Wagenvariationen 3
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Wagenvariationen 3

Eigentlich ist der Seitentitel falsch, denn hier geht es mir darum, wie man so manchen Wagen mit wenig Arbeit noch schöner, vielleicht ist "vorbildnäher" ein besseres Wort dafür, machen kann.
Fleischmann hat den uralten Talbot Schotterwagen wieder aufleben lassen, leider ohne KKK aber mit lupenreiner Epoche III Beschriftung. Schön, wie die Betätigungs-Stangen in schwarzem Kunststoff gefertigt sind, nur beim Original waren sie in der Wagenfarbe gehalten... sie müssten also rot-braun sein, auch das Bühnengeländer. 

Der Wagen ist leicht zu demontieren, alles ist zusammen geklipst. Die Vorbild-Wagen haben Bühnen aus Holzbohlen für die Arbeiter, sonst ist der Chassis ein offenes Rahmen-Konstruktion. Beim Fleischmann Modell liegt ein Gewicht direkt unter den Holzbühnen. Ich habe dieses entfernt, so sieht man zum Teil die Räder von oben und hat eher den Eindruck alles ist offen. Der Wagen muss innen hellgrau lackiert werden, auch die Schütten waren hellgrau. Die Holzbohlen habe ich auch grau gemacht, wie altes Holz. Der Leiter müsste bestimmt auch rot-braun sein, habe ich aber schwarz gelassen, artistische Freiheit. Bremsumstellhebel rot auf weißem Hintergrund. 

Alles wurde ziemlich eingestaubt mit Trockenfarben und ich finde das sieht richtig realistisch aus. So eine "Alterung" mit Trockenfarben nimmt den unnatürlichen Plastikglanz und feine Details wie z.B. Niete kommen auch besser zur Geltung. Die Räder glänzen ziemlich und wurden dreckig-rostig-schwarz gestrichen. Ich werde den zweiten Wagen auch so behandeln und um Kupplungen zu sparen werden sie dann mit einem einfachen starren Deichsel fest mit einander verbunden.

Beim linken Wagen sieht man zum Teil durch das Fahrwerk wo die schwarz glänzende Gewichtsplatte entfernt wurde. 

Dieser Roco Schiebewandwagen hat ein silbernes Dach. Das ist schon in Ordnung, nur beim Vorbild ist das Dach in zwei Hälften geteilt. Der Steg in der Mitte muss nur rotbraun gestrichen werden und schon sieht der Wagen viel besser aus. Ich habe die Bremsumstellhebel wieder hervorgehoben, wenig Farbe, große Wirkung.

Die Stirnwandbühnen stehen weit über die Puffer hinaus, Ich habe sie näher an die Wand gebracht, in Wagenfarbe gemalt und die Stummelpuffer mit Metallpuffer ersetzt. Eine Kurzkupplungskinematik wurde hereinoperiert, das waren schon nicht mehr nur optische Verbesserungen. Die schlechte Fahreigenschaften werden dadurch aber auch nicht besser. 


Auch der Wagen von Minitrix profitiert wenn man den Steg in der Mitte braun anmalt. Wie würden diese Wagen besser aussehen wenn die Leiter als Ätzteil gemacht worden wären! Noch muss der Wagen verschmutzt werden. Ich finde sie so viel realistischer. So wie dieser hier:

Ich habe oben was von "Bremsumstellhebel" geschrieben. Es gibt bis zu drei Bremshebel. Bei älteren Wagen ist nur ein Hebel, bei nicht so alten zwei und bei modernen drei. Die Hebel sind rot bzw. gelb vor weißem Hintergrund. Bei alten Modellen sind sie nicht mal vorhanden, aber wenn sie da sind sind sie in der Regel nicht farblich ausgelegt. Hier kann man mit Geduld und ruhigem Hand nachbessern. Auf dem Foto unten sieht man den Unterschied anhand der zwei Seiten eines Rungenwagens. 

Der erste Hebel, rechts auf dem Foto oben, dient zum ein- und ausschalten der Bremse. Der mittlerer Hebel ist zur Umstellung der Bremsart. Der dritte Hebel, gelb gestrichen, ist der Lastwechsel und ist nur bei Güterwagen vorhanden (die anderen sind auch an Personenwagen zu finden). Hier wird eingestellt ob der Wagen beladen oder leer ist. Die Übersetzung des Bremsgestänges wird geändert, um bei leeren Wagen ein Blockieren der Räder zu verhindern.

 

Noch eine kleine Verbesserung, einfach und schnell zu bewerkstelligen:
Viele Modelle von geschlossenen Wagen haben Türen die man öffnen kann. Die öffnen sich dann von allein durch die Vibrationen wenn der Zug auf der Anlage unterwegs ist - finde ich blöd, aber darum geht es hier nicht. Wenn die Türen auf sind, sieht man den Boden im Wagen und der ist im Wagenfarbe - auch blöd. 

Fast alle geschlossene Wagen ("G-Wagen") haben Fußböden aus Kiefernbohlen und so ist es nicht viel Pinselarbeit das Modell mit etwas Farbe etwas realistischer zu machen.

 

Auch an Lokomotiven kann man kleine Details verbessern ohne dass man sofort zum finescale Modell (was ist finescale?) umbaut.
Obwohl der Schornstein von einer Dampflokomotive ein Gussteil und somit ziemlich dickwandig ist, wäre eine Stärke von z.B. 4 cm nur 0,25 mm in N. Unsere Modelle haben alle ziemlich starke Schornsteine, zum Teil fast 2 mm dick - 32 cm!  

Ich habe deswegen die Schornsteine vorsichtig aufgebohrt, auch sollte man innen mit mattschwarze Farbe pinseln - besonders wenn da eine glänzende Schraube sitzt! Große Schlepptenderloks wie eine Baureihe 01 oder 03 werden nicht im Rückwärtsfahrt einen Zug ziehen also braucht man auch keine Kupplung vorn. Da kann man dann auch eine Originalkupplungsimitation , z.B. von KH, montieren, und ergänzen mit Schläuche links und rechts. Diese kann man mit ganz dünnen Draht selbst basteln. Das schwierigste ist die nötige Löcher, nicht größer als 0,5 mm, zu bohren - mit der Hand, nicht elektrisch.

Bei der Minitrix BR 44 liegen zwei Kolbenstangenschutzrohre als Zurüstteile bei. Diese fehlen bei allen Dampflokmodellen mit Vorlaufrädern, denn sie behindern dass die Vorlaufräder ausschwenken können. Hat man keine Radien unter ca. 35 cm auf der Anlage, kann man die Schutzrohre bedenkenlos montieren. Man bekommt sie als Ersatzteil von Minitrix und: Sie passen in den Zylindern von allen Minitrix Dampfloks! Auch bei Fleischmann kann man sie verwenden, ein Tröpfchen Sekundenkleber hält sie fest (bei Minitrix müssen sie nur gesteckt werden). 
Wer sich noch mehr Arbeit machen will, kann, wieder vorsichtig per Hand, am Schlepptender die Handgriffe aufbohren. 

Das ist jetzt Spielerei, denn niemand merkt den Unterschied! Auch die bunten Kabeln kann man mit schwarze Farbe versuchen weg zu tarnen. Die 03 hat eine Lok-Tender Kurzkupplung serienmäßig, die 01 leider nicht, wie man sieht ist kein Heizer da, er ist unter die Räder gefallen...

 

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 12.2003. überarbeitet 01.2004/01.2005/01.2008