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Ackerschachtelhalm

Ackerschachtelhalm © Wikipedia
Foto: Wikipedia




Equisetum arvense






Umgangssprachlicher Name:
Zinnkraut, Kannenkraut, Katzenschwanz, Scheuergras, Scheuerkraut, Schafthalm, Pipenstal....


Verschiedene Arten sind zu finden, darunter:

Equisetum palustre - Sumpf-Schachtelhalm,
Equisetum fluviatile - Teich-Schachtelhalm,
Equisetum hyemale - Winter-Schachtelhalm,
Equisetum sylvaticum - Wald-Schachtelhalm,
Equisetum telmateja - Riesen-Schachtelhalm.


Schachtelhame gibt es auf der Erde schon seit der Karbonzeit, also seit 390 Millionen Jahren. Baumgroße Vertreter des Artes wuchsen zahlreich zu jener Zeit und sind in den Kohlelagerstätten heutzutage zu finden.

Der Schachtelhalm ist sehr robust: In Gärten und in den Ackerländer wurden sie oft als lästige Pflanze empfunden.

Der Schachtelhalm ist eine mehrjährige Pflanze mit 50 cm hohen, grünen Sommertrieben. Er wächst an bodenfeuchten, oft halbschattigen Stellen in ganz Europa an Dämmen, in Wäldern und als Begleitpflanze in den Äckern.

Der Schachtelhalm ist anspruchslos und mit jedem Boden zufrieden.

Die zähen Wurzeln reichen bis 160 cm tief und wachsen weit verzweigend unter der Oberfläche.

Die einzelnen Glieder des hohlen Halms sind lose ineinander gesteckt oder geschachtelt, daher der Name.

Die botanische Bezeichnung "Equisetum" kommt vom Lateinischen "equus" (dem Pferd) und "sacta" (der Borste), weil die Halme hart wie Pferdeborsten sind.

Der Ackerschachtelhalm hat keine Blüten, sondern vermehrt sich durch Sporen.

Im Frühjahr ist der Schachtelhalm eine blassgelbliche Pflanze. Im Sommer wachsen grüne Triebe sehr schnell, die früher zum Putzen von Metall benutzt wurden. Daher kommt der Name Zinnkraut.

Wenn man die Pflanze im eigenen Garten anbauen will, sollte man sie vorher genauer identifizieren; denn die etwas größere in Sumpfgebieten wachsende Schwester des Ackerschachtelhalms "Equisetum palustre" ist wegen ihres hohen Alkaloidgehaltes giftig.


Wirksame Teile: Ganze Pflanze ohne Wurzel

Inhaltsstoffe: Mineralsalze (10-12 % der Pflanze besteht aus Kieselsäure, Kalium) Karbonsäuren, Glykoside, Gerbstoffe, Saponine, Bitterstoff. Flavonoide.


Medizinische Eigenschaften: Adstringierend, blutstillend, harntreibend, mineralsalzzuführend, narbenbildend.


Anwendung: Innerlich und äußerlich
Albumine, Blasenentzündung, Blutung, Finger- und Zehennägel, Fuß, Mineralsalzmangel. Mundschleimhaut, Nasenblutung, Schürfung, Schwangerschaftsstreifen, Steinerkrankungen, Transpiration, Wunde, Zahn.


Durch seine großen Mengen an Kieselsäure wird der Schachtelhalm bei Nierenkrankheiten und bei Problemen mit dem Bindegewebe eingesetzt.

Die Kieselsäure können die weißen Blutkörperchen aktivieren und damit Entzündungen hemmen. So kann der Ackerschachtelhalm auch bei rheumatischen Bindegewebs- und Gelenkerkrankungen angewendet werden.

Bei Entzündungen der Mundschleimhaut (Stomatitis) und bei Zahnfleischbluten ist ein Absud zum Gurgeln sehr empfehlenswert. Die entzündungshemmende Wirkung kann noch verstärkt werden, wenn zusätzlich Tee getrunken wird.


Nach den neuen Erkenntnissen beinhaltet der Schachtelhalm folgendes:

Kieselsäure (5-7,7 %) neben Aluminium- und Kaliumchlorid, Flavonoide (Kämpferol- und Quercetinglykoside neben Luteolin- und Apigeninglykosiden).
Saponine sollen in der Pflanze entgegen älteren Angaben nicht vorhanden sein.

Das Bundesgesundheitsamt empfiehlt den Schachtelhalm-Tee zur Erhöhung des Harnflusses sowie der Zusatzbehandlung bei Katarrhen von Blasen und Niere.


Meine Erfahrung:

Als ich vor 5 Jahren innerhalb von einem Jahr mehrere Knochenbrüche erlitten hatte, darunter einen Wirbelbruch, hatte ich angefangen mich mit dem Schachtelhalm zu behandeln.

Ich verwende die Pflanze in Form von Wasserauszüge, Brühen, Tee und Jauchen.

Ich verwende nicht die im Februar und März aus dem Boden sprießenden Triebe, sondern die ab Mai erscheinenden unfruchtbaren grünen Sommertriebe, das "Zinnkraut".

Der Schachtelhalm muß 20 Minuten gekocht werden, damit sich alle Wirkstoffe aus der Pflanze lösen können.
3mal täglich 1 Tasse frisch zubereiteten Tee mehrere Monate einnehmen. Es ist ratsam vor dem Frühstück, auf nüchternem Magen, einen großen Becher-Tee schluckweise zu trinken. Er wirkt dann schneller.

Zur Blutstillung verwende ich den Presssaft.

Äußerlich benutze ich den Schachtelhalm als Badezusatz, als Wickel oder als Auflage bei juckenden Hautausschlägen wie die, die wir Polionauten oft haben.

Als Kompressen zeigt die Pflanze bei äußeren Hämorrhoiden, Krampfadern und Nasenbluten (als Tamponade) eine hervorragende Wirkung.
Ich koche dafür größere Mengen stärkeren Tee. Auflage und Wickel werden in den Tee getaucht und auf die betroffenen Stellen gelegt.


Ich kenne eine Schwester des europäischen Acker-Schachtelhalms bereits aus Vietnam, wo er als blutstillendes Mittel und zur Blutreinigung eingesetzt wird. (z.B bei zu starken Monatsblutungen, bei Nasen-, Lungen- und Magenblutungen)

Weiterhin verwenden wir ihn bei rissigen Fingernägeln und Haarausfall, bei Gicht und rheumatischen Beschwerden, bei Schwellungen, bei Hautunreinheiten, zur Heilung von Nierenleiden, bei Osteoporose, Knochenbrüchen und gegen Wasserstauchung im Körper.

Polionauten sollten sich für den Schachtelhalm interessieren, denn er ist eine der besten Lungenheilmittel. Durch den regelmäßigen Teegenuß werden unsere Lunge, die in der Akutphase der Polio-Erkrankung sehr gelitten hatte, durch Kieselsäurezufuhr gestärkt. Es ist eine der wenigen Kräuter, das das Lungen-Yin stärken könnte.

Ich kenne Fälle von TBC-Heilungen dank dem Schachtelhalm.

Achtung: Schachtelhalm soll nicht angewendet werden bei Wasserstauungen durch Insuffizienz von Herz oder Niere.


Haustee für den Winter:

Schachtelhalm 10 g
Spitzwegerich 10 g
Huflattichblätter 10 g
Lindenblüten 10 g
Holunderblüten 5 g
Thymian 5 g
Fenchelfrüchte 5 g

Den Schachtelhalm 20 Min. köcheln. Abseihen.
Frisches Wasser kochen. Das kochende Wasser und 1 Löffel anderer restlicher Kräuter in einer Tasse geben. Zudecken. Nach 10 Min abseihen. Mit dem Schachtelhalm-Tee mischen, heiß einnehmen. Frischen Tee täglich vorbereiten und einnehmen. Dieser Tee schützt vor Erkältung.

Schachtelhalm-Saft wird wie folgt hergestellt:
Ich hacke grob das frische Kraut, weiche es einige Minuten in kaltem Wasser ein und presse das ganze durch ein Tuch.


In Vietnam benutzten wir den Schachtelhalm zum Färben von Naturfasern. Es ergibt eine wunderschöne grüne Farbe.



Wisssen Sie, dass

- bereits bei den Griechen der Schachtelhalm hippuris (Pferdeschwanz) hiess? Wahrscheinlich wegen der feinen Zweige einiger Arten.

- bereits im Altertum Schachtelhalme als harntreibendes Mittel und zur Wundbehandlung genutzt wurden?

- Dioskurides die Hippuris als harntreibend beschrieb?

- Plinius die Pflanze erstmalig Equisetum nannte und ihre blutstillenden Eigenschaften hervorhebte?

- Albertus Magnus die blutstillende Kraft des Schachtelhalms rühmte?

- der Schachtelhalm als Heilpflanze einige Zeit mehr oder weniger vergessen wurde und lange vor allem als Reinigungsmittel für Gegenstände aus Zinn verwendet wurde? woraus sich auch einige seiner volkstümlichen Namen ableiten.

- Sebastian Kneipp den Acker-Schachtelhalm als Heilpflanze wieder bekannt machte? Er setzte ihn zur Behandlung von Störungen bei der Wundheilung und gegen Rheuma und Gicht ein.

- man früher das Kraut dem Vieh an die Schwänze band, sodaß es lästige Fliegen leichter abwehren konnte.

- eine Jauche oder ein Kaltwasserauszug aus Acker-Schachtelhalm als Stärkungsmittel für Pflanzen dient?

- diese Jauche auch zur vorbeugenden Bekämpfung gegen Lauchmotte oder Pilzerkrankung hervorragend geeignet ist?
Der hohe Kieselsäuregehalt festigt die Zellstruktur der Pflanzen und erschwert es Schädlingen, die Oberfläche der Pflanze zu zerstören.

- die Wirkung der Acker-Sschachtelhalm-Jauche bei echtem- und falschen Mehltau, Braunfäule, Rost, Schorf, Kräuselkrankheit, gegen Blattläuse und Spinmilben sowie Pilzinfektionen von Bio-Gärtner bestätigt wird?

- das Wasser, in dem Ackerschachtelhalm gekocht wurde, einen hohen Gehalt an Vitamin C aufweist?

- man die Ährenkolben der sporentragenden Stengel und die jungen, rosavioletten Stengel essen kann? Verwendung finden die Ährenkolben für Suppen, Füllungen, Salate, Omelette und Aufläufe

- Klarinettenspieler Schachtelhalm noch heute benutzen? um die Holzblättchen, die den Ton erzeugen, abzuschleifen.

- dass in Vietnam Gefässe für Pflanzen sowie Körbe aus einem Sumpf-Schachtelhalm hergestellt werden? auf derselben Weise wird er wie Weide, Farn, Wasserhyazinthe, Wurzelholz und Bambus verwendet.










Algen

Seetang © Wikipedia
Foto: Wikipedia





Das Leben auf unserem Planeten ist im Schutz des Meeres entstanden. In der Geschichte der Evolution standen ganz am Anfang die Meeresalgen, ursprünglich winzige Einzeller.

Algen und Seegräser werden in mindestens acht Hauptgruppen sowie mehrere Untergruppen eingeteilt. 30 000 Arten gibt es, entweder im Süß- oder im Salzwasser. Sie können mikroskopische Winzlinge sein oder bis zu 50 Meter lange Giganten werden. Da alle Algen zur Photosynthese Sonnenlicht benötigen, leben sie in den oberen Ebenen des Wassers.

Die Universität Würzburg hat eine Studie über Algen gemacht und folgende Wirkungen bei Algen zitiert:

- Allgemeines Wohlbefinden und dadurch eine vermehrte Leistungsfähigkeit
- Abbau von Stress, Beklemmungen und Depressionen
- Entlastung bei Erschöpfung und Überforderung
- Verbesserte Konzentrationsfähigkeit
- Erhöhte Aufnahmebereitschaft und mehr geistige Klarheit

http/www.pzlc.uni-wuerzburg.de/Seminare/Algen%20als%20Nahrungsmittel.pdf


Die großen Algen werden in drei Hauptgruppen eingeteilt:
-Chlorophyta oder grüne Algen
-Phaeophyta oder braune Algen
-Rhodophyta oder rote Algen.


Obwohl diese Namen auf die dominierenden Pigmente hinweist, werden Algen nicht nur danach klassifiziert.


A) Die grünen Algen

Alle Algen sind reich an Chlorophyll. Chlorophyten haben einen besonderen hohen Anteil an Chlorophyll und Beta-Karotin, deswegen sind sie grellgrün. Zu dieser Gruppe gehören viele der bekannten Mikroalgen in Süß- und Salzwasser. Es gibt 7000 Arten Chlorophyten. Nur 13 % leben im Meer.

A1) Ao-Nori, Awo-Nori: Diese grünen Algen werden in Asien gern gegessen, für Rohkost, Salate, geröstet, und als Gewürz. Die Japaner verwenden sie für Sushis, Vietnamesen für vegetarische Kaiserrollen und andere Gerichte.
Sie ist reich an Mineralien, besonders Eisen und Vitaminen.

A2) Kelp, grüner Nori wird meist als Verdickungsmittel verwendet. Hoher Gehalt an Eisen, Kalium, Magnesium und Vitaminen

A3) Seelattich wird als Flocken verwendet und gemahlen für Salate, Snacks sowie Gebäck. Hoher Gehalt an Eisen, Eiweiß, Mineralien und Vitaminen


B) Die Blaugrünen Algen

B1) Spirulina platensis ist eine spiralförmige Mikroalge und gehört zur Gattung der Zyanobakterium, die man auch Blaualgen nennt.

Zyanobakterien lebten bereits vor 3,5 Milliarden Jahren als erste grüne Lebewesen auf unserem Planeten.

Spirulina wächst in salzigem, stark alkalischem Wasser und kommt wild in verschiedenen Sodaseen vor, vor allem in Zentral- und Ostafrika. Sie wurde schon vor Jahrhunderten als Nahrungsmittel genutzt, von den Tolteken, Mayas und Azteken im alten Mexiko. In Afrika wird sie bis zu dem heutigen Tag von der Kanembubevölkerung verzehrt. Dieses Volk lebt um den Tschadsee.

Heute wird Spirulina in Wasserfarmen in tropischen und subtropischen Gebieten gezüchtet. Sie benötigt viel Sonne, Wärme und mineralsalzhaltiges Wasser mit hohen pH-Werten von 9 bis 11. Solches Wasser gibt es in Überfluss, im Gegensatz zum Süßwasser.

Wichtig ist auch die Tatsache, dass bei der Züchtung von Spirulina keine klimawirksamen Gase als Nebenprodukt produziert werden, wie Methan bei den Rindern. Viel CO2 wird im Gegenteil verbraucht..


Wirkstoffe in 100 g Spirulina:


Beta Carotin 170-280 mg
Thiamin ( B1) 2,5-3,5 mg
Riboflavin (B2) 3,6- 4mg
Niacin (B3) 14-15 mg
Pantothensäure (B5) 0,1-0,5 mg
Pyridoxin (B6) 0,5-0,8 mg
Cobalamin (B12) 70ug
Vit E 1,5 mg


Calcium 400- 700mg
Magnesium 400-480 mg
Kalium 1400-1700 mg
Eisen 50-100 mg
Selen 100-300 ug
Jod 0,5 mg
Zink 1,8 – 3,0 mg
Natrium 900 mg

Enzyme

Fett, davon die Hälfte ungesättigte Fettsäuren und fast 1% Gamma-Linolensäure (Omega-6 und Omega 9 Fettsäuren)

Protein (alle 8 essentiellen Aminosäuren)

Polysaccharide

Sekundäre Pflanzenstoffe (Chlorophyll, Phycocyanin...)

aus: http://www.biothemen.de/index.php?go=http%3A//www.biothemen.de/Qualitaet/algen/spirulina.html


Folgende Heilwirkungen wird der Spirulina zuerkannt, zusätzlich zu den allgemeinen Wirkungen, die anderen Algen besitzen: Spirulina bindet Schadstoffe. Sie leitet Schwermetalle wie Amalgan, Cadmium aus dem Körper. Sie stärkt das Immunsystem, hilft dem Körper im Kampf gegen Krebs.


B2) Die Bluegreenalge, Aphanizoenon Fols Aquae, kann nicht gezüchtet werden. Sie ist nicht manipulierbar. Ihr Vibrationsmuster ähnelt den Neuronen des menschlichen Nervensystems.


C) Die braunen Algen

C1) Arame,( Eisenia bicyclis) ist ein japanische Braunalge, die noch wild wächst. Arame hat einen milden Geschmack. Sie wird in Salaten, als Suppeneinlage oder Gemüse gegessen. Hoher Gehalt an Kalium, Kalzium, Spurenelemente und Vitaminen.

C2) Hijiki (Hizikia) wächst in Japan und in Südostasien.
Sie wird für Suppen und Eintöpfe verwendet. Diese Alge hat einen sehr strengen Meeresgeschmack, ist reich an Jod, Kalzium, Proteinen und Vitaminen. Diese Alge hat zehnmal mehr Kalzium als Milch! Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass die Hijikialge die Zellwände vor Bakterien und Pilzen schützen kann.
In der TCM wird sie zur Senkung des Cholesterinspiegels und zur Stabilisierung des Blutkreislaufs eingesetzt.

C3) Kombu (Laminaria Japonica) wächst in Japan und in Südostasien, wo sie in vielen klassischen Gerichten eingesetzt werden. Im Westen wird Kombu nur als Gewürz und Gemüse verwendet, besonders in Suppen. Die Besonderheit dieser Alge ist, dass in ihr ein natürlicher Geschmacksverstärker enthalten ist. Hoher Anteil an Mineralstoffen, Spurenelementen und Vitaminen.
In der TCM wird sie gegen Kropfbildung, Bluthochdruck, zur Senkung des Cholesterinspiegels und Vorbeugung des Arteriosklerose eingesetzt.

C4) Seepalme (Postelsia) wächst in Kalifornien. Getrocknet werden nur die Blätter. Der Stamm hat eine ganz besondere Geschmacksnote, er wird von den Küstenbewohnern frisch verzehrt. Diese Alge hat einen feinen Geschmack und ist sehr beliebt. Man verzehrt sie gern geröstet als Chips. Wie Kombu und Wakame besitzt sie eine geschmacksverstärkende und zart machende Wirkung, deshalb wird sie gern mit Bohnen gekocht.

C5) Seetang (Laminaria sinclairii) auch Kelp genannt, wird im Westen in der Chemieindustrie verwendet.

C6) Wakame (Undaria Pinnatifida) wächst in Südostasien. Die getrocknete Braunalge erhält nach dem Einweichen eine wunderschöne grüne Farbe und lässt sich wie frische Algen verarbeiten. Deswegen ist sie bei uns sehr beliebt. Sie wird als Gemüse und Snacks verwendet. Sie ist in der vietnamesischen Küche in allen Gerichte einsetzbar.

Sie ist reich an Kalzium, Proteinen und Vitaminen. Wie Kombu und die Seepalme besitzt sie eine geschmachsverstärkende und zart machende Wirkung, deshalb wird sie gern mit Bohnen gekocht. Hoher Gehalt an Eiweiß, Mineralstoffe und Vitaminen.

In der TCM wird sie gegen Bluthochdruck und zur Vorbeugung von Arteriosklerose eingesetzt.


D) Die roten Algen

D1) Agar-Agar wird als Verdickungsmittel, Stabilisator, Emulgator, Puder, Flocken in Nachspeisen, in Tortenguss und Marmelade verwendet. Agar Agar wird aus Kanten hergestellt.
Bereits vor 1200 Jahren wussten wir Asiaten, wie man aus diesen roten Algen spröde zelluloidähnliche Gelatinestreifen gewinnt. Das geschmacksneutrale und kalorienfreie Agar-Agar wird in Europa mit dem Lebensmittelcode E 406 registriert.

D2) Dulse (Palmaria palmata) wurde vor 100 Jahren in Schottland als Dulse tangle verkauft. In Irland immer noch bekannt, wird Dulse Dillisk oder Crannogh genannt.
Diese Algen wachsen vor allem im Atlantik und können roh oder gedünstet, frittiert gegessen werden.
Reich an Jod, Kalium, Phosphor, Protein sowie Vitaminen. Diese Alge ist die eisenhaltigste Pflanze der Erde.

In der Medizin wird Dulse gegen Blutarmut verwendet. Sie hilft bei Magen- und Darmproblemen und ist als Wurmmittel bekannt.

D3) Carrageen, Irisch Moos (Chondrus crispus), wächst an der nordamerikanischen Küste von Maine bis North Carolina und an den felsigen Küsten Irlands. Sie wird zum Verdicken von Pudding und Götterspeisen verwendet.

Verwendung in der Medizin: Gegen Asthma und Krankheiten des Atmungsapparats.

D4) Laver (Porphyre laciniata) wird heute noch von Walisischen Hausfrauen verwendet. Sie kochen diese Alge und verarbeiten sie zu Mehl und zu "schwarzer Butter".
Mit dem Mehl wird Brot gebacken, Laverbrots, eine walisische Spezialität. Sie kann auch zu Pasta für Brot hergestellt werden.

D5) Nori (Porphyre tenera) wird zu Noriblättern gepresst, wird für Sushis, Snacks verwendet. Fertig geröstet kann man sie über Nudeln, Salate, Brote, Suppen und Eintopfgerichte streuen.
Hoher Gehalt an Mineralien, Protein und Vitaminen


Wissen Sie, dass

- die Flamingos mit ihren speziellen Schnäbeln Spirulina aus dem seichten Wasser der Zentral- und Ostafrika-Seen filtern? Von den gesunden Farbstoffen in der winzigen Alge erhalten sie die schöne Färbung ihres Gefieders

- Algen zur Herstellung von Medikamenten, Kosmetikprodukte, Futter- und Düngungsmitteln verwendet werden?

- Sie Algen schon überall in Fertiggerichten finden? Z.B. in Schmelzkäse, Puddings, Speiseeis und Saucen als Geliermittel.

- die bekanntesten Algen im Westen Carrageen, Kombu- und Hijikialge, Noriblätter sowie Spirulina sind?
Carrageen ist das am meisten verwendete Geliermittel. Die Kombualge wird in der Makrobiotik verwendet. Die Hijikialge wird als Nahrungsergänzung sowie Geschmacksträger bei Tofuerzeugnissen verwendet.


Algen als eine Therapie bei chronischer Erschöpfung bzw. bei PPS?

In Vietnam sind Algen in vielen buddhistischen vegetarischen Gerichten enthalten. Wir, Buddhisten, dürfen Fleisch, Fisch und Eier nicht verzehren. Milchprodukte hätten wir zu uns nehmen dürfen, aber sie sind in Vietnam wenig bekannt.

Für die TCM sind Algen DAS Lebensmittel der Nieren. Daher werden Algen oft verschrieben, wenn eine Störung, vor allem ein Mangel im Funktionskreis Nieren diagnostiziert wird.

Ich erinnere mich noch sehr genau, dass ich als Kleinkind jeden zweiten Tag verschiedene Algen (keine Mikroalgen wie Spirulina !!!) essen "durfte". Wenn man sie richtig zubereitet, "stinken" die Algen nicht mehr, sie riechen dann fast angenehm.....


Dazwischen durfte ich Nester von Meeresschwalben, einmal in der Woche, genießen.

Diese Nester sind teuer, weil die Suche nach ihnen sehr gefährlich ist und sie selten zu finden sind.

Diese Vögel bauen ihre Nester an den Steinküsten, und zwar Dank einem weißen Sekret, das sie selbst herstellen. Gekocht sehen diese Nester aus wie "weiße" Algen, oder wie eingeweichte Agar Agar.

Ein "Huhn", dessen Fleisch ganz schwarz, dessen Federn ganz weiß sind , dessen Füße ganz anders als die der normalen Hühner sind, ga ac (oder ga at?) genannt, wurde dann mit diesem Nest und Ginseng-Scheiben gefüllt und stundenlang langsam weich gedünstet.

Dieses Essen sollte meine Nieren-Essenz, soweit es möglich war, stärken, denn Ginseng ist als Tonikum des Nieren-Yang und die Schwalben-Nester und die Algen für das Nieren-Yin bekannt.

Das ist auch der Grund, warum ich ziemlich groß für eine Asiatin bin und dieses trotz meiner schweren Polio-Erkrankung und den vielen späteren Schicksalsschlägen.
Das ist wahrscheinlich auch der Grund, warum ich nicht so schnell und nicht zu sehr erschöpft bin, wie andere PPS-Erkrankte.


Natürlich können wir diese Behandlung in Europa nicht durchführen, aber wir können versuchen, Algen in unser Essen zu mischen bzw. in unseren Essgewohnheiten zu integrieren.
Ich muss gestehen, dass ich eine große Abneigung gegen Spirulina habe.

Ich esse gerne andere Algen, wie Nori, Wakame, Kombu, die ich schon als Kleinkind kenne, aber Spirulina ... nee...


Man kann Algen (außer den Mikroalgen wie Spirulina) kochen, braten, rösten, dämpfen, geschwenkt oder sogar in Essig einlegen.
Man kann sie so essen oder als Gewürz, als Salate-, Gemüse-Fleischbeilage. Man kann sie auch als Tee trinken.

In den Asia-Läden kann man, als Einsteiger, z.B. geröstete Algen mit Sesamsamen als Snack für den Zwischenhunger kaufen: Der See-Geschmack ist durch Sesam nicht mehr ganz so streng.

Das Problem bei den Meeresalgen ist, dass sie Schadstoffe wie Arsen akkumulieren, denn unsere Meere sind mehr oder weniger verschmutzt. Daher sind gezüchtete Algen wie Spirulina vielleicht der einzige Ausweg.

Man kann sie als Nahrungsergänzungsmittel in Formen von Tabletten, Kapseln und Pulver zu sich nehmen...
Die Gefahr liegt dabei in der Überdosierung.



Wenn Sie sich aber für Spirulina entscheiden, haben Sie die Möglichkeit

hier ein Gericht als Beispiel zu bekommen.









Augentrost

Augentrost © Robert Flogaus-Faust
Foto: Robert Flogaus-Faust




Euphrasia officinalis





Der Augentrost gehört zur Gattung der Rachenblütler, Scrophulariaceae.

Ungefähr 23 Arten sind bekannt. Sie kreuzen sich untereinander und bilden Zwischenformen.

Alle besitzen Heilkräfte. In der Medizin werden jedoch neben Euphrasia rostkoviana vor allem der Kleine Augentrost Euphrasia minima mit weissen, gelben oder violetten Blüten und Euphrasia alpina eingesetzt.
Man fasst diese drei deshalb zusammen, unter dem Namen Euphrasia officinalis.

Der Augentrost ist überall in Europa zu finden, in lichten Wäldern, an trockenen Ufern, aber vor allem in Wiesen und auf Weiden.

Diese einjährige kriechende Pflanze kann jedoch bis zu 30 cm hoch wachsen. Sein Stengel ist aufrecht, mehr oder weniger verzweigt: Die Blätter sind graugrün, gegenständig, sitzend, eiförmig, gezähnt, drüsig.

Die von Mai bis Oktober erscheinenden Blüten sind weiß, violett gestreift und mit gelben Schlundfleck. Sie stehen in Traube.

Seine Wurzel hat Saugorgane, die auf den Wurzeln benachbarter Wirtspflanzen haften. Der Augentrost ist ein Halbschmarotzer, kann im Gegensatz zu anderen Halbschmarotzern auch leben ohne zu parasitieren.

Die Samen keimen nur im chemischem Einflussbereich des Wirts.




Verwendbare Teile: Ganze Planze (Erntezeit: Juli-Oktober)

Inhaltsstoffe: Ätherisches Öl, Gerbstoff, Glykosid (Aucubin), Harz, Farbstoff, Kieselsäure und Karotin, Bitterstoffe.

Medizinische Eigenschaften: Adstringierend, entzündungshemmend, schmerzstillend.

Anwendung: Innerlich und äußerlich bei
Augenbindehautentzündung, Augenentzündung, Augenlidentzündung, Gerstenkorn, Katarrh, Mund, Rachenentzündung.


Meine Erfahrung:

Ich kenne den Augentrost in äußerlicher Anwendung in Form von Kompressen bei Augenschwäche, Lichtempfindlichkeit, Augenbrennen, Tränenfluß und Augenentzündung, verbunden mit einer Pollenallergie.

Vorsicht, nicht verwenden bei trockenen Augen, weil die Gerbstoffe austrocknen!

Ich behandele das Gerstenkorn mit einem Tee aus Augentrost und Kamille zu gleichen Teilen gemischt, als warmer Umschlag.

Statt Tee benutze ich manchmal verdünnte Tinktur für Umschläge.

Man darf den Tee/die verdünnte Tinktur niemals in die offenen Augen geben!

Innerlich wird der Augentrost als Tee bei Erkrankungen der Atmungsorgane (Schnupfen, Husten) verwendet.

Man sollte nicht mehr als zwei Tassen pro Tag trinken, weil der Wirkstoff Rhynanthin Vergiftungserscheinungen auslösen kann.

Ich habe gemerkt, dass der Augentrost eine von mir gut spürbare Ausdehnung in den Körperzellen aufweist. Dadurch wirken alle anderen Pflanzen verstärkt. Die Heilung wirkt dann schneller.

Dank dieser Ausdehnungsfähigkeit kann der Augentrost Migräne lindern.

Außerdem kann er die Stimmung aufhellen: Er wirkt also bei Schlaflosigkeit, Nervosität und entkrampft den Magen.

Als homöopathisches Mittel sind Euphrasia-Augentropfen für die Behandlung leichter Bindehautentzündungen und von Heuschnupfen in der Apotheke zu bekommen.



Viele bekannte Mediziner und Apotheker, wie M. Pahlow, empfahlen die Behandlung mit Augentrost bei Kindern, um das Immunsystem zu stärken, wenn diese einen leichten Schnupfen oder Husten hatten, und dabei die Lymphdrüsen im Hals geschwollen waren und die Augen tränten.

Ich bin skeptisch, weil ich öfters beobachtet habe, dass viele Kinder bei der Behandlung schwindelig werden.

Ich habe einmal gelesen, dass ein Wirkstoff im Augentrost die Hormone bei Kindern ändern kann: Daher seien Sie vorsichtig, wenn sie Kinder damit behandeln wollen! Es gibt genug anderes, genauso wirksames Kraut.

Leider finde ich diesen Artikel nicht mehr.

Zur Blütezeit ernte ich das ganze Kraut knapp über der Erde. Ich trockne es rasch und sehr sorgfältig.



Wissen Sie, dass

- der Name Euphrasia aus dem Griechischen stammt und soviel wie Frohsinn oder Wohlbefinden bedeutet?

- Paracelsus die Wirksamkeit des Augentrosts bei verschiedenen Augenleiden kannte?

- im Mittelalter Augentrost rituell verräuchert wurde, um Hellsichtigkeit zu erlangen?

- der Bauer das Wettergeschehen am Augentrost ablas? Wenn der Augentrost an der Spitze besonders reichlich blüht, kommt der Winter früh, dann mußte zeitig gesät werden. Wenn der Augentrost reich blüht, gibt es einen strengen Winter.

- die Hirten glaubten, daß der Augentrost dem Weidevieh die Milch entzog? Daher auch Volksnamen wie Milchschelm, Milchdieb (Österreich, Tirol, Schweiz).

- bei Weidekühen dunkelroter Urin auf eine Vergiftung durch Augentrost hinweist? Die Milch darf dann nicht mehr verwendet werden.



Ich danke Herrn Dr Robert Flogaus-Faust für die Erlaubnis, seine wunderschönen Bilder auf meiner Homepage zu verwenden. Das ist das schönste Geschenk, das ich in diesem Jahr von einem Unbekannten bekommen habe!
Ich bin von seiner Großzügigkeit überwältigt!
A Di Da Phat


















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