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Der Gründer der Pfadfinderbewegung
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Robert Stephenson Smyth Baden-Powell, Lord of Gillwell
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Man kann die Entwicklung des Pfadfindertums nur verstehen, wenn man das Leben Baden-Powells kennt. Deshalb folgt
zunächst eine Kurzbiographie mit den wichtigsten Lebensdaten.
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1857
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Am 22. Februar geboren in London an der Nordseite des Hydeparks als sechster Sohn und achtes von 10 Kindern des
Theologieprofessors Baden-Powell von seiner dritten Gattin Henrietta Grace Smyth. Taufpate Robert Stephenson, der Sohn des Erfinders der Dampflokomotive.
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1859
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Tod des Vaters.
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1870
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Eintritt in die Charterhouse-Schule, mit der er 1873 aufs Land übersiedelt, wo er im Gehölz den “Zauber der
Waldläuferkunst” für sich entdeckt.
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1876
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Eintritt in die militärische Laufbahn und Übersiedelung nach Indien.
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1888
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Teilnahme am Feldzugt im Zululand (Afrika).
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1889-1892
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Abenteuer als “Spion” in verschiedenen Ländern.
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1895
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Teilnahme am Ashantifeldzug zur Gefangennahme des Königs Pempreh (Idee des Grußes).
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1899-1900
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Burenkrieg: 7 Monate Verteidigung des belagerten Mafeking in Südafrika. Veröffentlichung des “Hilfebuchs zur
Pfadfinderei” (Aids to scouting) für Soldaten, welches bald als Erziehungsmittel in Knaben- und Mädchenschulen Verbreitung fand.
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1902-1903
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Organisation der südafrikanischen Polizei, Tätigkeit als Kavallerieinspektor der britischen Armee.
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1907
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Erstes Probe-Pfadfinderlager auf der Brownsea-Insel an der Südküste Englands.
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1908
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Das oben genannte Handbuch zur “Erziehung von Soldaten” für Knaben bearbeitet: “Scouting for Boys”, zuerst in sechs
vierzentägigen Fortsetzungen erschienen. Sprunghaftes Wachstum der Pfadfinderbewegung.
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1910
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Rücktritt aus dem Armeedienst, Leitung der Pfadfinderbewegung.
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1912
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Heirat mit Miss Olave St. Claire Soames (aus dieser Ehe Sohn Peter und zwei Töchter, Heather und Betty).
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1916
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Entstehung der Wölflingsstufe und Pfadfinderinnenbewegung.
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1919
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Entstehung der Roverbewegung.
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1920
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Erstes internationales Jamboree in Olympia bei London: Baden-Powell zum “Chief Scout of the World” proklamiert.
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1929
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Jamboree bei Birkenhead: Baden-Powell wird Lord of Gilwell.
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1931
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1. Rovermoot in Kandersteg (Schweiz).
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1938
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Übersiedelung nach Afrika.
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1941
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Am 8. Januar in Nyeri (in der Nähe von Nairobi) im Alter von 83 Jahren stirbt Baden-Powell. Am 9. Januar wird er
auf dem dortigen Friedhof beerdigt.
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Abschiedsbrief Baden-Powells an die Pfadfinderinnen der Welt
Liebe Pfadfinderinnen!
Das ist mein Abschiedsbrief und somit das letzte Mal, daß ich zu Euch spreche. Vergeßt bitte, wenn ich nicht mehr bin, Eure
Lebensaufgabe nicht, nämlich glücklich zu sein und glücklich zu machen. Das ist so einfach! Ihr macht erst einmal andre Leute glücklich, indem Ihr ihnen Gutes tut. Über das
Selberglücklich-Sein braucht Ihr Euch dann keine Gedanken mehr zu machen, denn dann kommt es von selbst.
Ihr werdet hart arbeiten müssen, aber der Lohn wird nicht
ausbleiben. Wenn Eure Kinder gesund, unverdorben und unternehmungslustig heranwachsen dürfen, werden sie glücklich sein. Und glückliche Kinder lieben ihre Eltern. Eine reinere
Freude als die Liebe eines Kindes gibt es nicht. Ich bin überzeugt, daß Gott unser Glück in diesem Leben will. Wir dürfen auf einer Erde leben, die voller Schönheit und voller
Wunder ist, und Gott versah uns nicht nur mit Augen, um das alles wahrzunehmen, sondern auch mit dem Verstand, diese ganze Pracht zu erfassen. Wir dürfen es nur nicht an der
Einstellung fehlen lassen. Je mehr Liebe und Glück Ihr aussät, desto mehr werden Gatten und Kinder an Euch hängen, und etwas Schöneres gibt es nicht auf Erden. Ihr werdet bald
herausfinden, daß der Himmel nicht irgendein fernes Glück in den Wolken ist, das erst nach dem Tode kommt. Das Glück liegt in dieser Welt in Eurem Heim.
So führt denn
andere zum Glück und werdet selbst glücklich dabei. Wenn Ihr das tut, so erfüllt Ihr die Euch von Gott übertragene Aufgabe.
Gott mit Euch .  |
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Abschiedsbrief Baden-Powells an die Pfadfinder der Welt
Liebe Pfadfinder!
In dem Theaterstück "Peter Pan", das Ihr vielleicht kennt, ist der Piratenhäuptling stets dabei, seine Totenrede abzufassen, aus Furcht,
er könne, wenn seine Todesstunde käme, dazu keine Zeit mehr finden. Mir geht es ganz ähnlich. Ich liege zwar noch nicht im Sterben, aber der Tag ist nicht mehr fern. Darum
möchte ich noch ein Abschiedswort an Euch richten. Denkt daran, daß es meine letzte Botschaft an Euch ist, und beherzt sie wohl.
Mein Leben war glücklich, und ich möchte nur wünschen, daß jeder von Euch ebenso glücklich lebt.
Ich glaube, Gott hat uns in diese Welt gestellt, um darin glücklich zu
sein und uns des Lebens zu freuen. Das Glück ist nicht die Folge von Reichtum oder Erfolg im Beruf und noch weniger von Nachsicht gegen sich selbst. Ein wichtiger Schritt zum
Glück besteht darin, daß Ihr Euch nützlich erweist und des Lebens froh werdet, wenn Ihr einmal Männer sein werdet.
Das Studium der Natur wird Euch all die Schönheiten
und Wunder zeigen, mit denen Gott die Welt ausgestattet hat. Euch zur Freude. Seit zufrieden mit dem, was Euch gegeben ist, und macht davon den bestmöglichen Gebrauch.
Trachtet danach, jeder Sache eine gute Seite abzugewinnen.
Das eigentliche Glück aber findet Ihr darin, daß Ihr andere glücklich macht. Versucht, die Welt ein bißchen
besser zurückzulassen, als Ihr sie vorgefunden habt.
Wenn dann Euer Leben zuende geht, mögt Ihr ruhig sterben im Bewußtsein, Eure Zeit nicht vergeudet, sondern immer
Euer Bestes getan zu haben.
Seid in diesem Sinn "allzeit bereit", um glücklich zu leben und glücklich zu sterben. - Haltet Euch immer an das
Pfadfinderversprechen, auch dann, wenn Ihr keine Knaben mehr seid.
Euer Freund
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