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Die Nieren sind wichtige Stoffwechselorgane. Sie sind zu einem großen Teil für die Entgiftung des Körpers zuständig. Arbeiten
sie nicht richtig, so kommt es nach und nach zu einer Ansammlung der unzureichend abgebauten Giftstoffe, der Körper vergiftet sich nach und nach selbst.
Leider ist das Thema sehr sehr umfassend, so dass wir hier nicht auf alles eingehen können. Wir wollen Ihnen jedoch einen
kleinen Einblick in die wichtigsten Punkte geben.
Nierenkrankheiten sind bei der Katze besonders bei älteren Katzen (älter als 10 Jahre) nicht selten. Die Katze hat als
ehemaliger Wüstenbewohner eigentlich sehr leistungsfähige Nieren. Diese haben es der Katze in ihrer Entwicklungsgeschichte erlaubt, mit sehr wenig Wasser auszukommen. Leider scheinen chronische Nierenerkrankungen
bei Katzen immer häufiger zu werden. Werden sie zu spät erkannt, können sie zum Tod führen.
Die Symptome einer Nierenerkrankung die jeder Katzenbesitzer kennen sollte, sind vor allem
vermehrter Durst und vermehrter Harnabsatz in fortgeschrittenen Stadien auch Abmagerung,
Müdigkeit, verminderte Fresslust, Austrocknung, Erbrechen.
Infektionen, Gifte, Durchblutungsstörungen, Störungen im Immunsystem können die Ursache für
diese Nierenkrankheiten sein.
Bei Verdacht auf eine Nierenerkrankung wird der Tierarzt eine Blutuntersuchung und ggf. eine Harnuntersuchung machen, um auch
festzustellen, wie schwer die Nieren erkrankt sind. ACHTUNG: Für eine vernünftige Diagnose und Therapie sind nicht nur die Bestimmung des Harnstoffs und des Kreatinin (der beiden wichtigsten Nierenwerte) wichtig.
Vielmehr muss auch geklärt werden, ob es sich um eine akute Niereninsuffizienz (ANI) oder eine chronische Niereninsuffizienz (CNI) handelt. Dazu benötigt man weitere Blutparameter (z. B. weißes Blutbild). Bei einer
CNI müssen auch andere Werte wie Elektrolyte (vor allen Dingen (ionisiertes) Calcium, Phosphor, Eisen) bestimmt werden. Da nierenkranke Katzen leider auch im fortgeschrittenen Stadium zu einer Anämie neigen, ist
auch die Bestimmung des roten Blutbildes sinnvoll und wichtig. Denn nur so kann man ggf. rechtzeitig eine Anämie erkennen und behandeln. Um es deutlich zu sagen: Eine Katze stirbt oft schneller an einer
unerkannten/unbehandelten Anämie als an einer chronischen Nierenerkrankung. Für diejenigen, die nun gern wissen möchten, welche Blutwerte man am besten sinnvoller Weise bestimmt, hier eine Blutwertliste von mir.
Die Therapie einer ANI und CNI unterscheidet sich nur gering: Bei einer ANI muss die Ursache gesucht und beseitigt werden (z. B.
Eiterherd). Die Therapie für die Nieren ansich ist aber weitgehend gleich:
Sie besteht vor allen Dingen in einer Eiweiß- u. Phosphorreduktion im Futter (Nierendiätfutter nur über den Tierarzt erhältlich
- alles andere im Handel frei erhältliche Futter ist bestenfalls Schonkost), blutdrucksenkenden Medikamenten, Vitamine, Bekämpfung der Blutarmut. Viele Tierärzte wissen leider auch nicht, dass Infusionen für viele
nierenkranke Katzen lebenswichtig sind. Beim Menschen macht man Blutwäschen. Das geht in Deutschland bei Katzen nicht. Deshalb versucht man, die Giftstoffe mit Hilfe von regelmäßigen Infusionen auszuschwemmen.
Manche Katzen brauchen täglich eine Infusion. Wenn Sie jetzt denken, dass das Tierquälerei ist, so halte ich Ihnen entgegen, dass die Infusion täglich ca. 10 Minuten in Anspruch nimmt. Die restliche Zeit, nämlich
ca. 23 Stunden und 50 Minuten führt die Katze ein lebenswertes Leben.
Für die Prognose ist es sehr wichtig die Krankheit so früh wie möglich festzustellen und entsprechend zu behandeln.
Eine Nierenerkrankung kann verschiedene Ursachen haben, z. B.:
altersbedingte Organveränderungen,
Erbkrankheit (z. B. PKD),
als Folge einer Krankheit,
falsche Ernährung
Aber alle Erkrankungen haben eins gemeinsam: Sie sind schwer und nur unzureichend therapierbar! Nierengewebe regeneriert
sich nicht, das bedeutet, einmal zerstörtes Nierengewebe ist für immer verloren. Eine Heilung kann nicht erfolgen. Man kann nur versuchen, den vorhandenen Zustand mit Hilfe einer entsprechenden Therapie zu erhalten.
Dabei kann man die Schulmedizin mit der Naturheilkunde wunderbar verbinden, nein, man sollte beide Möglichkeiten unbedingt miteinander verbinden..
Hier eine kurze Erklärung der beiden wichtigsten Nierenwerte:
KREA = Kreatinin-Wert, Normwert Hauskatze 0 - 1,6 mg/dl bzw. 2,4 mg/dl (bei älterer Katze)
(die Normwerte weichen von Labor zu Labor etwas ab) Es handelt sich hier um ein Produkt des Muskelstoffwechsels. Der Wert ist bei der Bewertung nicht nahrungsabhängig, dient (mit anderen Werten im jeweiligen
Zusammenhang) als Bewertung für Elektrolytbalance, Kreislaufschwäche, Nierenerkrankungen. Kreatinin ist der spezifischste Indikator der Nierenfunktion. Dieser Wert steigt jedoch erst, wenn die Nieren über 50% (meist
so gar erst bei 75%) geschädigt sind. Dies liegt daran, dass die Nieren sozusagen Reservekapazitäten haben.
Zur Früherkennung von Funktionsstörungen dient der Eiweiß-/Kreatinin-Quotient (U-P/C) im Harn. Sprechen Sie Ihren TA notfalls darauf an.
Harnstoff-N (BUN) Normwert Hauskatze 10 - 33 mg/dl (die Normwerte weichen von Labor zu Labor etwas ab - manche Labore
messen den einfachen Harnstoff, der andere Referenzwerte hat) Harnstoff ist das wichtigste Abbauprodukt des Eiweißstoffwechsels. Die Serumkonzentration ist u. a. von der Nierenfunktion und der Futteraufnahme
abhängig. Parallel sollte daher immer Kreatinin mitbestimmt werden. Dieser Wert dient u. a. der Bewertung von Nierenerkrankungen.
Für eine Therapie müssen jedoch weitere Blutparameter gemessen werden (siehe oben).
Eigene Erfahrungen mit einer Nierenerkrankung Eines unserer Tiere ist an einer Niereninsuffizienz (Störung der
Nierenfunktion) erkrankt. In diesem Fall handelt es sich um die Folge eines lange Zeit nicht erkannten Abszesses (der Abszess ging nach innen, wurde deshalb weder von uns noch von der damaligen TÄin gesehen,
schädigte die Nieren und ging erst auf, als es fast zu spät war). Die Ursache konnte behoben werden, die Nieren indes haben bereits viel Schaden genommen. Unser Kater wird sowohl schulmedizinisch als auch
naturheilkundlich behandelt. Es geht ihm gut; er freut sich seines Lebens, frisst und hat wieder Lebensqualität. Sicher wird er nicht so alt, wie ein Tier mit gesunden Nieren aber wir hoffen, dass wir die restliche
Nierenfunktion noch lange Zeit erhalten können. Übrigens: Die erste TÄin wollte ihn damals bei Diagnose einschläfern. Das war in der ersten Septemberwoche 2002. Inzwischen ist November 2003 und unserem Kater geht es
weiterhin gut.
Da mir in der letzten Zeit immer wieder die Hilferufe von Katzenbesitzern mit nierenkranken Katzen in den Katzenforen auffielen,
habe ich eine Mailliste zum Thema nierenkranke Katze eingerichtet. Sinn und Zweck dieser Mailliste ist es, für Betroffene eine Anlaufstation mit ersten Informationen und einen Erfahrungsaustausch zu bieten. Ich würde mich freuen, wenn von der Liste reger Gebrauch gemacht würde. Dort finden Sie auch in der Rubrik “Dateien” viele wichtige Informationen zu diesem Thema. Denn eine genaue Aufbereitung dieses Themas würde dann doch den Umfang meiner kleinen Website sprengen. Mit Hilfe der Liste konnten inzwischen etliche Tiere stabilisiert werden. Erschreckend mussten wir auch feststellen, dass die meisten Tierärzte mit der Therapie einer nierenkranken Katze völlig überfordert sind. Leider wird das aber selten zugegeben und viele Tierärzte sind auch nicht bereit, zusammen mit dem Besitzer Therapiemöglichkeiten auszuloten. Da hilft dann nur ein möglichst schneller TA-Wechsel. Um die sehr kranke Katze jedoch nicht unnütz zu stressen, empfiehlt es sich bei einem TA-Wechsel zunächst telefonisch oder persönlich (ohne Katze!) Kontakt zu dem neuen TA aufzunehmen, ihm die Situation zu schildern und nachzufragen, ob überhaupt eine Bereitschaft zur Unterstützung der kranken Katze und dem besorgten Besitzer sowie eine umfassende Zusammenarbeit möglich ist. Wundern Sie sich nicht, wenn das dann nicht beim ersten Anlauf klappt, leider steht die Katze in den tierärztlichen Praxen meist nicht im Vordergrund. Nur durch derart beherztes Vorgehen konnten viele Katzenbesitzer in der Mailliste ihre Katzen vor dem Tod bewahren.
Und hier noch einige Links, zu Websites, die sich gleichfalls mit diesem Thema beschäftigen.
Helen, eine Engländerin hat eine englischsprachige Informationsseite zu diesem Thema verfasst, die sie
sehr regelmäßig und genau überarbeitet/ergänzt. Die Seite ist meines Erachtens das beste, was zu diesem Thema an Informationen zu finden ist. In Zusammenarbeit mit fleißigen Übersetzern wurde die Seite jetzt ins
Deutsche übersetzt und von Helen ins Netz gestellt. Dabei wurde auch viel Mühe darauf verwendet, deutschsprachige Links sowie in Deutschland gebräuchliche/erhältliche Mittel zu recherchieren. Ich kann
diese Seite nur jedem, wer von dem Thema betroffen ist, wärmstens ans Herz legen. Weisen Sie bitte auch Ihren TA auf diese Seite hin. Noch besser wäre es sicherlich, wenn Sie alles ausdrucken und ihrem TA dann
zur Verfügung stellen würden.
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Die Mailliste “nierenkranke Katze” ist für die Besitzer nierenkranker Katzen. Dort tauschen die Besitzer
nierenkranker Katzen ihre Erfahrungen aus. Die Liste hat sich als sehr hilfreich erwiesen, da die jeweiligen Tierärzte unterschiedliche Wissenstände haben.
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