Utopia - eine Welt im Gleichgewicht
Seit über 20 Jahren frage ich mich frei nach Goethe "Was die Welt und mich im Innersten NICHT zusammenhält".
Die Antwort auf beide Fragen ist erstaunlich einfach und (nahezu) identisch:
Ungleichgewichtige Rahmen-Systeme und eine fehlende stabile Rahmen-Ordnung.
Beispiele um diese Antwort etwas plastischer darzustellen:
Das Rahmen-System für alles Leben auf unserem Planeten ist die Erde selbst und unser Sonnensystem. Dieses Rahmen-System befindet sich seit Jahrmillionen in einem relativen Gleichgewicht. Ohne dies Gleichgewicht wäre die Entwicklung von Leben auf der Erde nicht möglich gewesen. Eine Störung dieses Gleichgewichts würde sich sofort auf alles Leben auf der Erde auswirken und dies auslöschen. Dies wird spätestens dann passieren, wenn die Sonne sich dem Ende ihres Lebenszyklus nähert - ihr eigenes "Gleichgewicht" verliert, weil Sie ihre Ressourcen erschöpft hat.
Die Rahmen-Ordnung in welcher sich Sonne und Erde bewegen, und welche verantwortlich ist für dies relativ stabile Gleichgewicht, wird beschrieben durch die Physik. In der Physik ist man mittlerweile an dem Punkt angekommen, dass man ca. 20 Konstanten ausgemacht hat, welche sich seit einem Bruchteil einer Millisekunde nach dem Urknall bis heute nicht verändert haben. Eine stabilere Rahmen-Ordnung ist schwer vorstellbar.
Analog geht es jedem Menschen:
Ein Kind benötigt um sich möglichst gleichgewichtig entwickeln zu können, gleichgewichtige Rahmen-Systeme (Familie, Schule, Freundeskreis, lokale Umgebung am Wohnort) und eine stabile Rahmen-Ordnung. Diese Ordnung sollte so gestaltet sein, dass Sie einerseite klare Strukturen und Grenzen setzt, aber andererseits genügend Freiraum für eine eigenständige gleichgewichtige Entwicklung bietet. Auch hier geht es wieder um Gleichgewicht, in diesem Fall zwischen Grenzen und Freiheiten, welche die Rahmen-Ordnung definiert.
Oder anders ausgedrückt, ein Kind dessen Eltern nicht im Gleichgewicht sind (arbeitslos, suchtprobleme, beziehungprobleme ...), das in eine Schule geht in denen es den meisten anderen Kindern ähnlich geht und wo die Lehrer ebenfalls überlastet sind (nicht im Gleichgewicht sind), dessen örtliche Lebensumgebung ebenfalls nur durch Ungleichgewichte geprägt ist, wird sich nie zu einem gleichgewichtigen Menschen entwickeln können.
Wie zu Beginn angedeutet, bin ich der Meinung, dass die gegenwärtige Entwicklung auf diesem Planeten gekennzeichnet ist durch wachsende Ungleichgewichte auf allen Ebenen - global, national, lokal, individuell. Im Endeffekt führen diese wachsenden Ungleichgewichte zum Kollaps der jeweiligen Systeme und Ihrer Teil-Systeme.
Das bekannteste Beispiel für diesen Prozeß ist auf globaler Ebene das Klima-System auf diesem Planeten. Das Klima gerät auf Grund der Überlastung durch die Menschheit immer mehr ins Ungleichgewicht, die Folge ist die aktuell zu beobachtende Klimaerwärmung.
Sollte das Klima in näherer Zukunft kollabieren, wird dies unweigerlich auch zum Kollaps der meisten Teil-Systeme führen. Diese Folgen der globalen Klimaerwärmung auf lokaler Ebene bekommen bereits jetzt jedes Jahr immer mehr Menschen auf diesem Planeten zu spüren.
Es gibt - noch - eine Alternative hierzu, eine Welt im Gleichgewicht.
Bevor ich näher auf diese Welt im Gleichgewicht eingehe und wie man diese erreichen kann, gilt es noch ein wenig genauer die aktuelle Situation auf der Erde zu analysieren. Insbesondere auch das Verhalten der Menschen, welches letzten Endes zur aktuellen Situation geführt hat.