| Menschen in Schlesien |
| Chronik Hübner, Kramer, Scholz und Hacke 1784 - 1917 |
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Übertragung einer handgeschriebenen
Familienchronik, die mit einer gedruckten Sammlung von Predigten in Buchform
zusammengebunden, vorliegt Zur besseren Lesbarkeit für
heutige Zeitgenossen, wurden „altmodische“ Ausdruckformen z. T. modernisiert
(geschenket => geschenkt). Nicht eindeutig zu entziffernde Wörter sind mit
(? und ….) gekennzeichnet, die wahrscheinlichste Interpretation wurde dabei
gewählt. Die Grammatik und Rechtschreibung
wurde der heutigen angepaßt, jedoch nach den Regeln vor der Rechtschreibreform. Die Reihenfolge der
Eintragungen ist unverändert übernommen. Die Predigten sind nicht
übertragen. (Digitalisiert
von Wolfgang Leistritz, Oktober/November 2006) Dieses Buch gehörte vor mir
Johann Gottlieb Hübner
aus
Wüstegiersdorf ich habe es geerbt von
meiner Mutter
ich habe es mir lassen
einbinden in Friedland
bei Christian Heintzel
für
23 Sgr (?) Dieses Bibel (?) Buch werde
will ich mir aufbewahren bis ich meine
Augen schließen werde. Bis es
heißen wird, ich weiß, an wen ich
glaube. Ich glaub` an Jesum, Gottes
Sohn. Der wird mir meine Beilage bewahren bis an jenen Tag.
geschrieben, den 12. Dezember 1784 Anno 1802, den 19. Januar
bin ich ein Bräutigam geworden mit der damals
Ehren geachteten Frau Johanna Eleonora Huebnern, geborene Krausin. Anno 1805, den 10 Februar
hab ich dieses Haus gekauft, für 1700 Rth (?), den 25. März bin ich eingezogen
in Doernhau. Anno 1802, den 19. Dezember,
nachmittags um 4 Uhr, ist mir von dem lieben Gott ein junges Söhnlein geschenkt
worden und mit dem Namen genannt, Carl Gottfried. Die Paten waren Gottlob
Hübner, Gottlieb Leistritz, Joh. Friedrich Förster, Carl Hirtte, Anna Rosina
Stenzeln, Joh. Eleonora Haußin, Susanna Maria Böern, Anna Rosina Kraußin. Der Tag der Wiedergeburt war
der 22. Dezember. Anno 1804, den 8. November,
abends um 7 Uhr, hat uns der liebe Gott ein junges Söhnlein geschenkt und mit
dem Namen Christian Gottlieb genannt. Die Paten sind gewesen Gottlob Haufe,
Gottlieb Leistritz, Joh. Friedrich Förster, Ephraim Buntzel, Susanna Maria
Böern, Susanna Regina Stentzeln, Anna Rosina Hübnern, Anna Rosina Kraußin. Der
Tag der Wiedergeburt war der 11. November. Anno 1806, den 5. Juni,
nachmittags um 1 Uhr, hat uns der liebe Gott ein junges Söhnlein beschert und
mit dem Namen August Gottlob genannt worden, welcher aber den 19. August wieder
gestorben ist. Anno 1807, den 8. Februar,
vormittags in der zehnten Stunde hat uns der liebe Gott ein junges Töchterlein
geschenkt und ist mit dem Namen Johanna Eleonora genannt worden. der Tag der Wiedergeburt war
der 12. Februar, ist aber wieder gestorben. Anno 1810, den 24. April,
nachmittags um 6 Uhr, ist uns von dem lieben Gott ein junges Söhnlein geschenkt
worden, welches den 29. ist getauft worden und mit dem Namen Friedrich Wilhelm
ins Buch des Lebens eingeschrieben ist. Welches aber 1811 wieder gestorben. Anno 1812, den 9. Februar,
nachmittags um 5 Uhr, ist uns von dem lieben Gott ein junges Töchterlein geschenkt
worden, welches den 12. dato ist getauft worden und mit dem Namen genannt
worden Johanna Eleonora. Die Paten sind gewesen Johann Gottfried Stentzel,
Johann Gottfried Hauffe in Dittersdorf (? oder Dittersbach), Ephraim Puntzel,
Gottlieb Leistritz, Joh. Friedrich Foerster, Susanna Maria Böern, Anna Rosina
Krausin, Anna Rosina Hübnern. Anno 1813, den 21 Juni,
nachmittags um 2 Uhr, ist uns von dem lieben Gott ein junges Töchterchen
geschenkt worden, den 24. ist sie
getauft worden und mit dem Namen Susanna Maria ins Buch des Lebens
eingeschrieben worden. Welche aber den 15. August sanft und selig entschlafen
ist. Anno 1814, den 24. November,
vormittags um 10 Uhr, ist uns von dem lieben Gott ein junges Töchterchen
geschenkt worden und hat den Namen Rosina Helena bekommen. Schestum Quatum Anno 1820, den 1. Mai, zu
Mittag um 1 Uhr, ist uns vom lieben Gott ein junges Töchterchen geschenkt
worden und mit dem Namen Christina Carolina ins Buch des Lebens eingeschrieben
worden, ist aber den 30. Mai wieder gestorben. Anno 1805 d. 24. Oktober ist mir mein lieber Vater
gestorben. Er war der weiland Ehren-geachtete Gottfried Kramer, Erbmüller in
der Rumpelmühle zu Ober Giersdorf, sein Alter war 62 Jahre, 6 Monate. Meine Mutter ist gewesen
Anna Maria, geborene Stefanin von Langwaltersdorf. 1816, den 28. März, habe ich
in Fürstenstein zu dem Gerichtsamte geschworen. 1817, den 17. Jan. haben wir
den Flachs reingenommen, der voriges
Jahr wegen der Witterung nicht konnte reingebracht werden. Den 7. Februar, vormittags,
hatten wir ein Großes Gewitter. Den 4. März ist Leuchtmanns
Sohn, namend Gottfried, bei mir von der Scheune gefallen und in der 8. Stunde
danach gestorben. Den 23. April ist ein großer
Schnee gefallen und den ganzen Tag war Stöber Wetter, daß kaum zum Fortkommen
war und haben hernach an vielen Orten müssen die Wege ausscharren. 1821, den 1. Juni, ist in
Lomnitz der Kretscham, nebst der Mehl- und Brotmühle und eine Gärtnerstelle
abgebrannt. 1822, den 6. Juni, habe ich
in Kaltwasser die Gärtnerstelle gekauft vor 700 RTh (?) Curane und 1823 bin ich
eingezogen. der liebe Gott gebe Glück und Segen zu allen Geschäften und
Verrichtungen. 1829, den 10. Juni, haben
wir ein sehr großes Wasser gehabt, welches Kies massig (?) herunter weggerissen hat. Den 5. Juli, ist in
Giersdorf die Graußen Mühle abgebrannt. Den 29. Juli, ist wieder ein noch größerer Schaden im Dorf
durch einen Wolkenbruch entstanden. Johann Carl Benjamin Scholz,
geboren den 2. April 1812 Johanna Eleonore Scholzin,
geborene Kramern, geboren den 9. Februar
1812 Anno 1842, den 16. Januar,
früh um 7 Uhr, sonntags, ist uns von dem lieben Gott ein Söhnlein geschenkt
worden und in der heiligen Taufe die Namen Johann Carl Benjamin erhielt,
welcher aber den 10. Mai sanft und still entschlief, im Alter von 16 Wochen. Anno 1844, den 1. August,
früh um 2 Uhr, ist uns von dem lieben Gott ein Söhnlein geschenkt worden und in
der heiligen Taufe die Namen Johann Carl August erhielt, welcher den 18. August
wieder sanft entschlief. Anno 1846, den 14. Juni,
nachmittags um 4 Uhr, ist uns von dem lieben Gott ein Töchterlein geschenkt
worden und in der heiligen Taufe die Namen Ernestine Karoline erhalten hat. Anno 1848, den 10. Juni, ist
uns von dem lieben Gott ein Söhnlein zur Welt geboren und in der heiligen Taufe
die Namen erhielt Karl Wilhelm, welcher aber den 24. August wieder entschlief. Anno 1849, den 21. Mai,
wurde uns ein Söhnlein zur Welt geboren, welcher aber über der Geburt wieder
verschied. Anno 1852, den 23. Februar,
nachmittags, 3 Uhr, wurde uns ein Zwillingspaar zur Welt geboren, das erste
Söhnlein nach der Geburt wieder verschied. Das zweite Söhnlein wurde den 9.
März in der evangelischen Kirche hier getauft und erhielt in der heiligen Taufe
die Namen Ernst Traugott. Trachtet am ersten nach dem
Reiche Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch das andere alles
zufallen. Säen muß ich hier mit Fleiß
zu der Ernte jenes Lebens. O wie glücklich, daß ich
weiß, es geschehe nichts vergebens. Ewig freut sich seiner Saat,
wer hier treulich Gutes tat. Ich lebe nicht auf Erden, um
glücklich hier zu werden. Die Lust der Welt vergeht,
ich lebe hier im Segen. Den Grund zum Glück zu
legen, das ewig, wie mein Geist besteht. Auf Gott und nicht auf
meinen Rat, will ich mein Glück bauen Und dem, der mich erschaffen
hat, von ganzer Seele trauen. Er, der die Welt allmächtig
hält, wird mich in meinen Tagen, Als Gott und Vater tragen,
er sah von aller Ewigkeit, Wie viel mir Nutzen werde,
bestimmte meine Lebenszeit, Mein Glück und meine Bürde,
er sorgt für mich recht väterlich. Nicht, was ich mir ersehne,
sein Wille, der geschehe. Sing, bet und geh auf Gottes
Wegen, verricht daß du ihm nur getreu und trau des Himmels reichen
Segen. So wird der bei dir werden
neu, denn wer nur seine Zuversicht auf Gott setzt, den verläßt
er nicht. 1862 hab ich bei dem Bauern
Hübner das Rodegeld gemacht, auf 7 Jahr, bis 1868 (dieser Satz ist
durchgestrichen) 1864, den 8. und 9. April,
fiel ein großer Schnee, so daß auf der Straße die Wagen mußten ausgeschirrt
werden, auch auf der Eisenbahn konnten
sie 2 Tage nicht fort. Das Predigt Buch wurde gekauft
im Jahre 1843 in Schweidnitz, es kostete 2 Rth 25 Sg (?) J. C. B. Scholz 1864, den 29. August, war es
so kalt, daß das Kartoffelkraut gefror
und ich hatte übernacht den Rechen im Grase liegen gelassen, der war an das
Gras angefroren und waren auch Menschen im Schneegebirge erfroren. 1868, den 14. u. 17. u. 18.
Dezember war so ein großer Sturm, der seit Menschengedenken noch nicht
dagewesen. Er hat viele Häuser abgedeckt, Fabrikschornsteine eingeworfen und
besonders in Wäldern viel Schaden angerichtet. Im Goldnen Walde habe ich es
selbst gesehen, daß er einen Flecken von 20 Morgen total da nieder gelegt hat. Das
nicht gew….. war gebrochen, es war schauderhaft anzusehen, das war noch nicht
dagewesen. Anno 1844, den 7. November,
habe ich in Dittmannsdorf das Haus gekauft vor 400 und 90 Thaler und den 20.
bin ich eingezogen. Anno 1846 habe ich den Acker gekauft vor 295 Sgr. 1857 habe ich den Weg
gleichauf gemacht und beim Acker. 1858 habe ich den Brunnen
gebaut, kostet 30 Thaler. Anno 1844, den 3. März,
starb der Vater, Johann Carl Kramer in dem Alter von 69 Jahren. Am 30. März 1873 starb der
Vater, Johann Karl Scholz an Lungen-Entzündung und wurde am zweiten April, zu
seinem Geburtstage feierlich beerdigt, im Alter von 61 Jahren. Anno 1906, den 15. Mai wurde
ein Söhnlein zur Welt geboren und in der heiligen Taufe den Namen Erich Karl
Hacke. (Der folgende Absatz wurde
durchgestrichen) Anno 1917, den 1. März,
verschied nachmittags um 41/4 Uhr, nach kurzer Lungenentzündung, im alter von
70 Jahren 7 Monaten, die Ernestine Karoline Hacke. Anno geschrieben, den 24.
12. 1917, zu Dittmannsdorf. Hochachtungsvoll Erich
Hacke Anno am 17. bis 19. Mai 1918
war es so kalt, daß es schneite.
Lebenslauf des am 5. September in Michelsdorf beerdigten
Dominial- Garten-Auszügler und Webmeister, Joh. Carl Scholz Herr nur laß in Friede,
lebenssatt und müde, Deinen Diener fahren zu der Engel Scharen, selig
und im Stillen, doch nach Deinem Willen. Hier hab ich gestritten,
Ungemach erlitten, ritterlich gekämpfet, manchen Feind gedämpfet, Glauben auch gehalten,
richtig mit den Alten. Nunmehr soll sich wenden,
Kampf und Lauf sich enden, Gott wird mich erlösen, bald von allem Bösen. Es
wird besser werden, als es war auf Erden. Wie nach einem heißen Sommer
die Gewitterstürme schweigen, wenn der kühlende Herbst herannaht, so senkt sich
auch für den Greis, welcher mit ritterlichem Mute in seinen männlichen Jahren
fast alle Drangsal des menschlichen Lebens durchkämpfet, Friede und Ruhe in die
so oft geängstigte Seele. Dann bricht der fromme Dulder in die Worte Simeons
aus: Herr, nun läßt Du Deinen Diener in Frieden fahren, denn meine Augen haben
Deinen Heiland gesehen. Ja, das letztere ist die Ursache des Friedens, daß auch
er frühzeitig den Herren Jesum als Sohn Gottes erkannte, ihn als seinen Heiland
und Erlöser verehrte. Ob er nun gleich Jesu Gestalt nicht vor Augen haben
konnte, so war doch seine Gesinnung seine Liebe täglich in seinem Herzen, er
fühlte bei seiner immer geübten Gottesverehrung die Nähe des auch für Ihn
Gekreuzigten. Er sah auch in der
finstersten Nacht den Himmel offen und im Glauben Jesum sehen zur rechten
Gottes. – Ja, gewiß, der Glaube: Gott
ist mir mein Heiland, steht mir zur Seite, der hat allen Gottesfürchtigen zu
jeder Zeit Frieden ins Herz gesenkt, wenn von außen der Sturm wütet und Leiden
und Verfolgung über uns hereinbrechen. – Mit diesem festen Glauben tröstete
sich auch selbst unser verewigter frommer Freund, des Begräbnisfeier wir itzt
teilnehmen und begehen. Auch er wünscht sich sehnlich, so wie Simeon, in
Frieden dahin zu fahren und der Allergütige hat gewiß sein heißes, mutiges
Flehen erhöret. – An der hand einer sehr treuen Freundin, die er oft mit Recht
den Engel seines Lebens nannte, wurden ihm alle Beschwerden erleichtert und
alle seine Unternehmungen zu einem glücklichen Ziele geführt, so daß er nach
dem ausgestandenen letzten harten Kampfe mit Freuden sprechen konnte: Gottlob,
es ist vollbracht. Vater, in Deine Hände befehle ich meinen Geist. Unser vollendeter frommer
Mitchrist war namentlich: Der weiland wohlachtbare Meister Johann Carl Scholz,
der zuerst als Bauerngutsbesitzer, dann als Auszügler 28 jahr lang in hiesiger Gemeinde gewirkt
hat. Derselbe wurde geboren in
Schenkendorf am 5. Juni 1780 und am 10. des selben Monats in der evang. Kirche
von Dittmannsdorf durch die heilige Taufe zum Christen geweiht. Seine treuen
Eltern waren namentlich der weiland wohlehrengeachtete Zacharias Scholz,
gewesener Freistellenbesitzer und Webermeister in Schenkendorf und die weiland
sitt- und tugendsame Frau Maria Elisabeth geb. Exner. Nebst noch 2 Brüdern und
2 Schwestern, die ihm alle ins bessere Leben vorausgegangen, wurde er von
seinen Eltern zum Gebet und zur Arbeit erzogen. Nachdem er auch seine
Schulzeit weise benutzt und er durch die Confirmation zu einem christlichen
Handel(n) sich verpflichtet, stand er seinen Eltern in der Weberei und
Ackerwirtschaft als ein eifriger und liebevoller Gehilfe bei. Im Jahre 1812
wurde er Besitzer der väterlichen Freigärtnerstelle und gewährte seinen Eltern
noch mehrere Jahre ein sorgenfreies Auskommen. Am 21. November 1809 in den
Stand der heiligen Ehe eingetreten mit der gegenwärtig trauernden Witwe, als
der damals sitt- und tugendbelobten Jungfer Maria Rosina Welz, Tochter des wohlachtbaren
Joh. Gottlob Welz, gewesener Bauerngutsbesitzer in Hausdorf, welche sich vorher
bei dem Herrn Oberamtmann Hensel in Diensten befunden. Gott segne ihre, den Eltern
bewiesene Liebe, ihren beiderseitigen Fleiß und Sparsamkeit so, daß sie im Jahr
1820 ihren Vermögenszustand durch den Ankauf des damals Gottlob Ventur
Bauerngutes in Michelsdorf verbessern konnten; und nährten sie sich auch hier
nicht allein vom Ertrag des Gutes, sondern sie betrieben, noch zum besten ihrer
Kinder und manchen anderen benachbarten Freundes die Haus-Weberei nach der
Fabrik(e) der Herren Kramsta in Freiburg. Unser vollendeter Freund
wurde in seiner 39-jährigen, höchst zufriedenen Ehe auch ein glücklicher Vater
von 6 Söhnen und 4 Töchtern, von denen aber nur noch 4 Söhne und 3 Töchter am
Leben sind, welche nebst ? Schwiegersöhnen
uns 2 Schwiegertöchtern den Verlust desselben schmerzlich beweinen, sich aber
an seinem Grabe das Zeugnis geben können, daß sie ihm selbst durch ihr
Verhalten die schönste Freude bereitet haben und nie von ihrer Kindespflicht
gewichen sind. – Enkel erlebte der Verewigte 14, von denen noch 8 am Leben
sind. Vom Jahre 1825 bis 1841 war
auch unser verewigter Mitbruder ortsgerichtliches Mitglied und Vorsteher der
hiesigen, löblichen Gemeinde. Er hat sich in diesen 16 Jahren durch sein
gemeinnütziges Wirken manches gute Andenken gestiftet; ebenso war er auch gegen
Jedermann, mit dem er in Verbindung stand, gefällig und sein Haus und Herz gern
armen Mitbürgern geöffnet. Seine allwöchentlichen
Geschäftsreisen nach Freiburg, seine übrigen gesamten(?) Anstrengungen hatten
nach und nach seine sonst so rüstige Körperkraft geschwächt, so daß er im Jahre
1843 sein Bauerngut verkaufte, in Mühlbach den Menzelschen Dominal Garten für
seinen 2. Sohn erwarb, woselbst er für sich und seine Gattin die Ruhstätte
ihres Alters gründete. Da er hier dem Hause Gottes
näher und bequemer kam, als in seinem vorigen Wohnorte, so benutzte er auch
ferner, so oft als möglich, sich denn am Tage des Herrn zu erbauen, so wie auch
von ihm immer noch die alte ehrwürdige Gewohnheit des Hausgottesdienstes
fleißig geübt wurde. Oft war unser vollendeter
Freund in der Gefahr, seine so tätige, wohlmeinende Hausfrau zu verlieren, aber
der Allgütige erhielt ihm die treue Freundin und den Kindern die geliebte
Mutter bis hierher, damit sie ihm noch mit Geduld, Mut und Kraft seine Krankenpflegerin
werden konnte. Der Allwaltende beschloß, ihn den Gatten und Vater, zuerst in
seinen Weinberg abzuberufen. Zu den sich immer mehr
einfindenden Rückenschmerzen gesellte sich bald nach dem Himmelfahrtsfeste, wo
der Verewigte das letzte Mal die Kirche besucht hatte, eine Verhärtung im
Unterleib, welche ihn so schwächte, daß er am Pfingstfeste bettlägerig wurde
und dem Tauffeste seines jüngsten Enkels nicht mehr beiwohnen konnte. Obgleich bald ärztliche
Hilfe nachgesucht wurde, so hatte deren Anwendung leider keinen kräftigen
Erfolg. – Als ein rechtschaffener Christ bereitete er sich schon vor 8 Wochen
auf den Genuß des heiligen Abendmahles so wie durch tägliches Gebet und Lesen
auf sein Ende vor. Mit dem Bewußtsein, nach Kräften das Wohl der Seinigen
festgestellt zu haben, ging er ruhig seiner irdischen Auflösung entgegen. Aber
nicht sobald, wie er hoffte, erschien ihm der Engel des Todes, beinahe 10
Wochen lang mußte er die Glaubensprobe bestehen, daß Gott auch bei den
härtesten Leiden, die er uns zuwendet, ein guter Vater sei. Die Krankheit stieg
so heftig, daß Tag und Nacht kein Schlaf in seine Augen kam und er sich
vergeblich nach einem Ruheplätzchen sehnte. Endlich aber erhörte der
Allergütige das allgemeine Fürgebet und sein eigenes stilles Seufzen und
Flehen. Am vergangenen Sonnabend fühlte er die nähe des gewünschten Erlösers.
Nur mit leiser Stimme aber mit vollem Bewußtsein konnte er noch die ihn umstehenden
Gattin und Kinder segnen und ihnen für ihre Treue danken, und nunmehr die
Stunde herbeieilte, die am Sonnabende jeden emsigen Arbeiter zur Sabathsruhe
ruft. Mit den an seine weinende Ehefreundin gerichteten Worte: „Schlaf gesund,
liebe Mutter“, ging er sanft zur ewigen Ruhe ein, wohin ihn der Dank seiner Kinder und die
allgemeine Achtung begleitete. Er vollendete den 2. September, abends um 7 Uhr
in dem ehrenvollen Alter von68 Jahren, 2 Monaten und 20 Tagen. Ihr Lieben, die ich hier
verlasse, lebt wohl, ich geh nun himmelan, wo meinem Jesum ich umfasse, mit ihm
in Freuden leben kann. Bei Gott wird ich fürs Kreuz ergötzt, bleibt all
im Glauben unverletzt. Schaut mein Begräbnis hier
auf Erden, die ihr mit mir zu Grabe geht, Denkt, daß auch ihr müßt
Asche werden, die ihr an meinem Sarge steht Und endlich alle folget
nach, in dieses kühle Schlafgemach. Seine sterblichen Überreste
wurden am 5. September mit Sermon auf dem Gottesacker zu Michelsdorf öffentlich
beerdigt und bei der Abkündigung ist, vor der Predigt, zu seinen Andenken das
Lied gesungen: Nun hab ich überwunden, und ½ Stunde bei unserer
Kirche zu Wüstewaltersdorf geläutet worden. Am 7. November wurde unser
lieber Sohn und Bruder, der Junggeselle August Hacke, krank. Er wurde geboren
am 30. Oktober 1877 und starb infolge Lungenentzündung und Gehirnentzündung am
20. November 1897 im Alter von 20 Jahren und 21 Tagen und wurde am 24 November zu Dittmannsdorf feierlich beerdigt. 30 Wochen darauf, den 18.
Juni 1898 starb unser lieber guter Gatte und Vater, der Stellenbesitzer,
Gottlieb Hacke. Er war geboren am 4.
Dezember 1840 zu Altwasser und starb an beinahe 4 jährigem Herz- und
Lungenleiden im Alter von 57 ½ Jahren
und wurde am 21. Juni 1898 zu Dittmannsdorf feierlich beerdigt. Am 25. Februar 1917 wurde
unsere liebe Großmutter, die Witwe Ernestine Hacke krank. Sie wurde am 14. Juni 1846
geboren und starb infolge Lungenentzündung am 1. März, 4 ½ Uhr 1917 im Alter
von 70 Jahren, 8 Monaten, 17 Tagen. Sie wurde am 4. März zu Dittmannsdorf
feierlich beerdigt. Hilf, daß ich mit Guten
Morgen geistlich auferstehen mag Um für meine Seele wegen,
daß wenn nun kein großer Tag Einst erscheint und Dein
Gericht, ich dafür erschrecke nicht Führe mich o Herr und leite
meinen Gang nach deinem Willen Sei und bleibe Du auch
heute, mein Beschützer und mein Hirte Nirgends, als von Dir
allein, kann ich einst verwahret sein. (Ende der Eintragung) |