Dr.-Ing. Eberhard Liß  -  www.liss-kompendium.de   » Veröffentlichungen zu KI-Konzepten


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Kognitiv-logische Grunderkenntnisse

Gedächtnisprinzipien, Logos-Relationen, Denkprodukte


Einführung - zum Verständnis des 'denkenden Gedächtnisses' mit erworbenen Kenntnissen als erfassten Begriffsrelationen für bedingte Logik-Funktionen


"Da die Evolution sehr konservativ mit Erfindungen umgeht, unterscheiden sich einfache und hochdifferenzierte Gehirne im Wesentlichen nur durch die Zahl der Nervenzellen und die Komplexität der Vernetzung. Daraus folgt, dass auch die komplexen kognitiven Funktionen des Menschen auf neuronalen Prozessen beruhen müssen, die nach den gleichen Prinzipien organisiert sind wie wir sie von tierischen Gehirnen kennen." - "Alles Wissen über das ein Gehirn verfügt, residiert in seiner funktionellen Architektur, in der spezifischen Verschaltung der vielen Milliarden Nervenzellen. Zu diesem Wissen zählt nicht nur, was über die Bedingungen der Welt gewusst wird sondern auch das Regelwerk, nach dem dieses Wissen zur Strukturierung unserer Wahrnehmungen, Denkvorgänge, Entscheidungen und Handlungen verwertet wird. Dabei unterscheiden wir angeborenes und durch Erfahrung erworbenes Wissen. Ersteres wurde während der Evolution durch Versuch und Irrtum erworben, liegt in den Genen gespeichert und drückt sich jeweils erneut in der genetisch determinierten Grundverschaltung der Gehirne aus. Das zu Lebzeiten hinzukommende Wissen führt dann zu Modifikationen dieser angeborenen Verschaltungsoptionen." - "Für die Funktionsabläufe in den neuronalen Netzwerken spielt es keine Rolle, ob Verschaltungsmuster durch genetische Instruktionen oder durch kulturelle Prägungsprozesse ihre spezifische Ausbildung erfuhren, ob die Aktivität der Neurone durch gewöhnliche Sinnesreize oder soziale Signale erfolgte." - "Erst das Weltwissen, dass nach der Ausbildung deklarativer Gedächtnisfunktionen erworben wird, also in der Zeit, die wir erinnern, wird zu explizit Gewusstem. Wir erinnern den Lernvorgang, können dieses Wissen bewusst rekapitulieren und sprachlich zu Argumenten verwandeln." (Wolf Singer, aus: 'Entscheidungsgrundlagen', FAZ v. 8. Jan. 2004) [18]
"Eine der wichtigsten Funktionen von Nervensystemen ist, lebensnotwendige Information aus der Umwelt aufzunehmen, Gesetzmäßigkeiten ausfindig zu machen, daraus zutreffende Modelle abzuleiten und aufgrund dieses Wissens optimal angepasste Verhaltensstrategien zu entwerfen. All dies dient der Sicherung des Überlebens in einer gefährlichen, sich stetig wandelnden Welt." [Wolf Singer, aus: Wann und warum erscheinen uns Entscheidungen als frei? - Ein Nachtrag]

Lernende Tiere und Menschen können nutzbares Wissen individuell erwerben, überprüfen, korrigieren und verbessern. In der menschlichen Großhirnrinde (Neocortex) nachweisbar ist deklaratives Wissen für sprachliche Darstellungsformen, die als Aussagen geäußert werden können, wobei teilbare Datenmengen kommunikativ übertragbar und zwecks Verständigung mitteilbar sind.

Der nach Erkenntnis strebende Mensch versucht Wesentliches seiner Umwelt zu erkennen und zu verstehen. Deshalb untersucht und erforscht er die ihm zugänglichen Ausschnitte der wirklichen Welt (vgl. Mikro- und Makrokosmos) hinsichtlich der kognitiv erfassbaren (begreifbaren) Beziehungen von Zusammenhängen objektiver Sachverhalte. Erkennbar durch naturwissenschaftliche Forschung (mit Hilfe von rationalen Thesen und praktischen Experimenten) sind aus der Natur verallgemeinert angenommene Regeln zur Definition von Naturgesetzen.
Albert Einstein vertrat das Postulat der prinzipiellen Erforschbarkeit einer 'objektiven Realität' und meinte: "Ohne den Glauben daran, dass es grundsätzlich möglich ist, die Wirklichkeit durch unsere logischen Konstruktionen begreiflich zu machen, ohne den Glauben an die innere Harmonie unserer Welt, könnte es keine Naturwissenschaft geben. Dieser Glaube ist und bleibt das Grundmotiv jedes schöpferischen Gedankens in der Naturwissenschaft." (1938) [10]

Ein Mensch mit Verstand kann sein Wissen über die Welt (auch über sich selbst) kognitiv erweitern und praktisch anwenden, wobei das Gelernte (erworbene Kenntnisse oder Fertigkeiten) empirisch überprüft werden muss, ob es sich bewährt, wodurch es konsolidiert, falsifiziert oder korrigiert werden kann (Umlernen zwecks Anpassung).
Verstand ist Erkenntnisvermögen für Deutungen und Urteile durch 'praktische Einsicht' als handlungsorientierte Form des Verstehens (aufgrund von kognitiv-logischen Begriffsstrukturen), besonders für efahrungsgemäße Schlüsse nach angenommenen Regeln (vgl. 'erlernte' induktive Inferenzen).
Vernunft lenkt den Verstand beim Problemlösen mit bewertbaren Voraussagen durch 'theoretische Einsicht' gemäß prädiktiven Denkmodellen des systematisierten Wissens für Hypothesen.
Vernünftige Selbstkontrolle zur lerntypischen Verbesserung des Verstehens ist möglich mit kritikfähiger Selbstreflexion.
Weisheit als höchste Einsichtsfähigkeit ermöglicht theoretisches Wissen um Prinzipien der Seinserfahrung, das begründbar ist durch fundamentale Lebenserfahrung und 'rationale Einsicht' in allgemeine Zusammenhänge.

Verstehen unterscheidet sich vom kausalen Erklären und wird bestimmt als begriffsanalytisches Erkennen des jeweiligen Sinns von wahrgenommenen Ausdrücken oder Handlungen, denen mindestens ein zielorientierter Sinngehalt bzw. eine begründende Bedeutung interpretativ (durch Erkennung und Deutung) zugeordnet werden kann.
Bei der Analyse menschlicher Ausdrucksformen wird ein im Kontext deutbares Ereignis verstanden aus einem Erwartungs- oder Regelzusammenhang, der die ereignisspezifische Bedeutung expliziert (vgl. semantische Information). [8]
Zur Aufklärung einer Problemsituation müssen die richtigen Informationen beschafft und kritisch ausgewertet werden, wobei Einsicht erforderlich ist, um das Wesentliche zu verstehen und damit eine richtige Entscheidung zu erwägen.
»Verstehen lernen« heißt kognitive Gewinnung von Einsicht in prinzipielle Sinn-Zusammenhänge von Sachverhalten der "wirklichen" Erfahrungswelt gemäß dem individuellen Erkenntnisprozess (vgl. 1.1.2.).

Das 'intelligente' Lernen durch Einsicht in bisher unbekannte (Sinn-)Zusammenhänge führt zu neuen Erkenntnissen für begründbare Urteile über elementare Faktoren, Sachverhalte oder Prozesse, die als Bedingungen für das kognitive Auffinden von Problemlösungen nützlich sind oder aber einschränkende Bedeutungen haben können.

Zu »geistigen« Reflexionen der 'nachdenklichen' Menschen meinte der Apostel Paulus: "In einem jeden offenbart sich der Geist zum Nutzen aller; dem einen wird durch den Geist gegeben, von der Weisheit zu reden; dem anderen wird gegeben, von der Erkenntnis zu reden, nach demselben Geist"... [aus: 1. Paulus-Brief an die Korinther, 12, 7/8, Neues Testament].
Ein metaphysischer "Geist" steht nach dualistischer Auffassung im Gegensatz zur Materie und entspricht dem philosophischen Begriff für eine subjektive oder überindividuelle "immaterielle" Instanz (Seele oder Psyche bzw. Gott, Weltvernunft oder Logos) zur funktionellen Bestimmung von Bewusstsein, Fühlen, Wollen und Denken, - einschließlich deren Organisationsformen. [11]
Seitens des naturalistischen Monismus der Neurowissenschaft wird Geist aufgefasst als ein allgemeiner Begriff von intellektuellen Gehirnfunktionen und Denkoperationen für kognitive Gedächtnisleistungen mittels assoziativ erinnerbaren Vorstellungen, insbesondere solchen, die als Erwartungen oder Voraussagen "aus Erfahrung" zu deuten und bewerten sind, womit ihre vorteilhafte Nutzung für 'antizipativ erwogene' optimale Entscheidungen ermöglicht wird. [1]
Der Neuropsychologe Antonio R. Damasio ist "der Ansicht, dass ein Organismus dann Geist besitzt, wenn er neuronale Repräsentationen bildet, die zu Vorstellungsbildern werden, sich in einem Prozess, den wir Denken nennen, manipulieren lassen und schließlich das Verhalten beeinflussen, denn man kann mit ihrer Hilfe die Zukunft vorhersagen, entsprechend planen und die nächste Handlung bestimmen." [aus dem Buch: Descartes' Irrtum] - "Das Gehirn ist mit angeborenem Wissen und automatischen Fertigkeiten ausgestattet, was zur Folge hat, dass viele Vorstellungen vom Körper bereits determiniert sind." [17, S. 239]
"Auch die komplexen, hochintegrierten Vorstellungen des geistigen Prozesses sind biologisch und materiell zu verstehen." [17, S. 242] - "Zum gegenwärtigen Zeitpunkt ist die plausibelste Annahme, dass der Geist aus der Kooperation vieler Gehirnregionen entsteht." [17, S. 243]

Gedanken, Vorstellungen und Erinnerungen lassen sich neurowissenschaftlich bestimmen als 'geistige' (mentale) Charakteristika für selektive Gehirnfunktionen bei Prozessen des Denkens, Fühlens und Handelns, die sich mit technischen Mitteln (z. B. sog. bildgebenden Verfahren) nachweisen lassen. Im Gehirn lokalisierbare Aktivitäten von funktionsspezifisch verknüpften Nervenzellen (vgl. neuronale Muster) sind zuordenbar zu situationsspezifischen Vorstellungen oder Gedanken, die mit entsprechend vereinbarten Begriffssymbolen formalisierbar sind, damit sie objektiviert und informativ mitgeteilt werden können (vgl. explizite Erkennungsergebnisse, Bewertungen, Urteile oder Entscheidungen). [6]
Deklarative (bewusst gewordene) Vorstellungen oder Erinnerungen können sprachlich (verbal oder bildhaft) mit formalen Zeichen als Begriffssymbolen für explizite Aussagen ausgedrückt werden (vgl. 2.).

In konstruktive Denkvorgänge assoziativ einbezogen werden (mehr oder weniger bewusst) erinnerte Vorstellungsinhalte, die erfahrungsgemäßen oder fiktiven Begriffen entsprechen. Diese fungieren als 'assoziierte Informationen' (vgl. empirische Voraussagen oder theoretische Aussagen), die mit sog. Schlüsselinformationen situationsbedingt assoziiert werden können, unter der Voraussetzung von dafür nutzbaren relationalen Kenntnissen des Erfahrungswissens lernfähiger Gedächtnisstrukturen (vgl. 1.3.).
Situationsabhängige Wahrnehmungen des 'erkennenden' und 'deutenden' Menschen führen zu seinen mentalen Interpretationen, die beeinflusst werden von funktionell einbeziehbaren, assoziativ erinnerten Vorstellungen entsprechend seinen kognitiven Gedächtnisleistungen (vgl. empirische Afferenzsynthese). Dabei fungieren die "aus Erfahrung" assoziierten Vorstellungen als situationsbedingte Erinnerungen oder Erwartungen (vgl. Voraussagen), die 'subjektiv' bewertet werden und somit empirische Urteile (auch als Vorurteile) beeinflussen können können. [1] [2]
Das rationale Erwägen einer optimalen Entscheidung geschieht antizipatorisch mit bewertbaren Voraussagen (vgl. erwartete Konsequenzen oder Efferenzkopien) beim konstruktiven Nach-Denken (mentale Reflexion), das angeregt werden kann durch Beobachtung, Fragen oder Kritik. [3]

Zur postnatalen Ausbildung von Erfahrungswissen schrieb der Hirnforscher Wolf Singer: "Zwar sind die Grundstrukturen des menschlichen Gehirns zum Zeitpunkt der Geburt vorhanden, ein Großteil der Verbindungen zwischen Nervenzellen, insbesondere der Großhirnrinde, werden jedoch erst nach der Geburt angelegt. ... Das im menschlichen Gehirn gespeicherte Wissen über die Welt residiert also in der spezifischen Verschaltung von Nervenzellen, und diese Verschaltung wird sowohl durch genetische Instruktionen als auch durch Erfahrung, beziehungsweise Erziehung determiniert." [aus: Für und wider die Natur, 1999] [7]
Kognitive Leistungen eines lernfähigen Gedächtnissystems, das über genetisch veranlagte Grundfunktionen (vgl. Basis-Wissen) verfügt, sind erklärbar aufgrund seiner erfahrungsgemäß ausgebildeten Wissensstruktur (vgl. Erfahrungswissen). Diese kann dadurch situationsbedingt modifiziert werden, dass für einen "erfahrenen" Zusammenhang (von Dingen oder Ereignissen) eines externen Sachverhalts mindestens eine individuell erworbene Kenntnis von einer kognitiv erfassten Beziehung (als induktiv angenommene Gesetzmäßigkeit) "im Gedächtnis" erinnerbar behalten wird. [1] [4]
Folgende Zitate unterstreichen die fundamentale Bedeutung der Erfahrung bei der wissenschaftlichen Wahrheitssuche im Erkenntnissprozess des Menschen:
"Umfang und Tiefe der Erfahrung, analytischer Geist und formulierender Scharfsinn sind entscheidende Merkmale echter Menschenkenntnis." [Werner Krauss (1900 - 1976)]
"Die wahre Offenbarung, d. h. die wahre Quelle vernünftiger Erkenntnis, ist nur in der Natur zu finden. Der reiche Schatz wahren Wissens, der den wertvollsten Teil der menschlichen Kultur darstellt, ist einzig und allein den Erfahrungen entsprungen, welche der forschende Verstand durch Naturerkenntnis gewonnen hat, und den Vernunftschlüssen, welche er durch richtige Assoziation dieser empirischen Vorstellungen gebildet hat." [Ernst Haeckel, Die Welträtsel, 1918, S. 354]
"Die Erfahrung nutzt erst der Wissenschaft, sodann schadet sie, weil die Erfahrung Gesetz und Ausnahme gewahr werden lässt. Der Durchschnitt von beiden gibt keineswegs das Wahre." [Johann Wolfgang von Goethe]
"Die Wissenschaft sucht, allgemeine Regeln aufzustellen, die den gegenseitigen Zusammenhang der Dinge und Ereignisse in Raum und Zeit bestimmen. Für diese Regeln beziehungsweise Naturgesetze wird allgemeine und ausnahmslose Gültigkeit gefordert - nicht bewiesen. Es ist zunächst nur ein Programm, und der Glaube in seine prinzipielle Durchführbarkeit ist nur durch Teilerfolge begründet." [Albert Einstein, Aus meinen späten Jahren, Naturwissenschaft und Religion II, 1941] [10]
"Begriffe, welche sich bei der Ordnung der Dinge als nützlich erwiesen haben, erlangen über uns leicht eine solche Autorität, dass wir ihres irdischen Ursprungs vergessen und sie als unabänderliche Gegebenheiten hinnehmen. Sie werden dann zu 'Denknotwendigkeiten', 'Gegebenen a priori' usw. gestempelt. Der Weg des wissenschaftlichen Fortschritts wird durch solche Irrtümer oft für längere Zeit ungangbar gemacht. Es ist deshalb durchaus keine müßige Spielerei, wenn wir darin geübt werden, die längst geläufigen Begriffe zu analysieren und zu zeigen, von welchen Umständen ihre Berechtigung und Brauchbarkeit abhängt, wie sie im einzelnen aus den Gegebenheiten der Erfahrung herausgewachsen sind. Sie werden entfernt, wenn sie sich nicht ordentlich legitimieren können, korrigiert, wenn ihre Zuordnung zu den gegebenen Dingen allzu nachlässig war, durch andere ersetzt, wenn sich ein neues System aufstellen lässt, das wir aus irgendwelchen Gründen vorziehen." [Albert Einstein, Nachruf auf Ernst Mach, 1916] [10]

Einsicht fördernde interdisziplinäre Untersuchungen natürlicher Zusammenhänge, vor allem zu kognitions- und neurowissenschaftlichen Fragen, werden unterstützt von wissenschaftlich zu vereinbarenden Begriffsbestimmungen entsprechend den gewonnenen Grunderkenntnissen für objektivierbare Denkmodelle, deren jeweiliger Wissensstand auf seine empirische Bewährung systematisch geprüft und verbessert werden muss.
Einsichtige Begriffsdeutungen und auch Begriffsbildungen mit 'neu erfassten' kenntnisspezifischen Begriffsrelationen ermöglichen kognitive Begriffsbestimmungen in Form von deklarativen Aussagen. Formalisierbare erkenntnisgemäße Definitionen oder Erklärungen entsprechen innovativen 'kognitiv-logischen' Begriffsstrukturen, insbesondere für konstruktive Konzepte, die vorteilhaft genutzt werden können, um alte Probleme besser zu lösen oder um neue Probleme zu erkennen und analytisch lösbar zu machen (vgl. 3.).

Für psychologische und philosophische Begriffe fehlen in der Literatur, besonders in Lexika, Enzyklopädien oder Wörterbüchern, explizit vereinheitlichte Definitionen, insbesondere allgemeingültige Begriffsdeutungen und deklarative Aussagen zur Erklärung von erforschten Auffassungen über menschliches Denken. Unterschiedliche Auslegungen (auch inkonsistente oder unscharfe Deutungen) gibt es beispielsweise für die Wörter: Geist, Begriff, Begriffsbildung, Kognition, Wahrnehmung, Vorstellung, Erinnerung, Erfahrung, Erkenntnis, Einsicht, Kenntnis, Wissen und Information, - sowie Intelligenz, Verstand, Vernunft, Bewusstsein, Intuition, Intention, Emotion, Motivation, Lernen und Gedächtnis.

Als konstruktive Beiträge zur Verbesserung des prinzipiellen Verstehens kognitiver (d. h. auf Erkenntnis gegründeter) Gedächtnisleistungen dienen die in den folgenden Abschnitten zusammengestellten deklarativen Aussagen und Hinweise zu neuen Begriffsdefinitionen entsprechend meinen Grunderkenntnissen und innovativen Aspekten einer definierten Kognitiven Logik (publiziert und bewährt seit 1978). Diese aufgezeigte 'nicht klassische' Logik bedeutet einen kenntnistheoretisch begründeten Paradigmenwechsel für objektivierbare 'kognitiv-logische' Modelle zur Beschreibung von lernfähigen Gedächtnissystemen, insbesondere mit dynamischen Wissensdarstellungen. Orientiert wird auf die technische Entwicklung lernender Inferenzsysteme mit 'Gedächtnis' (vgl. lernfähige Zuordnungskomplexe für Intelligente Automaten). [1] - [6]


Vom naturalistischen Standpunkt betrachtet gibt es funktionelle Zusammenhänge innerhalb der Natur, auf die lebensfähige Organismen konzeptionell ausgerichtet sein müssen, um mit umweltangepassten Aktionen ihr Überleben zu ermöglichen.
Lernende Organismen sind beschreibbar als kognitive Systeme, die ihr bisheriges Verhalten in Folge von kennen gelernten (Umwelt-)Bedingungen aufgrund eigener Erfahrungen verändern können, insbesondere durch erworbene Kenntnisse entsprechend kognitiv erfassten (begriffenen) Beziehungen von natürlichen Zusammenhängen der gegebenen Dinge oder Ereignisse, wobei situationsbedingt erworbene Kenntnisse als bedingte Relationen "im Gedächtnis" erinnerbar behalten werden (assoziative Kenntnisspeicherung). Eine empirische Kenntnisnutzung ermöglicht die lerntypische Verhaltenssteuerung durch erfahrungsgemäße Bestimmung von situationsangepassten Aktivitäten, beispielsweise von konditionierten Reaktionen, bedingten Aktionen oder höheren Lernformen (aufgrund 'rationaler' Einsicht in Sinnzusammenhänge). [1]

Ein erklärbares "Lernen durch Erfahrung" wird bestimmt von situationsbedingt erworbenen Kenntnissen, die kennzeichnend sind für individuell ausgebildetes Erfahrungswissen, - wobei funktionelles Basis- oder Vorwissen als systemimmanent vorausgesetzt wird (d. h. Abkehr vom "tabula rasa"-Postulat des Empirismus).
Neben selbst gewonnenen 'ontogenetischen Erfahrungen' verfügen Organismen über 'philogenetische Erfahrungen' auf der Ebene ihrer Gene (vgl. veranlagte DNA-Struktur), die stammesgeschichtlich an Folgegenerationen einer Art weitergegeben worden sind (natürliche Selektion). Ihnen entsprechen artspezifische Erbanlagen zur epigenetischen Strukturbildung (Wachstum, Ausbildung) und selbsterhaltenden Stabilisierung (Homöostase, Heilung) sowie veranlagte individuelle Fähigkeiten (Lerndisposition, Begabung).

Adaptive Verhaltensänderungen eines lernenden Systems werden ermöglicht durch 'kognitiv verbessertes' Wissen (Erfahrungswissen), das vorteilhaft nutzbar ist zur Selbsterhaltung durch funktionelle Anpassung.
Die Anpassung eines lernenden Systems an seine Umweltbedingungen gelingt nur, wenn eine gewisse Stabilität der veränderlichen Umwelt vorausgesetzt werden kann und das lebende System ein zureichendes A-priori-Wissen zur individuellen Erkennung und Interpretation (Verstehen) von systemrelevanten Umwelteinflüssen hat.

Der umstrittene Begriff »Intelligenz« wird pauschal definiert als die Fähigkeit eines kognitiven Systems zum Problemlösen, meist zwecks Selbsterhaltung durch lerntypische Anpassung an veränderliche Umweltbedingungen (vgl. 'Intellekt' und 'Denken' unter 4.2.). Der spezifizierte Begriff "kreative" Intelligenz betont eine systemimmanente Kreativität zum Entwurf konstruktiver Konzepte, - insbesondere hinsichtlich innovativer Ansätze für erfinderische Problemlösungen (vgl. 'kreative Denkprodukte' unter 3.).

Lebende 'kognitive' Systeme haben Intelligenz, wenn sie befähigt sind zum 'autonomen' Problemlösen zwecks Selbsterhaltung (vgl. Energiehaushalt, Homöostase und Sicherung vor Gefahren) verbunden mit artspezifischer Fortpflanzung (Reproduktion durch Replikation des Genoms). Ihr zweckdienliches Selbstlernen führt zu 'intelligenter' Anpassung an veränderliche Umweltbedingungen durch lerntypische Verhaltensänderungen aufgrund von erworbenen (Er-)Kenntnissen, die nutzbar sind für kognitive Leistungen ihrer lernfähigen Gedächtnisstrukturen.

Natürliche kognitive Systeme (Menschen, Primaten, Rabenvögel, Wale, Haie u . a.) können situationsangepasst und erfolgreich handeln, in dem sie zweckorientiert erlernte Aktionen wie 'sequentiell geplant' ausführen, - entsprechend ihrer kognitiv gewonnenen Einsicht in prinzipielle Zusammenhänge umweltbedingter Sachverhalte. Beispiele hierfür sind erworbene Kenntnisse von erfassten Mittel-Zweck-Relationen für "intelligente" Problemlösungen (vgl. Werkzeuggebrauch) durch antizipatorische Erwägung optimaler Entscheidungen (vgl. 1.).

Eine notwendige Voraussetzung für das Lernen eines kognitiven Systems ist seine Befähigung zu situationsbedingtem Kenntniserwerb, insbesondere zur Gewinnung von empirischen oder theoretischen Erkenntnissen, die notwendig sind für 'erfahrungsbedingte' Urteile bzw. 'einsichtige' Entscheidungen.
Der 'wissenserweiternde' Kenntniserwerb wird bestimmt durch mentales Begreifen natürlicher Zusammenhänge beim Beobachten oder Entdecken (vgl. 1.2.). Die konstruktive Erfindung von 'innovativen' Begriffen und ihren Beziehungen (def. als theoretische Erkenntnisse) entspricht der 'rationalen' Einsicht in prinzipielle Zusammenhänge (unter 'intuitiven' oder 'reflexiven' Bedingungen, vgl. 3.).

Einen evolutionären Selektionsvorteil bedeutet die Lernfähigkeit kognitiver Systeme durch kognitives Erfassen von Beziehungen (Begreifen) bei der Gewinnung von Erfahrungswissen (Kenntniserwerb), das erforderlich ist zur optimalen Entscheidungsfindung für intelligentes Verhalten. Dabei sind erworbene Kenntnisse als bedingte Relationen "strukturell" erlernbar durch situationsabhängige Ausbildung lernfähiger Gedächtnisstrukturen (gemäß strukturellen Lerndispositionen). [1] [6]

Individuell erlernbar ist in Gehirnen ausgebildetes Erfahrungswissen, das gemäß eigenen Aspekten (vgl. Interessen und Intentionen) selbstbezüglich genutzt wird, - insbesondere für "aus Erfahrung" assoziierte Voraussagen, die einbezogen werden in subjektive Bewertungen und empirische Urteile sowie Entscheidungen für situationsangepasste Aktionen. [6]
Ausgebildetes Erfahrungswissen bestimmt die "konzeptionelle" Bildung von konstruktiven Modellen und nützlichen Theorien, die wissenschaftlich kritisierbar und praktisch zu überprüfen sind (vgl. kognitiv-logische Modellbildung [7]).

Gewonnene Erkenntnisse für modellhafte Theorien können formal dargestellt werden mit verknüpften Begriffssymbolen für explizite Aussagen über deklaratives Wissen, dessen kenntnisspezifische Relationen prägnant ausdrückbar und auch mit mathematischen Formeln beschreibbar sind (vgl. 2.3.).
Kenntnisspezifische (bedingte) Relationen sind durch Verallgemeinerung einbezogen in 'ausgebildete' kognitiv-logische Verknüpfungen zur Bestimmung von systemintern "erlernten" Funktionen, die mit begrifflich vereinbarten Symbolen formal dargestellt werden können. [1] [2] [4]

Situationsbedingt erworbene Kenntnisse von erfassten Beziehungen werden als bedingte Relationen im Gedächtnis für theoretische Modelle oder empirische Urteile verallgemeinert genutzt (vgl. induktive Annahmen von Gesetzmäßigkeiten). Damit begründet werden neue Denkmodelle oder innovative Theorien. Wenn diese sich praktisch bewähren, sind sie nutzbar als allgemeine Richtlinien oder systematische Rahmenwerke zur wissenschaftlichen Erklärung von untersuchten Zusammenhängen. Sie können eine 'bahnbrechende' Bedeutung erlangen, wenn sie zur Entwicklung von neuen wissenschaftlich-technischen Produkten maßgeblich beitragen.

Eine erworbene Kenntnis des Erfahrungswissens wird aufgefasst als 'bisher bewährte' Erkenntnis und entspricht einer gewonnenen Einsicht in einen Sinn-Zusammenhang durch kognitive Erfassung (Begreifen) einer begrifflichen Beziehung, die als 'bedingte Relation' formal objektivierbar ist (vgl. Zusammenhangserfassung durch Konnexanalyse, siehe 1.2.).

Grunderkenntnisse als 'bisher bewährte' prinzipielle Kenntnisse von kognitiv erfassten (begriffenen) Zusammenhängen oder Wirkverbindungen unterstützen durch ihre 'grundsätzliche' Nutzung ein besseres Verstehen natürlicher Beziehungen in semantischer Zuordnung zu lerntypisch ausgebildeten Begriffsstrukturen des situationsbedingt modifizierbaren Erfahrungswissens.

Beim interpretativen Verstehen eines untersuchten Sachverhalts (d. h. im Verstehensprozess) erfolgt eine Mustererkennung und semantische Deutung der wahrgenommenen Beobachtung oder eines vorgestellten Phänomens, wozu nutzbare Kenntnisse vergleichbarer kognitiver Schemata erforderlich sind (vgl. schematische Denkroutinen und heuristischer Denkstil).

Ein (Wieder-)Erkennen des Typischen einer Begriffsklasse gelingt durch die spezifizierende Einbeziehung von wahrgenommenen Objektmerkmalen in eine konjunktive Verknüpfung (logische Merkmalskonjunktion) entsprechend der analytischen Abstraktion des Besonderen, das synthetisch verallgemeinert gilt für das zugeordnete Allgemeine (vgl. 3.2.).

Der symbolisch-abstrakt denkende Mensch kann seine Wahrnehmungen und Gedanken erfahrungsgemäß deuten und beurteilen. Seine semantischen Deutungen sind explizit äußerbar in symbolischen Darstellungsformen für deklarative (Vor-)Aussagen entsprechend seinen objektivierbaren Begriffsstrukturen. Damit ermöglicht werden (mehr oder weniger ausführlich) mitteilbare Darstellungen von explizitem Wissen aufgrund von lerntypischen Kognitions- und Gedächtnisleistungen des hoch entwickelten menschlichen Gehirns (siehe 2.).

Durch symbolische Abstraktion im Gehirn ausbildbar sind Begriffe und ihre Beziehungen entsprechend 'konzeptionellen' Modellvorstellungen von natürlichen Zusammenhängen und Fakten. Wenn solche Begriffsstrukturen mit realen Sachverhalten 'im Wesentlichen' übereinstimmen (vgl. Adäquatheit, Analogie), können damit 'relativ wahre' Wissensformen deklarativ ausgedrückt werden.

Formal objektivierbare Operationen des 'bewussten' Denkens betreffen abstrakte Größen (Begriffe) und ihre Zusammenhänge (Beziehungen, Assoziationen), die wissentlich (bewusst geworden) 'vorstellbar' und sprachlich 'ausdrückbar' sind mit formalen Begriffssymbolen und Relationen in logischer Verknüpfung (siehe 2. und 3.).
Explizite Aussagen über formalisierbare Denkoperationen (vgl. programmierbare Computer-Funktionen) betreffen logische Zuordnungen, Kombinationen und Verknüpfungen von informativen Symbolen für selektierte Begriffe und semantische Relationen, die dem individuellen Wissensstand einer 'lernenden' Gehirnstruktur entsprechen.

Kognitiv-logische Denkoperationen sind analytisch erklärbar mit 'strukturell erlernten' begrifflichen Beziehungen, die 'erworbenen Kenntnissen' (def. als bedingte Relationen) des Erfahrungswissens entsprechen und assoziativ bestimmend sind für symbolisch-abstrakte Modellvorstellungen (Erinnerungen) und Voraussagen (Erwartungen), womit empirische Urteile für situationsangepasste Schlüsse (vgl. erlernte Inferenzen) und optimale Entscheidungen für "intelligentes" Verhalten beinflusst werden können. [1]

Explizite Gedanken über 'subjektive' Vorstellungen sind ausdrückbar als sprachliche Aussagen und Urteile, die begründbar sind mit logischen Argumenten für theoretische Behauptungen. Formal objektivierte Aussagen sind dann kommunikativ mitteilbar, wenn sie verständlich ausgedrückt sind in übertragbaren Darstellungsformen (vgl. Bilder, Schemata, Sätze, Formeln oder Worte). Diese werden codiert definiert als 'informative Formationen', die jeweils so zu deuten sind, dass ihnen mindestens eine Information im Sinne einer (subjektiven) Nachricht entnommen werden kann. Dabei wird der umstrittene Begriff Information definiert als "eingeformter" semantischer Inhalt einer übertragbaren Formation. [8]

Systematisierbare 'konstruktive' Denkprodukte sind erklärbar mit elementaren Begriffen (Abstrakta, Kategorien) und ihren Beziehungen (Relationen, Assoziationen). Diese entsprechen ausgebildeten Begriffsstrukturen und sind formal darstellbar mit kognitiv-logisch verknüpften Relationen für begriffliche Symbolverknüpfungen (vgl. 2. und 3.).

Die postnatale Entwicklung von Sprache und höherem Bewusstsein (vgl. Selbstreflexion, Modellgebrauch und Selbstmodell) beruht auf genetisch bestimmten Lernveranlagungen im Gehirn für Sprachenlernen und kognitiv-logische Modellbildung aufgrund von gewonnener Einsicht in prinzipielle Zusammenhänge. [6] [7]
Das sprachliche Außdrucksvermögen des Menschen befähigt ihn zu modellhaften Beschreibungen und möglichst zutreffenden Erklärungen von untersuchten Sachverhalten aufgrund kognitiv erfasster Beziehungen.
Eine äußerbare (Er-)Kenntnis entspricht der erworbenen Kenntnis von einer neu erfassten Beziehung und kann sprachlich ausgedrückt werden in Form einer deklarativen Aussage (z. B. als Logos-Relation, siehe 2.).

Kognitive Systeme verfügen über lerntypische Gedächtnisleistungen aufgrund von selbst erworbenen Kenntnissen, die elementar bestimmt werden als bedingte Relationen gemäß kognitiv-logischen Begriffsstrukturen des situationsbedingt ausgebildeten und explizit darstellbaren Erfahrungswissens. [1]

Individuelle Lernprozesse führen zu funktionell veränderten Neuronen-Verknüpfungen (Verschaltungen) in assoziativen Funktionskomplexen des Gehirns. Ergebnisse der Lern- und Hirnforschung belegen, dass neurale Gedächtnisstrukturen situationsbedingt 'konditioniert' und kenntnisspezifisch 'ausgebildet' werden können. Durch Kenntniserwerb bestimmte Struktur- und Funktionsänderungen entsprechen dem Erlernen von bedingten Relationen als modellhaft erfassten Beziehungen. Diese (im Rahmen einer strukturellen Lerndisposition) erworbenen Kenntnisse repräsentieren nutzbares Erfahrungswissen zusätzlich zum veranlagten Basis-Wissen (siehe 1.).
Neurowissenschaftlich nachgewiesen ist eine strukturelle Modifizierbarkeit (Plastizität) interneuronaler Verknüpfungen, wobei synaptische Verbindungen epigenetisch und ontogenetisch ausgebildet werden können. Die beim Lernen 'effektivierten' (konditionierten) synaptischen Verbindungen zwischen vernetzten Neuronen (als Verknüpfungseinheiten) sind analog zu situationsabhängig 'konditionierten' Assoziationen (für bedingte Relationen), die notwendig sind für erfahrungsbedingte 'kognitive Gedächtnisleistungen'. [1] [6]

Im Gehirn mit seinen 'lernfähigen' Gedächtnisstrukturen sind kognitive Leistungen ausbildbar, die auf funktionell aktivierten, synaptischen Verbindungen beruhen. Diese sind repräsentativ für "neu erfasste" begriffliche Beziehungen, die erworbenen Kenntnissen entsprechen. [4]
Ein strukturveränderliches Gedächtnissystem "erlernt" und "behält" (d. h. speichert lang- oder kurzzeitig) kognitiv erfasste Beziehungen als seine situationsbedingt erworbenen Kenntnisse (def. bedingte Relationen) von "erfahrenen" Zusammenhängen der sinnlich wahrnehmbaren Sachverhalte (Beobachtungen der objektiven Realität) oder von "erdachten" begrifflichen Beziehungen für theoretische oder fiktive Vorstellungen (symbolisch-abstrakte Reflexionen über Erinnerungen, Antizipationen). Beim Lernen ausgebildete Begriffsstrukturen sind konstruktive Voraussetzungen für empirische Urteile, individuelle Entscheidungen und "erlernte" Aktionen (siehe 3.).

Die neurowissenschaftliche Suche nach einer 'Gedächtniszentrale' im Sinne eines zentralen Informationsspeichers im Gehirn blieb erfolglos. Gefunden und untersucht wurden lernfähige Gedächtnisstrukturen in vielen Teilkomplexen des Gehirns, die gekennzeichnet sind durch situationsbedingte Funktions- und Strukturänderungen. In 'assoziativen' Bereichen unterschiedlicher Hirnabschnitte lokalisierbar sind wechselwirkend vernetzte, "selbstlernende" Funktionskomplexe, die zuständig sind für ausgebildete Gedächtnisleistungen. [6]

Der Begriff "Gedächtnis" für das Nervensystem wird mit der physio-psychologisch immer noch vertretenen Speicher-Metapher nur teilweise und unzureichend erklärt als lernabhängige Informationsspeicherung eines mehrteiligen 'Arbeits-, Kurzzeit- und Langzeitgedächtnisses', wobei "eingespeicherte" Informationen als empirische Erinnerungen assoziativ "abgerufen" werden können. - Meine treffendere Begriffsdeutung wird bezeichnet als "denkendes Gedächtnis" und deklariert die funktionelle Einheit von Speicher- und Verarbeitungseigenschaft mindestens eines dynamischen 'offenen' Systems mit kognitiven Gedächtnisleistungen, d. h. eines kognitiven Systems, das definiert wird als 'lernfähiges Gedächtnissystem' mit strukturveränderlichen, nicht linear fungierenden Systemkomponenten in Form von plastisch verknüpften (variabel vernetzten) Funktionskomplexen, die in multihierarchischer Organisation relativ autonom interagieren können (vgl. mein schematisches Gehirnmodell für gekapselt klassifizierte, hierarchische Lernformen [1] [3]). [6]

Ein »lernfähiges Gedächtnissystem« ist konzeptuell gekennzeichnet durch 'individuell ausbildbare' Speicher- und Verarbeitungsfunktionen in dialektischer Einheit (denkendes Gedächtnis). Das verhaltensändernde Selbstlernen dieses »kognitiven Systems« erfolgt durch 'strukturelles Speichern' von situationsbedingt erworbenen Kenntnissen (seines individuellen Erfahrungswissens) und damit ermöglichter Kenntnisnutzung für situationsabhängig abrufbare Erinnerungen (assoziierbare Voraussagen, Erwartungen) als erfahrungsgemäße Vorstellungen.
Das kognitive System deutet aktuelle (externe und interne) Situationen jeweils gemäß seiner individuellen (subjektiven) Interpretation im Sinne einer 'erfahrungsbedingten' Informationsverarbeitung mit kognitiv-logischen Operationen, wozu neben 'veranlagten' Grundfunktionen auch seine 'erlernten' Funktionen (vgl. bedingte Logik-Funktionen) beitragen.
Das lernfähige Gedächtnissystem ist systemtheoretisch beschreibbar als eine 'strukturell lernende' Funktionseinheit von operativem Speicher und Prozessor für eine erfahrungsbedingte Informationsverarbeitung durch individuelle Nutzung von erworbenen Kenntnissen. Seine dynamische Wissensdarstellung ist gekennzeichnet durch bedingte Relationsverknüpfungen (kognitiv-logische Funktionen) einer lerntypisch modifizierten Gedächtnisstruktur.

Typisch für strukturelles Lernen eines kognitiven Systems ist seine (verhaltensändernde) Funktionsänderung aufgrund seiner situationsbedingt veränderten Gedächtnisstruktur. Dafür erforderlich ist eine strukturelle Lerndispostion des Gedächtnissystems, d. h. sein genetisch veranlagtes Lernvermögen für ausbildbare Funktions- und Verhaltensänderungen bei der Individualentwicklung durch situationsbedingte Lernprozesse. [6]
Die veranlagte Lerndisposition ermöglicht eine situationsbedingte (umweltabhängige) Ausbildung von individuellem Erfahrungswissen im Gedächtnissystem (der entwickelten Persönlichkeit), wobei erworbene Kenntnisse als bedingte Relationen "im Gedächtnis" behalten und für Erinnerungen assoziativ genutzt werden können (vgl. subjektives Vorstellungsvermögen für Denkprodukte, siehe 3.).

Der Kenntniserwerb, aufgefasst als kognitiver Grundprozess des »strukturellen Lernens«, wird unterstützt von konstruktivem Vorwissen gemäß bisherigen Erfahrungen (Kenntnissen, Modellen, Metawissen) und veranlagtem Basis-Wissen für Grundfunktionen (Anlagen a priori). [1] - [4]
Im 'kognitiven' Interpretationsprozess eines lernfähigen Gedächtnissystems kann mindestens eine neue Kenntnis als (zunächst unbewährte) Erkenntnis situationsbedingt gewonnen werden, - im Rahmen einer 'strukturellen Lerndisposition' und unter der Voraussetzung von geeignetem Vorwissen (Kontext- oder Hintergrundwissen) im Sinne einer potenziellen Ausgangsbasis für möglichen Kenntniserwerb (vgl. wissensbasierte Lernkompetenz).
Situationsbedingt erworbene Kenntnisse des Gedächtnissytems sind objektiviert darstellbar als "strukturell erlernte" bedingte Relationen, - einbezogen in 'plastische' Verknüpfungen für (erfahrungs-)bedingte Logik-Funktionen auf hierarchischen Darstellungsniveaus (vgl. lernender Zuordnungskomplex mit bedingten Relationsverknüpfungen und Symbolzuordnungen für empirische Urteile). [1]

Mein Modellansatz einer »Kognitiven Logik« geht aus von kenntnistheoretischen Prinzipien, Definitionen und Thesen zu lernfähigen Gedächtnisstrukturen gemäß meinem schematischen Gehirnmodell zur Erklärung hierarchischer Lernformen (def. für Intelligente Automaten [3]). Systemtheoretisch definiert wurde ein kognitiver Grundprozess des "strukturellen Lernens" zur Ausbildung bedingter Relationen als situationsbedingt erworbene Kenntnisse, die in selbstlernenden Gedächtnissystemen als 'relativ wahr' oder 'bisher bewährt' genutzt und temporär gespeichert werden können. [1]
Konzipierte kognitiv-logische Gedächtnissysteme simulieren die kognitive Erfassung von kenntnisspezifischen Beziehungen als bedingte Relationen in 'bedingten' logischen Verknüpfungen (bedingte Logik-Funktionen). Diese werden entsprechend dargestellt mit situationsbedingt modifizierten 'kognitiv-logischen' Symbolverknüpfungen für funktionelle Darstellungsformen in bedingter Zuordnung (vgl. definierte hierarchische Zuordnungsniveaus eines lernfähigen Zuordnungskomplexes). [1] - [5]
Aufgezeigt wurden Konzepte zur innovativen Modellierung von lernfähigen Gedächtnissystemen mit ausbildbarem Erfahrungswissen gemäß kognitiv-logischen Begriffsstrukturen. Diese werden mit formalen Symbolverknüpfungen dargestellt als objektivierbare 'bedingte Logik-Funktionen' aufgrund von bedingten Relationen, die situationsbedingt erworbenen Kenntnissen entsprechen. Damit simulierbar sind empirische Urteile, die von "erlernten" logischen Implikationen bestimmt werden. Ein derartiger Modellansatz ermöglicht die technische Entwicklung von »lernfähigen Inferenzsystemen« mit 'assoziativem Gedächtnis' für dynamische Wissensdarstellungen (vgl. meine Computersimulationen). [2] [3]
Kognitiv-logische Gedächtnissysteme sind konzeptionell vorbestimmt durch ihre 'strukturelle Lerndisposition' (Veranlagung konditionierbarer Assoziationen), verbunden mit mindestens einem induktiven Lernmechanismus. Ebenso vorausgesetzt wird veranlagtes Basis-Wissen für notwendige Grundfunktionen des 'interpretierenden' Gedächtnissystems. Damit unterscheidet sich die 'nicht klassische' Kognitive Logik von der "starren" klassischen Logik (mit normativen Regeln) und auch von den 'nicht logischen' konnektionistischen KI-Modellen (ohne eigenes A-priori-Wissen), die mit vielen Trainingsbeispielen angelernt werden müssen (gemäß Tabula-rasa-Ansatz des Empirismus).

Durch individuelle Ausbildung und Präzisierung von nutzbarem (Erfahrungs-)Wissen erklärbar sind Veränderungen des umweltangepassten Verhaltens kognitiver Systeme (Organismen und lernende Automaten). Ihre wissenschaftliche Erforschung auf Basis einer innovativen (Er-)Kenntnistheorie ist orientiert auf prinzipielle Simulationen des natürlichen Kenntniserwerbs lernender Gedächtnissysteme, wobei technische Lösungen mit großen gesellschaftlichen Auswirkungen erwartet werden (vgl. 1. - 3.).

In folgenden Abschnitten zusammengestellte Kurzfassungen von Grunderkenntnissen (def. als Logos-Relationen, siehe 2.3) beziehen sich auf kognitionswissenschaftliche Aspekte und wenig erforschte Gedächtnisprinzipien. Analysiert wird das Simulationsproblem einer formalen Objektivierung 'ausbildbarer' Begriffsstrukturen für dynamische Wissensdarstellungen in lernfähigen Gedächtnissystemen. Zur Simulation des situationsbedingten Kenntniserwerbs durch strukturelles Lernen wird eine Konnexanalyse bestimmt mit mindestens einem induktiven Lernmechanismus für bedingte Relationen (def. erworbene Kenntnisse), die in Form konditionierter Assoziationen ausbildbar sind (siehe 1.). - Grundsätzliche Bedeutung hat das definierte Unschärfeprinzip der relativen Wahrheit für empirische Aussagen (Voraussagen, Urteile) und Theorien (Vermutungen), die auf erfahrungsgemäßen Implikationen basieren. Deshalb kann für 'kognitiv verallgemeinerte' (induktiv angenommene) Regeln nur eine 'bisherige Bewährung' erreicht werden, weil unvorhersehbare Ausnahmen möglich sind (philosophisches Induktionsproblem, siehe 2.). - Es folgen kognitiv-logische Darstellungen für objektivierbare Denkprodukte und definitiv aufgezeigte Begriffsdeutungen zur Charakterisierung von lernfähigen Gedächtnissystemen (siehe 3.). Dabei wird verwiesen auf innovative Konzepte für selbstlernende Intelligente Automaten mit möglicher Selbstkontrolle. Diese verfügen über ausbildbares Erfahrungswissen und können damit die situationsabhängigen Resultate ihrer 'kognitiv-logischen' Erkennung und Deutung selbstbezüglich beurteilen und bewerten, wobei erinnerte Vorstellungen als assoziierte Voraussagen (Erwartungen, Vorurteile) maßgeblichen Einfluss haben. Dadurch bestimmt werden ihre empirischen Urteile und situationsangepassten Entscheidungen für "intelligente" Aktionen als erwogene Problemlösungen, vor allem zwecks Selbsterhaltuung. - Zusätzlich angefügt ist eine geordnete Sammlung vieler Logos-Relationen als aphoristische Denkanstöße zu verallgemeinerten Seinserfahrungen (meine Reflexionen, siehe 4.).


1. Lernfähige Gedächtnissysteme mit ausbildbarem Erfahrungswissen

In der veränderlichen Gedächtnisstruktur eines kognitiven Systems, dessen bisheriges Wissen durch erworbene Kenntnisse erweitert oder verfeinert werden kann, führt ein individueller Erkenntnisprozess zur lerntypischen Ausbildung von Erfahrungswissen, - unter der Voraussetzung von funktionell nutzbarem Basis- oder Vorwissen. Ein situationsbedingter Kenntniserwerb ist erklärbar durch die systeminterne Konditionierung einer funktionellen Assoziation (gemäß einer 'strukturellen Lerndisposition') für eine definierte 'bedingte Relation', die aufgefasst wird als erworbene Kenntnis von einer kognitiv erfassten (begriffenen) Beziehung, die kennzeichnend ist für einen "kennen gelernten" Zusammenhang oder Sachverhalt.
Erworbene Kenntnisse werden kenntnistheoretisch definiert als relationale Wissenselemente, die begrifflichen Beziehungen entsprechen und als bedingte Relationen in Form von konditionierten Assoziationen der beim 'strukturellen Lernen' modifizierten Gedächtnisstruktur kurz- oder langzeitig behalten werden können (def. als 'strukturelles Speichern'), wobei ihre empirische Konsolidierung dem möglichen Vergessen entgegen wirkt.


1.1. Kenntnisbasierte Aspekte von kognitiven Gedächtnisleistungen

Hierarchisch klassifizierbare Lernformen (ausgehend von 'bedingter Reaktion' bis zu 'Lernen durch Einsicht in prinzipielle Sinnzusammenhänge') betreffen kognitive Leistungen, die jeweils erklärbar sind durch situationsbedingten Kenntniserwerb eines lernfähigen Gedächtnissystems. Dementsprechend basiert die lerntypische Ausbildung (strukturelle Erweiterung oder Modifikation) von individuellem Erfahrungswissen auf dem kognitiven Grundprozess des 'strukturellen Lernens'. Dadurch erworbene Kenntnisse sind funktionell darstellbar als bedingte Relationen in Form von konditionierten Assoziationen für bedingte Logik-Funktionen, die kognitiv-logischen Begriffsstrukturen gemäß dynamischen Wissensdarstellungen entsprechen (vgl. 2. und 3.). [1] - [5]

1.1.1. Selbstlernen und Problemlösen - Rationale Erkennung und Deutung

Die natürlich bewegte Materie, ihr ständiges Werden (nach Aristoteles: Entstehung/Vergehen und Veränderung) im Mikro- und Makrokosmos, bedeutet eine prinzipielle Ausgangsbasis der sehr spezifischen Bedingungen für das vielfältige Leben auf der Erde, dessen existenzielle Besonderheit im Kosmos mit Erstaunen beobachtbar ist und als bisher unerklärlich beurteilt wird.

Carl Friedrich von Weizsäcker schrieb in "Die Geschichte der Natur" (IX. Das Leben, 1954):
"In der Natur ist das Zweckmäßige da, ohne dass wir ein Bewusstsein erkennen könnten, das sich diese Zwecke setzt. Gerade in Bezug auf die Zweckmäßigkeit gilt, dass das Sein älter ist als das Wissen." [S. 89]
"Nur die Erfahrung beweist es: was wirklich ist, muss möglich sein." [S. 92]
"Erst Sterblichkeit und Fortpflanzung bringen den Überschuss an Individuen und damit den Kampf ums Dasein hervor, der der Motor der Entwicklung ist. Das Leben entwickelt sich weiter, weil jedes lebende Wesen auf der Schwelle des Todes steht." [S. 94]
"Nicht alles, was entstehen kann, bleibt; die objektive Zweckmäßigkeit im Kampf ums Dasein trifft die Auswahl." [S.93]

Evolutionär lernende Lebensformen passen sich an Situationen an, die Hindernisse für die Evolution darstellen, - und bilden dadurch komplexere Formen oder spezialisiertere Arten.
Eine Anpassung an veränderte Umweltbedingungen gelang den bis heute "überlebenden" Organismen-Arten, die ihren Fortbestand durch "evolutionäres Lernen" ermöglichten, d. h. durch versuchsweise Variation und natürliche Selektion der anpassungsfähigen Arten innerhalb sehr großer Zeiträume.

Nach Entstehung der Erde vor ca. 4,5 Milliarden Jahren im Sonnensystem der Galaxie "Milchstraße" bevölkerten vor ca. 4 Milliarden Jahren als erste Lebewesen nur Einzeller (Bakterien, Algen) die Erde mindestens 2 Milliarden Jahre lang, bevor Vielzeller und danach viele Pflanzen und Tiere als Fossilien nachweisbar sind (viele Lebensformen vor 1 Milliarde Jahren und noch mehr nach der 'kambrischen Explosion'). Erste Wirbeltiere gab es schon vor ca. 200 Millionen Jahren.
Die relativ junge Wirbeltierart "Homo sapiens" (einsichtiger Mensch) lebt erst seit ca. 150 000 Jahren auf der Erde und überlebte alle menschenähnlichen Arten, auch den intelligenten, vermutlich sprachbegabten Neandertaler (Homo neanderthalensis), der vor ca. 30 000 Jahren ausgestorben war. [13]
Vermutlich vor ca. 50 000 Jahren erfolgte der evolutionäre Durchbruch (vgl. Emergenz) des menschlichen Sprachvermögens zum 'wissentlichen' (bewussten) Ausdrücken von eigenen Begriffen und Gedanken (mitteilbare Aussagen, auch künstlerische Darstellungen) zwecks evolutionär vorteilhafter Kommunikation und sozialer Partnerschaft.
Der sprachbegabte Mensch hat ein hoch entwickeltes 'Steinzeitgehirn', das bis heute anatomisch unverändert blieb und gekennzeichnet ist durch ein 'deklaratives Gedächtnis' in Form seiner evolutionär vergrößerten Großhirnrinde (relativ maximaler Isocortex im Tierreich). [6]

Der selbstlernende Mensch kann individuell denken, fühlen und handeln aufgrund von kognitiven Gedächtnisleistungen seines Gehirns, das als Zentralnervensystem mit impliziten und expliziten Funktionen wissenschaftlich untersucht werden kann (vgl. Unbewusstes bzw. Bewusstsein). Das menschliche Gehirn ermöglicht hoch entwickelte Lernformen und ist beschreibbar als ein 'kognitives System' mit lernfähiger Gedächtnisstruktur. Dieses 'lernfähige Gedächtnissystem' (er-)kennt die analytisch bestimmbaren Eigenschaften und Beziehungen von wahrgenommenen Gegenständen und Erscheinungen, die begrifflich unterschieden werden aufgrund von veranlagten und erworbenen Kenntnissen (vgl. Basis- und Erfahrungswissen). Das Gehirn interpretiert Situationen hinsichtlich ausgewählter Objekte oder Phänomene, die es abstrahiert vergleicht mit bekannten Merkmalen und Begriffsrelationen (vgl. kognitive Schemata). Dadurch kann es selektierte Einzelheiten erfahrungsgemäß identifizieren/klassifizieren, (wieder-)erkennen, beurteilen und bewerten, - insbesondere mit empirischen Urteilen unter dem Einfluss eigener Vorstellungen, Antriebe, Emotionen und Motivationen. [1] - [6]
Die rationale Autonomie des Menschen erlaubt ihm (im Rahmen seiner Handlungsfreiheit), über vorteilhafte (Re-)Aktionen selbst zu entscheiden, - gemäß zweckorientierten Absichten und individuellen Deutungen für Problemlösungen seines "intelligenten" Verhaltens. Dabei haben seine erinnerten Vorstellungen (Vorurteile, Erwartungen) kenntnisspezifischen Einfluss auf eigene empirische (Vor-)Aussagen und Urteile, die mit Begriffssymbolen formal ausdrückbar sind (vgl. 3.).
Erlernte Sprachkenntnisse ermöglichen kommunikative Mitteilungen durch Übertragung von Darstellungsformen (Formationen, z. B. Zeichen, Wörter, Sätze, Formeln oder Bilder) für objektivierte begriffliche Beziehungen in Form von expliziten Aussagen, die kenntnisspezifisch verstehbar sind als informative Ausdrücke für mentale Assoziationen, Relationen, Funktionen oder Argumente. [1] [2] [4]

Der "einsichtig" denkende Mensch besitzt rationales Erkenntnisvermögen (Verstand und Vernunft), das seinem Intellekt entspricht und ihn befähigt zu selbstbezüglicher Erkennung und Deutung von ausschnittsweise wahrnehmbaren Außenwelterscheinungen (seiner Anschauungswelt). Aufgrund eigener Untersuchungen verbunden mit Kenntniserwerb (vgl. Forschungsresultate) erlangt und verbessert er die wissenschaftlich-technische Kompetenz zum Lösen seiner Probleme. Er ist in der Lage, mit seinen vervielfältigbaren Werkzeugen künstliche Produkte herzustellen, die als Menschenwerk seine Kultur kennzeichnen und zur Verbesserung der sozialen Verhältnisse beitragen können.

"Dem Menschen ist die Fähigkeit eigen, sich bewusste Ziele zu setzen, Absichten zu verfolgen, in die Vergangenheit und in die Zukunft zu blicken. Kraft seines Selbstbewusstseins kann sich jeder einzelne Mensch von seiner Umgebung, seinen Artgenossen und anderen Lebewesen deutlich »abheben«. Er kann seine Ziele bewusst gegen die Interessen anderer Lebewesen verfolgen und durchzusetzen versuchen. Daher kann er auch enorme Katastrophen anrichten." (Franz M. Wuketits, 'Die Selbstzerstörung der Natur', dtv 2002, S. 126)

Die "blutige" Kulturgeschichte der Menschheit wurde bestimmt von massenwirksamen Religionen und Ideologien zur demagogischen Begründung der vielen vorteilsorientierten Machtkämpfe und Eroberungskriege, - bisher zwei Weltkriege mit nachfolgendem Rüstungswettlauf (seit 1945 weitere 150 Kriege mit ca. 30 Millionen Toten in 50 Jahren - laut UNO-Bericht).
Die Kultur der modernen Konsumgesellschaft mit ihren vielen Annehmlichkeiten aber auch Risiken, z. B. durch Folgen der Automatisierung und Informationsflut mittels Computern, entfernt sich immer mehr von der steinzeitlichen Lebensweise, für die 'evolutionär-angepasste' genetische Anlagen des Menschen bestimmt sind. Daraus resultiert eine zunehmende Anfälligkeit des menschlichen Körpers für kulturbedingte Erkrankungen, - verbunden mit explodierenden Kosten der Krankheitssysteme in den Industriestaaten.
Heute steht die "zivilisierte" Menschheit vor großen zu lösenden Problemen hinsichtlich erkennbarer Gefahren für die Zukunft menschlicher Existenz. Besonders problematisch auf militärischem Gebiet sind die internationale Rüstungsbegrenzung und die schwierige Kontrolle der vielen Massenvernichtungswaffen, - angesichts zunehmender Automatisierung der Kriegstechnik (z. B. ferngesteuerte Überwachungs- und Kampfroboter) und des globalen Terrorismus.
Diese existenzielle Bedrohung wird verstärkt durch weltwirtschaftliche Probleme, Finanz- und Schuldenkrisen, besonders in Folge von globalem Profitstreben, Staatsverschuldung und ungebremstem Bevölkerungswachstum. Bedrohliche soziale Auswirkungen haben: verstärkter Ressourcenabbau, Umweltschädigung, Klimawandel, Naturkatastrophen, Wassermangel, Urbanisierung (Mega-Citys), Arbeitslosigkeit, Verelendung, Seuchen, Kriminalität und Bildungsdefizite.

Das akute Dilemma des Homo sapiens wird biologisch eingeschätzt als eine natürliche Fehlentwicklung der anspruchsvollen Tierart "Mensch", die entsprechend einer Naturkatastrophe umweltzerstörend wirkt.

Der sich "gottähnlich" glaubende Mensch kämpft wie jedes Tier um seinen Selbsterhalt in einer nur teilweise erkennbaren Umwelt. Darüber hinaus erstrebt er die vorteilhafte Befriedigung seiner subjektiven Bedürfnisse. Durch sein aggressives Handeln kann er nicht nur sich selbst sondern auch seine Welt zerstören; er hat die Natur schon so weit geschädigt, dass seine weitere Existenz durch Katastrophen bedroht ist. - Das evolutionäre Dilemma des Homo sapiens ist aber Teil der kosmischen und natürlichen Lebensvorgänge und somit "weltimmanent". Ob die Fähigkeit des Menschen zum rationalen Denken und intelligenten Entscheiden ihm künftig ermöglicht, dass er verantwortliches Handeln für die Allgemeinheit aufbringt, ist fraglich.

"Der Mensch ist ein vorausschauendes Wesen. Der Mensch hat außer der Fähigkeit, der Natur alles auf die rücksichtsloseste Weise abzutrotzen, auch noch die Fähigkeit, seine Verantwortung dabei zu überdenken. Er muss und kann den Wert dessen empfinden, was er im Begriffe ist zu zerstören." (Hans Jonas im Gespräch, DER SPIEGEL 20/1992, S. 101)

Der postulierte freie Wille als ethische Voraussetzung für Eigenverantwortung im Rahmen der Handlungsfreiheit des Individuums ist neurowissenschaftlich umstritten. Bestimmend beim Urteilen und Entscheiden sind jeweils aktuelle Situationsbedingungen und subjektive Bewertungen als unbewusste Einflüsse (vgl. Antrieb, Motivation und Emotion). [18]
Das implizite System des Unbewussten gewährleistet mit seinen emotionalen und motivationalen Funktionen (vgl. Limbisches System) die Veranlassung der routinierten Steuerung von 'reflexiven' Reizreaktionen oder 'instinktiven' Handlungen, die gar nicht oder zu spät (für eine Selbstkontrolle) bewusst werden, - unabhängig von bewussten Überlegungen zu wählbaren Entschlüssen (vgl. Entscheidungen mittels explizitem Arbeitsgedächtnis, siehe 3.3.). [6]

Die lebensnotwendigen Lösungen globaler Probleme mit hoher Komplexität sind zu ermöglichen durch kollektives Verantwortungsbewusstsein, wissenschaftlichen Erfindungsreichtum und sparsamen Umgang mit Ressourcen. - Bisher fehlen auch wirksame Kontrollmaßnahmen zur Verringerung von Gefahren durch zunehmende Technikabhängigkeit der Menschen, besonders hinsichtlich der interaktiven Informations- und Computertechnik, die gegenüber Fehlern und Missbrauch abgesichert werden muss.

Globale Verbesserungen der Lebensbedingungen können nur mittels notwendiger Sparmaßnahmen und staatlicher Übereinkommen erreicht werden (beispielsweise Vereinbarungen gegen Umweltzerstörung, gefährliche Weiterrüstung, Staatsverschuldung, Inflation, Dauerarbeitslosigkeit und zunehmende Kriminalität).
Erforderlich ist das unpopuläre 'Lernen des Verzichts' der im Wohlstand Lebenden durch die Besinnung des Einzelnen auf das Lebensnotwendige unter den aktuellen Bedingungen der Umwelt. Das verlangt die ernüchternde Aufklärung über falsche Hoffnungen von bisherigen Fortschrittsideologien und Wachstumstheorien der verschwenderischen Konsumgesellschaft. - Im Widerspruch dazu gibt es ein großes Gefahrenpotential aufgrund von modischen und triebhaften Ansprüchen der meisten 'Massenmenschen', denen vernünftige Selbstkontrolle und rationale Einsicht fehlen. -
Als Hoffnungsträger werden die produktiven 'anständigen' Menschen mit Verantwortungsbewusstsein und sozialer Anteilnahme wie bisher eine Minderheit darstellen.

Optimisten hoffen auf die Problemlösefähigkeit der intelligenten Menschen, die mit ihrer Vernunft und Einsicht auch scheinbar unüberwindlichen Herausforderungen widerstehen können. - Weil Not erfinderisch macht, besteht eine gewisse Hoffnung auf "intelligente" Problemlösungen und global abgestimmte staatliche Maßnahmen des erforderlichen Krisenmanagements.

Von der problemlösenden Gesellschaft gefordert wird ein individuelles Weiterlernen durch rationale Einsicht in wirkliche Zusammenhänge, - verbunden mit möglicher Selbsterkenntnis.

Verfügbares und verbesserbares Wissen ermöglicht zweckdienliche Aktionen durch die "einsichtige" Kenntnisnutzung, insbesondere vorsorgliche Handlungen als effektive Anwendungen von erlernten Kompetenzen gemäß assoziierten Voraussagen (vgl. 1.3.).

Ein selbstbezüglich denkender Mensch nutzt sein 'bisher bewährtes' Wissen für empirische Urteile und situationsangepasste Entscheidungen, die erforderlich sind für "problemlösendes" intelligentes Handeln zwecks Selbsterhaltung und Bedürfnisbefriedigung. Um erfolgreich handeln zu können, benötigt er profunde Kenntnisse, die ihm die Einsicht in wirkliche Zusammenhänge gewähren.
Eine 'wissentliche' Selbstreflexion (bewusstes Nachdenken) wird häufig von sinnlichen Erfahrungen (Erinnerungen) für Voraussagen (Erwartungen) und von subjektiven Bewertungen (Emotionen, Motivationen) beeinflusst (siehe 3.3.). [6]
Mit konstruktiven Reflexionen 'abduktiv' auffindbar sind vorteilhafte Problemlösungen zwecks Selbsterhaltung und möglicherweise zur Verbesserung der 'subjektiven Lage' im jeweiligen Handlungsspielraum (vgl. konstruktive Konzepte, siehe 3.1.).

Um optimale Entscheidungen zu treffen und das eigene Vorgehen adaptiv zu planen, ist nutzbares Erfahrungswissen erforderlich (Modellgebrauch). Das symbolisch-abstrakte Denken beim intelligenten Problemlösen geschieht mit lerntypisch ausgebildeten Begriffsstrukturen zur antizipatorischen Bewertung von erwarteten Konsequenzen möglicher Lösungen (vgl. Risikoabschätzung).
Erfolgreiche Problemlöser haben eine reflektierte Selbstsicherheit und können Unbestimmtheit mit wenig Angst ertragen.
Mögliche "schnellfertige" Entscheidungen werden bestimmt durch subjektive Vorurteile oder leicht praktikable Lösungsansätze entsprechend einer unsystematischen Vereinfachung der jeweiligen Problemsituation (siehe 3.1.).

Ein 'kluger' Mensch vermeidet Fehlurteile beim analytischen Denken durch die selbstkritische Verbesserung seiner Modellvorstellungen (Ansichten, Theorien) gemäß seiner empirisch gewonnenen 'praktischen' Einsicht in wirkliche Zusammenhänge.

Ein 'aufmerksamer' Mensch kann wahrgenommene Beobachtungen, ermittelte Daten und theoretische Meinungen (vgl. Informationsflut im Internet) unter Zuhilfenahme seiner Kenntnisse selektiv verstehen und kritisch auswerten. Seine individuelle Auswahl relevanter Nachrichten entspricht den für ihn 'wichtigen' Aussagen (d. h. Informationsreduktion gemäß eigenen Interessen). Diese werden von ihm 'interpretativ' beurteilt und 'subjektiv' bewertet.

Der "kennen lernende" Mensch entdeckt und untersucht (erforscht) das für ihn Neue, erfasst neue Beziehungen und bildet Begriffe für konstruktive Modelle gemäß seinem ausbildbaren Wissen (vgl. 1.2. und 3.1.).

Der "forschende" Mensch strebt nach Erkenntnis, vor allem zum Lösen von erkannten Problemen seines (Über-)Lebens. Er erwirbt Kenntnisse von seiner Umwelt und versucht, entdeckte Zusammenhänge mit erfassten Beziehungen zu erklären. Seine theoretischen Erkenntnisse beim Lernen durch Einsicht in prinzipielle Sinn-Zusammenhänge sind hypothetisch und ungewiss. Erst nach ihrer empirischen Bewährung (Erprobung an der Realität) kann mit diesen Erkenntnissen das Erfahrungswissen erweitert oder vervollkommnet werden (vgl. 1.1.2.).

Beim zweckdienlichen (intentionalen) Lernen durch systematische Erforschung von erfassbaren Zusammenhängen realer Sachverhalte helfen heuristische Methoden, konstruktive Kritik und Fragen hinsichtlich der Bestimmung (Erkennung, Deutung), Bewertung (Beurteilung) und Erklärung (Begründung) von untersuchten Objekten oder Relationen.

Die zielorientierte Wissenschaft führt zu verbesserten Technologien für lösbare Probleme, insbesondere mit nützlichen Werkzeugen und Hilfsmitteln für vielfältige Aufgaben (vgl. Technik, Medizin und Kommunikation).

Bei der wissenschaftlichen Erforschung von Teilkomplexen der natürlichen Welt wird davon ausgegangen, dass eine bewusstseinsunabhängige Außenwelt real existiert (vgl. "objektive Realität" des philosophischen Außenweltrealismus).
Unsere wissenschaftlich erforschbare Welt kann naturalistisch aufgefasst werden als 'wirkliches' mehrdimensionales Netzwerk mit komplexer Struktur. Wirklich vorhandene Strukturelemente und ihre Beziehungen (Zusammenhänge, Sachverhalte) kann der denkende Mensch gemäß seinem Wissensstand 'analytisch' untersuchen, 'kognitiv' erfassen und 'subjektiv' interpretieren.

Subjektive Interpretationen von Beobachtungen und Wahrnehmungen in 'aufmerksamen' Gehirnen werden funktionell bestimmt von komplexen 'plastischen' Neuronenverknüpfungen, die abstrakt beschreibbar sind mit ausbildbaren (kognitiv-logischen) Begriffsstrukturen für individuelle Vorstellungen und empirische Urteile (vgl. 3.2.).
Die lebendnotwendige Erkennung uind Deutung von Gegenständen und Vorgängen gelingt mit dafür nutzbaren Kenntnissen von erfassten Zusammenhängen, die objektivierbaren begrifflichen Beziehungen entsprechen (vgl. 1.1.2.).

Aufgrund von bestimmten Merkmalen wahrnehmbarer Objekte oder Ereignisse lassen sich in Beziehung stehende Gegenstände begrifflich unterscheiden, (wieder-)erkennen und modellhaft beschreiben.
Mit logischen Verknüpfungen begrifflicher Symbole (Kennzeichen, Begriffssymbole) für bekannte Merkmale von ausgewählten Objekten oder Ereignissen können funktionale Relationen (Assoziationen, Zuordnungen) formal-sprachlich ausgedrückt werden, die kennzeichnend sind für kausale oder prinzipielle Zusammenhänge untersuchter Sachverhalte (vgl. 2. und 3.).

Wir deuten beobachtete Objektformen und Vorgänge der natürlichen Umwelt nach unseren Kenntnissen entsprechend eigenen Erfahrungen, die subjektive Vorstellungen und Vermutungen bestimmen, wodurch erstaunliche Eindrücke oder auch Freude ausgelöst werden können.

Wir erkennen und deuten sogar Unerklärliches, - mit modellhaften Vorstellungen als Annahmen (vgl. 2.1.).

Der "rational (nach-)denkende" Mensch denkt reflexiv und urteilt subjektiv. Seine Fähigkeit zu logischem Denken wird begrenzt durch seine individuellen Vorstellungen, Erinnerungen und Gefühle, - unter dem schwer kontrollierbaren Einfluss seiner unbewussten 'subjektiven Bewertungen' (Emotionen, Motivationen). [6]

Die verbundenen Denkformen der 'analytischen Erkennung' und 'synthetischen Deutung' werden deklarativ bestimmt durch gedankliche Selektion bzw. Integration. Bei einer 'kognitiven' Analyse erkennbarer Problemsituationen können neue Erkenntnisse (def. begriffliche Beziehungen) gewonnen werden. Ihre "integrative" Nutzung ermöglicht eine 'kombinierende' Synthese von Gedanken entsprechend konstruktiven Konzepten, die nutzbar sind für Problemlösungen und neue Denkprodukte (siehe 1.3. und 3.1.).

Erfinderisch erdacht werden 'konstruktive Konzepte' als neue Entwürfe (vgl. Konzeptionen) aufgrund gewonnener Erkenntnisse, die explizit beschreibbar sind mit "innovativen" Symbolverknüpfungen für Aussagen entsprechend den 'konzeptuellen' Darstellungen von neu gebildeten Begriffsstrukturen (siehe 2.3. und 3.).

Eine rationale Erkennung und Deutung natürlicher Sachverhalte ist möglich durch begriffliche Bestimmung von 'kognitiven Schemata', die als symbolisch-abstrakte Modellvorstellungen für empirisch prüfbare (Vor-)Aussagen fungieren und erst nach praktischer Bewährung als "relativ wahr" gelten können.
Für Denkmodelle induktiv angenommene Regelmäßigkeiten der objektiven Realität gelten ohne Gewissheit, wobei theoretisch definierte 'Naturgesetze' experimentell überprüfbar sind (siehe 2.1.). [7]

Interpretative Deutungsergebnisse (vgl. Information oder Bedeutung) werden erfahrungsgemäß beurteilt (empirische Urteile) und subjektiv bewertet (vgl. Affekte, Emotionen und Motivationen). Das geschieht zunächst unbewusst (unwissentlich) und kann nach einem Bewusstwerden zu deklarativen Aussagen führen (siehe 3.).

Äußerbare Resultate der individuellen Erkennung und Deutung von Situationen können als informative Aussagen formal ausgedrückt werden, um sie kommunikativ mitzuteilen (vgl. 2.3.).

Das Beschreiben und Erklären eines Sachverhalts in verständlicher Darstellungsform mit passenden Worten oder bekannten Symbolen für Begriffe gelingt nur demjenigen, der die untersuchten Zusammenhänge selbst verstanden hat.

Das Verstehen natürlicher Zusammenhänge wird ermöglicht durch die "richtige" Erkennung (Identifikation, Klassifikation) und "adäquate" Deutung (Interpretation) von wirklichen Wahrnehmungen (vgl. 3.1.). Eine kognitive Verbesserung des Verstehens gelingt mit der lerntypischen Ausbildung eines besser zutreffenden Erfahrungswissens durch situationsbedingten Kenntniserwerb. Dabei vorausgesetzt wird ein zur situationsspezifischen Erkennung nützliches 'einschlägiges' Wissen, das bezeichnet wird als 'erkenntnisförderndes Vorwissen' (siehe 1.2.).

Eine wahrgenommen Darstellung wird subjektiv interpretiert und kann mehr oder weniger richtig verstanden und beurteilt werden. - Fehldeutungen entsprechen Missverständnissen aufgrund 'unzureichender' Vorstellungen und 'unpassendem' Kontextwissen.
Notwendige Bedingungen für gutes Verstehen einer Darstellung sind passendes (Vor-)Wissen, Interesse und Lernbereitschaft.


1.1.2. Einsicht durch Erkenntnis - Erworbene Kenntnisse als bedingte Relationen

Kognitive Leistungen des Gehirns kann der 'selbstreflexiv' denkende Mensch erforschen und darüber explizite Aussagen formulieren, beispielsweise als Thesen von prinzipiellen Erkenntnissen zur möglichen Deutung seiner mentalen Reflexionen. Die Komplexität der zu analysierenden Gehirnfunktionen, insbesondere hinsichtlich Begriffs- und Urteilsbildung zur Bestimmung von intelligentem Verhalten, erschwert die wissenschaftliche Beschreibung und Erklärung von lernfähigen Gedächtnisstrukturen, wobei eine hinreichende Selbsterkenntnis des Menschen notwendig ist.
Modellmäßige Vorstellungen basieren auf empirisch zu überprüfenden Erkenntnissen des deklarativen Wissens für theoretische Interpretationen.

Einsicht ist eine Begriffsform für das Verstehen eines Sachverhalts aufgrund der Erkenntnis von erfassten Zusammenhängen, beispielsweise einer kausalen Relation zur Bestimmung von Ursache und Wirkung eines Geschehens oder einer Handlung.
Praktische oder theoretische Einsicht ist eine Voraussetzung für die "einsichtige" Änderung des Verhaltens eines kognitiven Systems entsprechend der hoch entwickelten Lernform "Lernen durch Einsicht in prinzipielle Sinn-Zusammenhänge". [6]

Das evolutionär vorbestimmte Erkenntnisvermögen des Menschen basiert auf seiner lernfähigen Gehirnstruktur, die befähigt ist zu kognitiven Leistungen für intelligentes Verhalten aufgrund von situationsbedingtem Kenntniserwerb, - insbesondere zur Gewinnung von Einsicht (durch Erkenntnis) als Ergebnis eines analytisch-synthetischen Erkenntnisprozesses.
Der 'einsichtige' Mensch verändert oder verbessert sein deklaratives Wissen durch situationsbedingten Kenntniserwerb (vgl. 1.2.). Erworbene Kenntnisse von 'kognitiv erfassten' Beziehungen müssen sich als neue Erkenntnisse praktisch bewähren, damit sie weiterhin genutzt werden können. Deshalb ist ihre empirische Überprüfung zwecks möglicher Bestätigung oder Falsifizierung erforderlich (vgl. 2.1.).

Erkennbare Merkmalsbeziehungen der untersuchten Gegenstände sind kennzeichnend für strukturelle Analogien mit kognitiven Schemata, die zur "erkennenden" Wahrnehmung (vgl. Identifikation/Klassifizierung) geeignet sind und ausgedrückt werden können mit objektorientierten Thesen über mögliche oder wahrscheinliche Beziehungen, - entsprechend den jeweils erworbenen Kenntnissen von "erfahrenen" Zusammenhängen (vgl. Erkennung und Deutung, siehe 1.1.1.).

Der "wissentlich forschende" Mensch strebt nach logisch begründbarer Erkenntnis und wissenschaftlicher Wahrheitsfindung (Wissensdrang), in dem er kritisch nachdenkt über erfahrene Wirkbeziehungen und kausale Sinn-Zusammenhänge, wobei er sich "Warum?"- und "Was wäre wenn?"-Fragen stellen kann. Sein selbstreflexives Denken (Nachdenken), funktionell getrennt von aktuellen Wahrnehmungen, betrifft nicht nur pragmatische Gedankengänge, sondern auch theoretische Überlegungen aufgrund von begrifflichen Modellvorstellungen (vgl. Theorien oder Fiktionen).
Durch perzeptive oder reflexive Beobachtung bzw. Entdeckung kann mindestens eine Beziehung der realen bzw. vorgestellten Zusammenhänge von Gegenständen oder Ereignissen kognitiv erfasst werden (vgl. empirische oder theoretische Erkenntnisse).

Mit wissenschaftlichem Denken und kritischen Fragen versucht der Mensch die untersuchbaren Zusammenhänge der Erlebniswelt zu begreifen und aufzuklären, um sie mit Darstellungen für begriffliche Beziehungen als formale Relationen zu beschreiben und mit möglichst systematisierten Aussagen zu erklären (vgl. Formeln, Lehrsätze oder Logos-Relationen, siehe 2.3.).
Wissenschaftlich untersuchbar sind konkrete Objekte (natürliche oder künstliche Gegenstände), auch Sachverhalte (Relationen, Strukturen) oder Geschehnisse (Ereignisse, Funktionen, Vorgänge oder Verhalten), die als Wahrnehmungen (von beobachteten Vorkommnissen) erfahrungsgemäß erkennbar sind. Dabei können entsprechende begriffliche Abstraktionen im Gehirn 'assoziativ vorgestellt' werden und 'funktionell bestimmend' sein für mentale Reflexionen (Überlegungen, Gedankengänge).

Eine teilweise Erforschung der Welt gelingt dem wissbegierigen Menschen während seiner kurzzeitigen Existenz mit modellhaften Beschreibungen und theoretischen Erklärungen von deutbaren Phänomenen gemäß seinem bescheidenen Wissensstand. Dabei hat er physikalische Größen definiert, die messbar sind durch Vergleich mit festgelegten Maßstäben. Ihre Berechnung wird ermöglicht mit Algorithmen und mathematisch formulierbaren Regeln, die als gesetzmäßig unter bestimmten Rahmenbedingungen angenommen werden.

Auf Forschungsresultaten der Physik (vor allem Erkenntnissen zu Materie und Licht) basieren systematisch bestimmte Erklärungsmodelle und Theorien für grundlegende Naturgesetze, die nach "nicht reduktionistischer" Auffassung nur teilweise Gültigkeit haben und sich "evolutionär" ändern können. Es gibt in der evolutionsbestimmten Biosphäre auch 'partiell gesetzlose' (quasi zufällige) und 'ursprungsbedingte Abläufe für Veränderungen des Tatsächlichen gemäß neuer Möglichkeiten für innovative Variationen oder Neubildungen (vgl. 'zufällige' Mutationen). Die Evolution der Biosphäre im (hinsichtlich seiner Komplexität) 'offenen' Universum ist gekennzeichnet durch ein kreatives Werden und zeitliches Vergehen mit speziellen Auswirkungen aufgrund von gegenseitigen Abhängigkeiten und Wechselbeziehungen. Deshalb werden für erforschbare Abläufe des Universums keine vollständigen Beschreibungen mit wissenschaftlch definierten Naturgesetzen und Naturkonstanten möglich sein, - entsprechend dem definierten Unschärfeprinzip der relativen Wahrheit (vgl. 2.1, - Ungewissheit der wissenschaftlichen Wahrheitsfindung).

Für fundamentalistische Ideologien oder reduktionistische Theorien gelten postulierte Axiome (vgl. Offenbarungen oder Thesen) bzw. konzeptionelle Grundsätze (vgl. Begriffsdefinitionen, Formeln und Lehrsätze). Damit versucht der "vereinfachend deutende" Mensch, die erfassbaren Zusammenhänge komplex-vernetzter Komponenten von natürlichen (Teil-)Systemen auf möglichst wenige allgemeine Prinzipien und Grundgesetze zurückzuführen (vgl. definierte Grundprinzipien für Glaubenssätze bzw. Naturgesetze).

Forschungen der Wissenschaft betreffen wahrscheinliche Aussagen besonderer Hypothesen oder Theorien, die auf Erfahrung gegründet sind und verallgemeinert nutzbar sind als Prämissen weiterer Schlussfolgerungen und Experimente (vgl. Induktion und Deduktion).

Mit 'bisher bewährten' Theorien können empirische Voraussagen regelgestützt berechnet oder logisch geschlussfolgert werden. Diese sind praktisch überprüfbar und vorteilhaft nutzbar. Dabei fehlt aber die Gewissheit für eine zukünftige Bewährung der angewendeten Theorie(siehe 2.1.). [7]

Angestrebt wird ein möglichst realistisches Weltbild durch naturwissenschaftliche Erforschung von untersuchbaren Sachverhalten zwecks Erklärung der vielfältigen Seinserfahrungen des Menschen und der Beantwortung von Fragen zu seiner Stellung im Kosmos.
Das vom Menschen mehrmals umdefinierte Weltbild entspricht dem jeweiligen Wissensstand. Seine systematische Verbesserung (Korrektur, Präzisierung) führt zu Kritiken am Menschenbild des bisherigen Selbstverständnisses.
Das wissenschaftlich korrigierte Weltbild ist relativ wahr und begründet Veränderungen des traditionellen Menschenbildes. [16]

Wissbegierige Menschen streben nach Einsicht durch Erkenntnis und stellen sich grundsätzliche Fragen gemäß ihrer modellhaften Weltbilder. Zu beantworten sind philosophische Fragen bei der Warheitssuche. Eine wissenschaftliche Wahrheitsfindung gelingt durch systematische Erforschung wirklicher Sachverhalte hinsichtlich erkennbarer Grundprinzipien (Ursprünge, Regeln).
Trotz der natürlichen Begrenztheit menschlichen Erkenntnisvermögens können "systemtheoretische" Einsichten in prinzipielle Zusammenhänge der "begreifbaren" (Außen-)Welt entsprechend einer 'objektiven' Realität (vgl. Einstein-Zitat s. u.) wissenschaftlich gewonnen, praktisch überprüft und erforderlichenfalls korrigiert werden (siehe 2.).

Die Wissenschaft ermöglicht im Unterschied zur Religion eine relative Wahrheitsfindung durch systematische Prüfung theoretischer Argumente zur Begründung von Behauptungen (d. h. Urteilsäußerungen mit Wahrheitsanspruch) aufgrund gewonnener Erkenntnisse von natürlichen Zusammenhängen (d. h. kognitiv erfasster Beziehungen).
Die kognitive Erfassung 'allgemeiner' Beziehungen zwischen speziellen Fakten (als 'wesentliche' Relationen von Sachverhalten) gelingt aber nur schrittweise mit notwendigen Korrekturen und ohne die absolute Wahrheit über die Welt zu erfahren (siehe 2.1.)

Als "relativ wahre" Grunderkenntnisse nutzbar sind nur die wissenschaftlich (systematisch) erworbenen prinzipiellen Kenntnisse von grundsätzlich "begriffenen" (abstrahierten) Zusammenhängen der untersuchten Sachverhalte, die als 'bisher bewährt' gelten und empirisch überprüfbar sind (siehe 2.3.).

Die zunehmende Gewinnung von Fachwissen spezialisierter Forschungsdisziplinen erfordert auch verstärkte interdisziplinäre Forschungen zwecks wissenschaftlicher Integration spezieller Erkenntnisse auf vielen Wissensgebieten (vgl. Ziel der einheitlichen Ordnung von Wissen).

Albert Einstein schrieb: "Wissenschaft ist der Versuch, der chaotischen Mannigfaltigkeit der Sinneserlebnisse ein logisch einheitliches gedankliches System zuzuordnen. In diesem System sollen die einzelnen Erlebnisse derart ihr gedanklich-theoretisches Korrelat finden, dass die Zuordnung eindeutig und überzeugend erscheint.
Sinnen-Erlebnisse finden wir vor. Sie sind das unverrückbar Gegebene. Das Gedankliche aber, was uns zu dessen Erfassung dient, ist Menschenwerk, Ergebnis eines äußerst mühevollen Anpassungsprozesses, hypothetisch, niemals völlig gesichert, stets gefährdet und in Frage gestellt." [AEA 1-135, S. 1, Das Fundament der Physik, 1940] [10]
"Die Wissenschaft sucht Beziehungen aufzufinden, die als unabhängig vom forschenden Menschen existierend gedacht werden. Dies schließt nicht aus, dass der Mensch selbst Gegenstand jener Beziehungen sein mag oder (in der Mathematik), dass von uns geschaffene Begriffe, die keinen Anspruch auf Beziehungen zu einer "Außenwelt" machen, Gegenstand wissenschaftlicher Aussagen sein können. Wissenschaftliche Aussagen und Gesetze sind von solchem Charakter, dass wir sie als wahr oder falsch, als zutreffend oder nicht zutreffend bezeichnen können; unsere Reaktion ist - grob gesprochen - "Ja" oder "Nein". " [AEA 1-160, S. 1, Vorwort zu Philipp Frank, 'Relativity - A Richer Truth', 1949] [10]
"Dass die Gesamtheit der Sinnen-Erlebnisse so beschaffen ist, dass sie durch das Denken (Operieren mit Begriffen und Schaffung und Anwendung bestimmter funktioneller Verknüpfungen zwischen diesen sowie Zuordnung der Sinneserlebnisse zu den Begriffen) geordnet werden können, ist eine Tatsache, über die wir nur staunen, die wir aber niemals werden begreifen können. Man kann sagen: Das ewig Unbegreifliche an der Welt ist ihre Begreiflichkeit. Dass die Setzung einer realen Außenwelt ohne jene Begreiflichkeit sinnlos wäre, ist eine der großen Erkenntnisse Immanuel Kants.
Wenn hier von Begreiflichkeit die Rede ist, so ist dieser Ausdruck hier zunächst in seiner bescheidensten Bedeutung gemeint. Er bedeutet: durch Schaffung allgemeiner Begriffe und Beziehungen zwischen diesen Begriffe untereinander sowie durch irgendwie festgelegte Beziehungen zwischen Begriffen und Sinnen-Erlebnissen zwischen letzteren irgendeine Ordnung herstellen. In diesem Sinne ist die Welt unserer Sinnen-Erlebnisse begreifbar, und dass sie es ist, ist ein Wunder." [AEA 122-858, S. 2, Physik und Realität, 1935] [10]
"Ziel der Wissenschaft ist einerseits die möglichst vollständige begriffliche Erfassung und Verknüpfung der Sinneserlebnisse in ihrer ganzen Mannigfaltigkeit, zweitens aber die Erreichung dieses Ziels unter Verwendung eines Minimums von primären Begriffen und Relationen." [AEA 122-858, S. 4, 1935] [10]
"Die wissenschaftliche Begriffsbildung und Methodik unterscheidet sich von der des Alltags lediglich durch größere Schärfe der Begriffe und Schlüsse, durch sorgfältigere und systematischere Auswahl des Erfahrungsmaterials sowie durch Sparsamkeit im logischen Sinne. Hierunter sei das Bestreben verstanden, alle Begriffe und Relationen auf möglichst wenige logisch voneinander unabhängige zurückzuführen (Grundbegriffe und Axiome)." [AEA, 1-135, S. 1, Das Fundament der Physik, 1940] [10]
"Es ist an sich nicht nötig, dass ein Begriff mit einem sinnlich wahrnehmbaren und reproduzierenden Zeichen (Wort) verknüpft sei; ist er es aber, so wird dadurch Denken mitteilbar." [10, Autobiographisches, S. 2 - 3]

Begriffe entsprechen abstrakten Vorstellungen von verallgemeinerten Besonderheiten bei der Bildung von Urteilen des 'symbolisch-abstrakten' Denkens. Ein Begriff wird aufgefasst als 'Abstraktes im Allgemeinen' einer Klasse (Kategorie) von besonderen Beobachtungen oder Phänomenen aufgrund erfasster Zusammenhänge. Ein 'objektivierbarer' Begriff kann in Form sprachlicher Ausdrücke verständlich mitgeteilt werden durch explizit vereinbarte Zuordnung mindestens eines 'bezeichnenden' Begriffssymbols (z. B. Zeichen, Wort oder Muster, definiert als Invariante bzw. Formation, vgl. 3.).

Für beobachtete Regelmäßigkeiten von Umweltbedingungen können prinzipielle Zusammenhänge mit 'kognitiv erfassten' begrifflichen Beziehungen symbolisch-abstrakt beschrieben und verständlich mitgeteilt werden, wozu möglichst anschauliche Darstellungsformen mit Begriffssymbolen dienen (z. B. Zeichen, Wörter oder Sätze, auch Bilder als Metaphern für Analogien, - außerdem Muster und Formeln der mathematischen Objektivierung).

Objektivierbare begriffliche Beziehungen des deklarativen Wissens sind formal ausdrückbare Kenntnisse, die mit verständlichen Aussagen dargestellt und interaktiv mitgeteilt werden können (vgl. 2.).
Erworbene relationale (Er-)Kenntnisse von erfassten (Wirk-)Beziehungen natürlicher Systeme, die sich 'selbstorganisierend' ändern können, lassen sich ausdrücken mit "Wenn-dann"-Regeln für Implikationen oder mit Logos-Relationen für prinzipielle Grunderkenntnisse (vgl. 2.3.).

Das Gewinnen einer Erkenntnis entspricht dem "mentalen" Begreifen, d. h. der kognitiven Erfassung mindestens einer begrifflichen Beziehung, die als erworbene Kenntnis gemäß ihrer praktischen Bewährung genutzt werden kann (siehe 1.2. und 2.1.).
Erworbene Kenntnisse von situationsbedingt erfassten Beziehungen werden als 'bedingte Relationen' im Gedächtnis verallgemeinert genutzt, besonders für theoretische Modelle oder empirische Urteile (siehe 1.3.).

Aufgrund von gewonnenen Erkenntnissen können neue Denkmodelle mit systematisch definierten Konzeptformen (def. Begriffsstrukturen) zur Bestimmung funktioneller Symbolzuordnungen gemäß induktiv angenommenen Regelmäßigkeiten (def. Regeln) logisch nutzbar gemacht werden (siehe 3.). Dazu erforderlich ist die Berücksichtigung von grundsätzlichen Bedingungen (z. B. Wirkprinzipien) der Realität und außerdem von abschätzbaren Wahrscheinlichkeiten möglicher Änderungen von Prämissen oder Ausnahmen von Regeln (vgl. ungewisse Randbedingungen für definierte Naturgesetze).

Induktiv erlerntes Wissen beruht auf verallgemeinerten Erfahrungen, bestimmt durch situationsbedingt erfasste Beziehungen, d. h. bedingte Relationen als erworbene Kenntnisse, die sich praktisch bewähren müssen, damit sie nach dem Bestätigungsprinzip konsolidiert werden können (sonst: Vergessen oder Umlernen zwecks Anpassung an Umweltänderungen). [1] [2]

Ohne Wahrnehmung keine Erfahrung, keine Erkenntnis; - ohne Erkenntnis keine Einsicht, kein Verständnis.

Praktische oder theoretische Einsicht (vgl. Klugheit bzw. Weisheit) basiert auf situationsbedingt erworbenen Kenntnissen (Erkenntnissen für Wissen), die modellhaft erfassten 'begrifflichen' Beziehungen entsprechen.

Individuell gewonnene empirische oder theoretische Erkenntnisse werden bestimmt als 'bisher bewährte' erworbene Kenntnisse, die für kognitive Leistungen erfahrungsgemäß genutzt werden können (vgl. Voraussagen für empirische Urteile), trotz der Ungewissheit ihrer angenommenen Adäquatheit gegenüber natürlichen Beziehungen (der objektiven Realität). Ihr Wahrheitsanspruch (vermutete Validität) muss ständig bezweifelt und empirisch überprüft werden, beispielsweise durch logische Kritik und wissenschaftliche Experimente mit beobachtbaren Fakten (vgl. praktische Bewährung von Theorien oder Modellen ohne Gewissheit, siehe 2.1.). [7]

Objektivierbare (Er-)Kenntnisse können als Wissen vermittelt werden, womit rationale Einsicht in prinzipielle Zusammenhänge subjektiv gewinnbar ist.

Beim Lernen durch Einsicht in Sinnzusammenhänge unterstützt eine gewonnene Erkenntnis die zielorientierte Lösungsfindung oder Aktionsnachahmung aufgrund von (Modell-)Vorstellungen oder Erwartungen (Erinnerungen). Erzielbare Problemlösungen sind beispielsweise: das "einsichtige" Auffinden einer innovativen Mittel-Zweck-Relation (als Erfindung) oder einer prinzipiellen Antwort auf eine "Warum?"-Frage zur Erklärung von wirklichen Geschehnissen (vgl. 3.1.).
Theoretische Überlegungen bei reflexiver Problemanalyse können gefördert werden mit konstruktiven "Was wäre, wenn..."-Fragen hinsichtlich neuer begrifflicher Kombinationen und Verknüpfungen als "kreative" Vorstellungen ("intuitive" Imagination, Fantasie).

Beim "Begreifen" wird eine kognitiv erfasste Beziehung als (induktiv) erworbene Kenntnis im Gedächtnissystem "strukturell erlernt", d. h. als bedingte Relation in Form einer konditionierten Assoziation ausgebildet (siehe 1.2.). [1]
Die »kognitive Erfassung« mindestens einer begrifflichen Beziehung, die aufgefasst wird als erworbene Kenntnis von einem erfassten Zusammenhang, ist erklärbar als ein "verallgemeinerndes Begreifen" mindestens einer (beobachteten oder vermuteten) Beziehung zwischen Objekt- oder Situationseigenschaften.
Induktiv erlernte (verallgemeinernd begriffene) Beziehungen zwischen Begriffen entsprechen den situationsbedingt erworbenen Kenntnissen, die erfahrungsgemäß genutzt werden für angenommene begriffliche Zuordnungen (Entsprechungen, Assoziationen). Solche relationalen Kenntnisse sind als erfasste Begriffs- oder Merkmalsbeziehungen charakteristisch für ausgebildete Begriffsstrukturen und werden semantisch bestimmt als bedingte Relationen (in Form konditionierter Assoziationen), die syntaktisch dargestellt werden können mit kognitiv-logisch verknüpften Begriffssymbolen für explizite Aussagen (vgl. 2.1. und 3.1.). [1] - [4]

Ein strukturveränderliches Gedächtnissystem "erlernt" und "behält" (d. h. speichert lang- oder kurzzeitig) kognitiv erfasste Beziehungen als seine situationsbedingt erworbenen Kenntnisse (def. als bedingte Relationen) von "erfahrenen" Zusammenhängen der sinnlich wahrnehmbaren Sachverhalte (Beobachtungen der objektiven Realität) oder von "erdachten" begrifflichen Beziehungen für theoretische oder fiktive Vorstellungen (symbolisch-abstrakte Reflexionen über Erinnerungen, Antizipationen).

Das erfahrungsgemäße Kennenlernen einer objektiven Beziehung des erfassbaren Zusammenhangs eines untersuchten Sachverhalts gelingt durch situationsbedingten Kenntniserwerb. Dabei wird eine erworbene Kenntnis aufgefasst als begriffliche Beziehung und strukturell gespeichert als eine bedingte Relation in Form einer konditionierten Assoziation der lernfähigen Gedächtnisstruktur.
Ein simulierbarer situationsbedingter Kenntniserwerb basiert auf der 'induktiven' (verallgemeinernden) Zusammenhangserfassung, die vollziehbar ist gemäß einer definierten Konnexanalyse nach dem 'Prinzip der Vereinbarkeit' von begrifflich verbindbaren Signalereignissen unter einer ausreichend zu erfüllenden Koinzidenzbedingung (vgl. 1.2.). [1]

Beim induktiven Lernen durch Kenntniserwerb (einer lernfähigen Gedächtnisstruktur) werden 'modifizierte' oder 'neu definierte' Begriffsstrukturen situationsbedingt ausgebildet durch 'synthetische Verallgemeinerung' (generalisierende Integration) und/oder 'analytische Abstraktion' (begriffliche Selektion) von bedingt verknüpften Begriffssymbolen, die mit relationalen Ausdrücken formal darstellbar sind (vgl. 3.2 und Logos-Relationen unter 2.3). [1] [4]

Beim Lernen ausgebildete Begriffsstrukturen entsprechen 'individuellem Erfahrungswissen' als konstruktive Voraussetzung für "aus Erfahrung" assoziierbare Voraussagen (Erwartungen) und empirische Urteile, besonders zur "optimierenden" Bestimmung von Entscheidungen für "intelligente" (problemlösende) Aktionen. Dabei sind hypothetisch nutzbare (Er-)Kenntnisse empirisch zu überprüfen, ob sie praktisch bestätigt werden oder ob sie falsifiziert werden müssen (vgl. Korrektur beim Umlernen [2]). [3]
Durch praktische Bewährung wiederholt bestätigte Kenntnisse werden konsolidiert als 'bisher bewährte' Erkenntnisse, die nutzbar sind für 'verlässliche' Vorstellungen durch erfahrungsgemäße Erinnerungen, - insbesondere für Erwartungen, die empirischen Voraussagen entsprechen (vgl. 1.3.).
Die mit Erinnerungen assoziierten Voraussagen 'aus Erfahrung' sind nutzbar zur Vervollständigung von Erkennungsergebnissen (bei der Afferenzsynthese) oder als vermutete Konsequenzen entscheidbarer Handlungen (vgl. Efferenzentwürfe für bedingte Erwägungen). [3]


1.2. Kenntniserwerb mit konditionierbaren Assoziationen - Strukturelles Lernen

Ein kognitives System ist befähigt zum Selbstlernen gemäß seinem Basis- und Erfahrungswissen für eigene Deutungen von Situationen (vgl. Urteile und Bewertungen), - zwecks Selbsterhaltung und Überleben durch Anpassung an seine veränderliche Umwelt. Es verfügt über kenntnisspezifisch ausgebildete Gedächtnisstrukturen seiner "plastischen" Funktionskomplexe zur lerntypischen (kognitiv-logischen) Informationsverarbeitung. Seine Urteile und Entscheidungen werden beeinflusst von "erinnerten" Vorstellungen und Erwartungen (assoziierte Voraussagen). Diese beruhen auf dem kognitiven Grundprozess des situationsbedingten Kenntniserwerbs (vgl. Erfahrung, Erkenntnis), dessen technische Simulation als ein Schlüsselproblem der KI-Forschung und kognitiven Robotik perspektivisch zu lösen ist.

Ein "intelligenter" Organismus (mit rationaler Autonomie) kann beobachtete Regelmäßigkeiten seiner Umwelt als gesetzmäßig annehmen und damit hypothetische, mehr oder weniger adäquate Modelle bilden, mit deren Hilfe er Außenweltbedingungen analytisch erkennen und empirisch voraussagen kann (vgl. wissenschaftliche Theorien). Die dadurch gegebene Möglichkeit, sich an Umweltverhältnisse "selbsterhaltend" anzupassen (vgl. 'Homöostase' als dynamische Stabilität), ist ein Selektionsvorteil bei der Evolution.
Durch 'kognitiv-logische' Modellbildung in einem lernfähigen Gedächtnissystem entstehen symbolische Konstruktionen als entworfene Modelle oder zu überprüfende Theorien. Solche formal beschreibbaren Abstraktionen werden konzeptionell bestimmt von situationsbedingt erworbenen Kenntnissen. Diese resultieren aus der kognitiven Erfassung von möglichst wirklichen Beziehungen (der 'objektiven Realität'), wobei ein individuelles Lernen aufgrund 'empirischer' Beobachtungen und/oder 'rationaler' Einsicht in Sinnzusammenhänge möglich ist.
Modellgemäß veränderte oder ausgebildete Begriffsstrukturen entsprechen dem nutzbaren Erfahrungswissen eines kognitiven Systems. Damit bestimmt werden seine individuellen Vorstellungen (subjektiven Anschauungen oder angenommenen Hypothesen), die als seine situationsabhängig erinnerten Ansichten nutzbar sind (z. B. versuchsweise), um Aktionen für "intelligentes" Verhalten steuern zu können (siehe 1.3).

Wer Einsicht in reale Zusammenhänge gewinnen will, muss jede erkannte neue Hypothese ohne Voreingenommenheit auf ihre sachliche Bewährung kritisch prüfen, demzufolge sie begründet anerkannt werden kann oder andernfalls ohne Korrektur abgelehnt werden muss.

Erich Fromm (1900 - 1980) schrieb: "Wenn ein wesentlicher Teil der Intelligenz in der Fähigkeit besteht, Zusammenhänge zwischen Faktoren festzustellen, bei denen man bisher nicht bemerkt hatte, dass sie miteinander in Beziehung stehen, dann wird jemand, der sich an Klischees und Konventionen klammert, es nicht wagen, solche Zusammenhänge zu erkennen. Wer Angst davor hat, sich von den anderen zu unterscheiden, wird nicht wagen, Fiktionen als das zu erkennen, was sie sind, und wird daher auf starke Hindernisse stoßen, wenn es gilt, die Realität aufzudecken." [aus 'Jenseits der Illusionen', 11 Verwandte Ideen, 1962]

Nicht verstandenes Neues wird meist emotional abgelehnt aufgrund von subjektiven Vorurteilen und unzureichendem Wissen. - Denkgewohnheiten und Vorurteile basieren auf pragmatischem Teilwissen, das durch neue Erfahrungen und Erkenntnisse erweitert und korrigiert werden kann.

Bei der Wahrnehmung von Unbekanntem wird versucht, dieses mit ähnlichem Bekannten zu vergleichen, d. h. Analogien zu finden, um das unbekannte Neue mit eigenen Kenntnissen "aus Erfahrung" zu beurteilen. Wenn zum Verstehen neuer Situationen keine passenden Begriffe oder Vorstellungen nutzbar sind, fällt es Menschen sehr schwer, über den sinnlich erfahrbaren Tat-Folge-Zusammenhang hinaus zu denken.

Die Erforschung von Neuem (Untersuchung von Unbekanntem) gelingt als ein "vertiefendes" Kennenlernen durch sukzessiven Kenntniserwerb einer lernfähigen Gedächtnisstruktur mit vorausgesetztem Wissen (Vorwissen), dessen kognitive Erweiterung (Ausbildung) ein "einsichtiges" Verstehen im passenden Begriffszusammenhang (Kontext) ermöglicht.

Wer neue Kenntnis erwirbt, der kann damit mehr wissen; aber wer Einsicht durch Erkenntnis gewinnt, der kann damit sein Wissen verbessern (vgl. 1.1.2.).
Wer theoretische Einsicht in reale Zusammenhänge gewinnt und nach praktischer Überprüfung vorteilhaft nutzt, hat hochintelligent gelernt.

Für kluges Handeln nutzbares Wissen ist erfahrungsgemäß erlernbar nach der Methode 'Versuch und Irrtum', d. h. Lernen aus Fehlern oder am Erfolg. - Immer wieder Neues versuchen und sich dabei irren dürfen ist der Weg zum Lernen - auch aus schlechten Erfahrungen (vgl. 3.1.).
Dazulernen verlangt die situationsangepasste Nutzung einer neu erworbenen Kenntnis. - Umlernen erfolgt durch das Ersetzen einer alten Regel oder Theorie durch eine neue.

Eine explizit äußerbare Erkenntnis des 'deklarativen' Wissens wird bestimmt als eine erworbene Kenntnis, die als 'bisher bewährt' gilt und empirisch überprüft und logisch begründet werden kann (siehe 2.3.).

»Von etwas Kenntnis haben« (es kennen) bedeutet darüber informiert sein und heißt: davon 'wissen' oder es 'erfahren' haben.

Eine »Kenntnis« wird definiert als ein 'relationales Wissenselement' und entspricht beziehungsgemäßem (relationalem) »Wissen«, - aufgefasst als ein Modus des Führwahrhaltens (bei Kant), wobei ein Wahrheitsanspruch mehr oder weniger begründbar ist (vgl. Wissen, Meinung oder Glaube).

Sprachlich äußerbare Kenntnisse des "bewusst" zugänglichen deklarativen Wissens können formal ausgedrückt werden als Aussagen zur Beschreibung von bekannten Zusammenhängen, beispielsweise mit vereinbarten Begriffssymbolen und Relationen in logischen Verknüpfungen (für Darstellungsformen, vgl. 2. und 3.).

Durch Nutzung bewährter Kenntnisse von kognitiv erfassten Beziehungen ist kluges Handeln möglich, wenn erwartete Konsequenzen bewertet und voraussehbare Risiken verantwortungsvoll berücksichtigt werden (vgl. 1.3.).

Nutzbare Kenntnisse des Erfahrungswissens entsprechen Beziehungen abstrakter Begriffsstrukturen für erinnerbare Vorstellungen oder empirische Voraussagen, mit denen handlungsorientierte Interpretationen ermöglicht werden.

Beim Erkennen und Deuten (Identifikation und Interpretation) von Objekten oder Situationen resultieren Sinneswahrnehmungen (für subjektive Deutungen) aus der begrifflichen Klassifizierung (Kategorisierung) durch Vergleiche mit kognitiven Schemata, die darstellbar sind mit disjunkten 'Merkmalskonjunktionen' für einzelne Begriffe als analytisch abstrahierte Vorstellungen (vgl. zwei Deutungsvarianten der optischen Illusion 'Necker-Würfel', siehe Bild).

Jeder Begriff wird aufgefasst als 'Abstraktes im Allgemeinen' und entspricht einer abstrakten Vorstellung von (konkreten oder fiktiven) Gegenständen, Sachverhalten oder Geschehnissen. Ein semantischer Begriff des 'abstrahierten Wesentlichen' ist benennbar mit mindestens einem Begriffssymbol (z. B. Zeichen, Wort oder Muster) und kann dargestellt werden in einer syntaktischen Ausdrucksform einer Aussage für ein Urteil, das begrifflich bestimmt wird mit logisch verknüpften Begriffs- oder Merkmalsbeziehungen (siehe 2. und 3.). [1] [4] [14]


»Von etwas Kenntnis erlangen« (von ihm erfahren) heißt auch es "(er-)kennen lernen" im Erkenntnisprozess gleichbedeutend mit »Kenntniserwerb« durch 'kognitives' Erfassen (Begreifen) mindestens einer begrifflichen Beziehung (def. als bedingte Relation), die als situationsbedingt erworbene Kenntnis aufgefasst wird und einem erlernten Element des ausgebildeten Wissens (Wissenselement) einer 'lernfähigen Gedächtnisstruktur' entspricht.

»Kenntniserwerb« eines lernfähigen Gedächtnissystems ist ein kognitiver (Grund-)Prozess mit dem Resultat der 'erworbenen Kenntnis', - gleichbedeutend mit Erkenntnis, - die als erfasste begriffliche Beziehung des 'kognitiv' erweiterten Wissens für (Vor-)Aussagen nutzbar ist. Eine erworbene Kenntnis kann als angenommenes Wissenselement "im Gedächtnis" behalten (temporär gespeichert), gefestigt (empirisch bestätigt, konsolidiert) oder entfernt (vergessen, verlernt) werden.
Der individuelle Kenntniserwerb durch mentales Begreifen natürlicher Zusammenhänge (beim Beobachten, Entdecken oder Erfinden) wird situationsgemäß bestimmt von systeminternen Bedingungen (vgl. aktuelle Situation aufgrund externer Bedingungen). Erkenntnis fördernde oder hemmende interne Bedingungen entsprechen der 'interessemäßigen' Aufmerksamkeit und insbesondere 'subjektiven' Bewertungen im kognitiven System (vgl. interpretierte Signal-Bedeutungen, Emotionen und Motivationen). [6]

Ein 'situationsbedingter' Kenntniserwerb entspricht der Ausbildung von Erfahrungswissen, d. h. einer "kognitiven" Erweiterung oder Modifikation der Wissensstruktur durch funktionelle Einbeziehung von mindestens einer "erworbenen" empirischen oder theoretischen (Er-)Kenntnis.
Erlernbar sind 'verhaltensändernde' Funktionen eines kognitiven Systems, die formal erklärbar sind durch systeminterne 'selbstorganisierende Strukturierungen' (entsprechend seiner lernfähigen Gedächtnisstruktur), - gestützt auf neuro- und kognitionswissenschaftliche sowie verhaltensphysiologische Forschungsergebnisse. [6] [7]

Der 'funktionsverändernde' Kenntniserwerb im lernenden Gedächtnissystem wird bestimmt als kognitver Grundprozess des »strukturellen Lernens«, d. h. der funktionellen Veränderung seiner 'lernfähigen' Gedächtnisstruktur aufgrund einer (erfahrungs-)bedingten Strukturänderung (vgl. Wissensausbildung mit bedingten Relationen). [1]

Strukturelles Lernen in neuronalen Funktionskomplexen basiert auf 'plastischen' synaptischen Verbindungen zwischen Nervenzellen. Damit können beim Lernen 'konditionierte Assoziationen' vernetzter Neuronen situationsbedingt aufgebaut (erlernt), bekräftigt (konsolidiert) oder abgebaut (vergessen) werden. [1]

Das Lernvermögen eines kognitives Systems, d. h. seine funktionelle (und strukturelle) Modifizierbarkeit durch eigenen situationsbedingten Kenntniserwerb, entspricht seiner »strukturellen Lerndisposition«. Die veranlagte Lerndisposition bestimmt Art und Umfang des individuellen Ausbildungsvermögens für erlernbares Erfahrungswissen durch (ontogenetische oder epigenetische) Erweiterung oder Umbildung von (philogenetisch oder genetisch) vorbestimmtem Basis-Wissen bzw. Vorwissen des lernenden Gedächtnissystems. [1]
Eine strukturelle Lerndisposition als genetische Veranlagung (Begabung, Talent) spezifiziert den konzeptionellen Rahmen für die strukturelle Modifizierbarkeit und Vernetzbarkeit von 'lernfähigen' Funktionskomplexen des kognitiven Systems (vgl. mein Gehirnmodell).
Die strukturelle Lerndisposition ist formal definierbar als konzeptionelle Vorgabe (Anlage) von situationsabhängig konditionierbaren Assoziationen für mögliche kenntnisspezifische Repräsentationen als bedingte Relationen in Form von variabel ausbildbaren Verknüpfungen einer lernfähigen Gedächtnisstruktur. [1]

Potenziell veranlagte "konditionierbare Assoziationen" einer strukturellen Lerndisposition im Gehirn entsprechen den "ausbildbaren" funktionellen Wirkverbindungen zwischen Verknüpfungseinheiten, d. h. den 'plastisch' effektivierbaren oder 'epigenetisch' bildbaren synaptischen Verbindungen zwischen Neuronen, die aufgefasst werden als Verknüpfungsprozessoren mit vielen Inputs und einem Output. [6]
Im Rahmen der strukturellen Lerndisposition können angenommene Kenntnisse von erfassbaren Zusammenhängen als bedingte Relationen in Form "gebahnter" Synapsen (Kontaktstellen) zwischen Neuronen "erlernt" werden.

Die lerntypische 'Plastizität' von Neuronen-Netzwerken, insbesondere für ontogenetische Kenntnis-Konsolidierungen durch "verstärkte" synaptische Verbindungen, konnte in vielen Lernexperimenten an Tieren neurowissenschaftlich untersucht und funktionell nachgewiesen werden. Dabei war für jede Synapsen-Bahnung eine prä- und postsynaptische Signal-Koinzidenz situationsbedingt erforderlich (vgl. Postulat von Donald Hebb u. a.) [19]

Als notwendige Bedingung für die Konditionierung einer 'erlernbaren' Assoziation (im Rahmen der strukturellen Lerndisposition) gilt die Detektion der räumlichen und zeitlichen Kontiguität (Nachbarschaft) von prä- und postsynaptischen Signalereignissen, d. h. das situationssbedingte Zusammentreffen von 'kohärenten' Neuronenaktivitäten als eine Erfüllung der vorbestimmten Koinzidenzbedingung eines induktiven Lernmechanismus.
Ein simulierbarer situationsbedingter Kenntniserwerb basiert auf der 'induktiven' (verallgemeinernden) Zusammenhangserfassung, die vollziehbar ist gemäß einer definierten Konnexanalyse nach dem 'Prinzip der Vereinbarkeit' von begrifflich verbindbaren Signalereignissen unter einer ausreichend zu erfüllenden Koinzidenzbedingung. [1]

Zur Erklärung eines 'induktiven Lernmechanismus' für die Konditionierung von kenntnisspezifischen Assoziationen (für bedingte Begriffrelationen) definierte ich eine Konnexanalyse nach dem 'Prinzip der Vereinbarkeit' für die induktiv angenommene oder verstärkte Verbindung zweier zusammentreffender Signalereignisse (d. h. für Besonderes und Allgemeines) entsprechend der Verallgemeinerung eines Begriffs durch situationsbedingte Einbeziehung des Besonderen ins Allgemeine. [1]
Induktiv erlernbar ist ein begrifflich verallgemeinerter Zusammenhang zweier Gegenstände oder Ereignisse, welche als zusammentreffend in zeitlicher Nachbarschaft (Kontiguität) beobachtet wurden. Die detektierbare Koinzidenz gilt als hinreichend zu erfüllende Bedingung einer Konnexanalyse für die simulierbare Zusammenhangserfassung. Für unterschiedlich konditionierbare Assoziatonen (einer strukturellen Lerndisposition) gilt eine jeweils definierte Koinzidenzbedingung des induktiven Lernmechanismus (vgl. 2. Bild unter 3.2.).

Induktiv erfasste 'begriffliche' Beziehungen entsprechen situationsbedingt erworbenen Kenntnissen von (durch Verallgemeinerung) angenommenen Regelmäßigkeiten und können dann zu gewonnenen Erkenntnissen werden, wenn sie hinreichend begründbar sind.
(Er-)Kenntnisse als "gesetzmäßig" erfasste Kausalitätsbeziehungen bestimmen empirische Urteile und "intelligente" Entscheidungen. Assoziativ nutzbare Kenntnisse ermöglichen im empirischen Kontext erinnerbare Voraussagen und Vorstellungen für "entwickelbare" Theorien und "konstruktive" Problemlösungen (siehe 1.3.).

»Lernende Gedächtnisstrukturen« repräsentieren "kognitiv erfasste" Beziehungen zwischen (singulären oder generellen) Begriffen eines "denkenden" Gehirns. Die situationsbedingt ausgebildeten begrifflichen Beziehungen entsprechen erworbenen Kenntnissen von verallgemeinert angenommenen Zusammenhängen untersuchter Sachverhalte.
Eine durch Untersuchung 'induktiv' erfasste Beziehung ist dann für das Verständnis eines begrifflichen Aspekts wesentlich, wenn sie einem festgestellten Zusammenhang entspricht.

Systematisch erfasste prinzipielle Beziehungen entsprechen fundamentalen Erkenntnissen (Grunderkenntnissen) von 'kennengelernten' Zusammenhängen untersuchter (natürlicher, mathematischer oder fiktiver) Sachverhalte. Diese sind theoretisch beschreibbar (objektiviert mitteilbar) gemäß einer symbolisch-konstruktiven Modellbildung. Ihre aspektorientierte 'konzeptionelle' Nutzung ermöglicht den "kreativen" Entwurf von neuen Konzepten begrifflicher Strukturen, die besonders notwendig sind zur Gestaltung und Herstellung künstlicher Produkte (Artefakte, Kulturgüter) von Wissenschaft, Technik und Kunst.

Gewonnene Grunderkenntnisse können als erworbene Kenntnisse objektiviert und formal dargestellt werden, besonders vorteilhaft zur interaktiven Nutzung in Form von sprachlichen Beschreibungen und Erklärungen von Sachverhalten (vgl. Logos-Relationen unter 2.3.).

Eine kognitiv erfasste Beziehung zwischen abstrakten Begriffen führt möglicherweise zu einem Fehlurteil, wenn der verallgemeinert angenommene Sinn-Zusammenhang zwar empirischen Einzelbeobachtungen entspricht, aber nicht adäquat zur veränderlichen Realität ist (vgl. menschliche Einfalt versus natürliche Vielfalt).

Kognitionsleistungen für Lernen werden begründet mit situationsbedingt (induktiv) erworbenen Kenntnissen, d. h. mit durch Verallgemeinerung von Erfahrungen (z. B. festgestellten Koinzidenz-Ereignissen) erfassten Beziehungen, die als bedingte Relationen einer lernfähigen Gedächtnisstruktur kurz- oder langzeitig 'behalten' werden können. Erworbene Kenntnisse sind (mit-)bestimmend für empirische Urteile, Vorurteile, Erwartungen, Voraussagen oder Vorstellungen.

»Erworbene Kenntnisse«, aufgefasst als relationale Wissenselemente (def. bedingte Relationen), des ausgebildeten Erfahrungswissens im lernfähigen Gedächtnissystem entsprechen "kognitiv erfassten" begrifflichen Beziehungen für "erfahrbare" Zusammenhänge untersuchter Sachverhalte. [1]
Eine erworbene Kenntnis kann bestimmt werden als verallgemeinert erfasste (induktiv erlernte) Begriffs- oder Merkmalsbeziehung, die als 'bedingte Relation' im Gedächtnissystem logisch-funktionell nutzbar ist. z. B. zur erfahrungsgemäßen Beeinflussung empirischer Urteile oder optimaler Entscheidungen für situationsangepasste Aktionen (vgl. "intelligentes" Lernverhalten). [4]

Verknüpfte bedingte Relationen zwischen Begriffen entsprechen situationsbedingt erworbenen Kenntnissen des ausgebildeten Erfahrungswissens, wobei 'kognitiv-logische' Begriffsstrukturen mit (erfahrungs-)bedingt verknüpften Funktionsvariablen modellierbar sind (siehe 2.). [1] - [5]

Objektivierbare erworbene Kenntnisse werden dargestellt als 'bedingte Relationen' in Form ausgebildeter konditionierter Assoziationen, die einbezogen sind in 'kognitiv-logische' Verknüpfungen der lernfähigen Gedächtnisstruktur für (erfahrungs-)bedingte Funktionen eines selbstlernenden Informationsverarbeitungssystems.

Eine »bedingte Relation« wird als situationsbedingt erworbene Kenntnis in Form einer aufgebauten »konditionierten Assoziation« der lernfähigen Gedächtnisstruktur 'strukturell gespeichert' (behalten).

Erworbene Kenntnisse müssen sich bei ihrer Nutzung bewähren (Konsolidierung), damit sie "im Gedächtnis behalten" bleiben. Anderenfalls werden sie durch erfahrungsgemäße Kritik korrigiert oder vergessen (Falsifizierung). Beim Umlernen durch Kennenlernen eines neuen Zusammenhangs (antivalente Relationen) wird mit der neu erworbenen Kenntnis (als neue Alternative) eine bisher genutzte Kenntnis falsifiziert und durch die neue Kenntnis ersetzt (d. h. antivalente Nutzung der 'neu erlernten' bedingten Relation) [2]

Umgangssprachlich bedeutet »Assoziation« eine formalisierbare Verbindung oder Verknüpfung, besonders eine Vorstellungsverknüpfung beim mentalen Assoziieren (Erinnerung, Erwartung, Imagination). Das Wort 'Assoziation' bezeichnet im Besonderen eine 'verbindende' Entsprechung, Zuordnung, Gegenüberstellung, In-Beziehung-Setzung oder Vereinigung (Sozietät) von begrifflichen Objekten, Gegenständen bzw. Institutionen von gleicher, ähnlicher oder gegensätzlicher Art.

Eine objektivierbare Assoziation beim Denken wird bestimmt als funktionelle Verbindung oder Verknüpfung von Begriffssymbolen für unterschiedliche Objekte, die 'assoziativ' in Beziehung gesetzt wurden, so dass zwischen ihnen eine inhaltliche (informelle) semantische Relation angenommen worden ist. Diese kann spezifisch sein für einen kausalen oder bedingten Zusammenhang (Konnex), möglicherweise auch für eine begriffliche Ähnlichkeitszuordnung (Analogie).

Eine »kausale Assoziation« einer (neuronalen) Gedächtnisstruktur entspricht einer Wirkverbindung (vgl. synaptische Verbindung zwischen Neuronen, siehe 1. Bild) für mindestens eine begriffliche Kausalitätsbeziehung einer semantischen Begriffsstruktur, besonders für eine Merkmals- oder Begriffsbeziehung einer Implikation (Wenn-dann-Relation). Die Wirkverbindung ist objektivierbar als "effektives" Funktionselement zur logischen Verifikation eines verallgemeinerbaren Begriffsymbols. Ihre situationsspezifische Einbeziehung (Implikation) bestimmt die funktionelle Beeinflussung eines aktuellen Urteils oder einer logischen Inferenz (Schlussfolgerung).

Eine »dialektische Assoziation» entspricht einer 'wechselwirkenden' Verbindung (bidirektionaler Übertragungskanal) für Wechselbeziehungen zwischen Gegensätzlichem, z. B. für antagonistische Signale von interaktiven Objekten.

Eine »analoge Assoziation« entspricht einer 'zuordnenden' Verbindung für eine inhaltliche Entsprechung, begriffliche Ähnlichkeit (Analogie durch Übereinstimmung mindestens eines Merkmals) oder funktionelle Zuordnung (Analogieschluss).


Goethe schrieb: "Ein jeder lernt nur, was er lernen kann;
                         Doch der den Augenblick ergreift, das ist der rechte Mann." [Faust I, Studierzimmer]

Die kognitive Erfassung (Begreifen) eines beobachtbaren Zusammenhangs als eine abstrahierte begriffliche Beziehung (erworbene Kenntnis), die als bedingte Relation darstellbar ist mit assoziierten (verknüpften oder zugeordneten) Begriffssymbolen, wird prinzipiell ermöglicht durch mindestens eine 'konditionierbare Assoziation' eines Gedächtnissystems, das gekennzeichnet ist durch seine 'strukturelle Lerndisposition' für ausbildbares Erfahrungswissen.

Eine »konditionierbare Assoziation« wird bestimmt als ein 'potenzielles' Gedächtniselement für mindestens eine erlernbare 'bedingte Relation' gemäß der veranlagten »strukturellen Lerndisposition« eines (kognitiv-logischen) Gedächtnissystems. Ihre Konditionierung für eine situationsbedingt erwerbbare Kenntnis geschieht durch verallgemeinernde kognitive Zusammenhangserfassung nach dem »Prinzip der Vereinbarkeit«, - gemäß einem induktiven Lernmechanismus. [1]

Das strukturelle Lernvermögen für eine erfassbare Beziehung befähigt zum situationsbedingten Kenntniserwerb durch Konnexanalyse für mindestens eine detektierte Koinzidenz von solchen Signalereignissen, die durch (disjunktive oder konjunktive) Verallgemeinerung erfahrungsgemäß in Verbindung gebracht werden können ('strukturelles Lernen' durch Merkmalseinbeziehung, vgl. 3.2.)

Eine erworbene Kenntnis entspricht einer kognitiv erfassten Beziehung (als bedingten Relation) gemäß einer begrifflichen Vereinbarung für einen 'induktiv' angenommenen Zusammenhang (verallgemeinernd, modellhaft), - aufgrund mindestens einer detektierten Signalkoinzidenz eines externen Sachverhalts oder einer systeminternen Situation (vgl. induktiver Lernmechanismus). [1] [4]

Für eine induktiv erfasste Kausalitätsbeziehung gilt die erworbene Kenntnis nur hypothetisch und kann unzutreffend sein, wenn ein vorgetäuschtes oder zufälliges Zusammentreffen von Signalereignissen ohne wirklichen Kausalzusammenhang zur Konditionierung der begrifflichen Assoziation geführt hat.

Beim induktiven Lernen werden singulär angenommene Erfahrungen verallgemeinert als situationsbedingt erworbene Kenntnisse gemäß einer vermuteten Regelmäßigkeit der erfassten Zusammenhänge. Dagegen müssen zufällige oder untypische 'irrelevante' Erfahrungen als nicht regelgemäß deklassiert werden, was systemtechnisch möglich ist mit der statistischen Methode der Tendenz-Auswertung für erworbene Kenntnisse (bedingte Relationen) einer Art. [2]

Induktives Lernen im Gedächtnissystem führt zur situationsabhängigen Ausbildung mindestens einer bedingten Relation als erworbenen Kenntnis durch (reale oder assoziative) »Konditionierung einer Assoziation« entsprechend dem kenntnisspezifisch 'erfassten' Zusammenhang von koinzident detektierten Signalereignissen, wenn deren feststellbare Korrelation als 'regelmäßig' angenommen wird (vgl. Konnexanalyse hinsichtlich hypothetischer Gesetzmäßigkeit). [1] [4]
Aufbau und Bekräftigung oder Abbau einer bedingten Relation (in Form einer konditionierten Assoziation) resultieren aus der kognitiven Annahme (Erfahrung) und Bestätigung bzw. Nichtbestätigung einer 'induktiv vermuteten' Regelmäßigkeit des wirklichen Zusammenhangs (entdeckter und untersuchter realer Konnex), für den eine begriffliche Beziehung situationsbedingt erfasst werden konnte (d. h. 'modellhafter' induktiver Kenntniserwerb).
Durch den möglichen graduellen Aufbau oder Abbau bedingter Relationen werden "unscharfe" Relationen definiert, die unscharfen Kenntnissen für unscharfe Begriffsklassen entsprechen (vgl. Funktionsausdrücke der Fuzzy Logic). [1]

Bedingte Relationen einer Gedächtnisstruktur werden für eine gewisse Dauer 'strukturell gespeichert' (kurz- oder lang zeitiges Behalten) und bleiben dadurch funktionell einbezogen, aber nur so lange effektiv wie sie sich empirisch bewähren und bestätigt (konsolidiert) werden, d. h. infolge erneuter Konditionierung "gefestigt" erhalten bleiben. Andernfalls kann ihr 'funktioneller Abbau' (Unwirksam-Machen) durch situationsbedingtes Umlernen oder Vergessen erfolgen (vgl. 'Löschen' im Speicher).

Jede »konditionierte Assoziation« einer lernfähigen Gedächtnisstruktur entspricht einer 'vereinbarungsgemäß aufgebauten' (Wirk-)Verbindung mittels eines funktionell aktivierten 'relationalen Gedächtniselements' (vgl. » Synapse) zur Repräsentation einer semantischen bedingten Relation, die aufgefasst wird als situationsbedingt erworbene Kenntnis (Erkenntnis) im Sinne eines 'angenommenen' Wissenselements (für gewonnene Einsicht). [1] - [4]

Das menschliche Gedächtnissystem für ausbildbares Wissen entspricht einem 'lernfähigen' komplexen Netzwerk kausal wechselwirkender Funktionseinheiten, bestehend aus elementaren, plastisch verknüpften Neuronen (Nervenzellen). Ihre situationsabhängigen Aktivitäten bewirken chemoelektrische Beeinflussungen für funktionale Zuordnungen (Assoziationen) von systeminternen Darstellungsformen (neuralen Mustern) analog aktualisierten Begriffssymbolen, die selektiv definierbar sind als 'verifizierte Invarianten' gemäß kognitiv-logischen Verknüpfungen für "einsichtig" modifizierte Begriffsstrukturen (siehe 3.)

Im 'strukturell lernenden' Gehirn mit plastischen Neuronenverknüpfungen wird deklaratives (Erfahrungs-)Wissen im assoziativen Cortex ausgebildet, das für sprachliche Aussagen 'wissentlich' (bewusst) ausdrückbar ist.
Situationsabhängig ausgebildete Begriffsstrukturen entsprechen dem »Erfahrungswissen« einer assoziativen Gedächtnisstruktur.
Basis-Wissen und Erfahrungswissen bilden das »Vorwissen« für weitere Stufen des individuellen Lernens eines kognitiven Systems (vgl. Lern- und Persönlichkeitsentwicklung). [6] [7]

Aufbauend auf veranlagtem »Basis-Wissen« (d. h. A-priori-Wissen für Grundfunktionen) des Gedächtnissystems erfolgt durch situationsbedingten Kenntniserwerb (im Rahmen der strukturellen Lerndisposition) eine strukturelle Ausbildung von Erfahrungswissen, d. h. eine kognitive Erweiterung oder Veränderung der lernfähigen Gedächtnisstruktur entsprechend einer dynamischen Wissensdarstellung.
Zusätzlich zu (prädeterminierten) »veranlagten Vorkenntnissen« (Basis-Wissen) gibt es situationsbedingt erworbene (bedingte oder innovative) Vorkenntnisse, die als empirische Kenntnisse (erinnerbare Erfahrungen) in einer 'lernfähigen Gedächtnisstruktur' kurz- oder langzeitig gespeichert werden.

Nutzbare empirische Kenntnisse ermöglichen als »erworbene Vorkenntnisse« eine assoziative Unterstützung von neuem Kenntniserwerb (vgl. assoziative Konditionierung) beim Lernen eines kognitiven Systems durch 'vorwissentlich geförderte' situationsbedingte Ausbildung seiner modifizierbaren Gedächtnisstruktur mit resultierendem Erfahrungsgewinn entsprechend der funktionellen Erweiterung oder Änderung des bisherigen Erfahrungswissens (vgl. ausgebildete Begriffsstrukturen für empirische Einsicht).

Für situationsbedingten Kenntniserwerb möglich sind zwei Konditionierungsarten, definiert als 'reale' bzw. 'assoziative' Konditionierung, gemäß einer externen ('kognitiv' wahrgenommenen) bzw. systeminternen ('intuitiv' assoziierten) Situationsbedingung für mindestens eine detektierte Signal-Koinzidenz pro konditionierbarer Assoziation der strukturellen Lerndisposition (gemäß definierter Koinzidenzbedingung der Konnexanalyse eines induktiven Lernmechanismus, vgl. auch Bild unter 3.2.). [1]

Prinzipiell unterschieden werden empirische und theoretische Erkenntnisse eines lernfähigen Gedächtnissystems hinsichtlich ihrer situationsspezifischen Entstehungsart (Verursachung oder Begründung), die gekennzeichnet ist durch eine externe (reale) bzw. interne (assoziative) Ursache oder Bedingung.
Empirische oder theoretische Erkenntnisse entsprechen situationsbedingt erworbenen Kenntnissen, die als 'bedingte' bzw. 'innovative' Relationen in einer lernfähigen Gedächtnisstruktur induktiv (verallgemeinernd) ausgebildet bzw. kreativ (intuitiv) gebildet worden sind. Solange diese praktisch unbestätigt bleiben, gelten sie nur als unbewährte oder hypothetische Kenntnisse (gemäß dem Bestätigungsprinzip für Erkenntnisse).
Praktisch bestätigte Kenntnisse gelten als empirisch überprüft (durch erneute Konditionierung konsolidiert) und sind nutzbar als 'bisher bewährte' Erkenntnisse entsprechend gesetzmäßigen Erfahrungen, die hinreichend adäquat sind zu wirklichen Zusammenhängen, - aber nur solange die entsprechenden Umweltbedingungen real existieren.

Erlernbar sind alternative Kenntnisse für empirische Urteile und Entscheidungen. Beim Umlernen durch situationsbedingten Kenntniserwerb (vgl. Kenntnissubstitution) erzwingt der Aufbau einer 'neuen' Beziehung (in Form einer konditionierten Assoziation) den Abbau einer 'bekannten' Beziehung (bedingten Relation), wenn für ihre Bezugsvariable (Attribut- oder Funktionsvariable) ein anderer (antivalenter) Wert von der kennen gelernten 'neuen' Beziehung bestimmt wird. [2]

Im Prozess des Vergessens oder Umlernens wird der Kenntnisverlust aufgrund von zeitlichen Bedingungen der Vorgeschichte oder durch steuernde bzw. rückkoppelnde Einflüsse auf die erworbene "vergessbare" Kenntnis bewirkt. Der zeitabhängige Kenntnisverlust ist mit einer Zeitkonstante für die Aufrechterhaltung der konditionierten Assoziation steuerbar. Dabei gilt die Bedingung, dass die konsolidierende Wiederkonditionierung (z. B. durch Training) nicht rechtzeitig erfolgte oder ausgeblieben ist. Der nutzensabhängige Kenntnisverlust kann durch einen 'bewertenden' Kontroll- und Regelmechanismus nach dem 'Effektgesetz des Lernens' gesteuert werden.
Die funktionelle Nützlichkeit einer Kenntnis für das lernende System ist einschätzbar infolge der Kenntnisnutzung durch 'Assoziieren aus Erfahrung'. Dabei wird der Konditionierungsgrad der bewerteten Assoziation (def. Assoziationsindex) nach dem Belohnungsprinzip nutzensabhängig erhöht oder verringert.


1.3. Kenntnisnutzung für Voraussagen und konstruktive Konzepte - Metawissen

Prinzipiell erklärbar und modellierbar sind lernfähige Gedächtnissysteme, die erkannte Situationen selbstbezüglich (subjektiv) bewerten und mit assoziierten Voraussagen "aus Erfahrung" beurteilen können. Ihre empirischen Urteile und assoziativen Erinnerungen (Voraussagen, Vorstellungen) beeinflussen logische Entschlüsse, die als 'bedingte Inferenzen' zweckdienlich sein können, besonders zur adaptiven Handlungssteuerung mit 'rationaler' Autonomie (vgl. 3.3). [2] [3]

Ein lernfähiges Gedächtnissystem, das befähigt ist zur optimalen Entscheidungsfindung für "intelligentes" Handeln, ist erklärbar mit einer (technisch modellierbaren) 'kognitiv-logischen' Gedächtnisstruktur, die eine dynamische Wissensdarstellung ermöglicht. Seine strukturelle Lerndisposition (konditionierbare Assoziationen) und veranlagtes Wissen für Grundfunktionen (Basis-Wissen) dienen zur situationsabhängigen Ausbildung von Erfahrungswissen (modifizierte Verknüpfungen) für bedingte Logik-Funktionen, die bestimmt werden mit "erlernten" bedingten Relationen zwischen Systemvariablen für formale Darstellungen. [1] - [5]

Ein kognitiv-logisches Gedächtnissystem nutzt sein veränderliches Erfahrungswissen zur kognitiven Interpretation von symbolischen Mustern und kann situationsangepasstes Verhalten erlernen, um sich auf einem bestmöglichen Niveau gemäß seiner 'rationalen' Autonomie zu behaupten (Adaption, Intelligenz). Es funktioniert nach eigenen Organisationsprinzipien (u. a. für Erkennung, Bewertung, Beurteilung und Entscheidung) und nutzt erworbene Kenntnisse für empirische Urteile. Sein ausbildbares Wissen entspricht veranlagten, erprobten und auch vermuteten Regeln hinsichtlich seiner Umwelt oder möglicherweise auf sich selbst bezogen (Umweltmodell bzw. Selbstmodell).
Die dynamische Stabilität (Homöostase) eines lernfähigen Gedächtnissystems dient der Selbsterhaltung unter variablen Bedingungen der objektiven Realität. [2] [3]

Durch induktives Lernen (empirische Verallgemeinerung) situationsbedingt erworbene Kenntnisse werden als "bisher bewährtes" Teilwissen mit angenommener Allgemeingültigkeit (ungewisse Regelmäßigkeit) genutzt und solange empirisch erprobt, bis sie falsifiziert werden, z. B. aufgrund veränderter Umweltbedingungen (vgl. Variabilität komplexer Systeme). Mögliche Wissenskorrekturen durch Umlernen und Weiterlernen führen zur schrittweisen Verbesserung des ausbildbaren Erfahrungswissens (relative Wahrheit ohne Gewissheit, vgl. 2.).

Erworbene Kenntnisse werden als 'bedingte Relationen' im Gedächtnis behalten (strukturell gespeichert) und sind nutzbar als erinnerbare Erfahrungen bei der 'kognitiven' Informationsverarbeitung, besonders für situationsbedingte Erwartungen (Prädiktionen). Die empirische Kenntnisnutzung ermöglicht assoziierte Voraussagen "aus Erfahrung" bei Wahrnehmungen und für "intelligente" Entscheidungen durch 'bedingtes Erwägen', d. h. bewertendes Abschätzen der erwarteten Konsequenzen von wählbaren Alternativen für Aktionen oder Problemlösungen.

Empirische Assoziationen einer 'assoziativen' Gedächtnisstruktur ermöglichen situationsabhängige (unbewusste oder bewusste) Erinnerungen für erfahrungsgemäß 'assoziierte Informationen', d. h. Erwartungen oder Vorstellungen, die auf "subjektive" Interpretationen funktionellen Einfluss haben. "Aus Erfahrung" assoziierte Informationen entsprechen empirischen Aussagen oder Voraussagen, die mit erfahrungsgemäß 'angenommenen' Regelmäßigkeiten (Gesetzen) begründet werden können. Ihre verhaltensbestimmende Bedeutung erwächst aus ihrem Einfluss auf empirische Urteile, die für 'intelligente' Entscheidungen beim Lernen mitbestimmend sind. [1]

»Assoziieren aus Erfahrung« wird definiert als kognitiver Grundprozess der 'logisch-funktionellen' »Kenntnisnutzung« zur 'assoziativen' Generierung einer erfahrungsgemäßen Vorstellung (Erinnerung) oder Voraussage (Erwartung), - aufgrund mindestens einer funktionell einbezogenen (verknüpften) bedingten Relation als 'genutzte erworbene Kenntnis' (in Form einer konditionierten Assoziation) der lernfähigen Gedächtnisstruktur. [1] - [5]

Beim empirischen Assoziieren sind mehrere Informationen (semantische Inhalte von symbolischen Invarianten) mit einer Schlüsselinformation induktiv und/oder deduktiv 'assoziierbar', d. h. funktionell zuordenbar aufgrund von 'kenntnisspezifischen' bedingten Relationen für 'assoziativ abrufbare' Erinnerungen. [1] [4]

Mit aktuellen Situationsmerkmalen assoziierte Voraussagen entsprechen "erinnerten" Erwartungen (Prädiktionen) als 'objektbezogene' oder 'effektorientierte' Voraussagen (def. erste bzw. zweite Art). Diese (meist unbewusst assoziierten) Voraussagen beeinflussen "kognitive" Erkennungsergebnisse (antizipatorische Afferenzsynthese) und empirische Urteile (Vorurteile) bzw. bestimmen Erinnerungen von erwarteten Konsequenzen (Tat-Folgen), die nützlich sind zum Erwägen optimaler Entscheidungen "aus Erfahrung" (vgl. Reafferenzprinzip [3]).
Erfahrungsbedingte und hypothetische Voraussagen werden (subjektiv, emotional) bewertet und in Erkennungs-, Beurteilungs- und Entscheidungsprozesse einbezogen, besonders für Problemlösungen und höhere Lernformen (def. 'Bedingte Aktion', 'Bedingtes Erwägen optimaler Entscheidungen' und 'Lernen durch Einsicht in prinzipielle Sinn-Zusammenhänge'). [1] - [3]

Die Fähigkeit zum Kenntniserwerb und zur Kenntnisnutzung durch strukturelles Lernen bzw. Assoziieren aus Erfahrung ist eine Grundvoraussetzung für das 'lerntypische' Adaptionsvermögen eines kognitiven Systems mittels seines ausbildbaren Erfahrungswissens, bestimmt als Seinserfahrungen für ein veränderliches Modell der Außenwelt. Situationsabhängige "subjektive" Bewertungsergebnisse, z. B. emotionale Motivationen, haben steuernden Einfluss auf diese Lernfähigkeit.

Lernen und Erinnern, aufgefasst als aktive (konstruktiv verfahrende) Prozesse im Gehirn, ermöglichen ein adaptives 'Verstehen' von semantischen Grundstrukturen objektivierbarer Darstellungsformen durch "erlernte" bedingte Zuordnungsfunktionen (empirische Deutungen), die für angepasste Interpretationen und intelligentes Verhalten charakteristisch sind (vgl. 3). [1]

Intelligente Verhaltensänderungen (def. als höhere Lernformen [1]) beruhen auf vorteilhaften Entscheidungen beim Problemlösen durch antizipatorische Kenntnisnutzung, d. h. gedankliche Vorwegnahme und Bewertung von 'vorgestellten' Erwartungen. Solche situationsbedingten 'Vermutungen' entsprechen besonderen Erinnerungen (durch 'Assoziieren aus Erfahrung') als kognitiven Gedächtnisleistungen für empirische Voraussagen (Prädiktionen). [1] - [3]
Eine antizipatorische Entscheidungsoptimierung (Erwägung) kann dann erfolgreich sein, wenn hierfür realistische Voraussagen nutzbar sind, die von problemspezifischem Erfahrungswissen bestimmt werden, das einen 'ausreichenden' Wahrheitsgehalt hat (Adäquatheit, keine Gewissheit). Dieses modellhafte Wissen entspricht dem jeweiligen Wissensstand (relative Wahrheit) über prinzipielle Zusammenhänge in einer veränderlichen Umwelt.

Absichtliches Erwägen einer riskanten Entscheidung als zweckorientierter Entschluss gelingt mit spezifischen Kenntnissen zu alternativen Handlungsmöglichkeiten und den jeweils assoziierten Erwartungen möglicher Tatfolgen als zu bewertende Konsequenzen.
Das Entscheidungsrisiko kann minimiert werden durch gute Voraussicht und Rücksichtnahme im sozialen Umfeld, wobei mit möglichen Kooperationspartnern verlässliche Vereinbarungen über vorsätzliche Aktionen abzustimmen sind.

Schnellfertiges Urteilen bestimmt das reflexartige Reagieren (eines Reiz-Reaktionssystems), - nur zeitaufwändige Überlegungen (Reflexion) zwecks mentaler Erfassung (Begreifen) wesentlicher Zusammenhänge liefern die konzeptionellen Vorbedingungen für eine tiefgründig erwogene Entscheidung, die durch logische Argumente begründet werden kann.

Kreativ denken bedeutet, innovative Problemlösungen mit neuer Einsicht in Wesentliches finden (vgl. 3.1.).

Ein 'innovatives' Konzept (neuer Entwurf) ist begründbar durch "konzeptionelle" Einsicht, d. h. ein neuartiges Verstehen begrifflicher Zusammenhänge von abstrakt gedeuteten Darstellungsformen.

Die "konzeptionelle" Einsicht ist erklärbar als ein Verstehensprozess des 'erkenntnisgemäßen' Begreifens, d. h. der kognitiven Erfassung mindestens einer begrifflichen Beziehung, - semantisch bestimmbar als erworbene Kenntnis eines wahrgenommenen oder vorgestellten Zusammenhangs (vgl. empirische oder theoretische Erkenntnis), - durch situationsbedingte Ausbildung neuartiger Begriffsstrukturen im lernfähigen Gedächtnissystem. [1] – [4]

Einsichtiges Nachdenken als 'analytische Reflexion' ist wissentlich (bewusst) möglich, wobei kognitiv erfasste begriffliche Beziehungen (z. B. kausale oder "Wenn-dann"-Relationen) kenntnisspezifischen Grundbedingungen entsprechen, die für höhere Lernformen vorausgesetzt werden. [1] [4] [6]

Die hoch entwickelte Lernform 'Lernen durch Einsicht in prinzipielle Sinn-Zusammenhänge' basiert auf mindestens einer situationsbedingt erworbenen Kenntnis (d. h. einer bedingten Relation als neu erfassten begrifflichen Beziehung) eines konstruktiven Konzepts, das 'begrifflich in Beziehung gesetzten' abstrahierten Fakten entspricht.

Eine durch situationsbedingten Kenntniserwerb "erlernte" Begriffsstruktur ist verallgemeinert beschreibbar als 'konstruktives Konzept' mit neuartig verknüpften symbolischen Daten (neue Konzeptform). [4]

Bei der Bildung konstruktiver Konzepte werden begriffliche Beziehungen miteinander logisch verknüpft, so dass assoziative Darstellungsformen für in Beziehung gebrachte Begriffe entstehen (vgl. empirische oder theoretische Erkenntnisse, siehe 1.2. und 3.2.).

Formal ausdrückbare konstruktive Konzepte sind "kognitiv gebildete" (mentale) Konstrukte entsprechend begrifflichen Abstraktionen und können erfahrungsgemäß nützlich sein im Sinne von konstruktiven Denkmodellen (vgl. prädiktive Modelle oder Theorien), die auf angenommenen Regelmäßigkeiten beruhen. Weil sie als hypothetisch gelten, müssen sich praktisch bewähren, damit sie weiterhin genutzt werden können (sonst Falsifizierung oder Umlernen). [2]

Ein 'innovatives' Konzept gemäß einer "theoretischen" Begriffsstruktur entspricht einer systematisch darstellbaren Theorie mit ungewisser Gültigkeit (oder hypothetischer Wahrscheinlichkeit) und höchstens "relativer Wahrheit" aufgrund der Möglichkeit ihrer Widerlegung (Falsifizierung). Ein 'unbewährtes' Konzept ist versuchsweise nutzbar wie eine hypothetische Modellvorstellung im Kontext von deklarativem Erfahrungswissen (siehe 2.1. und 3.1.).

Auf angenommenen Gesetzmäßígkeiten basierende Theorien entsprechen hypothetischen Modellvorstellungen aufgrund der 'kognitiv erfassten' (begriffenen) Zusammenhänge von untersuchten Sachverhalten der Wirklichkeit, die nur modellhaft abstrahiert (meist mathematisch) beschrieben werden können (vgl. Problem der wissenschaftlichen Wahrheitsfindung, s. 2.1.). [7]

Mit definierten Regeln strukturell beschreibbar sind "kennen gelernte" natürliche Zusammenhänge in Form von prädiktiven Modellen (objektivierbares Wissen) oder Theorien, die logisch zu begründen sind und empirisch überprüft werden müssen (Bewährungsprobe).
Empirisch überprüfte prädiktive Modelle sind 'praktisch bewährte' Wissensdarstellungen, die als verallgemeinerte Referenz-Modelle für erfahrungsgemäße Voraussagen nutzbar sind, weil sie prinzipielle Sachverhalte der objektiven Realität (mehr oder weniger) adäquat nachbilden.

Konstruktive (Denk-)Modelle eines kognitiven Systems entsprechen seinen individuellen Vorstellungen als 'systeminternen Repräsentationen' von verknüpften begrifflichen Beziehungen gemäß vorgegebenen und ausgebildeten Begriffsstrukturen seines Erfahrungswissens. Die begrifflichen Darstellungen für erinnerte Modellvorstellungen (Ansichten, Voraussagen oder Theorien) haben situationsabhängigen Einfluss auf äußerbare Urteile (Aussagen, Schlüsse) und auf die erfahrungsgemäße Steuerung des Verhaltens mittels hypothetischen Voraussagen (Erwartungen) für entscheidbare Aktionen (vgl. Lernmethode: 'Versuch und Irrtum'). [2] [3]

Der Hirnforscher Wolf Singer (geb. 1943) schrieb: "Unleugbar sind Tiere mit sensomotorischen Hirnarealen in der Lage, Muster auch dann wieder zu erkennen, wenn diese in einer Weise verändert worden sind, die zwar den Gesamtaspekt des Musters, wie etwa die Größe oder den Betrachtungswinkel stark verändert, jedoch die für das Muster charakteristischen inneren Bindungen konstant lässt. Die Tiere sind in der Lage, aus Mustern Relationen zu extrahieren und diese abzuspeichern anstelle skalarer Größen. Dies ist ein abstrakter Kodierungsvorgang. Für den Schritt von hier zur symbolischen Kodierung von Relationen, und nichts anderes ist die begriffliche Durchdringung unserer Welt mit Hilfe der Sprache, bedarf es keiner neuen Verarbeitungsqualität. Es ist lediglich notwendig, die abstrahierten Speicherinhalte, wie sie bereits in sensomotorischen Rindenarealen vorhanden sein müssen, erneut voneinander abzugrenzen, die bei diesem Abgrenzungsvorgang identifizierten Einheiten zueinander in Relation zu setzen und für diese Relation wiederum eine abstrakte Repräsentation niederzulegen usw. Im Laufe der Hirnentwicklung hat sich ferner die Möglichkeit angeboten - Möglichkeit hier realisiert durch das Entstehen entsprechender neuronaler Verbindungen -, auch die Inhalte dieser hierarchisch höher stehenden assoziativen Speicher über die bereits vorhandenen Effektorsysteme zu externalisieren und damit Lebewesen mit ähnlich strukturierten Nervensystemen auf Zustandsänderungen im eigenen System hinzuweisen.
  Die Effizienz solcher hierarchisch aufgebauter reflexiver Systeme liegt auf der Hand. Durch die Möglichkeit, abstrakte Repräsentationen von Beziehungen zu bilden und diese wiederum zueinander in Beziehung zu setzen und dafür wiederum abstrakte Repräsentationen niederzulegen, können prädiktive Modelle über die Umwelt, über den Organismus selbst und über die dynamischen Interaktionen des Organismus mit der Umwelt gebildet werden. Auf der Basis dieser Modelle lassen sich Maximen für das eigene Verhalten optimieren mit dem Ziel, die eigene Identität trotz vielfältigster Störungen konstant zu halten.
  Begrenzt lediglich durch die genetisch festgelegten Bahnverbindungen zwischen den einzelnen Hirnarealen ist ein solcherart organisiertes System in der Lage, eine fast beliebige Zahl von neuen Bezügen herzustellen. Positiv rückgekoppelte Nervennetze sind ferner in der Lage, den Speicherinhalten entsprechende Aktivitätsmuster selbst zu generieren. Somit können auch ohne Außenreize die bereits gespeicherten Inhalte ausgelesen und miteinander assoziiert werden. Damit solche kombinatorischen Prozesse schließlich auch wirklich ablaufen, müssen die assoziativen Speicher durch selbst erzeugte Aktivität angeregt werden. In diesem Zusammenhang ist interessant, dass es im Gehirn Kontrollsysteme gibt, welche die Erregbarkeit der Hirnrinde modulieren." (aus: 'Der Beobachter im Gehirn', Essays zur Hirnforschung, Suhrkamp Verlag Frankfurt a. M., 2002, S. 217 - 218, aus 'Neurobiologische Anmerkungen zum Wesen und zur Notwendigkeit von Kunst', 1984 - ergänzt mit Kursiv-Hervorhebungen von E. Liß)

Praktisch erprobte Modelle oder Theorien (z. B. technisch implementiert) gelten für bisher festgestellte Gesetzmäßigkeiten nur solange wie diese Bestand haben, d. h. solange nicht neue Erkenntnisse (bedingte Relationen für neu erfasste Zusammenhänge) aufgrund entdeckter neuer oder geänderter Bedingungen ein 'intelligentes Umlernen' erforderlich machen.
Eine "adaptive" kognitiv-logische Modellbildung gelingt mit konstruktiver Kritik zwecks Wahrheitsfindung (Bestätigung, Korrektur oder Falsifizierung, siehe 2.1.). [2] [7]

Das "rationale" Einsichtsvermögen kann wirksam unterstützt werden mit heuristischen Untersuchungsmethoden (Metawissen) hinsichtlich der "kreativen" Auffindung (Erfindung) von möglichen Problemlösungen, beispielsweise durch erworbene Kenntnisse von "innovativ erfassten" Mittel-Zweck-Relationen oder Wirkbeziehungen. Systematisch "erforschte" Beziehungen (bedingte Relationen) werden hypothetisch verallgemeinert als 'induktiv angenommene' Gesetzmäßigkeiten von untersuchten Sachverhalten.

Methodisches Metawissen ist zweckdienliches (Vernunft-)Wissen, das systematisch übergeordnet ist dem dispositionalen (Verstand-)Wissen. Es basiert auf praktikablen Kenntnissen von Regelmäßigkeiten oder Prinzipien der Seinserfahrung. Beispiele für bewährtes methodisches Metawissen sind heuristische Methoden oder Suchstrategien, die nutzbar sind bei analytischen Untersuchungen zwecks kritischer Einschätzung von Problemsituationen.

Selbstreflexives Metawissen ist individuelles 'selbstbezügliches' Erfahrungswissen über den eigenen Status, d. h. 'Wissen vom Sein' (aufgefasst als 'Bewusstsein'), das besonders durch Kommunikation bei der Individualentwicklung (ontogenetisch) ausgebildet werden kann. Darauf gründen sich "selbstbestimmte" Richtwerte und Absichten (Intentionen) für eigene Handlungen, d. h. auch eigene Ziele, Pläne oder Aufgaben (siehe 3.3.).
Das selbstreflexive 'deklarative' Wissen ist eine "bewusstseinsmäßige" Voraussetzung für äußerbare Statusreports des Subjektes (selbsterkannte Ich-Zustände, Gefühle, Motive oder Einstellungen). [2] [3]

Das "sprachliche Bewusstsein" basiert auf deklarativem Erfahrungswissen in "selbstreflexiver" Verbindung mit einem 'symbolisch-abstrakten' Selbstmodell, das aufgefasst wird als eigenes 'Wissen vom Sein des Selbst' (analog 'Selbstbewusstsein'). Dabei fungiert ein "Ich-Begriff" als Selbstkonzept der Seinserfahrung eines 'selbstbezüglich lernfähigen' Gedächtnissystems. [1] [3]

Ein persönliches Selbstmodell im menschlichen Gehirn (vorrangig Frontalhirn) entsteht während der Individualentwicklung bedingt durch Umwelteinflüsse und ist beschreibbar als 'selbstreflexives Metawissen' (vgl. superponierter Meta-Automat unter 3.3., def. in [3]).
Explizite Aussagen über Zustände eines Selbstmodells sind 'wissentlich' formulierbar (z. B. Ausdrücke oder Sätze als Statusreports), wozu besonderes sprachliches Regelwissen (Grammatik, Vokabular) dient, das durch Lernen ausgebildet und verbessert werden kann.

Individuell erlernte Sprachkenntnisse sind verankert in lokalisierbaren Funktionskomplexen der Großhirnrinde (Neocortex), die für 'wissentliche' Gedanken (bewusste Funktionen) und Sprachäußerungen zuständig ist. [6]
Das veranlagte Sprachvermögen entspricht einer sprachlichen Lerndisposition eines hoch entwickelten Gehirns, das gekennzeichnet ist durch ein 'deklaratives Gedächtnis' mit ausbildbarem Sprach-Metawissen (generative Grammatik) zur Analyse und Synthese begrifflicher Symbolverknüpfungen (semantischer Begriffsstrukturen), die aussagenmäßig beschreibbar sind in Form sprachlicher Informationsdarstellungen (syntaktische Formationen, vgl. 3.).
Die Objektivierung 'symbolisch-abstrakter' Denkmodelle (empirische und theoretische Modellbildung) erfolgt in mitteilbaren Ausdrucksformen, vor allem als sprachliche Darstellungen.


2. Dynamische Wissensdarstellung mit kognitiv-logischen Modellen

Der sprachbegabte Mensch kann über seine wahrgenommenen Eindrücke und Erlebnisse gemäß seinen erinnerten Vorstellungen wissentlich nachdenken (bewusste Reflexion). Seine Gedanken(-gänge), Urteile und Schlüsse basieren auf deklarativem Wissen, das funktionell nutzbar ist und durch verständliche Beschreibungen kommunikativ mitgeteilt werden kann. Abstrakte Begriffsstrukturen sind ausdrückbar mit konkreten Darstellungsformen (def. Formationen als symbolische Invarianten), beispielsweise mit sprachlichen Verknüpfungen von Begriffssymbolen (Zeichen oder Wörtern) als Sätze oder Texte für Aussagen (vgl. 3.).
Eine erfahrungsgemäß ausgebildete oder modifizierte Wissensstruktur eines lernfähigen 'kognitiv-logischen' Gedächtnissystems wird dargestellt mit situationsbedingt erworbenen Kenntnissen, die zunächst hypothetisch gelten (als Annahmen oder Vermutungen) und sich bei empirischer Überprüfung bewähren müssen, damit sie für logisch begründbare Aussagen genutzt werden können (vgl. 1.).
Lerntypische "dynamische" Wissensdarstellungen sind mit kognitiv-logischen Modellen entwickelbar, die charakterisiert werden durch 'erfahrungsgemäße' Implikationen (vgl. Wenn-dann-Sätze als Argumente) zur induktiven Bestimmung von bedingten Logik-Funktionen, die erst nach ihrer praktischen Bewährung als relativ wahr gelten können (vgl. Konsolidierung, Korrektur oder Umlernen).

2.1. Aussagen über deklaratives Wissen - Theoriekritik und Wahrheitsfindung

Markante Eigenschaften von 'lernfähigen Gedächtnissystemen' mit Intellekt (Verstand) sind: ausbildbares Erfahrungswissen für assoziative Vorstellungen (insbesondere Erinnerungen oder Erwartungen aufgrund von situationsbedingtem Kenntniserwerb) und ein analytisches Abstraktionsvermögen für eigene Urteile und logische Schlüsse, ausgehend von synthetisch verallgemeinerten Begriffen (vgl. 3.2). Solche kognitiven Gedächtnissysteme sind möglicherweise befähigt zu individuellen Aussagen (mindestens einer erlernbaren Sprache) als Ausdrucksmittel für Gedanken, die formulierbar sind als explizite Aussagen von begrifflichen Beziehungen darstellbarer kognitiv-logischer Modelle entsprechend dem deklarativen Wissen (vgl. Logos-Relationen, siehe 2.3).

Ein (philogenetisch und ontogenetisch) entwickeltes Sprachvermögen ist die individuelle Voraussetzung für interaktiv mitteilbare und überprüfbare Ausdrucksformen, insbesondere zur expliziten Beschreibung und Erklärung von deklarativem Wissen, - gegründet auf modellhaften (symbolisch-konstruktiven) Darstellungen von 'kognitiv-logischen' Begriffsstrukturen (als kognitiv-logischen Modellen, vgl. 1.3 und 3.).

Sprachliche Ausdrücke (erlernbarer Sprachen) sind interpretierbare Darstellungsformen für unterschiedliche Aussagen, z. B. als verständliche Mitteilungen, Beschreibungen oder Instruktionen zur interaktiven Kommunikation. Vielfältige Ausdrucksformen für explizite Aussagen fungieren beispielsweise als geäußerte Urteile, Thesen, Behauptungen, Entschlüsse oder Lehrsätze (vgl. 2.2).

Erlernbare Sprachausdrücke für symbolische Informationsdarstellungen ermöglichen dem Menschen explizite Aussagen über erworbene Kenntnisse (Erkenntnisse) von kognitiv erfassten Beziehungen der situationsbedingt 'kennen gelernten' Zusammenhänge begrifflicher (interner) Vorstellungen oder wahrgenommener (externer) Sachverhalte, wobei induktiv erlernte Kenntnisse definierbar sind als bedingte Relationen in Form von 'assoziativ' bzw. 'real' konditionierten Assoziationen einer lernfähigen Gedächtnisstruktur (vgl. 1.) [1]

Objektivierbare Kenntnisse als Beziehungen von darstellbaren Begriffsstrukturen des deklarativen Wissens können in Form von Aussagesätzen sprachlich formalisiert, geäußert und interaktiv vermittelt werden. Relationale Aussagen über Kenntnisse werden dargestellt mit verständlich formulierten Aussagesätzen, denen 'informative' semantische Inhalte interpretativ entnehmbar sind (vgl. Bedeutungen). [8]

Zur 'verständlichen' Beschreibung von Strukturen des objektivierbaren Wissens (formalisierbare Begriffsstrukturen) dienen Sprachausdrücke mit 'deutbaren' Zeichen, die interaktiv mitteilbar und zu verstehen sind. Dabei werden Zeichen als Symbole vereinbart in Zuordnung zu abstrakten Begriffen (bes. für 'erkannte' Phänomene und 'erfasste' Beziehungen). [8] [14]

Zur Problematik der Objektivität und Symbolik theoretischer Modell-Darstellungen aufgrund naturwissenschaftlichen Denkens in abstrakten Begriffen hielt Max Born (1882 - 1970) den Vortrag »Symbol und Wirklichkeit« im Jahr 1963 (Nobelpreisträgertreffen in Lindau), - daraus einige Zitate:
"Die erste Vorschrift für naturwissenschaftliches Denken lautet: Gebrauche keine Begriffe, für die es prinzipiell nicht entscheidbar ist, ob sie im Einzelfall zutreffen oder nicht."
"Es scheint mir vernünftig, das Prinzip der Entscheidbarkeit auch auf das philosophische Problem der Entstehung eines objektiven Weltbildes aus den subjektiven Sinneserfahrungen anzuwenden."
"Die Tatsache, dass bei der Vergleichung von Paaren mitteilbare, also vom Subjekt unabhängige, objektive Aussagen möglich sind, hat eine außerordentliche Bedeutung, weil auf ihr Sprache und Schrift beruhen sowie der gewaltige Denkapparat der Mathematik. Ich möchte alle diese Verständigungsmittel zwischen Subjekten Symbole nennen."
Eine Naturerscheinung braucht nun nicht auf anschauliche und mechanisch verständliche Modelle zurückgeführt zu werden, sondern hat ihre eigene, direkt aus der Erfahrung abstrahierte mathematische Struktur."
"Der Begriff der Ursache ist ein Überbleibsel aus älteren Denkformen und wird heute ersetzt durch das Verfahren der Zuordnung, das ich beschrieben habe. Dieses Verfahren führt zu Strukturen, die mitteilbar, kontrollierbar, also objektiv sind. Man kann sie also rechtmäßig als "Dinge an sich" bezeichnen. Sie sind reine Form, bar jeder sinnlichen Qualität. Damit müssen und können wir uns begnügen."
"Auch die Tatsache, dass die Theorie nur Vorhersagen über Wahrscheinlichkeiten machen kann, also nur abgestufte Erwartungen erzeugt, ist ein Verlust an Objektivität. Von unserem Standpunkt, der die Subjektivität als das Primäre und die Möglichkeit objektiver Aussagen als Problem ansieht, erscheint es nicht überraschend, dass die strenge Trennung von Subjekt und Objekt nicht mehr durchführbar ist, sobald man den reinen mathematischen Formalismus durch anschauliche Bilder zu ergänzen versucht."
"Wir haben ein verständiges Gleichgewicht zwischen Experiment und Theorie, zwischen sinnlicher und intellektueller Wirklichkeit, und wir müssen bedacht sein, es uns zu erhalten.
Auch müssen wir verhüten, dass das naturwissenschaftliche Denken in abstrakten Begriffen übergreift in Gebiete, wo es nichts zu suchen hat. Die menschlichen und ethischen Werte lassen sich so nicht begründen." [7]

Konstruktive Denkprodukte, aufgefasst als funktionelle Gedächtnisleistungen, können mit formal-sprachlichen Ausdrücken für modellierbare semantische Begriffsstrukturen dargestellt und mehr oder weniger anschaulich beschrieben werden (siehe 3.).

Wissenschaftliche Theorien, meistens ausgehend von einem allgemeinen Begriff, nutzen begrifflich systematisierte (Er-)Kenntnisse für deklarative Aussagen zu erforschbaren Beziehungen.
Eine hypothetische Theorie betrifft die versuchsweise Auffindung mindestens eines Modellprinzips für symbolische Konstruktionen, womit eine strukturelle Ordnung und Erklärung der Phänomene eines Gegenstandsbereichs ermöglicht wird.

Prägnante Ausdrucksformen für axiomatisch darstellbare Grunderkenntnisse als 'wesentliche Beziehungen' in Form von begrifflichen Assoziationen (vgl. Logos-Relationen, siehe 2.3) entsprechen prinzipiellen Vorstellungen des symbolisch-abstrakten Denkens eines sprachbegabten Gehirns.

Eine konzeptuelle Vorstellung von einem "begriffenen" Gegenstand entspricht mindestens einem abstrakten Begriff (Abstraktes im Allgemeinen) in Beziehung zu anderen Begriffen. Dabei ist eine 'kognitiv ausgebildete' (verallgemeinerte) Begriffsstruktur gekennzeichnet durch verknüpfte 'begriffliche Beziehungen', die als (bedingte) Relationen für Aussagen formal ausdrückbar sind (siehe 3.). [1] [4]

Mitteilbare Darstellungsformen für einzelne oder verknüpfte (Er-)Kenntnisse sind beispielsweise Aussagesätze (Relationen, Axiome) oder Funktionsausdrücke (Regeln, Formeln), auch analytische Beschreibungen und erklärende Texte (theoretische Modelle), die symbolischen Konstruktionen entsprechen. [4]

Mathematisch systematisierte (formallogische) Darstellungsformen relationaler Kenntnisse (begrifflicher Beziehungen) werden definiert als prädikative Relationen, d. h. explizite Aussagesätze für logische Urteile, die zwecks Kommunikation übertragen und interpretiert werden können.

Für Aussagen speziell vereinbarte Darstellungsformen (codierte Formationen) sind systematisch definierte Sätze (Zeichenfolgen als Symbolverknüpfungen), zu deren richtiger Interpretation erforderliche Codes gelten, d. h. vorbestimmte Regeln für relationale Zuordnungen. [8]

Verständlich formulierte Aussagen dienen zur Kommunikation und im Besonderen auch zur modellhaften Beschreibung (und Erklärung) von objektivierten Zusammenhängen untersuchter Sachverhalte. [7]
Sprachliche Aussagen sind vorteilhaft nutzbar bei der Verständigung mit Partnern und auch bei individuellem Lernen, z. B. durch Belehrung oder eigene Einsicht in prinzipielle (Sinn-)Zusammenhänge.

Der Wahrheitsgehalt einer Aussage wird entscheidend dadurch bestimmt, ob sie logisch widerspruchsfrei (konsistent) im Vergleich mit Erfahrungswissen ist. Eine "wahre" Aussage muss mit Fakten übereinstimmen oder als wirklich zutreffend bestätigt werden (praktische Bewährung).

Karl Raimund Popper (1902 - 1994) schrieb hinsichtlich der Wahrheitsfindung (aus [7] und [9]):
"Theorien können wahr oder falsch sein. Begriffe können bestenfalls adäquat und schlimmstenfalls irreführend sein. Begriffe sind nicht wichtig, verglichen mit Theorien."
"Unser aller Aufgabe als denkende Menschen ist die Wahrheitsfindung. ... Wäre die Wahrheit nicht absolut und objektiv, so könnten wir uns nicht irren. Oder unsere Irrtümer wären so gut wie unsere Wahrheit."
"Wir haben dauernd Vermutungen, die von uns geschaffen werden. Diese Vermutungen versuchen wir dauernd mit der Wirklichkeit irgendwie zu konfrontieren und sodann unsere Vermutungen zu verbessern und sie der Wirklichkeit näher zu bringen."
"Wer etwas sicher weiß, der kennt die Wahrheit. Aber es kommt oft vor, dass jemand etwas vermutet, ohne es sicher zu wissen; und dass seine Vermutung tatsächlich wahr ist."
"Es gibt Wahrheiten, denen wir nur in mühevollerem Suchen näher kommen können. Unser Weg führt fast immer durch den Irrtum; und ohne Wahrheit kann es keinen Irrtum geben. (Und ohne Irrtum gibt es keine Fehlbarkeit)."
"Eine Theorie oder ein Satz ist wahr, wenn der von der Theorie beschriebene Sachverhalt mit der Wirklichkeit übereinstimmt."

Nach Karl R. Popper ist unser Wissen nur "Vermutungswissen" und bestimmt 'ungewisse' Theorien, die hinsichtlich einer gesicherten Richtigkeit (Gültigkeit, Wahrheit) nicht verifizierbar sind.
Induktive Annahmen mit wahrscheinlicher Gültigkeit (d. h. Wahrscheinlichkeitsannahmen von beobachtbaren Regelmäßigkeiten) lassen sich nicht logisch verifizieren, aber auch nicht falsifizieren.
Die Möglichkeit von "vermuteten" Dingen kann nicht widerlegt werden, weil die Nichtexistenz von irgendetwas niemals absolut beweisbar ist.

Für eine (zunächst hypothetische) Theorie von einer 'induktiv' (durch empirische Verallgemeinerung) angenommenen Gesetzmäßigkeit ist keine Gewissheit beweisbar, weil mögliche Gegenbeweise für die Zukunft nicht ausgeschlossen werden können (vgl. Induktionsproblem, s. u.).

Die Unterscheidung von Fakten und Fiktionen ist nur mit wissenschaftlicher Skepsis durch kritisches Denken möglich, das schwerer fällt als blinder Glaube.

An Unwahres können wir glauben, aber Wahres können wir wissen.

Unser begrenztes Wissen ist unvollständig und nur relativ wahr ohne Gewissheit.

Die relative Wahrheit über Prinzipien der Wirklichkeit ist kognitiv bestimmbar entsprechend theoretischer und praktischer Einsicht in wesentliche Zusammenhänge der wahren Wirklichkeit.

Gemäß dem 'Unschärfeprinzip der relativen Wahrheit' gelten logische (Vor-)Urteile, die in Form von Aussagesätzen mitteilbar und kritisch überprüfbar sind, als 'relativ wahr' aufgrund von bisher bewährten Regeln und bestimmten Ausnahmen für Sonderfälle, aber nur so lange diese Regeln nicht verändert werden (durch Lernen oder Umlernen).

Die Wahrheit einer (Vor-)Aussage wird sich nur dann praktisch erweisen, wenn ihre Behauptung mit beobachtbaren (messbaren) Tatsachen begründet werden kann.
Eine Aussage ist nur dann "deduktiv" beweisbar, wenn ihre Behauptung (als Konklusion) aus einem Axiom (als Prämisse) nach logischen Regeln ableitbar ist.

Für Popper ist Wahrheit zwar prinzipiell erreichbar, aber niemals beweisbar. Eine wahre Theorie ist möglich, aber hinsichtlich ihrer Gewissheit (d. h. Gültigkeit für die Zukunft) unbewiesen, - besonders aufgrund von unsicherem Wissen über veränderliche Umweltbedingungen.

"Wir können zwar eine Theorie - oder genauer, unseren Glauben an ihre Wahrheit - nicht rational rechtfertigen; aber wir können es gelegentlich rechtfertigen, dass wir die eine Theorie einer anderen vorziehen; zum Beispiel, wenn ihr Grad der Bewährung größer ist.
... Entscheidend für den Grad der Bewährung ist, dass er, weil er mit der Strenge der Prüfung wächst, nur bei Theorien mit einem hohen Grad der Prüfbarkeit oder des Gehalts hoch sein kann." [Karl R. Popper, aus: Ausgangspunkte, Meine intellektuelle Entwicklung, hrsg. 1974; Serie Piper, 2004, S. 145]

Tradierte Ansichten oder Aussagen von bisher bewährten Theorien werden so lange für wahr gehalten, bis ihre faktische Widerlegung (Falsifizierung) bzw. eine neue, scheinbar bessere Theorie kognitiv in Erfahrung gebracht worden ist, so dass ein Umlernen aufgrund neuer Erkenntnis erfolgt.

Eine Theorie ist genau dann "wissenschaftlich", wenn sie so formuliert ist, dass sie an der Erfahrung scheitern kann (d. h. dass sie falsifizierbar ist). Solange eine wissenschaftliche Theorie nicht empirisch widerlegt ist, gilt sie als vorläufig bestätigt und 'bisher bewährt', d. h. als 'relativ wahr'.

Die modellhaften Theorien aufgrund von begrifflichen Abstraktionen müssen auf ihren Wahrheitsgehalt wissenschaftlich und empirisch überprüfbar sein, was für Glaubenssätze von Religionen nicht gewährleistet werden kann.

Eine "dogmatische" (nicht-wissenschaftliche) Theorie ist wegen ihrer postulierten Axiome nicht empirisch falsifizierbar, d. h. sie kann nicht durch Überprüfung an der Wirklichkeit (Bewährungsprobe) mit realistischen Erfahrungen widerlegt werden, obwohl sie prinzipiell falsch sein kann (vgl. Abgrenzungsproblem). Eine dogmatische Theorie ist ungewiss (vage) und entspricht einer "unerwiesenen" Behauptung (These) mit zweifelhafter Glaubwürdigkeit. Sie kann aber von 'überzeugten' Menschen geglaubt und für wahr gehalten werden.

Denkgewohnheiten und Vorurteile basieren auf pragmatischem Teilwissen, das als 'bisher bewährt' solange gilt, bis es durch neue Erfahrungen und Erkenntnisse korrigiert oder verbessert werden kann.
Eine adaptive Verhaltensänderung durch empirische Wissensverbesserung entspricht dem induktiven Lernen aus Fehlern (vgl. Methode 'trial and error') oder durch 'kennengelerntes' Neues (vgl. Entdeckung).

Durch induktives Lernen (empirische Verallgemeinerung) situationsbedingt erworbene Kenntnisse werden als "bisher bewährtes" Teilwissen mit angenommener Allgemeingültigkeit (ungewisse Regelmäßigkeit) genutzt und solange empirisch erprobt, bis sie falsifiziert werden, z. B. aufgrund veränderter Umweltbedingungen (vgl. Variabilität komplexer Systeme).
Mögliche Wissenskorrekturen durch Umlernen und Weiterlernen führen zur schrittweisen Verbesserung des ausbildbaren Erfahrungswissens (relative Wahrheit ohne Gewissheit).

Durch kognitiv-logische Modellbildung für wissenschaftliche Theorien können hypothetische Voraussagen logisch gefolgert oder "berechnet" werden. Referenz-Modelle zur zielorientierten Antizipation sind besondere Darstellungsformen für problemspezifisches Erfahrungswissen, nutzbar als 'prädiktive Modelle' (Umweltmodell, auch Selbstmodell). Probeweise Untersuchungen mit Hilfe von empirischen Vorhersagen am Modell (Simulationen) ermöglichen das selektive Auffinden von optimalen Problemlösungen für kritische Situationen.
Eine notwendige Bedingung für die erfolgreiche Nutzung eines Referenz-Modells ist, dass seine formale Wissensstruktur weitgehend mit den wirklichen Sachverhalten der objektiven Realität übereinstimmt. Eine völlige Adäquatheit des Modells ist nicht erreichbar, begründet durch die Ungewissheit von Erfahrungswissen. Dieses muss sich praktisch bewähren, um nicht falsifiziert zu werden. Eine schrittweise Vervollkommnung von Theorien und Modellen erfolgt durch wissenschaftliche Erforschung von wirklichen Zusammenhängen, die aber unbeständig oder variabel sein können, wobei eine Objektivierbarkeit von Naturgesetzen angenommen wird. [7]

Die wissenschaftliche Erforschung natürlicher Gesetzmäßigkeiten wird ermöglicht durch realitätsnah erworbene Kenntnisse (als prinzipielle Erkenntnisse) von kognitiv erfassten Beziehungen wesentlicher Zusammenhänge, insbesondere durch kenntnisspezifisch ausgebildete Begriffsstrukturen für adäquate Modellvorstellungen des situationsbedingt modifizierbaren Erfahrungswissens (vgl. bedingte Implikationen des deklarativen Wissens).

Ein 'Erkenntnisfortschritt' bei der Lernentwicklung (durch kritische Überprüfung hypothetischer Regeln oder Theorien) erfolgt dann, wenn mit Hilfe von neuen erworbenen Kenntnissen, d. h. neuen bedingten Relationen, vorhandene bedingte Verknüpfungen der lernfähigen Gedächtnisstruktur erfahrungsgemäß korrigiert oder ersetzt (d. h. induktiv verbessert bzw. umgelernt) werden. [2]

Die situationsbedingte "kognitive" Erfassung von wirklichen Zusammenhängen, - durch Koinzidenzdetektion und Konnexanalyse nach dem Prinzip der Vereinbarkeit, - führt zu erworbenen Kenntnissen (z. B. empirischen oder theoretischen Erkenntnissen), - aufgefasst als bedingte Relationen, die einbezogen sind in "kognitiv-logische" Funktionen des ausbildbaren Erfahrungswissens (siehe 1.2). [1]
Erworbene Kenntnisse sind (mit-)bestimmend für empirische Urteile oder Vorurteile aufgrund von assoziierten Voraussagen (erinnerte Vorstellungen oder Erwartungen).

Der forschende Mensch formuliert seine Theorien gemäß der erklärbaren relativen Wahrheit(en), wobei erkenntnistheoretisch keine absolute Wahrheit erreichbar ist.
Mit 'scharfsinnigen' Formulierungen expliziter Grunderkenntnisse der forschenden Menschheit können theoretische Aspekte der absoluten Wahrheit nur angenähert beschrieben werden.

Eine wissenschaftlich Erkenntnis wird erzielt durch systematisches Streben nach einsichtiger Klarheit, die aber nur eingeschränkt und schrittweise erreichbar ist, - gemäß dem definierten Unschärfeprinzip der relativen Wahrheit.

Die wissenschaftliche Wahrheitsfindung erfordert eine kritische Analyse der begrifflich-abstrakten Modellvorstellungen des deklarativen Wissens aufgrund von "kennen gelernten" Zusammenhängen untersuchter Sachverhalte.
Empirische und theoretische Erkenntnisse, die nutzbar sind für assoziativ erinnerte Vorstellungen und hypothetische Voraussagen, müssen sich aufgrund von "bestätigenden" Beobachtungen (sinnlichen Wahrnehmungen) praktisch bewähren.

Ein Ziel der Wahrheitssuche ist der wissenschaftliche Nachweis der praktischen Bewährung (d. h. der faktengemäßen Bestätigung des tatsächlichen Zutreffens) von theoretischen Vorstellungen oder konstruktiven Konzepten der zu prüfenden Theorien und Modelle, die von erworbenen Kenntnissen (zunächst) hypothetisch bestimmt werden.
Bisher unbewiesene Aussagen einer Theorie (vgl. Thesen ohne Gewissheit) entsprechen hypothetischen Vorstellungen (vgl. Auffassungen oder Ansichten) aufgrund von induktiv angenommenen Kenntnissen und müssen empirisch überprüft werden auf ihre praktische Bewährung (vgl. Experimente oder Beobachtungen), wodurch entweder ihre erfahrungsgemäße Konsolidierung oder ihre Falsifizierung erfolgt.
Durch systematische Überprüfung einer (Er-)Kenntnis mit logischer Kritik und möglichst konstruktiven Experimenten kann festgestellt werden, dass diese kognitiv erfasste (begriffene) Beziehung sich als Erkenntnis tatsächlich 'bewährt' und mit einem beobachteten wirklichen Zusammenhang erfahrungsgemäß übereinstimmt.
Die empirische Bekräftigung (Konsolidierung) einer bewährten Erkenntnis erfolgt nach praktischer Überprüfung ihrer effektiven Anwendungsformen (vgl. assoziierte Voraussagen), insbesondere durch wissenschaftliche Test-Beobachtungen gemäß experimentellen Forschungsmethoden.

Eine induktiv erlernte Regel, die nach empirischer Überprüfung nicht bestätigt wurde, muss nicht immer völlig falsifiziert werden, insbesondere dann nicht, wenn sie aufgrund neuer Erkenntnis relativiert oder verbessert werden kann (vgl. Ausnahmebedingung bzw. Fehlerkorrektur). Außerdem kann sie ersetzt werden durch eine neu bstimmte Regel (vgl. Umlernen gemäß neuer Theorie).

Wer beim induktiven Lernen aus beobachteten Einzelfällen angenommene Regelmäßigkeiten verallgemeinert und mit situationsbedingt erworbenen Kenntnissen (bedingten Relationen) von erfassten Beziehungen begründet, kann erlernte (Verhaltens-)Regeln versuchsweise nutzen, auch wenn er keine Gewissheit für seine theoretischen oder praktischen Kenntnisse hat.

Die Kenntnis bisheriger Regelmäßigkeiten komplexer Systeme genügt nicht zur Voraussage neuer Eigenschaften ihrer variablen Strukturen.
Nicht erreichbar sind endgültige Modelle von Teilen der veränderlichen Welt aufgrund der Ungewissheit von bisher bewährten Theorien hinsichtlich künftiger Umweltbedingungen, für die adäquate 'prognostische' Vorstellungen in evolutionären Steinzeitgehirnen fehlen.

Situationsbedingt erworbene Kenntnisse von erfassten Beziehungen, die als bedingte Relationen einer lernfähigen Gedächtnisstruktur kurz- oder langzeitig 'behalten' werden können, entsprechen 'unsicherem Wissen' mit relativem Wahrheitsgehalt (keine Gewissheit).

Das philosophische Induktionsproblem (nach David Hume) betrifft Zweifel an der Allgemeingültigkeit von induktiv erlernten (d. h. erfahrungsgemäß verallgemeinerten) (Er-)Kenntnissen für wissenschaftlich definierte 'Naturgesetze', die mit formal-logischen Regeln (zunächst ohne Ausnahmebedingungen) sprachlich ausgedrückt werden können.
Das Induktionsproblem kann für gewonnenes Erfahrungswissen naturalistisch erklärt werden (von Hume u. a.), - gestützt auf eine pragmatische Rechtfertigung der induktiven Methode für situationsbedingten Kenntniserwerb durch kognitive Erfassung von untersuchten Zusammenhängen, insbesondere von verallgemeinerten Beziehungen (meist kausalen Relationen) zwischen regelgemäß korrellierten Signalereignissen, die eine Koinzidenzbedingung des induktiven Lernens erfüllen (vgl. 1.2.).

Für theoretische Erkenntnisse mit postulierter Gewissheit gibt es rationalistische Erklärungsversuche, die eine absolute Vernunft metaphysisch voraussetzen, womit 'rationale Einsicht' zur Wahrheitsfindung durch logische Deduktion möglich sein soll. Aber ohne empirische Rechtfertigung gibt es keine 'bewährte' synthetische Aussage, die logisch abgeleitet werden kann durch deduktives Schließen ausgehend von gültigen Prämissen (Axiomen oder Definitionen von 'analytischen Vernunftwahrheiten').

Geglaubt werden kann eine postulierte Gewissheit für 'bisher bewährte' Kenntnisse von erfassten Beziehungen der untersuchten Wirklichkeit, - aber nur solange diese empirisch konsolidiert werden und dadurch trotz Kritik bestehen bleiben.
Ein Glaube an die postulierte Gewissheit von geprüftem Wissen ist nur dann praktikabel, wenn alle verfügbaren Quellen zur Wahrheitsfindung kritisch ausgeschöpft worden sind.

Wer sich vor mühsamer Wahrheitssuche scheut, dem fällt Glauben leichter als Denken.

Glauben ist kein Wissen und betrifft mental Angenommenes als unbewiesene Behauptung (Postulat, Axiom), die unwiderlegt auch Hoffnung vermitteln kann.

Albert Einsteins Credo: "Wir glauben, dass die Wissenschaft der Menschheit am besten dient, wenn sie sich von aller Beeinflussung durch irgendwelche Dogmen freihält und sich das Recht vorbehält, alle Thesen einschließlich ihrer eigenen anzuzweifeln." [Deklaration der 3. Pugwash-Konferenz, Kitzbühel 1958] [10]

Dogmatische Theorien basieren auf unwissenschaftlich (traditionell oder autoritär) definierten Grundsätzen, die nicht rational begründbar sind und nicht intersubjektiv überprüft werden können. Ideologien sind falsche Theorien über die Wirklichkeit (fiktive Weltanschauungen), die von partikulären Interessen ausgehend als dogmatische (unwissenschaftliche) Theorien propagiert werden und machtpolitisch (demagogisch) missbrauchbar sind.

Humanistische Lebenserfahrung und aufklärende Wissenschaft sind realitätsnäher als jeder dogmatische Glaube an fiktive Behauptungen, die unüberprüft als wahr akzeptiert werden sollen gemäß tradierten Religionen oder politischen Ideologien.

Blinder Glaube an religiöse Axiome und Heilsversprechungen mit Drohungen (vgl. vom 'lieben Gott' gewollte Bestrafungen, besonders nach dem Tod) widerspricht dem menschlichen Erkenntnisstreben (vgl. biblische 'Erbsünde'), der wissenschaftlichen Wahrheitssuche und einer humanistischen Ethik.

Albert Einstein meinte: "Wer von der kausalen Gesetzmäßigkeit allen Geschehens durchdrungen ist, für den ist die Idee eines Wesens, welches in den Gang des Weltgeschehens eingreift, ganz unmöglich - vorausgesetzt allerdings, dass er es mit der Hypothese der Kausalität wirklich ernst meint. Die Furcht-Religion hat bei ihm keinen Platz, aber ebenso wenig die soziale bzw. moralische Religion. Ein Gott, der belohnt und bestraft, ist für ihn schon darum undenkbar, weil der Mensch nach äußerer und innerer gesetzlicher Notwendigkeit handelt, vom Standpunkt Gottes aus also nicht verantwortlich wäre, sowenig wie ein lebloser Gegenstand für die von ihm ausgeführten Bewegungen. Man hat deshalb schon der Wissenschaft vorgeworfen, dass sie die Moral untergrabe, jedoch gewiss mit Unrecht. Das ethische Verhalten des Menschen ist wirksam auf Mitgefühl, Erziehung und soziale Bindung zu gründen und bedarf keiner religiösen Grundlage. Es stünde traurig um die Menschen, wenn sie durch Furcht vor Strafe und Hoffnung auf Belohnung nach dem Tode gebändigt werden müssten." [aus: 'Religion und Wissenschaft', Nov. 1930] [10]

Heute wird ein "humaner" wissenschaftlich-technischer Fortschritt allgemein gefordert, wobei bestimmbare Grenzen des Wissens über die Natur zu akzeptieren sind. Als problematisch gilt die Eingeschränktheit jedes weiterführenden Wissens, das zur Beurteilung von neu verfügbaren Entscheidungsmöglichkeiten erforderlich ist.

Bisher Unerforschtes ist zu respektieren als Unerklärliches, - aber nicht als theologisch mystifiziertes 'Gotteswerk'.

Die bewusste Einsicht, etwas (noch) nicht zu wissen, wird meistens emotional (unbewusst) ignoriert und kompensiert mit Mutmaßungen (Behauptungen, Glaubenssätzen oder Hypothesen), insbesondere mit fiktiven Vermutungen in Problemsituationen für versuchte Lösungen durch "riskante" Maßnahmen oder "blinden" Aktionismus.

Die Erforschung von Operationsprinzipien des Lebendigen (vgl. kognitive Systeme) in der natürlichen Welt des Werdens und Vergehens gelingt dem Menschen nur mit modellhafter Annäherung an die Wirklichkeit gemäß seinen begrifflich entwickelbaren Vorstellungen, die eingeschränkt ermöglicht werden durch die evolutionär prädisponierte Lernfähigkeit seiner individuell ausbildbaren Gehirnstruktur (d. h. im Rahmen der strukturellen Lerndisposition des Gehirns).

Unser nutzbares Weltbild und aktuelles Menschenbild entsprechen dem jeweiligen Wissensstand aufgrund unserer kognitiv-logischen Modellbildung. Durch neue Erkenntnisse können Denkmodelle geändert und verbessert werden gemäß dem näherungsweise erreichbaren Ziel einer wissenschaftlichen Wahrheitsfindung. [7]
Dazu meinte Max Planck (1858 - 1947): "Da die reale Welt im absoluten Sinn unabhängig ist von der einzelnen Persönlichkeit, ja unabhängig von aller menschlichen Intelligenz, so kommt jeder Entdeckung, die ein einzelner macht, eine ganz allgemeine Bedeutung zu." ...
"Die Gewissheit, das wir mit jeder neuen Entdeckung, mit jeder daraus abgeleiteten neuen Erkenntnis dem Ziele näher kommen, muss als Ersatz gelten für die zahlreichen und gewiss nicht leicht zu nehmenden Nachteile, die mit der fortwährenden Verminderung der Anschaulichkeit und Bequemlichkeit in der Benutzung des Weltbildes verbunden sind." [aus Vortrag "Sinn und Grenzen der exakten Wissenschaft" an der Universität Bonn am 28. März 1947]

Die Anschaulichkeit einer Theorie unterstützt das theoretische Verständnis, gilt aber nicht als Wahrheitskriterium für die Theorie.


2.2. Formale Logik und Kognitive Logik für dynamische Wissensdarstellungen

"Nicht nach der Qualität, sondern nur nach dem Grade der Feinheit und Vollständigkeit unterscheidet sich das wissenschaftliche von dem gewohnheitsmäßigen Denken, etwa ebenso, wie sich die Leistungen eines Mikroskops von den Leistungen des bloßen Auges unterscheiden. Dass das gar nicht anders sein kann, erhellt schon einfach daraus, dass es nur eine einzige Art von Logik gibt, dass also aus gegebenen Voraussetzungen die wissenschaftliche Logik nichts anderes ableiten kann als die des ungeschulten praktischen Verstandes." [Max Planck, aus "Sinn und Grenzen der exakten Wissenschaft", Vortrag an der Universität Bonn am 28. März 1947]

Verstand wird bestimmt als Erkenntnisvermögen für Deutungen und Urteile durch praktische Einsicht in erfasste Zusammenhänge von Sachverhalten. Dabei bezeichnet Sachverhalt den allgemeinen Begriff für einen Tatbestand oder ein Verhältnis verschiedener Dinge.
Von Menschen erkennbare und deutbare Sachverhalte sind entweder als Tatsachen (objektive Fakten) wirklich feststellbar (d. h. kommen tatsächlich vor) oder sind nur 'subjektiv vorgestellte' Sachverhalte (d. h. keine Tatsachen), beispielsweise Gegenstände von Halluzinationen, Fiktionen oder falschen (Aussage-)Sätzen.

Kennen gelernte Sachverhalte können wie begrifflich bekannte Gegenstände (z. B. Objekte, Phänomene oder Situationen) gemäß dem individuellen Erfahrungswissen (wieder-)erkannt werden, um sie bezüglich der subjektiven Lage zu bewerten und damit empirisch zu beurteilen.
Ein verstandener Sachverhalt ist symbolisch-abstrakt formalisierbar mit relationalen Aussagen für elementare Urteile entsprechend den veranlagten und erworbenen Kenntnissen, insbesondere von mindestens einer erfassten Beziehung (vgl. bedingte Relation einer kognitiv-logischen Begriffsstruktur).

Die systematische Formalisierung relationaler Aussagen (vgl. formale Logik) gelingt mit elementaren Darstellungsformen (z. B. Implikationen s. u.) für kenntnisspezifische Schlussfolgerungen als 'logische Inferenzen', die situationsbedingten Urteilen entsprechen und vorteilhaft nutzbar sind für "logisch begründete" Entschlüsse, Bewertungen oder kommunikative Mitteilungen (siehe 3.2). [1]

Das griechische Wort »Logos« bezeichnet ein zentrales Konzept der antiken Philosophie und gilt für die Assoziation: Begriff, Wort, Gedanke, Rede, Lehre und Vernunft im Sinne von 'vernünftiger Rede' und andererseits von 'Weltvernunft' oder 'Wesen der Welt' (vgl. antike Logosmetaphysik). Bei Platon und Aristoteles galt 'Logos' auch als Methode der Wahrheitssuche im Sinne einer richtigen, begründeten und überzeugenden Rede (vgl. Syllogismen, formale Logik).
Ontologisch verallgemeinert wurde der Begriff 'Vernunft' zur "ordnenden" natürlichen Vernunft und sogar zum höchsten Prinzip gleichbedeutend mit Gott, - laut Bibel: "Im Anfang war Logos" ('das Wort' nach Martin Luthers Übersetzung). Diese 'Logoszentriertheit' der Philosophiegeschichte (bereits vor der rationalistischen Aufklärung) droht die ursprüngliche Seinserfahrung zu verdrängen (nach Martin Heidegger). [11]

Als »Logik« wurde oft eine Theorie der (logisch definierbaren) Gesetze des Denkens bezeichnet. Die Logik, aufgefasst als mathematische Theorie des Argumentierens, ist eine normative Theorie gültiger Schlüsse (Inferenzen) und hat die Aufgabe, die Wahrheit von Aussageformen und die Gültigkeit von Schlussformen zu bestimmen. [12]

Der Logizismus nach Gottlob Frege, Edmund Husserl u. a. vertritt die Annahme, dass die Logik nicht aus Erfahrung abgeleitet werden kann und einen eigenen Geltungsbereich hat (logische Gedankenwelt), wobei die 'logisch abgeleitete' Mathematik als eine Weiterentwicklung der Logik aufgefasst wird (schon bei Gottfried Wilhelm Leibniz). Dagegen vertritt der Psychologismus die psychologieorientierte These, dass die Logik mit faktischen Gesetzen des menschlichen Denkens identifizierbar ist. Danach wäre 'Wahrheit' bestimmbar als Einklang mit logischen Gesetzen, aber ohne Vergleich mit Prinzipien der erfahrbaren Wirklichkeit. [11]

Der Naturalismus (vgl. Philip Kitcher u. a.) widerspricht dieser logisch und apriorisch orientierten Tradition der Rechtfertigung von mathematischen Axiomen gemäß konstruktivistischer oder platonistischer Anschauungen und behauptet, dass die mathematischen Aussagen ebenso wie naturwissenschaftliche Aussagen empirisch gerechtfertig werden müssen, und dass ihre Rechtfertigung nicht durch logische Deduktion aus Axiomen und Definitionen erfolgen kann, sondern nur mit Bezug auf kausale Relationen entsprechend den historisch (aufeinander aufbauend) entwickelten Überzeugungen für mathematische Aussagen.

Mein konzeptioneller Ansatz zur naturalistischen Begründung von empirischen und theoretischen Erkenntnissen geht aus von mindestens einer lernfähigen Gedächtnisstruktur für ausbildbarers Erfahrungswissen, die gekennzeichnet ist durch ihre strukturelle Lerndisposition (d. h. real und/oder assoziativ konditionierbare Assoziationen) als potenzielle Anlage zum situationsbedingten Kenntniserwerb aufgrund von Basis-Wissen (a priori). Eine lerntypische Modifikation des (Vor- oder Erfahrungs-)Wissens wird bestimmt mit 'strukturell erlernten' bedingten Relationen entsprechend begrifflichen Beziehungen (aufgefasst als erworbene Kenntnisse), die in kognitiv-logischen Verknüpfungen fungierend nutzbar sind (siehe 1.). [1] - [5]

Der logische Rationalismus (bei Christian Wolff), der all unser Wissen auf "rationale" Vernunftwahrheiten unabhängig von Erfahrungen zurückführt, kann aussagenlogisch dadurch widerlegt werden, dass synthetische Sätze für empirische Erkenntnisse nicht aus analytischen Vernunftwahrheiten logisch abgeleitet werden können (d. h. nicht durch Deduktion nach "starren" Regeln). [12, S. 109]

Albert Einstein schrieb: "Logisches Denken ist notwendig deduktiv, auf hypothetische Begriffe und Axiome gegründet. Wie dürfen wir hoffen, letztere so wählen zu können, dass wir auf ihre Bewährung ihrer Konsequenzen an den Erscheinungen hoffen dürfen? Der günstigste Fall liegt offenbar dann vor, wenn die neuen Grundhypothesen durch die Erlebniswelt selbst oder durch Bewährung von theoretischen Bemühungen an der Erlebniswelt nahe gelegt werden." [AEA 122-858, S. 18, Physik und Realität, 1935] [10]
"Inhalt erlangen die Begriffe erst dadurch, dass sie - wenn auch noch so mittelbar - mit den Sinneserlebnissen verknüpft sind. Diese Verknüpfung aber kann keine logische Untersuchung aufdecken; sie kann nur erlebt werden. Und doch bestimmt gerade diese Verknüpfung den Erkenntniswert der Begriffssysteme." [Mein Weltbild, Das Raum-, Äther- und Feldproblem der Physik, 1930] [10]
"Durch bloßes logisches Denken vermögen wir keinerlei Wissen über die Erfahrungswelt zu erlangen; alles Wissen über die Wirklichkeit geht von der Erfahrung aus und mündet in ihr. Rein logisch gewonnene Sätze sind mit Rücksicht auf das Reale völlig leer." [Mein Weltbild, Zur Methodik der theoretischen Physik, 1930] [10]
"Das Erfinden ist kein Werk des logischen Denkens, wenn auch sein Endprodukt an die logische Gestalt gebunden ist." [10]
"Damit Denken nicht in »Metaphysik« bzw. in leeres Gerede ausarte, ist nur notwendig, dass genügend viele Sätze des Begriffssystems mit Sinneserlebnissen hinreichend verbunden seien und dass das Begriffssystem im Hinblick auf seine Aufgabe, das sinnlich Erlebte zu ordnen und übersehbar zu machen, möglichst Einheitlichkeit und Sparsamkeit zeige. Im Übrigen aber ist das »System« ein (logisch) freies Spiel mit Symbolen nach (logisch) willkürlich gegebenen Spielregeln. Dies alles gilt in gleicher Weise für das Denken des Alltags und für das mehr bewusst systematisch gestaltete Denken in den Wissenschaften." [B. Russell und das philosophische Denken, 1944] [10]

»Logisches Denken« ist ein funktionelles Operieren mit elementaren Begriffen für ausdrückbare Urteile und (logische) Schlüsse, wobei kenntnisspezifische Zuordnungen durch in Beziehung gesetzte Begriffe gebildet werden, - möglichst unbeeinflusst von emotionalen Bewertungen. Jede begriffliche Zuordnung entspricht einer (logischen) Verknüpfung von mindestes zwei Begriffen, die in ihrem Kontext bestimmt werden mit relationalen Kenntnissen unter der Voraussetzung von bekannten Grundbegriffen. Mit expliziten Aussagen definierbar sind formale Logik-Funktionen und logische Strukturen für Wissensdarstellungen (siehe 2.3.). [1]

Bedingt definierte Ausdrucksformen für semantische Begriffsrelationen beim logischen Urteilen und Schließen sind sprachlich formulierte 'Implikationen' (def. Wenn-dann-Sätze) entsprechend kausalen Beziehungen zwischen verknüpften oder zugeordneten Begriffssymbolen als formale Darstellungselemente. Mit solchen 'kausalen' Symbolzuordnungen definiert werden Logikfunktionen für objektivierbare Inferenzen (logische Schlüsse). Diese sind auch computertechnisch implementierbar, insbesondere für programmierte Berechnungen oder Steuerungen (vgl. Logik-Hardware und Software für Computer).
Als Implikation (lat. Verflechtung, Einbeziehung) bezeichnet wird das begriffliche Einbeziehen einer Sache (lat. res; Ding, betrachtet als Objekt) in eine andere. Formallogisch ausgedrückt werden Implikationen als konditionale oder hypothetische Aussagen wie "wenn p, dann q" (vgl. Modus ponens), wobei an Stelle der Begriffssymbole p und q jeweils auch mehrere (konjunkte) Variablen möglich sind, die gemäß ihrer logischen Verknüpfung einander zugeordnet werden können (vgl. definierte Logik-Funktion für zugeordnete Formationen, siehe 3.2.).

Sinnvolle Begriffe sind semantische Abstrakta von realen oder fiktiven Gegenständen (Dingen, Phänomenen, Eigenschaften), Sachverhalten (Zusammenhängen, Beziehungen) oder Geschehnissen (Vorkommnissen, Ereignissen).
Benennbare Begriffe werden bezeichnet mit formalen Begriffssymbolen (Nominatoren oder Prädikatoren). Alternative (disjunkte) Begriffssymbole (z. B. Zeichen, Wörter oder Muster) für 'mehrwertige' Begriffe sind formalisierbar mit verifizierbaren Werten (Invarianten) von Variablen, die als Platzhalter für selektierbare Variablenwerte in formal definierten Ausssagen fungieren (siehe 3.2.). Aussagevariablen werden beispielsweise genutzt in mathematischen Formeln oder Schemata für Funktionen bzw. Relationen. [1] [4]

In Beziehung gesetzte Begriffe entsprechen funktionellen Verknüpfungen, die operativ genutzt werden für 'analytische' oder 'synthetische' Urteile und logische Schlüsse (Konklusionen, Schlussfolgerungen oder Inferenzen).
Ein Urteil ist die prädikative Bestimmung eines besonderen Begriffs (bezeichnet mit Prädikator) in Zuordnung zu einem oder mehreren (kombiniert verknüpften) Begriffen aufgrund von begrifflichen Beziehungen (Assoziationen, Relationen), die nutzbaren Kenntnissen entsprechen (vgl. Kausalitätsbeziehungen für 'begründete' Implikationen). [1]
Ein Schluss ist eine Folgerung (Konklusion) durch logische Verknüpfung mehrerer Urteile (als Prämissen) zu einem theoretischen (möglichst gutem und zwingenden) Argument, das eine (möglichst gültige) Konlusion aus mindestens zwei Prämissen umfasst (vgl. Syllogismus oder Wenn-dann-Schluss als Implikation).
Situationsbedingtes Urteilen und folgerichtiges Schließen sind Grundoperationen des logischen Denkens, wozu nutzbare Sachkenntnisse als 'Erfahrungswissen' im passenden Kontext verfügbar sein müssen.

Erfahrungswissen für Vorstellungen und Voraussagen wird bestimmt mit situatitionsbedingt erworbenen Kenntnissen von erfassten Zusammenhängen untersuchter Sachverhalte, die als 'bedingte Relationen' kognitiv-logischer Begriffsstrukturen formal darstellbar sind und als 'bisher bewährte' Erkenntnisse objektiviert mitgeteilt werden können (vgl. 3.).

Empirische Urteile und Schlüsse ermöglichen theoretische Voraussagen aufgrund kenntnisspezifischer Vorstellungen von angenommenen Regelmäßigkeiten der Wirklichkeit. Hypothetische Voraussagen (Vermutungen, Erwartungen) lassen sich praktisch überprüfen und führen gegebenenfalls zur Bewährung von wissenschaftlichen Theorien für realistisch definierte Naturgesetze und prädiktive Modelle.

Logische Verknüpfungen von Begriffen und ihren Beziehungen sind formal-sprachlich darstellbar mit Relationen (Assoziationen) und verknüpften Aussagevariablen für Urteile, Schlüsse oder Logik-Funktionen zur Wissensdarstellung (vgl. semantische 'kausale' Begriffsnetze analog neuralen Netzen, siehe 1.3. und 3.). [1]

Kritisch überprüfbare Ausdrucksformen für Aussagen (als Urteile, Behauptungen oder Thesen) können logisch begründet werden mit Argumenten als geschlussfolgerten Beweisen (vgl. logische Ableitungen, Deduktionen) entsprechend dem bisher bewährten Wissen basierend auf (Grund-)Erkenntnissen für prinzipielle Prämissen.

Die Logik als Theorie des Argumentierens untersucht Formen oder Schemata von Schlüssen hinsichtlich guter und zwingender Argumente für 'gültige Schlüsse', wobei konkrete sprachliche Ausdrücke mit formalen Variablen symbolisch-abstrakt dargestellt werden können (vgl. prädikative Aussagevariablen).

Die formale Logik oder mathematische Logik ist orientiert auf theoretische Normen des korrekten Folgerns oder (erkenntnistheoretisch aufgefasst) auf definierte Gesetze für deduktive Ableitungen, d. h. aus Vorwissen gefolgerte Schlüsse (Inferenzen).
Den deduktiven Ableitungen nach theoretischen Regeln entsprechen Schlussfolgerungen (Konklusionen aus Prämissen, Top-Down-Schlüsse) ausgehend von bereits gefällten Urteilen (als Prämissen) über tatsächliche oder vorgestellte Sachverhalte (vgl. beurteilte Situationen). Durch deduktive Inferenzen (Schlüsse) können bestimmte Aussagen als verständliche Ausdrucksformen (z. B. sprachliche Ausdrücke) objektiviert werden, um sie kommunikativ mitzuteilen.

Ein verständlicher »Ausdruck« ist eine syntaktisch korrekte und semantisch richtige Zeichenfolge (als Aussagesatz), die nach den zu Grunde gelegten Regeln gebildet wurde und als »Aussage« eine Behauptung über einen Sachverhalt ausdrückt.
Für definierte Aussageverbindungen gelten »Junktoren« (und, oder, nicht, wenn-dann, entweder-oder etc.) und ihre Abkürzungen (Zeichen). Alle Junktoren sind auf die logischen Grundverknüpfungen Konjunktion, Disjunktion und Negation reduzierbar (vgl. Normalform der Boole´schen Algebra).

Die Aussagenlogik ist die elementarste Form der Logik, die nur mit Aussagevariablen und Junktoren arbeitet. Aussagenlogisch wird bestimmt, welche Aussagen "wahr" und welche Schlüsse "gültig" sind. Mit zwei Wahrheitswerten für "wahr" oder "falsch" werden elementare Aussagen binärer Variablen definiert.
Allgemeine Formen für ausdrückbare Begriffstrukturen lassen sich mit Hilfe der Aussagenlogik symbolisch-abstrakt modellieren, wobei logisch verknüpfte begriffliche Beziehungen mit vereinbarten Darstellungsformen für Logik-Funktionen und Relationen eindeutiger Kausalität zu beschreiben sind (vgl. 3.2.).

»Logische Funktionen« für deduktive und induktive Schlüsse (Inferenzen) können außerhalb von Gehirnen in "denkenden" Maschinen technisch implementiert werden. Alle logisch funktionierenden Computer vollziehen ihre Berechnungen und Problemlösungen gemäß programmierten Algorithmen nach vereinbarten Regeln für funktionelle Zuordnungen von Symbolen (vgl. Instruktionen von Programmiersprachen). Fallspezifisch objektivierte Logik-Funktionen, meist logische Verknüpfungen binärer Variablen (vgl. Boole´sche Algebra), werden in der Informatik und Robotertechnik vielfältig genutzt, z. B. für Computer-Schaltkreise, Logische Programmierung und Programmierte Steuerungen. [2]

Die Prädikatenlogik (besser: 'Prädikatorenlogik' mit Quantoren nach Frege) untersucht strukturierte Aussagen, die in quantifizierte Teilsätze zergliedert werden, wobei definierte Quantoren (All- und Existenzquantoren) für Variablen von Prädikatorenschemata neben Junktoren gelten. Die Prädikatenlogik untersucht die Wahrheit von Sätzen und die Gültigkeit von Schlüssen, die durch Ersetzung der Variablen in Prädikatorenschemata durch Nominatoren und Prädikatoren entstehen. Nominatoren (Namen, Indikatoren, Kennzeichen) für singuläre Begriffe bezeichnen jeweils den Gegenstand einer Aussage. Prädikatoren (Eigenschaftswörter oder Verben) für generelle Begriffe bezeichnen Eigenschaften von Gegenständen oder Beziehungen zwischen Gegenständen. Mit einstelligen oder mehrstelligen Prädikatoren werden Eigenschaften bzw. Beziehungen (Relationen) ausgedrückt, die sich formallogisch überprüfen lassen.

Die klassische Logik basiert auf dem Satz vom ausgeschlossenen Dritten, der nur zwei Wahrheitswerte ('wahr' oder 'falsch') für Aussagen zulässt und damit im Widerspruch steht zu möglichen Ausnahmen (von Regeln) oder unsicheren Annahmen aufgrund von erworbenen Kenntnissen (erlernten Relationen des Erfahrungswissens).

Nichtklassische Logiken berücksichtigen mehr als zwei Wahrheitswerte (mehrwertige Logik). Die »Modallogik« bestimmt Aussagebeziehungen nach ihrer Modalität (möglich, wirklich, notwendig). Neuere Logiken befassen sich auch mit logischen Verknüpfungen von Unbestimmtheiten für selektierbare Variablenwerte (vgl. CAND- und COR-Knoten, [1]) oder von unscharfen Mengen in Zuordnung zu 'unscharfen Merkmalen' (vgl. Wahrscheinlichkeitslogik bzw. Fuzzy-Logik).

Ein "vermutliche" Aussage (z. B. empirisches Urteil oder Abschätzung) kann nicht nur "wahr oder falsch" sein (mehr als zwei Wahrheitswerte), weil sie als "nicht erwiesen" (ungewiss) gedeutet werden muss, d. h. zu bewerten ist als "möglich" (wahrscheinlich, hypothetisch) oder als "relativ wahr" (unscharf bestimmt).

Empirische Aussagen und Voraussagen sind mit Vorstellungen "aus Erfahrung" assoziiert und entsprechen erinnerten Erwartungen oder Vorurteilen aufgrund von erworbenen Kenntnissen (gewonnenen Erkenntnissen), die kognitiv-logisch definiert werden als (erfahrungs-)bedingte Relationen und darstellbar sind in Form konditionierter Assoziationen (als bedingte Symbolverknüpfungen). [1] [4]

Eine kybernetische Aufgabe ist die Simulation kognitiver Gedächtnisleistungen für höhere Lernformen, die gekennzeichnet sind durch erfahrungsgemäß assoziierte Voraussagen, empirische Urteile und subjektive Bewertungen, die erforderlich sind für bedingte Aktionen oder Erwägungen optimaler Entscheidungen. [1] - [3]
Empirische Urteile sind notwendig bei der Simulation einer "intelligenten" Entscheidungsfindung durch systembezügliche Bewertung von "assoziativ erinnerten" Erwartungen für voraussichtliche Handlungskonsequenzen (vgl. Abwägen der Efferenzentwürfe) vor dem Entschluss. Für empirische Voraussagen beim 'bedingten Erwägen' einer optimalen Entscheidung erforderlich ist antizipatorisch nutzbares Erfahrungswissen, d. h. nutzbare erworbene Kenntnisse (bedingte Relationen) als begriffliche Beziehungen situationsbedingt ausgebildeter Begriffsstrukturen. [1]

Die Simulation kognitiver Leistungen durch situationsbedingte Ausbildung von 'kognitiv-logischen' Begriffsstrukturen wird erreicht mit (seit 1978 aufgezeigten) Konzepten der von mir definierten »Kognitiven Logik« - als eine theoretische Ausgangsbasis zur innovativen Modellierung von lernfähigen Gedächtnissystemen mit 'bedingten Logik-Funktionen', die auch für höhere Lernformen konzipierbar sind. [5]
Mein Ansatz für Kognitive Logik bedeutet einen systemtheoretischen Paradigmenwechsel hinsichtlich der Entwickung von "dynamischen" Wissensdarstellungen gemäß lernfähigen kognitiv-logischen Gedächtnisstrukturen, die gekennzeichnet sind durch veranlagte und bedingte Relationen bezogen auf mehrwertige Aussage-Variablen, womit auch 'nicht deduktive' Inferenzen implementierbar sind. - Dagegen ist die "starre" klassische (formale oder mathematische) Logik orientiert auf begründbare formale Aussagen gemäß festgesetzten normativen Regeln für deduktive Inferenzen (vgl. "top down" aus Prämissen abgeleitete Schlussfolgerungen). [1] [4]

Entwickelbare "dynamische Wissensdarstellungen" entsprechen konzeptionell definierten 'kognitiv-logischen' Gedächtnisstrukturen mit induktivem Lernvermögen (strukturelles Lernen), insbesondere zur 'selbstorganisierenden' Ausbildung oder Modifikation bedingter Logik-Funktionen - im Rahmen der jeweiligen strukturellen Lerndisposition für ausbildbare Begriffsstrukturen. Technische 'kognitive Systeme' sind konzipierbar (als KI-Modelle oder Artefakte) mit situationsbedingt modifizierbaren Funktionsausdrücken (aufgrund von Basis-Wissen) zur 'kognitiv-logischen' Bestimmung von erfahrungsbedingten Urteilen oder Voraussagen zwecks optimalen Entschlüssen für "intelligente" Aktionen oder Interaktionen. [1] - [5]
Im Unterschied zur formalen, klassischen Logik (für "starres" Regelwissen) hat ein kognitiv-logisches Systemkonzept "Intelligenter Automat" den Vorzug einer vorbestimmten 'strukturellen Lerndisposition' als potenzieller Anlage für induktiv erlernbare bedingte Relationen, die erworbenen Kenntnissen entsprechen. Damit ermöglicht werden 'erfahrungsgemäße' Implikationen für bedingte Logik-Funktionen, die in lernfähigen Gedächtnisstrukturen situationsabhängig ausbildbar und modifizierbar sind (vgl. erlerntes Erfahrungswissen, das konsolidiert, korrigiert oder falsifiziert werden kann). [3]

Formale dynamische Wissensdarstellungen werden analog ausbildbaren Begriffsstrukturen bestimmt durch 'strukturelles Lernen' eines kognitiv-logischen Gedächtnissystems mit Erfahrungswissen, das im Rahmen der Lerndisposition modifizierbar ist. Ein situationsbedingter Kenntniserwerb, aufgefasst als kognitiver Grundprozess, ist simulierbar mit mindestens einem induktiven Lernmechanismus auf der Basis von konzeptionellem Vorwissen für Grundfunktionen (veranlagtes Basis-Wissen, z. B. für Implikationen a priori), - im Unterschied zum Tabula-rasa-Ansatz des Empirismus/Behaviorismus für konnektionistische Neuronale Netze. [1] [2] [4]

Aufgezeigte Beschreibungsformen für kognitiv-logische Modelle sind symbolische Konstruktionen, d. h. funktionell verknüpfte Begriffssymbole, zur Darstellung modifizierbarer Relationsverknüpfungen für bedingte Logik-Funktionen. Diese modellhafte Objektivierung basiert auf elementaren Darstellungsformen für kognitiv-logische Implikationen, übereinstimmend mit hypothetisch angenommenen oder gewohnheitsmäßigen Regeln. Die erfahrungsgemäß modifizierten Funktionsregeln dienen zur Bestimmung von empirischen Urteilen oder Schlussfolgerungen (induktiven Inferenzen) unter dem Einfluss von assoziierten Voraussagen "aus Erfahrung", deren Zutreffen ungewiss ist. [1] [2]

Kognitiv-logische Gedächtnissysteme erlernen ihre induktiven Inferenzen (Schlüsse) durch erfahrungsgemäße Einbeziehung (empirische Implikation) von kenntnisspezifischen 'bedingten Relationen' in ihre bedingten Logik-Funktionen. Ihre empirischen Urteile entsprechen 'bisher bewährten' Regeln, die als 'induktiv angenommen' nur solange gelten, bis sie geändert oder korrigiert werden (vgl. Umlernen). [1]
Für induktive Inferenzen verfügbar sind veranlagte und/oder bedingte Relationen als 'funktionsbestimmende' Kenntnisse von begrifflichen Beziehungen des Erfahrungswissens.
Situationsabhängige und aspektorientierte Inferenzen (Schlussfolgerungen, Urteile) werden kognitiv-logisch bestimmt durch empirische Implikationen bedingter Relationen, einbezogen in kognitiv-logische Grundverknüpfungen einer lernfähigen Gedächtnisstruktur (siehe 3.). [4]

Eine dynamische Wissensdarstellung entsprechend »kognitiv-logischen Begriffsstrukturen« für empirische Urteile oder Schlüsse wird bestimmt mit 'bedingt verknüpften' Begriffssymbolen (aufgrund bedingter Relationen) als formale Aussagen auf hierarchischen Zuordnungsniveaus. [1] [2]

Dynamische Wissensdarstellungen der Kognitiven Logik sind systematisch konzipierbar mit sprachlich ausgedrückten Relationen (Assoziationen) und empirischen Implikationen für bedingte Zuordnungen funktioneller Formationen (def. als zugeordnete Invariantensätze auf Zuordnungsniveaus eines Zuordnungskomplexes [1]). Die bedingt zugeordneten Formationen als besondere Darstellungsformen sind gekennzeichnet durch elementare Begriffssymbole, die situationsspezifisch gelten gemäß (erfahrungs-)bedingten logischen Verknüpfungen, und die objektivierbar sind als 'aktuell selektierte' Variablenwerte (def. verifizierte Invarianten, vgl. 3.). [4]

Die Definition eines allgemeinen Begriffs (als Abstraktes im Allgemeinen) wird ermöglicht durch funktionelle Zuordnung seines Begriffssymbols zu disjunkten Konjunktionen spezifischer Merkmale (Merkmalskonjunktionen) von (wieder-)erkennbaren Objekten oder Situationen. [1]

Elementare Konzeptformen darstellbarer Begriffsstrukturen werden modelliert mit definierten kognitiv-logischen Grundstrukturen. Diese entsprechen "kognitiven" OR- und AND-Knoten als plastischen Grundverknüpfungen einer (nichtklassischen) Kognitiven Logik, die vom Autor systemtheoretisch aufgezeigt worden sind. Jede begrifflich ausbildbare Grundverknüpfung wird bezeichnet als COR- bzw. CAND-Knoten und ist dispositionell vorbestimmt zur 'synthetischen Verallgemeinerung' bzw. 'analytischen Abstraktion' ihres jeweils dargestellten Begriffs. Das Begriffslernen wir ermöglicht mit knotenspezifisch konditionierbaren Assoziationen der strukturellen Lerndisposition (siehe 1. und 3.). [1] [4]

Aufgezeigte Konzepte der definierten Kognitiven Logik für technische Implementationen erzielen eine lerntypische Ausbildung von bedingten Logik-Funktionen eines 'kognitiv-logischen Gedächtnissystems', das charakterisiert wird durch seine strukturelle Lerndisposition, sein veranlagtes Basis-Wissen und situationsabhängig ausbildbares Erfahrungswissen. [1] - [5]
Bedingte Logik-Funktionen aufgrund bedingter Relationen sind konzeptionell definierbar mit elementaren Darstellungsformen für empirische Implikationen, beispielsweise mit logischen 'Wenn-dann'-Regeln für induktive Inferenzen (verallgemeinernde Schlussfolgerungen). [2]

Relationale Modelle für kognitiv-logische Begriffsstrukturen können formal beschrieben werden als 'lerntypisch ausbildbare' kognitiv-logische Gedächtnisstrukturen mit bedingt verknüpften Relationen für empirische Aussagen. Ihre symbolisch-abstrakten Darstellungen sind implementierbar mit 'situationsbedingt modifizierbaren' Funktionsausdrücken für 'erlernbare' empirische Implikationen (induktiver Lernmechanismus). [1] - [4]

Induktiv (verallgemeinernd) angenommene Regelmäßigkeiten als erlernte Regeln für empirische Implikationen einer kognitiv-logischen Gedächtnisstruktur gelten nur hypothetisch und müssen sich praktisch bewähren (Bestätigung, Konsolidierung), um nicht verworfen oder geändert zu werden (Falsifizierung bzw. Korrektur oder Umlernen, vgl. philosophisches Induktionsproblem).

Objektivierbare 'kognitiv-logische' Begriffsstrukturen sind formal darstellbar mit (kognitiv-logischen) Verknüpfungen von Begriffssymbolen (Invarianten, z. B. Zeichen, Wörter oder Muster) als explizite Aussagen, die kommunikativ genutzt werden können (siehe 3.2.).


2.3. Logos-Relationen als prägnante Darstellungsformen für Grunderkenntnisse

Bewusst erinnerbare Modellvorstellungen aufgrund von (Er-)Kenntnissen können "symbolisch-abstrakt" beschrieben werden in Form von expliziten Aussagen (sprachlich gemäß Grammatik und Vokabular), womit besondere Urteile, Deutungen und Voraussagen ausdrückbar sind (vgl. Theorien und prädiktive Modelle der Wissenschaft).
Sprachliche Darstellungsformen für äußerbare Vorstellungen von begrifflichen Strukturen des deklarativen Wissens sind ausdrückbar mit verständlichen Symbolverknüpfungen (vgl. Zeichenfolgen als Sätze oder Relationen), die kommunikativ mitteilbar sind als informative Aussagen mit jeweils interpretierbaren Bedeutungen von aussagemäßig objektivierten Denkprodukten (siehe 3.).
Ein verständliches Ausdrücken eigener Vorstellungen gelingt mittels (logisch) verknüpften Begriffssymboln für möglichst eindeutige Darstellungsformen (vgl. syntaktische Formationen), die als kommunikativ mitteilbare Aussagen den dargestellten begrifflichen Beziehungen entsprechen (vgl. semantische Relationen oder Assoziationen).

Sprachlich ausdrückbar sind begriffliche Beziehungen des deklarativen Wissens mit formalen Aussagen von (Er-)Kenntnissen, die verständlich dargestellt und dadurch interaktiv mitgeteilt werden können (vgl. Objektivierung).
Ein formaler Ausdruck für mindestens eine begriffliche Beziehung (Begriffsrelation), der eine Aussage bei der Kommunikation darstellt, wird formuliert als grammatischer Satz gemäß dem Vokabular der jeweiligen Sprache.
Objektivierbare begriffliche Beziehungen sind formalisierbar als 'Begriffsrelationen' und entsprechen äußerbaren Kenntnissen des deklarativen Wissens, die formal darstellbar sind als logische Relationen (d. h. explizite Ausdrücke ein- oder mehrstelliger Prädikatoren) mit verknüpften Variablenwerten (Invarianten) oder als sprachliche Sätze für verstehbar formalisierte (codierte) Aussagen mittels Begriffssymbolen (def. Invarianten, z. B. Zeichen, Wörtern, Mustern oder Bildern). [4]

Explizite Aussagen über objektivierbare Beziehungen von modellierbaren Begriffsstrukturen betreffen konzeptionelle Deutungen aufgrund logischer Urteile. Solche möglichst prägnant zu formulierenden Aussagen sind erforderlich für kurz gefasste Beschreibungen, Erklärungen oder informative Mitteilungen (vgl. kurze Aussagesätze, Grundsätze oder Lehrsätze).

Wer Wesentliches erkennt, versucht sein Wissen verständlich darzustellen. - Ein gelehrter Denker kann Wesentliches erkennen und seine Deutung prägnant formuliert mitteilen.

Eine prägnant formulierte Aussage ist der Ausdruck einer (möglichst wahren) Behauptung über einen Sachverhalt, der als kenntnisspezifische Relation verständlich dargestellt wird mit in Beziehung gebrachten Symbolen für vereinbarte Begriffsdefinitionen, d. h. mit verknüpften 'Begriffssymbolen' (z. B. Variablenwerte, Zeichen oder Wörter) eines deutbaren Aussagesatzes (siehe 3.1).

Kurz gefasste Aussagen von Relationen sind reduziert auf wenige in Beziehung gesetzte Worte als vereinbarte Begriffssymbole für als wesentlich Erkanntes.
Thesenartige Kurzformen expliziter Aussagen von begrifflichen Beziehungen entsprechen nur dann realistisch erfassten Zusammenhängen eines komplexen Sachverhalts, wenn ihr unbewiesener Wahrheitsanspruch nach empirischer Überprüfung und Bewährung logisch begründet werden kann.

"Logos" ist ein antikes Konzept für: Begriff, Wort, Gedanke, Rede, Lehre und Vernunft, - besonders auch im Sinne von vernünftiger Rede, deren Aussagen richtig, begründet und überzeugend sein sollen (vgl. 2.2.).

Definierte »Logos-Relationen« sind prägnante Darstellungsformen als explizite Aussagen von "prinzipiellen" Erkenntnissen, d. h. erworbenen 'Kenntnissen von Wesentlichem', die aufgefasst werden als Grunderkenntnisse entsprechend kognitiv erfassten Begriffsrelationen.
Logos-Relationen sind logische Aussagesätze für Grunderkenntnisse, die mit möglichst wenigen Worten prägnant ausgedrückt werden.

Als Grunderkenntnisse können prinzipielle Erkenntnisse gewonnen werden durch empirische Überprüfung und Beobachtung der Bewährung der situationsbedingt erworbenen Kenntnisse von begrifflichen Beziehungen, die erfasst wurden entsprechend den grundsätzlich "begriffenen" (abstrahierten) Zusammenhängen der untersuchten Sachverhalte (vgl. bestimmbare Regeln für Gesetzmäßigkeiten).
Objektivierbare Grunderkenntnisse sind als 'Logos-Relationen' prägnant ausdrückbar und können als explizite Aussagen kommunikativ mitgeteilt werden, - beispielsweise zur Verständigung über wissenschaftlich definierte Naturgesetze, erprobte Regeln oder Lebensweisheiten.

Eine Logos-Relation wird definiert als 'kurz gefasste' Darstellung einer objektivierbaren Grunderkenntnis entsprechend einer begrifflichen Beziehung, die prägnant ausgedrückt wird in Form einer expliziten Aussage (als Satz, Relation, Assoziation oder Zuordnung) mit möglichst wenigen Begriffssymbolen (def. als Zeichen, Wörter oder Muster, siehe 3.).

Logos-Relationen sind prägnant formulierte Aussagesätze, die beispielsweise nutzbar sind als aspektorientierte Urteile für Interpretationen (Deutungen), Definitionen (Bestimmungen), Thesen (Behauptungen), Axiome (Prinzipien, Postulate), Instruktionen (Anweisungen), Implikationen (Wenn-dann-Regeln) oder Lebensweisheiten (Aphorismen) zu Prinzipien der Seinserfahrung (siehe 4.).

Eine mitteilbare Lebensweisheit ist der prägnante Ausspruch von erkanntem Wesentlichen (d. h. erfassbarem Beständigen) der Seinserfahrung unter einem Aspekt.

Bewährte Grunderkenntnisse von Seinserfahrungen, aufgefasst als 'Zeitlose Weisheiten', lassen sich mit aphoristischen Sentenzen (Sinnsprüchen oder Aphorismen als Logos-Relationen) ausdrücken, damit sie vor dem Vergessen bewahrt und einsichtsfördernd weitergegeben werden können. [9]

Ein richtiges Verstehen von Logos-Relationen gelingt nur solchen Interessenten, die über passendes Kontextwissen für vorausgesetzte Modellvorstellungen verfügen.

Jede formal-sprachliche Logos-Relation ist eine explizite Aussage für mindestens eine (entnehmbare) Information in konzentrierter Darstellungsform, d. h. eine relevanter Ausdruck mit geringer Redundanz.

Einer Darstellungsform (def. Formation) ist nur dann Information (aufgefasst als 'Eingeformtes') entnehmbar, wenn mindestens ein "verstehendes" kognitives System (Organismus, Subjekt) existiert, das diese objektive Formation erkennen und individuell interpretieren kann, wobei sein "informelles" Deutungsergebnis als subjektive Nachricht (für sich und andere) aspektorientiert nutzbar ist. [8]

Individuelles Verstehen von Formationen im jeweiligen Zusammenhang (Kontext) gelingt mit "richtig gedeuteten" Erkennungsergebnissen infolge von analytischen Unterscheidungen zwischen begrifflichen Wertekategorien des situationsbedingt erworbenen Erfahrungswissens, womit empirische Urteile für Aussagen und Entscheidungen bestimmt werden können.

Bei der interpretierenden Deutung wird der wahrgenommenen Form jedes gedeuteten Zeichens eine 'inhaltliche' Bedeutung funktionell zugeordnet, entsprechend einer semantischen Information der syntaktischen Formation. [4] Diese kann als "subjektive" Nachricht auf das Verhalten des Interpreten einwirken, d. h. eine Reaktion bewirken (z. B. Verstehen, Ablehnung, Erstaunen oder Erheiterung).

Die kognitive Interpretation eines deutbaren Zeichens gelingt nur dann, wenn seiner formalen Darstellung mindestens eine begründbare Aussage zugeordnet werden kann. Dafür notwendig ist eine (Er-)Kenntnis des Zeichens in Bezug auf die (mit ihm) 'assoziierte' Aussage, die sprachlich ausdrückbar ist (Aussagesatz, formale Beschreibung). Wer den Sinn-Zusammenhang der semantischen Zuordnung (als Entsprechungsrelation) kennt oder errät, der kann das dargestellte Zeichen richtig deuten, d. h. erkennen, verstehen und decodieren. Eine vereinbarungsgemäße Zeichenentschlüsslung gelingt mit Hilfe von adäquaten Vorkenntnissen (Erfahrungswissen) für mindestens eine erinnerbare Vorstellung der zutreffenden Aussage. [14]

Handlungsorientierte Interpretationen aktueller Situationen entsprechen konzeptionellen Deutungen von Formationen (als deutbaren Zeichen) in funktioneller Abhängigkeit von aktuellen "subjektiven" Einstellungen, Bewertungen und Zielstellungen (Emotion bzw. Motivation, vgl. 3.1.). [2]

Individuelle Deutungen von Sinneswahrnehmungen werden interpretativ bestimmt von der systemeigenen Gedächtnisstruktur entsprechend begrifflichen Beziehungen ihrer kognitiven Schemata, die beispielsweise als verknüpfte Merkmalsbeziehungen zur Objekterkennung dienen (siehe 1.1.).

Ein aktiver Wahrnehmungsprozess unter 'kognitiver Kontrolle' (präfrontaler Cortex) beginnt mit der Selektion von Informationsdarstellungen im Vergleich mit kognitiven Schemata (Unterscheidung, Klassifizierung, Kategorisierung, Abstraktion, Informationsreduktion). Dabei vorausgesetzt wird eine unbewusste oder bewusste Fokussierung der Aufmerksamkeit auf bevorzugt selektierte Übertragungskanäle (sinnliche oder hirninterne Modalitäten) für besondere Signalereignisse von externen oder internen Quellen. Der stärkste Reiz zieht meist die Aufmerksamkeit auf sich. Aber auch ein schwächerer Reiz kann "willentlich" als wichtig eingeschätzt werden und dadurch Aufmerksamkeit erregen.

Aufgrund von Kenntnissen des Erfahrungswissens entstehen in individuellen Wahrnehmungs- oder Erkennungsprozessen erinnerte funktionelle Vorstellungen. Ihre Objektivierung ist möglich mit symbolisch-abstrakten Beschreibungen als sprachlichen Darstellungsformen, beispielsweise mit analytischen Logos-Relationen als kurz gefassten Ausdrücken für Urteile oder Implikationen gemäß kognitiv-logischen Darstellungen.

Objektivierte Grunderkenntnisse in Form von Logos-Relationen entsprechen expliziten Aussagen von fundamentalen Vorstellungen prinzipieller Zusammenhänge (vgl. Basissätze analog ursächlichen Relationen), - insbesondere vereinbart als prinzipielle Aussagen (vgl. 3.1.).

Mit Logos-Relationen als prägnanten Darstellungsformen für prinzipielle Erkenntnisse sind fundamentale Modellvorstellungen explizit beschreibbar (vgl. Theorien, Lehrsätze oder Superzeichen), die für konzeptionelle Deutungen nützlich sind (vgl. konstruktive Konzepte, siehe 3.1.).
Vorzugsweise nutzbar bei kognitiv-logischen Interpretationen sind 'bedingte' Logos-Relationen als Implikationen (Wenn-dann-Aussagen) oder logische Argumente zur Begründung von empirischen Urteilen, - auch von situationsbedingten Schlussfolgerungen (vgl. erlernte Schlüsse).

Beim Lernen erreichbar ist 'tiefere' Einsicht durch neu gewonnene Erkenntnisse, die ein kognitives Umlernen erforderlich machen. Eine Voraussetzung dafür ist die empirische Überprüfung von verfügbaren Kenntnissen, die mit Logos-Relationen ausdrückbar sind. Dabei muss kritisch eingeschätzt werden, ob bestehende durch besser begründete Aussagen ersetzt werden können (d. h. jeweils durch eine neue oder präziser formulierte Logos-Relation).

Ein kognitives Umlernen im Sinne einer Korrektur oder Verbesserung der 'dynamischen' Wissensdarstellung mit modifizierbaren Logos-Relationen erfolgt durch erfahrungsgemäße Korrektur oder Ersatz von 'unbewährten' Aussagen zu 'unbestätigten' Kenntnissen einer lernfähigen Gedächtnisstruktur. [2]

Konsistent formulierte Logos-Relationen müssen gegenüber Zweifeln und Gegenargumenten empirisch konsolidiert werden, damit sie als 'bisher bewährte' Aussagen weiterhin gelten können und mit einer relativen Gewissheit nutzbar sind.

Im Gegensatz zu Logos-Relationen für 'prinzipielle' Grunderkenntnisse (vgl. Grundsätze, Axiome oder Regeln) gibt es sprachliche Ausdrucksformen für 'irreal ausgedachte' Fiktionen (vgl. Einbildungen, Mythen oder Legenden) oder für 'modellhaft entworfene' Konstrukte (vgl. Ansichten, Hypothesen oder Theorien). Diese sind "irrationale" Behauptungen bzw. "theoretische" Annahmen, die entweder als 'unwahr' falsifizierbar sind oder als 'ungewiss' geltend genutz werden können (vgl. Arbeitshypothesen oder Thesen), solange für sie kein logischer Wahrheitsbeweis erbracht werden kann (siehe 2.1.).

Eine These ist eine Behauptung mit Wahrheitsanspruch und kann nur dann als unwahre Aussage (vgl. Fehlurteil oder Trugschluss) falsifiziert werden, wenn sie praktisch überprüfbar ist oder logisch widerlegt werden kann.

Es gibt so genannte Rechthaber oder Besserwisser, die als uneinsichtig, anmaßend oder arrogant eingeschätzt werden, weil sie von der Richtigkeit ihrer thesenhaften Aussagen aufgrund von gewonnenen Erkenntnissen fest überzeugt sind, obwohl für diese (noch) keine logischen Beweise und keine hinreichende Bestätigung (praktische Bewährung, Konsolidierung) vorliegen.
Die kreativen Neuerer mit innovativer Einsicht in prinzipielle Zusammenhänge schützen den Wahrheitsanspruch ihrer erfinderischen Behauptungen vor aggressiven Denkgewohnheiten, Kritiken oder Zweifeln, auch vor Gegenargumenten von Antithesen, die sie nicht überzeugen und deshalb unakzeptabel für sie sind.

Basierend auf wissenschaftlichen Grunderkenntnissen für naturalistische Aussagen, die experimentell überprüfbar sind und irrationalen Überzeugungen widersprechen, gibt es logisch begründete Zweifel an 'unbeweisbaren' ideologischen und religiösen Behauptungen (vgl. Axiome oder Glaubenssätze als 'göttliche Offenbarungen').
Unerwiesen sind 'unwissenschaftliche' dogmatische Theorien (vgl. 2.1.) und auch dualistische Auffassungen von Geist und Materie (vgl. Metaphysik und Mystik).

Monistische Kritiken und aufklärende Argumentationen zwecks Wahrheitsfindung verunsichern die theologischen Vertreter von Religionen und werden deshalb von diesen entweder ignoriert oder aber als atheistische Angriffe auf tradierte Glaubenssätze bekämpft (vgl. Glaubenskriege, Hexenprozesse, Ketzerverfolgungen und Missionierungen).


3. Denkprodukte und Konzepte der Kognitiven Logik

Beim Lernen ausgebildete Begriffsstrukturen für theoretische Denkmodelle, die durch analytisch objektivierbare Denkprodukte, z. B. Urteile und Schlüsse, logisch begründbar sind, können mit bedingt verknüpften Begriffssymbolen in Form kognitiv-logischer Darstellungen systematisch beschrieben werden.
Definierte Kognitiv-logische Grundstrukturen für elementare Konzeptformen sind gekennzeichnet durch ihre 'erlernten' bedingten Relationsverknüpfungen (mittels konditionierten Assoziationen) entsprechend bedingten Logik-Funktionen zur modellmäßigen Darstellung von ausgebildeten Begriffsstrukturen, die durch analytische Abstraktion oder synthetische Verallgemeinerung modifizierbar sind (vgl. 3.2).
Kognitiv-logische Darstellungen für konstruktive Konzepte sind formulierbar mit empirischen Implikationen gemäß kognitiv erfassten Beziehungen zwischen Begriffen, denen bedingte Relationen einer lernfähigen Gedächtnisstruktur entsprechen. Diese können aufgrund von verallgemeinert angenommenen Regelmäßigkeiten induktiv erlernt und strukturell gespeichert werden. Die relational dargestellten 'erworbenen Kenntnisse von neu erfahrenen Regeln' sind zunächst nur hypothetisch nutzbar und müssen empirisch überprüft werden, damit sie nach praktischer Bestätigung als 'bisher bewährt' gelten können (Konsolidierung, sonst: Korrektur oder Umlernen). [2]

Die folgenden drei Abschnitte enthalten explizite Aussagen (Logos-Relationen) gemäß meinen Erkenntnissen zu prinzipiellen Begriffsbestimmungen für konstruktive Denkprodukte und innovative Konzepte der Kognitiven Logik (vgl. meine Publikationen seit dem Jahr 1978 [5]).
Angefügt sind selbstreflexive Deutungen in semantischer Verbindung mit Begriffen für "rationale" Denkoperationen und hoch entwickelte Intelligenzleistungen (vgl. Selbstreflexion und Selbstkontrolle), die konzeptionell erklärbar sind mit philosophisch und wissenschaftlich umstrittenen Begriffen wie '(Selbst-)Bewusstsein', 'Selbstmodell' und 'Selbstkonzept' (siehe 3.3.).

Hingewiesen wird auf soziale Probleme der technischen Entwicklung von kognitiv-logischen Simulationsmodellen mit gehirnähnlichen Funktionen und auch von 'autonom agierenden' Artefakten der kognitiven Robotik, die als lernfähige Gedächtnisssysteme mit empirischen Urteilen aufgrund subjektiver Bewertungen ihre individuellen Entscheidungen selbst bestimmen können. Zur Abwendung von möglichen Gefahren (für Mensch und Roboter) erforderlich ist die konfliktvermeidende Einschränkung ihrer Handlungsfreiheit, d. h. die 'ethische' Begrenzung ihrer 'rationalen' Autonomie, durch ihre jeweils konzeptionell vorbestimmte 'Selbstkontrolle' (vgl. Meta-Automat meines Systemkonzepts "Intelligenter Automat"). [3]


3.1. Begriffe und konstruktive Denkprodukte - konzeptionelle Deutungen

Formal ausdrückbare Denkprodukte entsprechen wissentlich äußerbaren Gedanken von Beziehungen zwischen Begriffen und damit assoziierten Vorstellungen (vgl. explizite Aussagen von begrifflichen Grundverknüpfungen für Thesen oder Konzepte).
Der semantische Inhalt eines (subjektiven) Gedankens wird formal ausgedrückt (objektiviert) als logischer oder informativer Gehalt einer expliziten Aussage (vgl. semantische Information einer syntaktischen Formation). [4] [8]
Sprachliche Ausdrucksformen für konstruktiv objektivierbare Denkprodukte sind kommunikativ nutzbar als verständlich formulierte Aussagen, die kritisch diskutiert und empirisch überprüft werden können.
Systematisch definierbar sind funktionale Relationen (vgl. Implikationen) als 'relationale' Aussagen für nützliche Beschreibungen von begrifflichen Beziehungen des deklarativen (Erfahrungs-)Wissens (vgl. kenntnisgemäße Begriffsstrukturen für logische Inferenzen), insbesondere zur modellgemäßen Bestimmung von empirischen Urteilen und assoziierten Voraussagen "aus Erfahrung" (vgl. konstruktive Modelle, siehe 1.3.). [2] [4]

Sprachlich ausdrückbare 'konstruktive Denkprodukte' resultieren aus konstruktivem Nach-Denken (d. h. mentaler Reflexion). Solche deklarativen (bewusst erinnerbaren) Resultate selbstreflexiver Denkprozesse werden angeregt durch eigene Intentionen (Absichten) für kritische Beobachtungen oder Fragestellungen.
Ein intentionaler Denkprozess ist zweck- oder aspektorientiert und wird grob charakterisiert als 'gedankliches Manipulieren' und 'antizipatorisches Kombinieren' von selektierten Symbolen für abstrakte Begriffe und semantische Relationen (gemäß neuronal repräsentierten Vorstellungen).

Konstruktive Resultate des Denkens werden aufgefasst als konstruktive Denkprodukte, die wissentlich aktivierbar sind durch gedankliches (mentales) Operieren mit möglichst sinnvollen (symbolisch-abstrakten) Begriffsformen, wobei deren funktionell modifizierbaren (kognitiv-logischen) Verknüpfungen oder Zordnungen gemäß 'ausgebildeten Begriffsstrukturen' bestimmt werden durch situationsbedingt erworbene Kenntnisse von kognitiv erfassten Beziehungen (def. als bedingte Relationen) entsprechend 'empirisch' wahrgenommenen oder 'assoziativ' vorgestellten Zusammenhängen von untersuchten Sachverhalten (siehe 3.2.).
Semantische Begriffsstrukturen für konstruktive Denkprodukte sind modellmäßig formalisierbar durch kognitiv-logische Darstellungen, die definiert werden als relationale Modelle mit begrifflich vereinbarten Symbolverknüpfungen und möglichen bedingten Relationen entsprechend bedingten Logik-Funktionen (siehe 2.2.).

Folgende systematisch geordnete Zusammenstellung prägnanter Relationen (analog begrifflichen Assoziationen) repräsentiert konstruktive Denkprodukte in Zuordnung zu ihren möglichen Äußerungen, die als informative Ausdrücke nützlich sind für kommunikative Mitteilungen (z. B. explizite Aussagen) oder für zweckdienliche Orientierungen, - auch zur Bestimmung möglicher Aktionen (z. B. Handlungen oder Konzept-Verwirklichungen).

Denkprodukt (Erdachtes)


Begriff - erfasstes Abstraktes im Allgemeinen,
- Abstrahiertes einer allgemeinen Vorstellung,
- als Wesentliches einer Kategorie / Klasse,
- als Besonderes mit verknüpften Merkmalen,
- als abstrakt definierte Größe einer Theorie

Erkennungsergebnis der Wahrnehmung:
Identifikation, Urteil, Anschauung, Deutung

Urteil und logischer Schluss (Inferenz):
Sach- oder Werturteil, Schlussfolgerung

Erwartung als Vorstellung (Erinnerung):
empirische oder hypothetische Voraussage

Gefühl als erlebte Emotion (Bewertung):
bewusste Empfindung, emotionale Erinnerung

Absicht als Intention:
Motiv(ation), Ziel, Antrieb, Bedürfnis, Wunsch

Plan als Arbeitsschema (Algorythmus):
zielorientiertes Verfahren, zeitlicher Ablauf

Entscheidung als Erwägung von Alternativen:
Entschluss, Wahl der Aktion, Problemlösung

Entwurf als kreative Leistung (Einfall):
Design-Konzept, Lösungsansatz, Erfindung

Theorie als Systematisierung des Wissens:
Denkmodell als symbolische Konstruktion für
wissenschaftliche (Grund-)Sätze oder Axiome

Methode als strategisches Metawissen:
Deduktion, Induktion, Verfahren, Taktik

Äußerung (Geäußertes)


Darstellung der 'deutbaren Konzeptform' als
Formation, Gestalt, Struktur oder Konstrukt mit
Begriffssymbol(en): Zeichen, Wörter, Bilder; -
Begriffsbestimmung mit konjunkten Merkmalen
als deklarative Aussage: Satz, Formel, Muster

Beschreibung des Erkannten (als Deutung):
Interpretation, Klassifizierung, Einordnung

Aussage mit Wahrheitsanspruch:
Aussagesatz für Behauptung oder Weisung

Voraussage "aus Erfahrung": Prädiktion,
Vorurteil oder erwartete Konsequenz

Gefühlsäußerung (emotionale Reaktion):
Meinung, Statusreport, Mimik, Gestik, Reflex

Zielstellung (Orientierung) als Vorsatz,
Absichtserklärung oder Versprechung

Tat-Vorschlag für planmäßige Ausführung:
Termin-Vorgabe für Handlung/Aktionsabfolge

Tat-Veranlassung (Handlungsanweisung)
für: Aktion(en), Verhaltensprogramm, Routine

Konzeption als konstruktiver Ansatz
für: Strukturbildung, Gestaltung, Konstruktion

Modell für Praxis (deklarative Beschreibung)
zur Voraussage, Berechnung oder Erklärung,
überprüfbar durch: Kritik, Experimente, Tests

Systematisches Vorgehen (Funktions- oder
Handlungsweise) nach Regeln oder Gesetzen

Begriffe werden modellhaft gebildet und dienen als kombinierbare Bausteine für (analytische und synthetische) Denkoperationen. Beim Denken werden Begriffe zu Gedanken(gängen) verknüpft, insbesondere zu Schlussfolgerungen (Schlüssen, Inferenzen) als logisch verknüpfte Urteile.
Begründbare Urteile über Wahrgenommenes, Vorgestelltes und Bewertetes basieren auf funktionell nutzbarem (Erfahrungs-)Wissen.
Erwartungen als (assoziierte) Voraussagen beeinflussen empirische Urteile und Entscheidungen "aus Erfahrung", - bestimmt von erworbenen Kenntnissen (erfassten Beziehungen), die als bedingte Relationen einbezogen sind in 'plastische' Begriffsstrukturen des ausbildbaren Erfahrungswissens.

Deutbare Worte dienen (wie Symbole, Zeichen oder Namen) zur sprachlichen Benennung (Bezeichnung) von objektivierbaren Begriffen und zur kennzeichnenden Formulierung (Beschreibung) von begrifflichen Beziehungen. Formal-sprachliche Ausdrücke (als Darstellungsformen gemäß einer Grammatik) sind mitteilbare deklarative Aussagen, die beispielsweise interpretierbar sind als Begriffsdefinitionen für relationale Modelle (definierte Begriffsstrukturen).

Die gedankliche Vorstellung eines Begriffs wird bestimmt als abstraktes Denkprodukt, dessen 'deutbare Konzeptform' mit unterschiedlichen Begriffssymbolen bezeichnet und verständlich dargestellt werden kann (s. u. und vgl. Tabelle).
Die Definition eines allgemeinen Begriffs als 'Abstraktes im Allgemeinen' wird ermöglicht durch funktionelle Zuordnung seines Begriffssymbols zu disjunkten Konjunktionen spezifischer Merkmale (Merkmalskonjunktionen) von (wieder-)erkennbaren Objekten oder Situationen (vgl. 3.2.). [1]

Zumindest ein Begriff ist mit einer symbolischen Darstellungsform (z. B. Zeichen, Wort, Bild oder Grafik) repäsentierbar Durch spezielle Vereinbarungen für ihre Interpretation (vgl. Deutung gemäß Codierung) sind auch unterschiedliche Begriffe darstellbar, - aber nur dann, wenn die für einen dargestellten Begriff charakteristische Merkmalskonjunktion in der Darstellung wahrgenommen, erkannt und gedeutet werden kann.
Die semantische Interpretation einer syntaktischen Darstellung gelingt als richtige Deutung durch Verstehen im betreffenden Kontext (vgl. Erkennung und Deutung unter 1.1.1. und 2.3. sowie 3.2.).

Ein allgemeiner (genereller) Begriff ist ein gedankliches Konstrukt (mentales Konzept) von analytischen Abstraktionen (speziellen Begriffen) in alternativer Zuordnung zum synthetisch Verallgemeinerten, d. h. dem allgemeinen Begriff, dem eine formal beschreibbare kognitiv-logische Begriffsstruktur entspricht. Typisch für einen allgemeinen Begriff sind alternative Abstrakta für Besonderes/Einzelnes (spezielle oder Unterbegriffe) in disjunktiver Verknüpfung für das Allgemeine als genereller (Ober-)Begriff.
Ein spezieller (abstrakter) Begriff entspricht der analytischen Abstraktion des Wesentlichen von unterschiedlichen Erscheinungsformen (Formationen) einer besonderen Kategorie (Begriffsklasse). Das "begriffene" Abstraktum (als Besonderes) wird gekennzeichnet durch kombiniert erfasste Merkmale (für kennzeichnende Einzelheiten), die in einer definierten Merkmalskonjunktion begriffstypisch zusammengefasst werden. Diese ist disjunktiv einbezogen in eine 'kognitiv-logische Grundstruktur' eines allgemeinen Begriffs (vgl. funktioneller COR-Knoten einer disjunktiven Verknüpfung mehrerer CAND-Knoten als prinzipielles Modell einer objektivierbaren 'Konzeptform', siehe 3.2., Bild). [1][4]

Unterstützt von veranlagten Begriffen des Basis-Wissens (vgl. Kategorien a-priori nach Immanuel Kant) werden zusätzliche neue Begriffe situationsbedingt (intuitiv oder induktiv) gebildet und mit bestehenden Begriffen in Beziehung gesetzt.
Die mentale Begriffsbildung wird bestimmt durch "kognitives" Begreifen eines begrifflichen Beziehungsgefüges als (kognitiv-logische) Begriffsstruktur für verallgemeinertes Abstraktes (als Wesentliches), das durch beliebig definierbare Zeichen (d. h. Begriffssymbole) darstellbar ist.

Gebildete allgemeine Begriffe als Abstrakta (Kategorien, Objektklassen) gelten jeweils für Besonderes, das kognitiv erfasst und in Allgemeines des (Ober-)Begriffs einbezogen worden ist, d. h. das durch Verallgemeinerung (induktiv) 'begriffen' wurde.[4]
Die "kreative" Begriffsbildung resultiert aus einem 'kognitiven Erfassen' (abstrahierenden Begreifen) von typischen Merkmalsbeziehungen für ein als Begriff festgestelltes Abstraktum (Wesentliches) aufgrund von "intuitiven" Situationsbedingungen (mit assoziativen Einflüssen) bei der analytischen Untersuchung von abstrakten oder konkreten Gegenständen (vgl. definierte 'assoziative' bzw. 'reale' Konditionierung bedingter Relationen, siehe [1] u. [4])

Albert Einstein schrieb: "Die Verknüpfung der elementaren Begriffe des Alltagsdenkens mit Komplexen von Sinnen-Erlebnissen ist nur intuitiv erfassbar und wissenschaftlicher (logischer) Fixierung unzugänglich." [AEA, 122-858, S. 3, Physik und Realität, 1935] [10]
"Andererseits aber haben jene Begriffe und Relationen, insbesondere die Setzungen realer Objekte, überhaupt einer 'realen Welt', nur insoweit Berechtigung, als sie mit Sinneserlebnissen verknüpft sind, zwischen welchen sie gedankliche Verknüpfungen schaffen." [AEA, 122-858, S. 2, Physik und Realität, 1935] [10]
"Nach meiner Überzeugung muss man sogar viel mehr behaupten: die in unserem Denken und in unseren sprachlichen Äußerungen auftretenden Begriffe sind alle - logisch betrachtet - freie Schöpfungen des Denkens und können nicht aus den Sinnen-Erlebnissen induktiv gewonnen werden. Dies ist nur deshalb nicht so leicht zu bemerken, weil wir gewisse Begriffe und Begriffsverknüpfungen (Aussagen) gewohnheitsmäßig so fest mit gewissen Sinnerlebnissen verbinden, dass wir uns der Kluft nicht bewusst werden, die logisch unüberbrückbar die Welt der sinnlichen Erlebnisse von der Welt der Begriffe und Aussagen trennt." [AEA, 1-139, S. 4, B. Russell und das philosophische Denken, 1944] [10]
Zur näheren Erläuterung schrieb Einstein an Max von Laue: "Die Bemerkung über Begriffe, und im besonderen über die 'erlebnisnahen', ist durchaus nicht so gemeint, dass ich die genetische Bedingtheit der Begriffe durch Erlebnisse leugnen wollte. Was ich meine, ist nur, dass Begriffe aus dem Rohmaterial der Erfahrung nicht durch einen logischen Prozess ableitbar sind." [10]

Kognitive Begriffsbestimmungen sind erkenntnisgemäße Definitionen und werden aufgefasst als 'innovative Begriffsdeutungen' oder Begriffsbildungen mit neu erfassten Begriffsrelationen für ausgebildete 'kognitiv-logische' Begriffsstrukturen (siehe 3.2.). Mit diesen erklärbar sind neu entworfene konstruktive Konzepte, die vorteilhaft genutzt werden können, um alte Probleme besser zu lösen oder um neue Probleme zu erkennen und analytisch lösbar zu machen (s. u.).
Weil neu gebildete Begriffe, die durch situationsbedingten Kenntniserwerb beim Denken erklärbar sind, nur relativ wahr sein können, müssen ihre formal ausgedrückten Begriffsbestimmungen als objektivierte Begriffsdefinitionen ständig empirisch überprüft, korrigiert und verbessert werden (vgl. Unschärfeprinzip der relativen Wahrheit, siehe 2.1.).

Eine neue Begriffsdefinition ist sprachlich ausdrückbar und sollte möglichst verständlich beschrieben und widerspruchsfrei begründet werden.
Aspektorientiert definierte Begriffe sind gedanklich verbunden mit bestimmten Fragestellungen oder Interessen.
Allgemeine Begriffe sollten möglichst zweckfrei und umfassend (universell) definiert werden, wobei verständnisspezifisches Kontextwissen vorausgesetzt wird.

Die expliziten Aussagen von begrifflichen Beziehungen sind dann verständlich formuliert, wenn ihre in Beziehung gebrachten Begriffssymbole (vgl. Worte oder Zeichen) in Übereinstimmung mit grammatikalischen Organisationsprinzipien sinnentsprechend zuordenbar sind zu vereinbarten Symbolen für bekannte Begriffsbestimmungen (vgl. syntaktischer Code zur semantischen Verständigung).
Eine verständlich formulierte Aussage (z. B. Satz, Nominatoren und Prädikatoren) entspricht einem ausgedrückten Urteil oder einer These als (anfangs) unbewiesene Behauptung, deren Wahrheitsanspruch oder Wahrscheinlichkeit empirisch überprüfbar sein muss, damit ihre faktische Begründung mit logischen Argumenten möglich ist, - im Unterschied zu transzendenten Axiomen von Religionen und Ideologien, die nur unbewiesen geglaubt werden können (vgl. 2.1.).
Wenn Aussagen von begrifflichen Beziehungen mit den beurteilten Tatsachen nicht in Übereinstimmung gebracht werden können, sind sie entweder "unwahr" oder nur relativiert deutbar als "teilweise wahr" gemäß ihrer 'korrigierenden' Interpretation durch fallbezogene Anpassung oder begriffliche Eingrenzung (vgl. juristische Auslegung).

Die prinzipiellen Aussagen sind vereinbarte Basissätze (Axiome, Grundsätze), d. h. formale Ausdrücke von relationalen Grunderkenntnissen entsprechend fundamentalen Beziehungen zwischen begrifflich festgesetzten Größen, beispielsweise prägnant formulierte Relationen für Begriffsbestimmungen (vgl. Definitionen, mathematische Formeln), - insbesondere vereinbart als systematisierte Ausdrucksformen für 'bisher bewährte' Theorien und 'erkannte' Gesetze in Naturwissenschaft und Gesellschaft (vgl. Logos-Relationen, siehe 2.3.).

Die interaktive Verständigung über symbolische Darstellungsformen (Zeichen, Bilder, Texte, Kunstwerke) ist nur mit 'passenden' Begriffsstrukturen für richtig zugeordnete Vorstellungen möglich, d. h. mit kommunikativ geeignetem Wissen (z. B. vereinbarten Codes oder Regeln) für adäquate Deutungen im entsprechenden Kontext.

Individuelles Verstehen geschieht mit "deutenden" Erkennungsergebnissen infolge von analytischen Unterscheidungen zwischen begrifflichen Wertekategorien (kognitive Klassifizierung) des nutzbaren Wissens, besonders entsprechend situationsbedingt erworbenen Kenntnissen (Erfahrungswissen) zur Bestimmung von empirischen Urteilen für "eigene" Aussagen und Entscheidungen.
Ein richtiges Verstehen formal dargestellter semantischer Informationen wird ermöglicht mit 'generellen' Erinnerungen von Begriffsbeziehungen als (abgerufene) Kenntnisse 'wesentlicher' Zusammenhänge (Kontext- oder episodisches Wissen) über untersuchte Sachverhalte. Für detailliertes Verstehen nützlich sind zusätzliche 'singuläre' Erinnerungen von Merkmalsbeziehungen als Kenntnisse von "gemerkten" Eigenschaften (Merkmal- oder Faktenwissen) einzelner Objekte oder Situationen (vgl. 1.) [8]

Ein »Verstehen lernen« heißt 'kognitive' Gewinnung von individueller Einsicht in prinzipielle Zusammenhänge von untersuchbaren Sachverhalten der 'wirklichen' Erfahrungswelt (vgl. Erkenntnisprozess).
Praktische oder theoretische Einsicht (vgl. Klugheit bzw. Weisheit) basiert auf situationsbedingt erworbenen Kenntnissen (d. h. Wissenszuwachs durch Erkenntnisse), die modellhaft erfassten 'begrifflichen' Beziehungen entsprechen (vgl. 1.1.2.).

Das Kennenlernen einer Wirkbeziehung des untersuchten Sachverhalts gelingt durch kognitive Erfassung des Kausalzusammenhangs zwischen zugeordneten Signalereignissen, wobei eine situationsbedingt erworbene Kenntnis als bedingte Relation in Form einer konditionierten Assoziation der lernfähigen Gedächtnisstruktur 'erlernt' wird (vgl. strukturelles Lernen und Speichern als begriffliche Beziehung, siehe 1.2.).
Logisch begründbare Kenntnisse von als "gesetzmäßig" erfassten Kausalitätsbeziehungen gelten als 'bisher bewährte' Erkenntnisse, die vorteilhaft nutzbar sind für empirische Urteile und optimale Entscheidungen.
Aufgrund von Erfahrungswissen erfolgt die Veranlassung und Steuerung von erlernten "bedingten" (Re-)Aktionen gemäß der vorausgesetzten Kenntnisnutzung für situationsabhängig erinnerbare Vorstellungen (vgl. assoziierte Voraussagen oder Vorurteile), die durch ihre situationsabhängige Bewertung empirische Urteile beeinflussen können (siehe 1.3.).

Konzeptionelle Deutungen als handlungsorientierte Interpretationen von erkannten und beurteilten Situationen (wahrgenommen oder vorgestellt) sind funktionell abhängig von aktuellen "subjektiven" Einstellungen, Bewertungen und Zielstellungen (vgl. Antrieb, Emotion bzw. Motivation). [2][3]
Unbewusste Emotionen oder Motivationen sind der rationalen Beurteilung unzugänglich und können unkontrolliertes Verhalten impulsiv bewirken, bevor sie als Gefühle bewusst werden. [6]

Der "deutende" Mensch interpretiert seine empirischen Wahrnehmungen aufgrund von eigenen (subjektiven) Vorstellungen seines modellhaften Wissens, verbunden mit erinnerten Erwartungen (Voraussagen) oder Vermutungen (Hypothesen) als unbewiesenen Annahmen von Fakten oder Gesetzmäßigkeiten festgestellter (beobachteter) Zusammenhänge.
Untersuchte Sachverhalte sind kritisch zu prüfen und wissenschaftlich zu erforschen, um ihre erfassbaren Beziehungen möglichst objektiv zu beschreiben und systematisch zu erklären, z. B. mit (mathematisch) definierten Gesetzen oder Regeln, mit denen empirische Voraussagen gemacht werden können.

Urteile und Schlüsse des logischen Denkens in Gehirnen sind neurowissenschaftlich nachweisbar als funktionelle Aktivitäten von hierarchisch verknüpften Neuronen, wobei funktionsspezifisch 'synchronisierte' Neuronen-Ensembles lokalisiert werden können. [6]
Semantische Informationen begrifflicher Urteile sind formal mit selektierten Begriffssymbolen ausdrückbar als explizite Aussagen von Gedanken, insbesondere als Worte, Sätze oder Bilder (vgl. Nominatoren und Prädikatoren, siehe 2.2.).

Elementare Urteile, die aus mentalen Interpretationen von externen und internen Situationen resultieren, entsprechen neuronalen Verknüpfungsergebnissen (vgl. axonale Aktionssignale). Diese können formal dargestellt werden als kognitiv-logische Verknüpfungen von Relationen mit begrifflichen Invarianten, die explizit objektivierbar sind als formale Begriffssymbole für spezifische Signalmuster (vgl. Merkmalskonjunktionen kognitiver Schemata einer kognitiv-logischen Gedächtnisstruktur). [1] [4]

"Verstandesmäßige" Interpretationsprozesse zur Erkennung und Deutung von aktuellen Situationen sind prinzipiell erklärbar durch 'kognitiv-logische' Informationsverarbeitung zwecks individueller Beurteilung von situationsspezifisch wahrgenommenen Objekten (Inputs) unter erfahrungsgemäßer Berücksichtigung von erinnerten Vorstellungen und assoziierten Voraussagen entsprechend erworbenen Kenntnissen (als begrifflichen Beziehungen) von bisher erfassten Zusammenhängen untersuchter Sachverhalte. [2] [3]

Die Intelligenz eines kognitiven Systems entspricht seiner Befähigung zum Problemlösen ausgehend von der Erkennung einer Problemsituation, insbesondere ihrer für das Handeln wesentlichen Eigenschaften im jeweiligen Zusammenhang, wodurch gemäß dieser Einsicht eine zielgerichtete oder zweckorientierte Problemlösung zu finden ist, z. B. als optimale Entscheidung im Handlungsspielraum für 'intelligentes' Verhalten (siehe 1.1.1.).

Eine Problemsituation wird hinsichtlich der möglichen Erreichung mindestens eines (allgemeinen oder speziellen) Ziels bestimmt, wobei davon ausgegangen wird, dass die vorkommenden Systemvariablen begrifflich (mittels Merkmalen) bekannt sind und ihre hierarchischen Beziehungen sinngemäß verstanden werden.
Zur "rationalen" Erkennung und Deutung einer komplexen Problemsituation erforderlich sind nutzbare Kenntnisse, die als zutreffende Vorkenntnisse (realistisches Vorwissen) eine situationsspezifische Analyse ermöglichen, damit einzelne Lösungsschritte und ihre erwarteten Konsequenzen ermittelt bzw. abgeschätzt werden können (vgl. antizipatorische Bewertung beim Erwägen). Dafür notwendig ist nützliches Wissen über vorhandene und mögliche Zusammenhänge innerhalb des betrachteten Realitätsausschnitts (vgl. kognitive Schemata, siehe 1.1.1.).

Das 'bedingte Erwägen' einer optimalen Entscheidung (aufgefasst als höhere Lernform) geschieht durch antizipatorische Bewertung von "aus Erfahrung" assoziierten Voraussagen, insbesondere von erwarteten Konsequenzen der einschätzbaren Entscheidungsalternativen. Das voraussichtliche Abwägen von vermuteten Tatfolgen gelingt nur bei richtiger Einschätzung möglicher Alternativen der erkannten Problemsituation, wozu zweckdienliches Erfahrungswissen in ausreichendem Maße verfügbar sein muss.

Die Fehleinschätzung einer Problemsituation aufgrund von fehlenden oder mangelhaften Kenntnissen, die falsche Vorstellungen für Fehlurteile bestimmen, führt dann zur Verunsicherung, wenn sich eine praktizierte Fehlentscheidung als Irrtum oder Torheit erweist.
Ein flexibler (lernfähiger) Problemlöser bemüht sich um die Fehleranalyse und Suche nach Gründen für seine Fehlurteile; dagegen beharrt ein "Rechthaber" auf seinen 'voreingenommenen' Vorstellungen aufgrund von bisherigen Erfahrungen (vgl. konservative Argumente für konventionelle Urteile).
Das schwierige Lernen aus Fehlern gelingt nur dann, wenn durch 'positive' Auswertung von irrtümlich gemachten 'negativen' Erfahrungen (vgl. Enttäuschungen oder Misserfolge) die spezifischen Ursachen oder Gründe für Fehlentscheidungen bzw. Fehlhandlungen analytisch erkannt werden, womit begründete Korrekturen der falschen Vorstellungen für Fehlurteile möglichst effektiv vorgenommen werden können (vgl. Erfahrungsbewältigung durch Fehlerkorrektur oder Umlernen).

Pragmatische empirische Urteile werden durch "intelligentes" Lernen am Effekt von Aktionsversuchen (Experimenten, Tests) bestimmt und entsprechen kognitiv-logischen Implikationen (vgl. erlernte 'Wenn-dann'-Regeln) zur Erinnerung von individuellen Vorstellungen (vgl. assoziierte Voraussagen), die geeignet sind zum erfahrungsgemäßen Erwägen von optimalen Entscheidungen für bedingte Aktionen. [1] [2]

In Fällen neuartiger Situationen, für die bewährte Entscheidungsregeln zur Handlungssteuerung fehlen, sind zur effektorientierten Bestimmung von Versuchen gute Ideen als möglicherweise irrtümliche Hypothesen (Vermutungen) erforderlich.
Notwendige Voraussetzung für "intelligentes" Problemlösen ist mindestens ein "kognitiver" Lösungsansatz als überprüfbare Vermutung (z. B. einer möglichen Mittel-Zweck-Relation) entsprechend einem hypothetischen Schluss auf einen wahrscheinlichen Sachverhalt (vgl. Abduktion bei C. S. Peirce).
Wer theoretische Einsicht in reale Zusammenhänge gewinnen will, muss seine Hypothesen praktisch überprüfen und durch Korrektur verbessern können.

Kreativ denken bedeutet, mit neuer Einsicht in Wesentliches innovative Problemlösungen finden.
Kreatives Denken geschieht meist "intuitiv" (gefühlsmäßig) und ist aber "wissentlich" unterstützbar mit heuristischen Methoden für systematische Arbeitshypothesen oder sog. Heuristiken zum Problemlösen.

Auf Vermutungen beruhende Denkansätze und Entwürfe sind formal beschreibbar als »konstruktive Konzepte«, die versuchsweise nutzbar sind für theoretische Modelle und auch für heuristische Methoden zur Auffindung von praktikablen Lösungswegen mit Erfolgsaussichten.

Neue entworfene Theorien oder Methoden als kreative Denkprodukte basieren auf besonderen 'konstruktiven Konzepten' entsprechend mentalen Innovationen (Erfindungen), die eine allgemeine Bedeutung nur dann erhalten, wenn sie mit Erfolg praktiziert werden und sich rational durchsetzen gegenüber Vorurteilen, Kritiken oder Zweifeln (siehe 1.3.).
Ein konstruktives Konzept kann sich als 'gute Idee' im Sinne eines Verbesserungsvorschlags nur dann gegen bisherige Vorstellungen, Ansichten oder Denkgewohnheiten durchsetzen, wenn sein innovativer Ansatz zur angestrebten Verbesserung gutachterseitig richtig verstanden und effektiv unterstützt wird, so dass erfolgreiche Anwendungsformen dieses neuartigen Konzepts realisiert werden und eine wachsende Anerkennung seiner (bezweifelten) Bedeutung erfolgt.
Eine neue Idee kann eine "bahnbrechende" Bedeutung haben, wenn sie dem konstruktiven Konzept einer großen Erfindung entspricht. Sie entsteht am ehesten, wenn ein Forschungsthema mit Unvoreingenommenheit und ausreichendem Vorwissen analytisch bearbeitet wird.

Das Phänomen eines "intuitiven" oder "reflexiven" Einfalls (Idee) entspricht der kreativen Leistung des Entwurfs eines äußerbaren 'konstruktiven Konzepts', das begründbar ist durch mindestens eine neu erworbene Kenntnis von einem kognitiv erfassten (begriffenen) Zusammenhang. Dabei ist jede zunächst vermutete theoretische Erkenntnis entsprechend einer 'bedingten Relation' (def. als erworbene Kenntnis) empirisch zu überprüfen, ob sie konsolidiert oder falsifiziert wird.

Friedrich Dürrenmatt (1921 - 1990) meinte: "Kreative Phantasie arbeitet durch ein Zusammenwirken von Erinnerung, Assoziation und Logik."

Veranlagte konditionierbare Assoziationen (vgl. plastische Synapsen) der 'strukturellen Lerndisposition' eines kognitiv-logischen Gedächtnissystems ermöglichen die situationsbedingte Ausbildung unterschiedlicher 'Konzeptformen' für bedingte Logik-Funktionen. Diese sind prinzipiell bestimmbar als 'analytische Abstraktion' oder 'synthetische Verallgemeinerung' von begrifflichen Invarianten, die als Begriffssymbole (z. B. Variablenwerte oder Formationen) explizit formalisiert werden können (siehe 3.2.). [1] [4]

Die 'induktive' Verallgemeinerung mindestens einer Begriffsform (def. Konzept-Form) beim 'strukturellen Lernen' entspricht der lerntypischen Änderung oder Ausbildung einer Begriffsstruktur, die vollzogen wird durch Neuverknüpfung von begrifflichen Beziehungen in Folge der situationsbedingen Erfüllung mindestens einer Koinzidenzbedingung des jeweiligen Lernmechanismus für eine bedingte Relation der kognitiv-logischen Gedächtnisstruktur (siehe 1.2.). [1] - [5]

Bei der 'assoziativen Konditionierung' bedingter Relationen werden bedingte Relationen des Vorwissens assoziativ genutzt, indem sie in Form von bereits konditionierten Assoziationen zur situationsgemäßen Erfüllung von Koinzidenzbedingungen beitragen. Dadurch 'assoziativ' konditionierbar sind "innovative" Assoziationen (vgl. Einfälle für "kreative" Entwürfe), die konstruktive Konzepte entsprechend theoretischen Erkenntnissen bestimmen können (siehe 1.2. und Bild unter 3.2.). [4]
Durch 'assoziative Kenntnisnutzung' (vgl. empirische Assoziationen) kann die Bildung 'neu entworfener' konstruktiver Konzepte unterstützt werden, wobei bisher unverbundene 'mentale' Konzepte (analog einzelnen Begriffen der ausbildbaren Begriffsstrukturen) jeweils über eine konditionierte Assoziation (vgl. gebahnte Synapse) miteinander in Beziehung gebracht werden.

Ein kognitiver Wissenszuwachs (durch Kenntniserwerb) bedeutet einen fortschrittlichen Qualitätssprung bei der Entwicklung von Wissen und führt zu einer 'innovativen' Einsicht.
Wer seine neuen Erkenntnisse veröffentlicht, der kann zum wissenschaftlichen Fortschritt beitragen, womit aber ein weiterer Wissensmissbrauch ermöglicht wird.

Theoretische Modelle sind ausdrückbar als symbolische Konstruktionen für abstrakt beschreibbare Zusammenhänge von wirklichen Sachverhalten. Diese formal beschreibbaren Abstraktionen (als begriffliche Konstrukte) basieren auf 'empirischen' Beobachtungen oder 'rationaler' Einsicht in Sinnzusammenhänge (d. h. Erfassung von Beziehungen) der objektiven Realität. Formale Darstellungen von funktionellen Strukturen für Wirkungszusammenhänge sind beispielsweise mathematische oder logische Funktionsausdrücke (Formeln bzw. Regeln) aufgrund von elementaren Implikationen für Schlussfolgerungen (Inferenzen). [1]
Das modellmäßig konstruierte Erfahrungswissen kann niemals mit apodiktischer Gewissheit gelten, sondern nur solange es sich praktisch bewährt (erprobte Bestätigung, vgl. Unschärfeprinzip der relativen Wahrheit, siehe 2.1.).


3.2. Kognitiv-logische Begriffsstrukturen - Lernfähige Zuordnungskomplexe


Erinnerbare Gedankengänge über deklaratives Wissen können sprachlich ausgedrückt werden, - entweder unbewusst als "unüberlegte" Äußerungen oder bewusst als "gewählt formulierte" Aussagen, z. B. als verständliche Mitteilungen beim Argumentieren und Kommunizieren.

Ausgebildete Begriffsstrukturen für abstrakte Gedanken über die Wirklichkeit entsprechen erinnerbaren Vorstellungen (Ansichten oder Fiktionen), die in Form von konkreten Darstellungen objektivierbar und sprachlich mitteilbar sind. Empirisch überprüfbare Vorstellungen können mit spezifischen Beziehungen der Realität näherungsweise übereinstimmen (vgl. Problem der Adäquatheit von theoretischen Modellen).
Mit ausgebildeten Begriffsstrukturen für verallgemeinerte Begriffe werden theoretische Modellvorstellungen bestimmt, die symbolisch-abstrakten Denkmodellen entsprechen. [4] [7]
Wenn kenntnisspezifische Begriffsrelationen mit erfassten Zusammenhängen von realen Sachverhalten (der objektiven Realität) adäquat übereinstimmen, dann können ihre objektivierbaren Darstellungsformen für nutzbare Theorien mit relativer Wahrheit gelten (vgl. 2.1.).

Das individuelle Sprachvermögen ist eine systemimmanente Voraussetzung für deklarative Ausdrücke als formale Darstellungen zur Beschreibung und Erklärung eigener Vorstellungen, Urteile, Konzepte oder Intentionen hinsichtlich der Vergangenheit bzw. Zukunft.
Sprachliche Aussagen werden bestimmt von dem aktuell nutzbaren, 'deklarativen' Erfahrungswissen (einschließlich symbolisch-abstrakten Denkmodellen) und dem methodischen oder selbstreflexiven Metawissen (vgl. kognitiv-logische Modellbildung, siehe 1.3.). [1] [7]

Ein Wissenszuwachs beim Lernen ist erklärbar durch veränderte, verfeinerte oder erweiterte Verknüpfungen begrifflicher Beziehungen des Erfahrungswissens, die charakteristisch sind für "lerntypisch" ausgebildete Begriffsstrukturen modularer Konzeptformen, die aufgefasst werden als symbolisch-abstrakte Grundverknüpfungen zur Bestimmung von empirischen Urteilen oder kognitiv-logischen Schlüssen. Ihre formalen Darstellungen lassen sich zurückführen auf explizite Relationen von verknüpften Aussagevariablen einer 'kognitv-logischen Gedächtnisstruktur' (s. u.). [1] [2] [4]

Logische Ausdrücke sind syntaktisch korrekte und semantisch richtige Zeichenfolgen als Aussagen (def. Formationen), die nach (Grund-)Regeln einer Grammatik für ein sprachliches Vokabular gebildet worden sind.
Für begriffliche Bezeichnungen definiert werden »Begriffssymbole« (z. B. Zeichen, Worte oder Muster), die als objektivierte begriffliche Formationen mitgeteilt und gedeutet werden können. Ihre dargestellten semantischen Inhalte sind als "eingeformte" Informationen zu verstehen, die "interpretativ entnehmbaren" Begriffsbedeutungen entsprechen (meine Definition, vgl. [1] [4] [8]).

Das begriffliche Äquivalent einer materiellen Formation entspricht einem modellhaften Konzept, das als erinnerbare Vorstellung mit mindestens einem Begriffssymbol, aufgefasst als verifizierbare Invariante, formal dargestellt und kommunikativ mitgeteilt werden kann.
Eine einzelne begriffliche Formation gilt als selektiertes Besonderes, das typisch ist für 'Abstraktes im Allgemeinen', d. h. für einen (analytisch) abstrahierten Begriff. Dieser wird zugeordnet zu mindestens einem (synthetisch) verallgemeinerbaren Begriff einer übergeordneten Kategorie oder Objektklasse, - entsprechend der formalen Darstellung des Allgemeinen als 'integrativen' Oberbegriff von disjunktiv einbezogenen (Unter-)Begriffen (vgl. Bilder s. u.).[4]

Die Abstraktion einer erkennbaren Formation wird bestimmt als die 'vereinfachende' Zuordnung mindestens einer symbolischen Invariante als Begriffssymbol. Diese gilt als eine vereinbarte Begriffsbezeichnung für die abstrahierte Formation. Ein zugeordnetes Begriffssymbol ist ausdrückbar als definierter Identifikator, Nominator oder Prädikator.

Mit 'vervielfältigbaren' Begriffssymbolen bezeichnet werden abstrakte Kategorien von Objekten (Klassen), die als Besonderes abstrahiert (begrifflich aufgefasst) und in erweiterbare ('plastische' kognitiv-logische) Verknüpfungen für Allgemeines einbezogen werden können. Das begrifflich 'neu einbezogene' Abstrakte gilt als "erlerntes" Besondere im Allgemeinen (vgl. Bild unten). [1]

Benennbare Begriffe und ihre Beziehungen (Begriffsstrukturen) können 'redundanzvermindert' dargestellt werden mit relativ wenigen symbolischen Invarianten als markante Begriffssymbole für syntaktische Ausdrücke, z. B. mathematisch formulierte Begriffs- oder Aussageformen, zwecks vorteilhafter Informationsreduktion durch Abstraktion redundanter Formationen.
Mit kurz gefassten formal-sprachlichen Ausdrücken sind prägnant formulierte Aussagen (Aussagesätze) zwecks Kommunikation objektivierbar, d. h. verständlich mitteilbar und optimal übertragbar, wobei 'nützliche Redundanz' ein besseres Verstehen ermöglicht.

Begriffliche Invarianten werden als vereinbarte symbolische Zeichen ausgedrückt, z. B. zur Bezeichnung von Merkmalen (als Aspekten des Besonderen) und von allgemeinen Begriffen (Klassen).
Logisch verifizierte Invarianten werden als ereignis- oder datenspezifisch 'selektierte Formationen' dargestellt, z. B. codierte Signal- oder Bit-Werte, Zeichen, Worte, Sätze, Sequenzen oder Muster. [1] [4]

Symbolische Ausdrucksformen für aktuelle Begriffe (Begriffssymbole) sind reduzierbar auf situationsspezifisch ausgewählte Werte von 'kognitiv-logisch' verknüpften Variablen. Für vernetzte Begriffe (einer komplexen Begriffstruktur) dient jede begriffliche Variable als binäre oder mehrwertige Komponente von mindestens einer Variablenkonfiguration zur Informationsdarstellung und kann gemäß ihrem funktionellen Anteil situationsbedingte Darstellungsformen (Formationen) bestimmen.
Aktuelle Variablenwerte entsprechen einzeln 'verifizierten Invarianten' oder ihnen zugeordneten Formationen (Invariantensätze, Relationen) als selektierte Begriffssymbole, mit denen unterschiedliche Aussagen, Funktionen, Urteile, Bewertungen oder Entscheidungen eines kognitiv-logischen Gedächtnissystems darstellbar sind (vgl. lernfähiger Zuordnungskomplex). [1] [2][4]

Objektivierbare Beziehungen zwischen Begriffen (Begriffsrelationen als Kenntnisse) können sprachlich ausgedrückt werden als kenntnisspezifische Relationen (Assoziationen, Verknüpfungen) mit logisch verknüpften Symbolen (Invarianten, Variablenwerten). Begrifflich vereinbarte 'Symbolverknüpfungen' stellen Besonderes dar und werden 'verallgemeinernd' zugeordnet zu expliziten Begriffssymbolen (Zeichen, Wörter, Sätze oder Bilder), die Allgemeines darstellen (vgl. schematische Abbildungen).
Kommunikativ mitteilbare Symbolverknüpfungen sind konkrete Darstellungsformen von abstrakten Begriffsstrukturen, - beispielsweise verständlich formulierte Aussagesätze (Relationen, Axiome) oder Funktionsausdrücke (Regeln, Formeln) für modellhafte Beschreibungen und Erklärungen von erfassten Zusammenhängen (vgl. 'relationale Modelle' des deklarativen Wissens, siehe 2.).

Begriffe mit ihren Beziehungen (in Form von Assoziationen) können modellmäßig objektiviert werden als analysierbare Begriffsstrukturen analog begrifflich definierten Knoten semantischer Netzwerke. Solche Begriffsknoten entsprechen symbolisch-abstrakten 'Verknüpfungselementen' einer lernfähigen Gedächtnisstruktur, die funktionell wirksam sind in plastischen Verknüpfungen für erfahrungsbedingte Begriffsrepräsentationen (vgl. mein Postulat 'verallgemeinernder Neuronen' zur kognitiv-logischen Verknüpfung von jeweils sehr vielen Input-Relationen).

Die symbolisch-abstrakte Selektion und Integration als begriffsbestimmende mentale Operationen in 'lernfähigen Gedächtnissystemen' sind erklärbar mit kognitiv-logischen Funktionen. Diese entsprechen 'kognitiv-logischen Darstellungen' mit funktionellen Variablen in modifizierbarer Vernetzung für ausbildbare Symbolverknüpfungen, gekennzeichnet durch analytisch bzw. synthetisch einbeziehbare 'bedingte Relationen' (als kenntnisspezifische Beziehungen für Abstraktes oder Allgemeines analog CAND- bzw. COR-Knoten). [1] [2]

Obiges Bild veranschaulicht einen modifizierbaren Zusammenhangsgraph mit prinzipiell möglichen 'konditionierbaren Assoziationen' (gestrichelt) einer strukturellen Lerndisposition der 'kognitiv-logischen Grundstruktur' für einen verallgemeinerbaren Oberbegriff Cy, dargestellt als erweiterbarer COR-Knoten nach CAND-Knoten, wobei disjunktiv bzw. konjunktiv verknüpfte bedingte Relationen ausgehend von begrifflich einbeziehbaren Merkmalen Cx induktiv erlernbar sind (gemäß definierter Koinzidenzbedingungen). [1]

Mein Ansatz: Voraussetzung für eine (zunächst) hypothetische Begriffsbildung sind situationsbedingt ausbildbare Begriffsstrukturen gemäß 'veranlagten' konditionierbaren Assoziationen einer strukturellen Lerndisposition, die potenziell vorbestimmt sind durch mindestens einen 'verallgemeinernden' (induktiven) Lernmechanismus zur 'kognitiven' Zusammenhangserfassung unter einer Koinzidenzbedingung für jeweils zwei verbindbare Begriffssymbole, - gemäß einer Konnexanalyse nach dem 'Prinzip der Vereinbarkeit' (siehe 1.2.). [1]
Bei der Ausbildung von Begriffsstrukturen durch 'strukturelles Lernen' entstehen bedingte Relationen in Form 'konditionierter Assoziationen' (vgl. synaptische Verbindungen), die erworbenen Kenntnissen entsprechen, welche kurz- oder langzeitig 'behalten' werden und sich als 'relativ wahre' empirische oder theoretische Erkenntnisse bewähren können.

Der situationsbedingte Kenntniserwerb für empirische oder theoretische Erkenntnisse ist simulierbar durch definierte 'reale' bzw. 'assoziative' Konditionierung von Assoziationen, die ausgebildeten Darstellungsformen für bedingte Relationen entsprechen (vgl. Bild). [1] - [5]

In Beziehung gesetzte Begriffe (verknüpfte Abstrakta) sind sprachlich ausdrückbar mit zugeordneten Begriffssymbolen (vgl. Nominatoren und Prädikatoren) und bedingten Relationen für definierte »kognitiv-logische Begriffsstrukturen«.

Systemtheoretisch definierte relationale Modelle der »Kognitiven Logik« implementieren dynamische Wissensdarstellungen mit 'kognitiv-logisch' verknüpften Relationen (für feste und ausbildbare Begriffs- oder Merkmalsbeziehungen), die bezogen sind auf logisch verifizierbare Invarianten als Begriffssymbolen (siehe 2.2. und » Publikation). [1]
Zur dynamischen Wissensdarstellung dienen situationsbedingt modifizierbare Logik-Funktionen entsprechend ausbildbaren begrifflichen Verknüpfungen eines modellierbaren lernfähigen Gedächtnissystems, das ausbildbare (kognitiv-logische) Begriffsstrukturen repräsentiert (vgl. plastische Neuronenverknüpfungen im Gehirn). [2] [4]

Eine formale Darstellung von ausbildbaren 'kognitiv-logischen' Begriffsstrukturen gelingt durch die konzeptionelle Objektivierung der verknüpfbaren begrifflichen Beziehungen hinsichtlich der situationsbedingten Ausbildungsmöglichkeiten für bedingte Relationen, die einbezogen werden in 'erfahrungsbedingte' logische Verknüpfungen (bedingte Logik-Funktionen) im Rahmen einer strukturellen Lerndisposition (vgl. 1.2.).

Kognitiv-logische Begriffstrukturen werden bestimmt durch 'induktiv erlernte' (kognitiv erfasste) Beziehungen als verallgemeinert "angenommene" bedingte Relationen (in Form von konditionierten Assoziationen der lernfähigen Gedächtnisstruktur), die objektiviert ausdrückbar sind als kenntnisspezifische 'relationale Aussagen' mit verknüpften Begriffssymbolen (vgl. formale Relationen als verständliche Symbolverknüpfungen).

Eine durch empirische Verallgemeinerung (induktiv) ausgebildete kognitiv-logische Begriffsstruktur (vgl. modellhafte Vorstellung) basiert auf mindestens einer situationsbedingt erworbenen Kenntnis (def. bedingten Relation) eines durch induktive Konnexanalyse erfassten Zusammenhangs von 'koinzident' erfahrenen (Signal-)Ereignissen oder (Beobachtungs-)Fällen.
Die begriffliche Verallgemeinerung einer Aussage als 'empirisches Urteil' wird bestimmt durch mindestens eine Einzelerfahrung der erworbenen Kenntnis (einer 'kognitiv erfassten' begrifflichen Beziehung) von einem erfassten Zusammenhang. Dabei wird die 'neu erlernte' bedingte Relation funktionell einbezogene in eine bedingte Verknüpfung entsprechend einer ausgebildeten Begriffstruktur, die aufgefasst wird als 'konstruktives Konzept'.
Die kognitiv erfasste Beziehung eines kennen gelernten Zusammenhangs wird verallgemeinert genutzt. Dabei hat eine induktiv angenommene Regelmäßigkeit der erfassten Beziehung nur hypothetische Bedeutung und muss durch praktische Bewährung bestätigt werden, damit für sie eine theoretische Gesetzlichkeit gelten kann (vgl. induktiver Lernmechanismus und Wahrheitsfindung, vgl. 2.1.). [1]

Als sprachliche Darstellungsformen für kognitiv-logische Begriffsstrukturen geeignet sind unterschiedliche (veranlagte, erlernbare und bedingte) Relationen, die begrifflichen Beziehungen entsprechen und funktionell einbezogen sind in elementare (kognitiv-logische) Verknüpfungen von Begriffssymbolen (def. als Knoten modularer 'Konzeptformen' - analog Neuronen). Mit formal verknüpften Begriffsrelationen als deklarativen Aussagen (vgl. Implikationen für Schlüsse) können symbolisch-abstrakte Gedankengänge objektiviert geäußert werden.

Objektivierbare »Konzeptformen« für ausbildbare begriffliche Grundverknüpfungen entsprechen elementaren Funktionseinheiten analog semantischen Begriffsstrukturen, die formalisierbar sind als »kognitiv-logische Grundstrukturen« mit 'plastischen' CAND- und COR-Knoten (vgl. These 10 in [4]). Diese werden begrifflich bestimmt als 'kognitiv-logische Konzept-Module' für »lernfähige Zuordnungseinheiten« (auf hierarchischen Zuordnungsniveaus) eines definierten »lernfähigen Zuordnungskomplexes«, der konzipiert wurde als Modell eines 'interpretativ' fungierenden Gedächtnissystems mit struktureller Lerndisposition (aufgefasst als 'denkendes Gedächtnis'). [1] - [5]
Kognitiv-logische Konzept-Module der vernetzten und rückgekoppelten Zuordnungseinheiten implementieren bedingte Logik-Funktionen des lernfähigen Zuordnungskomplexes, insbesondere zur Simulation der 'analytischen' Abstraktion und 'synthetischen' Verallgemeinerung von Begriffssymbolen für kognitiv-logische Urteile, die begründet werden können durch empirische Implikationen (erfahrungsgemäße Wenn-dann-Schlüsse). [1] [4]

Eine »analytische Abstraktion« (eines Einzelfalls einer Klasse) wird bestimmt als die funktionelle Zuordnung eines Begriffssymbols (vgl. CBa für das abstrahierbare Besondere) zu der analysierten Formation von Begriffssymbolen für markante Einzelheiten (vgl. Ci als 'konjunkte' Merkmale), die aufgefasst wird als Merkmalskonjunktion des Besonderen. Das als Besonderes symbolisierte Abstrakte (vgl. CBa) kann zugeordnet werden einem allgemeinen Begriff einer Klasse (vgl. Cy als Allgemeines) in Folge dessen »synthetischer Verallgemeinerung« entsprechend der funktionellen Einbeziehung in seine disjunktive Verknüpfung von 'alternativen' Begriffssymbolen (vgl. disjunkte Merkmale Cx oder CBa als Abstrakta für Besonderes). [1] [4]

Durch Verallgemeinerung "induktiv" ausgebildete Begriffsstrukturen können modellmäßig dargestellt werden als funktionell zugeordnete Symbol-Formationen mittels elementaren Funktions- oder Verknüpfungseinheiten (def. kognitiv-logische Konzept-Module) in hierarchischer Anordnung auf 'Zuordnungsniveaus' eines konzipierten 'lernfähigen Zuordnungskomplexes'. [1] [2]

Ein lernfähiger Zuordnungskomplex hat eine kognitiv-logische Gedächtnisstruktur für ausbildbares Erfahrungswissen zur assoziativen Kenntnisnutzung, besonders für empirische Voraussagen und Urteile, gestützt auf sein deduktiv nutzbares Basis- und Vorwissen. Seine konzeptionellen Gedächtnis- und Verarbeitungsleistungen dienen der Simulation höherer Denk- und Lernformen gemäß situationsbedingtem Kenntniserwerb im Rahmen seiner 'strukturellen Lerndisposition'. [1] [2]
Die simulierbaren 'interpretativen' Denkoperationen für (hierarchisch gekapselt) klassifizierte Lernformen werden funktionell bestimmt mit erfahrungsgemäß ausgebildeten kognitiv-logischen Verknüpfungen von Begriffssymbolen (definiert als verifizierbare Invarianten) auf hierarchischen Zuordnungsniveaus eines 'lernfähigen Zuordnungskomplexes' (vgl. mein Systemkonzept 'Intelligenter Automat'). [3]
Die durch situationsbedingten Kenntniserwerb im Zuordnungskomplex 'erlernten' Symbolverknüpfungen entsprechen ausgebildeten 'kognitiv-logischen' Begriffsstrukturen für konzeptionelle Modellvorstellungen, die als 'konstruktive Konzepte' mit Logos-Relationen prägnant beschrieben werden können (vgl. 1.2. und 2.3.).

Ein konstruktives Konzept (wie ein gebildeter Begriff) entspricht einer erkenntnisgemäß ausgebildeten Begriffsstruktur, d. h. einer 'kognitiv neu geordneten' Verknüpfung begrifflicher Beziehungen. Diese ist gekennzeichnet durch die logisch-funktionelle Nutzung mindestens einer neuen (Er-)Kenntnis (als bedingten Relation), die kognitiv-markant ist für die 'analytische Abstraktion' oder 'synthetische Verallgemeinerung' mindestens einer elementaren Konzeptform entsprechend einem expliziten Begriffssymbol (vgl. Bild und 3.1.). [1] - [4]

Die Ausbildung kognitiv-logischer Begriffsstrukturen wird bestimmt mit definierten Grundprinzipien der analytischen Abstraktion und synthetischen Verallgemeinerung von Begriffssymbolen für konstruktive Konzepte, die aufgrund von situationsbedingtem Kenntniserwerb empirischen Urteilen entsprechen und funktionell einbezogen werden in erfahrungsgemäße Bewertungen und Entscheidungen. Zu ihrer formalen Simulation geeignet sind kognitiv-logisch verknüpfte Begriffsymbole, die definiert werden als verifizierbare Invarianten in Symbol-Formationen auf hierarchischen Zuordnungsniveaus eines 'lernfähigen Zuordnungskomplexes'. [1]

Die strukturelle Lerndisposition eines Zuordnungskomplexes ermöglicht die (reale oder assoziative) Konditionierung von Assoziationen (seiner kognitiv-logischen Gedächtnisstruktur), die bedingte Relationen darstellen entsprechend den 'kognitiv erfassten' begrifflichen Beziehungen.
Gemäß ausbildbaren Begriffsstrukturen werden durch strukturelles Lernen "induktiv" modifizierte Verknüpfungen von Begriffssymbolen (def. kognitiv-logische Symbolverknüpfungen) 'kognitiv verallgemeinert', wobei elementare Konzeptformen (vgl. COR-/CAND-Knoten für ausbildbare begriffliche Grundverknüpfungen) mit anderen in Beziehung gebracht und 'funktionell vereint' werden (vgl. bedingte Logik-Funktionen).
Eine 'neu erkannte' begriffliche Beziehung zwischen zwei bisher isolierten Konzeptformen bedeutet ihre verallgemeinerte Verbindung durch eine "erlernte" bedingte Relation. - Damit erklärbar ist auch eine innovative Begriffsbildung wie beispielsweise für die Bezeichnung »Kognitive Logik«. [1] - [5]

Der systemtheoretisch definierte 'lernfähige Zuordnungskomplex' ist ein konstruktives Denkmodell mit kognitiv-logischer Gedächtnisstruktur, dessen systemtechnische Beschreibung geeignet ist zur formalen Implementation von konzipierten Steuerfunktionen für "intelligentes" Verhalten (analog natürlichen Organisationsprinzipien), die konzeptionell darstellbar sind mit kognitiv-logischen Symbolverknüpfungen für bedingte Logik-Funktionen auf hierarchischen Zuordnungsniveaus. Solche objektivierbaren Darstellungsformen sind auf unterschiedliche Maschinen aufgabenspezifisch übertragbar entsprechend den technisch möglichen (hard- und softwaremäßigen) Realisierungen. [2] [3]

Als neuronale Korrelate für mentale Abstraktionsleistungen hinsichtlich besonderer Situationsmuster für Begriffe fungieren vermutlich spezielle Aktionssignale von 'superponierten' Neuronen-Verknüpfungen (selektiv, integrativ oder logisch), deren bedingten Zuordnungen gekennzeichnet sind durch lerntypische Plastizität und auch 'stabilisierendes Feedback'.
Meine These: Vermutlich gibt es in lernfähigen Gedächtnisstrukturen des Gehirns "kognitiv-logische" Verknüpfungen für begriffliche Repräsentationen (vgl. Vorstellungen), die sprachlich ausdrückbar sind mit expliziten Aussagen als Urteile oder logische Schlüsse. In 'begrifflich zuordnenden' Funktionskomplexen des Gehirns fungieren die vernetzten Neuronen als elementare Verknüpfungseinheiten (mit mehrwertigen Outputs) wie 'plastisch verknüpfbare' Variablen. Charakteristisch für verallgemeinerte Begriffsdarstellungen sind disjunktive Verknüpfungen neuraler Aktionsmuster, die unterscheidbar sind als 'synchronisierte' Invariantensätze (def. Formationen) und (wieder-)erkennbaren Merkmalskonjunktionen entsprechen können. [1]
Neurobiologisch nachgewiesen sind selektiv detektierbare neuronale (Re-)Aktionsmuster für "ableitbare" Begriffssymbole (z. B. "Bill Clinten"-Gesicht, Gedanken oder Steuerbefehle), die von spezifischen Neuronen bzw. ihren Ensembles generiert werden. [6]
Das neurowissenschaftliche 'Bindungsproblem' betrifft die neurale Bildung und Darstellung von Merkmalskonjunktionen für verallgemeinerbare Begriffe, insbesondere bei der klassifizierenden Objekterkennung durch Kategorisierung wahrgenommener Situationen. Wissenschaftlich zu erklären ist die begriffliche Konvergenz symbolischer Repräsentationen auf unterschiedlichen Abstraktionsniveaus, - entsprechend den hierarchisch zugeordneten (Signal-)Darstellungen von 'synchron-aktiven' Neuronen (vgl. verknüpfte Konzeptformen auf Zuordnungsniveaus eines Zuordnungskomplexes).


3.3. Selbstreflexive Deutungen und bewusste Selbstkontrolle - Meta-Automat

Im Gehirn, aufgefasst als lernfähiges Gedächtnissystem, gibt es sehr viele wechselwirkende Neuronengruppen (neurale Module) für spezielle Funktionen. Diese sind definierbar als 'strukturell verteilte' und 'komplex vernetzte' Funktionskomplexe, die superponierten Verarbeitungsniveaus für interne und externe Situationen entsprechen (hierarchisch aufsteigend vom Hirnstamm bis zum Cortex). Bei ihrer 'selbstorganisierten' Struktur-Ausbildung werden die integrativen und selektiven Verknüpfungen von Neuronen situationsbedingt modifiziert (vergleichbar mit bedingten Logik-Funktionen durch strukturelles Lernen). [6]

"Neuronale Vorgänge lassen sich klassifizieren in solche, die grundsätzlich keinen Zugang zum Bewusstsein haben, solche, die wahlweise ins Bewusstsein gelangen können, und solche, die grundsätzlich bewusst sind." ... "Bewusste Entscheidungen basieren per definitionem auf Inhalten bewusster Wahrnehmungen und auf Erinnerungen, die im deklarativen Gedächtnis als explizites Wissen abgelegt wurden. Bei den Variablen bewusster Entscheidungen handelt es sich also vornehmlich um spät Erlerntes: um ausformuliertes Kulturwissen, ethische Setzungen, Gesetze, Diskursregeln und verabredete Verhaltensnormen." ... "Es scheint, als sei das Gehirn darauf angelegt, Kongruenz zwischen den im Bewusstsein vorhandenen Argumenten und den aktuellen Handlungen bzw. Entscheidungen herzustellen. Gelingt das nicht, weil im Bewusstsein gerade nicht die passenden Argumente aufscheinen, dann werden sie um der Kohärenz willen ad hoc erfunden." (Wolf Singer, aus: 'Entscheidungsgrundlagen', FAZ v. 8. Jan. 2004) [18]

Bewusstes Denken ist durch "inneres Sprechen" (auch mit sich selbst) erlebbar, besonders beim 'Ersinnen' von Problemlösungen oder deklarativen Antworten auf erkenntnisfördernde Fragen (Kritik, Zweifel, Dialektik).

Für das Phänomen 'Bewusstsein' gibt es seitens der Hirnforschung erste neurobiologische Erklärungsansätze auf materieller Basis. Qualitative Bewusstseinsniveaus und komplexe Bewusstseinszustände werden zurückgeführt auf die vielschichtige dynamische Funktionalität im Gehirn. Diese qualitative Funktionsverschachtelung ist gekennzeichnet durch philogenetisch entwickelte Hierarchiestufen mit evolutionären Vorteilen. Das oberste Bewusstseinsniveau der Introspektion und Selbstreflexion entspricht der höchsten Entwicklungsstufe des Gehirns mit vergrößertem Assoziationscortex und selbstbezüglichen Kontrollfunktionen im Stirnhirn (vgl. präfrontaler Cortex und 'explizites' Arbeitsgedächtnis, s. u.). [6] [19]

"Weil präfrontale Regionen konvergente Inputs aus sensorischen, emotionalen, motivationalen und Erinnerungsschaltkreisen empfangen, geht man davon aus, dass sie die komplexe Integration von Informationen (Bindung) zu leisten vermögen, die im Gehirn im Zuge einer bewussten Erfahrung geschehen muss." (Joseph LeDoux in [19], S. 258).
Aus 'deklarativen Gedächtnisstrukturen' des assoziativen Cortex sind individuelle Langzeiterinnerungen (des expliziten Wissens) "wissentlich abrufbar", beeinflusst vom limbischen System. Diese können in Form sprachlicher Ausdrücke mitgeteilt werden (vgl. Objektivierung für Beschreibungen und Erklärungen). [6]

Assoziative Gedankengänge sind modellmäßig verknüpfte 'Überlegungen' des symbolisch-abstrakten Denkens. Das Finden einer eigenen Meinung oder rationalen Entscheidung, z. B. beim intentionalen Nachdenken bzw. handlungsorientierten Abwägen, erfolgt durch "wissentliche" Selbstreflexion gemäß individuellem Erfahrungswissen und subjektiven Bewertungen.

Wissentliche Gedankengänge beim 'bewussten' Nachdenken (Reflexion), insbesondere für "intelligentes" Problemlösen, betreffen situationsgemäß (neuronal) aktivierte begriffliche Verknüpfungen unter funktioneller Einbeziehung von individuell erinnerten Vorstellungen (vgl. Erwartungen oder Voraussagen 'aus Erfahrung').
Mit 'wissentlich-rationaler' Einsicht in symbolisch-abstrakte Begriffszusammenhänge erklärbar sind 'höhere' kognitive Leistungen (vgl. Antizipation, Intention und Selbstreflexion). Diese ermöglichen konstruktive Konzepte, prädiktive Modelle und zielorientierte Pläne, die beeinflusst werden von 'subjektiven' Bewertungen gemäß 'unbewussten' internen Situationen (vgl. Antrieb, Emotion und Motivation). [6]

Beim "bewussten" Nachdenken (Reflexion) und "intelligenten" Problemlösen vollziehen neuronale Verknüpfungen besondere Gedankengänge analog begrifflichen Beziehungen für 'wissentliche' Deutungen oder explizite Urteile, die objektivierbar sind als (situationsbedingt aktivierte) Logik-Funktionen, die bestimmt werden durch die assoziative Einbeziehung von aktuell nutzbaren Erinnerungen als erfahrungsgemäße Vorstellungen oder Erwartungen (vgl. Ansichten, Vorurteile oder Voraussagen 'aus Erfahrung').

Selbstreflexive Deutungen (subjektive Auslegungen, eigene Erklärungen) von wirklichen oder fiktiven Zusammenhängen aufeinander beziehbarer Gegenstände oder Phänomene gehen aus von individuellem 'deklarativem' Wissen, das entsprechend kognitiv-logischen Begriffsstrukturen darstellbar ist (vgl. 3.2).

"Sich etwas bewusst sein" entspricht einer 'wissentlichen' Seinserfahrung und bedeutet: "davon eine äußerbare Vorstellung haben". - Dem "sprachlichen Bewusstsein" entspricht ein Ausdrucksvermögen für mitteilbare 'explizite' Aussagen über deklaratives 'Wissen vom Sein' (vgl. Sebstmodell).
Ein bei Menschen hoch entwickeltes Bewusstsein im Sinne von 'sprachlichem Bewusstsein' wird bestimmt als ein sprachliches Ausdrucksvermögen für 'explizite' Aussagen über individuelle Vorstellungen und selbstbezügliche Erfahrungen.

Erfahrungsgemäße Vorstellungen sind erinnerbar in deklarativen Gedächtnisstrukturen entsprechend relationalen Kenntnissen analog begrifflichen Beziehungen. Diese können 'wissentlich' (bewusst) geäußert und kommunikativ mitgeteilt werden in Form von expliziten Aussagen (vgl. Aussagesätze, Relationen, Formeln und Kunstwerke). Verständliche Formulierungen mentaler Erinnerungen und Deutungen dienen zur Kommunikation mit anderen Individuen, beispielsweise als Berichte, Statusreports, Lehrsätze, Beschreibungen, Erklärungen, Behauptungen oder Begründungen (vgl. Objektivierung und Tradierung von Aussagen).

Der funktionell deutbare Begriff des (Selbst-)Bewusstseins bezieht sich auf deklaratives 'Wissen vom Sein' (des Selbst), dem ein ontogenetisch gebildetes Selbstmodell entspricht, das für 'selbstkontrollierende' Überwachungs- und Steuerfunktionen genutzt werden kann (vgl. Persönlichkeitsentwicklung hinsichtlich Selbstkontrolle und Intention).

Hoch entwickeltes "Selbstbewusstsein" ist erlebbar durch mentale Selbstreflexion, d. h. selbstbezügliches Nachdenken, besonders hinsichtlich Statusreports über "Ich"-Zustände, die sprachlich formulierbar sind. Selbstbewusst denkende Menschen sind befähigt zu "rationaler" Kritik (logischer Reflexion) und auch zu "intentionaler" Selbstkontrolle (Selbstbestimmung), die sie im Rahmen ihrer Handlungsfreiheit 'selbstkritisch' planen können.

Das 'selbstbezüglich denkende' Gehirn (vgl. Selbstreflexion) ist beschreibbar als ein Gedächtnissystem mit Selbstmodell, das befähigt ist zu "vernünftiger" Selbstkontrolle durch eine 'kritische' Beurteilung und 'subjektive' Bewertung von individuell erkannten (bewusst gewordenen) System-Zuständen, die neuen Situationen unangemessen sein können (vgl. Probleme, auch Statusreports über Konflikte).
Aufbauend auf Erfahrungswissen und Metawissen zum Problemlösen kann intelligentes Verhalten "intentional" (absichtlich, willentlich) gesteuert und erforderlichenfalls korrigiert werden (vgl. Handlungsoptimierung). Dazu erforderlich sind (sprachlich ausdrückbare) Urteile, die bestimmt werden von "aus Erfahrung" assoziierten Voraussagen oder erwarteten Konsequenzen von routinemäßigen (unbewussten) Reaktionen. [3]
Ein 'persönliches Selbstmodell' im menschlichen Gehirn (vorrangig Frontalhirn) entsteht während der Individualentwicklung bedingt durch Umwelteinflüsse und ist beschreibbar als 'selbstreflexives Metawissen' (vgl. superponierter Meta-Automat über Basis-Automat, s. u.).

Das Selbstmodell entspricht einem subjektiven "Selbstbewusstsein" (als eigenes 'Wissen vom Sein des Selbst'). Diese "hochentwickelte" Bewusstseinsform des Menschen ermöglicht ihm "vernünftige" Entscheidungen durch rationale Selbstreflexion und Selbstkontrolle (vgl. kritisches Erwägen mit Voraussicht), außerdem individuell äußerbare Statusreports.
Dem Selbstmodell wird ein abstrakter "Ich-Begriff" als Selbstkonzept verallgemeinert zugeordnet. Die situationsbedingte Strukturierung (reflexive Modellbildung) des Selbstmodells erfolgt durch eine 'selbstbezügliche' Einschätzung eigener Erlebniszustände (Selbstbeobachtung mit möglicher Selbsterkenntnis), verbunden mit "einsichtigem" Verstehen im sozialen Kontext von Interaktionen (auch: Fremdbeobachtung, theory of mind). [18]

Karl Raimund Popper schrieb in "Bemerkungen über das Ich" (1976) [aus: "Das Ich und sein Gehirn" von Karl R. Popper und John C. Eccles, Serie Piper 1989, Teil I, Kap. 4]:
"Bei solchen Lebewesen, denen wir Geist oder Bewusstsein zuschreiben, steht die biologische Funktion des Bewusstseins offensichtlich in enger Verbindung mit dem Kontrollmechanismus (Selbstkontrolle) des individuellen Organismus. …  Es scheint, dass Bewusstsein und sogar Vernunft sich weitgehend dank ihres Überlebenswertes für den individuellen Organismus ausgebildet haben." (S. 150)
"Jedenfalls gibt es zwei große Quellen unserer Information: das, was durch genetische Vererbung erworben ist, und das, was wir uns während unseres Lebens aneignen. Ferner ist alles Wissen, ob ererbt oder erworben, historisch eine Modifikation früheren Wissens; und alles erworbene Wissen kann Schritt für Schritt auf Modifikationen angeborenen oder instinktiven Wissens zurückverfolgt werden. Der Wert erworbener Information beruht fast restlos auf unserer angeborenen Fähigkeit, sie in Verbindung mit unserem unbewussten, ererbten Wissen und vielleicht auch zu dessen Korrektur zu nutzen." (S. 158)
"Bewusstsein ist nötig, damit neue Ansichten oder Theorien kritisch ausgelesen werden - wenigstens auf einer gewissen Abstraktionsstufe. Wenn irgendeine Ansicht oder Theorie unter bestimmten Bedingungen unverändert erfolgreich ist, dann wird ihre Anwendung nach einer gewissen Zeit zu einer Routineangelegenheit und unbewusst. Ein unerwartetes Ereignis aber zieht die Aufmerksamkeit auf sich und regt damit Bewusstsein an." …  "Aber die Rolle des Bewusstseins ist vielleicht da am klarsten, wo ein Ziel oder Zweck (vielleicht nur ein unbewusstes oder instinktives Ziel oder ein instinktiver Zweck) durch alternative Mittel erreicht werden kann und wenn zwei oder mehrere Mittel nach reiflicher Überlegung ausprobiert werden. Das ist der Fall einer neuen Entscheidung." (S. 163)
"Das Zentralnervensystem hatte von Anfang an die Hauptfunktion, den sich bewegenden Organismus zu steuern oder zu leiten. Das Wissen um seinen Standort (die Lage seines Körperbildes) im Verhältnis zu den biologisch bedeutsamsten Aspekten der Umwelt ist eine unerlässliche Vorbedingung für diese Leitfunktion des Zentralnervensystems. Eine andere derartige Vorbedingung ist die zentralisierte Einheit des Steuerorgans, des Entscheidungsträgers, der, nach Möglichkeit, einige seiner Aufgaben auf eine hierarchisch niedere Verantwortungsstufe, auf einen der vielen unbewussten einheitschaffenden Mechanismen abwälzt." (S. 166)

"Da die meisten Hirnsysteme plastisch sind und außerhalb des Bewusstseins arbeiten, können wir sie als implizite Gedächtnissysteme betrachten oder besser als Systeme, die bestimmte Arten von Informationen implizit zu speichern vermögen. … Die expliziten Aspekte des Selbst sind diejenigen, die in expliziten [bewusstseinszugänglichen] Systemen gelernt und gespeichert werden." (Joseph LeDoux in [19], S. 45)
"Das Selbst gründet sowohl in explizit arbeitenden als auch in implizit arbeitenden Systemen. Mit den expliziten Systemen versuchen wir, gezielt zu steuern, wer wir sind und wie wir uns verhalten. Das gelingt uns allerdings nur teilweise, weil wir auf emotionale Systeme, die für die Koordination des Lernens in anderen Systemen so bedeutsam sind, nicht durchweg bewusst zugreifen können." (J. LeDoux in [19], S. 424).

Unbewusste Reaktionen auf Reizsituationen erfolgen meist impulsiv oder gewohnheitsmäßig "ad hoc", so dass sie nicht rechtzeitig durch eine 'bewusste Kontrolle' (Selbstkontrolle) verhindert oder korrigiert werden können.
Die 'Macht des Unbewussten' ist erlebbar durch das verzögerte 'wissentliche' Gewahrwerden (Bewusstwerden) von unbewusst veranlassten Gefühlen (vgl. Leidenschaft, Sucht oder Phobie) und/oder Aktionen, beispielsweise von "unüberlegten" Äußerungen und "nicht gewollten" Affekthandlungen.
Besonders charakteristisch für ein 'schwer kontrollierbares' Unbewusstes (Unterbewusstsein) sind triebhafte Wünsche, krankhafte Zwangsvorstellungen und imaginäre Anschauungen, die dominierend sind für fiktive Behauptungen, falsche (Vor-)Urteile oder Fehleinschätzungen. [6]

Zur modellhaften Erklärung wissentlicher (bewusster) Denkprozesse dient ein 'explizites' »Arbeitsgedächtnis«. Dieses entspricht "steuerungsmäßig übergeordneten" Gedächtnisstrukturen des präfrontalen Cortex im Stirnhirn, das wechselwirkend verbunden ist mit weit vernetzten "deklarativen" Gedächtnisstrukturen des 'assoziativen Cortex' (Areale der Großhirnrinde) und außerdem mit 'impliziten' Gedächtnisstrukturen der philogenetisch alten Systeme in subcortikalen Hirnabschnitten (vgl. Limbisches System). Diesen entspringen schwer kontrollierbare Antriebe, Emotionen und Motivationen des sog. Unterbewusstseins (Unbewusstes). [6] [19]
"Zur Motivation tragen also implizite wie auch explizite Systeme bei. Das Arbeitsgedächtnis lenkt das Verhalten auf Ziele hin, die in ihm explizit repräsentiert sind und unter dem Einfluss von exekutiven Steuerungsfunktionen angesteuert werden können. Auf der anderen Seite haben wir Hirnsysteme, die Anreize implizit verarbeiten und das Verhalten implizit auf Ziele hinlenken. Manchmal laufen die implizite und die explizite Motivitation synchron zueinander, sodass Arbeitsgedächtnis und implizite Systeme das Verhalten auf einen gemeinsamen Zweck hin ausrichten." [J. LeDoux in [19], S. 340]
"Das Arbeitsgedächtnis unterscheidet sich vom sensorischen Bewusstsein vor allem dadurch, dass es im Arbeitsgedächtnis möglich ist, vorübergehend gespeicherte Informationen über Funktionsbereiche hinweg simultan zueinander in Beziehung zu setzen und auf flexible Weise für die Entscheidungsfindung nutzbar zu machen. Diese Fähigkeiten scheinen in präfrontalen Schaltkreisen zu wurzeln." [J. LeDoux in [19], S. 262]
"Man hat festgestellt, dass bei manchen Aufgaben, die verschiedene Aspekte von Exekutivfunktionen (wie Reiz- oder Reaktionsselektion, Konfliktbehebung, Entscheidungsfindung) ansprechen, Areale des präfrontalen Kortex in jeweils unterschiedlichem Maße aktiv sind." [J. LeDoux in [19], S. 250]
"Weil präfrontale Regionen konvergente Inputs aus sensorischen, emotionalen, motivationalen und Erinnerungsschaltkreisen empfangen, geht man davon aus, dass sie die komplexe Integration von Informationen (Bindung) zu leisten vermögen, die im Gehirn im Zuge einer bewussten Erfahrung geschehen muss." [J. LeDoux in [19], S. 258]

Höhere (rationale) Bewusstseinsformen werden als 'funktionelle Erscheinungen' des Gehirns aufgefasst und sind 'symbolisch-konstruktiv' (modellmäßig) erklärbar mit sog. Supervisor-Funktionen eines "superponiert kontrollierenden" Meta-Automaten, dessen Inputs und Outputs wechselwirkend verbunden sind mit mindestens einem relativ autonom fungierenden "Basis-Automaten" als Grundsystem (analog 'Grund-Bewusstsein' und 'Unterbewusstsein'), gemäß meinem schematischen Gehirnmodell. [1] [3]
Der sprachbegabt-lernfähige Meta-Automat fungiert als eine "übergeordnete" Kontroll- oder Führungskomponente des hochentwickelten Gesamtsystems und steuert "wissentlich" dessen Selbstkontrolle gemäß seinem ausbildbaren 'selbstreflexiven' Metawissen, - auch für 'intentionales' Lernen (vgl. mein Systemkonzept 'Intelligenter Automat' als multihierarchisches offenes System, - ohne einen imaginären "Homunkulus") [3].
Der Meta-Automat kann ausgewählte Erkennungs-, Beurteilungs-, Bewertungs- und Entscheidungsergebnisse des Basis-Automaten (seines "Unterbewusstseins") 'selbstbeobachtet' erkennen, beurteilen, bewerten und zu internen "Selbsterfahrungen" integrieren. Den selektierten Mustern für abstrakte Begriffsformen werden aktuelle 'Vorstellungen' zugeordnet (vgl. selbstreflexive Abstraktion). Ihre "mentale" Auswertung (vgl. Selbsteinschätzung) erfolgt auf dem begrifflichen Abstraktionsniveau des Meta-Automaten gemäß eigenen Zielvorgaben (Intentionen) und Wertvorstellungen (vgl. Moral, Ethik).

Ein Meta-Automat modelliert mindestens einen "sprachlich-reflexiven" Funktionskomplex im Stirnhirn (vgl. präfrontaler und orbitofrontaler Cortex analog Verstand bzw. Vernunft). Dieser verfügt über individuelles, situationsbedingt ausgebildetes 'deklaratives' Erfahrungswissen, 'erlerntes' Sprachwissen und 'selbstreflexives' Metawissen (vgl. Selbstmodell, siehe 1.3.). Seine modellhaften Wissensdarstellungen ermöglichen die Formulierung sprachlicher Ausdrücke zur Kommunikation, auch für explizite Beschreibungen und Erklärungen.
Der sprachbegabte Meta-Automat (vgl. sprachliches Bewusstsein) kann deklarative Aussagen formulieren als situationsbedingte Urteile oder Antworten, z. B. als erfragte Begründungen von Handlungen (vgl. logische Argumente) oder als aktuelle Statusreports (vgl. selbstreflexive Erklärungskomponente eines autonomen Gedächtnissystems [2]). [3]

Der "aufmerksame" Meta-Automat (als superponierte Controller-Komponente eines Intelligenten Automaten [3]) interpretiert und bewertet ausgewählte, detektierte Signale des 'relativ autonomen' Basis-Automaten im Gesamtsystem. Seine "wissentliche" Beurteilung der aktuellen Situation wird maßgeblich bestimmt von seiner "subjektiven Lage" (Bedürfnis, Einstellung gemäß Metawissen). Demzufolge kann er "führend" und notfalls "korrigierend" eingreifen in Entscheidungsroutinen und Handlungssteuerungen zwecks "intelligenter" Beeinflussung von prozeduralen Verhaltensprogrammen des "unbewussten" Basis-Automaten (analog "gewissenhafter" Selbstkontrolle trotz der 'Macht des Unbewussten' [6]).
Ein "zielsetzender" Meta-Automat beeinflusst die 'rationale Autonomie' des Gesamtsystems und steuert dessen Homöostase zielorientiert. Er kann besondere Aufmerksamkeit (Vorsicht, Rücksicht) oder individuelle Absichten (Intention, Plan) bestimmen, die für "intentionales" Problemlösen und Lernen wichtig sind (vgl. Gefahrvermeidung oder -abwehr, Interesse an Neuem oder Suchen, experimentelles Untersuchen und Versuchen von Unbekanntem). [2] [3]

Im Meta-Automaten verfügbar sind prädiktive Modelle über die Umwelt (Weltmodell), über den Basis-Automaten (Selbstmodell) und über dynamische Interaktionen mit der Umwelt (Verhaltensmodell).
Die interne Modellbildung geschieht mit "heuristischen" Lernmechanismen für ausbildbare Relationen zwischen Systemvariablen für strukturelle Begriffsformen, d. h. für symbolisch ausdrückbare Beziehungen zwischen begrifflichen Invarianten (Variablenwerten).

'Lernen durch Einsicht' und konstruktive Modellbildung im Supervisor-System beruhen auf einer Simulation des theoretischen Kenntniserwerbs (Erkenntnis) für eine "kreativ erfasste" hypothetische Relation, entsprechend dem "intuitiven" oder "rationalen" Erfassen eines gedanklichen Zusammenhang beim 'Nachdenken' (Selbstreflexion).
Beim strukturellen Lernen im Gedächtnissytem können "heuristisch" erfasste innovative Beziehungen als theoretische Kenntnisse in modifizierbare kognitv-logische Verknüpfungen einbezogen werden. Diese sind darstellbar als 'hypothetische' bedingte Relationen des strukturell erweiterten Metawissens (siehe 1.). Solche "unsicheren" Wissenselemente für 'ungewisse' Modelle im Meta-Automaten ermöglichen theoretische Annahmen (Thesen) oder 'vermutete' Vorstellungen (Imagination), die mit Metabeschreibungen sprachlich formalisierbar sind.

'Intelligente Automaten' (möglichst mit Selbstkontrolle) sind entwickelbar als KI-Modelle für lernfähige Gedächtnissysteme, die erkannte Situationen selbstbezüglich (subjektiv) bewerten und mit assoziierten Voraussagen "aus Erfahrung" beurteilen können. Ihre empirischen Urteile und assoziativen Erinnerungen (Voraussagen, Vorstellungen) beeinflussen logische Schlüsse, besonders zur adaptiven Handlungssteuerung zwecks Homöostase (Simulation 'rationaler' Autonomie). [1] - [5]
Notwendig ist eine konfliktvermeidende Einschränkung ihrer Handlungsfreiheit zwecks Abwendung von möglichen Gefahren (für Mensch und Roboter) durch konzeptionell vorbestimmte Selbstkontrollen (vgl. Meta-Automat meines Systemkonzepts "Intelligenter Automat"). [3]

Ein "selbtkontrollierender" Meta-Automat kann mit eigenen Richtwerten gemäß seiner 'kritischen' Lagebewertung auf den Basis-Automaten "zielsetzend" einwirken und dessen Motivation aufgrund von Bewertungsergebnissen beeinflussen. Seine Befähigung zu "eigenwilligen" Zielvorstellungen im Rahmen der Handlungsfreiheit ermöglicht ihm die Aufmerksamkeit für das Gesamtsystem zu lenken (Interesse, Vorsicht, Rücksicht), - auch auf Neues zu orientieren (vgl. experimentelles Versuchen und Untersuchen von Neuem).
Ein selbstkritisches Erkennen von eigenen Fehlern ermöglicht das 'Lernen aus Fehlern' durch zukünftige Korrekturmaßnahmen, erforderlichenfalls mit geänderter "selbstbestimmter" Zielsetzung des Intelligenten Automaten.

Wolf Singer (geb. 1943) schrieb: "Wir haben uns daran gewöhnt, dass ein Teil der mentalen Leistungen, die wir für spezifisch menschlich hielten, auch von technischen Systemen erbracht werden können. Noch verdanken diese Maschinen ihre Eigenschaften einem vom Menschen erdachten, durchstrukturierten Bauplan. Denkbar ist aber geworden, künstliche Systeme zu konzipieren, die, ähnlich wie unsere Gehirne, einen Entwicklungs- und Lernprozess durchlaufen, sich vorwiegend selbst organisieren und auf diese Weise einen Komplexitätsgrad erreichen, der weit über das hinausgeht, was wir gegenwärtig planend strukturieren und analytisch durchdringen können. Solche Systeme wären dann in der Lage, ihre eigenen Erfahrungen zu machen und mit Initiativen aufzuwarten, die nicht mehr vom Konstrukteur antizipierbar sind. Schon jetzt sollten wir darüber nachdenken, wie wir mit solchen Systemen umgehen wollen." (aus 'Für und wider die Natur...', 1999 - in 'Der Beobachter im Gehirn', Essays zur Hirnforschung, Suhrkamp Verlag Frankfurt a. M., 2002, S. 195) [7] [15] [16]

Der wissenschaftlich-technische Fortschritt der letzten 100 Jahre hat deutlich gezeigt, dass der forschende Mensch durch intensive Anstrengungen befähigt ist, bisher Unerreichbares zu erringen, - anfangs nur versuchsweise im Experiment und danach als revolutionären Durchbruch mit großen gesellschaftlichen Auswirkungen (z. B. Eisenbahnen, Automobile, Flugzeuge, Computer, Roboter, Automatisierung, Mikroelektronik, Funktechnik, Telefonie, Internet, Navigation, Satelitten, Weltraumfahrt, ISS und Kosmosforschung).
Aus der Geschichte der Technik ist lernbar, dass neue Technologien weiterzuentwickeln sind, so dass sie im Lauf der Zeit effektiver, präziser und auch ungefährlicher werden, wobei ethische Normen und sozial-politische Bedingungen berücksichtigt werden sollten.
Auf vielen Einsatzgebieten für Künstliche Intelligenz (KI) werden immer mehr Menschen ersetzt durch belastbarere Automaten oder Roboter mit Expertenwissen für spezielle Aufgaben. Solche "gefühllosen" KI-Artefakte arbeiten zuverlässiger, präziser, unermüdlicher und schneller als ausgebildete Fachkräfte mit menschlichen Schwächen. Die sozialen Folgen dieser Technikentwicklung entsprechen großen Problemen im 21. Jahrhundert (vgl. massive Arbeitslosigkeit, riskante Technikabhängigkeit und Gefahren automatisierter Militärtechnik).

KI-Experten werden selbstlernende Intelligente Automaten als kognitiv-logische Gedächtnissysteme mit dynamischen Wissensdarstellungen konzipieren, entwickeln und bauen, die ihr ausbildbares Erfahrungswissen selbstbezüglich nutzen, kognitiv erweitern und rekursiv verbessern können. Diese innovativen Artefakte werden in der Lage sein, die für sie notwendigen Umstellungen und auch mögliche Verbesserungen oder Korrekturen (vgl. Umlernen) 'einsichtig' zu ermitteln und durchzuführen bzw. absichtlich zu planen, damit ihre Einstellung vorteilhaft geändert und ihr Verhalten an geänderte Umweltbedingungen besser angepasst wird. [2]
Technisch entwickelbar sind Intelligente Automaten als 'kognitive Systeme', die durch Selbstlernen (vgl. höhere Lernformen) klug handeln können und möglichst befähigt sind zu Selbstkontrolle und rationaler Autonomie zwecks Selbsterhaltung durch Anpassung und Homöostase (dynamische Stabilität). Solche lernfähigen 'kognitiv-logischen' Gedächtnissysteme nutzen für eigene Urteile und Aktionen ihre situationsbedingt erworbenen Kenntnisse des induktiv ausgebildeten und präzisierbaren Erfahrungswissens zusätzlich zu ihrem veranlagten Basis-Wissen. Durch erinnerbare Vorstellungen und Erwartungen sind sie in der Lage, besondere Problemsituationen zu erkennen und zwecks Lösungsfindung voraussichtlich zu beurteilen sowie subjektiv zu bewerten, damit sie vorteilhafte Entscheidungen optimal fällen können - im Rahmen ihrer (vom Menschen zu begrenzenden) Handlungsfreiheit. [2] [3]

Die Entwicklung von lernenden Robotern und KI-Artefakten wird erschwert durch notwendige Maßnahmen zur Beherrschung einschätzbarer Risiken zwecks Abwehr von Gefahren, insbesondere durch Ungewissheiten in Folge von 'induktivem' Lernen aufgrund von situationsbedingt erworbenen Kenntnissen, die als regelgemäß angenommene Erfahrungen verallgemeinert werden und möglicherweise falsch erlernte Regeln und Urteile für künftiges Fehlverhalten begründen, falls die zufälligen oder untypischen 'irrelevanten' Erfahrungen nicht als solche identifiziert und systemtechnisch deklassiert werden können (vgl. Induktionsproblem, siehe 2.1.). [2]

Je komplexere kognitiv-logische Modelle lernfähiger Gedächtnissysteme technisch (software- oder hardwaremäßig implementiert) entwickelt werden, desto schwieriger wird die Lösung des Problems ihrer systembedingten Unsicherheit aufgrund von nicht auszuschließenden Fehlern oder Fehlurteilen mit schwer abzuschätzenden Folgen bzw. gefährlichen Auswirkungen. Ein notwendiger Schutz vor technisch möglichen Konflikten und Gefahren ist erreichbar mit "intelligenten" Systemkontrollen und Abwehrmaßnahmen gegen absehbare Störfälle im sozialen Umfeld.

Norbert Wiener (1894 - 1964) schrieb in seinem Buch 'Mensch und Menschmaschine' (1950): "Die Welt der Zukunft wird ein noch kräftezehrender Kampf gegen Grenzen unserer Intelligenz sein, keine komfortable Hängematte, in die wir uns hineinlegen und in der wir von unseren Robotersklaven bedienen lassen können."

Wie die Technikgeschichte zeigt, werden weiterhin zielstrebige und erfinderische Menschen ihre vorgestellten Realisierungsmöglichkeiten für konstruktive Konzepte entgegen allen kritischen Einwänden und Schwierigkeiten zumindest versuchsweise in die Praxis umsetzen. Deshalb wird auch eine "natürliche" Entwicklung zu 'maschineller Intelligenz' prognostiziert, - beginnend mit kognitiv-logischen Simulationen von Denkprozessen in lernenden Automaten oder Beratungssystemen mit ausbildbarem Erfahrungswissen.
Zunehmende Bedeutung erlangen Projekte der technischen Entwicklung von "autonomen" Agenten, 'lernenden' Robotern und 'intelligenten' Automaten, die keine oder nur beschränkte Kreativität besitzen. Die erforderliche Begrenzung ihres Handlungsspielraums ist konzeptionell vorbestimmbar mittels Regeln entsprechend einem "menschenwürdigen" Verhaltenskodex für Roboter.
Ein Verhaltenskodex bestimmt implementierbare Regeln für "moralische" Grundsätze (vgl. Gewissen) zwecks Selbstkontrolle und Konfliktvermeidung, insbesondere durch antizipatorisches Abwägen von möglichen Entscheidungen für situationsangepasste Aktionen rechtzeitig vor ihrer routinemäßigen Ausführung.
Die notwendige Kontrolle hinsichtlich gefährlicher Eigenleistungen von kognitiven Automaten wird gefordert bei der Automatisierung, nicht nur im Industriebereich, und ist besonders problematisch für automatisierte Militär- und Waffentechnik. Riskante Projekte betreffen waffengestützte Überwachungssysteme (ferngesteuert im Luftraum) in Verbindung mit relativ autonom agierenden Kampfrobotern, deren aggressives Verhalten menschlicher Ethik widerspricht.

Konrad Lorenz (1903 - 1989) schrieb: "Wenn der Mensch nicht nach Zielen strebte, wäre seine Frage nach Ursachen sinnlos; wenn er keine Einsicht in ursächliche Zusammenhänge hat, ist er machtlos, das Geschehen nach Zielen hinzulenken, so gut und richtig er diese auch erkannt haben mag". ... "Niemand weiß so gut wie gerade der Naturforscher, dass der menschlichen Erkenntnis Grenzen gesetzt sind, aber er ist sich dauernd bewusst, dass wir nicht wissen, wo diese Grenzen liegen". [aus: Das sogenannte Böse, Dr. G. Borotha-Schoeler Verlag, Wien, 1965, S.325 bzw. 328]


4. Reflexionen zu »Homo sapiens« - Logos-Relationen und Aphorismen

4.1. »Sapientia« - Verstand, Einsicht, Weisheit und Wahrheitsfindung


Die natürliche Freude beim Begreifen beobachteter oder entdeckter Zusammenhänge unterstützt das menschliche Erkenntnisstreben.

Kinder haben zu fördernde Anlagen für Lebensfreude, Kreativität und Lernbereitschaft verbunden mit Fragen der Neugier und des Staunens.

Kinder lernen durch kognitives Erfassen (Begreifen) von Beziehungen zwischen Gegenständen ihrer Umwelt. Ihre erworbenen Kenntnisse entsprechen eigenen Erfahrungen und ermöglichen 'Einsicht durch Erkenntnis'.

Eine informelle Vermittlung von fachspezifischem Erfahrungswissen lernender Gehirne ist möglich durch sprachliche Mittel und wissentliche Unterrichtung; dagegen erfolgt bei genetischer Vererbung keine Übertragung erworbener Fachkenntnisse von Eltern auf Gehirne ihrer Kinder.

Die veranlagte Lerndisposition eines Kindes ermöglicht ihm bei der Entwicklung seiner Persönlichkeit das Selbstlernen mit der evolutionären Chance zur individuellen Anpassung an neue oder veränderte Bedingungen zwecks Selbsterhaltung.

Der "kennen lernende" Mensch entdeckt und untersucht (erforscht) das für ihn Neue, erfasst neue Beziehungen und bildet Begriffe für konstruktive Modelle gemäß seinem ausbildbaren Wissen.

Gesunder Wissensdrang verlangt eine Verbesserung des Verstehens natürlicher Zusammenhänge gemäß menschlicher Neugier und Zielstrebigkeit.

Der "forschende" Mensch strebt nach Erkenntnis, vor allem zum Lösen von erkannten Problemen seines (Über-)Lebens. Er erwirbt Kenntnisse von seiner Umwelt und versucht, entdeckte Zusammenhänge mit erfassten Beziehungen zu erklären. Seine theoretischen Erkenntnisse beim Lernen durch Einsicht in prinzipielle Sinn-Zusammenhänge sind hypothetisch und ungewiss. Erst nach ihrer empirischen Bewährung (Erprobung an der Realität) kann mit diesen Erkenntnissen das Erfahrungswissen erweitert oder vervollkommnet werden.

Ohne Wahrnehmung keine Erfahrung, keine Erkenntnis; - ohne Erkenntnis keine Einsicht, kein Verständnis.

Wer neue Kenntnis erwirbt, der kann damit mehr wissen; aber wer Einsicht durch Erkenntnis gewinnt, der kann damit sein Wissen verbessern.

Einsicht ist eine Begriffsform für das Verstehen eines Sachverhalts aufgrund der Erkenntnis von erfassten Zusammenhängen, beispielsweise einer kausalen Relation zur Bestimmung von Ursache und Wirkung eines Geschehens oder einer Handlung.

»Verstehen lernen« heißt kognitive Gewinnung von Einsicht in prinzipielle Sinn-Zusammenhänge von Sachverhalten der "wirklichen" Erfahrungswelt gemäß dem individuellen Erkenntnisprozess.

Wer theoretische Einsicht in reale Zusammenhänge gewinnen will, muss seine Hypothesen praktisch überprüfen und durch Korrektur verbessern können.

Ein Mensch mit Verstand kann sein Wissen über die Welt (auch über sich selbst) kognitiv erweitern und praktisch anwenden, wobei das Gelernte (erworbene Kenntnisse oder Fertigkeiten) empirisch überprüft werden muss, ob es sich bewährt, wodurch es konsolidiert, falsifiziert oder korrigiert werden kann (Umlernen zwecks Anpassung).

Verstand ist Erkenntnisvermögen für Deutungen und Urteile durch praktische Einsicht (d. h. Verstehen aufgrund von kognitiv-logischen Begriffsstrukturen), besonders für efahrungsgemäße Schlüsse nach angenommenen Regeln (vgl. 'erlernte' induktive Inferenzen).

Vernunft lenkt den Verstand beim Problemlösen mit bewertbaren Voraussagen durch theoretische Einsicht gemäß prädiktiven Denkmodellen des systematisierten Wissens für Hypothesen.

Vernünftige Selbstkontrolle zur lerntypischen Verbesserung des Verstehens ist möglich mit kritikfähiger Selbstreflexion.

Weisheit als höchste Einsichtsfähigkeit ermöglicht theoretisches Wissen um Prinzipien der Seinserfahrung, das begründbar ist durch fundamentale Lebenserfahrung und rationale Einsicht in allgemeine Zusammenhänge.

Ein weiser Mensch versteht und lernt viel durch seine Einsicht in Sinn-Zusammenhänge; dennoch staunt er wie ein Kind über die relativ begreifbare Komplexität der Natur.

Klugheit als rationale Urteilsfähigkeit basiert auf pragmatischem Wissen um zweckmäßige Mittel zum Glück beim Problemlösen.

Für kluges Handeln nutzbares Wissen ist erfahrungsgemäß erlernbar nach der Methode 'Versuch und Irrtum', d. h. Lernen aus Fehlern oder am Erfolg.

Immer wieder Neues versuchen und sich dabei irren dürfen ist der Weg zum Lernen - auch aus schlechten Erfahrungen.

Das Gewinnen einer Erkenntnis entspricht dem "mentalen" Begreifen, d. h. der kognitiven Erfassung mindestens einer begrifflichen Beziehung als erworbenen Kenntnis.

Erworbene Kenntnisse von situationsbedingt erfassten Beziehungen werden als bedingte Relationen im Gedächtnis temporär behalten und verallgemeinert genutzt, besonders für empirische Urteile oder theoretische Modelle.

Eine 'deklarative' Erkenntnis ist explizit ausdrückbar als eine erworbene Kenntnis, die empirisch überprüfbar und logisch begründbar ist.

Objektivierbare (Er-)Kenntnisse können als Wissen vermittelt werden, womit rationale Einsicht in prinzipielle Zusammenhänge subjektiv gewinnbar ist.

Theoretische Erkenntnisse durch "einsichtige" Beobachtung oder Instruktion sind förderbar mit didaktischen Beispielen bzw. Lehrsätzen.

Beim 'Lernen durch Einsicht' zwecks intelligenter Lösungsfindung oder Aktionsnachahmung bestimmt eine gewonnene Erkenntnis innovative Modell-Vorstellungen für assoziierbare Voraussagen.

Lernen durch Einsicht führt zur Theorie. - Erst Lernen aus eigener Erfahrung wird zur Praxis einer Verhaltensänderung.

Wer theoretische Einsicht in reale Zusammenhänge gewinnt und nach praktischer Überprüfung vorteilhaft nutzt, hat hochintelligent gelernt.

Desinteresse ist der Feind des Lernens.

Ein lernender "einsichtiger" Mensch kann wesentliche Zusammenhänge "klug" erfassen und damit "rationelle" Problemlösungen finden. Er muss einen lebensnotwendigen Kompromiss "gelassen" eingehen, wenn in seinem begrenzten Handlungsspielraum keine bessere Lösung für ihn ersichtlich ist.

Die hoch entwickelte Lernform 'Lernen durch Einsicht in prinzipielle Sinn-Zusammenhänge' basiert auf mindestens einer situationsbedingt erworbenen Kenntnis (d. h. einer bedingten Relation als neu erfassten begrifflichen Beziehung) eines konstruktiven Konzepts, das 'begrifflich in Beziehung gesetzten' abstrahierten Fakten entspricht.

Ein 'innovatives' Konzept (neuer Entwurf) ist begründbar durch "konzeptionelle" Einsicht, d. h. ein neuartiges Verstehen begrifflicher Zusammenhänge von abstrakt gedeuteten Darstellungsformen.

Notwendige Bedingungen für gutes Verstehen einer Darstellung sind passendes (Vor-)Wissen, Interesse und Lernbereitschaft.

Der "verstehende" Mensch beurteilt erkannte Wahrnehmungen nach seinem Wissen für (schematische) Vorstellungen, (erinnerte) Erwartungen und Vorurteile, beeinflusst von subjektiven Bewertungen gemäß seiner Einstellung.

Beim kognitiv-logischen Verstehen wird analytisch unterschieden zwischen begrifflichen Wertekategorien des erworbenen Wissens, das für erfahrungsbedingte Urteile bestimmend ist.

Wir klassifizieren Unterschiedliches nach begrifflichen Kategorien, jeweils durch Vergleich mit besonderen Merkmalskonjunktionen für Wesentliches eines Begriffs als 'Abstraktes im Allgemeinen'. » vgl. Abstraktionsbeispiel"

Ausgehend von beobachteten Merkmalen untersuchter Gegenstände werden hypothetische Analogien mit Thesen von möglichen oder wahrscheinlichen Beziehungen vermutet.

Modellhaft (im empirischen Kontext) erfasste 'begriffliche' Beziehungen entsprechen situationsbedingt erworbenen Kenntnissen (Erkenntnissen), die erinnerbare Vorstellungen für "entwickelbare" Theorien und "intelligente" Problemlösungen ermöglichen.

Modellhaftes Erfassen begrifflicher Beziehungen führt zu 'merkwürdigen' Vorstellungen, die erinnerbar sind.

Unsere (Vor-)Urteile und hypothetischen Aussagen resultieren aus der subjektiven Interpretation von teilweise erkennbaren Sachverhalten unter dem assoziativen Einfluss von individuellen Vorstellungen oder Voraussagen "aus Erfahrung".

Vorstellungen sind mentale Deutungen oder Erinnerungsbilder.

Einbildung ist Vortäuschung einer virtuellen Wahrnehmung.

Ideale Illusionen und Fiktionen beeindrucken nicht nur Jugendliche, dagegen sind realistische Ansichten und Aufklärungen oft unerfreulich oder wirken belastend als unerwünschte Seinserfahrung.

Kennzeichnend für mangelhafte Einsicht aufgrund fehlender Kenntnisse (z. B. bei der unerfahrenen Jugend) sind unkontrolliert übernommene "irreale" Vorstellungen (falsche Annahmen) für "unrichtige" (irrige) Einschätzungen oder "unklare" (verschwommene) Ansichten.

Mangelnder Kenntniserwerb, oft wegen Desinteresse, ist ein Grund für Fehlurteile aufgrund unwahrer oder verunsichernder Vorstellungen.

Kenntnisspezifische Wahrheitsfindung gelingt durch rationales Streben nach Erkenntnis im Kampf gegen irrationale Überzeugung und Selbsttäuschung.

Einsichtige Anerkennung der unerbittlichen Realität verlangt ein Aufgeben irrealer Vorstellungen und Erwartungen des Wunschdenkens.

Wir deuten beobachtete Objektformen und Vorgänge der natürlichen Umwelt nach unseren Kenntnissen entsprechend eigenen Erfahrungen, die subjektive Vorstellungen und Vermutungen bestimmen, wodurch erstaunliche Eindrücke oder auch Freude ausgelöst werden können.

Wir erkennen und deuten sogar Unerklärliches, - mit modellhaften Vorstellungen.   » vgl. Cartoon

Wir (wieder-)erkennen Unterschiedliches einer abstrakten Kategorie als einen allgemeinen Begriff durch Vergleich mit besonderen Merkmalskonjunktionen für wesentliches Abstraktes im Allgemeinen. » vgl. Cartoon

Erworbene (Er-)Kenntnisse sind nutzbar als erinnerbare Erfahrungen bei der 'kognitiven' Informationsverarbeitung, besonders für situationsbedingte Erwartungen (Prädiktionen).

Die empirische Kenntnisnutzung ermöglicht assoziierte Voraussagen "aus Erfahrung" bei Wahrnehmungen und für 'intelligente' Entscheidungen durch "bedingtes Erwägen", d. h. bewertendes Abschätzen der erwarteten Konsequenzen von wählbaren Alternativen (für Aktionen oder Problemlösungen). [1] - [5]

Mit erworbenen Kenntnissen werden symbolische Konstruktionen für objektivierbare Theorien oder Denkmodelle gebildet, die formalen Wissensdarstellungen entsprechen oder für induktive Implikationen nutzbar sind (vgl. kognitiv-logische Modellbildung [7]).

Individuell gewonnene empirische oder theoretische Erkenntnisse entsprechen erworbenen Kenntnissen (Wissenszuwachs) für kognitive Leistungen (z. B. Voraussagen), die zunächst nur hypothetisch als "adäquat" gelten, bezogen auf natürliche Beziehungen einer objektiven Realität. Ihr angenommener Wahrheitsgehalt (vermutete Validität) muss ständig bezweifelt und empirisch überprüft werden, z. B. durch praktische Tests oder wissenschaftliche Experimente (Theorie ohne Gewissheit).

Wer Wesentliches erkennt, versucht sein Wissen verständlich darzustellen.

Nur wer Erfasstes begriffen hat, kann es selbst mit Worten beschreiben.

Eine mitteilbare Lebensweisheit ist der prägnante Ausspruch (Logos) von erkanntem Wesentlichen der Seinserfahrung unter einem Aspekt.

"Logos" ist ein antikes Konzept für: Begriff, Wort, Gedanke, Rede, Lehre und Vernunft, auch im Sinne von vernünftiger Rede.

Logos-Relationen sind Aussagesätze für Grunderkenntnisse, die mit möglichst wenigen Worten prägnant ausgedrückt werden.

Bewährte Grunderkenntnisse von Seinserfahrungen lassen sich als 'zeitlose Weisheiten' aphoristisch ausdrücken, um sie vor dem Vergessen zu bewahren und einsichtsfördernd weiterzugeben.

Ein gelehrter Denker kann Wesentliches erkennen und seine Deutung prägnant formuliert mitteilen.

Prägnante Aussagesätze für Wesentliches sind als Aphorismen zu verstehen, - nur von Interessenten mit passendem Kontextwissen.

Hochwertige Aphorismen für "zeitlose" Weisheiten sind lebensfördernde Fruchtkerne vom Baum der Erkenntnis. [9]

Formulierbare Aussagen über deklaratives Wissen vom Sein entsprechen dem "sprachlichen Bewusstsein".

Sich etwas "bewusst sein" beruht auf wissentlicher Seinserfahrung.

Wer bewusst lebt, macht sich Gedanken über sein Sein.

Selbstbewusstsein entspricht einem persönlichen 'Selbstmodell', d. h. Wissen vom Sein des Selbst (Ich-Begriff als Selbstkonzept), und ist eine ontogenetisch entwickelte Bewusstseinsform für Selbstreflexion und Selbstkontrolle.

Bewusst erinnerbare Kenntnisse des deklarativen (expliziten) Wissens sind "symbolisch-abstrakt" beschreibbar in Form sprachlicher Ausdrücke, z. B. Aussagesätze und Formeln für Theorien, Methoden und Modelle der Wissenschaft. [7]

Äußerbare Resultate der individuellen Erkennung und Deutung von Situationen können als informative Aussagen formal ausgedrückt werden, um sie kommunikativ mitzuteilen.

Genaue Beschreibungen von Erscheinungsformen sind notwendig für die Erforschung prinzipieller Zusammenhänge zur Erklärung von Sachverhalten.

Zutreffende Erklärungen formulieren 'einsichtig' erfasste Zusammenhänge als objektivierte Vorstellungen aufgrund von bewährtem Erfahrungswissen.

Einsichtige Menschen nutzen ihr Wissen für logische Darstellungen und intentionale Pläne.

Notwendige Bedingungen für gutes Verstehen einer Darstellung sind passendes (Vor-)Wissen, Interesse und Lernbereitschaft.

Eingeschränktes Interesse und unzureichendes Wissen erschweren eine kognitive Verbesserung des Verstehens und ein Lernen durch Einsicht.

Voraussetzungen für verständiges Mitdenken sind Übereinstimmungen im Erfahrungswissen und tolerante Einsicht in fremde Gedankengänge.

Deutbare Aussagen werden dann richtig verstanden, wenn ihnen adäquate Begriffsbeziehungen interpretativ zugeordnet werden.

Eine perfekte Verständigung mit dargestellten Begriffssymbolen erfordert deren richtiges Verstehen im Kontext.

Fehldeutungen entsprechen Missverständnissen aufgrund subjektiver Vorstellungen gemäß unzureichendem Kontextwissen.

Wer zu wenig verstanden hat, kommt unmerklich zu Fehlurteilen.

Zur besseren Verständigung muss die Reizflut auf Wesentliches reduziert werden.

Je komplexer Schwerverständliches ist, desto mehr wird nach Leichtverständlichem gesucht, möglichst einfach übernehmbaren Regeln oder nachahmbaren Aktionen.

Bei der Verdeutlichung von Aussagen mit bekannten Metaphern oder verständlichen Gleichnissen sind die meisten Vergleiche 'hinkend', weil damit nur teilweise Analogien oder grobe Adäquatheiten aufgezeigt werden können.

Wer über Beobachtungen nachdenkt, stellt schwierige Fragen. - Wer schnellfertige Antworten findet, denkt oberflächlich.

Nüchternes Denken führt zu logischen Urteilen als formale Feststellungen, ursprünglich ohne emotionale Bedeutung.

Je mehr wir über unsere Welt wissen, desto mehr staunen wir über ihre begreifbare Komplexität.

Wenn wissende Menschen alles wüssten, was sie nicht wissen, erst dann wären sie allwissend.

Wir verallgemeinern und vermuten zu viel, weil wir zu wenig wissen.

Wer wenig weiß, will zeigen, dass er etwas weiß.

Wer meint, genügend zu wissen, der behindert sein Dazu-Lernen.

Der Sinn suchende Mensch versucht auch Sinnwidriges für sich verständlich zu machen.

Schwachsinn ist unlogisch; Wahnsinn kann logische Methode werden.

Gut auszusehen ist Menschen wichtiger als Notwendiges einzusehen.

Ein 'Ahnungsloser' weiß zu wenig, um richtig zu verstehen und einsichtig handeln zu können.

Wahrheitssuche durch wissbegieriges Fragen erheitert oft die Schmalspurdenker und empört sogar - die Dogmatiker.

Gemäß dem 'Unschärfeprinzip der relativen Wahrheit' gelten logische (Vor-)Urteile, die in Form von Aussagesätzen mitteilbar und kritisch überprüfbar sind, als 'relativ wahr' aufgrund von bisher bewährten Regeln und bestimmten Ausnahmen für Sonderfälle, - aber nur so lange diese Regeln nicht verändert werden.

Das wissenschaftlich korrigierte Weltbild ist relativ wahr und begründet Veränderungen des traditionellen Menschenbildes.

Unser begrenztes Wissen ist unvollständig und nur relativ wahr ohne Gewissheit.

Wer beim induktiven Lernen aus beobachteten Einzelfällen angenommene Regelmäßigkeiten verallgemeinert und mit situationsbedingt erworbenen Kenntnissen (bedingten Relationen) von erfassten Beziehungen begründet, kann erlernte (Verhaltens-)Regeln versuchsweise nutzen, auch wenn er keine Gewissheit für seine theoretischen oder praktischen Kenntnisse hat.

Empirische Voraussagen für erwartete Wahrnehmungen oder Handlungskonsequenzen sind bestimmbar mit erfahrungsgemäß erworbenen Kenntnissen, die nur dann als 'bisher bewährt' gelten, wenn sie erneut nachgewiesenen Beziehungen realer Zusammenhänge entsprechen.

Die erforschbaren 'Naturgesetze' basieren auf evolutionär bewährten Relationen einer strukturveränderlichen Welt (ohne 'ewige Wahrheit').

Die Kenntnis bisheriger Regelmäßigkeiten komplexer Systeme genügt nicht zur Voraussage neuer Eigenschaften ihrer variablen Strukturen.

»Von etwas wissen« heißt über erworbene Kenntnisse verfügen, die als begriffliche Beziehungen situationsbedingt erfasst worden sind.

Wissen ist ein Führwahrhalten von bisher bewährten (begründeten) Kenntnissen, die theoretisch oder praktisch nutzbar sind, besonders für Urteile und (Vor-)Aussagen.

An Unwahres können wir glauben, aber Wahres können wir wissen.

Wer denkt, dass sein Wissen wahr ist, glaubt mehr als er weiß.

Ein Glaube an die Gewissheit von geprüftem Wissen ist nur dann begründet, wenn alle verfügbaren Quellen zur Wahrheitsfindung kritisch ausgeschöpft worden sind.

Glauben ist kein Wissen und betrifft mental Angenommenes als unbewiesene Behauptung (Postulat, Axiom), die unwiderlegt auch Hoffnung vermitteln kann.

Dogmatische Aussagen lassen keine Kritik und Hinterfragung zu, weil sie absolute Gültigkeit und Wahrheit beanspruchen.

Schon früh erfanden fantasievolle Menschen für das Unerklärliche fiktive Begründungen, - auch mindestens einen Verursacher, den sie als Gott verehrten oder aus Angst fürchteten.

Wer über fiktive Aussagen nachdenkt, kann davon nur wenig glauben.

Die Unterscheidung von Fakten und Fiktionen ist nur mit wissenschaftlicher Skepsis durch kritisches Denken möglich, das schwerer fällt als blinder Glaube.

Fantasievolle Geschichten und irrationale Fiktionen sind irreal "ersponnene" Dichtungen oder "unwahre" Behauptungen, die mit nachprüfbaren Tatsachen (Fakten) nicht übereinstimmen.

Die Möglichkeit von "vermuteten" Dingen kann nicht widerlegt werden, weil die Nichtexistenz von irgendetwas niemals absolut beweisbar ist.

Wir glauben zu wissen, wenn wir vermutete Vorstellungen für wahr halten.

Sogar Unglaubliches kann wahr werden.

Ein unerwartetes Ereignis kann negativ oder positiv überraschen, - unsere Bewertung des Unvorhersehbaren als un-/glücklicher Zufall beruht darauf, dass seine kausale Bedingtheit für uns unersichtlich ist.

Wo sicheres Wissen fehlt, kann nur gutes Vermuten helfen.

Kreativ denken bedeutet, innovative Problemlösungen mit neuer Einsicht in Wesentliches finden.

Kreatives Denken geschieht "intuitiv" oder mit heuristischen Methoden, die für Arbeitshypothesen oder Heuristiken zum Problemlösen nutzbar sind.

Innovative Theorien als wegweisende Denkmodelle gewinnen erst dann an Bedeutung, wenn Experten sie richtig verstehen und unterstützen.

Gerechte Urteile über einen neuen Sachverhalt kann nur derjenige fällen, der die spezifisch neuen Zusammenhänge durch sachkundige Untersuchung selbst festgestellt, korrekt erfasst und richtig im Kontext verstanden hat.

Nicht verstandenes Neues wird meist emotional abgelehnt aufgrund von subjektiven Vorurteilen und unzureichendem Wissen.

Jede kreative Vermutung oder Idee stößt anfangs auf Unverstand und hat die Bequemlichkeit als Feind.

Außergewöhnliches erregt die Aufmerksamkeit für Neues; aber dessen richtiges Kennenlernen gelingt erst durch deutende Untersuchung und unvoreingenommene Bewertung.

Wer mit eigenen Ideen etwas Neues schafft, - auch wenn sich keiner dafür interessiert, keiner etwas dafür bezahlt und keiner ihn lobt, - der ist ein 'kreativer' Künstler oder ein Erfinder, der auf seine Anerkennung lange warten kann.

Kenntnisspezifische Wahrheitsfindung gelingt durch rationales Streben nach Erkenntnis im Kampf gegen irrationale Überzeugung und Selbsttäuschung.

Einsichtige Anerkennung der unerbittlichen Realität verlangt ein Aufgeben irrealer Vorstellungen und Erwartungen des Wunschdenkens.

Ein kritischer Realist, der für Wahrheit und Gerechtigkeit offen eintritt, versucht objektiv zu urteilen und kommt damit in Widerspruch zu subjektiven Ansichten und Vorurteilen.

Wer Unwahrheiten kritisiert oder Mängel aufzeigt, wird als negativer Besserwisser missverstanden.

Wir müssen lernen, unsere Enttäuschungen mit Würde und Toleranz zu ertragen. Dabei helfen uns Aufrichtigkeit, Humor und Tapferkeit.

Humorvolles Lachen macht den Ernst des Lebens erträglicher.

Wer Absurdes nicht zu ernst nimmt und darüber lachen kann, hat Humor und versteht Spaß.

Wer über sich selbst lachen kann, hat selbstkritischen Humor.

'Froher Verstand' befähigt zu Einsicht mit Humor.

Wir müssen an menschlichen Fortschritt glauben, - auch ohne Gewissheit.


4.2. »Intellekt und Ethik« - Unbewusstes, Vernunft, Denkgewohnheiten, Kritik


Intellekt wird definiert als Fähigkeit für mindestens unbewusstes Denken zur individuellen Reiz-Deutung (schematische Erkennung, empirische Beurteilung und subjektive Bewertung) und zur situationsangepassten Entscheidung für eine optimale Aktion (lerntypische Verhaltensänderung), beeinflusst von Antrieb, Emotion und Motivation, aufgrund des nutzbaren Erfahrungswissens für bewertbare Voraussagen gemäß eigenen Erkenntnissen (vgl. situationsbedingter Kenntniserwerb durch induktive Zusammenhangserfassung, siehe 'Verstand' und 'Vernunft' unter 4.1). [1] - [5]

Intelligenz wird aufgefasst als hoch entwickelte Denkfähigkeit (einschließlich Intellekt, Verstand und Vernunft) und entspricht vorrangig dem Vermögen zum 'wissentlichen' selbstreflexiven Problemlösen zwecks kognitiver Bewältigung von neuen und unbekannten Situationen, wobei "bewusste" Reflexionen sprachliches Ausdrucksvermögen fördern (vgl. Darstellung kognitiv-logischer Begriffsstrukturen, siehe 1. bis 3.). [6]

Denken wird philosophisch aufgefasst als 'geistige Tätigkeit' der Begriffsbildung, des Urteilens und Schliessens. [11] Albert Einstein bestimmte Denken als "Operieren mit Begriffen und Schaffung und Anwendung bestimmter funktioneller Verknüpfungen zwischen diesen sowie Zuordnung der Sinneserlebnisse zu den Begriffen" (Quelle: Physik und Realität, 1935, siehe 1.).

Ethik ist die Lehre vom Sittlichen für normative Regeln des 'richtigen' und 'guten' Handelns mit der Orientierung an Zielen und Pflichten. Dabei können Handlungen gemäß Werten ihrer Konsequenzen oder Intentionen moralisch beurteilt werden. [11]

Das vernunftbegabte Tier "Mensch" (Homo sapiens sapiens) ist sich seiner Existenz bewusst und strebt danach, Vorteile zu erzielen und Neues zu erleben. - Der anspruchsvolle Mensch will mehr als "nur" versorgt in Sicherheit leben und sich vermehren. [13]

Eitelkeit und Geltungsdrang sind menschliche Schwächen. Ihre negative Steigerung führt über Rücksichtslosigkeit zu zynischem Machtmissbrauch, sogar bis zu gewalttätigen Aggressionen.

Ein verstandesmäßig "funktionierender" Mensch handelt vorwiegend nach bewährten Regeln, Stereotypen und festen Schemata seiner pragmatischen Denkgewohnheiten. Seine Persönlichkeit kann er durch bewusstes "intentionales" Lernen nur dann entfalten, wenn er dazu ausreichend motiviert ist und sich eigene Ziele setzen und verfolgen kann, die von seinen Privat-Interessen mitbestimmt werden.

Der Mensch denkt mit seinem oft unzufriedenen 'Steinzeitgehirn'. Er strebt nach Glück und Bedürfnisbefriedigung, besonders nach Lustgewinn, Freude und Besitz.

Der suchende, versuchende und irrende Mensch hat hypothetische Vorstellungen oder Pläne zur Verbesserung seiner subjektiven Lage. Er belastet sich selbst mit der Lösung von Problemen, die ohne ihn nicht entstanden wären.

Ein natürliches Gewinnstreben zwecks optimaler Selbsterhaltung ist existenziell erforderlich für selbst bestimmte Autonomie.

Der "Kampf ums Dasein" erzielt den Selbsterhalt mit wirksamen Bemühungen zum Selbstunterhalt.

Existenzielle Selbständigkeit gelingt mit natürlicher Eigennutz-Orientierung zwecks Selbsterhalt durch möglichst sozialverträgliche Selbstbestimmung ohne "unsoziale" Auswirkungen.

Wer zielstrebig und selbstbestimmt lernt, sich gut zu informieren und sich selbst zu helfen, und auch lernt, wenig fremde Hilfe zu erwarten und leere Versprechungen zu durchschauen, der zeigt einen gesunden Egoismus zur Selbsterhaltung.

Menschen, die sich nicht selbst helfen können, sind dann verloren, wenn sie keine fremde Hilfe erlangen.

Wenn jeder nur an sich denkt, dann gibt es nur rücksichtsloses Gewinnstreben und kein soziales Miteinander, keine Hilfsbereitschaft und auch keine Solidarität.

Der egoistische Mensch sieht seinen Vorteil ohne Rücksicht auf andere Lebewesen.

Eigennutz erscheint dem Egoisten vorteilhafter als Anteil am Gemeinnutz, der Eigenverzicht verlangt.

Großzügigkeit und Hilfsbereitschaft sind Tugenden, die von raffinierten Menschen ausgenutzt werden, um an verfügbares Kapital zu kommen.

Tiere können anderen etwas vortäuschen, der listige Mensch kann lügen und betrügen.

Der Klügere kann nur dann nachgeben, wenn er dadurch keinen zu großen Schaden erleiden wird, der gemäß seiner ethischen Haltung noch zu akzeptieren ist.

Der "rational (nach-)denkende" Mensch denkt reflexiv und urteilt subjektiv. Seine Fähigkeit zu logischem Denken wird begrenzt durch seine individuellen Vorstellungen, Erinnerungen und Gefühle, - unter dem schwer kontrollierbaren Einfluss seiner unbewussten 'subjektiven Bewertungen' (Emotionen, Motivationen). [6]

Der sprachbegabte, selbstbezüglich denkende Mensch kann sinnlose und sinnvolle Fragen zu Gegenständen seiner Begriffswelt stellen.

So genannte "letzte" Fragen zu bisher Unerklärlichem, die (noch) nicht mit wissenschaftlicher Begründung beantwortet werden können, sind Gegenstand hypothetischer Deutungen und religiöser Behauptungen.

Das Finden einer eigenen Meinung oder rationalen Entscheidung, z. B. beim Nachdenken bzw. Abwägen, erfolgt durch Selbstreflexion gemäß individuellem Erfahrungswissen und subjektiven Bewertungen.

Starke Erinnerungen für Affekte und Gefühle behindern logisches Denkvermögen.

Vernünftiges Entscheiden wird erschwert durch unbewusste emotionale und soziale Einflüsse.

Unbewusste Automatismen können zu Irrtümern führen, die zu spät bewusst werden.

Über viele Automatismen unseres Denkens und Handelns sind wir uns selbst kaum bewusst; aber von unseren Kritikern werden unsere Eigenarten oder Angewohnheiten als individuelle Verhaltensmuster erkannt und aus subjektiver Sicht bewertet.

Unbewusste Gewohnheitshandlungen werden uns erst dann bewusst, wenn wir ihre "ungewollten" Konsequenzen erkennen.

Die Bedeutung von unüberlegten und unbewussten Äußerungen wird uns zu spät bewusst, erst dann wenn wir ihre Wirkungen auf Andere mit Erstaunen feststellen.

Wer kritische Feststellungen unbedacht sagt, muss sich emotionalen Widerspruch sagen lassen.

Kann bewusste Selbstkontrolle impulsive Äußerungen und spontane Handlungen verhindern?

Bewusstes Denken ist durch "inneres Sprechen" (auch mit sich selbst) erlebbar, besonders beim 'Ersinnen' von Problemlösungen oder deklarativen Antworten auf erkenntnisfördernde Fragen (Kritik, Zweifel, Dialektik).

Der "relativ freie" Wille ist ein Bewusstseinsphänomen für 'mutwillige', zielgerichtet gefällte Entscheidungen des Subjekts im Rahmen seiner Handlungsfreiheit unter aktuellen Bedingungen, individuell bestimmt von unbewussten Gehirnzuständen.

Für jede 'bewusst gefällte' Entscheidung muss eigene Verantwortung getragen werden, aber weniger für 'unüberlegte', unbewusst bestimmte oder Affekt-Handlungen.

Wer das Sagen hat, bestimmt die Zielrichtung für sein Gefolge, dessen Wohl von ihm verantwortet werden muss.

Zielorientiertes Erwägen einer optimalen Entscheidung wird ermöglicht durch 'antizipative' subjektive Bewertung von zu erwartenden Handlungskonsequenzen, die empirisch oder theoretisch vorausgesagt werden können.

Ein Ziel wird zum Zweck einer Handlung mit Hilfe von verfügbaren Mitteln zu seiner Erreichung (vgl. Mittel-Zweck-Analyse).

Der Zweck heiligt nicht immer die Mittel, deren Auswahl die Effizienz und Auswirkung der Handlung bestimmt.

Ein Weitsichtiger mit guter Voraussicht hat bessere Einsicht als viele Kurzsichtige mit der besten Absicht.

Planlos leben mit naiver Zuversicht ist bequemer als voraussichtiges Denken mit ungewissen Modellvorstellungen beim Problemlösen.

Vorausschau und Denken im Großen fehlt Pragmatikern, die sich nur mit Nächstliegendem im Kleinen befassen, wobei sie den Nutzen ihres Handelns im Auge haben.

Zu unserem eigenen Schutz müssen wir vorausschauend versuchen, unsere existenziellen Probleme zu erkennen, um mögliche Lösungen rechtzeitig finden zu können.

Voraussicht zur Absicherung erfordert "worst case tests", d. h. kritische Untersuchungen dessen, was im schlimmsten Fall passieren könnte.

Eine relative Sicherheit ist nur durch Vorsicht und gegenseitige Rücksichtsnahme erreichbar, wobei Risiken "intelligent" abzuschätzen und rechtzeitig eigene Konsequenzen zu ziehen sind.

Wer eigene Fehler selbstkritisch prüft und aufrichtig zugibt, hat Rückgrat. - Wer gelassen seine Schuldlast erträgt, muss dazu breite Schultern haben.

Eigene Fehler aus Leichtsinn sind die ärgerlichsten.

Wer sich über korrigierbare Fehler anderer verständnislos ärgert ist selber schuld.

Ärgerliche Enttäuschung über Unerwartetes oder Irrtümliches kann zu Schuldzuweisung und Streit führen, ist aber kein ausreichender Grund für verbitternde Gegnerschaft.

Wichtiger als schadensvergrößernde Schuldzuweisungen sind Fehlerkorrekturen und praktikable Verhütungsmaßnahmen.

Selbstvertrauen ist gut, doch besser wäre Selbstkontrolle für kluges Handeln.

Der "vernünftige" Mensch kann sich selbst kontrollieren und nutzt quasi ein Selbstmodell für individuelle Einsicht und Voraussicht.

Vernünftige Selbstkontrolle eines verstehenden Subjekts erfordert 'Wissen vom Sein des Selbst', d. h. Selbstbewusstsein (vgl. Meta-Automat über Basis-Automat [1][3]).

Vernünftige Selbstkontrolle und freudiges Lachen sind zu fördernde Vorzüge des Menschen.

Aktive Menschen gelten allgemein als optimistisch und risikofreudig, weil sie mühevolle Absicherungen oft unterlassen.

Passive, denkfaule Menschen erwarten, dass ihnen gesagt wird, was zu tun ist.

Der wenig wissende Mensch hat keine Weitsicht. Er sieht nur einen Teil der näheren Umwelt - innerhalb der Grenzen seines egozentrischen Blickwinkels.

Schnellfertige Urteile und Illusionen der Überschätzung haben ihre subjektiv gefärbten Quellen in der Verdrängung von Problemen, d. h. in bequemem Schwarz-Weiß-Denken bzw. himmelblauem Wunschdenken.

Die Mutter naiver Wünsche ist die Unwissenheit.

Große Vielfalt gefällt den Einfältigen, obwohl ihnen das Auswählen schwer fällt.

Mangelhaftes Wissen und geringes Denkvermögen sind Gründe für Unverstand und falsche Meinungen, auch für Aberglaube und Fanatismus.

Die Trägheit der Gleichgültigen oder Ängstlichen ist ein großes Hindernis für den Tatendrang des Tüchtigen.

Lebenskünstler pendeln erfolgreich zwischen riskantem Austesten eigener Grenzen und sicherheitsorientierter Selbsteinschränkung.

Wer seine Bedürfnisse an Erreichbares anpassen kann, dem geht es gut.

Wer nicht dankbar für Erreichtes ist und seine Wünsche nicht unter Kontrolle hat, wird ein unzufriedener und getriebener Mensch bleiben.

Wenn jeder Recht haben will, dann ist Gerechtigkeit Mangelware.

Wo es keine Gerechtigkeit gibt, nützt es einem nicht, Recht zu haben.

Dem Ungerechten sind Großmut und Milde fremd.

Erst, wenn Unrecht offenkundig ist, wird Ethik gefordert.

Fairness in Kampf oder Spiel verlangt die Einhaltung von festgelegten Regeln, die den Gegnern vorher bekannt sein müssen.

Wenn der Sieger mit dem Weitersiegen nicht aufhört, dann gibt es am Ende nur noch Besiegte.

Jeder versucht sich das zu nehmen, was er kriegen kann; nur der Weise bescheidet sich mit geringeren Ansprüchen.

Wo sich alles nur ums Geld dreht, ist Kapital die Achse des Lebens.

Betrüger und Wucherer entlasten sich mit dem Argument, dass sie nur das verkaufen, was Kunden haben wollen.

Ein "Anständiger" handelt nach bestem Wissen und Gewissen.

"Gewissen" kann mit einer 'ethisch-moralischen' Bewertungsinstanz im Gehirn erklärt werden, für die aber keine universellen Wertekategorien aus der Menschheitsgeschichte ableitbar sind.

Moralisten und Religionen haben bisher vergeblich versucht, mit ethischen Maximen und normativen Verhaltensregeln für alle Menschen sozialen Frieden zu erreichen.

Die spürbare Ohnmacht unserer Vernunft gegenüber Unverstand und Überschätzung darf uns nicht entmutigen, immer wieder aus unseren Erfahrungen und Fehlern zu lernen. - Nur durch Selbstlernen können wir erforderliches Wissen in unserem unvollkommenen Steinzeitgehirn ausbilden.

Wir sehen die Dinge und Probleme gemäß unserer Sichtweise. Wir urteilen subjektiv, - meist pauschal, voreingenommen oder mit geringer Kenntnis des wirklichen Sachverhalts. Unser subjektives Urteil kann sich ändern, wenn wir selbst betroffen sind oder wenn wir es der Mehrheit nachahmen.

Menschen urteilen subjektiv über die objektive Welt, abhängig von eigenem Erfahrungswissen, aber auch mit angenommenen Meinungen und Vorurteilen.

Denkgewohnheiten und Vorurteile basieren auf pragmatischem Teilwissen, das durch neue Erfahrungen und Erkenntnisse erweitert und korrigiert werden kann.

Innovative Definitionen, Konzepte oder Theorien haben die Vorurteile und Denkgewohnheiten der sog. Fachleute als Feinde.

Wer sich forschend bemüht natürliche Sachverhalte realistisch zu beschreiben und begründet zu erklären, muss Lehrmeinungen wissenschaftlich hinterfragen und Glaubenssätze als unbewiesen anzweifeln.

Bisher unerforschte Phänomene als unerklärliche Erscheinungen können vom Menschen mit seinen schematischen Vorstellungen nur vage oder modellhaft erkannt und nur subjektiv gedeutet werden.

Typisch für menschliche Irrtümer sind Fehlurteile aufgrund falscher Vorstellungen wegen mangelnder Sachkenntnis.

Wer sich vor mühsamer Wahrheitssuche scheut, dem fällt Glauben leichter als Denken.

Gläubige Menschen lassen sich stark verwundern von (für sie) Unvorhersehbarem oder Unerklärlichem, z. B. ein unerwartetes Phänomen oder zufälliges Zusammentreffen.

Ein vermeintlicher Zufall wird kausal bestimmt durch mindestens ein situationsbedingtes Ereignis, das mit unterschiedlicher Wahrscheinlichkeit vorkommen kann.

Beeindruckende Zufälle festigen ideologischen Wunderglauben.

Der "glaubende" Mensch deutet das für ihn Unerklärliche mit angenommenen 'irrationalen' Behauptungen aus anthropozentrischer Sicht. Geglaubt werden unbeweisbare Postulate als 'göttliche Offenbarungen', z. B. übernommene Glaubenssätze traditioneller Religionen. Zur Beantwortung von Lebensfragen der Sinnsuche dienen auch transzendente Axiome neuerer Ideologien, die als "verführerische" Theorien machtpolitische Bedeutung mit gefährlichen Auswirkungen erlangen können.

Traditioneller Glaube an mindestens einen Gott (auch Teufel, Engel und Heilige), an Wunder und göttliche Kreationen zwecks "anthropozentrischer" Gestaltung von Universum und Leben verlangt von Menschen Glaubensbekenntnisse, die nicht wissenschaftlich begründbar sind.

Eine unbegründete Behauptung wird durch Wiederholung nicht glaubwürdiger.

Religion ist wie jede Ideologie von Menschen erdacht, auch wenn sie göttliche Offenbarungen vorgibt.

'Angstreligionen' sind Menschenwerk und Machtmittel, die menschliches Leid mehr verursacht als gemindert haben.

Wer an die Unsterblichkeit seiner Seele glaubt, nimmt sich selbst zu wichtig und ist an seiner Angst vor dem Tod selbst schuld.

Glaube mit Überzeugung nur das, was Du selbst kritisch geprüft hast!

Unrealistische Weltbilder in Gehirnen verursachen Konflikte und Leid.

Revolutionäre Ideale wie Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit sind gegensätzlich zu persönlichem Machtstreben, zu Gewinnsucht und Geltungsdrang des Menschengehirns.

Wie bisher erfolgt jede Kriegsvorbereitung mit demagogischen Lügen und überzeugenden Reden für Freiheit und Frieden.

Wer Frieden im Großen will, muss für Frieden im Kleinen sorgen.

Aufklärung über soziale Seinserfahrungen kann menschliche Beziehungen verbessern.

Die Menschen würden sich besser verstehen und vertragen, wenn sie ihre subjektiven Ansichten und unterschiedlichen Gesichtskreise besser in Übereinstimmung bringen könnten. Sie müssten hierzu mehr Gemeinsamkeiten ihres Denkens und Wissens suchen - und finden.

Wer sich nicht informiert, findet sich nicht zurecht.

Wer sich gut informiert, verbessert sein empirisches Faktenwissen. Damit kann er Einsicht in Sinnzusammenhänge durch analytisches Nachdenken erlangen, wozu ein kritisches Hinterfragen von Aussagen erforderlich ist.

Wer kritisch nachdenkt, findet Zweifelhaftes.

Kritisches Denken über Probleme belastet den Verstand, erfordert "trockene" Logik und wirkt meist verunsichernd.

Wer über Beobachtungen nachdenkt, stellt schwierige Fragen. - Wer schnellfertige Antworten findet, denkt oberflächlich.

Ein sozial "angepasster" Mensch übernimmt modisch wechselnde Verhaltensmuster und akzeptiert auch traditionelle Bräuche, Riten und Zeremonien. Aufgrund seiner mangelnden Skepsis gegenüber neuen Angeboten ist seine Gesinnung von verführerischen Medien und Personen leicht manipulierbar, womit er sich fremd bestimmen, benutzen oder ausnutzen lässt.

Ein sensibler "ängstlicher" Mensch vermeidet emotionale Depressionen durch eine "schützende" Selbstbeschränkung seines Mitgefühls auf die ihm Nahestehenden. Er unterdrückt politisch-soziale Reflexionen und zeigt Ablehnung gegenüber vorausschauenden Problemdiskussionen, die ihm seine Macht- und Ratlosigkeit gewahr werden lassen.

Der Blick zurück auf Vergangenes und Vergebliches ist nicht so wichtig wie der Blick vorwärts auf Zukünftiges, weil das Kommende gemeistert werden muss.

Ideale Illusionen und Fiktionen beeindrucken nicht nur Jugendliche; dagegen sind realistische Ansichten zur Aufklärung oft unerfreulich oder wirken belastend als unerwünschte Seinserfahrung.

Lähmende Gleichgültigkeit verhindert nötige Vorsicht, Rücksicht und auch Voraussicht; sie resultiert aus einer Abstumpfung gegenüber dem Unerfreulichen und der allgemeinen Reizüberflutung durch die Medien.

Je älter man wird, um so mehr muss man beim Durchhalten aushalten.

Mit dem Alter verfestigen sich eigene Ansichten zu Überzeugungen für stereotype Urteile, auch für Begründungen von Desinteresse und Resignation.

Allgemeine Resignation oder nur Desinteresse gegenüber wissenschaftlichen Fragen zeigen viele Menschen, die sich nicht mit für sie unlösbar erscheinenden Problemen belasten wollen.

Nihilistische Kritik an der Welt wirkt auf Menschen lebensfeindlich und ist deshalb destruktiv. - Zur Überwindung von Resignation dient konstruktive Kritik, die Wege zur Selbsthilfe aufzeigt.

Wer eine Verbesserung anstrebt und deshalb kritisiert, kann nur durch große Eigenleistung Anerkennung finden.

Bemühungen zum Miteinander durch Aufeinanderzugehen verbessern das Verstehen durch gegenseitiges Kennenlernen.

Ein freundliches Wort im rechten Moment wirkt Wunder - und verbindet.

Ruhe bewahren trotz Störung gelingt mit Toleranz.

Optimistisches Denken fördert Gesundheit und Tatkraft zur Erreichung von realistischen Zielen der Glückssuche.

Wer durch erfolgreiches Handeln nutzt, kann mit sich zu frieden sein.

Nützliches für sich und andere tun bedeutet: die kurze Lebenszeit sinnvoll nutzen.

Wer seine Schaffenskraft nutzvoll einsetzt, führt ein erfülltes Leben.

Die bewusste Selbstverwirklichung ist eine Lebenskunst. Sie gleicht einer gefährlichen Gratwanderung zwischen faulen Kompromissen und kämpferischer Selbstaufopferung.

Lebenskunst erfordert das Finden und Einhalten des rechten Maßes für eigenwillige Bestrebungen.

Wer Schönes am Leben mit Freude findet und wer Leid ohne Verzagen ertragen kann, der wird als ein 'Lebenskünstler' geachtet.

Dem lernenden Lebenskünstler mit Selbstvertrauen gelingen optimale Entscheidungen zum Selbsterhalt, besonders durch Selbsthilfe und Selbstvorsorge.

Ein glückliches Leben ist möglich durch sinnvolles Tun zwecks Selbsterhaltung und sozialer Anteilnahme.

Glücklich ist, wer sich freuen kann.

Schönes freudig erkennen und dankbar erleben, - das ist Glück.


Weiterführende Literatur

[1] Liß, E.: Induktives Lernen kognitiv-logischer Gedächtnisstrukturen für intelligente Automaten.
  msr, Berlin 29 (1986) H. 9, S. 411 - 416; H. 10, S. 465 - 470 (zwei Teile),
  publiziert als ScanCopy: » Induktives Lernen kognitiv-logischer Gedächtnisstrukturen (I und II),
- daraus Auszüge und Thesen in: » Beiträge zu Definitionen und Konzepten einer Kognitiven Logik

- Basis-Publikation: (Kognitiv-)Logische Struktur zum Darstellen von Wissen für intelligente Automaten,
  Nachrichtentechnik-Elektronik, Berlin 33 (1983) H. 10, S. 403 - 408 (Manuskripteingang: 15.03.1982),
  publiz. als ScanCopy: » Dynamische Wissensdarstellung in kognitiv-logischen Gedächtnissystemen

- Aufsatz: Lernfähiger Zuordnungskomplex - assoziatives Gedächtnissystem intelligenter Automaten,
  Nachrichtentechnik-Elektronik, Berlin 34 (1984) H. 7, S. 269-274 (Manuskripteingang: 15.03.1982),
  publiz. als ScanCopy: » KI-Konzept 'Lernfähiger Zuordnungskomplex' - ein Ansatz für Kognitive Logik

[2] Liß, E.: »Lernender Homöostat« - eine interaktive Existenz-Simulation, Kurzbeschreibung des
neuen KI-Modells: » Lernender Homöostat mit kognitiver Logik für rationale Autonomie, -
eine JavaScript-Implementation, im LISS-KOMPENDIUM veröffentlicht seit Mai 2001

[3] Liß, E.: Systemkonzept 'Intelligenter Automat' für kognitive Logik (PDF-Datei - seit 11/2004),
Definitionen, Thesen, Gehirnmodell und System-/Organisationskonzept, - mit Auszügen aus der DDR-
Patentanmeldung WP G 06 F/ 2349 488 vom 18.11.1981, Titel: Programmierbare Logikanordnung für
intelligente Automaten und adaptive Steuerungen mit künstlichem Intellekt

[4] Liß, E.: Grundbegriffe zur Kognitiven Logik (Anhang für 'Beiträge zu Definitionen und Konzepten')

[5] Liß, E.: KI-Konzepte für Kognitive Logik (Veröffentlichungen seit 1978  -  Dissertation 1987)

[6] Liß, E.: Gehirnstrukturen für Lernen und Gedächtnis (Neuere Erkenntnisse, publ. seit 2003)

[7] Liß, E.: Kognitiv-logische Modellbildung (Zitate-Auswahl und Erkenntnisse der Hirnforschung)

[8] Liß, E.: Information - subjektive Nachricht für kognitive Systeme (Dialog mit Heinz Zemanek)

[9] Liß, E.: Zeitlose Weisheiten - Erlesene Aphorismen und Zitate aus drei Jahrtausenden (Archiv)

[10] Liß, E.: Albert Einsteins Weisheiten und Ansichten (Zitate-Anthologie im LISS-KOMPENDIUM)

[11] Grosses Wörterbuch Philosophie, Compact Verlag München 2006, ISBN-13: 978-3-8174-7471-4

[12] Detel, W.: Grundkurs Philosophie, Bd. 1, Logik, Reclam, Stuttgart 2007, ISBN 978-3-15-018468-4

[13] Liß, E.: Daten zu Universum und Menschheit (Konsequenzen der Entwicklung des Homo sapiens)

[14] Liß, E.: Rätselhafte Symbolgrafiken erkennen und deuten (Deutung von symbolischen Darstellungen)

[15] Dietz, P: Menschengleiche Maschinen (Thesen und Fragen zum KI-Trend, mit Nachwort von E. Liß)

[16] Metzinger, T.: Auf der Suche nach einem neuen Bild des Menschen (Subjekt und Bewusstseinskultur)

[17] Damasio, A. R.: Der Spinoza-Effekt, Wie Gefühle unser Leben bestimmen, List-Taschenbuch,
Ullstein Buchverlage GmbH, Berlin, 2005, ISBN 3-548-60494-3

[18] Singer, W.: Entscheidungsgrundlagen, ein Auszug aus: Frankfurter Allgemeine Zeitung, Feuilleton 8.
Januar 2004, Nr. 6, S. 33 - Prof. Dr. W. Singer: " Keiner kann anders als er ist. Verschaltungen legen uns
fest: Wir sollten aufhören, von Freiheit zu reden."

[19] LeDoux, J.: Das Netz der Persönlichkeit, Wie unser Selbst entsteht, Deutscher Taschenbuch Verlag,
München, 2006


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