| Der natürliche
Lebensraum der europäischen Landschildkröten
zeichnet sich durch mediterranes Mittelmeerklima
aus. Die Tiere bewohnen Busch
und Steinhänge, Olivenplantagen,
lichte Wälder und trockene
Graslandschaften.
Mich fasziniert immer wieder, wie diese schwerfälligen
Tiere es schaffen, sich in ihrem Lebensraum
fortzubewegen, womit ein Mensch schon
Probleme hat. Leider gehören zum natürlich
Biotop auch wirtschaftliche Nutzflächen,
wie Äcker oder Anbaugebiete von Nutzpflanzen,
was vielen Tieren zum Verhängnis wird. Die
Bauern machen meistens kurzen Prozess mit
einem solchen "Schädling". An fast
jedem Acker in Süd-Europa, welcher
in Schildkrötengebieten liegt, findet man
tote Schildkröten oder
deren Panzer. Auch der sich
ausbreitende Touristenboom wird vielen
Tieren zum Verhängnis. Die Schildkröten, die
nicht von Baumaschinen getötet werden, fallen
dem Straßenverkehr zum Opfer. Die Tiere
versuchen auf den von der
Sonne aufgeheizten Asphaltstraßen
letzte Wärme für die Nacht zu sammeln. Aber
nicht nur Schildkröten, sondern auch andere
Reptilien wie Schlangen und Echsen, finden so den
Tod. Ich konnte aber auch andere Erfahrungen
mit Einheimischen machen. Letzten
Sommer während unseres Urlaubs
in Kroatien wurde in der Nähe von
Zadar ein Bauer auf mich aufmerksam.
Er fragte mich, was ich suche. Mit dem Wort
"Schildkröten"
konnte er nichts anfangen. Als ich
ihm ein Bild in den Sand malte, nickte er nur mit
dem Kopf und sagte "Schillipacha", was
auf kroatisch "Schildkröte"
heißt. Der Mann machte mir klar,
dass ich ihm bis zu seinem Haus folgen
sollte. Er zeigte mir seinen Garten (naja,
es sollte wohl mal einer werden). Als ich
mich umschaute, entdeckte ich
eine Schildkröte und
dann noch weitere. Es waren
bestimmt 20-30 Tiere jeden Alters. Der
Bauer erklärte mir, dass
die Schildkröten von anderen Bauern auf
ihren Feldern gefunden wurden, die er hier
vor dem sicheren Tod bewahrte. Ich bewunderte
soviel Einsatz für unsere gepanzerten Freunde,
fragte aber auch, ob das der richtige Weg sei,
die Schildkröten einzufangen und im Garten zu
halten. Man sollte bei der Aufklärung der Bauern
anfangen. Die meisten der Tiere, die sich den
Feldern nähern, sind auf der Suche nach
Wasser, welches es dort meistens zur
Genüge gibt. Ich habe jedenfalls noch nie in
den 6 Jahren, in
denen ich Schildkröten beobachtet
habe, eine einzige gesehen, die Felder als
Nahrungsquelle angesehen hat, aber der
Aufenthalt wird von den Einheimischen meist als
Bedrohung angesehen, was nach meiner Meinung ein
weitverbreiteter Irrglaube ist . Die
Hoffnung stirbt erst dann,
wenn die letzte frei lebende europäische
Schildkröte gestorben ist
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