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Etwas Hintergrund - wussten Sie schon...?

Die Anfänge der Spur N können sehr weit zurück verfolgt werden. 

In 1912 haben die Gebrüder Bing  Schiebemodelle in ca. 1:150 mit Spurweite 9 mm herausgebracht .  

Um 1920 fing H.B. Whall an mit  Modelle im 2 mm:1 Fuß (1:152,3) Maßstab zu experimentieren. In 1927 demonstrierte der Engländer A.R. Walkley die erste funktionierende elektrisch betriebene Lokomotiv im 1:152,3 Maßstab bei einer Ausstellung vom Wimbledon Model Railway Club (London). (Der Club existiert noch - hier.) In 1928 zeigte J.J. Langridge, wieder in "2mm:1 foot scale", eine B-Kuppler Tenderlok und eine C-Kuppler Güterzuglok der L.S.W.R. (London and South Western Railway) bei der Model Engineers Exhibition. Dafür gewann er die Silber-Medaille. 

In den Dreißiger-Jahren experimentierte H.B. Whall weiter. In 1946 begann R.W.G. Bryant seine "Inversnecky und Drambuie Railway" in der Nenngröße OOO (2 mm:1 Fuß) zu bauen. Die Anlage erschien in mehreren Zeitschriften und inspirierte viele in "2mm scale" zu bauen. Diese Anlage existiert größtenteils noch und gehört der National Railway Museum in York (England).

Auf der  Export-Messe 1948 in Hannover wurde die Kersting-Bahn vorgestellt. Mit Zweischienenbetrieb, weißem Spitzenlicht und rotem Schlusslicht das mit der Fahrtrichtung wechselte, sowie automatischen Kupplungen, war dieses System wegweisend, ging allerdings nie in Produktion. Der Maßstab war 1:180 und die Spurweite 8 mm. BILDER

Während der Fünfziger-Jahren kam eine ganze Katalog Zubehör und fertige Modellen von H.B. Whall in OOO mit 9,5 mm Spur BILD. Auch aus Skandinavien gab es einige schöne  Modelle, u.a. eine USA-Lok, in OOO. Ende der 50ern verkaufte Lone Star Schiebemodelle in OOO mit 8,25 mm Spur, später auch angetriebene Modelle, vermutlich 9 mm Spur. 1959 brachte auch Trix-Mangold antriebslose Rollmodelle ohne Schienen auf den Markt, der Maßstab war 1:180. 

1960 preschte Arnold vor mit einer Fertiganlage mit Landschaft und Häuser und einer V200 mit Wagen im Maßstab 1:200 - "Arnold rapido 200" - elektrisch betrieben (6 Volt) und auf 8 mm-Spur Gleisen. Arnold änderte den Maßstab auf 1:160 mit 9mm Gleis in 1962 und führte die selbst entwickelten Klauenkupplung in 1963 ein. "Minitrix electric" wurde 1964 eingeführt, inzwischen hatte man sich auf 1:160 geeinigt. Zuerst mit Fallhakenkupplung stellte Minitrix früh auf Arnolds Klauenkupplung um, wodurch das große H0-Ärgernis "Kupplungssalat"  vermieden wurde. Diese Kupplung wurde genormt als N-Standardkupplung für europäische Modelle und ist inzwischen weltweit verbreitet. Auf dem Namen "N" einigte man sich leicht - N steht mehrsprachig für nine, neuf oder neun Millimeter Spur. DDR HO-Hersteller Piko (stand für "Pionier Konstruktion"!) begann 1964 mit N-Spur, Peco (GB) stieg 1965 zuerst mit N-Gleisen ein, später mit Güterwagen und dann Loks. Peco wird inzwischen in Deutschland von Weinert betrieben. Lima (I) startete1966 und in 1969 kamen Fleischmann, und Rivarossi (I) dazu. Röwa produzierte N-Modelle von 1969 bis 1972, die Formen wurden an Minitrix verkauft und die Modelle waren viele Jahre noch da im Programm. Graham Farish (GB) startete 1970/71 in N mit Güterwagen. Roco (A) fertigte N-Modelle für eine US-Firma schon seit 1966, bevor 1975 der Einstieg in Spur N in Europa vollzogen wurde. Von Kato (J) produzierte Modellen wurden ab 1981 unter der Markennamen Hobbytrain verkauft. In 1987 gab Lima die N-Produktion auf und die Modelle erschienen 1988 wieder unter dem Namen Minibahn, vermarktet durch Hobbytrain. Der langjährige Zubehör-Hersteller Brawa fing an H0-Fahrzeuge zu produzieren und startete dann 1994 auch mit Spur N Fahrzeugen. 1995 gerät Arnold in Schwierigkeiten und wurde 1997 von Rivarossi übernommen. 1996 war Trix an der Reihe und wurde 1998 von Märklin übernommen. Seit 1951produziert die spanische Firma Electrotren Modelleisenbahnen und stieg 1998 in Spur N ein, inzwischen auch mit Fahrzeugen nach deutschem Vorbild. Arnolds Produktionsstätte in Mühlhausen wurde 2001geschlossen um die Produktion nach Italien zu verlagern. Dies gelang nie so richtig und Rivarossi/Lima machte selbst in 2004 Konkurs.   Lemke hat 2002 die Rechte an Hobbytrain erworben und die Produkte werden wieder aufgelegt und kommen seit 2004 wieder auf dem Markt. Graham Farish wurde von Bachmann übernommen und alle Formen nach China transportiert, wo Bachmann produziert. Die alte Modelle erscheinen jetzt auch seit 2004 wieder und Neu-Entwicklungen sind auch schon da. Übrigens ist nicht Märklin, wie viele meinen, größte Modelleisenbahn Hersteller, sondern Bachmann, die inzwischen weltweit operiert und aus den U.S.A. stammt. Hornby(GB) hat 2005  bekannt gegeben, dass Electrotren  übernommen wurde. Damit ist Hornby zum ersten Mal in Spur N eingestiegen. 2005 hat Hornby die Rivarossi/Lima Gruppe übernommen, damit auch eine zweite N-Hersteller - Arnold. Mitte 2005 geriet Roco in Schwierigkeiten. Inzwischen gibt es neue Besitzer und das Geschäft geht weiter.

Arnold ist oft "Spur N Pionier" genannt worden, ob dies von der Modellbahn-Presse oder aus der eigenen Werbeabteilung stammt, ist mir nicht bekannt. Ganz falsch ist es nicht, denn vor Arnolds Einstieg gab es keine richtige Großserienproduktion und eine Vielfalt an Maßstabs-Variationen. In 1962 änderte Arnold den Maßstab seiner Modellen und seitdem ist weltweit Spur N 1:160. Außer... Jeder Brite wird Ihnen erzählen, das Festland ist Europa, und die Insel Großbritannien ist eben... Großbritannien. So ist auf der Insel vieles etwas anders. In Großbritannien entwickelte sich 2mm scale zu eine "finescale" Variante, es wird konsequent in 2mm:1 Fuß (1:152) (selbst-)gebaut, die Spur beträgt 9,42 mm, Schienenhöhe 1 mm! (mehr Info). Die kommerzielle britische Spur N ist, wie OO, wieder ein art Zwitter, Maßstab 1:148 aber trotzdem 9 mm Spur (what is N-scale?).

Hier geht's weiter mit den Themen die es bis Dato gibt - mit der Zeit kommen aber mehr dazu.

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überarbeitet 09.2003/09.2004