DIY - Do It Yourself

InFocus Systems LP210 Beamer:
Billige Halogenlampe statt teure Quecksilberdampflampe

Gerät: InFocus Systems LitePro210
Problem: Quecksilberdampflampe fast kaputt (Frühzeitiger Austausch wichtig!)
Lösung: 24V/150W Halogenlampe für etwa 5€ über Ringkerntransformator
Aufwand: Relativ groß (ca. 30 €uro)
Datum: 11.07.04 - 02.09.04

Fazit zum Anfang: Ich hätte nie gedacht, dass ein Beamer mit Halogenlampe ein sauberes und lichtstarkes Bild liefern kann. Das Bild hat sich meines erachtens im Vergleich zu früher sichtbar verbessert. Jedoch ist nun die Abwärme höher, was zu einem lauteren Betriebsgeräuch wegen dem zusätzlichen Lüfter führt.

WICHTIG: Diese Beschreibung soll (grobe) Anhaltspunkte über den Bauablauf geben und stellt keine vollständige Anleitung für den Umbau eines Videoprojektors da. Die genaue Verwirklichung bleibt so jedem selbst überlassen. Ich trage deshalb auch keine Verantwortung für jegliche Fehler, Unfälle, usw., die beim Bau oder während der Inbetriebnahme entstehen könnten!
 
00. Alles ausstecken.

01. Videoprojektor umdrehen und Schraube von Lampendeckel lösen (Wichtig: Falls Beamer warm, erst vollständig abkühlen lassen).

 

02. Nächste Schraube lösen und Metalleinheit mit Lampe vorsichtig herausziehen.

 

03. Öffnung wieder mit Kunststoffabdeckung zuschrauben.

04. Videoprojektor auf normalen Zustand umdrehen.

05. Abstecken der Linse durch Verschieben des Bügels unterhalb der Linseneinheit.

 

06. Lösen der Gehäuseschrauben (auch unter dem Tragegriff) und Entfernen der Gehäuseabdeckung (dazu Kabel zu den Lautsprechern abstecken).

 

07. Tragegriff in Horizontale bringen und anheben; dadurch wird die Lüftereinheit angehoben.

08. Die Stromzufuhr zu den Lüftern lösen (d.h. ausstecken).

09. Stecker von Netzteil zu Hauptplatine (unterhalb der Lüftereinheit) ausstecken.

10. Alle Schrauben vom Netzteil (auch Leitung zum Lampenstecker) lösen, bis es sich leicht heraus nehmen lässt.

 

11. Bevor das alte Lampe durch die neue ausgetauscht wird, muss das Netzteil modifiziert werden.

12. Den Metallkäfig vom Netzteil öffnen (viele Schrauben!), bis die Platine offen liegt.

13. Die Patine so weit wie möglich auseinander nehmen (Wichtig: Bisherige Verkabelung merken!), damit sie bearbeitet und neu strukturiert werden kann.

14. Die Hauptplatine wird nun so wie im Bild in zwei Hälften geschnitten. (Der Bereich für die Stromversorgung der alten Lampe wird nicht mehr benötigt) Die beiden Optokoppler, die sich auf dem zukünftigen Schnitt befinden, müssen davor so abgelötet werden, dass sie auf der linken Seite (siehe Bild) immer noch befestigt sind.

 

15. Alle Platinen, außer die größere, bei Punkt 14 abgeschnittene Lampensteuerplatine, werden nun wie das Bild zeigt, neu angeordnet, befestigt und verdrahtet (genau so wie im Orginalzustand, jedoch entfallen einige Kabel, die vorher mit der Lampensteuerplatine verbunden waren).

 

16. Damit die Lampe zum Kühlen ausgeschaltet wird (jedoch nicht die Lüfter), muss noch eine kleine Schaltung gebaut werden, die mit einem der beiden Optokoppler verbunden wird. Dadurch ist es möglich, dass die Lampe nach Betätigen der "Standby"-Taste automatisch ausgeht und das Nachkühlen erfolgen kann. Die Schaltung wird nach diesem Plan aufgebaut:

 

 

17. Jetzt kann der Ringkerntrafo (2x12V/160VA von Reichelt Elektronik) eingebaut und mit dem Relais und der Kaltgerätebuchse verbunden werden. (Wichtig: Alle unter hoher Spannung stehenden aktiven Teile müssen zum Beispiel mit Heißkleber isoliert werden) Die vier Ausgangsdrähte werden so verbunden, dass letztendlich 24V zur Verfügung stehen (Reihenschaltung der beiden Sekundärspulen).

 

18. Der Ringkerntrafo wird mit Kabelbinder im Käfig sicher befestigt.

19. Vom Gehäusekäfig muss auf der Trafoseite etwas Material weg gemacht werden, damit es in das Beamergehäuse passt.

 

20. Den Käfig zu- und in das Beamergehäuse schrauben.

 

21. Nun wird die Lampeneinheit modifiziert.

 

22. Die alte Quecksilberdampflampe ausbauen, bis der rohe Metallkörper vorliegt.

23. Um die neue Fassung anbringen zu können, wird dieser Spezial-Klebekit benötigt (muss nämlich hohe Temperaturen aushalten):

 

24. Mit zwei Streifenrasterplatinen-Stücke diese Hilfskonstruktion aufbauen. (Mit Sekundenkleber kann es grob fixiert werden)

 

25. Nun alles mit dem Kit auskleben (auch um das Gewinde).

 

26. Nun den neuen Lampensockel zuerst mit etwas Sekundenkleber fixieren und danach mit Kit befestigen. (Wichtig: An dieser Stelle muss die Lampe bzw. Sockel optimal auf die Mitte (Brennpunkt, usw.) des Spiegels ausgerichtet werden)

 

27. Optional kann man noch eine Beilagscheibe auf das Gewinde schrauben, damit der Kleber noch zusätzlich befestigt wird.

28. Den Spiegel wieder einsetzten und den Deckel auf der Rückseite des Videoprojektors aufschrauben.

29. Nun die beiden Anschlussdrähte durch das Loch ins Innere führen und den Metallkörper reinschrauben. Danach den Deckel schließen.

30. Die beiden Drähte von der Fassung über eine Lüsterklemme mit dem Transformator verbinden.

 

31. Der zusätzliche Miniatur-Lüfter (Reichelt Elektronik) wird direkt in den Luftkanal am oberen Ausgang (siehe Bild) eingeklebt. Die Versorgungsspannung (12V) wird einfach vom Steckkontakt der beiden anderen Lüfter abgegriffen.

 

32. Nach der Entkontrolle wird das Gehäuse geschlossen (Lautsprecherkabel nicht vergessen!) und verschraubt. Die Linse wird wieder eingesetzt.

 

33. Nun kommt der spannende Moment: Funktioniert alles oder "verbrutzelt" irgendwas? Wie wird das Bild aussehen? Wenn ordentlich gearbeitet und zwischendurch Tests gemacht wurden (z.B. bei der Lampe), dürfte alles funktionieren.

Und so schauen Bilder vom umgebauten InFocus-Beamer aus: (1. Bild: Auf weiße Raufaserwand; 2. Bild: Auf Holzschrank mit hellen Strukturen (mit Leinwand ist es ein noch besseres Bild, da die Farben nicht verfälscht werden))

 

 

Bin jetzt stolzer Besitzer eines umgebauten Beamer. War viel Arbeit, aber hat sich auf jeden Fall gelohnt!

Vorallem weiß ich jetzt, dass auch eine normale Halogenlampe gut genug für das Bild eines Videoprojektores ist.

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