoretische Modelle und auch für heuristische Methoden zur Auffindung von praktikablen Lösungswegen mit Erfolgsaussichten. Neue entworfene Theorien oder Methoden als kreative Denkprodukte basieren auf besonderen 'konstruktiven Konzepten' entsprechend mentalen Innovationen (Erfindungen), die eine allgemeine Bedeutung nur dann erhalten, wenn sie mit Erfolg praktiziert werden und sich rational durchsetzen gegenüber Vorurteilen, Kritiken oder Zweifeln (siehe 1.3.).
Das Phänomen eines "intuitiven" oder "reflexiven" Einfalls (Idee) entspricht der kreativen Leistung des Entwurfs eines äußerbaren 'konstruktiven Konzepts', das begründbar ist durch mindestens eine neu erworbene Kenntnis von einem kognitiv erfassten (begriffenen) Zusammenhang. Dabei ist jede zunächst vermutete theoretische Erkenntnis entsprechend einer 'bedingten Relation' (def. als erworbene Kenntnis) empirisch zu überprüfen, ob sie konsolidiert oder falsifiziert wird. Friedrich Dürrenmatt (1921 - 1990) meinte: "Kreative Phantasie arbeitet durch ein Zusammenwirken von Erinnerung, Assoziation und Logik." Veranlagte konditionierbare Assoziationen (vgl. plastische Synapsen) der 'strukturellen Lerndisposition' eines kognitiv-logischen Gedächtnissystems ermöglichen die situationsbedingte Ausbildung unterschiedlicher 'Konzeptformen' für bedingte Logik-Funktionen. Diese sind prinzipiell bestimmbar als 'analytische Abstraktion' oder 'synthetische Verallgemeinerung' von begrifflichen Invarianten, die als Begriffssymbole (z. B. Variablenwerte oder Formationen) explizit formalisiert werden können (siehe 3.2.). [1] [4] Die 'induktive' Verallgemeinerung mindestens einer Begriffsform (def. Konzept-Form) beim 'strukturellen Lernen' entspricht der lerntypischen Änderung oder Ausbildung einer Begriffsstruktur, die vollzogen wird durch Neuverknüpfung von begrifflichen Beziehungen in Folge der situationsbedingen Erfüllung mindestens einer Koinzidenzbedingung des jeweiligen Lernmechanismus für eine bedingte Relation der kognitiv-logischen Gedächtnisstruktur (siehe 1.2.). [1] - [5] Bei der 'assoziativen Konditionierung' bedingter Relationen werden bedingte Relationen des Vorwissens assoziativ genutzt, indem sie in Form von bereits konditionierten Assoziationen zur situationsgemäßen Erfüllung von Koinzidenzbedingungen beitragen. Dadurch 'assoziativ' konditionierbar sind "innovative" Assoziationen (vgl. Einfälle für "kreative" Entwürfe), die konstruktive Konzepte entsprechend theoretischen Erkenntnissen bestimmen können (siehe 1.2. und Bild unter 3.2.). [4]
Ein kognitiver Wissenszuwachs (durch Kenntniserwerb) bedeutet einen fortschrittlichen Qualitätssprung bei der Entwicklung von Wissen und führt zu einer 'innovativen' Einsicht.
Theoretische Modelle sind ausdrückbar als symbolische Konstruktionen für abstrakt beschreibbare Zusammenhänge von wirklichen Sachverhalten. Diese formal beschreibbaren Abstraktionen (als begriffliche Konstrukte) basieren auf 'empirischen' Beobachtungen oder 'rationaler' Einsicht in Sinnzusammenhänge (d. h. Erfassung von Beziehungen) der objektiven Realität. Formale Darstellungen von funktionellen Strukturen für Wirkungszusammenhänge sind beispielsweise mathematische oder logische Funktionsausdrücke (Formeln bzw. Regeln) aufgrund von elementaren Implikationen für Schlussfolgerungen (Inferenzen). [1]
Ausgebildete Begriffsstrukturen für abstrakte Gedanken über die Wirklichkeit entsprechen erinnerbaren Vorstellungen (Ansichten oder Fiktionen), die in Form von konkreten Darstellungen objektivierbar und sprachlich mitteilbar sind. Empirisch überprüfbare Vorstellungen können mit spezifischen Beziehungen der Realität näherungsweise übereinstimmen (vgl. Problem der Adäquatheit von theoretischen Modellen).
Das individuelle Sprachvermögen ist eine systemimmanente Voraussetzung für deklarative Ausdrücke als formale Darstellungen zur Beschreibung und Erklärung eigener Vorstellungen, Urteile, Konzepte oder Intentionen hinsichtlich der Vergangenheit bzw. Zukunft.
Ein Wissenszuwachs beim Lernen ist erklärbar durch veränderte, verfeinerte oder erweiterte Verknüpfungen begrifflicher Beziehungen des Erfahrungswissens, die charakteristisch sind für "lerntypisch" ausgebildete Begriffsstrukturen modularer Konzeptformen, die aufgefasst werden als symbolisch-abstrakte Grundverknüpfungen zur Bestimmung von empirischen Urteilen oder kognitiv-logischen Schlüssen. Ihre formalen Darstellungen lassen sich zurückführen auf explizite Relationen von verknüpften Aussagevariablen einer 'kognitv-logischen Gedächtnisstruktur' (s. u.). [1] [2] [4] Logische Ausdrücke sind syntaktisch korrekte und semantisch richtige Zeichenfolgen als Aussagen (def. Formationen), die nach (Grund-)Regeln einer Grammatik für ein sprachliches Vokabular gebildet worden sind.
Das begriffliche Äquivalent einer materiellen Formation entspricht einem modellhaften Konzept, das als erinnerbare Vorstellung mit mindestens einem Begriffssymbol, aufgefasst als verifizierbare Invariante, formal dargestellt und kommunikativ mitgeteilt werden kann.
Die Abstraktion einer erkennbaren Formation wird bestimmt als die 'vereinfachende' Zuordnung mindestens einer symbolischen Invariante als Begriffssymbol. Diese gilt als eine vereinbarte Begriffsbezeichnung für die abstrahierte Formation. Ein zugeordnetes Begriffssymbol ist ausdrückbar als definierter Identifikator, Nominator oder Prädikator. Mit 'vervielfältigbaren' Begriffssymbolen bezeichnet werden abstrakte Kategorien von Objekten (Klassen), die als Besonderes abstrahiert (begrifflich aufgefasst) und in erweiterbare ('plastische' kognitiv-logische) Verknüpfungen für Allgemeines einbezogen werden können. Das begrifflich 'neu einbezogene' Abstrakte gilt als "erlerntes" Besondere im Allgemeinen (vgl. Bild unten). [1] Benennbare Begriffe und ihre Beziehungen (Begriffsstrukturen) können 'redundanzvermindert' dargestellt werden mit relativ wenigen symbolischen Invarianten als markante Begriffssymbole für syntaktische Ausdrücke, z. B. mathematisch formulierte Begriffs- oder Aussageformen, zwecks vorteilhafter Informationsreduktion durch Abstraktion redundanter Formationen.
Begriffliche Invarianten werden als vereinbarte symbolische Zeichen ausgedrückt, z. B. zur Bezeichnung von Merkmalen (als Aspekten des Besonderen) und von allgemeinen Begriffen (Klassen).
Symbolische Ausdrucksformen für aktuelle Begriffe (Begriffssymbole) sind reduzierbar auf situationsspezifisch ausgewählte Werte von 'kognitiv-logisch' verknüpften Variablen.
Für vernetzte Begriffe (einer komplexen Begriffstruktur) dient jede begriffliche Variable als binäre oder mehrwertige Komponente von mindestens einer Variablenkonfiguration zur Informationsdarstellung und kann gemäß ihrem funktionellen Anteil situationsbedingte Darstellungsformen (Formationen) bestimmen.
Objektivierbare Beziehungen zwischen Begriffen (Begriffsrelationen als Kenntnisse) können sprachlich ausgedrückt werden als kenntnisspezifische Relationen (Assoziationen, Verknüpfungen) mit logisch verknüpften Symbolen (Invarianten, Variablenwerten). Begrifflich vereinbarte 'Symbolverknüpfungen' stellen Besonderes dar und werden 'verallgemeinernd' zugeordnet zu expliziten Begriffssymbolen (Zeichen, Wörter, Sätze oder Bilder), die Allgemeines darstellen (vgl. schematische Abbildungen).
Begriffe mit ihren Beziehungen (in Form von Assoziationen) können modellmäßig objektiviert werden als analysierbare Begriffsstrukturen analog begrifflich definierten Knoten semantischer Netzwerke. Solche Begriffsknoten entsprechen symbolisch-abstrakten 'Verknüpfungselementen' einer lernfähigen Gedächtnisstruktur, die funktionell wirksam sind in plastischen Verknüpfungen für erfahrungsbedingte Begriffsrepräsentationen (vgl. mein Postulat 'verallgemeinernder Neuronen' zur kognitiv-logischen Verknüpfung von jeweils sehr vielen Input-Relationen). Die symbolisch-abstrakte Selektion und Integration als begriffsbestimmende mentale Operationen in 'lernfähigen Gedächtnissystemen' sind erklärbar mit kognitiv-logischen Funktionen. Diese entsprechen 'kognitiv-logischen Darstellungen' mit funktionellen Variablen in modifizierbarer Vernetzung für ausbildbare Symbolverknüpfungen, gekennzeichnet durch analytisch bzw. synthetisch einbeziehbare 'bedingte Relationen' (als kenntnisspezifische Beziehungen für Abstraktes oder Allgemeines analog CAND- bzw. COR-Knoten). [1] [2]
Obiges Bild veranschaulicht einen modifizierbaren Zusammenhangsgraph mit prinzipiell möglichen 'konditionierbaren Assoziationen' (gestrichelt) einer strukturellen Lerndisposition der 'kognitiv-logischen Grundstruktur' für einen verallgemeinerbaren Oberbegriff Cy, dargestellt als erweiterbarer COR-Knoten nach CAND-Knoten, wobei disjunktiv bzw. konjunktiv verknüpfte bedingte Relationen ausgehend von begrifflich einbeziehbaren Merkmalen Cx induktiv erlernbar sind (gemäß definierter Koinzidenzbedingungen). [1] Mein Ansatz: Voraussetzung für eine (zunächst) hypothetische Begriffsbildung sind situationsbedingt ausbildbare Begriffsstrukturen gemäß 'veranlagten' konditionierbaren Assoziationen einer strukturellen Lerndisposition, die potenziell vorbestimmt sind durch mindestens einen 'verallgemeinernden' (induktiven) Lernmechanismus zur 'kognitiven' Zusammenhangserfassung unter einer Koinzidenzbedingung für jeweils zwei verbindbare Begriffssymbole, - gemäß einer Konnexanalyse nach dem 'Prinzip der Vereinbarkeit' (siehe 1.2.). [1]
Der situationsbedingte Kenntniserwerb für empirische oder theoretische Erkenntnisse ist simulierbar durch definierte 'reale' bzw. 'assoziative' Konditionierung von Assoziationen, die ausgebildeten Darstellungsformen für bedingte Relationen entsprechen (vgl. Bild). [1] - [5] In Beziehung gesetzte Begriffe (verknüpfte Abstrakta) sind sprachlich ausdrückbar mit zugeordneten Begriffssymbolen (vgl. Nominatoren und Prädikatoren) und bedingten Relationen für definierte »kognitiv-logische Begriffsstrukturen«. Systemtheoretisch definierte relationale Modelle der »Kognitiven Logik« implementieren dynamische Wissensdarstellungen mit 'kognitiv-logisch' verknüpften Relationen (für feste und ausbildbare Begriffs- oder Merkmalsbeziehungen), die bezogen sind auf logisch verifizierbare Invarianten als Begriffssymbolen (siehe 2.2. und »
Publikation). [1]
Eine formale Darstellung von ausbildbaren 'kognitiv-logischen' Begriffsstrukturen gelingt durch die konzeptionelle Objektivierung der verknüpfbaren begrifflichen Beziehungen hinsichtlich der situationsbedingten Ausbildungsmöglichkeiten für bedingte Relationen, die einbezogen werden in 'erfahrungsbedingte' logische Verknüpfungen (bedingte Logik-Funktionen) im Rahmen einer strukturellen Lerndisposition (vgl. 1.2.). Kognitiv-logische Begriffstrukturen werden bestimmt durch 'induktiv erlernte' (kognitiv erfasste) Beziehungen als verallgemeinert "angenommene" bedingte Relationen (in Form von konditionierten Assoziationen der lernfähigen Gedächtnisstruktur), die objektiviert ausdrückbar sind als kenntnisspezifische 'relationale Aussagen' mit verknüpften Begriffssymbolen (vgl. formale Relationen als verständliche Symbolverknüpfungen). Eine durch empirische Verallgemeinerung (induktiv) ausgebildete kognitiv-logische Begriffsstruktur (vgl. modellhafte Vorstellung) basiert auf mindestens einer situationsbedingt erworbenen Kenntnis (def. bedingten Relation) eines durch induktive Konnexanalyse erfassten Zusammenhangs von 'koinzident' erfahrenen (Signal-)Ereignissen oder (Beobachtungs-)Fällen.
Als sprachliche Darstellungsformen für kognitiv-logische Begriffsstrukturen geeignet sind unterschiedliche (veranlagte, erlernbare und bedingte) Relationen, die begrifflichen Beziehungen entsprechen und funktionell einbezogen sind in elementare (kognitiv-logische) Verknüpfungen von Begriffssymbolen (def. als Knoten modularer 'Konzeptformen' - analog Neuronen). Mit formal verknüpften Begriffsrelationen als deklarativen Aussagen (vgl. Implikationen für Schlüsse) können symbolisch-abstrakte Gedankengänge objektiviert geäußert werden. Objektivierbare »Konzeptformen« für ausbildbare begriffliche Grundverknüpfungen entsprechen elementaren Funktionseinheiten analog semantischen Begriffsstrukturen, die formalisierbar sind als »kognitiv-logische Grundstrukturen« mit 'plastischen' CAND- und COR-Knoten (vgl. These 10 in [4]). Diese werden begrifflich bestimmt als 'kognitiv-logische Konzept-Module' für »lernfähige Zuordnungseinheiten« (auf hierarchischen Zuordnungsniveaus) eines definierten »lernfähigen Zuordnungskomplexes«, der konzipiert wurde als Modell eines 'interpretativ' fungierenden Gedächtnissystems mit struktureller Lerndisposition (aufgefasst als 'denkendes Gedächtnis'). [1] - [5]
Eine »analytische Abstraktion« (eines Einzelfalls einer Klasse) wird bestimmt als die funktionelle Zuordnung eines Begriffssymbols (vgl. CBa für das abstrahierbare Besondere) zu der analysierten Formation von Begriffssymbolen für markante Einzelheiten (vgl. Ci als 'konjunkte' Merkmale), die aufgefasst wird als Merkmalskonjunktion des Besonderen. Das als Besonderes symbolisierte Abstrakte (vgl. CBa) kann zugeordnet werden einem allgemeinen Begriff einer Klasse (vgl. Cy als Allgemeines) in Folge dessen »synthetischer Verallgemeinerung« entsprechend der funktionellen Einbeziehung in seine disjunktive Verknüpfung von 'alternativen' Begriffssymbolen (vgl. disjunkte Merkmale Cx oder CBa als Abstrakta für Besonderes). [1] [4] Durch Verallgemeinerung "induktiv" ausgebildete Begriffsstrukturen können modellmäßig dargestellt werden als funktionell zugeordnete Symbol-Formationen mittels elementaren Funktions- oder Verknüpfungseinheiten (def. kognitiv-logische Konzept-Module) in hierarchischer Anordnung auf 'Zuordnungsniveaus' eines konzipierten 'lernfähigen Zuordnungskomplexes'. [1] [2] Ein lernfähiger Zuordnungskomplex hat eine kognitiv-logische Gedächtnisstruktur für ausbildbares Erfahrungswissen zur assoziativen Kenntnisnutzung, besonders für empirische Voraussagen und Urteile, gestützt auf sein deduktiv nutzbares Basis- und Vorwissen. Seine konzeptionellen Gedächtnis- und Verarbeitungsleistungen dienen der Simulation höherer Denk- und Lernformen gemäß situationsbedingtem Kenntniserwerb im Rahmen seiner 'strukturellen Lerndisposition'. [1] [2]
Ein konstruktives Konzept (wie ein gebildeter Begriff) entspricht einer erkenntnisgemäß ausgebildeten Begriffsstruktur, d. h. einer 'kognitiv neu geordneten' Verknüpfung begrifflicher Beziehungen. Diese ist gekennzeichnet durch die logisch-funktionelle Nutzung mindestens einer neuen (Er-)Kenntnis (als bedingten Relation), die kognitiv-markant ist für die 'analytische Abstraktion' oder 'synthetische Verallgemeinerung' mindestens einer elementaren Konzeptform entsprechend einem expliziten Begriffssymbol (vgl. Bild und 3.1.). [1] - [4] Die Ausbildung kognitiv-logischer Begriffsstrukturen wird bestimmt mit definierten Grundprinzipien der analytischen Abstraktion und synthetischen Verallgemeinerung von Begriffssymbolen für konstruktive Konzepte, die aufgrund von situationsbedingtem Kenntniserwerb empirischen Urteilen entsprechen und funktionell einbezogen werden in erfahrungsgemäße Bewertungen und Entscheidungen. Zu ihrer formalen Simulation geeignet sind kognitiv-logisch verknüpfte Begriffsymbole, die definiert werden als verifizierbare Invarianten in Symbol-Formationen auf hierarchischen Zuordnungsniveaus eines 'lernfähigen Zuordnungskomplexes'. [1] Die strukturelle Lerndisposition eines Zuordnungskomplexes ermöglicht die (reale oder assoziative) Konditionierung von Assoziationen (seiner kognitiv-logischen Gedächtnisstruktur), die bedingte Relationen darstellen entsprechend den 'kognitiv erfassten' begrifflichen Beziehungen.
Der systemtheoretisch definierte 'lernfähige Zuordnungskomplex' ist ein konstruktives Denkmodell mit kognitiv-logischer Gedächtnisstruktur, dessen systemtechnische Beschreibung geeignet ist zur formalen Implementation von konzipierten Steuerfunktionen für "intelligentes" Verhalten (analog natürlichen Organisationsprinzipien), die konzeptionell darstellbar sind mit kognitiv-logischen Symbolverknüpfungen für bedingte Logik-Funktionen auf hierarchischen Zuordnungsniveaus. Solche objektivierbaren Darstellungsformen sind auf unterschiedliche Maschinen aufgabenspezifisch übertragbar entsprechend den technisch möglichen (hard- und softwaremäßigen) Realisierungen. [2] [3] Als neuronale Korrelate für mentale Abstraktionsleistungen hinsichtlich besonderer Situationsmuster für Begriffe fungieren vermutlich spezielle Aktionssignale von 'superponierten' Neuronen-Verknüpfungen (selektiv, integrativ oder logisch), deren bedingten Zuordnungen gekennzeichnet sind durch lerntypische Plastizität und auch 'stabilisierendes Feedback'.
Im Gehirn, aufgefasst als lernfähiges Gedächtnissystem, gibt es sehr viele wechselwirkende Neuronengruppen (neurale Module) für spezielle Funktionen. Diese sind definierbar als 'strukturell verteilte' und 'komplex vernetzte' Funktionskomplexe, die superponierten Verarbeitungsniveaus für interne und externe Situationen entsprechen (hierarchisch aufsteigend vom Hirnstamm bis zum Cortex). Bei ihrer 'selbstorganisierten' Struktur-Ausbildung werden die integrativen und selektiven Verknüpfungen von Neuronen situationsbedingt modifiziert (vergleichbar mit bedingten Logik-Funktionen durch strukturelles Lernen). [6] "Neuronale Vorgänge lassen sich klassifizieren in solche, die grundsätzlich keinen Zugang zum Bewusstsein haben, solche, die wahlweise ins Bewusstsein gelangen können, und solche, die grundsätzlich bewusst sind." ... "Bewusste Entscheidungen basieren per definitionem auf Inhalten bewusster Wahrnehmungen und auf Erinnerungen, die im deklarativen Gedächtnis als explizites Wissen abgelegt wurden. Bei den Variablen bewusster Entscheidungen handelt es sich also vornehmlich um spät Erlerntes: um ausformuliertes Kulturwissen, ethische Setzungen, Gesetze, Diskursregeln und verabredete Verhaltensnormen." ... "Es scheint, als sei das Gehirn darauf angelegt, Kongruenz zwischen den im Bewusstsein vorhandenen Argumenten und den aktuellen Handlungen bzw. Entscheidungen herzustellen. Gelingt das nicht, weil im Bewusstsein gerade nicht die passenden Argumente aufscheinen, dann werden sie um der Kohärenz willen ad hoc erfunden." (Wolf Singer, aus: 'Entscheidungsgrundlagen', FAZ v. 8. Jan. 2004) [18] Bewusstes Denken ist durch "inneres Sprechen" (auch mit sich selbst) erlebbar, besonders beim 'Ersinnen' von Problemlösungen oder deklarativen Antworten auf erkenntnisfördernde Fragen (Kritik, Zweifel, Dialektik). Für das Phänomen 'Bewusstsein' gibt es seitens der Hirnforschung erste neurobiologische Erklärungsansätze auf materieller Basis. Qualitative Bewusstseinsniveaus und komplexe Bewusstseinszustände werden zurückgeführt auf die vielschichtige dynamische Funktionalität im Gehirn. Diese qualitative Funktionsverschachtelung ist gekennzeichnet durch philogenetisch entwickelte Hierarchiestufen mit evolutionären Vorteilen. Das oberste Bewusstseinsniveau der Introspektion und Selbstreflexion entspricht der höchsten Entwicklungsstufe des Gehirns mit vergrößertem Assoziationscortex und selbstbezüglichen Kontrollfunktionen im Stirnhirn (vgl. präfrontaler Cortex und 'explizites' Arbeitsgedächtnis, s. u.). [6] [19] "Weil präfrontale Regionen konvergente Inputs aus sensorischen, emotionalen, motivationalen und Erinnerungsschaltkreisen empfangen, geht man davon aus, dass sie die komplexe Integration von Informationen (Bindung) zu leisten vermögen, die im Gehirn im Zuge einer bewussten Erfahrung geschehen muss." (Joseph LeDoux in [19], S. 258).
Assoziative Gedankengänge sind modellmäßig verknüpfte 'Überlegungen' des symbolisch-abstrakten Denkens. Das Finden einer eigenen Meinung oder rationalen Entscheidung, z. B. beim intentionalen Nachdenken bzw. handlungsorientierten Abwägen, erfolgt durch "wissentliche" Selbstreflexion gemäß individuellem Erfahrungswissen und subjektiven Bewertungen. Wissentliche Gedankengänge beim 'bewussten' Nachdenken (Reflexion), insbesondere für "intelligentes" Problemlösen, betreffen situationsgemäß (neuronal) aktivierte begriffliche Verknüpfungen unter funktioneller Einbeziehung von individuell erinnerten Vorstellungen (vgl. Erwartungen oder Voraussagen 'aus Erfahrung').
Beim "bewussten" Nachdenken (Reflexion) und "intelligenten" Problemlösen vollziehen neuronale Verknüpfungen besondere Gedankengänge analog begrifflichen Beziehungen für 'wissentliche' Deutungen oder explizite Urteile, die objektivierbar sind als (situationsbedingt aktivierte) Logik-Funktionen, die bestimmt werden durch die assoziative Einbeziehung von aktuell nutzbaren Erinnerungen als erfahrungsgemäße Vorstellungen oder Erwartungen (vgl. Ansichten, Vorurteile oder Voraussagen 'aus Erfahrung'). Selbstreflexive Deutungen (subjektive Auslegungen, eigene Erklärungen) von wirklichen oder fiktiven Zusammenhängen aufeinander beziehbarer Gegenstände oder Phänomene gehen aus von individuellem 'deklarativem' Wissen, das entsprechend kognitiv-logischen Begriffsstrukturen darstellbar ist (vgl. 3.2). "Sich etwas bewusst sein" entspricht einer 'wissentlichen' Seinserfahrung und bedeutet: "davon eine äußerbare Vorstellung haben". - Dem "sprachlichen Bewusstsein" entspricht ein Ausdrucksvermögen für mitteilbare 'explizite' Aussagen über deklaratives 'Wissen vom Sein' (vgl. Sebstmodell).
Erfahrungsgemäße Vorstellungen sind erinnerbar in deklarativen Gedächtnisstrukturen entsprechend relationalen Kenntnissen analog begrifflichen Beziehungen. Diese können 'wissentlich' (bewusst) geäußert und kommunikativ mitgeteilt werden in Form von expliziten Aussagen (vgl. Aussagesätze, Relationen, Formeln und Kunstwerke). Verständliche Formulierungen mentaler Erinnerungen und Deutungen dienen zur Kommunikation mit anderen Individuen, beispielsweise als Berichte, Statusreports, Lehrsätze, Beschreibungen, Erklärungen, Behauptungen oder Begründungen (vgl. Objektivierung und Tradierung von Aussagen). Der funktionell deutbare Begriff des (Selbst-)Bewusstseins bezieht sich auf deklaratives 'Wissen vom Sein' (des Selbst), dem ein ontogenetisch gebildetes Selbstmodell entspricht, das für 'selbstkontrollierende' Überwachungs- und Steuerfunktionen genutzt werden kann (vgl. Persönlichkeitsentwicklung hinsichtlich Selbstkontrolle und Intention). Hoch entwickeltes "Selbstbewusstsein" ist erlebbar durch mentale Selbstreflexion, d. h. selbstbezügliches Nachdenken, besonders hinsichtlich Statusreports über "Ich"-Zustände, die sprachlich formulierbar sind. Selbstbewusst denkende Menschen sind befähigt zu "rationaler" Kritik (logischer Reflexion) und auch zu "intentionaler" Selbstkontrolle (Selbstbestimmung), die sie im Rahmen ihrer Handlungsfreiheit 'selbstkritisch' planen können. Das 'selbstbezüglich denkende' Gehirn (vgl. Selbstreflexion) ist beschreibbar als ein Gedächtnissystem mit Selbstmodell, das befähigt ist zu "vernünftiger" Selbstkontrolle durch eine 'kritische' Beurteilung und 'subjektive' Bewertung von individuell erkannten (bewusst gewordenen) System-Zuständen, die neuen Situationen unangemessen sein können (vgl. Probleme, auch Statusreports über Konflikte).
Das Selbstmodell entspricht einem subjektiven "Selbstbewusstsein" (als eigenes 'Wissen vom Sein des Selbst'). Diese "hochentwickelte" Bewusstseinsform des Menschen ermöglicht ihm "vernünftige" Entscheidungen durch rationale Selbstreflexion und Selbstkontrolle (vgl. kritisches Erwägen mit Voraussicht), außerdem individuell äußerbare Statusreports.
Karl Raimund Popper schrieb in "Bemerkungen über das Ich" (1976) [aus: "Das Ich und sein Gehirn" von Karl R. Popper und John C. Eccles, Serie Piper 1989, Teil I, Kap. 4]: "Da die meisten Hirnsysteme plastisch sind und außerhalb des Bewusstseins arbeiten, können wir sie als implizite Gedächtnissysteme betrachten oder besser als Systeme, die bestimmte Arten von Informationen implizit zu speichern vermögen. … Die expliziten Aspekte des Selbst sind diejenigen, die in expliziten [bewusstseinszugänglichen] Systemen gelernt und gespeichert werden." (Joseph LeDoux in [19], S. 45)
Unbewusste Reaktionen auf Reizsituationen erfolgen meist impulsiv oder gewohnheitsmäßig "ad hoc", so dass sie nicht rechtzeitig durch eine 'bewusste Kontrolle' (Selbstkontrolle) verhindert oder korrigiert werden können.
Zur modellhaften Erklärung wissentlicher (bewusster) Denkprozesse dient ein 'explizites' »Arbeitsgedächtnis«. Dieses entspricht "steuerungsmäßig übergeordneten" Gedächtnisstrukturen des präfrontalen Cortex im Stirnhirn, das wechselwirkend verbunden ist mit weit vernetzten "deklarativen" Gedächtnisstrukturen des 'assoziativen Cortex' (Areale der Großhirnrinde) und außerdem mit 'impliziten' Gedächtnisstrukturen der philogenetisch alten Systeme in subcortikalen Hirnabschnitten (vgl. Limbisches System). Diesen entspringen schwer kontrollierbare Antriebe, Emotionen und Motivationen des sog. Unterbewusstseins (Unbewusstes). [6] [19]
Höhere (rationale) Bewusstseinsformen werden als 'funktionelle Erscheinungen' des Gehirns aufgefasst und sind 'symbolisch-konstruktiv' (modellmäßig) erklärbar mit sog. Supervisor-Funktionen eines "superponiert kontrollierenden" Meta-Automaten, dessen Inputs und Outputs wechselwirkend verbunden sind mit mindestens einem relativ autonom fungierenden "Basis-Automaten" als Grundsystem (analog 'Grund-Bewusstsein' und 'Unterbewusstsein'), gemäß meinem schematischen Gehirnmodell. [1] [3]
Ein Meta-Automat modelliert mindestens einen "sprachlich-reflexiven" Funktionskomplex im Stirnhirn (vgl. präfrontaler und orbitofrontaler Cortex analog Verstand bzw. Vernunft). Dieser verfügt über individuelles, situationsbedingt ausgebildetes 'deklaratives' Erfahrungswissen, 'erlerntes' Sprachwissen und 'selbstreflexives' Metawissen (vgl. Selbstmodell, siehe 1.3.).
Seine modellhaften Wissensdarstellungen ermöglichen die Formulierung sprachlicher Ausdrücke zur Kommunikation, auch für explizite Beschreibungen und Erklärungen.
Der "aufmerksame" Meta-Automat (als superponierte Controller-Komponente eines Intelligenten Automaten [3]) interpretiert und bewertet ausgewählte, detektierte Signale des 'relativ autonomen' Basis-Automaten im Gesamtsystem.
Seine "wissentliche" Beurteilung der aktuellen Situation wird maßgeblich bestimmt von seiner "subjektiven Lage" (Bedürfnis, Einstellung gemäß Metawissen). Demzufolge kann er "führend" und notfalls "korrigierend" eingreifen in Entscheidungsroutinen und Handlungssteuerungen zwecks "intelligenter" Beeinflussung von prozeduralen Verhaltensprogrammen des "unbewussten" Basis-Automaten (analog "gewissenhafter" Selbstkontrolle trotz der 'Macht des Unbewussten' [6]).
Im Meta-Automaten verfügbar sind prädiktive Modelle über die Umwelt (Weltmodell), über den Basis-Automaten (Selbstmodell) und über dynamische Interaktionen mit der Umwelt (Verhaltensmodell).
'Lernen durch Einsicht' und konstruktive Modellbildung im Supervisor-System beruhen auf einer Simulation des theoretischen Kenntniserwerbs (Erkenntnis) für eine "kreativ erfasste" hypothetische Relation, entsprechend dem "intuitiven" oder "rationalen" Erfassen eines gedanklichen Zusammenhang beim 'Nachdenken' (Selbstreflexion).
'Intelligente Automaten' (möglichst mit Selbstkontrolle) sind entwickelbar als KI-Modelle für lernfähige Gedächtnissysteme, die erkannte Situationen selbstbezüglich (subjektiv) bewerten und mit assoziierten Voraussagen "aus Erfahrung" beurteilen können.
Ihre empirischen Urteile und assoziativen Erinnerungen (Voraussagen, Vorstellungen) beeinflussen logische Schlüsse, besonders zur adaptiven Handlungssteuerung zwecks Homöostase (Simulation 'rationaler' Autonomie). [1] - [5]
Ein "selbtkontrollierender" Meta-Automat kann mit eigenen Richtwerten gemäß seiner 'kritischen' Lagebewertung auf den Basis-Automaten "zielsetzend" einwirken und dessen Motivation aufgrund von Bewertungsergebnissen beeinflussen. Seine Befähigung zu "eigenwilligen" Zielvorstellungen im Rahmen der Handlungsfreiheit ermöglicht ihm die Aufmerksamkeit für das Gesamtsystem zu lenken (Interesse, Vorsicht, Rücksicht), - auch auf Neues zu orientieren (vgl. experimentelles Versuchen und Untersuchen von Neuem).
Wolf Singer (geb. 1943) schrieb: "Wir haben uns daran gewöhnt, dass ein Teil der mentalen Leistungen, die wir für spezifisch menschlich hielten, auch von technischen Systemen erbracht werden können. Noch verdanken diese Maschinen ihre Eigenschaften einem vom Menschen erdachten, durchstrukturierten Bauplan. Denkbar ist aber geworden, künstliche Systeme zu konzipieren, die, ähnlich wie unsere Gehirne, einen Entwicklungs- und Lernprozess durchlaufen, sich vorwiegend selbst organisieren und auf diese Weise einen Komplexitätsgrad erreichen, der weit über das hinausgeht, was wir gegenwärtig planend strukturieren und analytisch durchdringen können. Solche Systeme wären dann in der Lage, ihre eigenen Erfahrungen zu machen und mit Initiativen aufzuwarten, die nicht mehr vom Konstrukteur antizipierbar sind. Schon jetzt sollten wir darüber nachdenken, wie wir mit solchen Systemen umgehen wollen." (aus 'Für und wider die Natur...', 1999 - in 'Der Beobachter im Gehirn', Essays zur Hirnforschung, Suhrkamp Verlag Frankfurt a. M., 2002, S. 195) [7] [15] [16] Der wissenschaftlich-technische Fortschritt der letzten 100 Jahre hat deutlich gezeigt, dass der forschende Mensch durch intensive Anstrengungen befähigt ist, bisher Unerreichbares zu erringen, - anfangs nur versuchsweise im Experiment und danach als revolutionären Durchbruch mit großen gesellschaftlichen Auswirkungen (z. B. Eisenbahnen, Automobile, Flugzeuge, Computer, Roboter, Automatisierung, Mikroelektronik, Funktechnik, Telefonie, Internet, Navigation, Satelitten, Weltraumfahrt, ISS und Kosmosforschung).
KI-Experten werden selbstlernende Intelligente Automaten als kognitiv-logische Gedächtnissysteme mit dynamischen Wissensdarstellungen konzipieren, entwickeln und bauen, die ihr ausbildbares Erfahrungswissen selbstbezüglich nutzen, kognitiv erweitern und rekursiv verbessern können. Diese innovativen Artefakte werden in der Lage sein, die für sie notwendigen Umstellungen und auch mögliche Verbesserungen oder Korrekturen (vgl. Umlernen) 'einsichtig' zu ermitteln und durchzuführen bzw. absichtlich zu planen, damit ihre Einstellung vorteilhaft geändert und ihr Verhalten an geänderte Umweltbedingungen besser angepasst wird. [2]
Die Entwicklung von lernenden Robotern und KI-Artefakten wird erschwert durch notwendige Maßnahmen zur Beherrschung einschätzbarer Risiken zwecks Abwehr von Gefahren, insbesondere durch Ungewissheiten in Folge von 'induktivem' Lernen aufgrund von situationsbedingt erworbenen Kenntnissen, die als regelgemäß angenommene Erfahrungen verallgemeinert werden und möglicherweise falsch erlernte Regeln und Urteile für künftiges Fehlverhalten begründen, falls die zufälligen oder untypischen 'irrelevanten' Erfahrungen nicht als solche identifiziert und systemtechnisch deklassiert werden können (vgl. Induktionsproblem, siehe 2.1.). [2] Je komplexere kognitiv-logische Modelle lernfähiger Gedächtnissysteme technisch (software- oder hardwaremäßig implementiert) entwickelt werden, desto schwieriger wird die Lösung des Problems ihrer systembedingten Unsicherheit aufgrund von nicht auszuschließenden Fehlern oder Fehlurteilen mit schwer abzuschätzenden Folgen bzw. gefährlichen Auswirkungen. Ein notwendiger Schutz vor technisch möglichen Konflikten und Gefahren ist erreichbar mit "intelligenten" Systemkontrollen und Abwehrmaßnahmen gegen absehbare Störfälle im sozialen Umfeld. Norbert Wiener (1894 - 1964) schrieb in seinem Buch 'Mensch und Menschmaschine' (1950): "Die Welt der Zukunft wird ein noch kräftezehrender Kampf gegen Grenzen unserer Intelligenz sein, keine komfortable Hängematte, in die wir uns hineinlegen und in der wir von unseren Robotersklaven bedienen lassen können." Wie die Technikgeschichte zeigt, werden weiterhin zielstrebige und erfinderische Menschen ihre vorgestellten Realisierungsmöglichkeiten für konstruktive Konzepte entgegen allen kritischen Einwänden und Schwierigkeiten zumindest versuchsweise in die Praxis umsetzen. Deshalb wird auch eine "natürliche" Entwicklung zu 'maschineller Intelligenz' prognostiziert, - beginnend mit kognitiv-logischen Simulationen von Denkprozessen in lernenden Automaten oder Beratungssystemen mit ausbildbarem Erfahrungswissen.
Konrad Lorenz (1903 - 1989) schrieb:
"Wenn der Mensch nicht nach Zielen strebte, wäre seine Frage nach Ursachen sinnlos; wenn er keine Einsicht in ursächliche Zusammenhänge hat, ist er machtlos, das Geschehen nach Zielen hinzulenken, so gut und richtig er diese auch erkannt haben mag".
... "Niemand weiß so gut wie gerade der Naturforscher, dass der menschlichen Erkenntnis Grenzen gesetzt sind, aber er ist sich dauernd bewusst,
dass wir nicht wissen, wo diese Grenzen liegen". [aus: Das sogenannte Böse, Dr. G. Borotha-Schoeler Verlag, Wien, 1965, S.325 bzw. 328] | ||
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4.1. »Sapientia« - Verstand, Einsicht, Weisheit und Wahrheitsfindung
Kinder haben zu fördernde Anlagen für Lebensfreude, Kreativität und Lernbereitschaft verbunden mit Fragen der Neugier und des Staunens. Eine informelle Vermittlung von fachspezifischem Erfahrungswissen lernender Gehirne ist möglich durch sprachliche Mittel und wissentliche Unterrichtung; dagegen erfolgt bei genetischer Vererbung keine Übertragung erworbener Fachkenntnisse von Eltern auf Gehirne ihrer Kinder. Der "kennen lernende" Mensch entdeckt und untersucht (erforscht) das für ihn Neue, erfasst neue Beziehungen und bildet Begriffe für konstruktive Modelle gemäß seinem ausbildbaren Wissen. Gesunder Wissensdrang verlangt eine Verbesserung des Verstehens natürlicher Zusammenhänge gemäß menschlicher Neugier und Zielstrebigkeit. Der "forschende" Mensch strebt nach Erkenntnis, vor allem zum Lösen von erkannten Problemen seines (Über-)Lebens. Er erwirbt Kenntnisse von seiner Umwelt und versucht, entdeckte Zusammenhänge mit erfassten Beziehungen zu erklären. Seine theoretischen Erkenntnisse beim Lernen durch Einsicht in prinzipielle Sinn-Zusammenhänge sind hypothetisch und ungewiss. Erst nach ihrer empirischen Bewährung (Erprobung an der Realität) kann mit diesen Erkenntnissen das Erfahrungswissen erweitert oder vervollkommnet werden. Ohne Wahrnehmung keine Erfahrung, keine Erkenntnis; - ohne Erkenntnis keine Einsicht, kein Verständnis. Wer neue Kenntnis erwirbt, der kann damit mehr wissen; aber wer Einsicht durch Erkenntnis gewinnt, der kann damit sein Wissen verbessern. Einsicht ist eine Begriffsform für das Verstehen eines Sachverhalts aufgrund der Erkenntnis von erfassten Zusammenhängen, beispielsweise einer kausalen Relation zur Bestimmung von Ursache und Wirkung eines Geschehens oder einer Handlung. »Verstehen lernen« heißt kognitive Gewinnung von Einsicht in prinzipielle Sinn-Zusammenhänge von Sachverhalten der "wirklichen" Erfahrungswelt gemäß dem individuellen Erkenntnisprozess. Wer theoretische Einsicht in reale Zusammenhänge gewinnen will, muss seine Hypothesen praktisch überprüfen und durch Korrektur verbessern können. Ein Mensch mit Verstand kann sein Wissen über die Welt (auch über sich selbst) kognitiv erweitern und praktisch anwenden, wobei das Gelernte (erworbene Kenntnisse oder Fertigkeiten) empirisch überprüft werden muss, ob es sich bewährt, wodurch es konsolidiert, falsifiziert oder korrigiert werden kann (Umlernen zwecks Anpassung). Verstand ist Erkenntnisvermögen für Deutungen und Urteile durch praktische Einsicht (d. h. Verstehen aufgrund von kognitiv-logischen Begriffsstrukturen), besonders für efahrungsgemäße Schlüsse nach angenommenen Regeln (vgl. 'erlernte' induktive Inferenzen). Vernunft lenkt den Verstand beim Problemlösen mit bewertbaren Voraussagen durch theoretische Einsicht gemäß prädiktiven Denkmodellen des systematisierten Wissens für Hypothesen. Vernünftige Selbstkontrolle zur lerntypischen Verbesserung des Verstehens ist möglich mit kritikfähiger Selbstreflexion. Weisheit als höchste Einsichtsfähigkeit ermöglicht theoretisches Wissen um Prinzipien der Seinserfahrung, das begründbar ist durch fundamentale Lebenserfahrung und rationale Einsicht in allgemeine Zusammenhänge.
Klugheit als rationale Urteilsfähigkeit basiert auf pragmatischem Wissen um zweckmäßige Mittel zum Glück beim Problemlösen. Für kluges Handeln nutzbares Wissen ist erfahrungsgemäß erlernbar nach der Methode 'Versuch und Irrtum', d. h. Lernen aus Fehlern oder am Erfolg. Immer wieder Neues versuchen und sich dabei irren dürfen ist der Weg zum Lernen - auch aus schlechten Erfahrungen. Das Gewinnen einer Erkenntnis entspricht dem "mentalen" Begreifen, d. h. der kognitiven Erfassung mindestens einer begrifflichen Beziehung als erworbenen Kenntnis. Erworbene Kenntnisse von situationsbedingt erfassten Beziehungen werden als bedingte Relationen im Gedächtnis temporär behalten und verallgemeinert genutzt, besonders für empirische Urteile oder theoretische Modelle. Eine 'deklarative' Erkenntnis ist explizit ausdrückbar als eine erworbene Kenntnis, die empirisch überprüfbar und logisch begründbar ist. Objektivierbare (Er-)Kenntnisse können als Wissen vermittelt werden, womit rationale Einsicht in prinzipielle Zusammenhänge subjektiv gewinnbar ist. Theoretische Erkenntnisse durch "einsichtige" Beobachtung oder Instruktion sind förderbar mit didaktischen Beispielen bzw. Lehrsätzen. Beim 'Lernen durch Einsicht' zwecks intelligenter Lösungsfindung oder Aktionsnachahmung bestimmt eine gewonnene Erkenntnis innovative Modell-Vorstellungen für assoziierbare Voraussagen. Lernen durch Einsicht führt zur Theorie. - Erst Lernen aus eigener Erfahrung wird zur Praxis einer Verhaltensänderung. Wer theoretische Einsicht in reale Zusammenhänge gewinnt und nach praktischer Überprüfung vorteilhaft nutzt, hat hochintelligent gelernt. Desinteresse ist der Feind des Lernens. Ein lernender "einsichtiger" Mensch kann wesentliche Zusammenhänge "klug" erfassen und damit "rationelle" Problemlösungen finden. Er muss einen lebensnotwendigen Kompromiss "gelassen" eingehen, wenn in seinem begrenzten Handlungsspielraum keine bessere Lösung für ihn ersichtlich ist. Die hoch entwickelte Lernform 'Lernen durch Einsicht in prinzipielle Sinn-Zusammenhänge' basiert auf mindestens einer situationsbedingt erworbenen Kenntnis (d. h. einer bedingten Relation als neu erfassten begrifflichen Beziehung) eines konstruktiven Konzepts, das 'begrifflich in Beziehung gesetzten' abstrahierten Fakten entspricht. Ein 'innovatives' Konzept (neuer Entwurf) ist begründbar durch "konzeptionelle" Einsicht, d. h. ein neuartiges Verstehen begrifflicher Zusammenhänge von abstrakt gedeuteten Darstellungsformen. Notwendige Bedingungen für gutes Verstehen einer Darstellung sind passendes (Vor-)Wissen, Interesse und Lernbereitschaft. Der "verstehende" Mensch beurteilt erkannte Wahrnehmungen nach seinem Wissen für (schematische) Vorstellungen, (erinnerte) Erwartungen und Vorurteile, beeinflusst von subjektiven Bewertungen gemäß seiner Einstellung.
Wir klassifizieren Unterschiedliches nach begrifflichen Kategorien, jeweils durch Vergleich mit besonderen Merkmalskonjunktionen für Wesentliches eines Begriffs als 'Abstraktes im Allgemeinen'. » vgl. Abstraktionsbeispiel" Ausgehend von beobachteten Merkmalen untersuchter Gegenstände werden hypothetische Analogien mit Thesen von möglichen oder wahrscheinlichen Beziehungen vermutet. Modellhaft (im empirischen Kontext) erfasste 'begriffliche' Beziehungen entsprechen situationsbedingt erworbenen Kenntnissen (Erkenntnissen), die erinnerbare Vorstellungen für "entwickelbare" Theorien und "intelligente" Problemlösungen ermöglichen.
Unsere (Vor-)Urteile und hypothetischen Aussagen resultieren aus der subjektiven Interpretation von teilweise erkennbaren Sachverhalten unter dem assoziativen Einfluss von individuellen Vorstellungen oder Voraussagen "aus Erfahrung".
Ideale Illusionen und Fiktionen beeindrucken nicht nur Jugendliche, dagegen sind realistische Ansichten und Aufklärungen oft unerfreulich oder wirken belastend als unerwünschte Seinserfahrung. Kennzeichnend für mangelhafte Einsicht aufgrund fehlender Kenntnisse (z. B. bei der unerfahrenen Jugend) sind unkontrolliert übernommene "irreale" Vorstellungen (falsche Annahmen) für "unrichtige" (irrige) Einschätzungen oder "unklare" (verschwommene) Ansichten. Mangelnder Kenntniserwerb, oft wegen Desinteresse, ist ein Grund für Fehlurteile aufgrund unwahrer oder verunsichernder Vorstellungen. Kenntnisspezifische Wahrheitsfindung gelingt durch rationales Streben nach Erkenntnis im Kampf gegen irrationale Überzeugung und Selbsttäuschung. Einsichtige Anerkennung der unerbittlichen Realität verlangt ein Aufgeben irrealer Vorstellungen und Erwartungen des Wunschdenkens. Wir deuten beobachtete Objektformen und Vorgänge der natürlichen Umwelt nach unseren Kenntnissen entsprechend eigenen Erfahrungen, die subjektive Vorstellungen und Vermutungen bestimmen, wodurch erstaunliche Eindrücke oder auch Freude ausgelöst werden können. Wir erkennen und deuten sogar Unerklärliches, - mit modellhaften Vorstellungen. » vgl. Cartoon Wir (wieder-)erkennen Unterschiedliches einer abstrakten Kategorie als einen allgemeinen Begriff durch Vergleich mit besonderen Merkmalskonjunktionen für wesentliches Abstraktes im Allgemeinen. » vgl. Cartoon Erworbene (Er-)Kenntnisse sind nutzbar als erinnerbare Erfahrungen bei der 'kognitiven' Informationsverarbeitung, besonders für situationsbedingte Erwartungen (Prädiktionen).
Individuell gewonnene empirische oder theoretische Erkenntnisse entsprechen erworbenen Kenntnissen (Wissenszuwachs) für kognitive Leistungen (z. B. Voraussagen), die zunächst nur hypothetisch als "adäquat" gelten, bezogen auf natürliche Beziehungen einer objektiven Realität. Ihr angenommener Wahrheitsgehalt (vermutete Validität) muss ständig bezweifelt und empirisch überprüft werden, z. B. durch praktische Tests oder wissenschaftliche Experimente (Theorie ohne Gewissheit). Wer Wesentliches erkennt, versucht sein Wissen verständlich darzustellen.
Je mehr wir über unsere Welt wissen, desto mehr staunen wir über ihre begreifbare Komplexität.
Der Sinn suchende Mensch versucht auch Sinnwidriges für sich verständlich zu machen.
Ein 'Ahnungsloser' weiß zu wenig, um richtig zu verstehen und einsichtig handeln zu können. Wahrheitssuche durch wissbegieriges Fragen erheitert oft die Schmalspurdenker und empört sogar - die Dogmatiker. Gemäß dem 'Unschärfeprinzip der relativen Wahrheit' gelten logische (Vor-)Urteile, die in Form von Aussagesätzen mitteilbar und kritisch überprüfbar sind, als 'relativ wahr' aufgrund von bisher bewährten Regeln und bestimmten Ausnahmen für Sonderfälle, - aber nur so lange diese Regeln nicht verändert werden. Das wissenschaftlich korrigierte Weltbild ist relativ wahr und begründet Veränderungen des traditionellen Menschenbildes. Unser begrenztes Wissen ist unvollständig und nur relativ wahr ohne Gewissheit. Wer beim induktiven Lernen aus beobachteten Einzelfällen angenommene Regelmäßigkeiten verallgemeinert und mit situationsbedingt erworbenen Kenntnissen (bedingten Relationen) von erfassten Beziehungen begründet, kann erlernte (Verhaltens-)Regeln versuchsweise nutzen, auch wenn er keine Gewissheit für seine theoretischen oder praktischen Kenntnisse hat. Empirische Voraussagen für erwartete Wahrnehmungen oder Handlungskonsequenzen sind bestimmbar mit erfahrungsgemäß erworbenen Kenntnissen, die nur dann als 'bisher bewährt' gelten, wenn sie erneut nachgewiesenen Beziehungen realer Zusammenhänge entsprechen. Die erforschbaren 'Naturgesetze' basieren auf evolutionär bewährten Relationen einer strukturveränderlichen Welt (ohne 'ewige Wahrheit'). Die Kenntnis bisheriger Regelmäßigkeiten komplexer Systeme genügt nicht zur Voraussage neuer Eigenschaften ihrer variablen Strukturen. »Von etwas wissen« heißt über erworbene Kenntnisse verfügen, die als begriffliche Beziehungen situationsbedingt erfasst worden sind. Wissen ist ein Führwahrhalten von bisher bewährten (begründeten) Kenntnissen, die theoretisch oder praktisch nutzbar sind, besonders für Urteile und (Vor-)Aussagen. An Unwahres können wir glauben, aber Wahres können wir wissen. Wer denkt, dass sein Wissen wahr ist, glaubt mehr als er weiß. Ein Glaube an die Gewissheit von geprüftem Wissen ist nur dann begründet, wenn alle verfügbaren Quellen zur Wahrheitsfindung kritisch ausgeschöpft worden sind. Glauben ist kein Wissen und betrifft mental Angenommenes als unbewiesene Behauptung (Postulat, Axiom), die unwiderlegt auch Hoffnung vermitteln kann. Dogmatische Aussagen lassen keine Kritik und Hinterfragung zu, weil sie absolute Gültigkeit und Wahrheit beanspruchen. Schon früh erfanden fantasievolle Menschen für das Unerklärliche fiktive Begründungen, - auch mindestens einen Verursacher, den sie als Gott verehrten oder aus Angst fürchteten. Wer über fiktive Aussagen nachdenkt, kann davon nur wenig glauben. Die Unterscheidung von Fakten und Fiktionen ist nur mit wissenschaftlicher Skepsis durch kritisches Denken möglich, das schwerer fällt als blinder Glaube. Fantasievolle Geschichten und irrationale Fiktionen sind irreal "ersponnene" Dichtungen oder "unwahre" Behauptungen, die mit nachprüfbaren Tatsachen (Fakten) nicht übereinstimmen. Die Möglichkeit von "vermuteten" Dingen kann nicht widerlegt werden, weil die Nichtexistenz von irgendetwas niemals absolut beweisbar ist. Wir glauben zu wissen, wenn wir vermutete Vorstellungen für wahr halten. Sogar Unglaubliches kann wahr werden. Ein unerwartetes Ereignis kann negativ oder positiv überraschen, - unsere Bewertung des Unvorhersehbaren als un-/glücklicher Zufall beruht darauf, dass seine kausale Bedingtheit für uns unersichtlich ist. Wo sicheres Wissen fehlt, kann nur gutes Vermuten helfen. Kreativ denken bedeutet, innovative Problemlösungen mit neuer Einsicht in Wesentliches finden.
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Wer kritisch nachdenkt, findet Zweifelhaftes. Kritisches Denken über Probleme belastet den Verstand, erfordert "trockene" Logik und wirkt meist verunsichernd. Wer über Beobachtungen nachdenkt, stellt schwierige Fragen. - Wer schnellfertige Antworten findet, denkt oberflächlich. Ein sozial "angepasster" Mensch übernimmt modisch wechselnde Verhaltensmuster und akzeptiert auch traditionelle Bräuche, Riten und Zeremonien. Aufgrund seiner mangelnden Skepsis gegenüber neuen Angeboten ist seine Gesinnung von verführerischen Medien und Personen leicht manipulierbar, womit er sich fremd bestimmen, benutzen oder ausnutzen lässt. Ein sensibler "ängstlicher" Mensch vermeidet emotionale Depressionen durch eine "schützende" Selbstbeschränkung seines Mitgefühls auf die ihm Nahestehenden. Er unterdrückt politisch-soziale Reflexionen und zeigt Ablehnung gegenüber vorausschauenden Problemdiskussionen, die ihm seine Macht- und Ratlosigkeit gewahr werden lassen. Der Blick zurück auf Vergangenes und Vergebliches ist nicht so wichtig wie der Blick vorwärts auf Zukünftiges, weil das Kommende gemeistert werden muss.
Nihilistische Kritik an der Welt wirkt auf Menschen lebensfeindlich und ist deshalb destruktiv. - Zur Überwindung von Resignation dient konstruktive Kritik, die Wege zur Selbsthilfe aufzeigt.
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Weiterführende Literatur
[1] Liß, E.: Induktives Lernen kognitiv-logischer Gedächtnisstrukturen für intelligente Automaten. | ||
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