Intimmassage

Alle Berührungen sind umso erotischer, je sanfter sie sind, wenn sie zuvor fest waren, bzw. umgekehrt. Allein das Nichtberühren kann keine Erotik sein. Und kräftiges Zufassen macht nicht mehr Gefühl. Die Differenz zwischen stark und schwach, zwischen kurz und lang, zwischen oben und unten, zwischen Spannung und Entspannung macht den Reiz aus. Es ist wichtig, sich nicht vor den ganz starken, kräftigen Berührungen zu fürchten oder nur eine bestimmte Art und Weise der Berührung zu bevorzugen, weil man ebendiese selbst besonders liebt. Der Spannungsbogen steckt voller Energie und nicht der Start und nicht das Ende. Letztere werden allerdings auch benötigt, denn die Energie soll selbstverständlich auch ihre Wirkung entfalten und zum Tragen kommen.

Die indischen Esoteriker vergleichen den menschlichen Körper mit einer Pflanze; häufig benutzen sie die Lotusblüte als Symbol. Die Pflanze Lotus wurzelt mit einem großen Wurzelstock im Schlamm des Sees. Den Schlamm des Sees betrachten sie als Verwesung und Umwandlung. Und der Wurzelstock nimmt die Energie auf, verwandelt sie und leitet sie durch den Stengel nach oben. Wurzelstock und Stengel symbolisieren auch die Sexualenergie. Das heißt, daß sie in einem fort nach oben steigt und dort eine Blüte macht. Und diese Blüte, das ist der Kopf, das sind die Sinne, die Wahrnehmungssinne, das Bewußtsein. Der erwachte Lotus steht somit für die transformierte Energie. Es ist ein ständiger Energiefluß von unten nach oben... Und genauso, wie eine Lotusblüte verwelkt und stirbt, wenn man sie von ihrer Wurzel trennt, ist es auch beim Menschen: Wird ihm seine Sexualität geraubt, sein erotisches Gefühl genommen, das Bewußtsein seiner Potenz entzogen, dann verdorrt und verkümmert der Mensch. Eine erotische Massage wird immer auch an diesen „Wurzelbereich" kommen, an die Quelle der Lebensenergie. Die Energie zu wecken, das erfordert sanfte und starke Berührungen zugleich.

Du kannst alles berühren, wenn du es dir dabei genau anschaust und dir immer dessen bewußt bist, wie du das tust und was du tust. Mach jetzt keine Witze, auch wenn du glaubst, daß sie dir in diesem Augenblick über eine gewisse Peinlichkeit hinweghelfen würden. Tu das nicht, sondern bleib einfach nur wach demgegenüber, was Leben hervorbringt. Berühre deinen Partner in seiner intimsten Zone so makellos, wie nur irgend möglich, und du wirst erleben, daß der Körper geradezu aufblüht. Der andere spürt die Makellosigkeit deines Tuns. Eine Genitalmassage kann auch eine Heilmassage für Vagina bzw. Penis sein. An diesen intimen Zonen wird man fast nie berührt

- und wenn, dann meist nur mit eindeutigen sexuellen Absichten. Oft kommt leider all das Erleben von kunstvollen Berührungen, das Erleben eines Gefühls, viel zu kurz: Auf einmal drängt sich die Sexualität, das Muß so in den Vordergrund, daß das spielerisch Schöne, was man auch tun, erleben und sehen könnte, völlig in den Hintergrund gerät und unter einem Leistungsdruck erstickt.

Diesen Teil der Massage gestalte individuell. Mehr als bei allem bisher Beschriebenem sieh die folgende Anleitung als Vorschlag an.

Intimmassage für die Frau

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Du hast deine Partnerin vor dir auf dem Rücken liegen. Gieß ihr etwas schleimhautverträgliches, nichtreizendes Öl auf den Bauch, und massiere zum Venushügel hin. Drücke die großen Schamlippen von beiden Seiten her zusammen.
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Schieb ihre Knie auseinander, und übe auf den Damm am hinteren Ende der Schamlippen mit einem deiner Mittelfinger einen sanften Druck aus.
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Mit zwei Fingern umspiele die Klitoris, ziehe vielleicht etwas an der sie umgebenden Haut, und leg sie frei.
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Indem du anschließend die Innenseiten der Schenkel massierst und die Knie noch weiter auseinanderschiebst, öffne die Schamlippen. Öffne und schließe die Schamlippen mehrfach durch entsprechendes Bewegen der jeweils vier rechts und links der Schamlippen aufgesetzten Finger.
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Hebe ihre Knie auf deine Schultern und damit auch ihr Becken an, schaukle dieses, und laß es auch mehrmals leicht auf den Boden aufstoßen.
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Jetzt massiere Perineum und Anus.
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Faß mit einem Zeigefinger in den hinteren Teil der Vaginaöffnung, und massiere von dort aus das ganze Rund dieser aus. Faß nur, wenn es deine Partnerin erlaubt und für dich richtig ist, in die Vagina hinein, berühre ihre Schamlippen wie einen Mund. Öffne diesen „Mund", und schließe ihn. Führe neben dem Zeigefinger noch den Mittelfinger ein, und übe von außen einen

Gegendruck mit dem Daumen aus, so daß du jetzt eine fortlaufende Massage des ganzen Genitalbereiches von innen nach außen machen kannst. Die Frau fühlt durch die Berührung ihrer Vagina Aufmerksamkeit und Zuwendung. Laß genug Zeit, das auszukosten. Sei nicht hastig, warte jeweils einen Augenblick, doch schlafe nicht über deinen Berührungen ein; sei langsam und aufmerksam zugleich. Es ist wie das Warten auf eine Antwort des Körpers nach dem Berühren. Und sei sicher, jeder Körper weiß zu antworten und wird antworten. Vielleicht wird deine Partnerin plötzlich von Gefühlen überschwemmt, auf die sie nicht gefaßt war. Das mußt du verstehen, hängt es doch damit zusammen, daß man viel zu oft seine Gefühle aus der Angst heraus abwehrt, anderen zu viel Gefühl zu zeigen, und glaubt, nicht so weinen und lachen zu dürfen, wie man eigentlich möchte.

Viel zu viele Gefühle werden zu häufig nicht artikuliert, bleiben unausgesprochen. Wir selbst heben sie in uns auf oder warten noch, bevor wir sie äußern. Eine erotische Massage ist eine ideale Gelegenheit, etwas von diesen lange zurückgehaltenen Gefühlen herauskommen zu lassen. Dieses Hervorbrechenlassen der Gefühle ist befreiend. Es vermittelt jene Freiheit, die das Leben schön macht, die den Glanz in die Augen des Menschen bringt, gleich dem Aufsprießen des Lotusses. Diese Heilmassage ist nicht gleichsetzbar mit Stimulieren. Sie macht heiß, läßt Verhärtungen und Narben weich werden, löst Verspannungen, und vor allem sorgt sie dafür, daß angefühlte Bereiche neu entdeckt und gefühlt werden.

Es ist jetzt auch möglich, daß du deine Partnerin direkt und ohne Umschweife Ragst: „Fühlst du?", „Was fühlst du?", „Fühlst du was?". Erörtere nichts von dem, was deine Partnerin vielleicht äußert. Beurteile oder bewerte nichts. Verwende sonst kaum Worte. Es ist möglich, daß du auch immer nur wieder die Worte benutzt: „Fühlst du?", „Fühlen", „Fühle", „viel". Das gleiche gilt übrigens auch für die Massage eines Mannes.

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Stell danach die Füße deiner Partnerin dicht ans Becken heran. Laß die geschlossenen Knie mehrfach hin- und herfallen.
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Öffne ihre angewinkelten Knie, hebe ihr Becken an, und küsse die Schamlippen.
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Wenn du magst, leg ihr nun äußerlichen oder inneren Intimschmuck (zum Bsp. Vaginakugeln) an. Das jedoch hängt davon ab wie bzw. ob du (ihr) die Massage weiter gestalten willst (wollt).

Intimmassage für den Mann

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Gieß etwas schleimhautverträgliches, nichtreizendes Öl ins Schamhaar deines Partners, und laß es Breitlaufen. Massiere mit beiden Händen zur Penisspitze hin.
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Streiche vom Perineum her mit den Daumen zwischen beiden Hoden hindurch bis hinauf zur Penisspitze, und streiche auch mit den Fingern die Hoden selbst und die Samenstränge entlang.
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Mach mit den Händen einen Ring um Peniswurzel sowie Hoden herum, und drücke pulsierend im Atemrhythmus und schneller. Faß seine Hoden an. Nimm die Samenstränge zwischen die Finger, und ziehe die Haut des Hodensackes auseinander.
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Danach massiere den Penisschaft hinauf bis zur Eichel. Massiere und spiele die Schwellkörper entlang. Öffne die Vorhaut, und laß sie zurückgleiten über die Eichel, ist doch beim Mann die Wahrnehmung der Erektion daran gebunden, ob es einen Gegendruck gibt.Übe solch einen Druck aus, aber stimuliere nicht. Es dreht sich nicht darum einen Orgasmus zu erzeugen. Vermeide jede Tendenz dieser' Art, und sei trotzdem aktiv. Deine Massagestriche sollten immer wieder von der Peniswurzel nach vorn bzw. oben verlaufenen. Streiche nicht hin und zurück, sondern so wie beim Melken von innen nach außen.
Streich auch über den ganzen Genitalbereich des Partners mit der flachen öligen Hand hin und her. Wenn du es langsam machst, bereitet ihm das keine Schmerzen.
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Winkle die Beine deines Partners an, stell seine Füße auf, und streiche mit den Händen das Skrotum (Hodensack) und den Bereich dahinter entlang.
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Faß dann unter sein Gesäß, hebe es an, und schaukle sein Becken. Anschließend leg es wieder ab, um die angestellten Beine deines Partners etwas zu öffnen.
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Umfahre mit den Fingern seinen Anus, und streiche den Ringmuskel aus. Vielleicht führst du auch einen Finger oder einen Dildo vorsichtig in den Anus ein, und massierst ihn von innen.
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Hebe dann das Becken des Partners an, um seinen Penis zu küssen und in den Mund zu nehmen.
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Wenn du magst, leg ihm nun Intimschmuck an.

Es gibt Intimschmuck, der nicht selbst stimuliert und stattdessen etwas fürs Auge ist, wie Schmuckketten und Ringe; Kugeln, Labienstangen, Spangen dagegen lenken die Aufmerksamkeit, das Bewußtsein, deutlich auf die Geschlechtsteile. Ihn zu tragen bedeutet, sich seiner Erotik und Sexualität bewußter zu werden.

An diesem Punkt könnt ihr, wenn ihr es für richtig haltet, die erotische Massage beenden und mit einer sexuellen Vereinigung beginnen.

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