| |
|
Archiv P/reviews A-K
Absurd Minds - Deception
Eigentlich wollte ich mich nun gar nicht über dieses Machwerk
auslassen, aber wenn es sonst jeder tut, kann ich es auch nicht lassen!
Außerdem war es höchste Zeit, endlich mal wieder was Neues
zu schreiben! Nun gut, wenn schon, denn schon: Das dürften sich
wohl die Jungs von A.M. überlegt haben, als sie beschlossen, die
alten Pitchies wieder mit neuem Leben zu erfüllen! Daß das
aber so ein Erfolg würde, hätte wohl keiner Gedacht! Ich muß
sogar zugeben, das mir der erste Track "brainwash v2" noch recht gut
gefällt. Leider hält sich das nicht allzulange! Musikalisch
auf schon erwähntem Pitchfork-Level, sind die Texte so platt, daß
nicht mal ich, der wegen Englisch seinerzeits fast durchgerasselt wäre,
daran gefallen finde. Oh Mann, ich dachte, so plattes Gesülze hätten
wir hinter uns!? Nun gut, wer alte Pitchies mag, wird auch deren Plagiat
zugeneigt sein. Bei Mastertune hats auch geklappt! ---b-runner---17.10.00
Accession Records Vol. One - Sampler
--- Accession Records - 17 Tracks - 77m33s
Eigentlich ist es ja mit Samplern immer so eine Sache,
meistens sind 1/3 der Tracks wirklich gut, 1/3 eher durchschnittlich
und der Rest eigentlich gar nicht hörbar.Das ich mich bei meiner
letzten CD-Bestellung ganz spontan doch für den ersten Teil des
Accessionlabelsamplers entschieden habe, lag zum einen an der Auswahl
der Bands, zum anderen an der Spielzeit von fast 78 min. und natürlich
dem Midprice. Eines vorweg: die oben beschriebene 1/3 Theorie kann man
bei diesem Sampler nicht anwenden, denn was hier geboten wird ist durchweg
qualitativ hochwertiges Material. Von zeitgemäßen Electro,
Wavigem über Synthiepop bis Experimentell wird ein Schnitt quer
durch die Szene gemacht, wobei (Yippie) der Electroanteil etwas überwiegt.
Die Newcomer Angels of Venice eröffnen mit einem ruhigen, instrumentalen
ja schon fast nach Enya klingenden schönen Track.
Instrumental geht´s dann auch weiter mit Diary of Dreams, die
aus dem Blade Runner Main Theme eine nette tanzbare 2001-Version gebastelt
haben. Assemblage 23 bringen sich mit Anthem im Strongholdmix ein, was
auch auf dem 1. Album der Band zu finden ist. Cleaner "Dubmixen"
den Klassiker von Nitzer Ebb "Fun to be Had", Megadump bieten
im Funker Vogt-Stil (mit deutschem Gesang) einen Track ihres neuen Albums
und haujobb (hört, hört) teigen mit "Unseeing" etwas
experimentell wo es mit dem neuen Album Polarity hingehen soll.
Die Jungs von Psyche schicken mit Unbreakable einen glasklaren Synthiepoptrack
ins Rennen und Claire Voyant beweisen ihr Können mit einer Ballade
unterstrichen von Victoria Lloyds wunderschönen, weichen Gesang.
Absoluter Höhepunkt der CD sind jedoch die Tracks von Cut Rate
Box und Diorama. Schon im letzten Jahr vom Electricafeteam zu einer
der besten Newcomerbands 2000 erkoren, knallen die US-Elektroniker mit
Zionsank richtig rein. Genialer Electro von cleanen Vocals unterstützt
liefert dem Hörer den absoluten "Overkick". Es folgt
in Nanosekunden die Message vom Elektronengehirn an den gesamten Körper:
You like your Body, move your Body!! Still stehen nicht erlaubt !! Genauso
hält es sich mit Advance vom neuen Dioramaalbum was mit etwas dunklerer,
tieferer Stimme arbeitet jedoch auch sofort voll in Bein und Ohr geht.
Beim zweiten Beitrag von Cut Rate Box wurde Stefan Netschio von Beborn
Beton als Gastsänger ans Mikro gekettet was "In your Eyes"
gesanglich einen leichten Synthiepoptouch verleiht.
Auch ein echtes Hammerstück!! Ansonsten tragen die noch etwas unbekannteren
Acts wie GASR, Aesma Daeva und The Azoic noch je einen Track bei. Fazit:
Ein Sampler den man auf jeden Fall weiter empfehlen kann. Nebenbei noch:
Als sehr informativ kann man das Accession-Booklet bezeichnen, da von
fast jeder Band Bilder, Internetverbindungen und sonstige Info´s
abgedruckt sind.
Tracks: 2/Diary of Dreams-Blade Runner 2001, 4/Cut Rate Box-Zionsank,
5/Diorama-Advance, 6/haujobb-Unseeing, 7/17Claire Voyant-Blinking Tears,
13/Cut Rate Box-In your Eyes, 8/Psyche-Unbreakable. ---Martin---25.5.01
Accessory - jukka 2147.de ---
Out of line - 11(12) Tracks - 63m01s
Aha, mal wieder ein Newcomer von Out of Line. Da ist man erst mal skeptisch,
schließlich gab es bei OOL schon einige angebliche Electrowunder,
die sich dann als Flop herausstellten! Aber hey, das sieht nicht nur
gut aus (das Cover), sondern kann sich auch hören lassen (die CD).
Es ist allerdings schon merkwürdig, welche spontanen Assoziationen
sich beim Anhören einstellen. So erinnert so einiges an die Jungs
von Dark Illumination, aber auch X-m.t.p., haujobb., Digital Factor
und nicht zuletzt auch die 242s scheinen ein wenig Einfluß
auf Accessory gehabt zu haben. Electronisch gibt es also eine durchaus
ansprechende Mischung mit vielen Samples. Die Stimme wurde teilweise
kräftig mit Effekten beigeschliffen, aber der Gesang ist durchaus
angenehm (außer Feindflug Mix). Auch sonst gibt es einige nette
Passagen, doch ingesamt wird die ganze jukka2147 mit der Zeit dann doch
etwas eintönig, was vor allem an dem guten alten EBM-Schema liegt,
daß zwar die Tanzbarkeit sichert, aber sich durch fast alle Tracks
zieht. Vielleicht wirds beim nächsten Album. Fazit: EBM is not
dead! Super Schrankkoffer-Musik! Nette Ideen, aber ingesamt nicht so
richtig prickelnd. Und: "Hardcore" ins Mikro zu brüllen (2. Deadline),
ist irgendwie peinlich, oder? Highlights: 1.Souliner, 3.Relict ---b-runner---10.3.01
Aghast View - Phaseknox --- Gashed
- 11 Tracks - 68m32s
Heh, super aghast view aus brasilien hauen endlich mal wieder ein neues
album raus. Nachdem die letzte cd "carcinopest" (noch bei
zoth ommog) von anfang bis schluß in hirnlosem geknüppel
kombiniert mit "ich bin so böse"-grölgesang ausartete,
so muß ich sagen, ist das neue material schon eher was für
kleine verwirrte electroköpfchen. Die band hat etwas abstand genommen
von gestampfe und alten angestaubten klängen. NEU.... sie benutzen
den typischen ebm-lastigen-aghast-view-stil, mischen moderne elemente
+ tolle effekte unter und klingen somit irgendwie frischer, zeitgemäßer,
ja besser!! Auch am gesang wurde schwer gefeilt, so wird bei 2-3 stücken
ein richtig melodischer refrain geboten, in den restlichen tracks geht´s
eher härter zur sache. Wie schon beim gesang so halten sich auch
beim sound melodie und härte die waage, immer wieder unterbrochen
von langen instrumentaltracks. Der einzigste minuspunkt der cd liegt
darin das einige lieder vielleicht ein bißchen zu lang geraten
sind. Die brasilianer verlieren sich ab und zu in langen instrumental-
passagen, so das sich beim anhören manchmal die frage aufdrängt:
nächster track?? Ach, ne noch gar nicht fertig!! Trotzdem, unterm
strich: ein geiles electroalbum, das man sich ohne bedenken zulegen
kann. Aghast view haben einen großen schritt in die richtige richtung
gemacht und eine sehr gute cd abgeliefert. Weiter so!! Ebenfalls lobenswert:
das schöne booklet mit texten und coolem motiv auf der rückseite
des booklets.
Antesten: 1. Timeless, 4. Glasswaves, 5. Reason, 6. Deviance, 8. Fieldlights.
---Martin---23.2.01
Concrete Nature - Encrusted
--- Gashed - 12 Tracks - 51m42s
Das aus dem hohen norden kommende duo michael h. hartmann und sönke
siemsen präsentieren uns hört , hört auf dem kanadischen
label "gashed" ihr debütscheibchen. Sunny schramm von
abscess (wohl im moment etwas langeweile) hat kräftig mitproduziert,
was der ganzen cd richtig gut getan hat. Vorweg : Man erkennt zwar hier
und da ähnlichkeiten zu seiner ex-band , aber keine panik , es
ist kein abscessclon kreiert worden, auf keinen fall!! Zur musik ...
Nach dem intro wird man gleich mit einem der besten tracks der cd "
inside me " an die wand genagelt. Wie für den tanztempel gemacht
!! Genialer einstieg !! Es beginnt eine mixtur aus tanzbaren , instrumentalen
und tracks der mittleren gangart (einen vor, einen zurück, einen
fallen lassen). Concrete nature basteln ein gerüst aus mehrschichtigem,
komplexem electro/dark techno, bei dem im hintergrund immer wieder großzügig
melodische synthieflächen eingeflochten werden. So ist fast in
jedem track an irgendeiner stelle ein melodischer part zu entdecken
der begeistert. Zusätzlich wird der sound abgerundet mit einigen
sprachsamples aus diversen filmen. Was den gesang angeht arbeitet die
band mit mäßig verzerrten bis "etwas heiser" klingenden
vocals. Schade eigentlich, ich denke das material würde ohne einsatz
des verzerrers noch 10 x besser kommen, ohne an härte zu verlieren.
Wer jetzt einen komplett neuen sound sucht , der sucht vergeblich. Jedoch
muß ich ehrlich zugeben das es dieses debütteil "ganz
locker" mit allen anderen bands aufnehmen kann , die schon wesentlich
länger im geschäft sind und es bis jetzt noch nicht geschafft
haben so eine klasse an den tag zu legen. Hut ab vor den beiden nordlichtern,
ein genial produziertes electroalbum, mit allem was dazu gehört.
Ich bin mir sicher von denen hören wir noch einiges. Das artwork
ist ganz nett, einzigstes manko: es sind keine texte abgedruckt. Kann
man jedoch unter www.concrete-nature.de nachlesen.
Testracks: 2.Inside me, 4.Dungeon keeper, 5.Exclusive audience, 6.Icy
hands, 11.Assimilate to hate. ---Martin---23.2.01
Covenant - United States of
Mind --- Dependent - 11(10)Tracks
Es ist immer wieder bewundernswert, was die Schweden so alles können.
"united states of mind" ist, wie jedes Covenant-Produkt völlig
anders als erwartet, aber doppelt so gut. Die Tracks "like tears in
rain", "helicopter", "dead stars" und "one world one sky" stehen bei
mir besonders hoch im Kurs. Die Tanzbarkeit ist bei den meisten Tracks
gegeben, trotzdem sollte man die Ohren spitzen, was sich denn da im
Hintergrund noch so tut. Schlichtweg der Oberhammer für alle Freunde
des Covenant-Sounds. ---b-runner
Cut.Rate.Box - New Religion
G.Wygonik und Clint Sand heißen das in Amerika schon länger
bekannte und nun nach Europa blickende Musiker-Duo Cut.Rate.Box, welches
mit seinem hier erschienenem ersten Album "New religion" zeigt,
daß man mitausgedehntem Spektrum und innovativem Sound auch als
Newcomer in derLage ist, viele der Zeitgleich produzierten Veröffentlichungen
aus dem Genre in die Tasche zu stecken. Mit Gast-Vokalisten wie Stefan
Ackermann (Das Ich),Daniel Myer (Haujobb, Cleaner), Adrian Hates (Diary
of dreams) hat man ein paar namhafte Künstler auf das Debut gebannt.
Besonders positiv fallen Stefan Ackermann in "Heart braek cinema
V2" und Daniel Myer in "Nothing" auf, wobei der eigene
Gesang des Künstlers G.Wygonik sehr gut mit den harmonisch und
auch elektronisch aggressiven Melodien funktioniert. Anspieltipps sind:
"Heart break cinema", "Copper" (mit subtil eingesetzten
Gitarren!), "Misery" (Synthetisch poppig), "Traum-maschine"
(bohrende im Wechsel mit flächigen Synthies) und "Nothing".Für
mich waren Cut.Rate.Box die Newcomer des Jahres 2000! ---RK00010111
Cyber-Tec - Cyber-tec
"let your body die" ist gleichzeitig Namensgeber und Motto der ersten
Veröffentlichung von C-Tec, die damals noch unter dem Name Cyber-Tec
begeisterten. Neben dem Titel-Track bekommt der Electronicer noch die
Titel "human", "cauterized", und "radiance" - vor Allem ersteres in
diversen Mixen - geboten, so z.B. von Birmingham 6, K-Nitrate und TV
Overdose. Wenn Ihr diese CD noch irgendwo findet, schlagt zu! Übrigens
gibt es zu der eben genannten noch hinreißend geile T-Shirts!
---b-runner---2000
C-Tec - Cut
Auch wenn sich Herr DeMeyer neuerdings eher uninteressiert an elektronischer
Musik gibt (siehe TT 33, S. 10), hat er zusammen mit seinen beiden Kollegen
mal wieder gezeigt, wo´s langeht. "i die tomorrow" ist der absolute
Killertrack. Mal wieder was richtig schön krachiges! Aber auch
die anderen Tracks (z.B. "brutal, she left, ...) machen diesen in einer
schönen Klappbox erhältlichen Silberling äußertst
kaufenswert. Einige Sound lassen Erinnerungen an das "cyber-tec project"
wieder erwachen, während der Abstand zur "darker" doch recht deutlich
ist. ---b-runner
Decoded Feedback - Reflect in
Silence
Die zum Einstieg in das Fulltime-Album "Mechanical Horizon"
produzierte Maxi CD enthält 3 Versionen des Titelstückes,
einen Remix des auf dem Album vertretenem Track´s "Immortal"
und den Non-Album-Track "Lifeless". Auch wenn gleich bei der
ersten Version vertraute Rythmen der Erfinder der Electronic Body Music
das Ohr kitzeln, beweisen die Nordamerikaner einmal mehr, daß
sie tanzbare Musik mit eingängigen Melodien und düsterem Gesang
verbinden und damit den Hörer überzeugen können. Viel
Potential zeigt der Alpha/Omega Mix von "Immortal" in dem
die verzogene Vortragsweise sehr anspricht. Auch der nicht auf dem Album
vertretene Song besitzt Wiedererkennungswert und läßt sich
schnell in seiner Struktur im Kopf nieder. Kein muß aber ganz
Nett! ---RK00010111
Din_Fiv - Escape to reality
Das zweite Album des Solo-Projectes um den Amerikaner Da5id Din kann
sehr gefallen. Schon im Opener "Through the looking glass"
wird man durch weit ausgedehnte Sphärensounds, wabernde Sequenzer
und durch angenehm programmierte Drums auf die hohe Qualität dieser
Produktion hingewiesen und gleichzeitig von der sich aufbauenden Atmosphäre
(ich zitiere: "die sich irgendwo zwischen Melancholie und Futurismus
bewegt") in den Bann gezogen. Im weiteren Verlauf versteht man
es durch abwechslungsreiche Kompositionen den Hörer weit von den
Bedientasten seines Abspielgerätes fernzuhalten. Der Höhepunkt
dieses Albums ist für mich der Song "Live for today",
der mich in Teilen des Intro ein wenig an VAC´s "Slut"
erinnert, später jedoch zu einem genial treibenden düster-melancholisch
verwobenen Titel mutiert. Das darauf folgende "Cata" scheint
mir sehr eng im Zusammenhang mit "Retrogradiation" des Informätik-Albums
zu stehen. Mehr als gespannt darf man auf nachfolgendes Material des
Bostoners sein. Sehr empfehlenswert! ---RK00010111
Dupont - Ukraina --- Life is Painful - 10 Tracks -
40m08s
Mit Dupont dürfte das junge Label LIP aus Stuttgart
einen ersten großen Erfolg zu feiern haben. Die drei Schweden
geben uns das zurück, was uns seit dem Ende von NEP etwas fehlt,
nämlich deftigsten EBM in Reinform. Hier gibts nur eins: Tanzen!
Zum reinen Anhören ist Ukraina weniger geeignet, aber in den CD-Wechsler
meines altersschwachen Fords gestopft fährt die Kiste konstant
180 - in der Stadt ;-). Hier wird richtig geknüppelt und gebrüllt,
was das Zeug hält (Extrembeispiel 9. Expo2k).
Doch Dupont sind kein Klon á la Mastertune; sie haben ihren eigenen
Stil, den "alten Zeiten" wieder neues Leben einzuhauchen.
Einige moderne Sounds und Elemente ergänzen mal mehr, mal weniger
die klassiche EBM-Basis, die immer wieder Erinnerungen an That total
Age und auch Showtime hervorruft. Die Soundqualität ist allerdings
um einiges besser als die der Vorbilder.
Also, Abtanzen ist für offene Ohren durchweg garantiert; ausgenommen
das Outro Batuskaf. Prinzipiell erscheinen die 40 Min. Spielzeit ein
bißchen dürftig, aber lieber so, als - wie bei vielen anderen
Bands - das Album noch mit irgendwelchen "Abfallstücken"
vollzustopfen. Und: wer die 40 Min. durchhält, dürfte reichlich
ausgepowert sein. Wirklich störend dagegen finde ich das doch recht
armselige CD-Cover.
Play it loud! Tracks: 1. Money, 4. Train for nothing, 7. More life ---b-runner---03.01.02
Frontline Assembly - Epitaph
(Ltd.) --- Metropolis - 10(11) Tracks - 67m47s
Öha, die Herren Leeb und Peterson wollens also
nochmal wissen! Nachdem uns das 1999er Album "Implode" wieder Hoffnung
machte, das die "FLAvour of the weak" doch nicht den neuen Style von
FLA einführen sollte, wurde "Epithaph" schon in den ersten Ankündigungen
als "Back-to-the-rotts-Album" gehypt. Doch was ist nun dabei herausgekommen?
Also prinzipiell ist alles beim Alten; Bill und Chris machen die Musik,
Greg Reely mischt und Dave McKean machts Cover. Auf der ltd. CD
findet sich noch ein 11. Hidden-Track, der aber als instrumentale Soundcollage
nicht unbedingt erwähnenswert ist. Dies gilt leider auch mal wieder
für das Digipak, aber ich war ja noch nie so begeistert von McKeans
Design.
Muskalisch haben sich FLA nicht allzuweit aus dem Fenster gelehnt; "Implode"
war im direkten Vergleich innovativer. Oder, um es positiver auszudrücken:
FLA haben zu ihren Stil zurückgefunden und machen wieder das, was
sie am besten können: athmosphärischen Electro mit schrägen,
verschachtelten Sounds, typischen Texten und kräftigen Rhythmen.
Außer bei "Krank it up", welcher der schwächste Song von
Epitaph ist, hält sich das Tempo in Grenzen, wobei "Dead Planet"
noch einer der anregendsten Titel ist. Grundsätzlich werden bei
den meisten Track mehr oder weniger starke Erinnerungen an längst
verloren geglaubte Zeiten wach, ohne das sie angestaubt klingen. Experiment
geglückt! Insbesondere die Intros der Tracks sind FLA-typisch recht
lange und dicht. "Everything must perish" ist für meinen Geschmack
fast etwas zu weich geraten.
Insgesamt zeigen FLA mal wieder, wie mans richtig macht, wobei
die erste Albumhälfte irgendwie besser gelungen ist als die zweite.
Persönliche Anspieltips: 2/Dead Planet, 3/Backlash, 4/Epithaph,
10/Existance ---b-runner---23.10.01
haujobb - Polarity --- Metropolis
Records - 19 Tracks - 52m18s
YES, haujobb machen endlich wieder richtig gute Musik.
Etwas irritiert reagierte ein Großteil der Fangemeinde auf das
letzte Album ninetynine. Zu wenig war das aneinanderreihen von schrillem
Gepiepse, kühler Rhythmik und sehr spärlichem Gesang um die
Fans vom neuen haujobbstil zu überzeugen. Mit der aktuellen CD
Polarity versuchen die Elektroniker Daniel Myer und Dejan Samardzic
zwischen der neuen Weiterentwicklungsstufe und den beiden besten Alben
Freeze-Frame-Reality und Solutions for a small Planet eine Verbindung
herzustellen.
Anspruchsvolle+komplexe Elektronik, viele vertrackte Rhythmen, sowie
Breaks, eingestreute Drum&Basselemente und endlich wieder atmosphärische
Flächen für mehr Volumen prägen den neuen Sound. Fast
alle Tracks präsentieren sich melodiöser, songorientierter
auch mit mehr Lyrics als auf dem Vorgängeralbum, was sehr erfreulich
ist.
Daniel Myer lebt dabei ungebremst seine Experimentierfreudigkeit mit
den eigenen Vocals aus und läßt somit keine gesangliche Monotonie
aufkommen. Das Tracklisting ist interessant aufgebaut: so folgt einer
kurzen Instrumentalsection jeweils ein Track mit Gesangspart. Irgendwie
spaßig, jedoch wünscht man sich nach den vielen kurzen Instrumentalausflügen
doch lieber "einen" 6-12 min. Track ala Solid State Logic
oder Sensor. Alle Tracks liegen zwischen 120-140 BPM was bedeutet das
bei den meisten abzappeln Pflichtprogramm ist. Kracher wie Subsonic,
Sinus Problem und Demon lassen da keine Zweifel aufkommen. Hier und
da wird zwar durch Breaks in Pianoform oder anderer Instrumentierung
etwas das Tempo aus den Songs genommen, jedoch stört das nicht
weiter. Einzige Ausnahme: das geniale Boom Operator......Schade!! Neu,
und das kann man ganz sicher als gelungenes Experiment bezeichnen ist
der für haujobb eher untypische ganz ruhig aufgebaute Track Violator,
einer der absoluten Knaller des Albums.
Fazit: haujobb ist ein super Album mit vielen verschiedenen Facetten
gelungen.....tanzbar, spacig, ruhig, Musik aus einem uns noch bevorstehenden
unbekannten Zeitraum. Bei der Qualität die das Audiomaterial besitzt
wäre es meiner Meinung nach genial wenn die beiden Musiker noch
eine "Polarity-Remix-EP" (Frames) nachschieben würden.
We will see!! Thema Booklet: Wie bei haujobb schon so oft sehr "BLAU"
gehalten, mit Texten, tollen (Live)-Bildern, wirren Zahlen und Computergraphiken
>> insgesamt sehr cool!!
PLAY: 4/ Sinus Problem, 2/ Subsonic, 16/ Violator, 6/ Centuries in me,
8/Demon ---Martin---18.11.01
|
Archiv P/reviews L-Z
Matrix - The War is over --- Out
of Line - 15 Tracks - 63m31s
Es kommt beim Electricafé recht selten vor, dass
eine Veröffentlichung von Out of Line näher betrachtet wird,
und das hat auch seinen Grund: Mir ist kein anderes Label bekannt, das
seine Veröffentlichungen so übertrieben in den Himmel lobt
und soviel Bockmist hervorbringt!
Nun gut, Matrix sind bei Ool und darum geht nun. Nachdem der Erstling
von Matrix einige Beachtung fand, schien es nicht uninteressant, sich
auch mal das Nachfolgewerk der Band anzuhören. Bei "The War
is over" wird eins ganz fix klar: Nix Neues! Wer A 23, VNV Nation,
Icon of Coil und den ganzen Brei mag, wird auch Matrix mögen, die
sich bei den obengenannten reichlich an Elementen bedienen! Die meisten
Sounds hat man schonmal irgendwo gehört.
Dabei ist die Band an sich gar nicht mal schlecht. Die Musik ist durchweg
tanzbar und eingänig, der Sänger kann was und wirklich eintönig
ist das ganze auch nicht!
Kurz gesagt Future-Pop-Electro, wie ihn z.B. Evils Toy vielleicht heute
machen würden, wären sie nicht versehentlich gleich dreimal
durch den Feinwaschgang gejagt worden! Teilweise starke Weichei-Tendenzen.
Tracks: 2. Silence, 10. Phoenix ---b-runner---03.01.02
Mnemonic - Identifikationsstörung
--- Alfa-Matrix - 14 Tracks - 65m59s
Ein neues Label aus Belgien, dem Land der EBM-Pioniere, mit dem genialen
Namen Alfa-Matrix lässt in letzter Zeit so manche CD auf die Electrowelt
los. So auch das Debüt der Newcomerband Mnemonic die aus Sebastian Schulz
(Vocals, Produktion) und Michael Belletz (Programing, Texts) besteht.
Normalerweise halte ich ja von Labelbeschreibungen nichts, hier jedoch
trifft die Vorabinfo schon "in etwa" zu. Laut Label orientieren sich
die beiden Electroheads an zwei der bekanntesten Acts der Szene, nämlich
Front Line Assembly und haujobb. Meiner persönlichen Meinung nach erinnert
mich die Band in Stil und Gesang aber eher an die ersten VÖ der US-Elektroniker
von T.H.D. (TotalHarmonicDistortion). So, jetzt aber Schublade zu. Wie
klingen Sie denn nun wirklich?? Tanzbarkeit, melodische Refrains, füllende
Synthieflächen, abgedrehte/verdrehte Rhythmen und vereinzelt auch Sprachsamples
bestimmen den Sound von Mnemonic. O.K., manchmal entsteht der Eindruck
das einfach zu viele Sounds + Breaks aufeinandertreffen und so das "fließende
Element" etwas vernachlässigt wird, die tracks etwas eckig und kantig
klingen. Jedoch ist das bei der Vorliebe für die o.g. Bands und deren
voluminösen Sound auch schnell passiert. Die engl. Vocals passen sehr
gut zum Gesamtbild und werden zu keiner Zeit nur runtergerattert , so
wie das bei einigen anderen Bands der Fall ist. Zwischendurch kommen
auch die Industrialfans auf Ihre Kosten, da die Instrumentaltracks die
zur Auflockerung mal nebenbei eingespielt werden sehr Industriallastig
ausfallen. Hier könnte man noch erwähnen das das Tracklisting in drei
Gruppen eingeteilt ist : alle engl. Titel = engl. Vocaltracks (7), alle
dt. Titel = Instrumentaltracks (4), track 12-14 = Rmxe. Was die drei
Remixe angeht, so ist der von Somatic Responses (der ein geiles Rhythmusgerüst
präsentiert was richtig knallt) der einzige der erwähnenswert wäre.
Fazit: Wenn ich mir Songs wie Shadowchild oder Dopetunnel anhöre, hoffe
ich das die beiden hart weiterwerkeln, damit wir irgendwann die 2. Mnemonic
hören dürfen. Speziell die zwei genannten tracks stechen heraus, sind
einfach genial und für den floor auf jeden Fall geeignet. Ach, und überhaupt
.....Debütprüfung locker bestanden !! Freue mich schon auf´s nächste
Album. Das Artwork der CD ist "sehr schlicht" gehalten. Nach dem Minimalprinzip
auf das nötigste zusammengerafft ... leider auch ohne Texte !! PLAY:
3/Shadowchild, 2/Dopetunnel, 7/Outsider. ---Martin---18.12.2001
Neuroactive - Neurology 1994-2000
--- Cyberware Productions/A Different Drum - Tracks: CD1:11/CD2: 11+2CDROMS
- CD1 49m12s, CD2 52m18s
Wie könnte man am besten die Wartezeit bis zum nächsten Album
überbrücken? Natürlich mit einer Compilation bestehend
aus unveröffentlichtem Material, raren Tracks oder irgengwelchen
Mixen für diverse Sampler. Die beiden unterkühlten Finnen
von Neuroactive sind wohl beim aufräumen des Studios auf einige
schon länger gespeicherte Klangexzesse gestoßen. Und somit
war die Idee für die Neurology 1994-2000 geboren. Auf CD1 werden
bis auf 3,7,8 Mixe und Remixe aus der Zeit von 1997-2000 geboten, d.h.
vom Fiber-Optik-Rhythm-Album und den dazugehörigen ausgekoppelten
Maxies.Dabei sind "Timemachine (neurotransmitter remix)" und "Contempt
(hard mix)" die Titel, die man hervorheben sollte, da sie gegenüber
dem Original in ein dichteres, fetteres Soundgewand gepackt wurden.
Ebenfalls sehr nett klingt "Vapour" von 1997. Die restlichen Mixe aud
CD1 sind O.K., aber mir persönlich einfach zu poppig.
Auf CD2 befindet sich älteres Material aus den Jahren 1994-1997.
Die Mixe sind stellenweise etwas zu verschnörkelt, von daher empfehle
ich die etwas schlichteren Versionen auf den Alben "Morphology"+"Phonic
Trace" zu genießen. Am Ende der CD gibt´s dann noch
was für´s Auge, nämlich 2 CDROM-Tracks von "Space Divider"
und "Scanner". Auch schön. Für eingefleischte Neruoactive-Fans
ein muß, weil Sammlerstück (Limitiert auf 1500). Einem Neuroactive-Einsteiger
lege ich jedoch eher die beiden ersten Alben ans Herz.
Und jetzt noch das Wort zum Sonntag: Schnief, Heul.....ganz ehrlich
jetzt mal, ich wünschte die Band würde sich 2001 wieder etwas
weg bewegen vom simplen Synthiepop der letzten Veröffentlichungen
und zurück kehren zu dem, was sie einzigartig hat klingen lassen,
nämlich dem spacigen, komplexen, leicht unterkühlten Sound
à la Phonic Trace+Morphology. Na,ja wir werden sehen, keiner
weiß, was die Zukunft bringt!!
Was das Artwork angeht, haben sie sich richtig Arbeit gemacht.Das limitierte
Teil erscheint in einem schönen aufklappbaren Digipack, in dem
sehr übersichtlich aufgelistet ist, welcher Track aus welcher Zeit
stammt und welche Musiker im Zeitraum von 1994-2000 an Neuroactive mitgewirkt
haben.
Tracks: CD1 3/Vapour, 2/Timemachine, 11/Contempt. Tracks:CD2 1/Space
Divider, 2/Burning, 3/Scanner, 4/Shapeless, 5/Media Prayer. ---Martin---15.05.01
Neuroactive - Neuron MCD
Klein, aber fein, so könnte man diese MCD treffend beschreiben.
Die zwei Mixe von "neuron", das im Original auf dem "phonic trace"-Album
zu finden ist, sind schön, aber weniger spektakulär, die Versionen
von "shes a liquid" und "invisible transfers" dagegen schon. Athmosphärisch,
aber trotzdem treibend. Insgesamt 19 Minuten erstklassige Musik in einem
netten Cover verpackt. ---B-Runner---2000
Neuroticfish - Velocity
--- Bloodline - 4 Tracks
Die neue MCD von Neuroticfish im Medizin-cover gibt einen recht gespaltenen
Ausblick auf die nächsten Veröffentlichungen. Der Titeltrack
"velocity" ist im Original nicht wirklich überzeugend, auch wenn
die Stimme von Herrn Klein wieder ziemlich gut klingt. Insgesamt wenig
abwechslungsreich, aber tanzbar. Wer es simpel mag, wird es mögen.
Die Mixe machen den Kohl auch nicht fett, speziell Herr Myer hat sich
mal wieder sehr gewöhnungsbedürftig ausgetobt. Zu guter letzt
noch der Schlußtrack "neurocaine". Hier muß ich sagen, das
ist doch mal was! Ein bißchen härter als "velocity" und viel
athmosphärischer. Also, ich warte gespannt aufs nächste Album.
---b-runner
Noyce TM - The white Room
Bald präsentiert sich uns die zweite Fulltime-Veröffentlichung
von Noyce TM; für uns höchste Zeit, endlich mal die erstere
publik zu machen. Also, wenn man(n) sich den Digipak anschaut, zweifelt
man an der electronischen Qualität dieser CD. Wenn man sich allerdings
die Mühe macht, die CD in den Player zu legen und auf "Play" zu
drücken, wird man eines Besseren belehrt. Die Stimme des Sänger
schwankt zwischen "Lakeien-Tief" und "Electro-Kühl"; die Musik
ist größtenteils nur zu empfehlen und äußerst
abwechslungsreich. ---b-runner
Orgy - Vapour Transmission --- Elementree/Reprise
Records - 13 Tracks - 47m42s
Na Endlich! Schon Ende 2000 in den USA zu hören,kommt der neue
Orgy-Silberling auch zu uns in die Läden geschwappt(VÖ:26.März).Mit
Album Nr.2 und einer erschreckend breit angelegten Werbung im Gepäck
starten die LA-Cyber-Rock-Elektroniker den zweiten Anlauf, die Europäer
davon zu überzeugen das ihre Blue-Monday-Coverversion von ´98
kein One-Hit-Wonder war. Orgy haben den Stil ihrer Musik gegenüber
dem Vorgängeralbum "Candyass" noch etwas verfeinert,
zwar gelingt das nicht bei jedem Track, aber beim Großteil der
13 Liedchen. Textlich bewegt sich die Band im Futuregenre: Digitale
Träume, Big Brother is watching you-Thematik etc.... Sollte ich
den Sound ganz grob beschreiben, so wäre das wohl ein Vier-Punkte-Plan:
1. Tief gestimmte Gitarren, die oft nicht mehr als diese zu erkennen
sind, eher nachschrägen Synthiesounds klingen; 2. Nette Elektronikspielereien;
3. Jay Gordon´s Vocals, die einfach perfekt zur Orgymucke passen
und 4.Gutes Songwriting und einen spacigen, fetten Bombastsound. PLAY
!!
Das Vapour Transmission Intro wird aktiviert,gefolgt von Suckerface
bei dem der Hörer gleich gezeigt bekommt, wo der Hammer hängt.
"Do you believe yourself, it´s not Science" schreit
sich Jay Gordon aus der Seele und ein typisches Orgystück bewegt
sich in Richtung verschmalzten Gehörgang. Track 3 streichen wir
weil nicht erwähnenswert. Tja,und danach kommen gleich drei Knaller
in Folge:Das geniale Opticon sticht dabei direkt heraus, weil man sich
dem ansteckend,wippenden Takt und dem Geilen Refrain (Hirnfras garantiert)
nicht entziehen kann. Ebenso hält es sich mit Fiction (Dreams in
Digital) und EVA.
Speziell an den drei Titeln hört man im Detail, wie hart die Band
am Gesamtsound getüftelt hat; alles klingt fließender, besser
abgerundet. Auch in der zweiten Hälfte der CD fällt auf, daß
viel Wert auf einen melodischen Mitsing-Refrain gelegt wurde(Eyes-Radio-Lies,
Saving Faces). Selbst Saving Faces was nicht nur musikalisch sondern
auch gesanglich etwas schrill anfängt, entwickelt sich nach mehrerem
hören zum Ohrwurm. Lediglich die Stücke gegen Ende der CD
gefallen mir nicht so gut, da die "Schraddelgitarren" zu stark
dominieren, etwas mehr Elektronik hätte da gut getan.
Unterm Strich: Ein gutes Album, das gegenüber dem Vorgänger
eine Weiterentwicklung erfahren hat. Ich freue mich auf den Herbst 2001,
da die Band dann angeblich durch Europa touren will. Nebenbei noch ein
Tip für Visualfreaks: Das Video von Fiction (Dreams in Digital)
sollte man nicht verpassen, sehr nett gemacht. Cover:geht als "GUT"
durch, weil Texte abgedruckt + futuristische fast Mangamäßige
Bilder der Bandmitglieder....cool!!
Tracks: 4/Opticon, 5/Fiction, 6/EVA, 10/Saving Faces, 2/Suckerface,
9/Eyes-Radio-Lies. ---Martin---15.05.01
Plastic Assault - We Score ---
Blooline/Connected 12 Tracks 74m21s
Nur zu häufig blickt man als Teilnehmer des modernen Straßenverkehrs
in den Rückspiegel, um festzustellen, wer in Zeiten ständig
wachsenden Verkehrs so noch das Los des ewig im Stau-Stehens mit einem
teilt. Erschreckend fällt hierbei auf, daß die Anzahl der
Offensivpopler (Leute, die ohne Scham verhärteten Nasenschleim
ans Tageslicht bohren) ständig wächst. Doch nun ist Schluß
damit, denn auf Bloodline gibt es einen Neuzugang aus Limburg Namens
Plastic Assault und ich kann Euch sagen, bei der Power, die diese erste
Veröffentlichung besitzt, haut´s Euch den Finger in Warp-Geschwindigkeit
aus der Nase. Harte kompromisslose EBM-Rhythmen, meterdicke Synthesizerwände
gepaart mit Filmsamples und verzerrten Vocals. Die eingängigen
Refrains und aggressiven Texte erinnern teilweise an Front Line Assembly,
sind aber so professionell umgesetzt, daß selbst Gegner der Abkupfertechnik
hier ihren Spaß haben werden.
Schon im Opener Crackhead" gibt´s voll auf die Zwölf.
Gnadenlos dringen einem die Drums und sägenden Synthies in den
Kopf, um hier erst einmal aufzuräumen. Gefolgt vom genial treibenden
Shotgun Blast", daß dem Einfluß aus Vancouver sehr
stark angelehnt ist und daher auch einschlägt, wie zu Hochzeiten
des Duos um Bill Leeb und Rhys Fulber. Mein persönliches Highlight
des Albums aber liegt mit !Splat!" vor. Der Song ist geprägt
von treibenden Drums, genial eingesetzten Vocals, einer hinterschwelligen
Fläche, grenzenloser Coolness und ist so einfach der Clubsmasher
schlechthin. Im nächsten Titel Devotchka" sind auch mal Gitarrensamples
verwertet, was aber keineswegs als störend empfunden werden kann.
Etwas minimalistischer aber mit sehr viel Charme kommt dann "Zero"
daher. Hier wird man zu einer Verschnaufpause geladen. Im Soundteppich
gefangen fühle ich mich ein wenig an Mlada Fronta´s Lobotomy"
erinnert. In guter alter Crash flight 232/92"-Manier präsentiert
sich anschließend The bite". In Stück Nummer 8 Das
letzte Stück Dreck", daß komplett in Deutsch getextet wurde
und subtil wieder diesen Zero"-Soundteppich beinhaltet übt
Mastermind Gabor Andrae wohl eine persönliche Rache. Nun folgen
zwei eher durchschnittliche Songs, bei denen letzterer fast schon wieder
die Finger in Richtung Riechorgan anheben lassen könnte. Mit Strangled"
und Collide" weiß man dies jedoch zu verhindern und läßt
das Album würdevoll ausklingen.
Wer jetzt immer noch unbeeindruckt im Auto sitzt, sollte die Finger
von den Drogen oder seine körperliche Verfassung vom Spezialisten
prüfen lassen. EBM ist nicht tod!
Fazit: Man hat sich von mehreren großen Electro-Act´s inspirieren
lassen und dieses mehr als gut in die Strukturen der Songs verarbeitet.
Weiter so!
Anspieltipps: 4."!Splat!", 2."Shotgun blast", 6. Zero"....
---RK00010111---05.10.01
Project Pitchfork - Daimonion
(Ltd. Ed.) --- East West - 14 Tracks - 65m28s
Wenn ich so zurück denke bin ich jetzt schon seit einigen Jahren
Pichforkfan und somit ist es auch immer etwas besonderes wenn die Pitchies
einen neuen Release auf die Szene los laßen. Die Vorfreude jedoch
wurde schon nach der 1. Auskopplung "Existence"
ein bißchen gebremst. Irgendwie konnte man sich auch nach mehrmaligem
hören und sehen nicht so recht für den Titel begeistern. Wie
würde wohl das Album klingen? Zunächst ganz nett.......
Mit Daimonion haben die Pitchies einen perfekten Track ausgewählt
um die folgenden fast 66min. einzuleiten. Ehrlich gesagt einer der besten
Tracks den die Band je zusammen gebastelt hat. Timekiller die 2. Singleauskopplung
legt erfreulicher Weise mit recht flotten, treibenden Synthies los,
verliert aber im Mittelteil auch genauso schnell wieder an Energie.
Trotzdem ganz nett. Es folgen Sand-Glass und We Are One die noch am
ehesten an das Pitchfork-Wiedererkennungsmuster herankommen. Lustig
ist der Satz im Stampf-Refrain "We Are One" der einem alten
Alpha-Omega-Fan (ich erinnere an Requiem "One By One") bekannt
vorkommen sollte. Tja und das war´s dann mal für´s
erste, weil was danach kommt hat Peter Spilles wohl mit Äußerungen
wie:
"Wir versuchen uns nicht selbst zu kopieren/ Wir probieren immer
wieder neu und anders zu klingen/ Wir experimentieren gern...."
wohl gemeint. Es fehlt den folgenden Tracks bestimmt nicht an guten
Ansätzen oder tollen Ideen, jedoch ist festzuhalten das bei keinem
Lied zwischen Nr.6 und Nr.13 so richtig der Funke überspringt.
Die Pitchies haben sich Mühe gegeben, das ist richtig, jedoch macht
es den Anschein als hätten sie probiert von allem was in der Szene
gerade geht ein bißchen in jeden Track hineinzupacken. Und das
geht voll nach hinten los!! Nebenbei entsteht der Eindruck (speziell
gegen Schluß des Albums) das viel Wert darauf gelegt wurde nicht
zu hart zu klingen. Mucke für eine etwas breitere Masse?? Ich will
es der Band nicht unbedingt unterstellen!! Fakt ist: Sollte sich das
nächste Album von der ersten bis zur letzten Minute so anhören,
werden PP wohl einige ihrer alten Fans verlieren. O.K. genug der Standpauke.
Unbedingt erwähnen sollte man den letzten Track der CD "The
View", ein tolles Sahneteil zum Schluß. YES!!! Genau solche
Tracks sind es, die mich immer wieder erfreuen. Mit "Daimonion"
und "The View" beweist die Band das sie´s immer noch
drauf hat. Sie zeigt uns wie breit gefächert die Möglichkeiten
in der Elektronik sind und wie leicht es ist auch nach vielen Jahren
immer noch interessant und neu zu klingen.
Das 3-D Coverartwork der Limited Edition ist wirklich schön gemacht,
schade nur das auf Bonustracks oder CD-Romtracks verzichtet wurde.
Tips: 1/Daimomion, 14/The View, 5/We Are One, 2/Timekiller, 3/Sand-Glass.
---Martin---25.05.01
Second Disease - Am i God? ---
Maschinenwelt/SPV 12 (13) Tracks 61m40s
Wuppertal ist nicht nur Entstehungsort vieler Staubsauger, nein hier
sind auch Lars Hoffmann und M.Ronald Kraft ansässig. Sie sind keine
Vertreter (oder doch?), sondern die Köpfe der Dark-Electro-Formation
Second Disease und sie überraschen uns nun mit ihrer neuen Fulltime-Mini-CD
AM (i) GOD? The DOGMA Remixes".
Mal vorneweg gesagt läßt meine Begeisterung für Remix-Veröffentlichungen
sehr stark nach. Sind doch in Bezug auf Vielfältigkeit, Kreativität
und Qualität meist große Abstriche zu machen. Auch diese
Veröffentlichung macht da keine Ausnahme, wird das Remixte Material
fast ausnahmslos oberflächlich vorgetragen. Es würde auch
hier die Devise lauten: Stehen lassen, Original fassen", wenn
da nicht noch vier neue Stücke drauf wären, die dann wieder
im Zeichen stimmungsvoller und atmosphärischer, elektronischer
Musik stehen, wie sie auch schon auf dem sehr guten Debüt Flame
the dark true" (CD Zot [h ommog] 162) zu hören waren, welches sehr
stark vom Skinny Puppy-Stil beeinflußt war.
Thematisch begleitet wird man in den neuen Songs vom Manoj Night Shyamalan-Film
The Sixth Sense" in dessen Inhalt es um einen 8-jährigen
Jungen mit gespenstischen Visionen geht. Durch eine Auswahl geschickt
eingesetzter Samples aus dem Film, wird von Beginn an eine Grundstimmung
gelegt, die im Kopfkino des Hörers den Vorhang öffnen. So
geschehen im wohl besten Stück der MCD Namens Deep inside",
indem die Stimme des Vincent Grey (Aus der Eröffnungs-/Schlüsselszene
des Films) zu hören ist, um dann mit Filmmusikalischem Hintergrund
die wabernden Sequencer einzuleiten, welche wiederum die Drums heraufbeschwören
und der freak´ige" Titel formt sich in eine atmosphärische
Rhythmik. Auch das darauffolgende Stück Am i god?" und der
laut Cover vorletzte Track One day" profitieren von den Filmsamples.
In Am i god?" wird zum Teil deutsch getextet und auch hier wurde
weniger Tanzflächenorientiert gearbeitet, so daß mehr Wert
auf die emotional bewegende Grundstimmung gelegt werden konnte. So verhält
es sich auch auf dem Only-Home-Listening-Song One day", dessen
dichte Atmosphäre düster-gespenstisch ins Bewußtsein
des Hörers projiziert wird. Als Bonus wird die CD mit einer gelungenen
Live-Interpretation von Fatal succes" beendet (Track 14!).
Fazit: Auf die Verstärkung von Morph (3."Conflict") und Solitary
Experiments (6."Angel of death") hätte man komplett verzichten
sollen und auch die Schlummer-Version von Can´t be me" (7."CBM")
[schnarch] ist überflüssig.....Sorry! Auf Grund der Remixe
kann diese Mini-CD nur als bedingt empfehlenswert eingestuft werden,
wobei Neueinsteiger sicherlich positiver urteilen werden. Man darf gespannt
neuem Material entgegensehen und jedem, dem Second Disease noch kein
Begriff ist, sei hiermit das Debut ans Herz gelegt.
Filmtipp: Jedem der einen DVD-Player sein eigen nennt ist der Film The
Sixth Sense" empfohlen (DD5.1, DTS5.1, ca. 40 Kröten oder Verleih).
Selten konnte für mich ein Schauspieler seine Rolle so genial Mimen
wie Donnie Wahlberg in der des Psychopathen" Vincent Grey. Schaut
mal rein!
Anspieltipps: 4."Deep inside", 5."Am i god?", 11. "One Day", 1.
"Frantic", 12."Can´t be me (be master 2000 extented)" ---RK00010111---04.10.01
Sonic-Xperience-Sampler --- Sonic-X
- 14 Tracks - 73m14s
Hurra, es tut sich was im Electro-Land! Nachdem
Gashed, Accession und Inception Records in der letzten Zeit der altehrwürdigen
Konkurrenz schon mal gezeigt haben, wo der Hammer hängt, schickt
sich nun eine neues Label namens Sonic-X an, die Electro-Keule zu schwingen
und ein paar neue, frische und ideenreiche Bands an den Start zu schicken.
Die Frankfurter machens dann auch gleich ganz anders und bringen
nicht wie üblich ein paar neue CDs diverser Bands auf den Markt
und hoffen, das diese einschlagen, sondern schieben uns einen Sampler
mit größtenteils unbekannten Acts zu!
Den Anfang machen Massiv in Mensch, die wohl der eine oder andere dann
doch schon kennen wird. Ihr brachialer Beitrag ist wie der von den ebenfalls
nicht wirklich neuen Inscape eher zu vernachlässigen! Dead turns
Alive geben dann schon ein wenig Gas und sind recht interessant. Mein
persönlicher Favorit ist Headscan: abgedrehter, treibender Electro
mit Sounds, die einem die Plomben aus den Zähne ziehen. Ausbaufähig!
So, nun gehts ein wenig bergab mit dem guten Sampler, weder Epeleptic
Shock (umpf, umpf, ...), Inscape (Out of Line - no comment -), Spiritual
Cramp (gute Sängerin, aber sonst langweiliger Dark-Synth-Pop) noch
Unique (Euro-Synth-Pop) können mich zu (Freuden-)tänzen veranlassen.
Nun gut, November Process gehören dann schon wieder zu den Lichtblicken
dieses Samplers. Parallelen zu Din_Fiv sind zu finden. <E.S.R.>
bohren danach auch ganz kräftig mit "re-animate" im Ohr; Liquidated
Error rufen direkt Erinnerungen an THX wach (kennt die eigentlich noch
jemand?), was durchaus positiv zu verstehen ist. 2. Platz! Void Kampf
kann man dann schon wieder nicht mehr so ernst nehmen, hat aber was
von schnellern VAC-Tracks. Track 12-14 kann man sich dann leider doch
wieder ziemlich sparen, nix für verwöhnte Electro-Öhrchen!
Insgesamt: Durchweg tanzbar, einige interessante neue Acts, von denen
man gerne mehr hören möchte, aber auch unverzeihliche Ausrutscher
wie Inscape, Coinside und Torso Fiction (Adversus sehe ich mal als Sonderfall
an ;-))! Auffällig ist auch, das die (subjektiv) besten Acts dieses
Samplers die unbekanntesten sind, was zeigt, welches Potential Newcomer
zur Zeit haben. Hoffentlich kriegen die drei Sonic-X-er einige der besseren
dazu, mal ein paar Tracks mehr unters Volk zu bringen.
Anspieler: 3/Headscan - "zenith", 8/November Process - "mindshadow",
9/<E.S.R.> - "re-animate", 10/Liqidated Error - "lost way". ---b-runner---12.07.01
Stromkern - Night Riders ---
Scanner - 10 Tracks
Mit Ihrer dritten in D erhältlichen Veröffentlichung zeigen
Stromkern wieder einmal, daß es immer noch möglich ist, im
Bereich elektronischer Musik innovativ zu sein. "night riders" ist in
vier Versionen auf der CD, wobei mir das Original am Besten gefällt.
Wie auch bei den meisten anderen Tracks werden hier electro(-nische)
Sound und druckvolle Drums mit klassischen Elementen verbunden. Der
unverzerrte, rap-ähnliche Sprechgesang trägt ebenfalls dazu
bei, das der Stromkern-Stil unverwechselbar ist. "solar" ist ein Instrumental-Track
der im Prinzip nur aus Drums besteht, was nicht unbedingt jedermanns
Sache sein dürfte, aber sehr gut geeignet ist um - entsprechend
laut - die Nachbarn zu ärgern. "heretic III" ist eine leicht abgeänderte
Version des altbekannten "heretic", aber elektronisch ausgefeilter.
---b-runner
Stromkern - rE-aLign --- Scanner
- 8 Tracks - 39m42s
Remixen ist in und die Stromkernchens waren hier schon
immer ganz vorne mit dabei. Bis jetzt hat es allerdings noch nicht geschadet.
Auch die rE-aLign bringt diesbezüglich neue Perspektiven. Die Remixer-Liste
bildet einen Rundumschlag über die Szene; so dürfen beispielsweise
Seabound, cut.rate.box und haujobb mal mitmixen. Die Ergebnisse sind
abwechlungsreich und so kommt es, wie es kommen muss: es ist für
jeden was dabei.
Wer ein wenig zappeln mag, dem seien die etwas primitiven Seabound-
oder Echo Virus-Mixe empfohlen. Etwas rauher dagegen ist die Variante
von cut.rate.box; La Floa Maldita lassen ein paar Gitarrenklänge
in "perfect sunrise" einfließen. Infrastructure und
Battery Cage sind für die Sparte verspielter Elektronik zuständig.
Von Herrn Myer gibt's ein schlagzeuggeladenes Sahnestückchen und
auch der neue sk:-Track "Anthrax" kann sich durchaus hören
lassen. Insgesant viel Spass zum Preis einer MCD. Play: 4. Armageddon
(Infrastructure Rmx), 7. Terrorist (haujobb Rmx), 8. Anthrax ---b-runner-23.11.02
The Fair Sex - Lost Traces of
the Far Side --- Endless Rec. - 4 Tracks
Das diese MCD hier erwähnt wird, ist Endless Records
zuzuschreiben, die uns eine Promo geschickt haben (was ja nun nicht
allzu oft passiert ;)). Ich habe nicht schlecht gestaunt, als ich die
Platte aus dem Umschlag holte: The Fair Sex?... Moment, die kenn' ich
doch noch irgendwie. Aber eben nur irgendwie... Ah, der Groschen fällt...
Die haben mich doch beim Zillo 1995 gelangweilt. Na gut, trotzdem mal
reinlauschen...
Eines vorneweg: Für ausschließlich digital ausgerichtete
Electrolauscher ist die MCD eher im Range besserer Fahrstuhlmusik einzuordnen.
Wer allerdings auch mal an wavigen Sachen gefallen findet, ist hier
nicht schlecht bedient.
Lost Trace ist in der ersten Version nicht der Brüller, das gilt
auch für den letzten Titel The Palace of the Bad; die Retrofuture
Version von The Far Side und der Misplaced-Mix von Lost Trace dagegen
sorgen durch einen gutbürgerlich-treibenden Rhythmus und eingängige
Melodien für Tanzbarkeit und Retrostimmung (daher auch die Benennung
von Track 2?). Das Ende August erscheinender Album wird zeigen, ob das
Comeback von The Fair Sex auf Qualität oder Erinnerungen an vergangene
Zeiten beruht - für möglich halte ich nach dieser MCD beides.
Tracks: 2. The Far Side (Retrofuture), 3. Lost Trace (Misplaced) ---b-runner---28.07.02
Update: Der Electro-geneigte Hörer sollte besser
die Finger von dem nachgerückten Album TFS lassen. Die "Perlen"
sind schon auf der MCD. ---b-runner---05.09.02
Y-Luk-O - Dead without you ---
(Sonic-X) - 11 Tracks - 47m45s
Um Mißverständnissen vorzubeugen: Das Album
erscheint erst Ende März/Anfang April!
Y-Luk-O ist ein Zwei-Mann-Projekt, an dem Album selbst haben allerdings
noch andere Bands und Personen mitgemischt. Die Band selbst bezeichnet
ihren Stil als Industrial-Electro-Nu-metal. Auf Dead without you hört
man - zum Glück - von Letzerem recht wenig (außer bei Pointless
- da wird's laut). Wenn gitarrige Sequenzen zu hören sind, dann
meistens kräftig bearbeitet und eher im Hintergrund. Erstaunlich
ist die sehr hohe Qualität des Albums. Obwohl ich hier nur eine
Promo-CD-Rom im Player kreisen lasse, ist der Sound optimal.
Y-Luk-O musikalisch in eine Schublade zu bringen, ist ziemlich schwierig.
Auf jeden Fall ist für jeden was dabei: Harte Drums und ruhige
Rhythmen, klare und verzerrte Stimmen, Industrial-Sounds und Klavierpassagen
sowie diverse Samples.
Auch wenn sich kaum ein Track so anhört wie der andere, haben Y-Luk-O
eine prägnanten Stil entwickelt. Durchgehend auffällig ist
die Stimme des Sängers und die Athmosphäre, die die Tracks
erzeugen und die ich nicht besser beschreiben kann als ein düster-böser
High-tech-Sound, der für die Verfilmung von Neuromancer sicherlich
dienlich sein könnte!
Ein clubtauglicher Kracher ist gleich der erste Track Ecstasy. S.K.E.S.
wird etwas weicher, ist aber immer noch ziemlich heftig (Spontaner Gedanke:
Pitchies nach einer Frischzellenkur ;-)). Der Titel-Track selbst bleibt
eher düster-schleppend. Gefahrenfrau verstehen meine Hörzentren
als Club-Song mit Anleihen am Old-School-EBM. An Satomi (6.) stören
mich ein wenig die kreischenden Sprachsamples zwischendrin. Bei den
Tracks 7 und 9 tritt der "Nu-Metal-Faktor" ein wenig in den
Vordergrund, was die Sache vor ziemlich krachig werden läßt.
Spaßig ist das achte Stück mit Samples von Walter Ulbricht
und Bewegungsgarantie. Fast melancholisch, aber ohne ins "Gruft-Gesülze"
abfallend präsentiert sich Red (10.).
Feststeht, dass mit Dead without you keine Langeweile aufkommt und dass
es einmal mehr eine neue Band gibt, die so mancher alteingesessen zeigen
kann, wie's besser geht.
Y-Luk-O haben es geschafft, einen charakteristischen Stil zu basteln,
der sich aus der grauen Masse abhebt. Ein wenig seltsam finde ich allerdings
die Übergangsstückchen zwischen den Tracks. Außerdem
hoffe ich persönlich, dass Tracks wie Pointless eher die Ausnahme
bleiben.
Also, freuen wir uns auf die anstehenden Veröffentlichungen. Neben
dem Album selbst soll es in diesem Jahr auch noch ein Remix-Album geben.
Play: 1. Extasy, 3. S.K.E.S., 8. Shallow Beliefs, 10. Red ---b-runner---16.01.02
|