Buch durcharbeiten 

Sitemap

lk

Hier statemente ich mal meine Meinung, daß Einsteiger am besten mit einem guten Buch einsteigen. Ansonsten könnten sie geneigt sein, sich durch viele Fragen in Foren ein Halbwissen zusammenzustoppeln. Das ist auf kurze Sicht befriedigender, weil es das aktuelle Problem evtl. schnell löst.

Aber man behält doch enorme Wissenslücken, wenn man sich nur problem-orientiert weiterbildet. Insbesondere, wenn man sich eine Wurstel-Lösung angeeignet hat, erfährt man niemals eine Korrektur, weil funktioniert ja, und die besseren Konzepte lernt man niemals kennen, weil man nicht weiß, dasses die überhaupt gibt.
Und ist natürlich auch eine andere Befriedigung, wenn man ein Problem selbst lösen kann, weil man (Überblicks-Wissen) weiß, wo und wie suchen.

Kostenlose Download-Programmier-Bücher gibts einige, besonders bekannt sind die Galileo Openbooks.
Letztere sind aber IMO nicht besonders gut, ich komme noch dazu.

Zu einem VB-OpenBook habich sogar mal eine Mini-Rezension verzapft, weils mir besonders gut gefiel. Das Herausragende an dem Buch ist, dass die Entwicklungsumgebung durchgenommen wird.

Dadurch lernt der Leser die zT. mächtigen Tools ein wenig kennen, v.a. MSDN und ObjectBrowser, und wird so instand gesetzt, selbst effektiv nach Problemlösungen zu recherchieren. Aber ich gebe meine "Rezension" einfach mal wieder, weil da steht gewissermaßen, was ganz allgemein in ein gutes Lehrbuch über .Net-Sprachen hineingehört (betrifft also auch C#):

Microsoft Visual Basic 2005 - Das Entwicklerbuch (<- click it!)

Scheint mir ein hervorragendes Buch.
Ich hab nicht alle 1063 Seiten gelesen, tatsächlich nur die 13 Seiten Inhaltsverzeichnis durchgesehen, und was mich interessierte, nachgeguckt. Das Nachgucken war aber in jedem einzelnen Fall erfreulich.

Schon am Inhaltsverzeichnis fällt auf: Klaus Löffelmann fängt am richtigen Anfang an.
z.B. ein Projekt mit dem Pflichtenheft (also, daß man nicht drauflos-proggt, sondern erstmal richtig kräftig Man-Power investiert in die Eruierung und Festlegung der Projekt-Ziele).
Und dann geht er die IDE durch, und beleuchtet viele (alle ist wohl nicht möglich) Facetten, wie die IDE den Programmierer unterstützen kann.
Das ist auch meine Meinung, nämlich das das das Wichtigste ist, und das Erste, was ein Einsteiger lernen sollte, und möglichst gründlich.
Nach 2 Kapiteln, zugeschnitten auf Umsteiger von VB6, und von VB2003 steigter in OOP ein, und auch hier wieder am richtigen Anfang: Überlegungen zur Namensgebung und weiteren Programmier-Konventionen, die einen einheitlichen Stil gewährleisten, und damit Wartbarkeit (und "Teamfähigkeit").
OOP – Vererbungslehre rauf und runter, Polymorphie, Ressourcenbereinigung, benutzerdefinierte Operatoren, Generika, Delegaten und Ereignisse, Auflistungen, sogar Regex ( = mächtiges Instrument für Suchen/Ersetzen in Text ) machter durch!
Dann kommt Windows.Forms, und wieder – sagte ich das schon, daß mir das ausgezeichnet gefällt? - fängter mit Grundsätzlichkeiten an, Überlegungen zu Datenhaltung, Validierung, Bedien-Ergonomie und dergleichen.
Dann gibts die Schwerpunkte Listview, und DatagridView. Kannich nur zu nicken, das sind die wichtigsten. (Na, Treeview wäre auch noch schön gewesen.)
Die 125 Control-Ereignisse hatter schön in 13 Kategorien geordnet.
Und dann kommt "Controls selber zeichnen" und Controls selbst entwickeln – Klasse!
Noch ein draufsetzen - Threading
"Nur" 50 Seiten Datenbanking, aber es langt, um eine Beispiel-Datenbank aufzubauen.

Inzwischen gibts ein Update, genauso umsonst: Microsoft Visual Basic 2008 - Das Entwicklerbuch
Ich bin bei so Updates ja eher skeptisch. Bei Galileo-Computing sieht man, dasses das Update eines Updates eines Updates ist, und wie sich da die Altleichen so durchschleppen.
Ich habe "2008 - Das Entwicklerbuch" nicht durchgeguckt - das Inhaltsverzeichnis sieht ähnlich ok aus, allerdings sind noch WPF und einige 2008er-Features dazugekommen, sicherlich auf Kosten anderer Themen, und da fürchte ich, vlt. auf Kosten grundlegender Themen, sowie auf Kosten des Themas Windows.Forms

Umgang mit der Pdf-Form

Die Pdf-Form des Buches ist ein bischen lästig, im Vergleich zu einem OpenBook, was man direkt im Browser lesen kann.
Insbesondere, wenn man einen Begriff sucht, oder auch nur ein Kapitel, da wird man in einem Html-Openbook einfach vom Inhaltsverzeichnis aus verlinkt.
Ich habe mir den Foxit PDF Reader (Freeware) installiert, der lädt schneller und ist auch sonst besser als der Adope-pdf-Reader - insbesondere liebe ich dessen Suche-Funktion (Taste: strg - shift - f).
Damit findet man alle Fundstellen eines Begriffes, und wählt vorzugsweise die Fundstelle im Inhaltsverzeichnis. Von dort sucht man dann nach der Seitenzahl.
Das ist eben der Mist mit pdf, dass die Seiten-Numerierung nicht mit der Anzahl der Seiten im Pdf-Dokument korelliert, und man deswegen mit Goto-Page immer auf einer zu niedrigen Seite herauskommt.
Denn die SeitenAngaben des Inhaltsverzeichnis' beziehen sich auf die "papierene" Seiten-Numerierung, bei der Leerseiten ja nicht numeriert sind - die aber im Pdf natürlich auch Seiten darstellen.

Meine Vorbehalte gegen Galileo-Press

Ich gucke mal Galileo-"Einstieg in VB2010" so durch, und notiere, was mir auffällt:


Ich breche hier meine Besprechung ab (Das ganze Buch durchgehen führt sicherlich zu weit), und spreche die Vermutung aus: Es geht immer so weiter.
Klar erkennbar ist: das Buch wurde ursprünglich für VB2003 geschrieben, und die fundamentalen Konzept-Änderungen, die 2005 Einzug gehalten haben, wurden nicht eingearbeitet, sondern es wurden nur weitere Kapitel drangepatcht.
2005 wurde mit den Generica eine neue Ära typsicheren Programmierens eröffnet - danach Einsteigern Strict-Off-2003er Code vorzusetzen - Das geht doch nicht!

lk