Astronomie
Mein astronomischer Weg
Zusatzgerät 6" Refraktor
Ansteuerung über PC
Neues Meade LX 200R-10" mit GPS
Ausrichthilfe
Mein astronomischer Weg

1970 habe ich mit dem Hobby Astronomie angefangen und mir aus optischen Teilen eines Kaufhaus-Teleskops ein Newton (D=112mm) selbst gebaut. Ich war wirklich stolz danach, dies geschafft zu haben. Dies spornt natürlich an und kurz darauf habe ich eine sehr massive parallaktische Montierung entwickelt und anfertigen lassen. Die Montierung war in der Qualität dem Newton total überlegen. Mein damaliger Standplatz in anderer Wohnung aus einem kleinen Dachfenster war äußerst unzufrieden, auch war ich zu dieser Zeit mit meinem beruflichen Weg Entwicklung Nutzfahrzeuge sehr in Anspannung, so dass das Thema Astronomie etwas weiter hinten angestellt werden musste. So ca. 1995, als der Ruhestand in die Grob-Planung kam, habe ich mich wieder der Sternguckerei mehr gewidmet und habe ein Siberia 150 gekauft. Optisch ein sehr ansprechendes Gerät, aber das Auffinden von Objekten auf meiner heutigen Terrasse mit relativ kleinem Himmelsausschnitt bereitete mir schon Schwierigkeiten. Ich wollte einfach mehr.

Als das Nexstar 5 herauskam, verkaufte ich das Siberia und war einer der ersten Käufer des Nexstar 5 . Die Optik war gut, aber die Zuverlässligkeit nicht. Auf einer selbstgebauten Polhöhenwiege funktionierte das NexStar5 nicht.

Dies ärgerte mich und ich stieg um auf das Meade LX 200-8. Seither benutze ich das Meade LX 200-8 Zoll (f 1:10) auf einer - alte selbstentwickelte, parallaktische Montierung wurde umgebaut - fest stehenden Montierung (siehe Bild). Auf dem Dachboden habe ich ein kleines Astro-Zimmer eingerichtet mit einem nach oben klappbaren (68°) großen Velux-Klappfenster als Beobachtungsort (Süd-Ost-Richtung), allerdings in Stadtnähe.

Das Fenster ist unter 15% Neigung eingebaut um auch im Zenit beobachten zu können. Mit diesem Standort habe ich den Umständen entsprechend eine zufriedenstellende Lösung. Eine Lichtabschottung, über auf dem Dach aufgesetzte, schwarze Rollos, sorgt für die entsprechende Verdunkelung.
Okulare
1 1/4":Celestron Erfle 32 mm, Meade Super Plössl 26mm Serie 4000 und 5000, Vixen LV Zoom 24 bis 8 mm, Celestron Ultima 18 mm, Tele Vue Panoptik 22 mm, Olympus 16,7mm und 12,5mm Tele Vue Nagler 13mm
Okular 2":
Antares, 40 mm. Siehe auch unter Okularprüfstand bzw. Interstellarum Heft Nr. 37
Filter 1 1/4" und 2":
MV 20 Filter, 1 1/4" Celeston- LPR, UHC 1,1/4" und 2", 1,1/4" OIII, Mond-Skylightfilter sowie diverse Farbfilter. Meine Meinung: Ein Graufilter kann Skylightfilter gut ersetzen. Filterschieber zur Aufnahme von 5 Filtern Sharpley-Linse f 6,3
Kamera Canon EOS 10D:
Als Taukappe verwende ich eine zusammengeklebte Isomatte (billig und leicht).
Einige
wenige Galaxien (nur schemenhafte Konturen), diverse Kugelhaufen und
Nebel, viel offene Sternhaufen, sowie Doppelsterne aus dem Messier-,
Caldwell- und NGC-Katalog sind trotz Stadtnähe beobachtbar. Unter
optimalen Bedingungen wären rein rechnerisch mit dem LX200-8 Objekte
bis ca. 14,5 mag beobachtbar, die Stadtnähe vermindert jedoch auf ca.
11,5 -12 mag. Dies ist schade. Das automatische Anfahren der
Himmelsobjekte durch das Meade LX 200 ist sehr treffgenau und in den
Standardfunktionen auch einfach zu bedienen, also für Laien wie mich
sehr zu empfehlen. Das "klassische Starhopping" kann doch eine sehr
mühsame Angelegenheit werden. Astrofotos:
Auf Anraten meines Astrohändlers und eines Buchautors wurde mir empfohlen, eine "astrogerechte Kamera" anzuschaffen. Mit der Canon EOS 10D inklusive Winkelsucher mit Vergrößerung habe ich jetzt das Rüstzeug zur Astrofotografie. Problem: Da an meinem Dachfenster zwar eine Polhöhenwiege anzubauen ist, die Initialisierung des LX 200 auf polachsjustierte Ausrichtung ist jedoch wegen meiner Platzverhältnisse nicht möglich. Man muss schon ein „Fakir oder Schlangenmensch“ sein um sich so stark verbiegen zu können. Daher können nur Aufnahmen gemacht werden mit max.2 bis 3 Minuten Belichtungszeit wegen der Sternrotation. Bei längeren Belichtungen werden die Sterne zu „Schwalben“.
Mir
fehlt auch noch ein guter Bedienungswisser des LX 200 wegen Feinheiten
wie Smart-Drive usw. sowie ein praktischer Astro-Fotografie-Berater vor
Ort (Ortsnähe Stuttgart / Esslingen) am Gerät. Vielleicht gelingt mir
dies über www.lx200.de,
eine übrigens gute Webseite für LX200-Nutzer,
hier sind auch einige Hinweise in anderer Sache auf meine homepage
enthalten.Mittlerweile habe ich die Erkenntnis gewonnen, daß ich mich mit dem Fotografieren nur an der Oberfläche, sprich Mond, gegeb. Planeten und M42 also hellen Objekten bewegen will. Der Himmel ist in Großstadtnähe zu hell.
Priorität hat das visuelle Beobachten. Aus diesem Grunde habe ich aufgrund des Beobachtens nur noch von meiner Dachsternwarte Stuttgart-Untertürkheim eine Expertenumfrage in www.astronomie.de zum Thema: Vergleich Verbesserung 10" zu 8" gestartet und die Astrokollegen haben sich hier rege beteiligt und mir absolut mehrheitlich zur Umrüstung auf 10" geraten. Seit 13.10.01 habe ich daher mein LX 200-8" verkauft und dafür ein Meade LX 200-10" f/10 erworben und danach nochmals getauscht in ein LX 200R-10“ GPS. Ich kann heute sagen, es hat sich gelohnt, auch bei meinem miesen, leider nur ca.4mag Vorstadt-Himmel.
Nach einer Anfrage bei den Neckarwerken Stuttgart (heute EnBW) habe ich erreicht, dass ein ganzer Straßenzug von Quecksilberhochdrucklampen auf Natriumhochdrucklampen umgestellt wurde und 3 Lampen nach unten strahlen. Dies verbessert ein bisschen die Beobachtungsbedingungen.
In StarObserver 3/2002 wurde dieser Dachfensterausbau auch beschreiben unter Verwendung einer Gabelmontierung ( LX 200-10"). Hier hat man bezüglich Freigang zum Fenster die besten Möglichkeiten. Bei anderen Teleskopen montiert auf einer parallaktischen Montierung sieht es natürlich etwas anders aus. Um es vorweg zu sagen, mit einem Newton würde ich nicht über ein Dachfenster beobachten. Bei der Beobachtung über Dachfenster sollte ja darauf geachtet werden, daß das Teleskop außerhalb des Fensters sitzt ( Luftaustausch innen/außen ), und bei einem Newton ist ein Einblick oben und dann müßte man ja auf eine Leiter steigen und dies könnte gefährlich werden. Also mein Rat, kein Risiko eingehen und mit dem Newton ins Freie gehen.
Übrigens, eine Stuttgarter-Lokalzeitung hat mich aufgrund eines im StarObservers Heft 3/2002 veröffentlichten Artikels über meinen Dachausbau auch angesprochen und auch einen allgemeinen Bericht gebracht, welcher in der Rubrik Download anzusehen ist.
Zusatzgerät 6" Refraktor
Ich
habe mir parallel zu
meinem LX 200 auch einen mobilen 6"
Richfield-Refraktor (f5) zugelegt um auch bei entsprechendem Anlaß im
Freien beobachten zu können. Dieser Refraktor wird später auch auf
Sonnenbeobachtung ausgebaut, ferner möchte ich damit auch Deep-Sky-
Vergleichsbeobachtungen zum LX 200 vornehmen. Also muß diese
Kombination 6"-Refraktor auf Vixen-GPE-Montierung mit GoTo-System auch
auf die heutige stationäre Säule in der Dachsternwarte passen. Ich bin
GoTo-Freak, denn ich möchte beobachten und nicht aufwendig Objekte
suchen. Sicherlich nicht jedermanns, aber meine Philosophie. Ein
Refraktor muß in diesem Falle grundsätzlich höher angeordnet werden,
weil der Schwenkbereich teilweise über dem unteren Fensterrahmen
erfolgt. Bei GoTo, weiß man ja nicht genau welche Wegausschläge das
Teleskop macht, daher muß man empirisch ermitteln um sicherzustellen,
daß man nicht gegen den Fensterrahmen fährt. In meinem Falle
funktioniert es gut und überall habe ich Freigang. Wenn ein Refraktor
allerdings eine große Brennweite hat, dann kommt man an Grenzen. Man
muß halt im Vorfeld grob die Verhältnisse abschätzen bevor man konkret
in den Dach-Fensterausbau einsteigt.
Es hat sich gezeigt, dass bei Fensteranordnung in SO-Lage und der angegebenen Höhenanordnung des 6"-Refraktors ( Teleskopneigung 65°, Okularauszug unten links) sich ein kritischer Bereich zum unteren Fensterrahmen bei GoTo-Bewegung mit Schwenk nach Westen zum unteren Fensterrahmen ergibt. Bei handgeführter Teleskopschwenkung ist dies alles kein Problem. Hier kann man ja selbst steuern.
In der beigefügten Zeichnung ist dieser Adapter maßstäblich dargestellt, auf Basis einer Körpergröße von 171 cm.

Zum Transport des 6"-Refraktors (850mm lang) benutze ich eine leicht abgeänderte Tennistasche mit zwei getrennten Innenfächern. Hier kann man auf der eine Seite Teleskop und auf der anderen Seite Montierung,12V-Batterie und Okulare unterbringen. Stativ und Gegengewichte trage ich in der Hand. Eine bequeme und billige Transportmöglichkeit.
Viel Spaß, etwas handwerkliches Geschick und Freude beim Nachbau. Es lohnt sich, man kann auch viel Geld sparen.
Ein Ausbau auf Sonnenbeobachtung z.Z. nur Photosphäre mit Baader-Folie ist in der Planung, aber dies ist ja sehr teuer, wenn man Neuteile kauft. M.E. müssten sich die Astrohändler viel mehr auch mit dem Gebrauchtmarkt beschäftigen, dies ist noch eine gewisse Marktlücke. Schauen wir mal, was die Zukunft bringt!
Ansteuerung über PC

Nachdem die GoTo-Ansteuerung
meines LX 200-10" über Handsteuerbox gut funktioniert, habe ich mir als
weiteren Schritt die parallele Ansteuerung über PC vorgenommen. Hierzu
habe ich mich für das Programm Guide 8.0 entschieden. Dieses Programm
ist einfach zu bedienen und man benötigt nur noch ein spezielles
Verbindungskabel zur Schnittstelle am LX 200. Das Programm beinhaltet
auch eine Hintergrund-Abblendung am Bildschirm wegen der Augenadaption
bei Dunkelheit.Über Meade habe ich mir bestätigen lassen, daß man wahlweise über PC oder Handbox die GoTo-Ansteuerung durchführen kann, warum? An der Handsteuerung wird immer, wenn man über PC ansteuert ein " Strombalken " angezeigt und dies machte mich stutzig. Das Anfahren über PC anhand einer vorgegebenen Sternkarte mit vielen Messier, NGC, IC und Caldwell-Objekten ist eine feine Sache und macht viel Freude.
Neues Meade LX 200R-10“ mit GPS
Seit 2001 ist mein LX 200-10“ Classic schon 4 x an der Handbox defekt gewesen. Ich musste es zuletzt zu Meade einschicken wegen Überprüfung der gesamten Elektronik. Schon länger vorher hatte ich mich über die mittlerweile bei Meade vorgenommenen Weiterentwicklungen wie Vergütung UHTC, bessere Positionierungsgenauigkeit im GoTo-Betrieb sowie der Verbesserung an der Optik informiert. Dies hat mein Interesse stark geweckt und ich habe mir ein neues LX 200R-10“ zugelegt und mein Classic in Zahlung gegeben. Firma Intercon-Spacetec in Augsburg hat mir hier ein gutes Angebot gemacht. Ich kann diese Firma nur empfehlen.Die ersten Erkenntnisse des neuen LX 200R waren erfreulich und ich hoffe, dass es auch bezüglich Elektronik nicht so anfällig wird wie mein altes Classic. Nicht so gut wie beim Classic finde ich im Unter-Menü das Aufsuchen der Doppelsterne; Classic nach Nummern und LX 200R mit alphabetischen Namen. Unter „Download“ habe ich eine namentliche Doppelsternliste angefertigt, welche nach Rektaszension aufgegliedert ist und mit Einzelheiten aus dem „Karkoschka-Atlas“ ergänzt wurde. Dafür ist das Aufrufen der verschiedenen Kataloge Messier, Caldwell usw. sehr gut gelöst. Den Feinfokussierer verwende ich visuell nicht, warum ? An meinem Dachfenster sind die räumlichen Verhältnisse nicht gerade üppig, ich brauche in gewissen Beobachtungslagen seitlich Platz zum Fensterrahmen und da ist die Baulänge zum Einblick ohne Feinfokussierer kürzer. Übrigens, mein selbst entwickelter superkurzer Drehadapter (siehe unter Anbauten LX 200) ist eine feine Sache und ermöglicht ein angenehmeres Beobachten.
Wichtiger Hinweis:
Nach Rückfrage bei Meade wurde mir gesagt, dass das Antriebstraining (Anlage D der Betriebsanleitung ) unbedingt vor der Erstbetriebnahme ( danach alle 6 Monate wiederholt ) durchgeführt werden muss. Dies sollte in der Betriebsanleitung etwas stärker herausgehoben werden.
Beobachtungshinweis:
Was ich Menü sehr gut finde sind die Auswahl von „Deep-Sky-Objekten“ in den Sternbildern wie folgt:
Objekt Sternbild (Enter) Sternbilder (Anzeige eines Sternbildes) dann (Enter) dann wird Rek+Dec angezeigt dann (Pfeiltaste Scroll unten) dann wird Deep Sky-Objekte angezeigt (Enter) danach kann man aussuchen welches Objekt man aus den verschiedenen Katalogen ansehen will.
Nachteil von LX 200-10“ mit GPS an meiner Dachsternwarte:
Nach dem so genannten „Wackeltanz“ (Ausrichtung des LX 200R auf Ebenheit und Polstellung) erfolgt das automatische Anfahren eines Referenzsternes. Dieser kann jedoch manchmal hinter der hochgeklappten Scheibe oder dem Fensterrahmen liegen und ist ohne den Körper zu verbiegen durch den geraden Sucher nicht einzusehen. Daher habe ich am Sucher einen 90° Winkelsucher von einem Fotoapparat angebaut um den Referenzstern besser sehen zu können. Wird zu oft mit der „Pfeiltaste“ ein anderer Referenzstern angefahren um ihn sehen und zentrieren zu können, dann wird die Ausrichtung ungenau und die Objekte liegen nicht mal mehr im Sucherbereich.
Ausrichthilfe
Ausrichtung nach Ein- oder Zwei-SternmethodeAusrichthilfe für „Homeposition“ (Nordausrichtung):
In meinem Falle Dachsternwarte mit Klappfenster gibt es bei der automatischen Ausrichtung beim LX 200R mit GPS Probleme. Die automatisch, angefahren hellen Sterne liegen meistens hinter der Fensterscheibe und sind somit schlecht zu zentrieren zumal auch bei einer dazwischen liegenden Glasscheibe mit einer „Refraktion“ zu rechnen ist. Daher wähle ich meistens die Ein– oder Zwei-Sternmethode zur Initialisierung um Referenzsterne in meinem besseren Sichtbereich ( ca. Nordost bis Südwest ) aus der Referenzsternauswahl des Kataloges anzuwählen. Ich habe allerdings auch das weitere Problem, dass der Polarstern hinter dem hochgeklappten Fensterrahmen liegt und somit auch schlecht sehbar ist.
Daher habe ich mir eine Ausrichthilfe für die „ Homeposition“ ausgedacht wie folgt:
Zur Waagerechtstellung benutze ich eine Wasserwaage. Dies ist genauer wie die Einstellung an der Deklinationsskala. Auf meiner Holz-Okularablage habe ich die Nord – Südrichtung, ermittelt über einen Kompass, markiert und befestige darauf eine Zentrierschiene mit Loch. Über ein Lot, befestigt an der Aufnahme für meinen zusätzlichen Refraktor, peile ich somit die Nordrichtung an. Damit liegen die ausgewählten und vom LX 200R automatisch angefahrenen Referenzsterne genauer im Sucher oder schon Okular und man weiß, dass man auch den richtigen Referenzstern erwischt hat. Eine einfache und zielführende Lösung.


